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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: So 8. Apr 2007, 10:49 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
John Puntis: Was die Geschichte der Sowjetunion anbetrifft und der Triumph des Revisionismus dort meinst Du, dass Stalin irgendeine Schuld für das trifft, was da passiert ist?

Bill Bland: Alle tragen ihren Teil der Schuld. Du kannst immer hingehen und sagen: 'Stalin hätte mehr machen sollen, hätte dieses oder jenes tun sollen, hätte diese Person rechtzeitig erschießen sollen.' Aber ich möchte Stalin nicht gerne kritisieren, weil ich finde, dass er uns alle um Längen überragt, alle derzeitigen Kommunisten, was seine Politik anbetrifft. Ich denke, es wird immer deutlicher, wenn unsere Analysen stimmen, dass Stalin nicht der alles sehende, allmächtige Diktator war, als was er dargestellt wird, sondern nur tatsächlich Teil eines Kollektivs war, zu deren Mitgliedern auch heimliche revisionistische Verschwörer gehörten und die Menschen konnten von diesen Verschwörern in die Irre geführt werden, von ihrer falschen Linie, auch wenn sie persönlich direkt keine Verschwörer waren. Aber dann muss unsere Bewunderung für Stalin noch viel größer werden, weil er es geschafft hat zu verhindern, dass diese revisionistische Gruppe irgendwelche Schritte unternehmen konnte, die wirklich der sozialistischen Gesellschaft ernsthaften Schaden zugefügt hätte. Und erst drei Jahre nach seinem Tod konnten die ersten Schritte getan werden, um die sozialistische Gesellschaft zu zerstören.

Und es dauerte dann noch einmal dreißig Jahre oder so, bevor sie die gesamte Struktur des Sozialismus, so wie sie sie von Stalin vorgefunden hatten, zerstören konnten. Ich finde, wir können an Stalin nichts kritisieren. Natürlich kann man auf Fehler hinweisen, die er gemacht hat, da Stalin aber eine lebendige Person war und keine mit einem göttlichen Geist ausgestattete, muss er einfach Fehler gemacht haben, aber ich finde keine. Ich habe seine ganzen Werke gelesen und ich kann selbst heute aus der Rückschau nichts entdecken an dem, was er sagte, das heute nicht zutreffen würde. Deshalb finde ich war Stalin ein Vorbild, wie Lenin, hat er ein vorbildliches marxistisch-leninistisches Leben geführt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 10:57 
Administrator
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Gefällt mir!

Wer ist John Putnis?

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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 10:58 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
John Putnis ist Redaktuer von der British Communist League

das komplette Interview ist unter

http://kommunisten-online.de/Kommuniste ... innerungen zu finden

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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 10:59 

Beiträge: 181
Und ein Link zu einer britischen kommunistischen Internetseite:

http://www.newworker.org/

Vielleicht steht ja was kluges drin. Jubelnder Stern


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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 11:01 
Möchtegernputschist
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http://www.oneparty.co.uk/

da steht mehr kluges drin Lachender Stern

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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 11:02 

Beiträge: 181
Ich werd mich mal einlesen. Danke für den Link!


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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 11:03 

Beiträge: 34
Also ich habe einiges von Bland unter anderem " Die Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion" gelesen.
Was drin steht ist zwar interessant und richtig,
aber warum schreibt er so anstrengend.
Ich finde Kommunisten müssen so schreiben, dass die Menschen es gern lesen.
Wir müssen uns viel mehr mit Ästhetik auseinandersetzen und es lernen einfach und schön zu schreiben, eben eine proletarische Schreibweise!

Na was denkt ihr?


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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 11:03 

Beiträge: 181
Willkommen!

Vielleicht liegt es daran, dass man sich viel kürzer fassen kann, wenn man anspruchsvoll schreibt. So kompliziert schreibt doch aber auch keiner!


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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 11:16 
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Kürzer?

Also wenn ich mir die 40 Bände Marx&Engels anschaue oder hier die 40 Bände Lenin...

Übrigens gibt es eine Gesamtausgabe Marx&Engels, die MEGA, die umfasst jetzt schon über 100 Bände und es wird noch daran gearbeitet.

Aber zu masolta: Ich habe den Eindruck, das ist so eine Eigenart von Kommunisten, das die immer extrem viel schreiben. Meiner Meinung liegt da auch ein Problem, das vieles sehr umfangreich ist und zum Teil für den einfachen Proletarier unverständlich. Zumal ihm auch die Zeit fehlt, so viel zu lesen.
Wir hatten diese Diskussion ja auch schon zu dem Genossen Numa Pompilius hier im Forum, der ja auch immer sehr lange aber auch richtige Texte schreibt. Manches kann man aber leider auch nicht mit nur drei Worten ausdrücken.

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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 11:18 

Beiträge: 181
Zitat:
Übrigens gibt es eine Gesamtausgabe Marx&Engels, die MEGA, die umfasst jetzt schon über 100 Bände und es wird noch daran gearbeitet.

Das ist mir im Moment zu viel! 13 sollten für den Anfang reichen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 11:26 

Beiträge: 2008
Im Falle von Numa war jedes Wort ein Genuß und es wäre schade gewesen, wenn er weniger geschrieben hätte.

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»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 11:28 
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Beiträge: 4023
Zitat:
13 sollten für den Anfang reichen.

Du meinst sicher die 13 Bände von Stalin. Schon angekommen?

Von Stalin sagt man auch, das er sich sehr leicht lesen lässt. Das würde ich bestätigen.

(Manche stellen das als Stalins Dummheit hin, das es so leicht geht. Die haben aber vermutlich nichtmal Stalin verstanden.)

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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 11:28 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
das "Problem" bei Bild Bland ist, dass er einer war, der sehr akademisch gearbeitet hat, sich also stark auf Fakten bezog. Das hat seine Vor- und Nachteile.
Ich muss aber insofern widersprechen, dass er unverstädnlich schreibt. Er schreibt eher in einer Art und Weise, wie man es von vielen nicht kennt. Ich meine damit er redet nicht um den heißen Brei, sondern kommt direkt zum Punkt. Das mag zwar stilistisch fürchertlich klingen, ist aber didaktisch sehr gut, weil er nicht vom Thema abweicht, sodass du den wirklichen Inhalt des textes vergisst. (das macht es in vielen Fällen auch schwer ihn zu widerlegen)
Daher finde ich ihn ganz und gar nicht unverständlich ... aber vielleicht liegt es daran, dass ich wohl zu viel von ihm gelesen habe, sodass ich an seinen Stil gewohnt bin

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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 11:30 

Beiträge: 34
Mir ging es nicht darum, dass er unverständlich ist oder so, denn ich hab ihn ja auch verstanden!

Es ging mir nur darum, dass wir mal ästhetischer schreiben sollten!
Also Stalin schreibt meißtens sehr ästhetisch, indem er viele Bilder(Metaphern) verwendet.
Und Bland schreibt sehr sachlich und beweißt eine These mit 5... Quellen!
Diese Art zu schreiben ist sehr wissenschaftlich, aber kann auch abschrecken.

PS: Picasso malte auch einfach, aber gerade in der Einfachheit lag die Kunst.
Einfach zu schreiben ,heißt nich dumm zu sein, sondern ein Interesse zu haben, verstanden zu werden. ( der Vorwurf Stalin sei Dumm, kommt doch von Trotzki? Er hat doch so ne krasse Stalin Biographie geschrieben)


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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 11:31 
Moderator

Beiträge: 384
Zitat:
Ich finde Kommunisten müssen so schreiben, dass die Menschen es gern lesen.

Diese Pflicht hat jeder, der schreibt. Wer furchtbar schreibt, der verdient, daß er nicht gelesen wird, unter Umständen auch noch Schlimmeres.

Die Sache ist die, daß man ein hohes Maß an ästhetischem Empfinden von Politikern, Ökonomen, Historikern, Revolutionären usf, also vielen Leuten, mit denen sich Kommunisten beschäftigen, kaum erwarten kann. Ich kenne Bland kaum, aber ich denke, es geht auch schon aus seinen kürzeren Texten hervor, daß er keine Unterhaltungsliteratur schreibt. Sicherlich kann man auch innerhalb der oben genannten Felder lang- oder kurzweiliger, unterhaltsamer oder trockener, geistreicher oder stumpfsinniger, kurzum: gut oder schlecht schreiben. Aber die Materie für sich schließt es quasi schon aus, daß man sich einfach "berieseln lassen kann". So etwas erfordert immer die Energie des Lesers.

Stalins Stil finde ich auch gelungen. Isaak Deutscher meint, sein Hang zu Bildern, Metaphern, Gelichnissen usf. sei ein Überbleibsel seiner geistlichen Ausbildung, und er gibt ein paar Beispiele, in denen Stalin tatsächlich fast biblische Bilder benutzt hat.

Übrigens: In Sachen "Historiker mit schönem Schreibstil" habe ich, unbelesen wie ich einmal bin, selten etwas besseres als Sebastian Haffner gelesen. Der ist zwar kein Kommunist, aber, soweit ich das beurteilen kann, ein hervorragender Historiker. Ich möchte ihn jedem empfehlen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 11:33 
Administrator
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Beiträge: 4023
Zitat:
Es ging mir nur darum, dass wir mal ästhetischer schreiben sollten!
Also Stalin schreibt meißtens sehr ästhetisch,

So ganz nebenbei, "meistens" mit "ß" oder auch mit "ss" zu schreiben finde ich sehr unästhetisch.

Zitat:
PS: Picasso malte auch einfach, aber gerade in der Einfachheit lag die Kunst.

Aber nicht jeder mag die Bilder von Picasso. So ist es mit dem Geschmack. Und so ist es wohl auch bei Schriftstellern.

Zitat:
Einfach zu schreiben ,heißt nich dumm zu sein, sondern ein Interesse zu haben, verstanden zu werden. ( der Vorwurf Stalin sei Dumm, kommt doch von Trotzki? Er hat doch so ne krasse Stalin Biographie geschrieben)

Natürlich heißt es das nicht. Ob das von Trotzki kommt, k.A. Der hat viele Krasses geschrieben.

Zitat:
Stalins Stil finde ich auch gelungen. Isaak Deutscher meint, sein Hang zu Bildern, Metaphern, Gelichnissen usf. sei ein Überbleibsel seiner geistlichen Ausbildung, und er gibt ein paar Beispiele, in denen Stalin tatsächlich fast biblische Bilder benutzt hat.

http://www.stalinwerke.de/band03/b03-078.html

Stalin: Mit einem Wort: Zählt man die Arbeiter und Soldaten nicht mit, so kann man wahrhaftig sagen: "Gewaltige Stiere haben mich umringt", die verleumden und denunzieren, drohen und flehen, einen ausfragen und ausforschen.

Quelle:
"Große Farren haben mich umgeben, gewaltige Stiere haben mich umringt." Dies ist ein Bibel-Zitat aus dem Buch "Psalmen", Kapitel 22:12.

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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 11:35 

Beiträge: 181
Zitat:
Du meinst sicher die 13 Bände von Stalin. Schon angekommen?


Ja, ich meinte die 13 Bände Stalins. Sie sind noch nicht angekommen, so viel ich weiss jedenfalls nicht.

Stalin als dumm hinzustellen ist schwachköpfig. Vorallem wenn man sieht, was er erreicht hat. Dumme Menschen bleiben dabei hängen über andere, bessere zu urteilen, ohne je selbst der Gesellschaft einen Nutzen gebracht zu haben. Ich meine Trotzki. Die Überbleibsel seines Egoismus treiben noch heute ihr Unwesen- Gespaltenheit innerhalb der sozialistischen Bewegung. In der Politik spielt es keine grosse Rolle, wie jemand schreibt, sondern vielmehr, was die Person schreibt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 11:39 
Troll

Beiträge: 145
Zum Verhältnis Stalin und die Sowjetunion stellt sich für mich folgende Frage:
Gab es in der SU ZK-Beschlüsse u.o. Politbüro-Verfügungen, die auch gegen den Willen Stalins umgesetzt wurden. Brachte S. Initiativen bzw. Verordnungen in eines der genannten Organe ein und stieß auf Ablehnung??? hm...


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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 11:41 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
auszuschließen ist sowas nicht. Ich kann mir ziemlich gut vorstellen, dass Stalin nicht immer alles durchsetzen konnte oder gewisse Zugeständnisse machen musste, da auch er von einer Mehrheit abhängig war.
Momentan kann ich aber keine konkreten Beispiele nennen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 11:42 

Beiträge: 34
interessant, interessant!

Hat nicht einer im Forum mal gepostet, dass Stalin im 19.Parteitag abgewählt wurde???
Würde dies nicht eine Minderheit bedeuten???

oder laber ich wieder schachsinn , dass ich zusammen geträumt habe???


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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 11:43 
Administrator
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Beiträge: 4023
Ist mir nicht bekannt.

http://www.stalinwerke.de/band15/b15-071.html

(Alle erheben sich von den Plätzen. Stürmischer, lang anhaltender Beifall, der in eine Ovation übergeht. Es erschallen Rufe: „Es lebe Genosse Stalin!“, „Dem Genossen Stalin - Hurra!“, „Es lebe der große Führer der Werktätigen der Welt, Genosse Stalin!“, „Dem großen Stalin - Hurra“, „Es lebe der Friede zwischen den Völkern!“ Rufe: „Hurra!“)

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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 11:43 

Beiträge: 181
War der Kampf den Stalin gegen die Gleichmacher führte nicht so ein Fall?


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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 11:44 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
zur Stalins Abwahl als GenSek:
Im Oktober 1952 gelang es den Revisionisten, Stalin aus der Position des Generalsekretärs des Zentralkomitees der KPdSU zu verdrängen, und er war danach nur noch einer von mehreren Sekretären des ZK:
"Am 3. April 1922 wählte das Plenum des Zentralkomitees auf Lenins Antrag hin Stalin zum Generalsekretär der Partei. Stalin diente auf diesem Posten bis Oktober 1952, und von dann ab bis zum Ende seines Lebens war er Sekretär des Zentralkomitees."('Entsiklopeditscheski Slovar' - Enzyklopädisches Wörterbuch - Band 3, Moskau 1955, S. 310).
"Stalin war nicht mehr Generalsekretär des Zentralkomitees. Er hatte all jene besonderen Vollmachten verloren, die ... ihn von anderen Mitgliedern des Sekretariats des Zentralkomitees unterschieden."(Boris Nikolajewski, 'Macht und sowjetische Elite', New York 1965, S. 92).
Diese Beschneidung von Stalins Einfluss wurde in gewisser Weise durch den 'Persönlichkeitskult' überlagert, den die heimlichen Revisionisten um Stalin aufgebaut hatten. Dennoch wurde dies (die Verringerung seines Einflusses - Übers.) von den scharfsinnigeren unter den Analytikern wahrgenommen:
"1950 und 1951 war Stalins Einfluss schon begrenzt."(William O. McCagg, jr., ebd., S. 307).... was sich dann in der Weise fortsetzte, dass Stalin buchstäblich zum 'Gefangenen im Kreml' wurde, wie sich der Amerikaner William McCagg ausdrückte:
"Die Berichte aus der Moskauer (US-)Botschaft nährten sehr stark das Bild von Stalin als 'Gefangenen'."(Ebd., S. 382).Unter diesen Umständen waren die heimlichen Revisionisten in der Lage durchzusetzen, dass die führende Rolle auf dem bevorstehenden 19. Parteitag der KPdSU, der am 3. Oktober eröffnet werden sollte, nicht von dem prinzipienfesten Marxisten-Leninisten Stalin, sondern von dem ZK-Sekretär Georgi Malenkow gespielt werden sollte, der zwar nicht zum Kreis der revisionistischen Verschwörer zählte, der jedoch - so schätzten ihn diese völlig zu Recht ein - als nichtahnendes Werkzeug für den nächsten Schritt ihrer Verschwörung benutzt werden konnte, um die Partei vom Weg des Aufbaus und der Verteidigung des Sozialismus abzubringen:
"Unter Bruch einer langen Tradition, die bis in die zwanziger Jahre zurückreichte, war es nicht Stalin, der den Bericht des Zentralkomitees vortrug. Er nahm auch gar nicht an den Diskussionen auf dem Parteitat teil."(Gabor T. Ritterspoorn, 'Stalinistische Vereinfachungen und sowjetische Kompliziertheit. Soziale Spannungen und politische Konflikte in der UdSSR, 1933-1953', Reading 1991, S. 219).
"Stalin selbst saß während des Parteitags abseits auf einer gesonderten Tribüne und sagte gar nichts, außer dass er eine kurze Schlussansprache hielt."(Robert H. McNeil, ebenda, S. 209).
"Stalin saß da völlig isoliert. ... Er erschien auf dem Parteitag nur zur Eröffnungs- und Schlusssitzung."(Dimitri Wolkogonow, ebd., S. 568).

zu der Frage, ob sich Stalin immer durchsetzen konnte oder nicht sagte Stalin dazu selber:
"Die Quelle für diese Geisteshaltung, der Nährboden, aus dem sie sich in der Partei entwickelt hat, besteht im Anwachsen des bürgerlichen Einflusses in der Partei, unter den Verhältnissen eines ... erbittert geführten Kampfes zwischen kapitalistischen und sozialistischen Kräften innerhalb unserer Volkswirtschaft. Die kapitalistischen Elemente kämpfen nicht nur auf dem Gebiet der Ökonomie; sie versuchen auch, den Kampf in die Sphäre der proletarischen Ideologie hineinzutragen, ... und man kann nicht behaupten, dass ihre Anstrengungen ganz und gar erfolglos sind."(Josef W. Stalin, 'Fragen und Antworten', Juni 1925, in: 'Werke', Band 7, Moskau 1954, S. 166, 167)

ein Beispiel dafür, wo Stalin sich nicht durchsetzen konnte war u. a. die Frage der gleichen Löhne:
"Lenin und Stalin haben sich immer wieder öffentlich dafür ausgesprochen, dass, obwohl die Entlohnung von Arbeitern im Sozialismus auf der Quantität und Qualität der geleisteten Arbeit beruhen muss, die Lohnunterschiede rigoros eingedämmt werden sollten. Bis zu den 30iger Jahren wurde dieses Prinzip auch streng eingehalten.
Die Kampagne, von diesem Prinzip abzugehen, begann damit, dass sich eine gewisse Anzahl von Fabrikdirektoren und Gewerkschaftsfunktionären in einer Reihe von Branchen für eine völlige Aufhebung der Lohnunterschiede einsetzte. Im Juni 1931 verurteilte Stalin völlig richtig die Aufhebung der Lohnunterschiede.
Dies nahm etwa ab 1934 die revisionistische Mehrheit in den führenden Parteiorganisationen der KPdSU zum Anlass, nach und nach immer größere Lohnunterschiede einzuführen, wofür sie als Begründung Stalins Verurteilung der Gleichmacherei bei den Löhnen heranzogen.
Das führte schließlich dazu, dass ein staatlicher Angestellter mehr als 40 mal so viel erhielt wie ein Arbeiter. Der von einem Chauffeur gefahrene Wagen dieses staatlichen Funktionärs wurde dann bald als sein Privateigentum betrachtet, mit dem er sich dann mit seiner Familie zusammen am Wochenende zu seiner Datscha fahren ließ. Ein Fabrikdirektor erhielt bald bis zu 30 mal so viel an Gehalt und Zulagen wie ein Arbeiter seiner Fabrik. Und statt für die Ehre, Parteimitglied zu sein, finanzielle Nachteile zu haben wie dies vorher der Fall war, wurde den Mitgliedern der KPdSU jetzt alle möglichen Privilegien eingeräumt wie die Versorgung mit besonderen Läden, die überdurchschnittlich gut mit Personal ausgestattet waren, so dass man sich dort nicht lange anzustellen brauchte und in denen Waren angeboten wurden, die es in anderen Läden nicht gab.
Diese übertriebenen Unterschiede führten für sich genommen nicht dazu, dass der sozialistische Charakter des sozialen Systems zerstört wurde. Jedoch wurden dadurch die Voraussetzungen geschaffen für die Entstehung einer hoch privilegierten Schicht von arbeitenden Menschen eine Schicht, die dann später, nach Stalins Tod, sich mit Begeisterung dem Revisionismus und kapitalistischen Prinzipien zuwandte. Es wurden die Grundlagen geschaffen für das schließliche Wiedererstehen einer ausbeutenden Klasse von Staatskapitalisten.
Wenn Stalin nun aus irgendeinem Grunde seine prinzipielle Haltung geändert haben sollte in dieser Frage, hätte man von ihm erwarten können, dass er das zum Ausdruck brachte. Ich habe jedoch eine solche Erklärung noch nirgendwo entdeckt. Auf der anderen Seite: Wenn er weiterhin dagegen war, aber an eine Mehrheitsentscheidung gefesselt war, dann hätte man von ihm erwarten können, nichts in der Öffenlichkeit dazu zu sagen, sondern seinen Widerstand gegen diesen Kurs innerhalb der Parteiorganisationen deutlich zu machen.
So kam es, dass der 'Persönlichkeitskult' zusammen mit dem demokratischen Zentralismus der Partei dazu führte, dass es nach außen so schien, als ob Stalin die Politik der außerordentlich hohen Lohnunterschiede unterstützen würde, wobei man sich die Tatsache zunutze machte, dass Stalin es gewesen war, der sich ursprünglich gegen die Gleichmacherei bei den Löhnen ausgesprochen hatte." (Bill Bland: Stalin Mythos und Wirklichkeit

Es gab auch andere Beispiele, wo Stalin sich nicht durchsetzen konnte, so wollte er das Wahlsaystem, wie es in der Verfassung von 1936 stand, noch viel weiter gehen. siehe: http://www.red-channel.de/mlliteratur/s ... n/furr.htm .
ich kann mir auch gut vorstellen, dass gewisse Gesetzesbeschlüsse, wie der, dass die Todesstrafe schon ab 12 Jahren verhängt werden kann, der Verbot der Abtreibung, die Kriminalisierung der Homosexualität etc., eher gegen den Willen Stalins durchgesetzt wurden, als dass er sie befürwortete oder vorschlug.

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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 11:45 

Beiträge: 34
Danke für die Information!
Du bist wie immer sehr zuverlässig!

Stalin war, ist und wird sein!


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 Betreff des Beitrags: Re: Bill Bland über Stalin
BeitragVerfasst: Mo 9. Apr 2007, 11:49 
Troll

Beiträge: 145
der vorangegangene Text zeigt mir doch, wie verwirrend die Epoche von 1936-1939 doch eigentlich war -"Irrungen -Wirrungen" (Fontane)
In der Geschichte der Menschheit hat es nur wenige Revolutionen gegeben,die meisten zudem noch sehr kurz. Eigentlich kann man von daher nur auf die Französische R. sowie die Chinesische R. zurückgreifen. Von der F.R. ist bekannt, daß sie gleichfalls eine Phase des Terrors kannte. (Le grand terreur"), bekanntlich die Zeit unter Robespierre.
Vielleicht läßt sich aus ihr ableiten, daß irgendwann eine Revolution anfängt zu "rasen", sprich Erzeugung von Terror. Das ist aber mehr eine Vermutung, die allerdings beleuchtet gehört.
Instrument des Terrors in der SU waren sicherlich die Troikas. Sie sind als eine janusköpfiges Instrumentarium anzusehen. Einerseits mußte es wohl Häscher geben, die Konmterrevolutionäre aufspürten und sie dingfest machten, andererseits hätte von vornherein deren Kompetenzen beschnitten werden müssen. Dazu gehörte vor allem das Recht zur Exekution, das Recht Todesurteile auszusprechen. Dies war ein unverzeihlicher Fehler, der nun dauerhaft auf die Stalin-Ära einen Riesenschatten wirft.
Apropos Troikas, weiß jemand inwieweit innerhalb der T. Konflikte existierten bzw. ausgetragen wurden??
Es stellt sich natürlich die Frage wie hätten all die vorgekommenen Auswüchse verhindert werden können?
Zunächst ein Vorspann dazu: war es eine verratene Revolution wie Trotzki behauptete? Eher Nein, sicherlich auch Verrat, aber viel mehr als das.
Da waren ganz spezielle geschichtliche Ereignisse, die beachtet werden müssen. Auch ist es so, daß menschliche Leidenschaften, Fehlinformationen, unzureichende Kontrollmechanismen eine Entfesselung hervorrufen. Zudem will bedacht sein, daß der T. nicht dauerhaft existierte!!
Die Auswüchse hätten vielleicht dadurch verhindert werden können, wenn die Werktätigen mehr Macht innegehabt hätten. Dies ist zunächst einmal ein Postulat, das sich einem regelrecht aufdrängt. Wie die Kontrolle von Unten nun konkret ausgesehen hätte, bleibt allerdings zunächst einmal offen. (es wäre eine Diskussion wert)
Vorstellbar ist natürlich auch, daß der Justiz mehr Macht und Eigenständigkeit hätte eingeräumt werden müssen. (Gegengewicht zum NKWD)
Mithin ein gewisses Maß an Gewaltenteilung, damit Macht nicht ausschließlich bei der Partei fokussiert ist.
Vorläufiges Fazit: Die Jahre des Terrors haben auch dazu beigetragen, daß die Arbeiterklasse weltweit so abstinent gegenüber dem Sozialismus ist und so dem Kapitalismus den Rücken stärkt.


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