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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Mo 15. Okt 2007, 13:30 
Literat

Beiträge: 2947
Ja, das hören die verständlicherweise nicht so gerne. Der Mensch wird dumm geboren, und bei den meisten Exemplaren dieser Gattung ändert sich daran ihr Leben lang nicht viel. Will Dickhut z.B. hatte so einen schönen Wahlspruch: Ich war mein Leben lang beschränkt. Das finde ich gut, vor allem weil es so ehrlich ist ...

Aber ohne Spaß: Es kommt nicht darauf an, ob man das Volk für dumm hält oder klug. Es kommt darauf an, es nicht sich selbst zu überlassen, sondern Verhältnisse zu schaffen, die ihm gestatten, sich zur Abwechslung mal nicht dumm zu verhalten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Mo 15. Okt 2007, 14:52 
Administrator
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NumaPompilius hat geschrieben:
Es kommt nicht darauf an, ob man das Volk für dumm hält oder klug. Es kommt darauf an, es nicht sich selbst zu überlassen, sondern Verhältnisse zu schaffen, die ihm gestatten, sich zur Abwechslung mal nicht dumm zu verhalten.


Da stimme ich Dir natürlich zu, auch öffentlich.

Ich drücke ja die These vom dummen Volk lieber so aus: "95% der Menschen wollen geführt werden und gesagt bekommen, was sie tun sollen."

Ein guter Diplomat ist halt doch jemand, der einem anderen etwas so einredet, das dieser dann denkt, das wäre seine Idee gewesen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Mo 15. Okt 2007, 18:22 
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Lieber Genosse Numa, viele Jahre lang hätte ich deine These, dass die Mehrheit der Menschen blöd und bescheuert ist ohne Nachdenken unterschrieben, und dass auch ganz öffentlich. Natürlich vor allem aus dem Erleben von 1989 und der Jahre danach. Als fast das ganze Land diesen Scheißhausparolen nachgerannt ist und alles verraten und verkauft hat, wofür Generationen aufrichtiger Menschen Menschen gekämpft hatten, da waren das wirklich meine beherrschenden Gedanken und Emotionen: Wie blöd seid ihr eigentlich!

Die BILD - Zeitung hatte laut Wikipedia im Januar 2007 eine verkaufte Auflage von täglich 3.444.977 Exemplaren. Viel zu viele, keine Frage. Gehen wir mal davon aus, dass jedes Exemplar nicht nur von dem Käufer gelesen wird sondern auch von Kollegen und Familenmitgliedern. Und setzen wir mal die Zahl der Leser pro Exemplar ganz unrealistisch mit 10 an. Dann kommt immer noch die Aussage heraus, dass die absolute Mehrheit in unserem Land es ablehnt, die Bild - Zeitung zu kaufen oder auch nur zu lesen.

Ich hatte weiter oben einige wissenschaftliche Ergebnisse zum Thema IQ und Intelligenz zitiert, und diese Daten bestätigen meine Überzeugung, dass die Mehrheit der Menschen nicht per se "blöd" ist.

Genosse Numa, ich unterstelle jetzt mal dass du studiert hast oder vielleicht auch noch studierst. Ich habe nur knapp zwei Semester im Hörsal gesessen bevor mich die Genossen in die Produktion delegiert haben, aber um den Uni - Betrieb kennenzulernen hat es gereicht. Akademiker, die angehenden Akademikern helfen, die Regeln des Betriebs zu lernen um dann zu den höheren Weihen der akademischen Welt aufzusteigen. Wenn der Maßstab für "blöd" ist, ob man den Ausführungen eines Akademikers folgen kann, ja dann ist wirklich die Mehrheit zu blöd.

Auch wenn das für einen Akademiker schwer zu akzeptieren ist: Wenn einer deine Ausführungen nicht kapiert liegt das, siehe oben, nicht an seiner Blödheit es zu verstehen sondern zu 75 % an deiner Blödheit, es richtig rüberzubringen.

In diesem Sinne

Mit proletarischem Gruß

Marc

"Wenn die Lok kaputt ist gibt es Verspätung. Wenn die Bremsen nicht funktionieren gibt es eine Katastrophe."

brakeman zu seinen Lehrlingen in der ersten Ausbildungsstunde.

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Nikolai Ostrowski


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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Mo 15. Okt 2007, 19:09 
Literat

Beiträge: 2947
Zitat:
Auch wenn das für einen Akademiker schwer zu akzeptieren ist: Wenn einer deine Ausführungen nicht kapiert liegt das, siehe oben, nicht an seiner Blödheit es zu verstehen sondern zu 75 % an deiner Blödheit, es richtig rüberzubringen.


Ja, manchmal bin ich einfach zu blöd, die komplexe Wirklichkeit mit ihren schwierigen Verhältnissen mit dem Holzhammer zu bearbeiten, bis sie so entstellt, plattgemacht und vereinfacht ist, daß mich auch der letzte BILD-Leser noch versteht.

Schlimme Angwohnheit, in seinen Ausführungen immer möglichst nahe an der Wahrheit bleiben wollen. Aber das wird mir das unfehlbare Proletariat schon noch austreiben, nicht? ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Mo 15. Okt 2007, 19:42 

Beiträge: 2008
Marc hat geschrieben:
Ich hatte weiter oben einige wissenschaftliche Ergebnisse zum Thema IQ und Intelligenz zitiert,


Wissenschaft und IQ? Die meisten glauben das wohl. Das wäre schon mal so ein 95% Wert.
Was mich am meisten an diesem Artikel stört ist, dass die Gauss-Kurve bei 145 aufhört. Völlig unrealistisch. Wo soll denn da mein IQ von 165 erscheinen? ;)

Nun, wenn zwei gleichzeitig eine Antwort auf ein Thema schreiben, dann kann es kommen, dass die Antworten das gleiche meinen, aber der blickwinkel ein etwas anderer ist. Vielleicht hilfts beim Verstehen. Daher auch mein Senf dazu:

Was die Blödheit eines Akademikers angeht (wie hoch auch deren Wahrscheinlichkeit angesetzt wird), möchte ich der eher volkstümlichen Ansicht wiedersprechen, das es an der Blödheit des Akademikers liegt, wenn einem Menschen mit geringeren geistigen Fähigkeiten etwas Hochkompliziertes nicht vollständig erklärt werden kann.

Um etwas Hochkompliziertes (ich bleibe mal bei diesem komischen Wort) zu verstehen, braucht es einfach des Verständnisses für dieses Hochkomplizierte, sprich erforderlicher Intellekt, Ausbildung und vor allen jahrlange geistige Auseinandersetzung mit dem betreffenden Thema. So wie ein Mathematiker die Mathematik nur durch langjährige Beschäftigung mit dieser begreifen kann, so kann ein Marxist nur durch jahrelanges Studium der Theorie und der geistigen Auseinandersetzung mit dieser, zum erforderlichen Selbstverständnis gelangen.
Dennoch kann es ganz objektiv betrachtet nicht jeder zum Mathematiker oder Marxisten bringen.

So und nun??? Auf den Scheiterhaufen mit mir?

Bevor dazu aufgerufen wird folgende weitere Erklärung meines dekatenten akademischen Auftretens.
Um in gleich welcher Wissenschaft erfolgreich wirken zu können, muß der Wissenschaftler sich das erforderliche Wissen und die Erfahrungen der wissenschaftlichen Arbeit aneignen. Wissen aneignen läuft (zumindest in Deutschland) meist über die Uni. Nach zwei Semestern ist dies in aller Regel nicht abgeschlossen und bestenfalls ein Halbwissen. Die Wissensaneignung hört bekanntlich nicht mit Uniende auf.

Erfolgreich wird der Wissenschaftler in den wenigsten Fällen sofort nach Studienabschluß. Es gibt hinreichend Beispiele (z.B. mein alter Kumpel Albert), wo man in der Biographie dieser Geistesgrößen lesen kann, dass Jahre und Jahrzehntelange anstrengende Arbeit für einen (Teil-)Erfolg erforderlich sind.

Derartiges Wissen kann sicher mit anderen Menschen geteilt werden. Doch dies wird immer eine begrenzte Anzahl von Menschen sein. Genau - diejenigen die gleichfalls die Mühen des steinigen Weges der Wissenschaft auf sich genommen haben. Menschen, die das von ihren Voraussetzungen her konnten und die den Willen und die Energie hatten, dies erfolgreich zu tun. Ich kann mich nicht über Einsteins Feldgleichungen mit Mitmenschen unterhalten, die noch nie etwas von den dazu erforderlichen mathematischen Rüstzeug gehört haben. Sicher ein schon krasses Beispiel - aber dafür verdeutlicht es die Problematik.

Das alle bedeudet aber nicht, dass man Hochkompliziertes nicht anderen Menschen erklären kann.
So, nun haben wir aber einen herrlichen Widerspruch, oder?

Für mich nicht. Ich kann das ja schließlich alles. :huepf:

Die Frage ist halt, was von dem Hochkomplizierten erkläre ich wie einem anderen Menschen?
Sicher muß ich mir einigermaßen im klaren sein, was mein Zuhörer zunächst verstehen kann. Sprich, ich muß versuchen herauszufinden, wie weit das aktuelle Verständnis des anderen geht.

Ergo, ich werde (wenn ich gut bin) das für den anderen Verständliche erklären und noch einiges Unverständliche, wenn ich möchte, dass mein Zuhörer darüber nachdenkt und sich weiterentwickelt. Diese Erklärung mag dem Mitmenschen ausreichen und er freut sich, dass er verstanden hat, mit welchem Zeugs ich mich beschäftige. Er wird - wenn interessiert und nicht denkfaul - nachdenken, vielleicht nachlesen, vielleicht sich konkreter mit dem Thema beschäftigen.

Es reicht aber niemals für diesen Mitmenschen, um anschließend auf dem betreffenden Wissenschaftsgebiet sofort aktiv und spitzenmäßig erfolgreich zu sein! Es reicht aber, dass mich der betreffende Mitmensch im Rahmen seiner Möglichkeiten bei meiner hochkomplizierten Arbeit in dem von mir gewünschten Rahmen unterstützt.
Unterstützt kann sein: Er stimmt zu, dass für meine Arbeit Steuergelder ausgegeben werden. Oder er ist bereit, für mich erforderliche, aber weniger interessante Arbeiten zu übernehmen. Oder er erzählt anderen Mitmenschen, was ich für Zeugs betreibe. Oder ...

Wie auch immer. Gebraucht wird jeder Mensch. Der mit sehr viel Wissen und großen geistigen Fähigkeiten wie auch der mit weniger Wissen und Fähigkeiten. Nun sollte man denken, dass kein vernünftiger, normal denkender Mensch, einen Menschen mit unzureichenden Fähigkeiten eine Aufgabe gibt, die weitaus mehr Fähigkeiten voraussetzt. Das Leben zeigt täglich, das es nicht so ist.

Die Führung einer Partei, eines Staates sind sicher hochkomplizierte Dinge, die viel Wissen und Erfahrung verlangen. Da die falschen Leute ... führt zum Untergang des Sozialismus.
Da die richtigen Leute ... führt zur Dikatur für das Volk und gegen die Ausbeuter.
Eine Diktatur braucht einen Diktator, einen Monarchen.

Die einen nennen wir Revisionisten und die anderen Genosse Stalin. :redstar164:

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»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Mo 15. Okt 2007, 21:53 
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Werter Genosse gewe,

mit der heutigen Analphabeten - Demokratie (mach dein Kreuz und geh) bin ich natürlich auch nicht einverstanden. Die Diskussion liegt ein wenig schief, denke ich. Dass der IQ und die Arten seiner Ermittlung höchst fragwürdig sind weiß ich auch, aber meines Wissens ist der IQ im Moment der einzige einigermaßen anerkannte Maßstab zur Bewertung der Intelligenz. Nicht perfekt, aber man muss sich eben auf etwas gemeinsames einigen.

Ich gehe mal davon aus, dass du als Mathematiker die Theorie der relationalen Datenbanken kennst. Das ist eine nun wirklich logische Theorie zur effektiven Speicherung von Daten. Geht nicht besser.

Unvergesslich ist mir der dazugehörige Satz eines Informatikprofessors: Beim Entwurf einer Datenbank vergessen Sie bitte nie, dass die Theorie der relationalen Datenbanken von Mathematikern entworfen wurde und damit unmodifiziert für die Praxis völlig unbrauchbar ist. Ist so, und das liegt daran, dass die Mathematiker ein absolut perfektes Modell zum Speichern entworfen haben. Dass diese Daten irgendwann einmal abgerufen und modifiziert werden müssen spielte dabei keine Rolle.

Wie du schon sagtest reichen ein oder zwei Semester nicht aus, um Akademiker zu werden. Es reicht allemal, um das System zu begreifen.

Ganz praktisch gesehen folgende Frage: Währe es möglich, dass du oder Numa mal vor unserer Parteigruppe auftreten und zu diesem Thema referieren? So eine Art Podiumsdiskussion? Ich bin mir sicher dass eure Ansichten auch für die anderen interessant wären.

Mit proletarischen Grüßen

Marc

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Nikolai Ostrowski


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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Mo 15. Okt 2007, 22:51 
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Übrigens hat die BILD jeden Tag ca. 12 Millionen Leser, nicht 35 Millionen. Das lässt vielleicht noch hoffen. Es lesen also ca. 4 mal so viele das Blatt wie es gekauft wird.

Andersrum ist es bei den Klassikern. Ich habe keine Ahnung, wieviele Menschen in der DDR Marx/Engels/Lenin in der Schrankwand stehen hatten. Aber ich bin mir ziemlich sicher, das maximal ein Viertel überhaupt mal reingeschaut hat. Die vielen noch ungelesenen Exemplare, die ich in den letzten Jahren in den Händen hielt, bestätigen das.

Aber zu meiner Ansicht, das 95% der Menschen geführt werden wollen. Die Geschichte hat es immer wieder gezeigt, wenn ein starker Mann an der Spitze stand, dann wurde wirklich was bewirkt. Zum Guten (Lenin, Stalin) oder auch zum schlechten (Hitler). Wenn einer gesagt hat, so läuft das jetzt, dann sind die meisten mitgelaufen. Und die restlichen 5% haben die Konterrevolution gemacht.

Ich habe das auch oft im kleinen erlebt. Wir sind in einer Gruppe unterwegs wie eine Horde aufgescheuchter Hühner. Sagt aber einer mit sicherem Auftreten und fester Stimme, da gehts jetzt lang, sind die anderen froh, das einer das Ruder in die Hand nimmt.

So läuft das auch hier im Forum. Und ups, damit sind wir wieder beim Thema des Fadens. Zwar werden die Änderungen und Vorschläge diskutiert, aber letzten Endes hat einer das Ruder (organisatorisch!) in der Hand. Wir pfeifen auf Demokratie und "Jeder darf alles sagen." Oder wie Numa sagte: "Wir haben einen bewunderswerten geringen Hang zum Liberalismus." Wozu diese möchtegerndemokratische Einstellung mancher Forenadmins führt, haben wir mehrfach in anderen Foren gesehen. Manche haben nicht einen Monat lang gehalten. Das stalinwerke-Forum hält seit zweieinhalb Jahren. Das ist bei diesem Thema ein echtes Novum. (Ich will auch mal mit Fremdwörtern posen. ;) )

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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Di 16. Okt 2007, 13:21 
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Die Leserzahlen der Bild Zeitung waren mir nicht bekannt, deshalb hatte ich die Zahlen sicherheitshalber höher angesetzt. So ist die These von einer Mehrheit dummer Bild Leser natürlich noch eindrucksvoller widerlegt.

Was die Administration eines Forums angeht; keine Diskussion erforderlich. Der Admin steht zwar meistens nicht mit einem Bein im Knast, aber immer vor irgendeiner Abmahnung oder Klage. Wie man es konkret handhabt hängt sicher auch von der Art des Forums ab, aber mit irgendeiner "Demokratie" kommt man nicht sehr weit. Da sind wir Admins uns wohl einig.

Zur Frage der Diktatur bin ich ein wenig kritisch, aus ganz praktischen Erwägungen.
Woschod hat geschrieben:
Die Geschichte hat es immer wieder gezeigt, wenn ein starker Mann an der Spitze stand, dann wurde wirklich was bewirkt.
Das kann man nicht bestreiten, und auch die Erwähnung von Hitler neben Stalin geht in diesem Zusammenhang in Ordnung.

Was die Geschichte aber eben auch zeigt ist, dass die Reiche der starken Männer nach deren Abgang stets mehr oder weniger schnell zusammengebrochen sind. Außerden erscheint mir die ganze Macht konzentriert in den Händen einer Person immer ein wenig riskant. Ein gezielter Schuss oder ein Herzinfarkt, und alles bricht zusammen?

Wie konnte es denn passieren, dass nach Stalins Tod die Revisionisten an die Macht kamen? Dass Millionen Kommunisten und Stalin - Anhänger das entweder nicht gemerkt haben oder aber nicht verhindern konnten? Das war doch die eigentliche Niederlage.

Ich habe es mir in der DDR gewagt, Kritik an Beschlüssen der Partei und auch am Verhalten von Genossen zu üben, und bekam stets Antworten in der Art "Sei unbesorgt, die Genossen wissen schon was sie da tun". Ja, habe ich gesagt, und wenn sie morgen die Parole ausgeben "Bauen wir den Kapitalismus auf!" dann macht ihr alle mit. Man möge sich die Reaktion vorstellen.

Ich glaube auch, dass es eine Art von Diktatur sein muss. Aber wäre es denn nicht besser, dass, wenn der Genosse an der Spitze fällt, ein anderer die Fahne aufnimmt und der Kampf weitergeht? Und muss der Genosse Diktator wirklich an der Macht bleiben, bis er alt und senil ist und kaum noch stehen kann? Niemand ist perfekt, welche Mechanismen sollte es also geben um Fehlentscheidungen zu verhindern? Oder Ihn / Sie notfalls auch abzulösen.

Deine Gruppe "aufgescheuchter Hühner" braucht wirklich einen Führer, und jeder ist froh wenn endlich einer sagt wo's langgeht. Aber wenn dieser Führer euch in die Irre führen würde würdet ihr ihm unter Garantie nicht hinterherlaufen, oder. Wenn ich dieser Führer wäre würde ich zum Beispiel sofort Gleichschritt und das Absingen des Liedes der Roten Kampfflieger anordnen. Ich gehe doch mal davon aus, dass ihr mich in den Hintern treten würdet.

Also, eine starke Führung ja, blinden Gehorsam nein. Denn wenn der Kommunismus keine zutiefst humane Gesellschaft ist und mich mehr als unbedingt nötig rumschubst und gängelt, dann ist es auch kein Kommunismus. Ich stimme also der Diktatur zu unter der Bedingung, dass der Tod des Anführers keine wirklich schwerwiegenden Folgen für die Gesellschaft hat, der Anführer im definierten Rahmen einer Kontrolle unterliegt und auch abgelöst werden kann, wenn es unter Umständen garnicht anders geht. Die Kontrolle muss von einer Partei im Leninschen Sinne ausgehen die an ihre Mitglieder höchste Ansprüche stellt, auch in moralischer Hinsicht, und die sich kontinuierlich selbst überprüft und reinigt. Dann klappts auch mit der Diktatur.

Was meinst du, Genosse gewe, wenn man so das Statut der SED liest, wieviele von den über zwei Millionen Mitgliedern hätten da sofort gefeuert gehört?

An dieser Stelle noch einmal, und ihr werdet das noch oft von mir hören, die Frage die für mich über allen anderen Fragen steht: "Wir Kommunisten stehen doch für die beste Sache der Welt, und eigentlich sind wir doch auch ganz nette Kerle. Wieso mögen die uns eigentlich alle nicht?".

Die Begründung, dass die Menschen einfach zu blöd wären, lasse ich schon aus folgendem Grund nicht gelten: Für das Kapitalistenpack sind die Menschen auch nicht schlauer, und die schaffen es mühelos, sie auf ihre Seite zu ziehen.

Mit proletarischen Grüßen

Marc

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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Di 16. Okt 2007, 13:55 

Beiträge: 78
Marc hat geschrieben:
An dieser Stelle noch einmal, und ihr werdet das noch oft von mir hören, die Frage die für mich über allen anderen Fragen steht: "Wir Kommunisten stehen doch für die beste Sache der Welt, und eigentlich sind wir doch auch ganz nette Kerle. Wieso mögen die uns eigentlich alle nicht?".


Propaganda. Die Herrschenden machen die herrschende Meinung. Und verbreiten sie nicht nur über Bild.
Zumal in dieser Hinsicht auch der Revisionimus den Kapitalisten in die Hände gespielt hat. Jeder Fehler/Widerspruch konnte medial ausgeschlachtet werden. Denk doch nur mal an das Bild, welches die meisten Menschen über die DDR haben. Oder ein anderes Beispiel: Schau auf die KKE in Griechenland, die haben den Revisionismus recht zügig abgelegt und verzeichnen Erfolge (heute waren 2 Artikel in der Jungen Welt über Griechenland).

Und es sind ja nicht nur die Medien. Es fängt ja in der Schule an. Kaum bist du befähigt zu denken, wird dir das kapitalistische Weltbild eingehämmert.

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Karl Marx:
Ein Element des Erfolges besitzen die Arbeiter: Ihre große Zahl


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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Di 16. Okt 2007, 15:17 
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Beiträge: 104
Lieber Genosse Ernesto,

ganz genau so ist es. Propaganda, Beeinflussung von früh bis spät. Natürlich ist das nicht allein Bild, die ganzen "unabhängigen" Regionalzeitungen und die Massenmedien leisten da ganze Arbeit. Aber was meinst du Genosse, setzen wir uns jetzt hin und resignieren, oder setzen wir dem alles entgegen was wir haben? Also ich habe lange genug resigniert, und ich bin hier bestimmt nicht weil ich gern der ewige Verlierer bin. Wir stehen auf der einzig richtigen Seite, und es wird langsam Zeit, dass wir das auch richtig rüberbringen! Klar machen die Propaganda. Dann aber mal nichts wie Gegenpropaganda, und zwar genauso schlau wie die das machen! Eine fette Überschrift auf das Flugblatt, kein theoretisches Gelabere. Eine Web - Adresse, wo man weitere Informationen bekommt. Und dann Genossen, die ganz genau wissen was sie sagen und die keinen gleich vor den Kopf stoßen. Die haben die Zeitungen und das Fernsehen, das Internet haben sie nicht!

Was die Revisionisten betrifft nochmal meine Frage! Wie kann es denn sein, dass eine große kommunistische Partei entweder garnicht merkt, dass da Revisionisten an die Macht kommen, oder aber nichts dagegen tun kann? Irgendwas kann doch da im System nicht stimmen, oder?

Ernesto hat geschrieben:
Es fängt ja in der Schule an. Kaum bist du befähigt zu denken, wird dir das kapitalistische Weltbild eingehämmert.


Und genau an diesem Punkt müssen wir schon anfangen, dagegenzuhämmern! Kennst du die "Schulhof CD" der Rechten? Widerlich. Die SDAJ hat eine "Rote Schulhof CD" produziert und versucht dagegenzuhalten. Viele der Kids lassen sich das kapitalistische Weltbild nicht mehr so einfach einhämmern. Und da stehen dann die Nazis und fischen, und die machen das verdammt gut! Aber, wenn die das können, dann können wir das doch auch!

Du wolltest dich jetzt nicht ursprünglich "Che" nennen? Na ja, Ernesto lässt ja auch erkennen, was du gemeint hast. Im übrigen bin ich mittlerweile ein richtiger Freund der willkürlich zugeteilten Benutzernamen. Eine alte Schulfreundin, seit vielen Jahren Psychologin, hat mit gestern erzählt, dass sie eine Studie über dieses Thema macht. Und die meinte, dass man aus einem frei gewählten Benutzernamen schon eine halbes Profil erstellen könne. Du wirst lachen, für einen Moment habe ich daran gedacht, ihr mal einen Namen aus unserem Forum zur Analyse vorzulegen. Aber eigentlich wollte ich das Ergebnis garnicht wissen...

Mit proletarischen Grüßen

Marc

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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Di 16. Okt 2007, 19:31 

Beiträge: 2008
Ich bin keine Mathematiker - und auch kein Gastredner.
Ich kenne aber einige Mathematiker und einer gehört zu meinen besten Freunden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Di 16. Okt 2007, 20:07 

Beiträge: 2008
Marc hat geschrieben:
... die Theorie der relationalen Datenbanken kennst. Das ist eine nun wirklich logische Theorie zur effektiven Speicherung von Daten. Geht nicht besser.

Unvergesslich ist mir der dazugehörige Satz eines Informatikprofessors: Beim Entwurf einer Datenbank vergessen Sie bitte nie, dass die Theorie der relationalen Datenbanken von Mathematikern entworfen wurde und damit unmodifiziert für die Praxis völlig unbrauchbar ist. Ist so, und das liegt daran, dass die Mathematiker ein absolut perfektes Modell zum Speichern entworfen haben. Dass diese Daten irgendwann einmal abgerufen und modifiziert werden müssen spielte dabei keine Rolle.
Marc


Ob es nicht besser geht, kann ich nicht sagen. Das überlasse ich den Datenbankspezialisten.

Aber es gibt zumindest zahlreiche andere Arten der Datenspeicherung. Welche ich wo und wann einsetze ist sicher eine Frage, wo was gebraucht wird.

Allerdings sind an den anderen Arten auch wieder diese Mathematiker beteiligt. Einer davon hat sich ein neues Verfahren (nicht eins dieser Verfahren, die sich Mathematiker schon viele Jahre vorher ausgedacht haben) zur Datenkomprimierung ausgedacht. Als Matheprofessor in den USA hatte er hinreichend Geld übrig und hat vor ca. 5 Jahren eine Firma gegründet. Wesentliche Positionen in diesem Unternehmen haben - wie leicht zu erraten - Mathematiker inne. Einer der besten davon ist ein ungarischer, promovierter Mathematiker.
Dieses von Mathematikern unterwanderte Unternehmen ist heute Weltmarktführer mit seinem Produkt.

Diese Mathematiker sind aber auch wirklich eine regelrechte Weltverbesserungsseuche. Kryptografische Verfahren fällt mir da im Zusammenhang mit IT ein. Dann gibt es da solche Mathematiker, die haben alles linear oder nichtlinear optimiert. Das funktioniert sogar und wird von millionen Menschen täglich gebraucht. Ja, ist schon eine verrückte Welt, diese hier mit den Mathematikern und den ... und den ... ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Mi 17. Okt 2007, 10:48 
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Beiträge: 4023
Marc hat geschrieben:
Deine Gruppe "aufgescheuchter Hühner" braucht wirklich einen Führer, und jeder ist froh wenn endlich einer sagt wo's langgeht. Aber wenn dieser Führer euch in die Irre führen würde würdet ihr ihm unter Garantie nicht hinterherlaufen, oder. Wenn ich dieser Führer wäre würde ich zum Beispiel sofort Gleichschritt und das Absingen des Liedes der Roten Kampfflieger anordnen. Ich gehe doch mal davon aus, dass ihr mich in den Hintern treten würdet.


Es wird Dich vielleicht überraschen, aber von den Leuten, die ich kenne, würden einige im Gleichschritt mitmarschieren und singen. Aber genau diese Leute sind keine "Mitläufer". Es sind die "Mitläufer", die sagen würde: "Ey, sag mal wo es lang geht!" und dann wie eine Horde Büffel mittrampeln und durcheinander plappern.

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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Mi 17. Okt 2007, 12:17 
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Beiträge: 104
Genosse gewe, ich sage doch nichts gegen Mathematiker, wie könnte ich. Das Zitat mit den Datenbanken stammt doch von einem studierten Informatiker und nicht von mir. Und der hat bestimmt nichts gegen Mathematiker. Alles was du angeführt hast über die Leistungen der Mathematiker ist doch unbestritten. Aber ist es eben nicht so, wie das auch der zitierte Informatiker zum Ausdruck bringt, dass die mathematischen Theorien die Grundlage für alles sind, meistens aber nicht ohne gewisse Anpassungen in die Praxis zu überführen?

Was ich damit zum Ausdruck bringen wollte ist, dass es immer dann am besten läuft, wenn Theoretiker und Praktiker die Arbeit des jeweils anderen achten und vernünftig zusammenarbeiten.

Genau das hatte der erwähnte Informatiker auch gemeint und beschrieben. Dass er sich einen dezenten Seitenhieb auf seine Mathematiker - Kollegen nicht ersparen konnte, seine Sache. In dem betreffenden Artikel war dann eben beschrieben, wie man auf der Basis der Theorie unter Berücksichtigung der praktischen Erfordernisse eine Datenbank entwirft.

Nichts anderes wollte ich ausdrücken. Praxis ohne Theorie ist Mist, genauso wie die Theorie ohne Praxis nicht viel bringt. Ob nun bei der Mathematik oder einer anderen Wissenschaft.


Woschod hat geschrieben:
Es wird Dich vielleicht überraschen, aber von den Leuten, die ich kenne, würden einige im Gleichschritt mitmarschieren und singen


Na ja, vielleicht habt ihr das "Lied der roten Kampfflieger" noch nicht als Marschgesang gehört, es klingt furchtbar. Aber bleiben wir bei dem Bild. Wir marschieren da also und singen ganz kämpferisch, sagen wir "Auf auf zum Kampf", das klingt beim Marschieren immer gut. Weil ich alt bin und nicht mehr kann übergebe ich nach einer Weile das Kommando an einen Genossen meiner Wahl und gehe mich ausruhen. Ich habe dem Kerl immer vertraut, aber in Wirklichkeit habe ich eine Schlange an meiner Brust genährt: Der Kerl ist ein Revisionist. Der lässt also weitermarschieren und erstmal das "Lied der Partei" anstimmern. Weißt schon, "Die Partei die Partei die hat immer recht!". Nach dieser Einstimmung will er dann, dass der Marsch der Revisionisten gesungen wird. Keine Ahnung ob es sowas gibt, aber nehmen wir es mal an. Spätestens dann würdet ihr den Anführer richtig in den Arsch treten. Das hoffe ich doch zumindest sehr.

Und da liegen meine Bedenken. Fast die ganze Partei ist den Revisionisten nachmarschiert! Und ich rede da garnicht von den Mitläufern im Volk, ich rede von der Vorhut der Arbeiterklasse! Das darf nie wieder passieren!

Mit revolutionären Grüßen

Marc

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BeitragVerfasst: Mi 17. Okt 2007, 18:16 

Beiträge: 2008
Marc hat geschrieben:
Fast die ganze Partei ist den Revisionisten nachmarschiert! Und ich rede da garnicht von den Mitläufern im Volk, ich rede von der Vorhut der Arbeiterklasse! Marc


Ja, vollkommen richtig. Ich gehöre bekanntlich auch zu den Trotteln, die da mitmarschiert sind. Seitdem ich das begriffen habe, also zu den Trotteln da gehört zu haben, frage ich mich sehr oft:

Warum hast Du das nicht erkannt?
Eine brauchbare Antwort, also mehr als, dass ich wohl zu blöd dazu war, habe ich noch nicht gefunden. Also werde ich weiter lesen, lernen, diskutieren und versuchen, eine Antwort zu finden.

Daraus ergibt sich die auch bereits von Dir gestellt Frage, warum denken eigentlich nur sowenige von den ehemals 2 Millionen nach? Gut, es sind sicher einige und mehr, als wir wissen. Doch dort, wo man dieses Nachdenken merken kann, sind es nur wenige.

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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Mi 17. Okt 2007, 19:41 
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Ich sehe noch ein anderes Problem, aber vielleicht sollte man das wirklich in einem anderen Thread diskutieren. Die gegenwärtige Situation ist wahrhaftig keine revolutionäre. Aber wird das noch sehr lange so bleiben? Wie lange wird der gegenwärtige Aufschwung des Imperialismus anhalten, und wie schwer wird die nächste Krise werden? Die Verknappung der Rohstoffe und der drohende Kampf um die letzten Reserven. Die Verwendung von Nahrungsmitteln als Treibstoff, die jetzt schon mancherorts zu wirklichen Problemen führt. All diese Probleme, die der Imperialismus nicht lösen wird sondern immer mehr verschlimmert. Könnte es passieren, dass die Situation eintritt, dass Kommunisten wirklich gebraucht werden und die letzte Rettung wären, wo die Fragestellung "Sozialismus oder Barbarei" in ihrer ganzen Konsequenz vor uns steht? Könnte es passieren, dass dies passiert und wir sind nicht bereit? Das ist meine Sorge, und dabei geht es mir bei Gott nicht um mich, denn ich werde das sowieso nicht mehr erleben.

Marc

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"Das Wertvollste, was der Mensch besitzt, ist das Leben. Es wird ihm nur einmal gegeben, und er muss es so nutzen, dass ihn später sinnlos vertane Jahre nicht qualvoll gereuen, die Schande einer unwürdigen nichtigen Vergangenheit ihn nicht bedrückt und dass er sterbend sagen kann: Mein ganzes Leben, meine ganze Kraft habe ich dem Herrlichsten auf der Welt - dem Kampf für die Befreiung der Menschheit - geweiht."

Nikolai Ostrowski


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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Do 18. Okt 2007, 07:19 

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Die Entwicklung wird sicher in die skizzierte Richtung gehen. Doch wie schnell und bis wann, dass läßt sich nicht wirklich vorhersagen. Wir wissen nur, es wird so kommen. Die Herrschenden übrigens auch.
Wozu sonst die ganze schäublische Hektik zur Forcierung der Notstandsmaßnahmen. Die Terroristen sind da nur ein kleiner Teil der Gegner. Für Schäuble & Co. stehen die Feinde im eigenen Land.
Wenn sich das Volk erhebt, wird es zu Terroristen erklärt und die militärische Maschinerie in Gang gesetzt. Zuvor sind Geheimdienste, Bundespolizei etc. gemeinsam mit Anwaltsheeren schon lange aktiv. Zielrichtung: Die führenden Köpfe des Volksaufstandes zuliquidieren oder still zu legen (Vorbeugehaft).
Diese Dinge sollten wir mit beachten.

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Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Do 18. Okt 2007, 22:56 
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Genosse gewe, das was du da sagst ist ja nun wirklich unbestritten.

Marc hat geschrieben:
Könnte es passieren, dass die Situation eintritt, dass Kommunisten wirklich gebraucht werden und die letzte Rettung wären, wo die Fragestellung "Sozialismus oder Barbarei" in ihrer ganzen Konsequenz vor uns steht? Könnte es passieren, dass dies passiert und wir sind nicht bereit?


Ich zitiere mich ungern selbst, aber bei dem was du geschrieben hast finde ich nicht einmal im Ansatz eine Antwort auf diese Fragen. Klar werden die Anführer weggeschlossen wenn der Feind sie in die Hand bekommt. Ich versteh jetzt echt nicht, was du damit prinzipielles sagen willst.

Mein hochintelligenter Sohn meinte übrigens bei deiner Anmerkung, dass die Staatsmacht die Führer des Aufstandes sofort ausschalten würde: Endlich hätte er begriffen, warum es so viele KP's und Organisationen gibt: Verzögerungstaktik. Ehe sie die Führer alle erwischt und eingesperrt hätten wären die Nazis längst mit der Regierungbildung und dem Plan für die KZ's fertig.

Ehrlich gesagt gibt mir das zu denken. Ansonsten ist mir der Kerl eigentlich zu arrogant.

Marc

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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Fr 19. Okt 2007, 06:44 

Beiträge: 2008
Marc hat geschrieben:
... bei dem was du geschrieben hast finde ich nicht einmal im Ansatz eine Antwort auf diese Fragen. Marc


Na, dann lies doch meine Antwort nochmal. :opa:

Vielleicht gab es hier auch deshalb keine weiteren Beiträge zu Deiner Frage, weil alle anderen außer meiner "nichtssagenden" Antwort auch keine Antwort haben.
Du verlangst wiederholt, dass wir in die Glaskugel schauen und Dir sagen, wie es morgen, nächste Woche oder nächstes Jahr im revolutionären Prozess ablaufen wird. Ich wäre froh, wenn ich eine derartige Galskugel hätte.

Selbstverständlich hast Du recht, wenn Du denkst, dass wir Schlüsse aus unserer wissenschaftlichen Weltanschauung für die Zukunft ziehen können. Das ist letztendlich ein Sinn jeder brauchbaren wissenschaftlichen Theorie. Dennoch wirst Du keinen finden, der Dir konkret sagen kann und wird, dass es so und so und nicht anders wird.

Kleiner Tip am Rande: Prozesse brauchen Zeit, sprich Wiedersprüche entwickeln sich nicht in einer Stunde. Ich denke, wenn die Zeit reif ist, werden sich die zig KPDs zu einer finden und diese wird Gehör im Volk und vor allen bei der Arbeiterklasse finden. Ob das dann ausreicht, den Untergang dieser Zivilisation zu verhindern, dass wäre wieder der Blick in die Glaskugel ... ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Fr 19. Okt 2007, 15:11 
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Beiträge: 104
Lieber Genosse gewe, zumindest jetzt hast du meine Frage ja beantwortet, vielen Dank.

gewe hat geschrieben:
Du verlangst wiederholt, dass wir in die Glaskugel schauen und Dir sagen, wie es morgen, nächste Woche oder nächstes Jahr im revolutionären Prozess ablaufen wird.


Erstmal, wenn ich eine Frage stelle, dann "verlange" ich garnichts, dann bitte ich um eine Antwort. Und wenn meine Fragen so geklungen haben als würde ich von jemandem hier Prophezeiungen erwarten, sorry, das wollte ich wirklich nicht.

Ich suche Antworten, und viele meiner Fragen sind nicht direkt von mir sondern wurden so oder so ähnlich an mich gerichtet. Klar könnte ich sagen: Meldet euch doch im Forum an und fragt selber. Aber die einen können das nicht, weil sie sich nicht mal mehr einen Festnetzanschluss leisten können, und wieder andere wollen es aus verschiedenen Gründen nicht. Also nochmal sorry wenn ich nerve.

Und da du die Glaskugel erwähnt hast gleich die nächste nervige Frage. Meinst du, wir hätten 1985 auch eine Glaskugel gebraucht um das nahende Ende zu erkennen, oder war das da schon irgendwie absehbar? Ich glaube eher, dass es zu erkennen war, wenn man denn gewollt hätte, aber das ist eben nur meine persönliche Meinung aus meinen persönlichen Erfahrungen. Wie denkst du darüber?

Gruß Marc

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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Fr 19. Okt 2007, 16:03 

Beiträge: 2008
@marc: Sieh das alles mal etwas lockerer. Es bringt doch nichts, wenn wir verbissen diskutieren und uns zu tote grübeln und letztendlich nur die Gesundheit ruinieren. Unsere Gegner wirds freuen. Uns und die Mitmenschen, die uns brauchen, aber nicht.

Du nervst mich nicht. Wenn doch, dann mache ich den Kopp schon auf. :-)

Zu Deiner Frage 1985 und Situation erkennen. Ich sags gleich, meine Antwort wird (wie meist) nicht nur aus drei Sätzen bestehen und ich gehe sicher auch diesmal wieder über das, was die reine Antwort wäre hinaus.
Doch eine Antwort mit einfach ja oder nein ist mir nicht geheuerlich.

Das die Lage bescheiden war, wußte ich (und nicht nur ich) bereits seit spätestens 1983 (da gibt es hier irgendwo einen längeren Beitrag von mir im Forum). Doch habe ich darauf vertraut und gehofft, das es auch diesmal gut gehen würde. Was die wirklichen Gründe der Schieflage waren, habe ich natürlich nicht erkannt und hat mir auch keiner gesagt. Es gab bestenfalls Worte wie, die Lage ist beschis...., aber nicht hoffnungslos. Es waren schon etliche, die merkten, dass hier was schief läuft und das nicht wollten. Doch alle waren rat- und damit tatenlos, wie sie das verhindern könnten.
Die politische Führung der DDR konnte oder wollte nichts erkennen. Sie hatten sich von der Realität zu weit entfernt. Letztendlich hatten sich viele dort mit der Situation und dem Ende des europäischen Sozialismus abgefunden. Sie hatten ihr Leben gelebt ... Mit einer gelähmten Führung kann man nichts mehr verändern.
Es gab 1988/89 halt keinen deutschen Stalin, der den Politsaustall aufgeräumt hätte und es auch noch geschafft hätte, sich gegen Links und Rechts mit dem Staat DDR zu behaupten.
Der letzte, der sich und die DDR nach allen Seiten behaupten konnte war Walter Ulbricht. Auch eine Erkenntnis, die ich erst in den letzten Jahren gemacht habe.

Es gab 1986 da einen von "der anderen Seite", der mir offen an den Kopf geworfen hat, dass ich politisch blind wäre und nicht sehen würde, was hier wirklich läuft. Der war kein Freund des Sozialismus. Ich habe lange über seine Worte nachgedacht, dennoch nichts erkannt. Für mich kam 1989 doch eher überraschend. Es war für mich einfach unvorstellbar, dass der Sozialismus so schnell und derartig auf die Knie gezwungen wurde.

Es gab seit 1980 einige Vorkommnisse im Lande, in der Partei, im Betrieb die mich zu Überlegungen hinsichtlich Parteiaustritt 1982 brachten. Letztendlich habe ich es nicht getan, weil ich die Kommunisten in meiner Verwandschaft (die z.T. jahrelang im KZ zugebracht haben) nicht enttäuschen wollte.
Heute bin ich froh, Anfang 1990 das Parteibuch auf den Tisch gelegt zu haben und nicht die Politik der PDS mitgetragen zu haben. Auch wenn mir das gegenüber Freunden und Genossen aus DDR-Zeiten weh tut. Doch es geht nicht anders.

20 Jahre später hat man einiges gelernt und es gibt erste brauchbare Analysen der Niederlage (offensiv, Gossweiler). Also auch wieder ein Beispiel dafür, dass man vorher vermuten kann, aber erst wenn der Prozeß am laufen ist (oder gelaufen ist), kann man diesen auch wirklich analysieren.

Andererseits: Gossweiler hat bereits in den 50-zigern über Antistalinismus und den Folgen der Chruschtschowpolitik nachgedacht und seine Bedenken in der Parteispitze geäußert. Ob das veröffentlich wurde, kann ich nicht sagen. Da hat evtl. Numa besseres Wissen.
Nach Ulbricht hat wohl keiner mehr auf Stimmen, wie die von Gossweiler gehört.

Ich habe selbst noch 1985 geglaubt, mit Gorbatschow schlägt das letzte Stündlein des Imperialismus. Das sich bei Gorbatschow einige Widersprüche auftaten, habe ich einfach ignoriert. Ich sagte mir, dass ich da sicher was falsch verstanden habe, da ja sonst bei Gorbatschow alle "stimmig" war. Hat über 10 Jahre bei mir gebraucht, bis ich das wahre Gesicht dieses Herrn Verräters erkannt habe.

Das alles sind Dinge, wo auch ich mich schon sehr oft gefragt habe, warum haben wir das nicht erkannt? Warum konnten wir nichts dagegen unternehmen? Einzige Antwort: Gutgläubigkeit, Vertrauensseeligkeit, Bequemlichkeit und theoretische Dummheit. Worte wie Opportunismus und Revisionismus waren mir nicht unbekannt. Was diese wirklich bedeuten, habe ich erst jetzt im Kapitalismus gelernt.

Aber gelernt habe ich auch, dass unser Weltbild ein brauchbares Modell ist. Damit kann man vieles, was heute um uns herum geschieht, besser verstehen, als viele Mitmenschen ohne marxistische Weltanschauung.
Wir können versuchen, mit unserer Sicht auf die Welt, es auch anderen zu erklären - die es sich wirklich erklären lassen wollen. Das sind momentan nicht sehr viele.
Objektiv ist die Rolle der Arbeiterklasse geblieben, doch subjektiv ist erst mal alles verschüttet. Da ist also verdammt viel Geduld und langjährig ausdauernd viel Arbeit angesagt. Tut mir leid, einen besseren Optimismus habe ich nicht. :redstar164:

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Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Sa 20. Okt 2007, 18:47 
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Danke, dass die Antwort nicht nur aus drei Sätzen bestand. Ich stelle diese Fragen weil ich im meinem DDR - Leben natürlich nur sehr beschränkt Zugang zu Menschen wie dir und dem ganzen Umfeld der Intelligenz hatte. Eigentlich ist das doch ermutigend zu hören, dass man es dort auch nicht viel anders gesehen hat.

Wie gesagt war mein Umfeld ein völlig anderes, und dort waren die Widersprüche vielleicht deutlicher zu erkennen. Was mich am 1989 am meisten gewundert hatte war, dass der Staat DDR eher untergegangen war als seine Staatsbahn. Denn deren Ende war schon eher abzusehen, und das wäre es ja dann für die Wirtschaft und den Staat sowieso gewesen.

Aber was mich an deinen Sätzen am meisten zum Grübeln bringt ist dieser Satz:
gewe hat geschrieben:
Es gab 1988/89 halt keinen deutschen Stalin, der den Politsaustall aufgeräumt hätte und es auch noch geschafft hätte, sich gegen Links und Rechts mit dem Staat DDR zu behaupten.

Ich habe damals oft darüber nachgedacht, ob ein starker Führer (zu Stalin hatte ich damals natürlich auch keinen Bezug) die Sache würde retten können, und ich denke auch heute manchmal über diese Frage nach. Sind wir untergegangen, weil es zur "Wendezeit" keinen Stalin gab?

Eigentlich scheint die Antwort ja einfach: Stalin hatte aus dem rückständigen Russland in historisch kurzer Zeit eine Weltmacht gemacht, wirtschaftlich und militärisch; warum sollte der nicht mit den Problemchen der kleinen und wirtschaftlich recht starken DDR fertigwerden?

Es gab damals bei der Bahn durchaus Diskussionen über einen Streik. Wie hätte der starke Mann darauf reagiert? Sicher, er hätte die Menschen zur Arbeit zwingen können. Aber er hätte sie eben nur dazu zwingen können, nach den Regeln und Vorschriften des Systems zu arbeiten. Und damit war der Betrieb schon lange nicht mehr zu realisieren. Wir hatten ein System, das bei einem "Dienst nach Vorschrift" sofort zusammengebrochen wäre. Bessere Bedingungen hätte der Feind garnicht finden können. Es hätte aus diesem Dilemma wirklich nur einen Ausweg gegeben: Den Menschen eine plausible Lösung zu zeigen, sie zu motivieren aus eigenem Antrieb alles zu geben. Aber die haben doch schon lange nicht mehr zugehört.

Oder hätte es vielleicht eine militärische Option gegeben. Wass denkst du?

Du hast mal weiter oben die Frage gestellt, warum außer dir sonst niemand auf meine Fragen geantwortet hat. Na ja, das frage ich mich recht zerknirscht auch, aber es scheint mir allgemein recht wenig los zu sein im Forum. Hast du eine Ahnung, warum das so ist?

Gruß Marc

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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: Sa 20. Okt 2007, 20:08 

Beiträge: 78
Marc hat geschrieben:
Du hast mal weiter oben die Frage gestellt, warum außer dir sonst niemand auf meine Fragen geantwortet hat. Na ja, das frage ich mich recht zerknirscht auch, aber es scheint mir allgemein recht wenig los zu sein im Forum. Hast du eine Ahnung, warum das so ist?


Hey, nur weil dir keiner antwortet, bedeutet das nicht, das dir keiner antworten will. Ich beobachte die Diskussion und denke, das ich offt einfach keine befriedigende Antwort habe.

Zu der Frage was man zur "Wendezeit" hätte machen können:
Zunächst muss man sagen, dass eine solche Situation zu vermeiden ist, indem man die Fehler die gemacht werden, früh zu korrigieren sind. Dummerweise machen Revisionisten absichtlich Fehler und verursachen Widersprüche. Auf die Wendezeit wurde länger drauf hingearbeitet, solch eine Situation sollte also nie wieder entstehen. Andererseits kann man nicht ausschließen, dass es sich wiederholt.
Nun also zur Frage, was ist zu tun:
Natürlich alles was nötig ist. Die Diktatur des Proletariats hat oberste Priorität, alles andere ordnet sich dem unter. Und wenn das Bürgerkrieg bedeutet, dann ist das eben so. Konkret auf die Situation bedeutet das, dass politische Überzeugungsarbeit ebenso eingesetzt werden muss, wie der Zwang zur Arbeit. Die Volksarmee muss auch vorbereitet werden, da die Konterrevolution die Situation auszunützen versucht.
Es gibt also nicht das eine Mittel, welches das Problem löst, sondern es müssen alle Register gezogen werden, um solch eine Ausnahmesituation zu überwinden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: So 21. Okt 2007, 00:49 
Meister des virtuellen Pinsels
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Beiträge: 688
Zitat:
Original von Marc
es scheint mir allgemein recht wenig los zu sein im Forum. Hast du eine Ahnung, warum das so ist?


Im Vergleich zu anderen Foren ist hier tatsächlich wenig los, es liegt wohl auf der Hand das allein ein Stalinforum wenig gegen die großen Vorurteile ausrichten kann und verhindert nicht die entsprechende Flucht Reaktion der Leute. Mehrmals habe ich bereits Verweise gesehen in denen das Forum als Sammelbecken für Verblendete etc benannt wird, natürlich wurde sich nicht einmal mit den Argumenten auseinandergesetzt. Aber nicht nur das, Stalin, der Sozialismus und der Kommunismus sind heute sowieso recht totgeschwiegene Themen und die Wirkung des Verschweigens verfehlt offenbar nicht ihre Wirkung. Vielleicht sollte noch gesagt werden das hier lapidare und unwichtige Thematiken nicht großartig Resonanz bei den Usern finden.

Zu der Frage nach einem starken Mann in den Jahren vor der Konterrevolution, nun ich denke selbst, wenn wir die ökonomischen und gesellschaftlichen Defizite der Revisionisten erfolgreich bekämpft hätten, hätte dies nichts an dem Untergang der DDR bewirken können.
Schließlich war die DDR sehr stark abhängig von den sozialistischen Bruderländern und es hätte wenigstens auch in der Sowjet Union einer solchen Kehrtwende bedurft um die DDR vor dem Untergang zu bewahren, da ich es sehr stark bezweifle das sich die DDR ganz allein als sozialistischer Staat in Europa weiterhin behauptet hätte. Und selbst wenn hätte dann eine konsequente sozialistische Politik noch Zukunft gehabt?

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"Alle Menschen von Genie, alle jene, die sich in der Republik des Geistes einen Namen gemacht haben, sind Franzosen, ganz gleichgültig, in welchem Land auch immer sie geboren wurden."
- Napoleon -


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 Betreff des Beitrags: Re: Very Important Communists?
BeitragVerfasst: So 21. Okt 2007, 08:48 

Beiträge: 2008
DF2K2 hat geschrieben:
Schließlich war die DDR sehr stark abhängig von den sozialistischen Bruderländern und es hätte wenigstens auch in der Sowjet Union einer solchen Kehrtwende bedurft um die DDR vor dem Untergang zu bewahren, da ich es sehr stark bezweifle das sich die DDR ganz allein als sozialistischer Staat in Europa weiterhin behauptet hätte. Und selbst wenn hätte dann eine konsequente sozialistische Politik noch Zukunft gehabt?


Warum hat Kuba dann durchgehalten? Kuba war z.B. noch viel stärker von sowjetisch/russischem Erdöl abhängig.

Sicher gab es auch zahlreiche (interne) Fehler beim Aufbau des Sozialismus. Die sind nicht vermeidbar. Die imperialistischen Störaktionen stehen hier ohnehin außerhalb jeglicher Diskussion. Dennoch wurde der Sozialismus in der DDR aufgebaut und das erfolgreich bis in die 70-ziger Jahre. Bis sich die revisionistische Politik halt auch wirtschaftlich auswirkte.

Doch entgegen dem so gern und so oft gebrauchten Argument, die DDR wäre wirtschaftlich zu grunde gegangen, sage ich, dass dies nicht zutrifft. Es mag vielleicht so aussehen. Doch die wirtschaftlichen Probleme seit spätestens mitte der 70-ziger waren die Folge politischer Fehler.

Die DDR ist von der sowjetischen Parteiführung seit Chruschtschow verraten worden. Die sowj. Parteiführer hatten Walter Ulbricht jahrelang schwer zugesetzt und letztendlich mit Honeckers Hilfe seine Absetzung bewirkt. Damit war der Weg für ihre rev. Politik in der neuen Parteiführung der DDR frei geworden. Daran vor allen ist letztendlich die DDR, aber auch alle anderen europäischen sozialistischen Staaten zu grunde gegangen.

Ein "Stalin" 1989 wäre wohl zu spät gekommen. Dennoch, das Desaster wäre bei entsprechendem politischen Willen mit wahrscheinlich großen Opfern abwendbar gewesen. Mit einer massiven Staatsverschuldung wären wohl Maßnahmen finanzierbar gewesen, mit denen die DDR-Wirtschaft in wenigen Jahren auf Fordermann gebracht worden wäre und die schlimmsten Probleme abgestellt worden wären.

Diskussionsfreudigkeit im Forum:

- vieles ist bereits gesagt und Antworten auf viele Fragen sind in entsprechenden Beiträgen mit etwas Suchaufwand zu finden

- Diskussion im Forum (oder auch sonstwo) kostet Zeit. Viele User haben einen mehr als 40-Stunden-Job oder lernen/studieren.

- wir sind um ein entsprechendes Niveau im Forum bemüht. Das fordert meist eigenes Nachdenken oder Nachlesen und kostet damit auch Zeit

- Trotzkisten, Maoisten und Revisionisten ziehen es ehr vor, hier nicht zu diskutieren. Sie riskieren es letztendlich, sehr schnell in diesem Forum gesperrt zu werden, wenn sie sich nicht um sachliche Beiträge bemühen.

Das sind nur einige Gründe. Insgesamt werden wir aber von bedeutend mehr Mitmenschen gelesen, als den Mut haben, sich hier zu äußern. Die Diskussionsfreudigkeit verläuft eher wellenartig und ist auch von der Problematik abhängig.
Ich hatte auch die letzten Monate den Eindruck, dass die "kleineren" Alltagsprobleme mehr im BLog des Forumbetreibers diskutiert worden. Auch von Mitmenschen, die keine Ambitionen hatten, sich hier zu äußern. Wir sind bei weitem (zum Glück) nicht die einzige brauchbare Informationsquelle. Aber wir sind immerhin ein Forum, was sich bereits über 2,5 Jahre hält. Das können die wenigsten von sich sagen.

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