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 Betreff des Beitrags: Sozialfaschisten
BeitragVerfasst: So 25. Mär 2007, 01:09 
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Beiträge: 4023
Hier mal der Orginaltext aus den Werken Band 12.

POLITISCHER RECHENSCHAFTSBERICHT
DES ZENTRALKOMITEES
AN DEN XVI. PARTEITAG DER KPdSU(B)

27. Juni 1930

...

I
DIE WACHSENDE KRISE DES WELTKAPITALISMUS
UND DIE AUSSENPOLITISCHE STELLUNG DER UdSSR

...

2. Die Verschärfung der Gegensätze des Kapitalismus

d) Entblößt und verschärft haben sich die Gegensätze zwischen der Bourgeoisie und dem Proletariat in den kapitalistischen Ländern. Die Krise hat bereits zu verstärktem Druck der Kapitalisten auf die Arbeiterklasse geführt. Die Krise hat bereits eine neue Welle kapitalistischer Rationalisierung, eine neue Verschlechterung der Lage der Arbeiterklasse, Zunahme der Arbeitslosigkeit, Vermehrung des ständigen Arbeitslosenheeres und Lohnabbau ausgelöst. Es ist nicht verwunderlich, dass diese Umstände die Situation revolutionieren, den Kampf der Klassen verschärfen und die Arbeiter zu neuen Klassenschlachten drängen.
Im Zusammenhang damit werden die sozialdemokratischen Illusionen in den Arbeitermassen zerstört und beseitigt. Nach den Erfahrungen mit den Regierungen der Sozialdemokraten, die Streiks abwürgen, Aussperrungen organisieren und Arbeiter niederschießen, klingen die lügnerischen Versprechungen einer „Wirtschaftsdemokratie“, eines „Industriefriedens“ und „friedlicher Methoden“ des Kampfes in den Ohren der Arbeiter wie ein böser Hohn. Ob man jetzt noch viele Arbeiter finden wird, die willens sind, den verlogenen Predigten der Sozialfaschisten zu glauben? Die bekannten Arbeiterdemonstrationen am 1. August 1929 (gegen die Kriegsgefahr) und am 6. März 1930 (gegen die Arbeitslosigkeit) zeigen, dass die besten Elemente der Arbeiterklasse sich bereits von den Sozialfaschisten abgewandt haben. Die Wirtschaftskrise wird den sozialdemokratischen Illusionen unter den Arbeitern einen neuen Schlag versetzen. Es werden sich jetzt wenig Arbeiter finden, die nach den durch die Krise ausgelösten Wellen von Bankrott und Ruin gewillt sein werden, an die Möglichkeit der Bereicherung „jedes Arbeiters“ durch Beteiligung an „demokratisierten“ Aktiengesellschaften zu glauben. Es erübrigt sich zu sagen, dass die Krise allen diesen und ähnlichen Illusionen einen vernichtenden Schlag versetzen wird.
Aber die Abkehr der Arbeitermassen von der Sozialdemokratie bedeutet, dass sie sich dem Kommunismus zuwenden. So geschieht es auch tatsächlich. Das Anwachsen der der kommunistischen Partei nahe stehenden Gewerkschaftsbewegung; die Wahlerfolge der kommunistischen Parteien; die Welle von Streiks unter führender Beteiligung der Kommunisten; das Umschlagen wirtschaftlicher Streiks in politische, von den Kommunisten organisierte Protestaktionen; die Massendemonstrationen der mit dem Kommunismus sympathisierenden Arbeiter, die in der Arbeiterklasse den lebhaftesten Widerhall finden - alles das zeugt davon, dass die Arbeitermassen in der kommunistischen Partei die einzige Partei sehen, die fähig ist, den Kapitalismus zu bekämpfen, die einzige Partei, die des Vertrauens der Arbeiter würdig ist, die einzige Partei, der man im Kampf für die Befreiung vom Kapitalismus folgen kann, die es wert ist, dass man ihr folgt. Das ist eine Schwenkung der Massen zum Kommunismus. Es ist die Gewähr dafür, dass unsere kommunistischen Bruderparteien zu großen Massenparteien der Arbeiterklasse werden. Notwendig ist nur, dass die Kommunisten es verstehen, die Lage richtig zu bewerten, und sie in entsprechender Weise ausnutzen. Durch die Entfaltung ihres unversöhnlichen Kampfes gegen die Sozialdemokratie, diese Agentur des Kapitals in der Arbeiterklasse, durch die Zerschlagung aller und jeglicher Abweichungen vom Leninismus, die Wasser auf die Mühle der Sozialdemokratie sind, haben die kommunistischen Parteien gezeigt, dass sie auf dem richtigen Wege sind. Es ist notwendig, dass sie auf diesem Wege endgültig festen Fuß fassen. Können sie doch nur unter dieser Bedingung darauf rechnen, die Mehrheit der Arbeiterklasse zu erobern und das Proletariat erfolgreich auf die kommenden Klassenschlachten vorzubereiten. Kann doch nur unter dieser Bedingung auf ein weiteres Steigen des Einflusses und Ansehens der Kommunistischen Internationale gerechnet werden.
So steht es mit den grundlegenden Gegensätzen des Weltkapitalismus, die sich infolge der Weltwirtschaftskrise aufs äußerste verschärft haben. Wovon zeugen alle diese Tatsachen?
Davon, dass die Stabilisierung des Kapitalismus ihrem Ende entgegengeht.
Davon, dass der Aufschwung der revolutionären Massenbewegung mit neuer Kraft weitergehen wird.
Davon, dass die Weltwirtschaftskrise in einer Reihe von Ländern in eine politische Krise umschlagen wird.
Das bedeutet erstens, dass die Bourgeoisie den Ausweg aus der Lage auf dem Gebiet der Innenpolitik in weiterer Faschisierung suchen wird, wozu sie alle reaktionären Kräfte, darunter auch die Sozialdemokratie, benutzen wird.
Das bedeutet zweitens, dass die Bourgeoisie den Ausweg auf dem Gebiet der Außenpolitik in einem neuen imperialistischen Krieg suchen wird.
Das bedeutet schließlich, dass das Proletariat im Kampf gegen die kapitalistische Ausbeutung und die Kriegsgefahr den Ausweg in der Revolution suchen wird.

...

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Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialfaschisten
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:25 

Beiträge: 79
Also zuerst mal hallo Leute!
Bin jetzt auch in der gemütlichen Runde...

Nun gleich mal zur Frage weswegen ich unter anderem zu euch gestoßen bin: Könnt ihr mir die Theorie des Sozialfaschismus erklären? Ich beschäftige mich im Moment nämlich ein bissal mit Faschismus und da bin ich darauf gestoßen. Aber im Internet findet man nicht wirklich was gscheites darüber.

rotfront!

kummal


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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialfaschisten
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:25 

Beiträge: 79
vielleicht noch eine kleine klarstellung zu mir: ich würde mich selbst als marxisten bezeichnen und distanziere mich damit von stalin... ich hätte nur gerne von euch eine gegendarstellung zu diesem thema.

(wenn ihr wollt können wir auch über alles mögliche andere diskutieren)

ich will das nur von anfang an sagen, nicht dass mit mir dann das selbe passiert wie mitm rotgardisten (was ich so im fourm gelesen habe).
wenn ihr kein interesse habt - dann sagt es - wenn aber schon - dann bitte nicht meinen account löschen weil ich im moment eine andere meinung als ihr habt.

rotfront!

kummal


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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialfaschisten
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:25 
Literat

Beiträge: 2947
Willkommen im Forum kummal,

Hier wird niemand gelöscht, nur weil er eine andere Meinung hat. Die Sache, die du ansprichst, hat Hintergründe. Ich bitte dich um Verständnis, daß ich die hier nicht erklären kann, weil ich erstens mit der Sache gar nichts zu tun habe und weil ich zweitens die Gemüter nicht errregen möchte.
Nur so viel: Wer sich benimmt, fliegt nicht raus. Wer durch sein Verhalten jede vernünftige Diskussion unmöglich macht, fliegt.

Der Begriff Sozialfaschismus ist ziemlich oft verwendet worden. Worauf der Begriff hinaus will, läßt sich nur ungefähr beschreiben. Sozialfaschismus soll sein ein verkappter Faschismus, der sich hinter sozialistischen Äußerlichkeiten verbirgt. Nun kannst du dir ja sicher vorstellen, daß in einer zerstrittenen Bewegung so ziemlich jeder jedem schon einmal vorgeworfen hat Sozialfaschist zu sein. Der Begriff, will ich sagen, wird sehr oft angewendet, ober er nun paßt oder nicht.
Bei Lenin taucht der Begriff Sozialchauvinismus auf. Der bezeichnet die politische Bewegung der Sozialdemokratie, die sich 1914 offenbarte. Stalin entwickelt in der Mitte der Zwanziger Jahre den Begriff weiter und stellt die Sozialdemokratie und den Faschismus in den Zusammenhang, daß dies die beiden ideologischen und politischen Formen seien, die der Imperialismus gegen den entstehenden Sozialismus in den Kampf wirft. (Wenn daran denkt, auf welche Weise der Sozialismus später zu Fall gebracht wurde, muß man mit Respekt Stalins Prophetie betrachten.) Lenin und Stalin sprechen nicht von Sozialfaschismus, meinen das aber. Seit Lenin und Stalin taucht der Begriff immer wieder mal auf. Ich meine mich zu erinnern, daß auch Thälmann ihn verwendete. Natürlich wurde und wird er auch vielfach falsch verwendet. Zum Beispiel von Kurt Schumacher und dem Schwarzbuch des Kommunismus in Bezug auf den Kommunismus als Bewegung oder (wieder nur beispielsweise) von der KPD/ML und der MLPD in Bezug auf den Sozialismus in den RGW-Staaten.
Ich will damit nur sagen, daß man aufpassen sollte, wenn man den Begriff irgendwo liest, weil man nicht automatisch sicher sein kann, was und wen der Schreiber damit meint. Es gibt eine ganze Reihe solcher Begriffe, die man, wenn man sie verwendet, zuerst jeweils definieren müßte: Imerialismus, Revisionismus, Faschismis, Ausbeutung, Verelendung, Idealismus usf.
Im Forum gibt es eine Faden in der Rubrik "Zitate vn Stalin", der "Sozialdemokratie und Faschismus" heißt. Dort findest du einen Textausszug von Stalin zum Thema, sowie eine Diskussion, die im weiteren Sinne auch mit deiner Frage zu tun hat.

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Der Hunsch wars!


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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialfaschisten
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:26 

Beiträge: 79
Hmmm:
Eines ist mir nicht ganz klar: Die Sozialdemokratie war doch eine Arbeiterpartei (ihre Soziale Basis waren Arbeiter die auch massig in der Partei organisiert waren), wieso hat dann aber Stalin den deutschen Kommunisten geraten nicht in eine Einheitsfront mit der Sozialdemokratie zu gehen um den Faschismus zu verhindern? Zu verlieren hatten die Arbeiter in Deutschland ja nichts...


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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialfaschisten
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:26 

Beiträge: 141
Ich glaube Numa meinte folgendes Zitat von Thälman:

Zitat:
„Wir können die Schandverbrechen des bürgerlichen Systems, die Unterdrückungspolitik der deutschen Bourgeoisie, nicht verstehen, wenn wir nicht die Rolle der Sozialdemokratie im heutigen Klassenkampf und ihre Entwicklung zum Sozialfaschismus analysieren. Jedem deutschen Arbeiter muss zum Bewusstsein gebracht werden, dass, wenn 10 Jahre nach Kriegsende und 15 Jahre nach Kriegsbeginn die deutsche Arbeiterklasse wirtschaftlich und politisch immer mehr ausgebeutet und unterdrückt wird, die Hauptschuld daran die Sozialdemokratische Partei trägt. Dass die Bourgeoisie ihre Klasseninteressen rücksichtslos durchführt, hat uns die Geschichte gelehrt, dass die Sozialdemokratie bedingungslos diese reaktionäre Politik unterstützt, hat sich bereits während des Krieges und in den ersten Jahren der groбen Stürme der Revolution gezeigt. Aber heute sehen wir eine neue Entwicklung der Sozialdemokratie, neue Methoden ihres Kampfes gegen die revolutionäre Arbeiterschaft, die sich aus ihrem Verwachsen mit dem bürgerlichen Staatsapparat und aus dem allgemeinen Charakter der neuen Arbeiteraristokratie in Deutschland ergeben.

Seit 15 Jahren betreibt die deutsche Sozialdemokratie ihre Politik des Klassenverrates am Proletariat. Aber noch nie ist es so klar gewesen, dass sie diesen Verrat so systematisch und offenkundig als eine Partei des Kapitalismus, als eine bürgerliche Partei, verübt wie jetzt. Sogar zu Noskes Zeiten meuchelte die Sozialdemokratie die revolutionäre Arbeiterschaft unter den Losungen „Der Sozialismus marschiert“, „Der Sozialismus ist da“. Jetzt aber mordet sie die Arbeiter unter dem Zeichen der Thyssen und Klöckner, des deutschen Finanzkapitals und der imperialistischen Kriegsrüstungen.“

Ernst Thälmann: Die politische Lage und die Aufgaben der Partei (1929); Reden und Aufsätze (Dietz Verlag Berlin 1956, Bd. 2, S. 78-79, 91)


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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialfaschisten
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:26 
Literat

Beiträge: 2947
In deiner Frage sind zwei Sachverhalte miteinander vermengt, die nicht zusammengehören. Zum einen der Grund für die Spaltung der Arbeiterbewegung in SPD und KPD und zum andern die Frage der Einheitspolitik.
Der Fisch stinkt vom Kopfe her, sagt Friedrich Engels. Stalin hielt von der Sozialdemokratie genauso viel, wie Marx und Engels von den Lassalianern oder den Herren von Eisenach. Daß es in ihr eine zahlreiche Anhängerschaft gibt, die grundehrlich ist, heißt ja nicht, daß die Führung dieser Partei auch ehrlich sein müßte. Die PDS hat heute auch sehr viele ehrliche Anhänger und dennoch kann keine marxistische Kraft (und erst recht keine zukünftige) verantworten, mit der PDS zu koalieren, weil diese den Kapitalismus nur etwas schöner machen will, - ganz so wie seinerzeit die Sozialdemokratie.
Es gibt aber eine Ausnahme und das ist der Kampf gegen den Faschismus. Gegen den Faschismus müssen in der Tat alle Kräfte, die sich finden lassen, zusammenstehen. Um die Verwirrung etwas zu beheben: Stalins Theorie von den Zwillingsbrüdern Sozialdemokratie und Faschismus ist aus der Mitte der Zwanziger Jahre. Zu dieser Zeit bestand noch Hoffnung, den Faschismus verhindern zu können, ohne größere Kompromisse eingehen zu müssen. In den dreißiger Jahren hat Stalin seine Theorie nicht revidiert, aber zurückgestellt. Erforderlich war dann die Einheitsfront und da hilft diese Theorie wenig, denn auch Sozialdemokraten haben ein Gemüt. Schließlich sei noch daran erinnert, daß eine Einheitsfront sich in den Vierziger Jahren auch im Weltmaßstab gebildet hatte, in Form der Alliierten.
Daß die Einheit am Anfang der Dreißiger Jahre noch nicht zustande kam, und daß also der Faschismus darum an die Macht gelangen konnten, weil keine Macht aus der Arbeiterbewegung da war, die ihm Einhalt gebot, ist eine andere Frage. Es führte hier jetzt sicher zu weit, eine kurzgefaßte Geschichte der Spaltung der Arbeiterbewegung zwischen 1914 und 1933 wiederzugeben. Nur so viel: Abgefallen waren die Sozialdemokraten. Sie hatten sich dem Kapital an die Brust geworfen. Der Hauptwiderstand gegen einen gemeinsamen Kampf gegen den Faschismus ging von der SPD aus. Die SPD ist eine Partei des Kapitals, in der viele Arbeiter sind. Die KPD ist eine Partei der Arbeiterklasse. Das ist ein sehr großer Unterschied und trotzdem hat die KPD der SPD immer wieder angeboten, gegen die Nazis gemeinsam zu kämpfen. Die SPD war damals der unglaublichen Meinung, die Nazis wirtschaften sich selbst binnen kurzer Zeit zugrunde. Daraus leitete sie das Recht auf ihr Nichtstun ab.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialfaschisten
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:27 

Beiträge: 79
mhm. das hab ich im internet darüber gefunden:

Zitat:
Die KPD weigerte sich, sich mit anderen Kräften in der Arbeiterbewegung für die lebenswichtige Frage des Kampfes gegen Hitler und den Faschismus zu vereinen. Statt dessen forderten sie von der Parteibasis der deutschen Sozialdemokratie, der SPD, politisch mit ihren alten Führern zu brechen. In anderen Worten sagten sie mehr oder weniger: "Wenn ihr den Faschismus schlagen wollt, könnt ihr das nur unter der Führung der Kommunistischen Partei." Sie weigerten sich, an die Führung der SPD mit der Forderung nach Einheit im Kampf heranzutreten und argumentierten, daß die Sozialdemokraten die Führung der KPD akzeptieren müßten um den Faschismus zu bekämpfen.


Also hat jetzt die SPD eine Einheitsfront abgelehnt oder gabs nur einen Aufruf der KPD, dass die Deutschen Arbeiter mit der SPD brechen sollen und in die Kommunistische Einheitsfront kommen sollen?

und hier ein interessanter vergleich mit dem kornilow putsch und der dortigen taktik der bolschewiki:

Zitat:
Daher begnügten sich die Bolschewiki nicht mit einem allgemeinen Aufruf an die Arbeiter und Soldaten, mit den Versöhnlern zu brechen und die Rote Einheitsfront der Bolschewiki zu unterstützen [wie analog die KPD]. Nein, die Bolschewiki schlugen den Menschewiki und Sozialrevolutionären eine einheitliche Kampffront vor und schufen mit ihnen gemeinsame Kampforganisationen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialfaschisten
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:27 
Literat

Beiträge: 2947
Die Einheitsfront ist nicht kommunistisch, sondern antifaschistisch. Die KPD hat die Einheitsfront gefordert und (!) versucht die Arbeiter für sich zu gewinnen. Jede Partei versucht natürlich Anhänger zu gewinnen. Die KPD war aber die einzige Partie, die dem Faschismus einen wirklichen Widerstand entgegensetzte und darum war sie ja eben auch das erste Ziel der Nazis.
Der Vergleich mit der Taktik der Bolschewiki ist natürlich ein bißchen sehr grob. Man muß die Unterschiede sehen, nicht nur die Gemeinsamkeiten. Es liegt im Wesen der Taktik, daß sie sich dauernd ändert. 1917 haben die Bolschewiki nacheinander drei verschiedene Taktiken gebraucht, weil sich im Feburar und Oktober jeweils die Lage grundlegend geändert hatte. Innerhalb dieser Phasen gab es dann wieder besondere Situationen, in denen man angemessen reagieren mußte. Man kann wohl kaum eine solche Besonderheit aus ihrem Zusammenhang herauslösen und das allgemeinverbindlich erklären. Gegen so einen Unfug hat Lenin ein ganzes Buch geschrieben (den "Linken Radikalismus"). Grundlegend sollte aber klar sein, daß Lenin nicht ohne Grund die Partei in Bolschewiki und Menschewiki gespalten hat.
Ich habe das oben bereits geschrieben, aber ich erwähne es nochmal: Die SPD ist eine Partei der Bourgeoisie. Die Spaltung der Arbeiterbewegung ist nicht vermeidbar. Das ist sie nie. Es passiert in schöner Regelmäßigkeit, daß gewisse Parteien der Arbeiterbewegung dem Opportunismus anheimfallen und zur Gegenseite überlaufen. Da kann es keine Versöhnung geben. Ausgerechnet die Bolschewiki sind da nun wirklich kein Gegenbeispiel. Das alles hat aber nichts zu tun mit der Frage der Einheitsfront.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialfaschisten
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:27 

Beiträge: 79
Ich glaube, das hat gar nichts mit der Spaltung zu tun, oder?

Also was ich so gelesen habe - und was für mich auch bis jetzt irgendwie schlüssig war - ist das die KPD einen Fehler begangen hat und zwar:

Wie du selbst gesagt hast "Gegen den Faschismus müssen in der Tat alle Kräfte, die sich finden lassen, zusammenstehen." Die KPD hat aber ein Zusammenstehen aller Kräfte verhindet, weil sie nicht mit der SPD in eine Einheitsfront treten wollte.

Ich war mir nicht über die genaue Beschreibung der Einheitsfront sicher und deswegen hab mir nochmal was über sie gesucht:

Zitat:
Sie war die Anerkennung der Tatsache, daß bewußte organisierte Revolutionäre in der kapitalistischen Gesellschaft eine Minderheit sind. Dennoch brauchen die Arbeiter die revolutionären marxistischen Ideen und die Organisation, wenn sie die Revolution machen sollen. Wenn dieser Widerspruch aufgehoben werden soll, muß die revolutionäre Minderheit Wege finden, ihre Ideen viel größeren Gruppen von Arbeitern nahezubringen und mit diesen zusammen zu organisieren.

Die Theorie der Einheitsfront schloß auch die Erkenntnis ein, daß Revolutionäre versuchen müssen, zwei Dinge gleichzeitig zu tun. Sie versuchen, Arbeiter von ihren alten Ideen und Organisationen wegzubrechen und für eine revolutionäre Partei zu gewinnen. Gleichzeitig versuchen sie, am tagtäglichen Klassenkampf teilzunehmen. Das heißt mit Leuten zusammenzuarbeiten, die eine große Bandbreite verschiedener politischer Ideen haben aber nichtsdestotrotz bereit sind, sich für bestimmte -oft defensive- Forderungen zu vereinigen. Die Theorie der Einheitsfront war eine Antwort auf diese Probleme.


Diese zwei Dinge gleichzeitig tun:
Arbeiter von den alten Organisationen abzubringen - haben sie getan.
Zusammen für ein gemeinsames Ziel zu kämpfen - haben sie abgelehnt, und ich finde hier lag der Fehler (der seine theoretische Begründung in der Sozialfaschismustheorie hat?). Wenn die Arbeiterklasse in der Defensive ist und ihr ein schwerer Schlag droht, dann müssen sich alle Kräfte vereinigen, denn wenn man den Anspruch hat eine Arbeiterpartei zu sein muß man immer für das wohl der Arbeiter eintreten.

EDIT:
Vielleicht noch eine Frage: Welche Unterschiede siehst du bei der Kornilow Gschicht, die eine andere Taktik von Nöten machne würden?


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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialfaschisten
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:28 
Literat

Beiträge: 2947
Das ist wieder eine zu grobe Darstellung. Ich weiß, daß das heute in den Schulen gelehrt wird, aber es ist falsch. Die Konstellation der Macht war die: KPD - SPD - bürgerliche Rechte - NSDAP. Die bürgerliche Rechte kam für eine Einheitsfront niemals in Frage. Sie hat nie an ihr teilgenommen, sie hat niemals Widerstand geleistet. Die SPD war der einzig verfügbar Partner für eine Einheitsfront und sie hat aber mit der bürgerlichen Rechten koaliert; zum Beispiel hat sie ihre Anhänger dazu aufgerufen, für Hindeburg zu stimmen. Die KPD wußte, daß jede Stimme, die an Hindenburg ging, im Grunde eine Stimme für Hitler war. Die SPD zog es vor, sich nach rechts zu orientieren und ermöglichte so die Machtergreifung Hitlers. Was soll daraus jetzt folgen? Daß die KPD um die SPD hätte heftiger werben sollen? Ich betone noch einmal: Nicht die KPD hat mit den Halbfaschisten gemeinsame Sache gemacht, sondern die SPD. Und die KPD hat jetzt aber die Schuld daran, daß die Nazis die Macht ergeifen konnten? Muß man sich das so vorstellen, daß die SPD eigentlich den Faschismus bekämpfen wollte, aber irgendwie von der KPD daran gehindert wurde? - Man sieht wohl leicht, daß hier was nicht stimmen kann.
Es gibt aber in der Tat einen Sachverhalt, der deine Ansicht in gewisser Weise bekräftigt. Die Geschichte der Spaltung (denn die hat, anders als du vermutest, mit dem Thema sehr viel zu tun). Die Spaltung hat die Fronten gebildet und sehr verschärft. Nirgendwo in Europa hatte die Sozialdemokratie die eigene Revolution so blutig und verlogen abgewürgt wie in Deutschland. Das hat in nicht kleinen Teilen der Arbeiterschaft einen tiefen Widerwillen gegen die SPD erzeugt, der auch nicht eben zur Erleichtuerung der Beziehungen zwischen beiden Parteien beigetragen haben mag. (Das war aber noch glimpflich. Ich will mir nicht ausmalen, wie sehr sich die Lage zugespitzt hätte, wenn damals schon bekannt geworden wäre, was erst in den Fünfziger Jahren herauskam: daß Friedrich Ebert nämlich die Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg angeordnet hat.)
Aber bei allem Details und allem Für und Wider sollten wir nicht aus dem Auge verlieren, was das Wesentliche ist. Die Sozialdemokratie ist damals längst eine prokapitalistische Partei gewesen und ist es bis heute.
Zum Schluß noch eine kurze Abschweifung: Die Einheitsfront hat nirgendwo funktioniert, bevor die Faschisten an die Macht kamen. Im Grunde ist sie überall erst wirksam geworden, als der Faschismus an der Macht war; also in den Exilländern. Es ist offenkundig, daß die SPD vor 1933 nicht an einer Einheitsfront interessiert war. Die Taktik jedes vernünftigen Politikers der KPD muß in dieser Situation daher so aussehen: Versuche zur Einigung, aber nicht um jeden Preis. Die Einheitsfront war ein Ziel, das man nicht aus den Augen verlieren durfte, aber eben keines zum Preis der Selbstaufgabe. Ich sage jetzt etwas, über das man sehr gründlich nachdenken sollte, wenn man es nicht auf Anhieb verstanden hat: Wenn die KPD sich so gründlich geändert hätte, daß die SPD bereit gewesen wäre, mit ihr zusammenzugehen, dann hätte das Kapital - mit anderen Mitteln - das nämliche Ziel erreicht, daß es auch mit dem Faschismus zu erreichen gedachte, die Zerstörung der Arbeiterbewegung.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialfaschisten
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:28 

Beiträge: 141
Ich habe eine kleine Anmerkung zu deinen Ausführungen. Es wäre sehr hilfreich, wenn du die Zitate mit Quellen versiehst. Es muss nichts großartig ausführliches sein, nur ein kurzer Hinweis von wem oder woher würde schon ausreichen.

Ansonsten werde ich evtl. auch noch was zu Kornilow schreiben, wenn ich die nötige Zeit habe. Allerdings kann ich jetzt schon sagen, dass die Situationen von 1917 in Rußland und 1930'er in Deutschland nicht verglichen werden können. Auch nicht im Hinblick auf die Errichtung der Einheitsfront. Soweit mir bekannt ist putschte Kornilow gegen die Regierung Kerenski (provisorische Regierung vor der Machtübernahme durch Bolschewiki). Es war auch kein richtiger Putsch, mehr ein Ungehorsam. Dem Kornilow ging die Regierung Kerenski nicht entschlossen genug gegen die Bolschewiki vor. Nach der Oktoberrevolution (O.R.) kämpfte Kornilow im Bürgerkrieg auf der Seite der Weissen. Man sollte bei Kornilow also unterscheiden vor der O.R und nach der O.R.
Mich würde interessieren welche Kampforganisationen gemeinsam mit den Menschiwiki und den Sozialrevolutionären von den Bolschewiki gegründet wurden. Ich kann mir nur vorstellen, dass dies vor Okt. 1917 der Fall war. Dann ging es weniger gegen Kornilow persönlich sondern eher gegen Kerenski. Nach der O.R. war Bürgerkrieg, da kann ich mir auch nicht vorstellen, dass speziell gegen Kornilow eine Einheitsfront gebildet wurde.
Welche Rolle die Menschiwiki und die Sozialrevolutionäre im Bürgerkrieg gespielt haben, kann ich leider nicht genau sagen. Wenn jedoch ein Interesse besteht, kann ich mich schlau machen. Aber vielleicht gehört das dann eher in eine andere Spalte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialfaschisten
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:28 

Beiträge: 79
also ich hab mich jetzt ein bissal im internet umgeschaut und ein buch gefunden, dass online is 'germany from revolution to counter revolution'

hier der link: http://www.marxist.com/germany/chapter7.html
Im Kapitel "Stalinism and 'Social Fascism'" steht, dass die KPD sogar mit den Faschisten zusammen Störaktionen bei Gewerkschaftstreffen gemacht hat. Aufgrund einer komplett falschen Einschätzung - eben aufgrund der Sozialfaschismustheorie.
Lests es euch am besten durch, ist eh nicht viel...

Ich glaub dass man die ganze Gschicht mit dem Kornilow-Putsch sehr wohl vergleichen kann: Kornilow marschierte mit seinen Truppen gegen Petrograd um dort eine Militärdiktatur zu etablieren. Also eine massive Gefahr für die Arbeiterklasse - genau wie der Faschismus in Deutschland. Der Vergleich ist also durchaus gerechtfertigt.

Und zu

Zitat:
Wenn die KPD sich so gründlich geändert hätte, daß die SPD bereit gewesen wäre, mit ihr zusammenzugehen, dann hätte das Kapital - mit anderen Mitteln - das nämliche Ziel erreicht, daß es auch mit dem Faschismus zu erreichen gedachte, die Zerstörung der Arbeiterbewegung.


Nochmal zum Einheitsfrontprinzip es gibt da ein kurze beschreibung: 'Getrennt marschieren, gemeinsam zuschlagen'. Die Einheitsfront bedeutet ja nicht, dass man die ideologischen Differenzen versucht aus dem Weg zu schaffen. Es geht nur darum ein gemeinsames Ziel (den Faschismus) zu be- oder erkämpfen. Für eine Einheitsfront hätte vielleicht die KPD nur ihre Sozialsfaschismustheorie aufgeben müssen, die eine riesige Kluft in die Arbeiterklasse getrieben hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialfaschisten
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:29 
Literat

Beiträge: 2947
Die Aussage, daß Faschisten und Kommunisten gemeinsame Sache gemacht hätten, kommt von einem Menschen namens Jan Valtin. Ich weiß nicht, ob du weißt, wer Jan Valtin ist. Sein richtiger Name ist Richard Krebs und er war als junger Mann bei der Komintern, später im KZ, wo er von der Gestapo angeworben wurde. Schließlich landete er in den USA, wo er sein Buch unter dem bewußten Pseudonym veröffentlichte. Er war ein Antikommunist und Naziagent. Er steht in einer Reihe mit Leuten wie Arthur Koestler und Wolfgang Leonard, wenn man mal davon absieht, daß er kein Intellektueller ist. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber als Marxist würde ich ungern meine Informationen von einem Agenten der Faschisten beziehen.
Ich bin nicht der liebe Gott und will daher nicht ausschließen, daß es irgendwo und irgendwann in der Weimarer Republik eine Kooperation zwischen Nazis und Kommunisten gegeben hat, von der die Parteiführung nichts wußte. Aber die Regel (wie Valtin/Krebs schreibt) war es nicht, und es kam auch als Ausnahme nicht oft vor. Es kam nicht mal so oft vor, daß es irgendwie bekannt geworden wäre. Es ist schon interessant, daß solche Sachen immer nur bei solch zwielichtigen Gestalten in den Memoiren stehen. Ich glaube Valtins "Erlebnissen" nicht und will mal folgendes konjizieren: Es ist wohl nicht sehr wahrscheinlich, daß irgendwo Vertreter ausgerechnet der beiden Gruppen, die sich über die gesamte Zeit der Weimarer Republik am heftigsten bekämpft haben - der KPD und der NSDAP - zusammenschlossen. Selbst wenn die KPD (was schon absurd genug ist) das gewollt hätte, wären die Faschisten darauf eingegangen?
Das angeführte Thälmannzitat ist in jedem Wort war. Warum? Thälmann setzt die Erkenntnis voraus, auf die ich in meinem letzten Beitrag so großen Wert gelegt habe. Ich wiederhole meine Aussage: "Wenn die KPD sich so gründlich geändert hätte, daß die SPD bereit gewesen wäre, mit ihr zusammenzugehen, dann hätte das Kapital - mit anderen Mitteln - das nämliche Ziel erreicht, daß es auch mit dem Faschismus zu erreichen gedachte, die Zerstörung der Arbeiterbewegung." Um für die SPD koalitionsfähig zu werden, hätte sich die KPD auf parlamentarischen Boden stellen müssen. Jeder Blinde sieht, daß daraus nur eine zweite SPD hervorgegangen wäre. Der Imperialismus hätte sein Ziel erreicht: Die Zerschlagung, oder sagen wir besser: Umleitung der Arbeiterbewegung. In dieser objektiven Situation hatte die KPD keine andere Wahl. Sie handelte, wie sie handeln mußte. Die Einheitsfront sollte versucht werden, aber nicht um den Preis der faktischen Zerstörung der Arbeiterbewegung.
Was wollen unsere Feinde? Sie wollen, daß wir uns, aus Angst vor einem Krieg mit ihnen, entwaffnet an ihre Brust werfen. Sie wollen, daß wir davor zurückschrecken, den Kampf mit ihnen auszutragen. Sie haben die Absicht, uns zu vernichten, wenn wir uns nicht selbst aufgeben. Was ist denn nach Stalins Tod passiert? Was ist in der DDR mit Honeckers Machtübernahme passiert? Es war, auf den Punkt gebracht, die Sozialdemokratisierung der sozialistischen Weltbewegung. Und jeder weiß, daß das zum Untergang des Sozialismus führte. Man wird also kaum übersehen können, wie prophetisch Stalins Entdeckung von 1924 ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Sozialfaschisten
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:29 
Literat

Beiträge: 2947
Da Geni nicht mehr auf den Kornilow-Putsch eingegangen ist, muß ich das mal machen. Ein Lenin-Zitat dürfte hier wohl jede weitere Diskussion überflüssig machen:

Zitat:
"Unterstützen dürfen wir die Regierung Kerenski sogar jetzt nicht. Das wäre prinzipienlos. Man wird fragen: Sollen wir denn nicht gegen Kornilow kämpfen? Natürlich sollen wir das. Aber das ist nicht dasselbe. Hier gibt es eine Grenze: Sie wird von einigen Bolschewiken überschritten, die jetzt in Kompromißpolitik verfallen und sich vom Gang der Ereignisse hinreißen lassen... Wir werden gegen Kornilow kämpfen. Wir kämpfen gegen ihn. Aber wir unterstützen Kerenski nicht, sondern entlarven seine Schwäche. Das ist ein Unterschied. Es ist dies ein Unterschied, der sehr fein ist, aber sehr wesentlich und nicht vergessen werden darf... Worin besteht die Veränderung unserer Taktik nach dem Aufstand Kornilows? Darin, daß wir die Form unseres Kampfes gegen Kerenski ändern. Ohne unsere Feindschaft gegen ihn um ein Deut zu mildern, ohne ein Wort, das wir gegen ihn gesagt haben, zurückzunehmen, ohne auf die Aufgabe des Sturzes Kerenskis zu verzichten, sagen wir: Man muß den Augenblick berücksichtigen. Jetzt werden wir Kerenski nicht stürzen. Wir werden jetzt an den Kampf gegen ihn anders herangehen, und zwar indem wir dem Volke (das gegen Kornilow kämpft) die Schwäche und die Schwankungen Kerenskis darlegen. Das haben wir auch früher getan. Aber das ist jetzt die Hauptsache. Darin besteht die Veränderung."


Lenin (aus einem Brief an das Zentralkomitee, 1917)

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