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 Betreff des Beitrags: Offen-siv Fernstudium - ein Erlebnisbericht
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 20:24 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
einige Genossen der österreichischen Organisation KOMAK-ML (zu denen ich Kontakt habe), haben mich gebeten doch mal meine Eindrücke über das Fernstudium von offen-siv zu berichten und sie würden auch meinen Artikel in ihrer Zeitung veröffentlichen. Frank Flegel hielt es auch für eine gute Idee, als ich ihn deswegen angeschrieben habe (und möglicherweise fände es Ackermann von k-online auch interessant)
also setzte ich mich ran und habe was geschrieben und das kam dabei raus:


Quote:
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Das Fernstudium von offen-siv. Ein Erlebnisbericht.

Am 4. und 5. März fand das Anfangsseminar des Fernstudiums von offen-siv statt. Strausberg, eine kleine Ortschaft mit 26.000 Einwohnern, 30 km östlich von Berlin war Tagungsort des Anfangsseminars. Auch wenn die Ortschaft klein und unscheinbar zu wirken scheint, hat sie eine Besonderheit: Viele Straßen und Plätze sind nach großen Persönlichkeiten der Arbeiterbewegung benannt; so gibt es eine Ernst–Thälmann Straße, eine August-Bebel Straße etc. Das heißt also, dass Straußbergs Straßen und Plätze im Großen und Ganzen vor einer Umbenennung in Folge der Annektion der DDR durch den deutschen Imperialismus verschont geblieben sind, was nicht zuletzt daran liegt, weil die PDS die stärkste Partei in Strausberg ist.
Aufmerksam auf das Fernstudium bin ich geworden, als ich die Homepage von offen-siv besuchte. Anfangs war ich mir nicht sicher, ob ich da mitmachen wollte oder es doch lieber sein lassen würde. Gründe dafür waren, ob ich mir das leisten könnte und ob ich Zeit dafür hätte; aber ein Interesse bestand allemal. Kurz vor Weihnachten 2005 entschied ich mich dann doch am Fernstudium teilzunehmen, eine Entscheidung die ich nicht bereut habe.
Im Januar kriegte ich das erste Schreiben von offen-siv. Neben der Information, wann und wo das Anfangsseminar stattfindet, erhielt ich auch einen Fragebogen über meinen Wissensstand und Literaturbestand, den es auszufüllen und zurückzuschicken galt.
Was versprach ich mir vom Fernstudium? Ich würde zwar nicht sagen, dass ich in Grundfragen des Marxismus-Leninismus ungebildet bin. Dennoch bestehen in manchen Fragen Wissenslücken, die es zu füllen gilt. Da ist das Fernstudium eine optimale Hilfe, meine Unkenntnis in gewissen Themenbereichen zu füllen. Zum anderen war das Fernstudium eine Möglichkeit neue Genossen kennenzulernen und sich mit diesen auszutauschen. Meine Vorstellungen wurden zu 100 Prozent erfüllt.
Das Seminar begann am 4. März um 14 Uhr. Es kamen ca. 40 Leute aus allen Ecken Deutschlands, sogar das stockkonservative Bayern war stark vertreten.
Zuerst erfolgte die Begrüßung, die Einteilung in die Unterkünfte, die Einsammlung der Finanzen, sowie die Verteilung des Schulungsmaterials. Die KPD(B) war so freundlich für uns das Material kostenlos zu drucken, was die Finanzierung des Fernstudiums um einige Euros billiger machte. Hier möchte ich noch mal meinen dank an die Genossen der KPD(B) ausrichten.
Danach folgte die Einteilung in die Lerngruppen. Eine Gruppe fing mit dem Bereich Ökonomie an, welches von Frank Flegel geführt wurde. Die andere Gruppe begann mit dem politischen Teil, zu dem auch ich gehörte. Die Teamer des politischen Teils sind Michael Opperskalski und Andrea Schön. Nach einem Jahr Lernzeit werden die Lerngruppen ihre Teamer wechseln.
Gegen 16.30 Uhr fand dann ein großes Ereignis statt. Kurt Gossweiler stattete uns einen Besuch ab und hielt einen spannenden Vortrag über sein politisches Leben, über seine Zeit in der Karl-Marx-Schule in Berlin-Neukölln, im Sozialistischen Schüler Bund SSB, seiner antifaschistischen Widerstandsarbeit im KJVD, sein Überlaufen zur Roten Armee, seine Arbeit als Historiker in der DDR um nur einiges zu nennen. Ich möchte hier nicht zu ausschweifend werden, wer aber ein Interesse an der Biographie Gossweilers hat, der kann sie unter http://www.kurt-gossweiler.de/bio.htm nachlesen. Gossweiler ist zwar schon 88, aber immer noch mit Leib und Seele Kommunist, einer von dem man viel lernen kann und das gibt einem jungen Genossen wie mir (ich bin grade mal 21 Jahre jung) viel Kraft und Hoffnung. Als Schlusswort sagte Gossweiler in seinem ca. 2 Stunden langen Vortrag, dass, wenn er solche und ähnliche Veranstaltungen besucht, diese doch von „Grauköpfen“ dominiert werden, hier dies aber ganz anders sei, die jungen Leute überwiegen (die Hälfte der Teilnehmer oder mehr, waren junge Leute unter 30) und das gäbe ihm viel Hoffnung – mir auch!
Den Sonntag verbrachte man dann hauptsächlich in den einzelnen Lerngruppen; bei mir also in der Politik-Gruppe. Es gab eine Einführung in das gesamte erste Jahr und eine Einführung in den ersten Vier-Monats-Abschnitt. Auch hier möchte ich nicht ins Detail gehen, aber kurz gesagt werden folgende Themen behandelt werden: Grundlegende strategische Maximen der Kommunisten im Kampf gegen das Kapital, Lenins Parteitheorie, Bündnispolitik, Revisionismus, Trotzkismus im ersten 4-Monatabschnitt, Aufbau des Sozialismus, Sozialismus als 1. Phase des Kommunismus, Diktatur des Proletariats, Klassenkampf im zweiten 4-Monatsabschnitt und die aktuelle Situation in der BRD, EU, den Trikontstaaten etc., Befreiungskämpfe, Strategie der kommunistischen Bewegung etc. im letzen 4-Monatsabschnitt der Politik-Gruppe. Zwischen den einzelnen 4-Monatsabschnitten finden Zwischen Seminare statt.
Es wird dann ein weiteres Einführungsseminar stattfinden, in dem der Stoff des zweiten Jahres mit den jeweils neuen Teamern besprochen wird. Das wäre für mich also das ökonomische Jahr. Hier geht es um Grundlagen der Dialektik, Materialismus, Mehrwerttheorie, den Überblick über die Gesellschaftsformationen, die kapitalistische Akkumulation. Lenins Imperialismustheorie usw.
Wie man sieht ist es eine Menge Stoff, folglich gibt es viel zu lernen. Aber sowohl bei mir, als auch bei den anderen Teilnehmern gibt es eine große Bereitschaft dies zu lernen und zu verstehen.
Zum Abschluss möchte ich noch sagen: oft wurde behauptet, dass so ein Fernstudium nicht machbar sei. Ich sage es ist machbar, weil ich selber mit großem Enthusiasmus dabei bin und genauso geht es allen anderen Teilnehmern. Das offen-siv Fernstudium ist das erste Studium einer Art um die Grundlagen des Marxismus-Leninismus verständlich zu machen. Zwar organisieren einzelne Gruppen und Parteien ihre Studiengänge, jedoch decken sie entweder nur einzelne Themenbereiche ab oder dienen der Parteipropaganda. Aber – seit dem zweiten Weltkrieg, oder sogar früher – hat es in Deutschland noch niemals solch ein Projekt gegeben, den Menschen alle Grundlagen des Marxismus-Leninismus beizubringen und ich bin froh dazu zugehören!
Es wird uns viel Kraft und Zeit kosten, weil es eine Menge ist, die wir in zwei Jahren lernen müssen, aber diese Zeit und Kraft nehme ich gerne auf, denn es geht um eine gerechte Sache!
Rotfront!

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 Betreff des Beitrags: Re: Offen-siv Fernstudium - ein Erlebnisbericht
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 20:25 
Literat

Beiträge: 2947
Hätte ja eigentlich mal einer deiner Mitstudenten was hierzu schreiben können. Also muß ich wohl, obwohl ich als Nichtstudent Probleme habe, zuständig zu sein.

Der Erlebnisbericht ist an und für sich gut. Nur würde ich dir wriklich empfehlen, daß insgesamt doch etwas konkreter wirst. Du mußt ja nicht jede Kleinigkeit erzählen. Aber wenn Leute einen sochen Bericht lesen, wollen sie sicherlich etwas mehr über die inhaltlichen Probleme des Studium erfahren. Heißt: Konkreteres zu den Themen, die Logik des Aufbaus, Methoden und Zielsetzung des Studiums.
Ferner würde ich den Text noch mal hinsichtlich der Stils durchsehen. Da gibt es ein bis zwei holprige Stellen.

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Der Hunsch wars!


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 Betreff des Beitrags: Re: Offen-siv Fernstudium - ein Erlebnisbericht
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 20:25 
Ehrenmitglied des gewe-Fanclub
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Beiträge: 353
Nun, wenn ich einige Vorschläge machen dürfte:
1. Könnte man die Einteilung des Schulungsmaterials in Basismaterial (Hefte) und Ergänzungsmaterial (CD mit allen Offen-siv Heften, Klassikertexten, etc.) erwähnen
2. Könnte man die Form der Kommunikation genauer erläutern, also erwähnen, dass es ein Internet-Diskussions-Forum gibt, dass auf dem Anfangsseminar schon ein Treffpunkt für das Zwischenseminar ausgemacht wurde, dass Addressen ausgetauscht werden und dass auch Interesse bestand, dass nahe beeinander wohnende Genossen sich in Lerngruppen treffen, usw.
3. Wäre es gut, zu sagen, dass für die Beurteilung der aktuellen Situation (in Trikont/BRD) auch Experten eingeladen werden können, die uns näher über die Situation in verschiedenen Ländern berichten (so wie Michael Opperskalski es angeboten hat). Und dass noch, je nach Bedarf, Schulungsmaterial nachgeliefert wird, bzw. die Teamer uns Textstellen aus dem Ergänzungsmaterial (CD) empfehlen.
Hier wäre das größte Problem zu erwähnen, nämlich der unterschiedliche Wissensstand der teilnehmenden Genossen.
4. Weil du es ansprichst, mit "sich leisten können", wichtig wäre es, zu sagen, dass es einen Spendenfonds gibt, um die allgemeine Organisation zu bezahlen und damit auch Genossen, die es sich nicht leisten können, daran teilnehmen können.
5. Sollte man sagen, dass die Organisation des Fernstudiums für offen-siv und alle anderen Mit-Organisatoren eine große Herausforderung darstellt und dass das Anfangsseminar schon sehr gut gelang. Eine Danksagung wäre nett.

Mehr fällt mir grad nicht mehr ein.

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Eine gut geleitete Staatsregierung muß ein ebenso festgefügtes System haben wie ein philosophisches Lehrgebäude. Alle Maßnahmen müssen gut durchdacht sein, Finanzen, Politik und Heerwesen auf ein gemeinsames Ziel steuern.
Ein System kann aber nur aus einem Kopfe entspringen; also muß es aus dem des Herrschers hervorgehen.


Friedrich der Große


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 Betreff des Beitrags: Re: Offen-siv Fernstudium - ein Erlebnisbericht
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 20:25 
Administrator
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Beiträge: 4023
Quote:
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Nun, wenn ich einige Vorschläge machen dürfte:
1. Könnte man die Einteilung des Schulungsmaterials in Basismaterial (Hefte) und Ergänzungsmaterial (CD mit allen Offen-siv Heften, Klassikertexten, etc.) erwähnen

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Diverse Schriften der Klassiker (z.B. "Das Kapital") zählen auch zu den Schulungsmaterial.

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 Betreff des Beitrags: Re: Offen-siv Fernstudium - ein Erlebnisbericht
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 20:25 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
danke für die Verbesserungsvorschläge ... ich werde mich dann mal darum kümmern (wenn ich Zeit und Lust habe^^)

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 Betreff des Beitrags: Re: Offen-siv Fernstudium - ein Erlebnisbericht
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 20:26 
Ehrenmitglied des gewe-Fanclub
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Beiträge: 353
Quote:
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Diverse Schriften der Klassiker (z.B. "Das Kapital") zählen auch zu den Schulungsmaterial.
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Ja, natürlich. Ich habe die 4 Bücher (2 mal Brar, Das Kapital, Lenin's Imperialismusschrift) ganz vergessen. Die sind natürlich auch nennenswert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Offen-siv Fernstudium - ein Erlebnisbericht
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 20:26 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
hm da ist mir wohl einer zuvorgekommen ...
http://www.kommunisten-online.de/Kommun ... m#Aufprall

ist aber egal, hauptsache es findet verbreitung^^

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 Betreff des Beitrags: Re: Offen-siv Fernstudium - ein Erlebnisbericht
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 20:26 
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Ich würde sagen, du warst zu langsam.

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 Betreff des Beitrags: Re: Offen-siv Fernstudium - ein Erlebnisbericht
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 20:26 
Möchtegernputschist
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was solls, ich kann meinen immer noch abschicken :-P

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