Forum.stalinwerke.de - stalinforum.de

Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
Aktuelle Zeit: Do 23. Mär 2017, 10:16

Alle Zeiten sind UTC




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 37 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2  Nächste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Personenkult
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:44 

Beiträge: 236
Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich möchte den Genossen Stalin keinesfalls verhetzen,seine Aufrichtigkeit gegenüber dem Kommunismus in Zweifel ziehen oder Stalinhasser nachplappern. Ich will jediglich ehrliche Kritik üben.

Ich bin der Meinung, dass Genosse Stalin einen Fehler gemacht in Bezug auf die Darstellung seiner Person. Ich finder er hat sich zu stark verehren lassen. Es gab eine Stadt die lange Jahre Stalingrad hieß. Es hat doch nirgendwo ein Kommunist eine Stadt nach sich benannt hat oder dies zugelassen!! Dies geschah immer nach dem Tod der person durch andere Genossen. Wie groß muss die Verehrung und seine Autorität ind der SU gewesen sein, damit soetwas zustande kommen kann? Ich streite nicht ab das Stalin ein großer Sozialist war und er es sicher auch verdient hat, doch muss man ein Marxist nicht verhindern dass die Verehrung im gegenüber nicht maßlos wird?? Ist es nicht maßlos eine Stadt nach sich zu benennen oder dies zuzulassen??? Hat Stalin nicht hier einen seiner wenigen Fehler begangen??


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:45 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
Zitat:
Ich bin der Meinung, dass Genosse Stalin einen Fehler gemacht in Bezug auf die Darstellung seiner Person. Ich finder er hat sich zu stark verehren lassen.


Stalins Brief vom 16 Februar 1938 an den Verlag "Djetisdaf":

"... ich wend mich entschieden gegen die veröffentlichung der 'erzählung über stalins kindheit'.
das buch enthält eine unzählige menge von unwahren tatsachenbehauptungen, von entstellungen, übertreibungen und unverdienten lobpreisungen. (...) aber das ist nicht der wichtigste punkt. der wichtigste punkt liegt darin, dass das buch die tendenz besitzt, im bewußtsein der sowjetischen kinder (und der menschen überhaupt) den personenkult, den führerkult, den kult um unfehlbare helden zu verankern. das ist gefährlich und schädlich"


Übrigens wurde Wolgograd bereits 1925 in Stalingrad umbenannt. Was der so genannte "Personenkult" um Stalin da schon so groß?

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:46 

Beiträge: 2008
Zitat:
... Es hat doch nirgendwo ein Kommunist eine Stadt nach sich benannt hat oder dies zugelassen!!


Nun, da irrst Du. Beispiele wären: Walter Ulbricht Werke Leuna, Walter Ulbricht Stadion Berlin, viele Straßennamen, Ehrennamen von Schulen erhielten Namen von bedeutenden Menschen aus Partei, Regierung, Wissenschaft etc. bereits zu ihren Lebzeiten. Bei Erich Honecker wurde da einiges korrigiert und meines Wissens, gab es keine Einrichtungen die nach E.H. benannt waren. Doch keine abendliche Nachrichtensendung (Aktuelle Kamera) ohne die Nennung aller Titel und Bezeichnungen des Genossen ... Politbüromitglied ... ZK-Sekretär ... Vorsitzender von ... usw. usw. Manche Nachricht war kürzer, als die Liste der Bezeichnungen vor dem Namen des Betreffenden.

Das war in vielen anderen soz. Staaten auch so zu beobachten und Nordkorea ist wohl auch ein Beispiel dafür. Auch wenn die betreffenden Personen das nicht immer so gewollte hatten, die Verantwortung dafür kann ihnen keiner absprechen. Die Mediepolitik, die Fragen der Ideologie waren Gegenstand von Beratungen im ZK und Politbüro. Die Nachrichtensprecher im Fernsehen und Rundfunk hatten zu verlesen, was andere verfaßt hatten.

Machen wir uns da nix vor. Die meisten DDR-Bürger interessierten die ganzen Titel nicht. Viele interessierten auch die Nachrichten nicht. Da war meist nix Spannendes ... Auf der Parteischule meinte mal ein junger Genossen, wir müßten das hinbekommen, den Marxismus-Leninismus so spanndend und interessant zu vermitteln, wie die BILD-Zeitung die Leute anspricht ... Naja, er meinte nicht Menschen verblöden.

_________________
»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:46 

Beiträge: 236
Es mag sein, dass Stalin sich immer gegen den Personenkult gewehrt, aber trotzdem kann man ihn nicht völlig von der Verantwortung für manche Entartungen der Verehrung und für die Auswüchse die man Personenkult nennt freisprechen, denn er war der Staatschef der SU und Vorsitzender der KPdSU. Aber ich muss zu seiner Entlastung sagen, dass nicht nur er Städte in der SU nach sich benannt hat. So hieß eine Stadt, ich glaube es war Perm oder UFa, lange Zeit Molotow.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:46 

Beiträge: 237
Wie kam es überhaupt zur Namensgebung "Stalingrad"?

Zudem muß ich hier mein Unwissen preisgeben: Seit wann und warum wurde Josif Wissarionowitsch Dshugaschwili überhaupt "Stalin" genannt?


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:47 
Held der Arbeit
Benutzeravatar

Beiträge: 286
ich meine das war noch vor der oktoberrevolution, da es irgendwas mit dem gespann lenin-stalin zu tun hatte. stalin war glaub ich einfacher und irgendwie passender.

_________________
Bild N + A Bild


Bild ich liebe die liebe, die liebe liebt mich. und die, die ich liebe, die liebt auch mich! Bild


Otto Grotewohl, Ministerpräsident der DDR, zum 17. Juni 1953:
"Viele klassenbewußte Arbeiter, die Zeugen der Ereignisse des 17. Juni waren, erklärten: Wir haben manchen Streik erlebt, aber wo Arbeiterheime zerstört, volkseigene Geschäfte geplündert und rote Fahnen heruntergerissen und verbrannt werden, dort kann von einem Kampf um Arbeiterinteressen nicht mehr die Rede sein, dort ist der Klassenfeind am Werk."
("Otto Grotewohl - Im Kampf und die einige Deutsche Demokratische Republik - Reden und Aufsätze, Auswahl aus den Jahren 1945-1953", Dietz Verlag Berlin, 1954, Band III, S. 436/437)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:47 
Möchtegernputschist
Benutzeravatar

Beiträge: 1624
so weit ich weiß, war Stalin während des Bürgerkrieges in Zarizyn aktiv, diese Stadt wurde dann später in Stalingrad umgewandelt

_________________
Pole Pole Mzungu. Welcome to Tanzania, the land where dead cows are lying and dogs are flying. But be careful of the ju-wai-biems. Now let's search for some Schtonetools and after that let's go to Tohu-Wa-Bohu (also known as Mto-Wa-Mbu/Moskitotown)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:47 

Beiträge: 181
Zitat:
Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich möchte den Genossen Stalin keinesfalls verhetzen,seine Aufrichtigkeit gegenüber dem Kommunismus in Zweifel ziehen oder Stalinhasser nachplappern. Ich will jediglich ehrliche Kritik üben.

Es hat doch nirgendwo ein Kommunist eine Stadt nach sich benannt hat oder dies zugelassen!!


Ah, nicht. Was ist denn mit Leningrad oder Titograd?


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:48 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
Zitat:
Zitat:
Es hat doch nirgendwo ein Kommunist eine Stadt nach sich benannt hat oder dies zugelassen!!


Ah, nicht. Was ist denn mit Leningrad oder Titograd?


Lenin hat nicht Leningrad nach sich benannt. Leningrad wurde nach Lenin benannt. Erkennst Du den Unterschied?

Ich persönlich finde es auch unangemessen, wenn Politiker Städte o.ä. nach sich benennen. Unabhängig davon, ob die das selber veranlassen oder ob es ihnen als Ehre "geschenkt" wurde. Es gab ja auch bereits zu Stalins Lebenszeiten einen Stalinorden. Ich denke, da hätte sich Stalin dagegen aussprechen sollen. Er hat ja sonst auch keinen grossen Rummel um sich gemacht und war ein bescheidener Mensch. Siehe das Zitat von mir weiter oben.

Etwas anderes ist es natütrlich, wenn man zu Ehren eines Menschen nach seinem Tode etwas nach ihm benennt. Sowie mit Leningrad.

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:48 

Beiträge: 131
Hat er sich dagegen gesprochen und es toleriert (also indirekt dafür ausgesprochen) oder hat er ees als schädlich erkannt und verboten????


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:48 

Beiträge: 181
Zitat:
Zitat:
Was ist denn mit Leningrad oder Titograd?


Lenin hat nicht Leningrad nach sich benannt. Leningrad wurde nach Lenin benannt. Erkennst Du den Unterschied?


Das wusste ich nicht. Aber bei Titograd ist es so wie ich gesagt habe.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:49 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
Nur mal als Info dazu:

Von Gouverneur Maksjuta stammt auch die Idee, der 1961 in Wolgograd umbenannten Stadt zum 60. Jahrestag der Schlacht wieder den Namen Stalingrad zurück zu geben. In der Bevölkerung besteht offenbar viel Sympathie für diesen Vorstoß, allerdings keine eindeutige Mehrheit. Auch viele Veteranen sind dafür, die Entscheidung von 1961 zu korrigieren. "Wir kämpften für diese Stadt. Der alte Name ist uns einfach näher", meint der Vorsitzende des Veteranen-Verbandes, Nikolai Fedotow.

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:49 

Beiträge: 79
Der Westen hat sein Washington.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 11:49 

Beiträge: 181
Wegen Städtenamen braucht man sich nun sicher auch nicht aufzuregen. Das wäre reine Zeit- und Energieverschwendung und lässt sich durch reden auch nicht ändern. Wichtiger finde ich, dass der Staatschef keine Extraprivilegien geniesst. Es soll dem Chef gut gehen, wenn es dem Land gut geht und es soll ihm schlecht gehen, wenn es dem Land schlecht geht. So schafft man sich im Volk sympathie, denn dann identifiziert sich jeder Arbeiter mit dem Chef, daher auch mit dem Stadt und mit der gesamten Gesellschaft, nicht wahr?!

Ich meine damit nicht, dass in einem Ernteausfall der Stadtschef nichts mehr essen sollte. Ich meine damit, dass der Stadtschef keine Mercedes- Benz- Sammlung haben soll, wobei wir wieder beim Thema vor einiger Zeit wären.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: Fr 22. Aug 2008, 21:20 
Benutzeravatar

Beiträge: 82
Ein gewisses Maß an Personenkult oder Führerverehrung gehört im Leninismus unweigerlich dazu.
Lenin schrieb in seinem Buch "Was tun" über die Organisation der Arbeiter und die Organisation der Revolutionäre. Während erstere die sogenannte Drecksarbeit zu verrichten hatte, sollten sich die anderen konspirativ verhalten und die große Strategie ausarbeiten und durchziehen. Lenin schrieb sogar von "einem Dutzend Schlauköpfen" und "hundert Dummköpfen". Diese Denkweise Lenins war sicher nicht überheblich gegenüber dem Volk gemeint - ich habe in diesem Forum schon Ausartungen gelesen.

Was ich sagen will: Lenin setzt eine Eliteschicht von gut ausgebildeten Berufsrevolutionären voraus. Wie aber, wenn sich diese Elite gegenseitig das Leben schwer macht und jeder mit seiner Meinung recht behalten will (siehe Bucharin u. a.)? Es kommt zu Säuberungen und der Sieger (Stalin) lässt sich gebührend feiern. Die Organisation der Arbeiter, die hundert Dummköpfe sollen und müssen an ihre wegweisenden Führer und deren glänzende Schriften (Mao) glauben. Sie sollen nicht unter vielen fähigen Revolutionären wählen können - das würde den revolutionären Kampf behindern. Die bürgerliche Demokratie ist nicht gefragt, denn ein ständiger Wechsel von Kommitees steht einer strategischen Linie im Wege.

Aber irgendwie wären ja dann die spontan entstandenen Sowiets auch nicht in diesem Sinne? :?

Und wenn es Übertreibungen gab, so wurden sie von der Bevölkerung getragen.

Selbst Chrustschow, der sich in seiner Geheimrede gegen Stalins sog. Personenkult wandte konnte nicht darauf verzichten. Ich kann mich persönlich daran erinnern, dass sich der erste Kosmonaut Gagarin bei Chrustschow für den Flug bedankte. Bei Chrustschow und nicht bei der KPdSU oder gar der werktätigen Bevölkerung.
Wie gesagt, meine persönliche Erinnerung.

_________________
"Was wäre die Folge, wenn es dem Kapital gelänge, die Republik der Sowjets zu zerschlagen? Eine Epoche der schwärzesten Reaktion würde über alle kapitalistischen und kolonialen Länder hereinbrechen, man würde die Arbeiterklasse und die unterdrückten Völker vollends knebeln, die Positionen des internationalen Kommunismus würden liquidiert." -Stalin, Werke Band 9, S. 29,


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: Mi 8. Okt 2008, 18:36 

Beiträge: 1
also den beitrag halte ich für schäbig. als wenn es im interesse eines echten Marxisten-leninisten sein könnte, einen haufen dummköpfe an der leine zu führen. genau das ist das kleinbürgerliche elitedenken, das die DDR und die SU zerstört hat.

_________________
"Wer kein vertrauen in die masse der menschen hat, weil er sie nicht täglich im fernsehen demonstrieren sieht, lässt sich selber so gründlich von den medien über den tisch ziehen, wie jeder andere bildleser. wer den menschen nicht zutraut zu kämpfen, hat ein reaktionäres menschenbild oder einfach nur schiss, sich mit ihnen darüber auseinander zusetzen. (ich glaube das letzte trifft bei uns allen am meisten zu)"


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: Mi 8. Okt 2008, 19:41 
Benutzeravatar

Beiträge: 82
Arno hat geschrieben:
also den beitrag halte ich für schäbig. als wenn es im interesse eines echten Marxisten-leninisten sein könnte, einen haufen dummköpfe an der leine zu führen. genau das ist das kleinbürgerliche elitedenken, das die DDR und die SU zerstört hat.

@ Arno
Das kannst du bei Lenin nachlesen. Und zwar in dem Buch "Was tun?" Du findest es im Kapitel IV.: Die Handwerklerei der Ökonomisten ... Abschnitt c:Die Organisation der Arbeiter und die Organisation der Revolutionäre. Dort findest du erklärt, wie Lenin von "Dutzend Schlauköpfen" und "hundert Dummköpfen" redet.
Ich gehe davon aus, dass du aus Unkenntnis dieses Leninschen Sachverhalts meinen Artikel als schäbig bezeichnet hast. Es ist nun mal so, dass Lenin eine Organisation von Berufsrevolutionären ((Dutzend Schlauköpfe) vorraussetzt und diese natürlich im Bündnis mit der revolutionären Bevölkerung (hundert Dummköpfe) sieht, aber im Rang stehen die Berufler doch höher.
Deshalb , und damit es nicht zu Mißverständnissen kommt, wird das "Dutzend" entsprechend geehrt.
Du musst das ganze Kapitel lesen, um zu verstehen, was Lenin mit diesem Metapher ausdrücken will.
Im Leninismus wird die Revolution durch Berufsrevolutionäre geleitet und organisiert, während die revolutionäre Klasse im Bündnis mit der Bauernschaft und den anderen mittellosen Schichten darum kämpft.
Das ist doch nicht schäbig, oder -, Arno? :)

_________________
"Was wäre die Folge, wenn es dem Kapital gelänge, die Republik der Sowjets zu zerschlagen? Eine Epoche der schwärzesten Reaktion würde über alle kapitalistischen und kolonialen Länder hereinbrechen, man würde die Arbeiterklasse und die unterdrückten Völker vollends knebeln, die Positionen des internationalen Kommunismus würden liquidiert." -Stalin, Werke Band 9, S. 29,


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: Mi 8. Okt 2008, 21:07 
Benutzeravatar

Beiträge: 82
Arno hat geschrieben:
.


Arno ich finde deine Signatur interessant. Ich bin auch eigentlich ein Feigling und warte, bis ein anderer was macht. Die Aufgabe Stalins vor dem Oktober, Banken auszurauben und sich hinterher verhaften und verbannen zu lassen, wäre eigentlich nichts (oder doch?) für mich.

_________________
"Was wäre die Folge, wenn es dem Kapital gelänge, die Republik der Sowjets zu zerschlagen? Eine Epoche der schwärzesten Reaktion würde über alle kapitalistischen und kolonialen Länder hereinbrechen, man würde die Arbeiterklasse und die unterdrückten Völker vollends knebeln, die Positionen des internationalen Kommunismus würden liquidiert." -Stalin, Werke Band 9, S. 29,


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: Mi 8. Okt 2008, 22:16 
Benutzeravatar

Beiträge: 131
Der Führerkult dient dazu Gefolgschaft der Massen gegenüber den Herrschenden zu erzeugen. Er ist eine Herrschaftsideologie.
Normalerweise bedient sich diesem Prinzip der Klassenfeind, aber die SU war angesichts der faschistischen Bedrohung gezwungen ebenso zu diesem Mittel zu greifen. Ebenso wie der Terror zur Disziplinierung der Massen für den erwarteten konterrevolutionären Überfall leider gebraucht wurde.

Ohne diese Mittel hätte der Faschismus die Weltherrschaft erobert.

Man kann den Stalinismus nicht ohne die faschistische Gefahr begreifen. Nachdem diese abgewendet war, setzte die Tauwetter-Periode ein, die aber angesichts des Kalten Krieges und der zunehmenden ökonomischen Unterlegenheit des Sozialismus wieder einer Re-Stalinisierung wich.

Angesichts der globalen Klassenkämpfe war leider kein freiheitlich-demokratischer Sozialismus möglich.

_________________
"Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse." - Karl Marx, Kommunistisches Manifest


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Do 9. Okt 2008, 16:46 

Beiträge: 2008
@Jens: Bei welchem freiheitlich demokratischen TV-Sender arbeitest Du als Kommentator?
Bei unseren verehrten Medien kann ich über solch schwachsinnige Beiträge ja noch lachen, aber hier in diesem Forum betrachte ich das als eine ernsthafte Beleidigung des Kampfes und der Opfer von zig tausenden Kommunisten.
Das sind Beiträge, wie sie vielleicht bei der antikommunistischen LINKEN gefragt sind und dort hin passen, aber bitte nicht hierher.
Betrachte meinen Beitrag als eine ernsthafte Warnung. Noch so einen Schwachsinn und ich mache hier von meinen Rechten kurzfristig Gebrauch!

_________________
»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re:
BeitragVerfasst: Do 9. Okt 2008, 20:57 
Benutzeravatar

Beiträge: 131
gewe hat geschrieben:
@Jens: Bei welchem freiheitlich demokratischen TV-Sender arbeitest Du als Kommentator?
Bei unseren verehrten Medien kann ich über solch schwachsinnige Beiträge ja noch lachen, aber hier in diesem Forum betrachte ich das als eine ernsthafte Beleidigung des Kampfes und der Opfer von zig tausenden Kommunisten.
Das sind Beiträge, wie sie vielleicht bei der antikommunistischen LINKEN gefragt sind und dort hin passen, aber bitte nicht hierher.
Betrachte meinen Beitrag als eine ernsthafte Warnung. Noch so einen Schwachsinn und ich mache hier von meinen Rechten kurzfristig Gebrauch!




Tja, jetzt weiß ich gar nicht was ich sagen soll. Jedenfalls finde ich eine Drohung mit Ausschluß sehr hart, dafür das ich nur meine persönliche Meinung geschrieben habe.
Ich möchte von mir behaupten, das ich meine Meinung durch intensivstes Literaturstudium und nächtelanges Kopf zerbrechen mir mühsam erarbeitet habe. Ich habe in den letzten 5 Jahren ca. 400 Bücher gelesen, hauptsächlich über den Faschismus. Ich will die kommunistische Theorie des Faschismus nachweißen. Ich schätze ich habe 95% von dem gelesen was in der DDR zum Faschismus publiziert wurde.
Ich habe beim Literaturstudium möchte ich sagen sehr viel gelernt über Weltkrieg, Faschismus, Kommunismus und Liberalismus.

Deswegen möchte ich dich bitten, meine Meinung als eine Meinung von jemanden zu tolerieren der ebenfalls wie du auf dem marxistischen und kommunistischen Standpunkt steht.
Auch in der DDR-Forschung über den Faschismus gibt es sehr verschiedene Standpunkte.

_________________
"Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse." - Karl Marx, Kommunistisches Manifest


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: Fr 10. Okt 2008, 06:52 

Beiträge: 2008
@Jens: Den ersten Teil Deiner Meinung kann ich akzeptieren, aber den Text ab

"Nachdem diese abgewendet war, setzte die Tauwetter-Periode ein, die aber angesichts des Kalten Krieges und der zunehmenden ökonomischen Unterlegenheit des Sozialismus wieder einer Re-Stalinisierung wich.
Angesichts der globalen Klassenkämpfe war leider kein freiheitlich-demokratischer Sozialismus möglich."

kann ich nicht akzeptieren.

Worin konkret siehst Du eine Re-Stalinisierung?
Wäre dies wirklich der Fall gewesen, wären wohl einige Entwicklungen anders gelaufen. Mir ist aber keine Meinung aus der KPdSU oder SED bekannt, worin Stalins Warnung wiedergegeben wurde, dass sich der Klassenkampf mit dem fortscheitenden Aufbau der soz. Gesellschaft verschärft. Im Gegenteil - man hat sich mit Lobhuddeleien des Gegners kaufen lassen und das Thema Klassenkampf unterschätzt, ja vernachlässigt.

Was soll der Unfug mit dem freiheitlich-demokratischen Sozialismus? Du wirst hier im Forum mehrheitlich nicht die Meinung antreffen, dass der "demokratische Sozialismus" der PDS/LINKEN ein machbares Modell ist oder dass 1968 in der CSSR eine brauchbare Reform stattfand.
1968 war Konterrevolution angesagt und der Weltfrieden (wieder einmal) stark gefährdet. Die Ideologie der PDS/LINKEN ist keine linke Ideologie. Das ist Augenauswischerei und Massenverdummung.
Darüber findest Du hinreichend Beiträge im Forum. Ansonsten, wenn Du so umfangreich Faschismusforschung betrieben hast, wirst Du die Beiträge von Kurt Gossweiler sicher bestens kennen. Bei Kurt kannst Du auch zum Thema PDS/LINKE einiges nachlesen.

Demokratie ist nun mal nicht, dass jeder Dödel jeden Scheiß, der ihm gerade einfällt, machen kann. Demokratie ist eine vektorielle Größe. Es ist immer die Frage zu stellen, für wen und gegen wen?
Du willst mir sicher nicht erzählen, dass die heutige bürgerlich, parlamentarische Demokratie im Interesse des werktätigen Volkes ist, oder? Oder das CDU- und SPD wirklich Volksparteien sein, wie sie sich gern bezeichnen. Nur weil die Masse eines verdummten Volkes derartige reaktionäre Parteien wählt, machen diese Parteien keine Politik im Interesse des Volkes. Das sind aber eigentlich alles Themen, wo wir davon ausgehen, dass das unseren Mitgliedern im Forum klar ist.

_________________
»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: Fr 10. Okt 2008, 07:39 
Benutzeravatar

Beiträge: 131
gewe hat geschrieben:
Worin konkret siehst Du eine Re-Stalinisierung?


Ich würde es an der Eigenkritik-Fähigkeit des Systems festmachen.
Ich habe z.B. von Ehrenburg "Menschen, Jahre, Leben" gelesen. Ein solche Kritik am Stalinismus war nachdem Breschnew an der Macht nur noch in Ausnahmefällen möglich.

Als sehr kritische Bücher möchte ich dir von Alexander Jakowlew "Ziel des Lebens" und zur Roten Armee Popjel "In schwerer Zeit" empfehlen.
In denen ich einige Sachen gelesen habe, die ich vorher für Lügen des Klassenfeindes gehalten habe.



gewe hat geschrieben:
Wäre dies wirklich der Fall gewesen, wären wohl einige Entwicklungen anders gelaufen. Mir ist aber keine Meinung aus der KPdSU oder SED bekannt, worin Stalins Warnung wiedergegeben wurde, dass sich der Klassenkampf mit dem fortscheitenden Aufbau der soz. Gesellschaft verschärft. Im Gegenteil - man hat sich mit Lobhuddeleien des Gegners kaufen lassen und das Thema Klassenkampf unterschätzt, ja vernachlässigt.


Ja, im gewissen Maße stimmt das schon. Ich denke auch, das man den Kapitalismus der sich damals eine friedfertige und soziale Maske aufgesetzt hat unterschätzt hat.



gewe hat geschrieben:
Was soll der Unfug mit dem freiheitlich-demokratischen Sozialismus? Du wirst hier im Forum mehrheitlich nicht die Meinung antreffen, dass der "demokratische Sozialismus" der PDS/LINKEN ein machbares Modell ist oder dass 1968 in der CSSR eine brauchbare Reform stattfand.


Ich möchte einen Sozialismus, wo durch das Gemeineigentum an Produktionsmitteln wir unsere eigenen Herren sind und trotzdem Kritik und eigene Meinung möglich sind. Ist das unvereinbar?
In der DDR war eine Kritik nur im gewissen Rahmen in der Kunst möglich. Eine gesellschaftliche Debatte über Probleme der Gesellschaft, gab es nicht. Probleme wurden einfach totgeschwiegen.


gewe hat geschrieben:
1968 war Konterrevolution angesagt und der Weltfrieden (wieder einmal) stark gefährdet.


Das sehe ich auch so. Der Aufstand musste niedergeschlagen werden. Es gab bestimmt viele die es ehrlich meinten, aber unter dem Banner des "Sozialismus mit menschlichen Antlitz" marschierte eben damals der antikommunistische Mob.

gewe hat geschrieben:
Die Ideologie der PDS/LINKEN ist keine linke Ideologie. Das ist Augenauswischerei und Massenverdummung.


Das sehe ich nicht so. Die kommunistische Revolution liegt in weiter Ferne, wir können die Kapitalisten eben nur durch Tageskämpfe zwingen nicht unsere Lebensgrundlagen anzugreifen.



gewe hat geschrieben:
Du willst mir sicher nicht erzählen, dass die heutige bürgerlich, parlamentarische Demokratie im Interesse des werktätigen Volkes ist, oder?


Nein, zu dem gibt es Wahlen nur solange wie das erwünschte Wahlergebnis rauskommt, ansonsten wird die Diktatur errichtet, siehe Chile.

gewe hat geschrieben:
Oder das CDU- und SPD wirklich Volksparteien sein, wie sie sich gern bezeichnen. Nur weil die Masse eines verdummten Volkes derartige reaktionäre Parteien wählt, machen diese Parteien keine Politik im Interesse des Volkes. Das sind aber eigentlich alles Themen, wo wir davon ausgehen, dass das unseren Mitgliedern im Forum klar ist.


Richtig.

_________________
"Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse." - Karl Marx, Kommunistisches Manifest


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: Fr 10. Okt 2008, 09:06 

Beiträge: 49
gewe hat geschrieben:
Die Ideologie der PDS/LINKEN ist keine linke Ideologie. Das ist Augenauswischerei und Massenverdummung.
Sie ist genau das. "Augenwischerei und Massenverdummung" ist exakt die Folge "linker Ideologie". Deshalb ist diese von kommunistischer Ideologie zu unterscheiden.

_________________
"Die Geschichte der organischen Materie verzeichnet drei Sprünge aus dem Reich der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit. Der erste Sprung ist der vom Unbelebten zum Leben. Der zweite ist der vom Tier zum Menschen. Der dritte, (den wir im Begriff sind zu tun), ist der vom Ideologen zum Marxisten." P.H.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Personenkult
BeitragVerfasst: Fr 10. Okt 2008, 09:23 

Beiträge: 49
Jens hat geschrieben:
Die kommunistische Revolution liegt in weiter Ferne, wir können die Kapitalisten eben nur durch Tageskämpfe zwingen nicht unsere Lebensgrundlagen anzugreifen.
Beide Annahmen sind falsch.
Die kommunistische Revolution ist heute so nah oder fern, wie es die Konterrevolution aus Sicht Ende der siebziger oder Anfang der achtziger Jahre war. Das Verschieben der Möglichkeit der Revolution in die "weite Ferne" ist Defätismus.
Die Lebensgrundlagen der Menschheit werden tagtäglich untergraben. Habe noch selten erlebt, daß ein Kapitalist sich von Arbeitern zu etwas "zwingen" ließ, wozu er nicht auch von selbst bereit gewesen wäre.

_________________
"Die Geschichte der organischen Materie verzeichnet drei Sprünge aus dem Reich der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit. Der erste Sprung ist der vom Unbelebten zum Leben. Der zweite ist der vom Tier zum Menschen. Der dritte, (den wir im Begriff sind zu tun), ist der vom Ideologen zum Marxisten." P.H.


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 37 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2  Nächste

Alle Zeiten sind UTC


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen

Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group

Deutsche Übersetzung durch phpBB.de