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 Betreff des Beitrags: Zitate von Stalin?
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:27 
Administrator
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Beiträge: 4023
bei Wikiquote http://de.wikiquote.org/wiki/Hauptseite finden sich von
Stalin folgende drei ihm zugeschriebene Zitate:

"Der Tod eines einzelnen Mannes ist eine Tragödie, aber der Tod von
Millionen nur eine Statistik."
"In Deutschland wird es keine Revolution geben, weil man dazu den
Rasen betreten müßte."
"Wieviele Divisionen hat der Papst?"

Leider konnte ich bisher keine Quelle dazu finden, weiss jemand, wann
er diese Aussagen, besonders Erstere, gemacht haben soll?

In den Werken bis 1929 findet sich ebenfalls nicht, da weiss ich
allerdings nicht, ob später noch was kommt, ich bin erst bei Band 12.


Interessant, das ersteres Zitat häufig im Netz auftaucht aber immer nur mit dem Hinweis, es stamme von Stalin, wann genau, das steht nicht dabei.

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“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitate von Stalin?
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:27 
Literat

Beiträge: 2947
Vieles von dem, was Stalin an Zitaten zugeschrieben wird, hat Berichte Dritter zur Quelle. Wenn ich mir eine Bemerkung erlauben darf: Ich kann mir nicht vorstellen, daß Stalin den ersten Satz jemals irgendwo ausgesprochen und auch nicht niedergeschrieben hat. Selbst wenn - was wir besser wissen - Stalin diese Meinung gehabt hätte, hätte er - der immer höllisch darauf geachtet hat, was genau er wann und wie sagt - diese niemals ausgesprochen oder niedergeschrieben. Solche Zitate stehen ja meistens in irgendwelchen Memoiren von Zeitgenossen. Ich vermute mal, daß dieser Satz schon allein wegen des Inhalts in keinem Buch eines redlichen Zeitgenossen steht. Aber vielleicht hat diesen Satz auch wieder einfach nur das Rechspropagandaministerium erfunden. Die waren ja Spitze in sowas. Die bürgerlichen Medien beweisen ihre Parteilichkeit, indem sie, was Goebbels erfand, fraglos übernehmen. (So zum Beispiel auch das Zitat von Illia Ehrenburg, in dem jener die Sowjetarmee dazu auffordert, die deutschen Frauen zu vergewaltigen. Daß Ehrenburg das getan hat, dagegen spricht alles. Dafür spricht nur die Nazi-Propaganda, die als alleiniger Zeuge für unsere Medien offenbar sehr integer zu sein scheint.)

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 Betreff des Beitrags: Re: Zitate von Stalin?
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:28 

Beiträge: 141
Das erste Zitat gehört zum klassischen Kanon der Stalin-Zitate. Ob wahr oder nicht, kann ich nicht sagen.
Beim zweiten Zitat habe ich meine Zweifel. Es hört sich viel zu sehr nach Mark Twain an. Noch mehr hört es sich nach einer Polemik von Lenin an. Das dritte Zitat habe ich bisher nur ein einziges mal gehört und auf jeden Fall nicht im Zusammenhang mit Stalin.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitate von Stalin?
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:28 
Literat

Beiträge: 2947
Das zweite kann durchaus von Stalin sein. Lenin hat den gleichen Sachverhalt in seiner Bahnhofs-Metapher ausgedrückt. Wieso zweifelst du das erste Zitat nicht an, das zweite aber?

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 Betreff des Beitrags: Re: Zitate von Stalin?
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:28 
Moderator

Beiträge: 384
"Wie viele Divisionen hat der Papst?" soll er anlässlich der Konferenz von Jalta gesagt haben.
Das zweite klingt zwar nicht unbedingt nach Stalin, aber Stalin kannte die Deutschen, entgegen vieler Behauptungen, nicht unbedingt schlecht. Ich find Lenins Bahnhof-Zitat witziger, wie auch immer.

Das erste hört man wirklich immer wieder, aber auch ich habe noch nicht rausbekommen, wo das stehen soll. Falls es überhaupt stehen sollte, könnte ich mir das Zitat nur so erklären: Es wird immer so hingestellt, als habe Stalin ausdrücken wollen, daß ihn der Tod von Millionen, der eben jene Anonymität hat, die einem einzelnen Mord abgeht, kalt lasse. Demzufolge tun wir gut daran, solange wir es nicht besser wissen, die Interpretation von der anderen Seite zu beginnen. Stalin, wir wissen es, war zu Kriegsbeginn ganz schön fertig mit den Nerven, nur kurz, aber es nagte an ihm. Auch andere Aktionen und Worte Stalins zeigen, daß er die Barbarei verabscheute. Aus dem Satz "Der Tod eines einzelnen Mannes ist eine Tragödie, aber der Tod von Millionen nur eine Statistik." könnte man genausogut tiefes Bedauern lesen, meine ich. Stalin wusste natürlich, daß der Tod von Millionen eine noch größere Tragödie ist, aber er wusste auch, daß sowas in der Geschichte einen anderen Stellenwert hat. Millionen Tote, von denen liest man nur die Zahlen, sie gehen in der Geschichte unter, im Gegensatz zu wichtigen Einzelpersonen.

Ich drücke mich etwas kompliziert aus. Ist zu verstehen, was ich meine?


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitate von Stalin?
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:29 
Literat

Beiträge: 2947
Ich habe oben schon alles Wesentliche zu diesem "Zitat" geschrieben. Aber nochmal: 1. Er hat es nicht gesagt, den keiner gibt eine Quelle an. 2. Er kann es nicht gesagt habe, weil das a) nicht seine Meinung war und er b), selbst wenn es seine Meinung gewesen wäre, das nicht gesagt hätte.
Wenn er etwas in diese Richtung gesagt hat, dann höchstens so: Der Tod eines einzelnen Mannes ist eine Tragödie, der Tod von Millionen erscheint bei vielen nur noch als Statistik. In dieser Diktion ist der Vorwurf nicht zu überhören.
Ferner verstehe ich nicht, wo du die Information herhast, daß Stalin "ganz schön fertig mit den Nerven" gewesen sein soll. Schukow nennt ihn "niedergeschlagen" und betont ausdrücklich, daß er das nur in den Morgenstunden des 22. Juni 1941 war. Schukow beschreibt diesen Tag zeimlich ausführlich. Daraus geht hervor, daß Stalin seine Niedergeschlagenheit nicht am kühlen Denken und entschlossenem Handeln gehindert hat. Zu keiner Zeit je hat Stalin die Beherrschung verloren, dergestalt, daß er solches Zweug erzählt hätte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Zitate von Stalin?
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:29 
Moderator

Beiträge: 384
Das habe ich nicht gesagt. Ich sagte nicht, daß der Beginn des Krieges ihn zu solchen Aussagen veranlasst hätte. Ich habe das nur angeführt, um zu zeigen, daß er den Krieg verabscheut hat, was wir sowieso wissen, aber nur nochmal als kleine Psychoanalyse.
"fertig mit den Nerven" heisst bei mir "niedergeschlagen sein". Ein und dasselbe. Ich wollte nicht ausdrücken, daß er jemals einen Nervenzusammenbruch gehabt hätte oder sowas. Vom "Verlieren der Beherrschung" rede ich nicht, in der Politik sowieso sehr selten.



Quote:
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Wenn er etwas in diese Richtung gesagt hat, dann höchstens so: Der Tod eines einzelnen Mannes ist eine Tragödie, der Tod von Millionen erscheint bei vielen nur noch als Statistik. In dieser Diktion ist der Vorwurf nicht zu überhören.
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Ja, sowas wollte ich auch ausdrücken. Ich habe es "Bedauern" genannt, bei dir heisst es "Vorwurf". Wir meinen aber letztendlich, glaube ich, dasselbe.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitate von Stalin?
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:29 

Beiträge: 46
Folgendes Zitat habe ich gefunden, ohne Quellenangabe:
"Genossen, es ist nicht wichtig, wie das Volk wählt, es ist wichtig, wer die Stimmen zählt."
Weiss jemand wann er es in welchem Zusammenhang gesagt haben soll?


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitate von Stalin?
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:30 
Administrator
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Beiträge: 4023
Hier steht das Zitat:
http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/481/43438/

Ohne Quellenangabe. Also sinnlos.

Grünhorn: Ich war mal so frei, Deine Signatur zu löschen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Zitate von Stalin?
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:30 

Beiträge: 46
Ja, in der Süddeutschen habe ich es auch gefunden, aber davor auf Englisch hier:
http://www.soviet-empire.com/ussr/viewtopic.php?t=34446
(Banner von "Nikita")


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