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 Betreff des Beitrags: Der Faschismus als Stoßtrupp der internat. Konterrevolution
BeitragVerfasst: Mo 30. Mär 2009, 17:03 
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Hier mein neuer Text, über Kommentare würde ich mich sehr freuen.


Der Faschismus als Stoßtrupp der internationalen Konterrevolution

„Der deutsche Faschismus spielt die Rolle des Stoßtrupps der internationalen
Konterrevolution, des Hauptanstifters des imperialistischen Krieges, des Initiators
eines Kreuzzuges gegen die Sowjetunion, das große Vaterland der Werktätigen der
ganzen Welt.“ Diese Voraussage des Generalsekretärs der Komintern Georgi
Dimitroffs auf dem VII. Weltkongreß der Kommunistischen Internationale am 2.
August 1935, bezeugt auf ein weiteres die Richtigkeit des marxistischen
Geschichtsmodels, nach dem die Geschichte die Geschichte von Klassenkämpfen ist,
in der Erfassung der objektiven Wirklichkeit.
Die Idee, dass es möglich sei, eine Welt ohne Ausbeutung, Armut und Krieg zu
erschaffen, ergriff damals immer Menschen. Durch das Massensterben und die
Verelendung im Ersten Weltkrieg nahm die Arbeiterbewegung einen ungeheuren
Aufschwung. Mit der Entstehung des ersten proletarischen Staates, der Sowjetunion,
wurde bewiesen, dass es möglich ist die Kapitalisten-Klasse zu stürzen und eine
gerechte Gesellschaftsordnung aufzubauen. Um die kommunistische Idee zu
zerstören, die die Kapitalisten und ihre bezahlten Lakaien nur als „Weltpest“,
„Seuche“ und „Gift“ bezeichneten, trachteten die Kapitalisten aller Länder, in ihrem
wütenden Klassenhass, neben imperialistischen Motiven, auch nach einem
konterrevolutionären Krieg zur Vernichtung der Sowjetunion. Um das Vorbild und die
Hoffnung von Millionen Arbeitern in der Welt zu zerstören. So schrieb der spätere
Reichskanzler Franz von Papen im Juli 1927 an das Aufsichtsratsmitglied der
Deutschen Bank, Hans Graf von Praschma: es „scheint mir eins das Vordringlichste
der europäischen Politik: Die Beseitigung des bolschewistischen Brandherdes“(1) Die
zukünftige Stoßrichtung Sowjetunion verkündete öffentlich auch der Werftdirektor
bei Blohm&Voss und Reichstagsabgeordnete Carl-Gottfried Gok beim Halberstädter
Verbandstag des Alldeutschen Verbandes 1927: „Deutschland, ist die einzige Macht
in der heutigen Welt, die in Rußland wahre Ordnung schaffen und damit auch der
Welt den wahren Frieden wiedergeben kann. Es fehlt nicht an Anzeichen, daß diese
Erkenntnis auch in den angelsächsischen Ländern bei den Einsichtigen
aufzudämmern beginnt.“(2)
Doch der erste Versuch die Revolution niederzuschlagen, der laut einem
Memorandum von Winston Churchill vom September 1919 von England mit 100
Millionen Pfund und Frankreich mit 30–40 Millionen Pfund unterstützt wurde(3),
scheiterte am heroischen Kampf der russischen Arbeiter und Bauern und an der
internationalen Solidarität der Arbeiter. So wurde z.B. die französische Invasion im
revolutionären Russland durch die Meuterei der französischen Flotte im Schwarzen
Meer zunichte gemacht.
So suchten die Herrschenden nach einer Möglichkeit, die Menschen gegen ihre
eigenen Interessen, zu einem Krieg gegen ihre Mitmenschen, zu mobilisieren. Der
Faschismus als System der geistigen Manipulation und des Terrors bot diese
Möglichkeit. Winston Churchill, hatte diese Funktion des Faschismus genau erkannt,
er äußerte im Januar 1927: „Italien hat das notwendige Gegengift zum russischen
Gift geliefert. Von jetzt ab ist keine Großmacht mehr ohne ein letztes Schutzmittel
gegen das Krebsgeschwür des Bolschewismus.“(4)
Da auf Grund ihrer großen Zahl, selbst die Arbeiter für den imperialistischen und
antikommunistischen Kreuzzug mobilisiert werden mussten, versuchte man auch die
Arbeiter für den Faschismus zu gewinnen. Deswegen wurde von den Herrschenden
die NSDAP geschaffen, die sich sozialistisch und Arbeiterpartei nannte, und mittels
etlicher Millionen und massiver Presseunterstützung zur Massenbewegung
aufgebaut. Dabei waren die Volksvergifter leider recht erfolgreich. Eine
Untersuchung der Reichskanzlei unter Reichskanzler Heinrich Brüning über die
Finanzierung der NSDAP stellte fest, das die NSDAP zwischen April 1931 und April
1932 Zahlungen von ausländischen Geldgebern in Höhe von 40 bis 45 Millionen
Reichsmark erhalten hat, unter anderem vom „Comite des Forges“ dem
Interessenverband der französischen Schwerindustrie. Als Grund für die
Auslandszahlungen an die NSDAP stellte die Untersuchung fest: Hitler „gilt in diesen
und anderen Auslandskreisen vielfach als eine Art Landsknechtführer von Mittel- und
Westeuropa gegen Russland“(5)
Nach der Machtübergabe, machten sich die Nazis eifrig an die Erfüllung ihres
Klassenauftrags. Der Antikommunismus wurde zur Staatsdoktrin erhoben und auf
den zukünftigen Gegner, die Sowjetunion, wurde das deutsche Volk mit
antikommunistischer und antisemitischer Propaganda, psychologisch vorbereitet. In
den „Richtlinien für die antibolschewistische Propaganda“ die Goebbels im März 1937
erließ hieß es: „Der Kampf gegen den Weltbolschewismus ist die Generallinie der
deutschen Politik […] Das deutsche Volk hat die große Mission, in dem Ringen gegen
die Gefahr unseres Jahrhunderts an der Spitze zu marschieren“(6)
Die Westmächte halfen bei der Aufrüstung Deutschlands und wollten Hitler „Freie
Hand im Osten“ geben. Dazu wurde beispielsweise 1935 die Anglo-German
Fellowship gegründet, der mehrere 100 britische Industrielle angehörten. Die
Fellowship verbreitete massive pronazistische Propaganda in Großbritannien. Das
Mitglied der Fellowship und Beherrscher des englischen Kohlebergbaus Lord
Londonderry schrieb am 25. Februar 1936 an Hermann Göring: Großbritannien
müsse gemeinsam mit Deutschland dem Bolschewismus entgegentreten, denn diese
Lehre werde, „wenn sie Erfolg hat, eine weltweite Katastrophe von einem Ausmaß
herbeiführen […] das sich keiner vorstellen kann“(7) Der stellvertretende
amerikanische Außenminister Sumner Welles, schrieb 1944 in seinem Buch „The
Time for Decision“: „In diesen Vorkriegsjahren waren die Finanz- und Handelskreise
der westlichen Demokratien einschließlich der Vereinigten Staaten absolut davon
überzeugt, daß ein Krieg zwischen Hitlerdeutschland und der Sowjetunion nur ihren
eigenen Interessen dienen würde. Sie glaubten, daß Rußland bestimmt besiegt und
damit der Kommunismus vernichtet werden würde. Deutschland aber würde dann so
geschwächt sein, daß es auf viele Jahre hinaus die übrige Welt nicht mehr ernsthaft
werden bedrohen können.“(8) Das angestrebte antikommunistische Bündnis
scheiterte jedoch an imperialistischen Gegensätzen, die sich für kurze Zeit als stärker
erwiesen als die internationalen Klassengegensätze.
Nach dem Frankreichfeldzug sagte Hitler schließlich: das er nun „endlich die Hände
frei“ habe für seine „große und eigentliche Aufgabe: Die Auseinandersetzung mit
dem Bolschewismus“.(9) Die Aufgabe die er vom deutschen und internationalen
Monopolkapital bekommen hatte. Kurz nach dem Überfall auf die Sowjetunion,
begrüßte dann das Vorstandsmitglied der Deutschen Bank Hermann Abs, in einem
flammenden persönlichen Schreiben an den führenden finnischen Bankier Rainer v.
Fieandt, den Kampf „gegen den größten Feind aller Freiheit und Menschlichkeit“.(10)
Doch die Kapitalisten hatten sich gründlich verrechnet, ihr Kreuzzug, angeführt von
ihrem Lakaien Hitler, gegen die Sowjetmacht scheiterte am heldenhaften Widerstand
der Sowjetarmee und führte zur Zerschlagung der Herrschaft der Kapitalisten in
vielen europäischen Ländern.




Quellen:

(1) Wolfgang Schumann, Ludwig Nestler (Hrsg.), Weltherrschaft im Visier , Berlin 1975, S. 203.
(2) Jürgen Kuczynski, Studien zur Geschichte des deutschen Imperialismus, Berlin 1950, Band 2, S. 47.
(3) Winston Churchill, The World Crisis The Aftermath, London 1929, Band 4, S. 256.
(4) Albert Norden, Fälscher, Berlin 1959, S. 83.
(5) Bundesarchiv, Akten der Reichskanzlei, Nachlass Pünder, Nr. 154, Bl. 48–49.
(6) Hans-Erich Volkmann (Hrsg.), Das Russlandbild im Dritten Reich, Köln 1994, S. 95.
(7) Ian Kershaw, Hitlers Freunde in England, München 2005, S. 181
(8) Sumner Welles, Jetzt oder nie!, Stockholm 1944, S. 294 f.
(9) Gerd Ueberschär, Wolfram Wette (Hrsg.), Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion, Frankfurt am Main 1991, S.25
(10) Dietrich Eichholtz, Krieg um Öl, Leipzig 2006, S. 62.

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"Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse." - Karl Marx, Kommunistisches Manifest


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Faschismus als Stoßtrupp der internat. Konterrevolution
BeitragVerfasst: Di 31. Mär 2009, 18:56 
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 Betreff des Beitrags: Re: Der Faschismus als Stoßtrupp der internat. Konterrevolution
BeitragVerfasst: Mo 3. Aug 2009, 09:11 
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Beiträge: 34
Jens hat geschrieben:
Die Idee, dass es möglich sei, eine Welt ohne Ausbeutung, Armut und Krieg zu
erschaffen, ergriff damals immer Menschen.

Armut gegen Mangel definitorisch abgrenzen: denn in der SU der 30-er Jahre gab es Mangel, aber - keine Armut. Klar muss es werden, dass Armut nur unter der Bedingung des Vorhandenseins von Ausbeutung gibt.

Jens hat geschrieben:
Mit der Entstehung des ersten proletarischen Staates, der Sowjetunion, wurde bewiesen, dass es möglich ist die Kapitalisten-Klasse zu stürzen und eine gerechte Gesellschaftsordnung aufzubauen.

Wenn möglich auf solche verfänglichen Begriffe, wie "Gerechtigkeit" verzichten. Lieber betonen, dass die Arbeit und Ressourcen allgemein mehr allen bringen, wenn sie nicht von den reichen Parasiten als Luxusgüter verbraucht werden, sondern in die Entwicklung der Infrastruktur gesteckt werden. Also& "gerecht" = "nützlich für Allgemeinheit auf lange Sicht".

Jens hat geschrieben:
Doch der erste Versuch die Revolution niederzuschlagen, der laut einem
Memorandum von Winston Churchill vom September 1919 von England mit 100
Millionen Pfund und Frankreich mit 30–40 Millionen Pfund unterstützt wurde(3),
scheiterte am heroischen Kampf der russischen Arbeiter und Bauern und an der
internationalen Solidarität der Arbeiter.

Mag politisch korrekt zu sein. Wahr ist aber, dass entscheidend für den Erfolg der Genie der Revolutionsführer war, in erster Linie Lenins Genie.

Zitat:
Der Faschismus als System der geistigen Manipulation und des Terrors bot diese Möglichkeit. [...] Deswegen wurde von den Herrschenden die NSDAP geschaffen, die sich sozialistisch und Arbeiterpartei nannte...

Schön wäre es, moglichst klar den Unterschied zwischen dem Sozialismus (als ausdrück der kollektivistischen Weltanschauung) und dem Nationalsozialismus (was nichts Anderes als Gruppenägoismus und damit der Ausdrück der individualistischen Weltanschauung ist) herauszuarbeiten. Dies kann nicht oft genug geschehen. In dem Zusammenhang sollte auch gezeigt werden, dass der Anspruch eines Staates auf Totalitarität völlig natürlich und an sich gut ist.

Zitat:
Doch die Kapitalisten hatten sich gründlich verrechnet, ihr Kreuzzug, angeführt von ihrem Lakaien Hitler, gegen die Sowjetmacht scheiterte am heldenhaften Widerstand der Sowjetarmee und führte zur Zerschlagung der Herrschaft der Kapitalisten in vielen europäischen Ländern.

Bescheidenheit darf nicht das Wesentliche verstecken!!!! Es darf auf gar keinen Fall übersehen werden, dass mit einem Chruschtschov oder Hitler oder Churchill an der Spitze die SU den Krieg gegen das Dritte Reich wohl verloren hätte.


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