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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 15:07 

Beiträge: 46
Geschrieben: 04.01.2005 20:40

Man schaue sich den bürgerlichen Drecksstall an und gleichzeitig denke man an STALINS goldene Worte.
Unser Genosse J. W. STALIN auf dem 19. Parteitag:

Zitat:
Früher leistete es sich die Bourgeoisie, sich liberal aufzuspielen;
sie trat für bürgerlich-demokratische Freiheiten ein
und erwarb sich damit Popularität im Volke. Jetzt ist von Liberalismus
auch nicht eine Spur geblieben. Es gibt keine sogenannte
„Freiheit der Persönlichkeit" mehr - die Rechte der
Persönlichkeit werden jetzt nur bei denen anerkannt, die Kapital
besitzen, alle übrigen Bürger aber werden als menschlicher
Rohstoff betrachtet, der nur zur Ausbeutung taugt. In den
Staub getreten ist das Prinzip der Gleichberechtigung der Menschen
und Nationen, es ist ersetzt durch das Prinzip der vollen
Rechte für die ausbeutende Minderheit under Rechtlosigkeit
der ausgebeuteten Mehrheit der Bürger. Das Banner der bürgerlich-
demokratischen Freiheiten ist über Bord geworfen. Ich
denke, daß Sie, die Vertreter der kommunistischen und demokratischen
Parteien, dieses Banner werden erheben und vorantragen
müssen, wenn Sie die Mehrheit des Volkes um sich sammeln
wollen. Es gibt sonst niemand, der es erheben könnte.
(Stürmischer Beifall.)


Schlußfolgerung: Wir Kommunisten, im Sinne von Lenin und Stalin haben den historischen Auftrag des Schutzes und Erhaltung der bürgerlichem Freiheitsrechte. Max Reimmann hat das sinngemäß auf die brd übertragen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 15:08 
Administrator
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Beiträge: 4023
Schon im ersten Band Stalins ist mir aufgefallen, wieviele von dem, was er gesagt hat, heute noch aktuell ist. Das war manchmal schon fast erschreckend. Also ob er für 100 Jahre später geschrieben hat.
Deshalb kann und muss man sagen: Stalin ist aktueller den je!

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 15:08 

Beiträge: 46
So treffsicher und klar. Das ist für mich solch eine Freude seine Werke zu lesen, da wird der Kopf gereinigt vom täglichen Medienmüll. Die scharfe Logik, die fehlerfreie Diktion, die Widerspruchsfreiheit und vor allen Dingen die Einfachheit alles ist genial.
Jeder sollte Genossen STALIN lesen, anstatt das böswillige Gehetze der bürgerlichen Presse zu glauben


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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 15:09 
Held der Arbeit
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Beiträge: 286
aber auch marx, engels und lenin! und natürlich alle anderen großen fortschrittlichen persönlichkeiten!

stalin habe ich selbst bis jetzt eher wenig gelesen.

mehr werke von marx und lenin.

auch da ist die aktualität der reden, analysen, briefe, etc. schon fast beängstigend!

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Bild N + A Bild


Bild ich liebe die liebe, die liebe liebt mich. und die, die ich liebe, die liebt auch mich! Bild


Otto Grotewohl, Ministerpräsident der DDR, zum 17. Juni 1953:
"Viele klassenbewußte Arbeiter, die Zeugen der Ereignisse des 17. Juni waren, erklärten: Wir haben manchen Streik erlebt, aber wo Arbeiterheime zerstört, volkseigene Geschäfte geplündert und rote Fahnen heruntergerissen und verbrannt werden, dort kann von einem Kampf um Arbeiterinteressen nicht mehr die Rede sein, dort ist der Klassenfeind am Werk."
("Otto Grotewohl - Im Kampf und die einige Deutsche Demokratische Republik - Reden und Aufsätze, Auswahl aus den Jahren 1945-1953", Dietz Verlag Berlin, 1954, Band III, S. 436/437)


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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 15:10 
Literat

Beiträge: 2947
Ich denke aber, Stalin ist einfacher zu lesen, sicherlich auch, weil er von der Klassikern der erste wirkliche Praktiker war.

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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 15:11 
Literat

Beiträge: 2947
Zitat:
Widerspruchsfreiheit


Widerspruchsfreiheit ist das ja nicht. Die Realität ist voller Widersprüche. Eine Theorie ist nicht gut, die das übergeht. Stalin arbeitet mit Widersprüchen und ist aber nicht widersinnig.

Der klügste Erdbewohner aller Zeiten, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, hat die grandiose Endeckung gemacht, daß Widerspruch nicht gleich Widersinn ist. Ich sage das jetzt mit meinen Worten, sagte ich es mit denen Hegels, dann würde mich hier keiner verstehen. Hegel hat die Menschheit aus einem großen geistigen Dilemma geführt. Seither kennen wir einen Unterschied zwischen Widerspruch und Widersinn.

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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 15:12 

Beiträge: 71
Zitat:
Der klügste Erdbewohner aller Zeiten, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, hat die grandiose Endeckung gemacht, daß Widerspruch nicht gleich Widersinn ist.

Sehr grandiose Entdeckung, wirklich!

Übrigens, wie kannst du dir sicher sein, dass nichts widerspruchsfrei ist?


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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 15:13 

Beiträge: 141
Da fallen mir nur die unsterblichen Zeilen der kongenialen Dichter ein:

Text & Musik: Martin Simon und Götz Widmann

Hm........................F#dur..................Hm
Nach Marx las ich dann Hegel.
...........F#dur..................Hm
Und bei Hegel stand die Regel:
...........F#dur..................Hm
alles, was sich widerspricht,
...........F#dur..................Hm
widerspricht sich letztlich nicht,
...........F#dur..................Hm
aus den Zwein entsteht das Dritte,
...........F#dur..................Hm
aber such nicht nur die Mitte.

Hm
Es gibt da oft was obendran,
...........F#dur..................Hm
das beide dann vereinen kann.
Hm
Es gibt da oft was obendran,
...........F#dur..................Hm
das beide dann vereinen kann.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 15:13 
Moderator

Beiträge: 384
Auweia, Pytro, was war denn das jetzt wieder für ein Einschub?

Nur, weil mal einer behauptet hat, es gäbe einen größeren Denker als Harun Yahya...

Zumal Numa auch, sofern ich das jetzt nicht mehrmals überlesen habe, gar nirgendwo geschrieben hat, daß nichts widerspruchsfrei sei. Daß die Realität voller Widersprüche steckt, heißt wohl kaum, daß sie hundertprozentig widersprüchlich ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 15:14 

Beiträge: 46
Ich meine damit die logische Widerspruchsfreiheit, dass unser Genosse Stalin in allem was er sagt, keine logischen Widersprüche aufweist.
Objektive Widersprüche sind doch hierbei nicht von mir gemeint. Zum Beispiel, wenn man heute die bürgerliche Ökonomen hört, wie sie die Hartzreformen begründen, so ist das doch voll von Selbstwidersprechungen.
Das meine ich damit, wenn ich die stalinschen Texte lese, sie sind durchgehend stringent, in sich schlüssig und widerspiegeln unsere heutige gesellschaftliche Realität voll und ganz.
Die Werke von Genossen Stalin sind für uns ein wertvoller Besitz und sie werden in Zukunft neben Marx und Lenin unser wichtigstes Handwerkzeug sein.

W-O-D


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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 15:15 

Beiträge: 46
Zitat:
Mag sein, sie ist etwas zäh, aber sie kommt voran und darauf kommt es an.

Das stimmt nicht ganz, er ist flüssig und ganz klar verständlich.
Hegel ist zwar sehr bedeutend, aber man man darf ihn auch nicht überschätzen. Das was Du, lieber NumaPompilius, über ihn sagst, würde ich nur für das Gigantenquartett "MARX-ENGELS-LENIN-STALIN" gelten lassen.
Nur sie allein sind diejenigen, die dem Attribut "klügste Erdbewohner aller Zeiten" würdig entsprechen können.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 15:16 
Literat

Beiträge: 2947
ich habe schon verstanden, was du meinst. Aber der Sprachgebrauch ist hier sehr wichtig. Auch die Marxisten haben, nebenbeigesagt, darauf sehr großen Wert gelegt. So zum Beispiel Engels gegenüber Düring. Wenn du von "logischer Widerspruchsfreiheit" redest, scheinst du dich auf die formale Logik beziehen. In dieser Disziplin ist Widerspruch tatsächlich gleich Widersinn. Genau hier liegt die Grenze von Kant, der feststellte, daß es unlösbare Widerspruche (Antinomien) gibt und daraus den Schluß zog, daß wir die Welt nicht erkennen können. Hegel hat diese Krise überwunden, in dem er den Widerspruch als objektiv erkannt hat. Die neuere Naturwissenschaft, spätestens seit Planck und Einstein, hat Hegel dann auch recht gegeben. Darwin hat Hegel recht gegeben. Marx sowieso. Hegel hat das alles im allgemeinen vorweggenommen, was später im besonderen erforscht oder erdacht worden ist. Es gibt nur einen Philosophen, der eine vergleichbar große Rolle in der Geschichte des Denkens einnimmt: Aristoteles. Die Hegelrezeption steht gerade mal an ihrem Anfang.

Ich hoffe, lieber Pytro, du hast das oben aufmerksam gelesen. Du solltest nicht den Fehler machen, Dinge nach dem Hörensagen zu beurteilen. Der Widerspruch in der Realität bedeutet nicht, daß die Welt zerissen und ohne Gesetze sei. Gerade das bedeutet er nicht. Er verbessert ja die formale Logik, die in Erklärungsnot geraten war. Das reine Sein und das reine Nichts sind von voneinander durch nichts verschieden. Beide haben in sich und nach außen hin keinen Unterschied, wesgwegen sie identisch sind. Daraus folgt, daß sie die Seiten einer dritten Größe sind: dem Werden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 16:15 
Literat

Beiträge: 2947
Zitat:
Die Werke von Genossen Stalin sind für uns ein wertvoller Besitz und sie werden in Zukunft neben Marx und Lenin unser wichtigstes Handwerkzeug sein.

Nur mal so aus Interesse: Bist du eigentlich auch in der Lage, einen Beitrag zu verfassen, der nicht wie ein Mischung klingt aus katholischem Gottesdienst, Pioniernachmittag und kallinischer Kampfparainese?

Zitat:
Hegel ist zwar sehr bedeutend, aber man man darf ihn auch nicht überschätzen. Das was Du, lieber NumaPompilius, über ihn sagst, würde ich nur für das Gigantenquartett "MARX-ENGELS-LENIN-STALIN" gelten lassen.
Nur sie allein sind diejenigen, die dem Attribut "klügste Erdbewohner aller Zeiten" würdig entsprechen können.

Sehe ich anders. So unterschiedlich können die Meinungen sein. Aber vielleicht haben wir einfach nur unterschiedlich Leseerfahrungen.
Wenn ich, zum Beispiel, Stalins Äußerungen über Philosophie lese, fällt es mir schwer, darin einen im Vergleich zu Hegel höheren geistigen Ort zu erkennen. Man sollte nicht vergessen, daß das Denken Lenins und Stalins ganz klar von politischen Zwecken bestimmt war. Folglich ist ihre Art der Weltaneignung eine andere als die wissenschaftliche.
Auch wird man nicht umhinkommen zu bemerken, daß Lenins und Stalins Leistungen vorwiegend auf dem Gebiet der Anwendung (und zwar in Theorie und Praxis) liegen. Deswegen ist das alles nicht so richtig zu vergleichen.
Auch sind die vier untereinander nicht wirklich gleichwertig.
Und schließlich gibt es eine ganz Reihe großer Gestalten, die sich auf dem von Marx vorgegeben Niveau befinden. Und in dieser höchstexklusiven Gesellschaft ist wieder Hegel der Herausragendste.

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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 16:15 

Beiträge: 9
An NumaPompilius! Das reine Sein? Das reine Nichts? Was verbirgt sich dahinter? Erkläre es mir mit einfachen Worten, so daß ich's verstehe. ...Bin philosophisch leider nicht so bewandert. Würde mich aber sehr interessieren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 16:17 
Literat

Beiträge: 2947
Willkommen im Forum,

zu deiner Frage: Wenn es einfach zu erklären wäre, hätte Hegel es getan. Ich kann es versuchen, aber da wird einiges verloren gehen.

Das reine Sein ist bei Hegel ohne jede konkrete Bestimmung. Das, was existiert, heißt bei ihm Dasein.
Das Sein stelle man sich am besten unter dem Begriff "Alles" vor. Man denke sich die Welt, wie sie ist, nimmt alles hinzu, was jemals in ihr war und jemals werden wird, sowie alles, was jemals hätte sein können. Dann hat man eine Vorstellung vom Sein. Dieses Sein unterscheidet sich von nichts anderem (weil es ja alles in sich enthält) und ist auch in sich nicht unterschieden, weil es ja - wie alles - mit sich selbst eine Identiät bildet. Diese beiden Eigenschaften teilt das Sein mit dem Nichts. Hegel sagt: Sein und Nichts sind identisch. Sie sind absolute Identität und absoluter Gegensatz. Und daher gehen sie ineinander über. Aus dem Sein und dem Nichts wird das Werden. Im Werden sind beide - Sein und Nichts - enthalten; oder besser: beide sind sind zu ihm aufgehoben.

Ich hoffe, ich war verständlich. Ich hatte das überhaupt nur erwähnt, weil Pytro mal wieder die ihm eigene Unkenntnis ausgebreitet hat.
Das Thema des Fadens ist aber ohnehin ein anderes.

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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 16:17 

Beiträge: 9
Hallo NumaPompilius! Du scheinst Dich viel mit Philosophie beschäftigt zu haben. Das ist sehr interessant, denn wie ich Dir schon schrieb, verstehe ich nicht so viel davon. Wenn ich Deinen Worten aber richtig gefolgt bin, so ist nirgendwo „Nichts“ und immer irgendwo etwas. Etwas, das sein muß oder das war oder das sein wird. Oder aber „Alles“ ist nichts. Aber warum kann ich mir dann „Alles“, aber nicht „Nichts“ vorstellen? Was zum Teufel ist „Nichts“, wenn „Alles“ nicht alles ist? Und wenn „Nichts“ nicht „Alles“ ist, welche Identität bildet dann „Nichts“ mit sich selbst, wenn „Nichts“ nichts ist? „Nichts“ muß also „Alles“ sein, oder „Alles“ befindet sich mit „Nichts“ im Gegensatz. „Alles“ befindet sich aber mit sich selbst im Gegensatz. Folglich kann „Nichts“ nicht sein, weil „Alles“ ist. Und wenn „Nichts“ doch ist, dann nur in unserm Kopf. Ist „Nichts“ ein Hirngespinst, daß wir brauchen, weil wir „Alles“ nicht erfassen können? Ist „Nichts“ alles das, was wir nicht wissen?
Ach, wer weiß. Ich muß jetzt zum Dienst, um mich ausbeuten zu lassen. Manchmal ist eben „Alles“ Scheiße. Ich wollt, wir hätten wieder Sozialismus. Da war irgendwie „Nichts“ Scheiße. *lach*

Bis demnächst. Ich wünsch’ Dir was.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 16:18 
Literat

Beiträge: 2947
Ich lache mich tot.
Du bist mir zwar gefolgt, aber nicht durchweg richtig, will sagen: Etwas hast du verstanden, aber keineswegs Alles. Dennoch auch wieder nicht Nichts.
Solche Wortspiele haben Unterhaltungswert. Aber mal im Ernst: Dieser Gedanke ist ein ganz zentraler Punkt in der Hegelschen Philosophie. Ohne ihn, und also ohne die Hegelsche Philosophie, wäre zum Beispiel die Marxsche Kapitalanalyse undenkbar.
Marxisten haben ihre eigenen Sorgen. Aber dennoch finde ich, daß es nicht schaden kann, gelegentlich über den Tellerrand zu sehen. Ich finde es traurig, daß viele Genossen einerseits ihr Wissen über die geistigen Vorläufer des Marxismus nur aus Sekundärbroschüren oder aus dem "Feuerbach" von Engels besitzen und dann aber meinen, Urteile über die Begrenztheit dieser Vorläufer abgeben zu können.
Da sind viele pseudoproletarische Ressentiments im Spiel. Dabei gibt es keinen Grund, sich für irgendwas zu schämen. Das Spätbürgertum lehnt Hegel durchweg ab als zu rational, zu systematisch, zu objektiv. Nicht nur deswegen ist uns Hegel im Kampf gegen die imperialistische Ideologie ein Verbündeter.
W-O-D hat oben geschrieben: "Wir Kommunisten, im Sinne von Lenin und Stalin haben den historischen Auftrag des Schutzes und Erhaltung der bürgerlichem Freiheitsrechte." Dasselbe läßt sich über die geistigen Erzeugnisse sagen, die am Beginn des bürgerlichen Zeitalters ihren Anfang hatten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 16:19 

Beiträge: 46
Unser Genosse Rugard Otto Gropp hat sich eingehend mit Hegel befasst, deshalb ist seine Kommentierung der Hegelschen Philosophie eine wertvolle Hilfe zum Verständnis. Ich finde Hegel wirklich sehr bedeutend und gerade deshalb sollte er aber auch nicht überschätzt werden.
Unter der Anleitung erfahrener Hegelkenner unter uns Kommunisten sollte ein Zugang möglich sein.

Für mich ist es sehr schwer, die phänomenologische Methode nach zu vollziehen. Ich begreife nicht die "Sache selbst", das Selbstsein von Mensch und Ding, als auch die Beziehung von Substanz und Subjekt.
Insbesondere der Zusammenhang von sinnlicher Gewißheit, mit "Dieses" und Meinen. Die Entsprechung zwischen Begriff und Gegenstand ist das Fragwürdige auf dem langen Weg des natürlichen Bewußtseins zur Philosophie. Das ist meine bittere Leseerfahrung aus der Begegnung mit PhdG.

Als einfacher Arbeiter ist es für mich sehr schwer ohne Hilfe unserer Klassiker und erfahrener Kommunisten diese schwierige Materie zu verstehen.
Das Ziel ist doch, dass wir durch dieses Studium zum Klassenkampf gerüstet werden und uns nicht mit Nebenfragen verzetteln.

W-O-D


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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 16:21 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
oh mann wenn ich das hier lese, merke ich wie ungebildet ich doch bin (und doch gebildeter als die meißten paderborner).
sollte mich auch mal mehr mit hegel oder philosophie an sich befassen.

PS: herzlich willkommen im forum Dajana. endlich mal ein weibliches forumsmitglied hier.

_________________
Pole Pole Mzungu. Welcome to Tanzania, the land where dead cows are lying and dogs are flying. But be careful of the ju-wai-biems. Now let's search for some Schtonetools and after that let's go to Tohu-Wa-Bohu (also known as Mto-Wa-Mbu/Moskitotown)


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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 16:26 
Literat

Beiträge: 2947
Jetzt bist du nicht mehr die Henne im Korb, Sergej.

@WOD
Die "Entsprechung" von Bewußtsein und Gegenstand in Hegels PdG ist nicht fragwürdig, sondern ganz leicht zu begreifen, wenn man sich klarmacht, daß der Gegenstand des Bewußtseins der Bewußtseinsinhalt ist. Die Beschaffenheit des Gegenstandes außerhalb des Bewußtseins ist im Rahmen der PdG außer Betracht, weil ihre Aufgabe ja die Untersuchung der Erfahrungen des Bewußtseins ist.

Die Sache mit dem Klassenkampf sehe ich ähnlich, aber ich teile nicht deine Ansicht, daß Philosophie eine Nebenfrage ist. Warum hat Lenin sich mitten in der revolutionären Depression (also einer Phase, die mit unserer vergleichbar ist) hingesetzt und den Wälzer "Materialismus und Empiriokritizismus" geschrieben? Fragen der Erkenntnistheorie muß man frühzeitig studieren, weil man es nicht dem Zufall überlassen darf, zu welchen Erkenntnissen man kommt.
Mach dir übrigens keine Sorgen, denn weder du noch ich überschätzen Hegel (- jeweils aus verschiedenen Gründen).

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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 16:27 

Beiträge: 46
Es ist wichtig, dass die Arbeiteklasse sich ihrer Lage und ihrer Rolle bewußt wird. Dazu werden natürlich die Klassiker benötigt. Warum sollte ein Arbeiter denn Hegel lesen? Es ist doch viel besser wenn er "Lohnarbeit und Kapital" versteht und den "Imperialismus als höchstes Stadium" in seiner Tasche trägt und ihn (Engels sowie Lenin) immer und immer wieder liest.
Das ist nicht gegen die Philosophie gerichtet, aber die Bewußtheit der Arbeiterklasse kommt nicht aus der Kenntnis der Geschichte der Philosophie sondern einzig und allein aus dem Verstehen seiner eigenen praktischen Lage durch die Lektüre und das Studium des Gigantenquartetts MARX-ENGELS-LENIN-STALIN.
Der Arbeitslose in der Agentur für Arbeit legt die Bildzeitung weg und wird sich seiner Lage erst dann bewußt, wenn er durch die marxistisch-leninistische Methode begreift, dass seine eigene individuelle Not die "Notwendige Bedingung" für den Reichtum der Kapitalisten ("besserverdienenden Leistungsträger") ist. Arbeitslosigkeit ist dann richtig verstanden! Das steht auf der Tagesordnung, die klassenmäßige Wertung aller uns betreffenden Erscheinungen. In dem Moment fühlt sich der Arbeitslose als Angehöriger der Arbeiterklasse und erkennt sein Interesse. Ohne den Umweg über Hegel gleich auf den Punkt gebracht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 16:28 
Literat

Beiträge: 2947
Zum einen geht es nicht nur darum, was "der Arbeiter" braucht. Zum anderen gibt es nicht "den Arbeiter". Es geht nicht darum, daß alle Arbeiter Hegel lesen müssen, sondern darum, daß man ihnen - zum Beispiel als Funktionär der Arbeiterbewegung - beibringt, daß Erkenntnistheorie keine leere Denkgymnastik ist.
Ferner muß man unterscheiden, worum es geht. Wenn ich die Wichtigkeit des kulturellen Erbes unterstreiche, dann tue ich das nicht von den vorrevolutionären Bedingungen des Klassenkampfes ausgehend, sondern eben gerade, weil ich die Anforderungen zur Errichtung der neuen Gesellschaftsordnung im Auge habe. Ein sozialistisches Bildungssystem sollte das Ideal des allseitig gebildeten Menschen zur Grundlage haben. Gebildet nicht nur in der Philosophie, sondern auch in den Naturwissenschaften, den Gesellschaftswissenschaften und den Schönen Künsten. Diese Aufgabe ist seinerzeit in der DDR so gut wie möglich erfüllt worden und so soll es auch wieder sein.

Aber ganz abgesehen davon: Jemand, der Anspruch erhebt am ideologischen Diskurs teilzunehmen, sollte die Gegenstände der Verhandlung aus eigener Anschauung kennen und da gilt, daß 1. die vier Giganten untereinander keineswegs gleichwertig sind und 2. es nicht ausreicht, allein sie zu studieren.

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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 16:29 
Literat

Beiträge: 2947
Ein Frage an W-O-D, weil du Gropp erwähnt hast.
Hast du eine Buchausgabe, Broschüre von Gropp, in der der Artikel "Die marxistische dialektische Methode und ihr Gegensatz zur idealistischen Dialektik Hegels"?
Der Artikel erschien zuerst in der "Deutschen Zeitschrift für Philosophie". Aber den Jahrgang 1954 gibt es nur geschlossen, was mir zu teuer ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 16:29 

Beiträge: 9
Also, ich kann W-O-D verstehen. Sicherlich, es ist schön, wenn sich Arbeiter im Sozialismus allseitig bilden können. Im Sozialismus! Das heißt, daß sich die Welt vorher erst einmal grundlegend ändern muß. Denn nach wie vor befindet sich der Arbeiter im tiefsten geistigen Mittelalter. Und wolle man ihn wieder zum Barbaren machen, fiele es der bürgerlichen Verdummungsmaschinerie nicht allzu schwer. Da, wo er jetzt sein Dasein fristet, wird man ihn also nur ungern über den Rand der Bildzeitung blicken lassen.
Natürlich ist Erkenntnistheorie etwas sehr, sehr Wichtiges. Aber der Marxismus/Leninismus ist der Erkenntnistheorie alles andere als feindlich gesinnt. Im Gegenteil, als eigenständige Wissenschaft schuf er sich sogar eine eigene revolutionäre Philosophie, damit der Arbeiter seine soziale Lage eben nicht mehr nur erkennt, damit er die Welt eben nicht mehr nur interpretiert, sondern damit er sie auch in seinem Sinne revolutionär verändern kann, so wie es Marx in der bekanntesten seiner Feuerbachthesen konstatierte.
Es ist also leider so, daß sich der Arbeiter erst einmal eine wissenschaftliche Weltanschauung aneignen muß, bevor er sich die Freiheit nehmen kann, sich mit seinem kulturellen Erbe zu beschäftigen. Wir können das Pferd also nicht von hinten aufzäumen. Sich mit Hegel zu beschäftigen, diesem geistigen Giganten, der am Ende seines Lebens auch nur feststellen mußte, daß ihn doch keiner richtig verstanden hatte, hieße ein Leben lang zu studieren und im Alter schwach sowie der Veränderung der Welt nicht mehr gewachsen zu sein. Die Welt wird von der Jugend erobert! Und warum nicht Marxismus/Leninismus, diese großartige revolutionäre Theorie der Arbeiterklasse. In ihr ist die Philosophie zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit nicht mehr nur eine Philosophie Privilegierter, sondern eine Philosophie aller werktätigen Menschen geworden.

Warum soll es eigentlich den Arbeiter nicht mehr geben? Erkläre es mir, NumaPompilius! Warum soll es den Angehörigen jener großen Menschengruppe nicht mehr geben, die sich unterscheidet von andern Menschengruppen „...nach ihrem Platz in einem geschichtlich bestimmten System der gesellschaftlichen Produktion, nach ihrem (größtenteils in Gesetzen fixierten und formulierten) Verhältnissen zu den Produktionsmitteln, nach ihrer Rolle in der gesellschaftlichen Organisation der Arbeit und folglich nach der Art der Erlangung und der Größe des Anteils am gesellschaftlichen Reichtum, über den sie verfügen“?

Sicherlich! Nicht nur Marx, Engels, Lenin und Stalin. Aber ohne sie wäre unsere wissenschaftlich revolutionäre Theorie nicht die Henkersmalzeit der Arbeiter für ihre Ausbeuter, sondern eine Suppe ohne Salz und Pfeffer.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bürgerliche Demokratie
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 16:44 
Literat

Beiträge: 2947
Was du sagst, ist ja richtig, aber begonnen hat die Diskussion damit, daß ich Hegels wirklichen Rang in einem Nebensatz angedeutet habe und daß W-O-D meinte, daß ich ihn überschätze. Die Frage, was für die Mehrheit der Arbeiter zu lesen ist, ist erst später aufgekommen. In dieser Frage habe ich dann entgegnet, muß man unterscheiden zwischen den vor- und nachrevolutionären Bedingungen. In diesem Zusammenhang habe ich behauptet: Es gibt nicht "den Arbeiter". Ich habe nicht behauptet, es gäbe keine Arbeiter mehr, sondern (die Betonung liegt auf "den"), daß es nicht möglich ist, in einer knappen Formel zu fassen, was "der Arbeiter" will oder braucht, daß also die Bedürfnisse, die Möglichkeiten und Notwendigkeiten unterschiedlicher Menschen durchaus - nunja - unterschiedlich sind. Deshalb gibt es nicht "den Arbeiter". Abgeschlossen habe ich dann das Ganze mit der Feststellung, daß jemand mit ideologischen oder wissenschaftlichen Ambitionen sehr wohl kennen muß, worüber er urteilt.

Man sieht, daß wir im Grunde keine Meinungsverschiedenheiten haben, jedenfalls nicht von meiner Seite aus.

Ich kann ja nun aber nicht so tun, als wüßte ich nicht, was ich weiß. Wenn man sich das geistige Fundament der Menschheit als einen Bau vorstellt, dann hat zum allergrößten Teil Aristoteles das Erdgeschoß gebaut, während Hegel zum großen Teil den Bau der ersten Etage besorgte. Marx war am Bau der ersten Etage ebenfalls beteiligt. Ebenso Darwin und Einstein. Die Genialität des Aristoteles besteht darin, daß er sein Stockwerk praktisch alleine gebaut hat. Hegels Genialität besteht darin, daß er den Boden der ersten Etage besorgt hat, denn der Bau einer ersten Etage ist durchaus komplizierter als der Bau des Erdgeschosses. Ich will das Bild nicht überbemühen, hoffe aber, mich so verständlich gemacht zu haben.
Nur, um mal ein wenig ins Wespennest zu stechen: Das Thema ist allein schwierig genug und zum richtigen Verständnis sind zum Beispiel die Äußerungen Stalins keine gute Grundlage, weil sie im wesentlichen politische Zwecke erfüllen sollten.

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