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 Betreff des Beitrags: Umweltprobleme in der Sowjetunion-ein Erbe Stalins?
BeitragVerfasst: So 25. Mär 2007, 01:44 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
Man kennt ja die großen Umweltprobleme in den Staaten der ehemaligen UdSSR. Sei es der Aral- oder Baikalsee, die Taiga, Tschenobyl u. a. katastrophale Umweltschäden.
Die Ursprünge dieser Schäden sind aber nicht nur in den letzten 10 Jahren zu finden - nein die gab es auch in der revisionistisch entarteten Sowjetunion unter der Führung Chruschtschows, Breschnews und Gorbatschows. Letzter hat sogar Stalin zum Hauptschuldigen für die Umweltschäden gemacht. Was ist davon zu halten?
Nun bevor ich das kläre, mache ich mal kurz einen Exkurs in die Zarenzeit:
Es ist im allgemeinen bekannt, dass die Adligen Damen und Herren nicht gerade schonend und nachhaltig mit den natürlichen Ressourcen des Russischen Reiches umgingen.
Z.B. führte exzessiver Holzexport zu einer regelrechten Entwaldung ganzer Gebiete. Natürlich hatte die Petersburger Adelsclique "besseres" zu tun als sich um die Wiederaufforstung zu kümmern.
Die folgen waren aber katastrophal:
Zerschluchtung und Abschwemmung des fruchtbaren Schwarzerdebodens, Flugsandbildung, Senkung des Grundwasserspiegels führten zur Zerstörung weiter fruchtbarer Gebiete, zu periodisch wiederkehrenden Dürren, Missernten und Hungersnöten. Durch die fehlenden Waldgebiete konnten die trockenen Winterwinde aus Sibirien ungehindert die schützende Schneedecke der Wintersaat wegfegen, so dass die Durchtränkung der erde durch das Schmelzwasser im Frühjahr ausblieb. Im Sommer waren die Felder gegen die heißen, aus den Steppen Mittelasiens kommenden Ostwinde ohne Schutz.
Schon vor 1917 hatte der russ. Wissenschaftler Dokutschajew Experimente mit Waldschutzstreifen unternommen. Aber die Sowjetmacht gab seine Schriften neu heraus und setzte die Pläne in die Praxis um.
Mit der Anlage von Waldschutzstreifen wurde eine Waffe geschaffen. Um die Heftigkeit der Winde zu brechen, wurde ein riesiges natürliches Wasserreservoir angelegt, was als riesiger Wasserspeicher fungierte.
Auf Feldern, die der Wald schützte, konnte schon bald eine Ernte erzielt werden, die 3 bis 4 mal größer war als auf Fluren ohne Waldschutzstreifen.
Hier haben wir eine "Missetat" der stalinschen Umweltpolitik!
Ich will schon gar nicht reden von der schweren Missetat, dass im Jahr 1949 allein 70000 Spezialisten für Waldpflanzungen ausgebildet wurden!
Die Austrocknung fruchtbarer Böden und die Versteppung von Wäldern war also ein Erbe des Zarismus.
Seit Liebig glaubte man, dass sinkende Bodenfruchtbarkeit allein auf den Entzug mineralischer Substanzen zurückzuführen sei. Auch ein Wechsel der Frucht halte die Abnahme der Fruchtbarkeit nicht auf. Der Moskauer Agrarwissenschaftler W. Wiljams stellte diese These in Frage. Er fand heraus, dass die Bodenbildung nicht nur das Produkt eines geografisch-klimatischen Prozesses ist, sondern auch von der Evolution und Tätigkeit von Organismen, besonders Pflanzen, abhängt. Er entwickelte das >>Grasfeldersystem<<, bei dem die allgemeine Fruchtfolge durch die aussaht mehrjähriger Gräser unterbrochen wurde. Deren biologisches Verhalten und Wurzelsystem förderte die Humusbildung und hielt die Versteppung auf. Wieder eine "Missetat" der stalinschen Umweltpolitik!
Aber wie sah es weiter mit der Umweltpolitik Stalins aus? Wo waren die "Übel" dieser Politik zu suchen? Etwa nur bei Spezialisten wie Dokutschajew oder Wiljams? Nein, in der Sowjetunion Stalins gab es eine neue Methode der Wissenschaft.
Unter der Diktatur des Proletariats hatte sich ein vertrauensvolles zusammenarbeiten von Bauern/Arbeitern einerseits und Spezialisten/Akademikern andererseits entwickelt: der gigantische Reichtum der bäuerlichen Naturbeobachtung wurde mit wissenschaftlichen Fachkenntnissen kombiniert und fruchteten sich wechselseitig. Das Geheimnis dabei war ganz einfach: man schickte Bauernkinder auf Universitäten! (wo konnte man das schon zu der zeit?)

Am 28.oktober 1948 nahm der Ministerrat der UdSSR den großen Stalin-Plan zur Umgestaltung der Natur an.
Der Plan sah die Anlage von Waldschutzpflanzungen, die Verankerung des Fruchtfolgesystems, die Anlage von Teichen und Kanälen zur Sicherung höherer und stabiler Ernten in den Steppen und Waldsteppengebieten des europäischen teils der UdSSR vor (es war ein gebiet von 160 Mio. Hektar).
Und dieser Plan wurde anfangs in die Tat umgesetzt. die Waldschutzgürtel zogen in einer achtfachen Staffelung in einer Gesamtlänge von 5300km zw. Ural und Kaspisenke hin. Die Wolga wurde zu einem See von 600km Länge und 33km Breite aufgestaut. Bis 1952 war ein Drittel des Waldaufforstungsplanes erfüllt. Am 31.Mai 1952 wurde der Wolga-Don-Kanal eröffnet.
Jedes ähnliche Vorhaben kapitalistischer Länder teilt das traurige Schicksal des Planes von Roosevelt von 1934 mit der Anlage von Waldschutzstreifen in den USA, das so kläglich scheiterte.
Ein Vergleich zw. den Plänen Roosevelts und Stalins verdeutlicht, was bewusstes Handeln im Kollektiv leistet und zu welchem Dilletantismus die Anarchie der Produktion führt.

Der Stalin-Plan sollte bis 1965 verwirklicht werden. aber seit Ende der 50er ist die Fähigkeit zum sinnvollen Umgang mit der Natur so ziemlich den Bach runter gegangen. Aus dem komplexen und schrittweisen, nicht leicht nachzuvollziehenden Übergang zum Kapitalismus in der UdSSR kam es u. a. zur Auflösung der Maschinen-Traktoren-Stationen um die wichtigsten Produktionsinstrumente an die Kollektivbauern zu verkaufen.
Daraus entwickelte sich der Wirkungsbereich der Warenzirkulation, denn ungeheuere Mengen von Produktionsinstrumenten der Landwirtschaft gerieten in die Warenzirkulation. Kann so was die Entwicklung zum Kommunismus fördern - definitiv nicht! (das war der Beginn der Perestroika)

Auf die folgen einer solchen Warenproduktion wies Engels hin:
" wenn der einzelne Fabrikant oder Kaufmann die fabrizierte oder eingekaufte Ware nur mit dem üblichen Profitchen verkauft, so ist er zufrieden und es kümmert ihn nicht, was nachher aus der Ware und dem Käufer wird. Ebenso mit den natürlichen Wirkungen derselben Handlungen.
Die spanischen Pflanzer in Kuba, die die Wälder an den abhängen niederbrannten und in der Asche Dünger genug für eine Generation höchst rentabler Kaffeebäume vorfanden - was lag ihnen daran, dass nachher die tropischen Regengüsse die nun schutzlose Dammerde herabschwemmten und nur nackten Fels hinterließen? Gegenüber der Natur wie der Gesellschaft kommt bei der heutigen Produktionsweise vorwiegend nur der erste handgreifliche Erfolg in Betracht; und dann wundert man sich noch, dass die entfernteren Nachwirkungen der hierauf gerichteten Handlungen ganz andere, meist entgegen gesetzte sind...." (Marx/Engels, Werke, Bd.20, S.455)
Woher kommen also die Umweltschäden in der Sowjetunion, von denen noch heute kaum welche behoben sind, va. weil die neue Regierung, das neue System gar nicht daran denkt hier was zu verändern?
Sie liegt im verrat des Sozialismus durch Chruschtschow und seiner Nachfolger - bei Lenin und Stalin wird man vergeblich suchen

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 Betreff des Beitrags: Re: Umweltprobleme in der Sowjetunion-ein Erbe Stalins?
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:07 

Beiträge: 164
na ja, fairer weise muß man sagen, das umwelttechnisch immer Fehler gemacht worden - auch unter Stalin!
Aber was hat Priorität? Der Sozialistische Aufbau wäre ohne die Fünfjahrespläne so schnell nicht erfolgreich gewesen - wenn auf jede Käferart, die irgendwo eine Population hat rücksicht genommen worden wäre, hätten diese Ziele scher nie erreicht werden können.
die Kriegsproduktion, sie was auch notwendig um den Sowjetstaat vor der faschistischen Agression zu schützen war es auch notwendig schnell und viel zu produzieren - es geht in vielen Situationen nicht anders als die Umwelt zu schröpfen.... oder auch der Krieg an sich, hätte man kapitulieren sollen, das die Deutschen Panzer bloß keine Grashalme umknicken?
Es soll aber nicht heißen, das ich den Raubbau an der Natur rechtfertige, ich bin der Meinung, das es durchaus möglich gewesen wäre, nach 1950 als der Sozialismus gefestigt war, sich mehr um die Umwelt zu kümmern - schließlich, kann die Natur ja ohne Menschen leben.....


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 Betreff des Beitrags: Re: Umweltprobleme in der Sowjetunion-ein Erbe Stalins?
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:09 
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Beiträge: 4023
Beim Aralsee ging es nicht nur um eine Käferart.

http://de.wikipedia.org/wiki/Aralsee

Aber fragt mich bitte nicht nach eine zufriedenstellenden Lösung.

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 Betreff des Beitrags: Re: Umweltprobleme in der Sowjetunion-ein Erbe Stalins?
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:09 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
klar geht der sozialistische aufbau vor den schutz irgendwelcher käferarten.
der text sollte nur aufzeigen, dass es acuh in den sozialistischen staaten umweltschutz gab. klaro gab es auch unter stalin umweltprobleme-doch das kann man weder stalin noch dem sozialismus in die schuhe schieben-in den 30er 40er jahren wusste man noch nicht viel über ökologische probleme-und führ unwissenheit kann man nicht bestraft werden-und trotzdem war die umweltpolitik der sowjetunion zur zeit stalin immer noch besser als in den imperialistischen staaten-und ich rede hier nicht über irgendwelchen schutz von käferarten, sondern um wahrhaft ökologische probleme, die auch dem menschen schaden

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