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 Betreff des Beitrags: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:13 
Administrator
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Beiträge: 4023
Geschrieben: 08.10.2004

Wer sich wirklich mal so richtige bürgerliche Hetze antun will, heute Abend (8.10.) auf 3sat:

Stalin - Der Tyrann
"Der Tyrann"
Zeitgeschichts-Doku Esteban Wolkow, Enkel von Leo Trotzki, lebt in Mexiko. Er erzählt, wie er 1940 die Ermordung Trotzkis durch den NKWD-Agenten Ramon Mercader erlebte. Das Attentat gilt als eines der infamsten an einem Weggefährten im Auftrag Stalins. Mord als Mittel zur Sicherung seiner Macht war für den Diktator eine Selbstverständlichkeit. Er ließ Millionen Sowjetbürger umbringen. Diejenigen, die den großen Terror und die unzähligen Säuberungen überlebten, endeten als Arbeitssklaven im Gulag.Im Mittelpunkt der Dokumentation "Stalin - Der Tyrann" stehen jene Verbrechen, die der Diktator am eigenen Volk beging. So berichten ehemalige NKWD-Agenten von den Verhörmethoden, mit denen Geständnisse erpresst wurden, und ehemalige Opfer gewähren Einblicke in die Schreckenswelt der Foltergefängnisse und der sibirischen Arbeitslager.

Zum kotzen!

mkG

Daniel

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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:13 
Literat

Beiträge: 2947
Und wie war er nun, der Film?

Von dem Herrn Esteban Wolkow habe ich schon gehört. Der ist blöder als jedes Dichter-Weib: Mein Opa hier, mein Opa da, den Berg ist er fünf mal rauf und runter gelaufen in sieben Minuten, daß Schießpulver hat er übrigens auch erfunden, die Welt ist so gemein, aber, was will man machen und so weiter und so fort.
- Ja, was will man machen, bei diesen Genen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:14 
Administrator
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Beiträge: 4023
Schlimm war er, ich weiss nicht, ob ich lachen oder heulen soll. Wirklich übelste antikommunistische Hetze.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:14 
Träger des Agitprop-Stalinorden
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Beiträge: 628
die frage ob es auch pro-stalin filme gibt erübrigt sich wohl, aber mich würde interessieren ob es vielleicht einen gibt der zumidest in die richtung neutral geht?

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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:14 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
also es gibt wohl in der kapitalistischen welt keine "doku" die versucht bezüglich stalin und co. halbwegs neutral zu sein-zumindest kenne ich keinen und ich habe viele gesehen.
es gibnt aber diveres historiker die in ihren büchern-trotz ihres antikommunsimus-neutral bleiben. einige von denen wären garbor rittersporn, arch getty und robert thurston. aber diese bücher sind weitgehend unbekannt -leider.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:14 
Literat

Beiträge: 2947
Auch Isaac Deutscher sollte erwähnt sein.

Was dagegen die Dokumentar-Filme angeht, so gibt es höchstens Filme über den Zweiten Weltkrieg, in denen Stalin relaltiv unkommentiert mit auftaucht. Aber, wenn ein Filmemacher einen Film extra über Stalin macht, dann steht doch das Ergebnis lange vor dem Beginn schon fest.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:14 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
isaak deutscher? der war doch trotzkist und absoluter stalin-hasser

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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:15 
Literat

Beiträge: 2947
Natürlich war der Trotzkist, aber das hat ihn nicht davon abgehalten, eines der wichtigsten Bücher über Stalin zu schreiben. Das enthält so viele Fehleinschätzungen, daß man es als vernünftiger Mensch kaum aushält, aber eben auch etwa genauso viele richtige. Und seine abschließende Bewertung der historischen Rolle Stalin (in dem Kapitel "Die Dialektik des Sieges") ist das Beste, was von einem Nicht-Marxisten ja über Stalin geschrieben wurde. Er war nicht unbedingt ein Stalinhasser, er hatte seine Erfahrungen mit dieser Zeit, aber er hat sich zusammengerissen und bemühte sich in seinem Buch um eine "geradezu altmodische Objektivität". Das muß man anerkennen.
Das Buch hat einen viel schlechteren Ruf, als ihm gerechterweise zukäme. Das ist ja wieder das alte Problem: Alle reden davon und keiner macht sich die Mühe, den dicken Wälzer zu lesen. So kommt es, daß bis heute alle Welt dieses Buch für ein antistalinistisches Machwerk hält, bloß weil es nicht dezidiert prostalinistisch ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:15 

Beiträge: 131
hallo erstmal,ich bin neu hier.
ich habde die doku auch gesehen,fand ich im gegensatz zu den anderen noch ``gut``.


ich will mal gleich klar stellen ,dass ich kein stalinhasser oder so bin.
ich fand stalin bis jetzt immer gut,die bekämpfung des faschismus,der aufbau der sowjetunion zu einer weltmacht und weitere gute taten stalins kennt ihr sicherlich auch,doch dachte ich mir in der letztten zeit,dass ich mir ein leid antue und antikommunistische propaganda über stalin lese.zuerst musste ich meistesn lachen,die kritik war geradezu lächerlich.doch jetzt finde ich es seltsam.schon klar sind kapitalistische medien meistens antikommunistisch und verbreiten lügen,doch wieso wird mehr oder weniger immer das gleiche erzählt?hat die sache doch einen wahren kern?
viele unhabhängige medien ,die neutral eingestellt sind,finden immer das gleiche heraus,die zahlen und fakten ähneln sich immer.stalin-doch ein massenmörder?

2.die zeugen.es gibt ja soviele zeugen,die menschen in den gulag die überlebten,alte offiziere usw.die erzählen auch immer dass stalin ein rücksichtsloser mörder war,der das volk schikanierte.
also mit ``alle kapitalistischen medien lügen`` ist es nicht getan.logisch lügen viele medien,aber es gibt doch auch unabhängige.und die zeugen?mit sie lügen ist es auch nicht getan.also was war wirklich?oder bin ich so vopn antikommunistischen propganda benebelt?

3.die archive.dort findet man (angeblich)immer wieder dokumente,die stalins bild der kapitalisten beweisen und die archive lügen nicht.
ich weiss nicht,vielleicht lügen sie ja wirklich alle,aber belege dafür zu sehen wäre für mich besser.ich weiss wirklich nicht mehr was ich glauben soll.


vielleicht könnt ihr genossen mir ja helfen?!

ansonsten finde ich diese forum super!

rote grüsse
cenk


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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:15 
Administrator
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Beiträge: 4023
Hallo Cenk, dann mal herzlich willkommen. Ich will versuchen, auf Deine Fragen einzugehen.

Zuerst einmal Folgendes: Auch für mich ist es schwierig, zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden. Wem soll man glauben und vielleicht zeigt das ZDF ja doch einfach nur deshalb die Wahrheit, weil es die Wahrheit ist? Zumal es in der heutigen Gesellschaft sehr schwierig ist, an alternative Medien ranzukommen.
Ich gehe aber grundsätzlich davon aus, das selbst, wenn es in der SU das Paradies gegeben hätte, die Feinde der SU selbst dieses in ein negatives Licht rücken würden. Welche Interessen hätte denn ein Feind der SU daran, irgendetwas Positives über dieses Land zu berichten? Natürlich muss das Land des Bolschewismus ein Hort des Terrors sein, denn es darf einfach nicht sein, das es etwas Besseres als den Kapitalismus gibt.

Übrigens eine bittere Erfahrung, die viele Menschen nach 1989 machen mussten, das der goldene Westen gar nicht so golden ist, wie sie glaubten.

Zumal es natürlich Berichte über Verbrechen an den Menschen in der SU gegeben hat, die wahr sind. Niemand wird sich hinstellen und behaupten, in der SU ging immer alles rechtere Dinge ab und es herrschte immer eitel Sonnenschein. Auch dort sind viele Dinge passiert, die Unrecht wahren. Dafür gab es die verschiedensten Gründe. Z.B. gab es Funktionäre, die einfach nur um gut dazustehen andere Menschen als Spione denunzierten.

Es heisst heute, Stalin hätte 40000 Offiziere liquidiert. Doch hat er das wirklich? Es wurden gegen ca. 40000 Offiziere Untersuchungen eingeleitet, von denen sich gleich ca. 10000 sehr schnell als unbegründet herausstellten und nicht weiter verfolgt wurden. Doch die Untersuchungen gingen weiter. Es gab in Folge dessen Degradierungen, Ausschlüsse und Disziplinarmaßnahmen. Wirklich liquidiert wurden am Ende nur wenige Offiziere.

Ein anderes Beispiel aus der DDR. Nach 1989 wurde in Bautzen ein Massengrab gefunden. Das wurde in den Medien natürlich groß ausgeschlachtet. Was die Allerwenigsten wissen ist, das sich am Ende herausgestellt hat, das dieses Grab schon aus der Hitler-Zeit stammte. Dies wurde nur an einer ganz unbedeutenden Stelle erwähnt. Schließlich sollte ja der Glauben weiter bestehen, die DDR wäre ein Mörderstaat gewesen.

Ein weiterer Punkt, das in den westlichen Ländern der Sozialismus als schlimm dargestellt wurde: In der SU wurde die Klasse der Bourgeoisie weitgehend enteignet, genauso wie die Kulaken. Das gefiel diesen natürlich nicht, und es waren in der Mehrzahl solche, die dann in den Westen flohen. Und diese berichteten ihre „schrecklichen“ Erlebnisse. Für die Menschen, denen es nach der Oktoberrevolution besser ging bestand kein Bedarf, sich bei den westlichen Medien zu beklagen. Insofern bekamen diese Medien eine sehr einseitige Berichterstattung. Und was dann folgte, war das einer bei dem anderem abschrieb. Ludo Martens beschreibt das in dem Buch „Stalin anders betrachtet“ besonders gut in dem Kapitel http://www.stalin-anders-betrachtet.de/sab/sab-015.html

In den Archiven findet man ganz sicher Dokumente, die auf den ersten Blick Stalin belasten. Siehe nur die angeblichen Todeslisten, die kürzlich hier in diesem Forum erwähnt wurden. Doch was diese Menschen auf den Listen verbrochen haben, aus welcher Zeit diese Listen stammen, all das wird verschwiegen. Genauso wie weiterhin verschwiegen werden wird, wenn entlastendes Material gefunden wird.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:16 
Träger des Agitprop-Stalinorden
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Beiträge: 628
Zitat:
Ein anderes Beispiel aus der DDR. Nach 1989 wurde in Bautzen ein Massengrab gefunden. Das wurde in den Medien natürlich groß ausgeschlachtet. Was die Allerwenigsten wissen ist, das sich am Ende herausgestellt hat, das dieses Grab schon aus der Hitler-Zeit stammte


das nazi-massengrab in katyn (schreibt man das so ::o , hab leider grad nix zum nachschlagen) nicht zu vergessen

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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:16 

Beiträge: 131
danke!

also kmmen wir zum schluss:sicher hat es morde (von stalin) usw gegeben,aber nicht so schlimm wie es die kapitalistische welt darstellt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:16 
Held der Arbeit
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Beiträge: 286
ich denke, die ganzen morde haben uns eher geschadet! vor allem im nachhinein!
1. kann man und wird man es uns noch lange vorhalten
und
2. scheint es ja die richtigen nicht getroffen zu haben. (woanders schon mal geschrieben! )


ich kann dir nicht sagen, ob die morde gerechtfertigt waren! eben auch deshalb, weil hunderte kommunisten unter den ermordeten waren!


und wem nutzte das? bestimmt nicht stalin!

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Bild N + A Bild


Bild ich liebe die liebe, die liebe liebt mich. und die, die ich liebe, die liebt auch mich! Bild


Otto Grotewohl, Ministerpräsident der DDR, zum 17. Juni 1953:
"Viele klassenbewußte Arbeiter, die Zeugen der Ereignisse des 17. Juni waren, erklärten: Wir haben manchen Streik erlebt, aber wo Arbeiterheime zerstört, volkseigene Geschäfte geplündert und rote Fahnen heruntergerissen und verbrannt werden, dort kann von einem Kampf um Arbeiterinteressen nicht mehr die Rede sein, dort ist der Klassenfeind am Werk."
("Otto Grotewohl - Im Kampf und die einige Deutsche Demokratische Republik - Reden und Aufsätze, Auswahl aus den Jahren 1945-1953", Dietz Verlag Berlin, 1954, Band III, S. 436/437)


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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:16 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
nun klein alex, ich hatte es dir ja schon mal vorher erwähnt (das alles hat aber der webmeister gelöscht).
zu punkt 1: natürlich wird man es uns lange zeit vorbehalten-aber selbst wenn die udssr diese "morde" nicht verübt hätte-die bourgeoisie würde sich andere sachen ausdenken um sie uns vorzuhalten. die massengräber von katyn z.b.-es ist klar dass die nazis sie begannen haben-trotzdem werden sie den kommunisten vorgeworfen.
zu punkt 2: ich muss den satzt korrigieren: es hat nicht alle richtigen getroffen.
dass es unschuldige opfer gab, will ich gar nicht bestreiten-aber sowas gibt es überall. ich glaube der webmaster hat es schon erwähnt (und ich in meinem gelöschten text) warum es zu unschuldigen opfern kam: weil es irgendwelche karriereristen gab, die sich versprachen einen nutzen davon zu ziehen. man darf aber die schuld an diesen "morden" nicht dem system oder stalin/der kpdsu in die schuhe schieben-sowas gibt es überall. oder nenne mir wenigstens einen staat der zu einer zeit nur "richtige" getroffen hat-es gibt keinen!
und hier nochmal die vom webmaster gelöschte frage von mir:
was wäre passiert, wenn es die säuberungen nicht gegeben hätte? die udssr hätte wohl kaum den krieg gewinnen können-waren doch die verurteilten kollaboranten der faschisten. wären sie auf freiem fuß, dann hätten die faschisten den krieg gewonnen. dann hätte die udssr nicht 20 mio kriegsopfer sondern 200mio kriegsopfer zu beklagen!

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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:16 
Moderator

Beiträge: 384
Willkommen im Forum.

Ich habe das schonmal an anderer Stelle gesagt, wiederhole mich aber ausnahmsweise sehr gerne. Daß auf Stalins Konto Tote gehen, wird hier wohl kaum einer bestreiten. Es ist, auch das habe ich gesagt, allerdings schwer, einen Politiker zu finden, wo das nicht der Fall ist. Stalin, sicherlich, hat mehr Tote als die meisten gehabt. Er hat ja auch mehr als die meisten regiert und zivilisiert, in den Rang des modernen Menschen gehoben, ernährt, gebildet usf.

Die Frage stelle ich gerne nochmal: Wenn jemand einen Menschen tötet, um viele zu retten, hat er dann wohl getan oder nicht? Mir fällt die Entscheidung relativ leicht.

Auf Stalins Konto gehen, dafür verbürge ich mich, wenig unschuldige Tote. Die Opfer der Säuberungen der Dreißiger Jahre etwa mögen nicht alle Schurken gewesen sein, Politiker waren sie allemal, und entgegen dem gegenwärtigen Verständnis des Wortes "Politik", beinhaltet der tatsächliche Beruf des Politikers doch auch immer das Risiko, seinen Kopf zu verlieren. Es gibt, will ich vorsichtig äußern, in der Politik gar keine unschuldigen Leute.

Die Kulaken waren erst recht nicht unschuldig. Darüber diskutier ich auch nicht. Dafür, wie sie sich verhalten haben, ist die Möglichkeit, Sibirien zu bebauen, die Stalin dem größten Teil von ihnen gewährt hat, eine sehr milde Strafe.

Ich kann mich KleinAlex auch nicht in dem Punkt anschließen, daß die Morde an Kommunisten nur Schaden und keinen Nutzen gebracht hätten. Stalin hat nicht willkürlich gehandelt, und zwar niemals. Die Parteisäuberungen gehen auf Vorschläge Lenins zurück, die Partei müsse sich von schädlichen Elementen von Zeit zu Zeit reinigen, da sie sonst instabil werde und konterrevolutionäre Seelen in sich gebäre. Die harten Jahre des zweiten Weltkriegs und die dafür notwendigen Vorbereitungen hätten, möchte ich spekulieren, ohne die vorangegangenen Säuberungen nicht überstanden werden können.
Um Stalin den Schrecklichen noch ein bißchen schrecklicher dastehen zu lassen, reden Dokumentationen immer gerne davon, daß Stalin vor seinem Tod eine weitere Säuberung geplant hatte, zu der er dann ja nicht mehr kam. In dieser Säuberung, da bin ich mir fast sicher, hätte es die richtigen getroffen. Daß könnte auch der Grund sein, warum Berija sich hinterher brüstete, er habe Stalin persönlich vergiftet: Er hatte sich und Chrustschow und dem ganzen Pack die Karriere, mitunter das Leben gerettet. (Seine eigene und sein eigenes, mag sein, nur vorrübergehend. Ob es überhaupt stimmt, daß er Stalin vergiftet hat, sei dahingestellt.)

Jeder Imperialist, auch dafür verbürge ich mich gern, kostet die Welt mehr Menschenleben als der gesamte Kommunismus je hat und wird. Retten tut der Imperialismus keinen einzigen, seine Opfer sind entweder seine Käufer, die er totschlägt, oder aber diejenigen, die an Verfettung sterben.

Die Zahlen, das nochmal an Cenk, sind nicht durchaus vertrauenswürdig. Es ist, wie der Webmaster gesagt hat, die Historiker verhalten sich wie die Philologen: Hat einmal einer falsche Daten in die Geschichte gebracht, kommen sie so schnell da nicht wieder raus, denn, das fordert die verworfene Berufsehre: Ein Historophilologe hat vom anderen abzuschreiben. Da ist es den Leuten auch völlig Wurscht, ob der ursprüngliche Lügner Solschenizyn oder Kissinger oder Goebbels geheißen hat, und uns, wenn wir mal ehrlich sind, ist es ja auch alles eins.

Diesen Augenzeugenberichten gegenüber wäre ich auch misstrauisch. Das ist eine Form der Tränendrüsen-Geschichtsschreibung, mit der ich mich nicht anfreunden will. Ich hab mir meine positive Meinung über Stalin nicht gebildet, weil ein Bauer ein Buch darüber geschrieben hat, daß er in der Sowjetunion nie Hunger leiden musste, so wenig, wie ich mir meine negative Gesinnung gegenüber Hitler daraus gesogen habe, daß er die arme Anne Frank umgebracht hat.

Das erstmal im Allgemeinen.

Noch viel Spaß in diesem Forum.


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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:17 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
du hast den nagel auf den kopf getroffen asmodai B??se B??se B??se B??se B??se

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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:17 
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Beiträge: 384
Ja, ich habe leider, weil ich so langsam schreibe, ein paar Sachen wiederholt, die du in der Zwischenzeit schon geschrieben hattest, ich aber noch nicht gesehen hatte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:17 
Moderator

Beiträge: 384
Mir fällt allerdings auch gerade auf, daß dieser Teil des Forums eigentlich der völlig falsche Platz dafür ist. Die Biester haben eine erstaunliche Eigendynamik.

Ich möchte den (nicht bierernsten, aber auch nicht durchweg albern gemeinten) Vorschlag vorbringen, so eine Art Begrüßungsthread zu errichten, sowas wie "Vor der Anmeldung und dem Posten bitte hier lesen", und dann kann man da super schon vorgefertigte Texte, von der Art, wie ich ihn gerade verfasst habe, hineintun. Noch mag es witzig sein, seine Prinzipien nochmal aufzurollen, beim x-ten User, dem man dann erklären muss, daß man im stalinwerke.de-Forum auch durchaus mal Stalin gutfinden kann, hört es sicherlich auf, Spaß zu machen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:17 
Administrator
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Beiträge: 4023
Zitat:
Noch mag es witzig sein, seine Prinzipien nochmal aufzurollen, beim x-ten User, dem man dann erklären muss, daß man im stalinwerke.de-Forum auch durchaus mal Stalin gutfinden kann, hört es sicherlich auf, Spaß zu machen.


Was Du suchst, ist eine FAQ. Nur, würden dann die Diskussionen nicht auch dort weiterlaufen? Oder es wird so eingerichtet, das ich da auf Vorschlag Themen reinsetze so wie Dein Beitrag da oben, aber dort keine Dikussionen stattfinden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:17 
Moderator

Beiträge: 384
Ich weiss nicht, bis jetzt waren die Leute erstaunlich still, nachdem man ihnen so einen Text hingeschleudert hat.

Ein FAQ meine ich nicht direkt, denn auch, wenn wir uns in nichts wesentlichem widersprechen, sollten wir hier kein Parteiprogramm aufstellen.

Ich dachte eher an so etwas wie "Benimmregeln", nur nicht so harsch. Nach dem Motto: "Wenn du gerade den einmaligen Einfall hattest, zu posten, das Stalin ein Massenmörder und schlimmer als Hitler war, lies doch mal hier", das "hier" ist dann ein Link, und der führt zu einer Erklärung oder einer älteren, gleichartigen Diskussion.

Es ist ja nur so eine Idee. Ich kann auch weiterhin meine Positionen umformulieren, betrachte es als Schreibübung und kann damit gut leben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:18 
Administrator
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Beiträge: 4023
Zitat:
Ich dachte eher an so etwas wie "Benimmregeln", nur nicht so harsch.


Also grundsätzliche Regeln. So wie z.B. "Wenn Du Dich anmeldest, benutze einen ordentlichen Nick. Es bringt nichts, wenn hier Stalin, Stalin2, Stalin1977, Trotzki ('s Eispickel), Bucharin und Konsorten miteinander diskutieren."

(Ich mach jetzt mal bei unserem Neusten Bakunin eine Ausnahme)

Gestern hatte ich einen, der hatte sich als Skalin angemeldet und als Interessen "Sozialstalinismus" angegeben. Seine Antwort auf meine Nachfrage, was das ist, antwortete er: "Das ist wenn man sich bei menschlichem Versagen den Gulag seiner Wahl aussuchen kann."

Doll, was?

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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:18 
Moderator

Beiträge: 384
Ich bin im Prusten begriffen. Sehr nett.

Gerade das mit den Namen ist ein schönes Beispiel. Du hattest am Anfang sinngemäß gesagt, daß es nicht vorteilhaft ist, wenn zwei dutzend Lenins und Stalins hier diskutieren, am besten noch mit fünf Adenauers. Aber das kriegt von den Neuen ja keiner mit.

Aber ich denke, du verstehst die Idee. Nicht in die Richtung "Wer Trotzki sagt, fliegt raus", sondern eher "Wir haben hier Leute gehabt, die nichts gepostet haben als "Stalin buh, Trotzki yeah", und damit, lieber Neubewerber, lässt sich das Forum schlecht bereichern, wenn du also so einer bist, geh zu Wikipedia"

Ein vermeintlicher Freund von mir hat mich neulich einen Rotfaschisten genannt. Ich hätte nur sehr ungern, daß mir solcherlei auch noch im Forum passiert, und ich denke, es geht den anderen nicht anders.


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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:18 
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Beiträge: 66
Nun, was Verletzungen der sozialistischen Gesetzlichkeit betrifft (unschuldig Verurteilte und Hingerichtete), welche Stalin selbst angeprangert hat; Habt Ihr Euch schonmal überlegt, was für ein großes Land Rußland bzw. die Sowjetunion war ? Es ist klar, daß Stalin bzw. die Parteiführung nicht immer das ganze Land unter ihrer persönlichen Kontrolle haben konnten und sich auch auf andere Kader verlassen mußte. Wenn diese dann sozialistische Gesetze verletzten, war das nicht immer gleich zu bemerken und von oben zu verhindern. Auch deshalb gab es Säuberungen der Partei, eben, weil es etliche "Funktionäre" gab, die nicht nach sozialistischen Prinzipien handelten und so....
Aber deshalb kann man nicht dem Genossen Stalin die Schuld für alles Unrecht, was hier und da geschehen ist, geben. Die Parteilinie war korrekt. Woran es oftmals haperte, war die Umsetzung durch einzelne Funktionäre.....


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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:19 
Literat

Beiträge: 2947
Ja, Mikro, aber das ist eine Frage wie die nach dem Wetter. Es läßt sich einfach nicht erreichen, daß überall durch und durch patente Leute sitzen. Zeitweise Säuberungen sind nötig, aber ich habe schon mehrmals gesagt, daß das auch wieder nur durch eine Behörde erledigt werden kann, die dann auch wieder kontrolliert werden müßte. Das ist natürlich nicht möglich und in der Tat ein Problem, daß sich nicht aus der Welt schaffen läßt.
Genau, weil nicht jeder jeden kenen konnte (nebenbei: dafür ist wohl jedes Land zu groß), waren die Untersuchungen. Und hat Stalin da nicht genug getan? Ich denke, er hat. Um so komischer nimmt sich die Behauptung mancher Leute aus, Stalin habe versäumt, die Bürokratie zu bekämpfen. Die Säuberungen richteten sich zu allererst und hauptsächlich gegen die Vertreter der Bürokratie.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stalin der Tyrann
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 01:19 

Beiträge: 462
ich möchte mal einen bericht über ein verbrechen in der sowjetunion aus meinem persönlichem umfeld bringen. Meine Schwägerin kommt aus Sambir einem kleinen Ort in der Nähe von Lemberg in der Ukraine. Sie erzählte mir diese kleine Geschichte die durch die Großeltern an sie weitergegeben wurde (sie wohnten zu dieser Zeit dort). Im Herbst 1939 marschierte die Rote Armee im Rahmen des Nichtangriffspaktes in den ihnen vertraglich zugesicherten Gebieten in Ostpolen ein. Diese gebiete gehörten bis ca 1920 zur Ukraine und Weißrussland doch sie wurden am Ende des Bürgerkrieges durch die Polnische Armee erobert und die sowjetunion gestand polen in einem friedensschluss mit geladener pistole auf der brust diese Polen vertraglich zu. Kurz nachdem die Rote Armee in Sambir einmarschierte folgte ihr der NKWD in die Stadt. Dieser trieb anhand von Listen etliche hundert Bürger zusammen und versammelte sie im Keller des Rathauses worauf diese dort erschossen wurden. wie läßt sich solch ein offensichtliches verbrechen erklären?
Angesichts der tatsache das der nkwd gezielt personen verhaftete und diese ja noch keine zeit hatten gegen die Sowjetunion verbrechen zu begehen? Dies deutet ja auf eine gezielte planmäßige aktion hin die meinen infos zufolge auch in anderen ländern die 1939 befreit wurden stattfanden ( Litauen etc.). Diese kan ja auch nur durch höchste stelle im nkwd und wohl auch im Politbüro beschlossen wurden sein, weßhalb dies nicht durch eigenmächtige funktionäre geschehen konnte.

PS.: Nach dem einmarsch der faschistischen wehrmacht wurde in dieser Stadt ein Ghetto eingerichtet in dem mehrere Zehntausend Menschen ermordet wurden. Die stadt hat also einiges durchgemacht


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