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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: Hallo!
BeitragVerfasst: Di 2. Sep 2008, 23:28 
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Beiträge: 14
Hallo zusammen,

Ich lese seit einigen Tagen fleissig die Beiträge in eurem Forum. Irgendwie bin ich über den Begriff "Thälmann" durch Google hier reingestolpert.

Politik und Geschichte hat mich schon immer interessiert, besonders die Ereignisse vor, während und nach dem 2. Weltkrieg, besonders der "Kampf der Systeme". Ich möchte hier keine Einzelheiten zu meiner Person öffentlich machen, aber damit die User hier bescheiden wissen: Ich bin Mitte 20, einfacher Industriearbeiter und auf der Suche - wie so viele - nach dem Sinn! Ich bezeichne mich als Idealist und und fühle mich dem Sozialismus sehr hingezogen. Ich würde mich schon als Sozialisten bezeichnen, nur sehe noch einen längeren Weg vor mir bis zur "absoluten Erkenntnis" der Dinge (unabhängig davon lernt man ja nie aus).

Ich mochte das kapitalistische System noch nie, aber erst in letzter Zeit habe ich das Gefühl, das ganze Ausmass des Kapitalismus zu begreifen. Vieles was beispielsweise bei mir im Betrieb abläuft erkenne ich erst jetzt als grosse Heuchelei. Das ganze Unrecht, GANZ PRINZIPIELL. Habe ich mich Früher noch über die Symptome geärgert, so erkenne ich heute das politische System selbst als grösstes Übel und die Wurzel der ganzen (ich kann es nicht anders formulieren) Scheisse an.

Ich habe weder Politik studiert noch irgendwelche Kurse besucht, trotzdem würde ich sagen, dass ich zumindest die sozialistischen Grundprinzipien begriffen habe. Ich habe allerdings grosse Schwierigkeiten beim erlernen dieser politischen Alternative. Einzig das "Kommunistische Manifest" ist mir komplett verständlich. Andere Bücher sind zwar in meinem Besitz, aber ohne grossen Nutzen. Zuviele Fremdwörter, zuviel komplex-wissenschaftliches... in meinen Augen. Vielleicht kann mir der ein oder andere User einen Ratschlag geben. Ich habe mich vorallem im Forum angemeldet, um weiteres zu lernen..

Ich freue mich jedenfalls schon auf zukünftige Diskussionen.

MFG


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 Betreff des Beitrags: Re: Hallo!
BeitragVerfasst: Mi 3. Sep 2008, 11:39 
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Beiträge: 131
Herzlich Willkommen!

Kumrovec hat geschrieben:
Ich mochte das kapitalistische System noch nie, aber erst in letzter Zeit habe ich das Gefühl, das ganze Ausmass des Kapitalismus zu begreifen. Vieles was beispielsweise bei mir im Betrieb abläuft erkenne ich erst jetzt als grosse Heuchelei. Das ganze Unrecht, GANZ PRINZIPIELL. Habe ich mich Früher noch über die Symptome geärgert, so erkenne ich heute das politische System selbst als grösstes Übel und die Wurzel der ganzen (ich kann es nicht anders formulieren) Scheisse an.


Wäre toll wenn du darüber mehr berichten würdest.

_________________
"Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse." - Karl Marx, Kommunistisches Manifest


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 Betreff des Beitrags: Re: Hallo!
BeitragVerfasst: Mi 3. Sep 2008, 15:08 
Literat

Beiträge: 2947
Hallo Kumrovec, ich sag mal stellvertretend für die Chefetage: Herzlich willkommen im Forum. Wir freuen uns über jeden neuen User, der von uns und von dem wir etwas lernen können.

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Der Hunsch wars!


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 Betreff des Beitrags: Re: Hallo!
BeitragVerfasst: Mi 3. Sep 2008, 19:11 
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Beiträge: 14
Jens hat geschrieben:
Herzlich Willkommen!

Kumrovec hat geschrieben:
Ich mochte das kapitalistische System noch nie, aber erst in letzter Zeit habe ich das Gefühl, das ganze Ausmass des Kapitalismus zu begreifen. Vieles was beispielsweise bei mir im Betrieb abläuft erkenne ich erst jetzt als grosse Heuchelei. Das ganze Unrecht, GANZ PRINZIPIELL. Habe ich mich Früher noch über die Symptome geärgert, so erkenne ich heute das politische System selbst als grösstes Übel und die Wurzel der ganzen (ich kann es nicht anders formulieren) Scheisse an.


Wäre toll wenn du darüber mehr berichten würdest.
Ich muss rückblickend auf die letzten Jahre sagen, dass ich ziemlich oft auf antikommunistische Propaganda hereingefallen bin. Irgendwann habe ich diese Gleichmacherei von Kommunismus und Faschismus wohl geschluckt. Heute denke ich, dass Gerechtigkeit und Gleichheit vor der "Freiheit" des Privatinteresses steht. Jeder (sollte man meinen) hat ja Ideale, auf denen seine politische Überzeugung ruht. Ich fing irgendwann an, alle Einflüsse (Grosse und kleine Medien, Internet, Zeitungen, TV, Meinungen etc) objektiv zu analysieren (das werden die meisten jenseits der Masse als selbstverständlich ansehen, allerdings muss man selbst erst darauf kommen welcher Gehirnwäsche man ausgesetzt ist) und danach meinen Idealen entsprechend zu bewerten. Diese Denkweise hat mich einen grossen Schritt nach vorne katapultiert.

Jetzt noch etwas zu der Firma, in der ich angestellt bin. Vor etwa 20 Jahren, als ich noch ein unschuldiger Junge war, der mit Lego spielte, wurde die Firma von einem US-amerikanischen Konzern aufgekauft. Dabei wurden über die Jahre Leistungen die für die Arbeiter bis dahin galten, dem internationalen Niveau "angepasst" - das heisst übrigens verringert oder abgeschafft. Das bei einem Standort, der jährlich fast 20% Wachstum zu verzeichnen hat! In meiner Abteilung (der Produktion) gab es in den letzten Jahren keine neuen Arbeitsplätze! Der Arbeitsdruck steigt auch dadurch kontinuierlich.

Von den Arbeitern wird seit geraumer Zeit verlangt, eine gewisse Anzahl von Verbesserungsvorschlägen innerhalb eines Jahres vorzubringen. Diese müssen die Produktivität und zweitrangig die Sicherheit (Null-Krankheits bzw. Unfälle wird angestrebt) des Betriebes steigern. Der Standort verzeichnete allein dadurch nach eigenen Schätzungen im Jahr 2007 über 500000 Euro an Einsparungen. Abgesehen von Lobreden Ende Jahres über die guten Ergebnisse (im Januar werden diese traditionsgemäss abgelöst durch Forderungen nach mindestens weiteren 15% Wachstum) erhält der Arbeiter durch diesen Einsatz nichts, ausser der Gewissheit, den Wert der Firma (an der Börse) ein weiteres Mal gesteigert zu haben. Noch nicht einmal die Sicherheit, dass die bestehenden Arbeitsplätze eines solch erfolgreichen Unternehmens abgesichert sind, kann sich der Arbeiter erhoffen. Dies alles funktioniert nach den Regeln des Systems, dass ich nicht länger aktzeptieren werde.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hallo!
BeitragVerfasst: Mi 3. Sep 2008, 19:30 
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Beiträge: 4023
Kumrovec hat geschrieben:
Von den Arbeitern wird seit geraumer Zeit verlangt, eine gewisse Anzahl von Verbesserungsvorschlägen innerhalb eines Jahres vorzubringen. Diese müssen die Produktivität und zweitrangig die Sicherheit (Null-Krankheits bzw. Unfälle wird angestrebt) des Betriebes steigern. Der Standort verzeichnete allein dadurch nach eigenen Schätzungen im Jahr 2007 über 500000 Euro an Einsparungen. Abgesehen von Lobreden Ende Jahres über die guten Ergebnisse (im Januar werden diese traditionsgemäss abgelöst durch Forderungen nach mindestens weiteren 15% Wachstum) erhält der Arbeiter durch diesen Einsatz nichts, ausser der Gewissheit, den Wert der Firma (an der Börse) ein weiteres Mal gesteigert zu haben. Noch nicht einmal die Sicherheit, dass die bestehenden Arbeitsplätze eines solch erfolgreichen Unternehmens abgesichert sind, kann sich der Arbeiter erhoffen. Dies alles funktioniert nach den Regeln des Systems, dass ich nicht länger aktzeptieren werde.


Ja, das ist eine schöne Schilderung und betrifft nicht nur Betriebe, die amerikanisiert wurden. Das ist Kapitalismus. Aber hach ja, man ist ja froh, dass man was hat. Stimmts? So reden die meisten...

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Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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 Betreff des Beitrags: Re: Hallo!
BeitragVerfasst: Mi 3. Sep 2008, 19:35 
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Beiträge: 14
NumaPompilius hat geschrieben:
Hallo Kumrovec, ich sag mal stellvertretend für die Chefetage: Herzlich willkommen im Forum. Wir freuen uns über jeden neuen User, der von uns und von dem wir etwas lernen können.
Danke für die schönen Worte!


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 Betreff des Beitrags: Re: Hallo!
BeitragVerfasst: Mi 3. Sep 2008, 19:39 
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Beiträge: 14
Woschod hat geschrieben:
Kumrovec hat geschrieben:
Von den Arbeitern wird seit geraumer Zeit verlangt, eine gewisse Anzahl von Verbesserungsvorschlägen innerhalb eines Jahres vorzubringen. Diese müssen die Produktivität und zweitrangig die Sicherheit (Null-Krankheits bzw. Unfälle wird angestrebt) des Betriebes steigern. Der Standort verzeichnete allein dadurch nach eigenen Schätzungen im Jahr 2007 über 500000 Euro an Einsparungen. Abgesehen von Lobreden Ende Jahres über die guten Ergebnisse (im Januar werden diese traditionsgemäss abgelöst durch Forderungen nach mindestens weiteren 15% Wachstum) erhält der Arbeiter durch diesen Einsatz nichts, ausser der Gewissheit, den Wert der Firma (an der Börse) ein weiteres Mal gesteigert zu haben. Noch nicht einmal die Sicherheit, dass die bestehenden Arbeitsplätze eines solch erfolgreichen Unternehmens abgesichert sind, kann sich der Arbeiter erhoffen. Dies alles funktioniert nach den Regeln des Systems, dass ich nicht länger aktzeptieren werde.


Ja, das ist eine schöne Schilderung und betrifft nicht nur Betriebe, die amerikanisiert wurden. Das ist Kapitalismus. Aber hach ja, man ist ja froh, dass man was hat. Stimmts? So reden die meisten...
Leider ist es so. Die Masse glaubt ein Schicksal ist der Grund für die Umstände. Wie im Lotto - reine Glückssache.


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 Betreff des Beitrags: Re: Hallo!
BeitragVerfasst: Do 4. Sep 2008, 18:53 

Beiträge: 2008
Die meisten Menschen wissen es nicht besser. Viele sind zum Denken zu bequem oder unfähig geworden. Dafür haben dieses wunderbare Bildungssystem und die verdummenden Medien gesorgt.
Wer fragt sich mal, ob er wirklich alles über die Ursachen seines Lebenszustandes weiß.
Wer hinterfragt kritisch, ob das, was ihm so täglich vorgekaut wird, wirklich das ist, was für dieses Leben entscheidend ist.
Wer von den Fragenden findet dann den Weg zum anstrengenden Studium des Marxismus? Viele trauen sich gar nicht. Nur besser wird das Leben dadurch auch nicht und erst recht nicht der Kapitalismus. Den kann man nicht verbessern - den muß man überwinden. Das erfordert verdammt viel Wissen, viel Mut, Kraft und bei manch einem das Wertvollste - das Leben. :redstar164:

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»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Hallo!
BeitragVerfasst: Do 4. Sep 2008, 21:26 
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Beiträge: 82
Als das sozialistische Lager noch bestand, musste der Kapitalist soziale Rücksichten nehmen. Das Leben in der Freiheit sollte brillianter erscheinen als der "ostzonale"Alltag.
Dafür war immer genug Geld da.
Es war Geld da für alle Bequemlichkeiten. Um die DDR Bevölkerung zu beinflussen wurden die DDR Bürger in TV-Unterhaltungssendungen extra begrüßt. Wer in die Bundesrepublik reisen durfte, bekam 100 DM Begrüßungsgeld. Selbst Inhaftierte wurden für Unsummen freigekauft.
Es war immer Geld da.
Selbst als die Mauer fiel waren für jeden Besucher (ich denke mal 17 Millionen) 100 DM da.
Immer war Geld da.
Und heute?
Ist auch das Geld da.
Aber es wird nicht mehr fürs Volk verbraucht. Die sozialistische Konkurrenz ist ja weggebrochen. ....
Ich weiß es aus verschiedenen Quellen: Nicht nur im Osten Deutschlands ballt sich die proletarische Faust in der Manteltasche!

_________________
"Was wäre die Folge, wenn es dem Kapital gelänge, die Republik der Sowjets zu zerschlagen? Eine Epoche der schwärzesten Reaktion würde über alle kapitalistischen und kolonialen Länder hereinbrechen, man würde die Arbeiterklasse und die unterdrückten Völker vollends knebeln, die Positionen des internationalen Kommunismus würden liquidiert." -Stalin, Werke Band 9, S. 29,


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 Betreff des Beitrags: Re: Hallo!
BeitragVerfasst: Fr 5. Sep 2008, 17:34 

Beiträge: 2008
Nicht immer ist Quellenwissen ausreichend. Manchmal sollte man es lieber selbst überprüfen. Die korrekte Analyse einer historischen Situation gehört zur Arbeit eines Kommunisten. Mit markigen Sprüchen findest Du bei Revoluzzern, wie den 68-zigern Gehör. Nur diese taugen nicht zur proletarischen Revolution. Die werden später Grüne und Außenminister.

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»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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