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 Betreff des Beitrags: Re: Zurück zur DDR?
BeitragVerfasst: Do 23. Okt 2008, 20:05 
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Beiträge: 82
Ich leugne nichts und stehe zu meiner Weltanschauung, gewe!
Da du dich von meinen Fragen nicht angesprochen fühlst, sehe ich ebenso wenig Grund, mich auf dein Gewäsch einzulassen. Drum nutze ich, wie andernorts in diesem Forum so schön formuliert, die Gelegenheit dazu zu schweigen.

_________________
"Was wäre die Folge, wenn es dem Kapital gelänge, die Republik der Sowjets zu zerschlagen? Eine Epoche der schwärzesten Reaktion würde über alle kapitalistischen und kolonialen Länder hereinbrechen, man würde die Arbeiterklasse und die unterdrückten Völker vollends knebeln, die Positionen des internationalen Kommunismus würden liquidiert." -Stalin, Werke Band 9, S. 29,


Zuletzt geändert von oszi am Fr 24. Okt 2008, 20:12, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Zurück zur DDR?
BeitragVerfasst: Fr 24. Okt 2008, 18:14 
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Beiträge: 82
Reden ist Silber und schweigen ist Gold, heißt es im Sprichwort. Bis jetzt habe ich auf eine Antwort des ominösen „Gastes“ gewartet, aber gewe hat sicher keine Lust, sich noch mal zu wiederholen. So will ich mich nun versilbern und noch ein paar Bemerkungen zur aufgeworfenen Streitfrage machen, auf die Gefahr hin – oder gerade deshalb -, dass sich einige User wieder belästigt und beleidigt fühlen. Betroffene können ja weiterklicken.

Um meinen Standpunkt, auch wenn er nicht in das Viereck eines Stalinisten passt, noch mal darzulegen:
Die Fragestellung ist Zurück zur DDR ?.
Meine Antwort hat zwei Sätze: 1) Es wäre schön und 2.)Das ist vorbei und wird nicht wieder.

Denn es muss eine neue Revolution mit erweitertem Inhalt stattfinden. Der fehlende erweiterte Inhalt ist der Mangel, den ich anspreche. Den ich zugegebenermaßen auch nicht weiß, aber den ich in „Gasts“ Klugheit zu finden glaubte.

Es gibt kein Zurück zur DDR!
Die Bastille ist nur einmal erstürmt worden. Brauchbare bürgerliche Errungenschaften überlebten.
Das Winterpalais in Petrograd wurde kein zweites Mal erobert. Aber die Macht der Aristokratie wurde gebrochen.
Die Stalinzeit endete und die SU entwickelte sich zur Weltmacht. Die Stalinzeit war sicher ein respektabler, großer Beitrag. Aber eben nur ein Schritt zum Ziel der Abschaffung der Ausbeutung.
Das Produkt war dann die DDR, welche nun auch nur ein historischer Schritt zum Sozialismus war. Es war eine soziale Gesellschaft, die aber nicht reif genug war, den Verlockungen des Kapitals des Kapitalismus zu widerstehen.
Honecker& Co. schluckte Milliarden von Strauß! Danach lief auch das Volk davon.


...
@ Gast und Hintermänner
Beharrt nur weiter auf der Stalinebene der 50ger Jahre. Damit könnt ihr gut diese Epoche des Aufbruchs illustrieren. Für eine Weiterentwicklung seit ihr aber nicht zu gebrauchen.
Für eine Neuauflage des Sozialismus werdet ihr keine Mauer mehr durch Deutschland errichten können, da braucht es Leute, die hinter Europa die sozialistischen Grenzen global suchen. Und dazu fehlt es euch, Gast und Co., an der Höflichkeit, Toleranz und Volksverbundenheit und vor allem an der erweiterten Theorie.

_________________
"Was wäre die Folge, wenn es dem Kapital gelänge, die Republik der Sowjets zu zerschlagen? Eine Epoche der schwärzesten Reaktion würde über alle kapitalistischen und kolonialen Länder hereinbrechen, man würde die Arbeiterklasse und die unterdrückten Völker vollends knebeln, die Positionen des internationalen Kommunismus würden liquidiert." -Stalin, Werke Band 9, S. 29,


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 Betreff des Beitrags: Re: Zurück zur DDR?
BeitragVerfasst: Fr 24. Okt 2008, 18:37 
Salonbolschewist
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Beiträge: 1077
oszi hat geschrieben:
Denn es muss eine neue Revolution mit erweitertem Inhalt stattfinden. Der fehlende erweiterte Inhalt ist der Mangel, den ich anspreche. Den ich zugegebenermaßen auch nicht weiß, aber den ich in „Gasts“ Klugheit zu finden glaubte.


Verstehe ich das tatsächlich richtig, daß du einen "erweiterten Inhalt" einer irgendwie gearteten Revolution forderst, aber gleichzeitig nicht weisst welcher Inhalt das sein soll?

Du wirst doch sicherlich zugeben, daß es schwer fällt dir an dieser Stelle, so ich das richtig verstanden habe, zu antworten. Mach doch deine Kritik mal an bestimmten Punkten fest, welche strukturellen Schwächen glaubst du denn zum Beispiel, haben dazu geführt, daß die Gesellschaft DDR nicht "reif genug war, den Verlockungen des Kapitals des Kapitalismus zu widerstehen".

oszi hat geschrieben:
Beharrt nur weiter auf der Stalinebene der 50ger Jahre. Damit könnt ihr gut diese Epoche des Aufbruchs illustrieren. Für eine Weiterentwicklung seit ihr aber nicht zu gebrauchen.
Für eine Neuauflage des Sozialismus werdet ihr keine Mauer mehr durch Deutschland errichten können, da braucht es Leute, die hinter Europa die sozialistischen Grenzen global suchen. Und dazu fehlt es euch, Gast und Co., an der Höflichkeit, Toleranz und Volksverbundenheit und vor allem an der erweiterten Theorie.


Welche erweiterte Theorie? In welcher Hinsicht? Ich würde nur zu gerne einmal wissen, was du konkret meinst.

Ansonsten mildere bitte einmal deine Ausdrucksweise. Man muss ja nicht jede Gelegenheit nutzen, um durchzudrehen, daran wollen wir uns mal halten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Zurück zur DDR?
BeitragVerfasst: Fr 24. Okt 2008, 18:42 

Beiträge: 49
oszi hat geschrieben:
Wer wie du die stalinschen Charaktereigenschaften herauskramt, die Lenin in seinem Testament an Stalin in eindrucksvoller Weise bemängelt, ...
Auch wenn es für viele im Forum hier nicht neu ist und das aktuelle "Gespräch" nur tangiert, so möchte ich doch mal auf die Geschichte eingehen.
Lenin bemängelte nicht "die stalinschen Charaktereigenschaften", sondern spricht ganz konkret von einem Mangel und das auf besondere Weise:

    ERGÄNZUNG ZUM BRIEF VOM 24. DEZEMBER 1922

    "Stalin ist zu grob, und dieser Mangel, der in unserer Mitte und im Verkehr zwischen uns Kommunisten durchaus erträglich ist, kann in der Funktion des Generalsekretärs nicht geduldet werden. Deshalb schlage ich den Genossen vor, sich zu überlegen, wie man Stalin ablösen könnte, und jemand anderen an diese Stelle zu setzen, der sich in jeder Hinsicht von Gen. Stalin nur durch einen Vorzug unterscheidet, nämlich dadurch, dass er toleranter, loyaler, höflicher und den Genossen gegenüber aufmerksamer, weniger launenhaft usw. ist. Es könnte so scheinen, als sei dieser Umstand eine winzige Kleinigkeit. Ich glaube jedoch, unter dem Gesichtspunkt der Vermeidung einer Spaltung und unter dem Gesichtspunkt der von mir oben geschilderten Beziehungen zwischen Stalin und Trotzki ist das keine Kleinigkeit, oder eine solche Kleinigkeit, die entscheidende Bedeutung erlangen kann."

Zu diesem Vorwurf nimmt Stalin wie folgt Stellung:

    "Man sagt, Genosse Lenin habe in diesem „Testament“ dem Parteitag vorgeschlagen, man solle sich im Hinblick auf Stalins „Grobheit“ überlegen, ob man nicht Stalin als Generalsekretär durch einen anderen Genossen ersetzen solle. Das stimmt durchaus. Ja, Genossen, ich bin grob gegen diejenigen, die grob und verräterisch die Partei zersetzen und spalten. Ich habe das nicht verheimlicht und verheimliche es nicht. Möglich, dass hier eine gewisse Milde gegenüber den Spaltern erforderlich ist. Aber das bringe ich nicht fertig. Gleich in der ersten Sitzung des ZK-Plenums nach dem XIII. Parteitag ersuchte ich das Plenum des ZK, mich von der Funktion des Generalsekretärs zu entbinden. Der Parteitag selbst behandelte diese Frage. Jede Delegation behandelte diese Frage, und alle Delegationen, unter ihnen auch Trotzki, Kamenew, Sinowjew, verpflichteten Stalin einstimmig, auf seinem Posten zu bleiben.

    Was konnte ich tun? Von meinem Posten davonlaufen? Das ist nicht meine Art, ich bin niemals von irgendeinem Posten davongelaufen, und ich habe kein Recht davonzulaufen, denn das wäre Desertion. Wie ich schon früher sagte, bin ich nicht frei in meinen Entschlüssen, und wenn die Partei mich zu etwas verpflichtet, so muss ich mich fügen.

    Ein Jahr danach richtete ich erneut einen Antrag an das Plenum, mich von meiner Funktion zu entbinden, aber man verpflichtete mich erneut, auf meinem Posten zu bleiben.

    Was konnte ich weiter tun?

    Was die Veröffentlichung des „Testaments“ angeht, so beschloss der Parteitag, es nicht zu veröffentlichen, da es an den Parteitag gerichtet und nicht für die Presse bestimmt war.

    Es gibt bei uns einen Beschluss des Plenums des ZK und der ZKK aus dem Jahre 1926, den XV. Parteitag um die Erlaubnis zu ersuchen, dieses Dokument zu veröffentlichen. Es gibt weiter einen Beschluss des gleichen Plenums des ZK und der ZKK über die Veröffentlichung anderer Briefe Lenins, in denen Lenin Kamenews und Sinowjews Fehler vor dem Oktoberaufstand behandelt und ihren Ausschluss aus der Partei verlangt.

    Es ist klar, dass alles Gerede darüber, die Partei verberge diese Dokumente, gemeine Verleumdung ist. Hierher gehören auch Dokumente wie Lenins Briefe über die Notwendigkeit, Sinowjew und Kamenew aus der Partei auszuschließen. Niemals noch hat die bolschewistische Partei, hat das ZK der bolschewistischen Partei die Wahrheit gefürchtet. Die Stärke der bolschewistischen Partei besteht gerade darin, dass sie die Wahrheit nicht fürchtet und ihr direkt ins Gesicht sieht.

    Die Opposition versucht, mit dem „Testament“ Lenins aufzutrumpfen. Aber man braucht dieses „Testament“ nur durchzulesen, um zu begreifen, dass nichts da ist, womit sie auftrumpfen könnten. Im Gegenteil, das „Testament“ Lenins ist der Tod der heutigen Führer der Opposition.

    In der Tat, es ist eine Tatsache, dass Lenin in seinem „Testament“ Trotzki des „Nichtbolschewismus“ beschuldigt und in Bezug auf Kamenews und Sinowjews Fehler während des Oktobers feststellt, dass dieser Fehler kein „Zufall“ ist. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass man weder Trotzki, der an „Nichtbolschewismus“ leidet, politisch vertrauen darf noch Kamenew und Sinowjew, deren Fehler kein „Zufall“ sind und sich wiederholen können und müssen.

    Es ist bezeichnend, dass über Fehler Stalins in dem „Testament“ kein einziges Wort, keine einzige Andeutung enthalten ist. Dort ist nur von der Grobheit Stalins die Rede. Aber Grobheit ist kein Fehler in der politischen Linie beziehungsweise Position Stalins und kann es nicht sein."
Quelle: www.stalinwerke.de

Die Sache müßte klar sein.
Was nun die besondere Weise betrifft, von der ich eingangs sprach, mit welcher Lenin den Mangel Stalins anspricht, so möchte ich auf Lenins 2.Satz aufmerksam machen:

"... wie man Stalin ablösen könnte, und jemand anderen an diese Stelle setzen, der sich in jeder Hinsicht von Gen. Stalin nur durch einen Vorzug unterscheidet, ..."

Das Wort "einen" ist hervorgehoben. Und nun die Frage: Wer kann das sein, der sich nur durch einen Vorzug von Stalin unterscheidet? Es ist klar, daß es keinen zweiten Stalin gibt. Stalin selbst ist gemeint. Er besitzt alle notwendigen Fähigkeiten/ Eigenschaften, auf die Lenin nicht verzichten möchte. Nur die "Grobheit" muß er zügeln, ansonsten wird er abgelöst.
Stalin hat sich dieser Kritik gestellt und die richtigen Schlußfolgerungen gezogen.

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"Die Geschichte der organischen Materie verzeichnet drei Sprünge aus dem Reich der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit. Der erste Sprung ist der vom Unbelebten zum Leben. Der zweite ist der vom Tier zum Menschen. Der dritte, (den wir im Begriff sind zu tun), ist der vom Ideologen zum Marxisten." P.H.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zurück zur DDR?
BeitragVerfasst: Fr 24. Okt 2008, 19:44 
[quote="oszi"][quote="Gast"]Hallo Oszi,

.......

Die Diktatur des Proletariats kommt darin jedoch nicht vor. Und genau sie macht das Wesen der sozialistischen Gesellschaft aus, wenn es um die Abschaffung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen gehen soll. Dass der "Grossteil der Bevölkerung" irgendwo "Revolution macht", hast Du sicherlich bei keinem Klassiker des Marxismus-Leninismus lesen können, sondern Dir selbst so zusammengereimt. Meinst Du ernsthaft, dass "der Grossteil der Bevölkerung" Russlands an der Oktoberrevolution beteiligt war? Meinst Du ernsthaft, dass "der Grossteil der Bevölkerung" 1952 in der DDR eine sozialistische Gesellschaft unbedingt aufbauen wollte? Hast Du Dich jemals mit der Frage beschäftigt, was das gesellschaftliche Bewusstsein ausmacht, aus welchen Teilen es besteht? Was beispielsweise "Alltagsbewusstsein" oder "wissenschaftliches Bewusstsein" ist?
.......
Osiel[/quote]

Meinst du nicht, dass es zur Konterrevolution 1989/90 kam, weil man es verabsäumte, die unterdrückten Klassen einzubeziehen anstatt anzuweisen und zu administrieren? In der Bevölkerung wusste man manchmal nicht, bin ich Ausbeuter oder Prolet. Mancher Nachkömmling eines Pfaffen legte das Gelöbnis der Jugendweihe ab und konfimierte sich im nächsten Jahr. Solche Wendehälse wurden gefeiert. Aber wehe, ein Abiturient ging nicht mindestens 3 Jahre zur Armee (NVA).
Das Ergebnis der Ignoranz gegenüber der eigenen Bevölkerung liegt gegenwärtig auf der Hand. Wir haben kein Recht, dem Volk Vorwürfe zu machen - im Gegenteil - das Volk hat ein Recht, zu erfahren, warum es jetzt in dieser besch.... Lage ist, warum es hierzulande in manchen Wohngebieten aussieht, wie nach dem Krieg, usw. usw..[/quote]


Hallo Oszi,

jeder kann seine eigene Meinung haben und vertreten. Du Deine, ich meine.

Zu Deinen recht merkwürdigen Aussagen, die die DDR Mitte und Ende der 80er Jahre betreffen. Weil "unterdrückte Klassen nicht einbezogen werden", soll es danach "zu einer Revolution gekommen sein".

Sorry, gehen wir mal in die Geschichte der Revolutionen:

Bei der Oktoberrevolution hatte der Zar sorry Kerenski vergessen, unterdrückte Klassen "einzubeziehen", weshalb der Panzerkreuzer "Aurora" dann Schüsse abfeuerte und rote Garden des revolutionären Proletariats das Winterpalais in St. Petersburg stürmten? Ich setze mal entgegen, dass ein Grossteil der Arbeiter in den 1. Weltkrieg als Kanonenfutter einbezogen war. Was den Vorteil (für die Revolutionäre) hatte, dass dieser Grossteil der Arbeiter bewaffnet war und als Kieler Matrosen oder sonstige bewaffnete Einheiten unter Führung rasch spontan gewählter Arbeiter- und Soldatenräte die regionalen Aufstände durchführte. Wie zu sehen ist, war die Arbeiterklasse stets einbezogen in die Gesellschaft, ebenso die Sklavenklasse zu Zeiten von Spartacus und die Bauernklasse zu Zeiten des Feudalismus. Quod erat demonstrandum, was zu beweisen war! Und per Fakten bewiesen ist.

Nun mag ja sein, dass es für Dich 1949-1989 in der DDR die "Klasse der Bonzen" contra "Klasse der Nichtbonzen" gegeben haben soll. So sahen es in der Tat ja zu DDR-Zeiten auch einige Menschen, nicht etwa nur der braunschwarze Bänkelsänger Biermann im Geldrausch ihn besuchender D-Mark-Bringer. Dass die ach so privilegierten "Bonzen" lediglich einen erbärmlich zu nennenden Luxus im Wandlitzer Reihenhäuschen hatten, konnte jedoch dem aufmerksamen Beobachter jener Zeiten nicht entgehen. Weshalb da also die Legende von der angeblichen Bonzendiktatur zwecks Privilegiensicherung schlicht in sich zusammengebrochen ist, zumal wir es kraft "Amigo"- und ähnlichen Seilschaften mit wirklichen Bonzenklüngeln in all den öffentlich-rechtlichen Privilegienspar- und Schweinefonds anschaulich zu tun bekommen haben, seit wir mit denen zumindest territorial vereint wurden.

Ich kann nur schwer empfehlen, mal bei Kurt Gossweiler nachzulesen, wie es zum Ende der DDR zwangsläufig gekommen ist. Schabowskis Maueröffnung ein Zufall? Wer dies glaubt, mag selig werden ... ich will eh in die Hölle!

"In der Bevölkerung wusste man manchmal nicht, bin ich Ausbeuter oder Prolet." Wenige Verwirrte gab es. Ich kannte jahrzehntelang in der DDR niemanden mit konkret diesem Problem.

"Mancher Nachkömmling eines Pfaffen legte das Gelöbnis der Jugendweihe ab und konfimierte sich im nächsten Jahr. Solche Wendehälse wurden gefeiert." Bitte, wo gab es denn Feiern dieser Art in der DDR? Ich habe weder so eine Feier dort jemals erlebt noch von solchen Feiern seinerzeit irgendwo was gehört. Lebtest Du in einem Paralleluniversum?

"Aber wehe, ein Abiturient ging nicht mindestens 3 Jahre zur Armee (NVA)." Ein Drittel der Abiturienten absolvierte lediglich 18 Monate Grundwehrdienst. Was passierte denen denn nun Schlimmes? Sie studierten. Sie arbeiteten später. Mag ja sein, daß dieses Schicksal sie ganz übel traf. Jedoch konnte ich kein Weh und Ah ihrerseits jemals seinerzeit erleben. Daher vermute ich erneut, dass wir auf zwei verschiedenen Planeten lebten. Ich bin dann mal gerne das Marsmännchen, oki?

Zuletzt schreibst Du: "Das Ergebnis der Ignoranz gegenüber der eigenen Bevölkerung liegt gegenwärtig auf der Hand. Wir haben kein Recht, dem Volk Vorwürfe zu machen - im Gegenteil - das Volk hat ein Recht, zu erfahren, warum es jetzt in dieser besch.... Lage ist, warum es hierzulande in manchen Wohngebieten aussieht, wie nach dem Krieg, usw. usw."

Ich erlebte keine Ignoranz, ich erlebte sehr viele Versammlungen. Wo Fragen gestellt wurden, wo diskutiert wurde. Wer wollte, ging hin und machte den Mund auf. Und daß es mancherorts wie nach dem Krieg aussah, war durchaus Thema. Und dann wurde sehr wohl erklärt, dass die DDR auf den Trümmern nun mal jenes von den deutschen Hitlerfaschisten zu verantwortenden verheerenden 2. Weltkrieges entstanden ist. Daß Flächenbombardements der Westalliierten 1945 schwerpunktmäßig die künftig sowjetisch besetzten Gebiete Deutschlands in Schutt und Asche legten, während mit US-Kapitalbeteiligung produzierende Werke wie FORD in Köln oder das heutige Bayerwerk in Leverkusen tunlichst von Bomben verschont blieben. Und fahre doch bitte mal nach Gelsenkirchen oder Duisburg oder in saarländische Industrieregionen, dann siehst Du auch "Gegenden wie '45".

Wichtiger ist doch wohl, daß der Wohnungsbau in der DDR bestens vorankam, so daß zumindest Mitte der 80er Jahre das Wohnungsproblem als gesellschaftliches Hauptproblem, wie es so schön hieß, faktisch gelöst war. Dies alles bei sehr bezahlbaren Mieten und sehr erträglichen Wohnnebenkosten. Dies ist wohl das Gegenteil von Ignorieren der Grundbedürfnisse der Menschen, wenn ein sozialistischer Staat massiv in den öffentlichen Wohnungsbau investiert und der ganz große Teil der Bevölkerung davon den Nutzen hat. Denn die sozialen Menschenrechte sind nun mal

- Recht auf ausreichende Ernährung
- Recht auf angemessenes Wohnen
- Recht auf Arbeit mit zufriedenstellendem Lohn und guten Arbeitsbedingungen
- Recht auf Frieden
- Recht auf Zugang zu Bildung und Kultur
- Recht auf angemessene Kleidung
usw.

Daß die DDR-Regierung Grundbedürfnisse der DDR-Bevölkerung ignoriert haben soll, ist Geschwätz des damaligen Klassengegners. Was alles nicht heißt, daß die DDR etwa das Arbeiter- und Bauernparadies auf Erden gewesen sein soll. Dies war sie nicht. Aber sie hatte die weltweit fortschrittlichste Arbeitsgesetzbung! Nirgendwo auf der Erde haben jemals Arbeiter mehr Rechte gehabt als in der einstigen DDR.

Ignoranz? Wer Honecker sprechen wollte, konnte sich für seine Bürgersprechstunde anmelden gehen. Die Wartezeiten waren da nicht kurz. Immerhin war es möglich, direkt mit Honecker zu sprechen. Hast Du mal beim Bundespräsidialamt für ein Gespräch mit dem höchsten Staatsmann Teutoniens, dem Bupräs, angefragt? Ich habe dies mal getan. Antwort: Er gewährt keinerlei Bürgersprechstunde. Punkt. Soviel zum Thema Ignoranz gestern in der Tätärä und heute in Teutonien.

Die DDR-Bevölkerung hatte die riesengroße Möglichkeit, sich den Marxismus-Leninismus anzueignen und als bewusste schöpferische Kraft der Volksmassen Richtung Kommunismus voranzukommen. Wie sich heute anhand der 2,3 Millionen immer noch aktiven kommunistischen Helden und Kämpfer im Osten (vorsicht, bittere ironie!) zeigt, blieb die Masse der deutschen Bevölkerung auch im Osten lediglich scheinheilig und obrigkeitshörig. Die SED verkam zum Karrieristenstadl. Weiter reichte das Massenbewusstsein nicht. Und dies in einem Lande, wo 40 Jahre lang Marxismus-Leninismus Hauptfach des gesamten Volksbildungssystems war. Auf der Grundlage von Originalschriften der Klassiker des Marxismus-Leninismus. Die "Rotlichtbestrahlung" verfing also nicht. Die Konsumgeilheit hingegen wurde immer ausgeprägter. Zu den Hintergründen bitte bei Kurt Gossweiler nachlesen!

"Das Volk hat ein Recht ..." das ist doch Blödsinn und falsch! Das Volk muß sich sein Recht bitte erkämpfen. Wenn es Unrecht hinnimmt, dann wird es mit Unrecht zu leben haben. Siehe Teutonen anno 2008. Das Volk der Tätärä konnte über seine Staatsverfassung per Volksabstimmung entscheiden. Gab es dies jemals für die heute lebenden Teutonen in Teutonien? "Das Volk hat ein Recht...", - das ist lächerliche Phrasendrescherei, nichts weiter! Wo soll denn dieser auf wundersame Weise geltende Rechtsanspruch des Volkes herkommen? Soll Gott dies garantieren? Na dann bete mal fleißig weiter und erleide die Höllenqualen schon bei Deinen Illusionen auf Erden, ich lache mich derweil über all die Untertanengeister im Volke der Teutonen kaputt und lecke mit an den schmerzenden Wunden der letzten paar aufrechten Kommunisten in jener antikommunistisch gleichgeschalteten spießigen Einöde dort. Ich schaue bei all dem lieber woandershin. Dorthin, wo sich was tut. Die Welt ist groß, und Teutonien ist längst nicht der Nabel der Welt.

Schönes Wochenende ins Forum,
Osiel


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 Betreff des Beitrags: Re: Zurück zur DDR?
BeitragVerfasst: Fr 24. Okt 2008, 19:53 
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Beiträge: 82
[quote="Ben"]...
Mach doch deine Kritik mal an bestimmten Punkten fest, welche strukturellen Schwächen glaubst du denn zum Beispiel, haben dazu geführt, daß die Gesellschaft DDR nicht "reif genug war, den Verlockungen des Kapitals des Kapitalismus zu widerstehen". Ende Zitat ben

Du brauchst nur zwei Sätze weiter zulesen und schon hast du die Antwort. Deine salonartige Kurzsichtigkeit ist keine Entschuldigung. Dass die DDR nicht mehr ist, liegt daran, dass dafür keine gesellschaftliche Notwendigkeit mehr besteht. Das Volk ist dem verordneten Arbeiter- und Bauernstaat davongelaufen. Eine vom Volk geforderte und ehrlichen Herzens gewünschte DDR würde sicher noch bestehen.
Ich will auch den Sozialismus zurück, verdammt nochmal!
Deshalb habe ich hier meine Fragen gestellt und gehofft, auf gleichgesinnte Patrioten zu stossen und über die Zukunft zu fachsimpeln, habe aber gelernt, mit beleidigten Leberwürsten und belästigten Alleswissern kann man keinen Staat gewinnen.

@polly
Glaubst du, ich habe Lenins Testament nicht gelesen?
Heut in zwei Monaten ist wieder Heiligabend, da kannst du Lenins Testament repetieren. :spinner:

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 Betreff des Beitrags: Re: Zurück zur DDR?
BeitragVerfasst: Fr 24. Okt 2008, 20:20 
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Zitat:
@ Gast und Hintermänner
Beharrt nur weiter auf der Stalinebene der 50ger Jahre. Damit könnt ihr gut diese Epoche des Aufbruchs illustrieren. Für eine Weiterentwicklung seit ihr aber nicht zu gebrauchen.
Für eine Neuauflage des Sozialismus werdet ihr keine Mauer mehr durch Deutschland errichten können, da braucht es Leute, die hinter Europa die sozialistischen Grenzen global suchen. Und dazu fehlt es euch, Gast und Co., an der Höflichkeit, Toleranz und Volksverbundenheit und vor allem an der erweiterten Theorie.


loooool


Muss man sich mit sowas noch auseinandersetzen? Wo die Analyse geschichtlicher Notwendigkeiten erstickt wird in einem Korsett parolenhafter Aufrufe zu Volksnähe? Oszi, du langweilst.

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Eine gut geleitete Staatsregierung muß ein ebenso festgefügtes System haben wie ein philosophisches Lehrgebäude. Alle Maßnahmen müssen gut durchdacht sein, Finanzen, Politik und Heerwesen auf ein gemeinsames Ziel steuern.
Ein System kann aber nur aus einem Kopfe entspringen; also muß es aus dem des Herrschers hervorgehen.


Friedrich der Große


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 Betreff des Beitrags: Re: Zurück zur DDR?
BeitragVerfasst: Fr 24. Okt 2008, 20:24 
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Ben hat geschrieben:
oszi hat geschrieben:
Denn es muss eine neue Revolution mit erweitertem Inhalt stattfinden. Der fehlende erweiterte Inhalt ist der Mangel, den ich anspreche. Den ich zugegebenermaßen auch nicht weiß, aber den ich in „Gasts“ Klugheit zu finden glaubte.


Verstehe ich das tatsächlich richtig, daß du einen "erweiterten Inhalt" einer irgendwie gearteten Revolution forderst, aber gleichzeitig nicht weisst welcher Inhalt das sein soll?

...

Na und ? Ist es so schlimm, dass man etwas nicht weiß? Und wenn man ausgeht Antwort auf seine Fragen zu finden und fragt und stößt auf belästigte und beleidigte Genossen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Zurück zur DDR?
BeitragVerfasst: Fr 24. Okt 2008, 20:30 
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Beiträge: 353
Zitat:
Na und ? Ist es so schlimm, dass man etwas nicht weiß? Und wenn man ausgeht Antwort auf seine Fragen zu finden und fragt und stößt auf belästigte und beleidigte Genossen?


Tu doch nicht so, als hättest du nicht schon längst eine feste Meinung. Einerseits betonst du hier ständig, dass du andauernd und natürlich nur Fragen stellen willst, andererseits traktierst du uns fortwährend damit, dass wir und die DDR nicht volksnah genug war - und bei dir "liegt es ja auf der Hand", dass dies der Fehler des Sozialismus war. Also was willst du eigentlich? Diskutieren nicht, das mussten wir bisher feststellen.

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Friedrich der Große


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 Betreff des Beitrags: Re: Zurück zur DDR?
BeitragVerfasst: Fr 24. Okt 2008, 20:35 
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Beiträge: 82
Osiel hat geschrieben:
oszi hat geschrieben:
Gast hat geschrieben:
Hallo Oszi,

.......

Die Diktatur des Proletariats kommt darin jedoch nicht vor. Und genau sie macht das Wesen der sozialistischen Gesellschaft aus, wenn es um die Abschaffung der
Schönes Wochenende ins Forum,
Osiel

.....
@ osiel
Hast gar nicht in der DDR gelebt? Und wenn, wo? Du bist doch weiter von der Realität entfernt als das damalige Politbüro!

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 Betreff des Beitrags: Re: Zurück zur DDR?
BeitragVerfasst: Fr 24. Okt 2008, 20:37 
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Beiträge: 1077
Pavel hat geschrieben:
Zitat:
@ Gast und Hintermänner
Beharrt nur weiter auf der Stalinebene der 50ger Jahre. Damit könnt ihr gut diese Epoche des Aufbruchs illustrieren. Für eine Weiterentwicklung seit ihr aber nicht zu gebrauchen.
Für eine Neuauflage des Sozialismus werdet ihr keine Mauer mehr durch Deutschland errichten können, da braucht es Leute, die hinter Europa die sozialistischen Grenzen global suchen. Und dazu fehlt es euch, Gast und Co., an der Höflichkeit, Toleranz und Volksverbundenheit und vor allem an der erweiterten Theorie.


loooool


Muss man sich mit sowas noch auseinandersetzen? Wo die Analyse geschichtlicher Notwendigkeiten erstickt wird in einem Korsett parolenhafter Aufrufe zu Volksnähe? Oszi, du langweilst.


Ja er langweilt.

Und hat nicht kapiert daß mein Aufruf an ihn, konkreter zu werden und den Tonfall zu mäßigen seine letzte Chance war, in diesem Faden nicht der Dorftrottel zu sein. Oszi lässt keinerlei auch nur grundsätzliches politisches Verständnis erkennen, anhand dessen wir mit ihm diskutieren könnten und pöbelt ganz nebenbei gegen polly, obwohl diese lediglich die Sache mit dem Testament noch einmal erklärte. Das allein reichte anscheinend, um Oszi auf die Palme zu treiben: Erklärungen.

Hier können wir uns die Mühe sparen. Lohnt sich nicht.

Faden geschlossen.

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