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 Betreff des Beitrags: Architektur
BeitragVerfasst: Mi 30. Apr 2008, 15:46 
Meister des virtuellen Pinsels
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Beiträge: 688
Da ich eventuell nächstes Jahr Architektur studiere habe ich mal versucht mich etwas damit auseinander zu setzen, ihr könnt eure Meinungen ja mal schreiben.
Der Text ist zusammen gefügt aus zwei Texten die ich mal nieder geschrieben hatte deswegen findet manches doppelt Erwähnung.

Zur Architektur

Der Mensch benötigt im Laufe seiner frühen Entwicklung einen Unterschlupf der nicht durch die natürliche Umwelt allein bestimmt ist, Ausstattung, Position, Verwendbarkeit sind daher Eigenschaften die der Mensch wünscht zu verändern. Durch die Auseinandersetzung mit der Natur, bedingt durch die tätige Arbeit, schafft er sich Baukörper um diese Bedürfnisse zu befriedigen.
Diese Baukörper tragen daher als Produkt ihrer Arbeit den besonderen Ausdruck der Lebensweise jener Menschen, somit tragen diese Baukörper den besonderen Gesellschaftsverhältnissen als Indikator Rechnung.
Die Baukörper als Objekte in der Wahrnehmung der Menschen, als Ergebnis der menschlichen Arbeit sind somit kontrollierbare Objekte dieser Wahrnehmung, insofern sie aber kontrollierbar sind legt der Mensch an ihnen ideelle Maßstäbe an, in diesem Falle seine durch die Natur geprägte ästhetische Wahrnehmung. Diese nun ästhetisierten Baukörper werden verstärkt Teil der ästhetischen Wahrnehmung der Betrachter, verstärkt daher weil sie auch bereits vor der Ästhetisierung prägend waren.
Diese ideellen ästhetischen Vorstellungen sind jedoch nicht allein ästhetischen Ursprungs vielmehr sind Ästhetik und Ideologie (Im Sinne von Weltanschauung) untrennbar verbunden, die Ideologie (Spiritualismus, Urreligion usw. ) ist der Grund der Ästhetik da diese noch die einzige Ausdrucksform für die Ideologie ist. (müsste ich noch beweisen ja ja)
Die Ideologie wird Hauptantrieb der Ästhetischen Entwicklung in den frühen Epochen, ganze architektonische Komplexe gründen sich auf Religion oder später auf der Herrschaft einer Ideologie.(Hünengräber, Pyramiden, Schlösser Denkmäler usw. )
Die Komplexität der Baukörper, ihre Ausdrucksfähigkeit, ihre spezifische Ästhetik sowie ihre Funktionalität stehen in Wirkung zu einander und in gesamt Abhängigkeit zur gesellschaftlichen Entwicklung ihrer jeweiligen Erbauer.
Wie, Womit, Wofür können grob bestimmen unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen die jeweiligen Gebäude errichtet worden waren. Das Katalogisieren der Architektur in Epochen, festgemacht an rein oberflächlichen Erscheinungsformen des Stils, verwischt in üblicher Manier der bürgerlichen Ideologie die Möglichkeit einer detaillierteren und erklärenden Betrachtung der Architektur. Nur unter Betrachtung der gesellschaftlichen Verhältnisse zb. Entwicklungsstand der Produktivkräfte, Eigentumsverhältnisse usw. können materialistische Erklärungen zur Architektur geliefert werden, ansonsten werden Stile bzw. Epochen hinter einander als Bedingungen gesetzt und nicht analysiert in ihrer Gesamtheit, doch zeigt sich schon allein an der Fixierung an die europäische Kunst das diese Betrachtungsweise keine Allgemeingültigkeit besitzt.
So fußt die Errichtung monumentaler Bauwerke wie die der Cheops Pyramiden nicht auf der Idee oder dem reinem Willen einzelner Bauherren wie zb. den Pharaonen, denn es brauch für jene Bauvorhaben auch die nötigen Produktivkräfte, die nötige Macht über diese Produktivkräfte, die nötige Teilung der Arbeit und die passende Ideologie der Gesellschaft. Mit der sich entwickelnden Klassengesellschaft und ihrer jeweiligen Ideologie wächst die Verausgabung menschlicher Arbeitskraft Zwecks der Errichtung von Baukörpern, die nur einem ideellen Bedürfnis dienen.

Die Epochen und Stile im Hinblick auf die herrschende Ideologie als Resultat des Wandels der gesellschaftlichen Verhältnisse.
Die Epochen und Stile sind sich entwickelnde Formprinzipien die historisch auf einander aufbauen bzw. sich zumindest aufeinander beziehen, sie unterliegen folgenden Faktoren.
1. Der kulturellen Ästhetik einer Region bis hin zur Gesellschaft
2. Den naturgegebenen Gesetzmäßigkeiten und des wiss. tech. Fortschritts
3. Der herrschenden Ideologie und dem Stand der Produktivkräfte
Diese drei Faktoren haben eine Wechselwirkung zu einander, wie zb. bereits erwähnt Ästhetik - Ideologie.

1. Regionale bis gesellschaftliche kulturelle Ästhetik.
Die Ästhetik einer Gesellschaft entsteht mit dem sich bewußt werdenden Menschen der seinen Arbeitsprodukten ästhetische Bestandteile implementiert die somit über die eigentliche Funktion des Gebrauchswertes hinaus reichen. Solch ein Bestandteil wird zum Element der Ästhetik also des Schönen. Solch ein Bestandteil verbessert objektiv keineswegs die Funktionalität eines Objektes, es bedient lediglich eine ideelle Vorstellung des Subjektes welches das Objekt benutzt oder zumindest besitzt. Diese Ästhetisierung geschah wohl nicht aus dem Bedürfnis der Dekoration heraus, wohl er aus einem spirituell religiösen Grund, um ein Bedürfnis welches allein aus der ideellen Welt des Subjektes erwächst zu befriedigen welches aber wieder auf ein materialistisches Bedürfnis rück zu führen ist, beispielsweise Jagdglück oder Fruchtbarkeit.
Ich denke das man daher aus der Sicht dieses Menschen gar nicht von Ästhetik, Dekoration oder Kunst sprechen darf, für diesen war diese Form der Ästhetik lediglich die Manifestierung und Referenz an den ideellen Glauben, und daher waren beide Elemente untrennbar verbunden und aus diesem Grund ist es nur schwerlich Kunst und Religion aus heutiger Sicht für jene Epoche zu trennen. (Ich denke eine echte (halbe) Trennung gibt es erst mit der bürgerlichen Gesellschaft aber das ist ein anderes Thema, aus dem Grund der Einheit von Ästh. und Relig. ist eventuell auch die Theorie, dass in der frühen Gesellschaft Kunsthandwerk von Schamanen ausgeführt worden war korrekt und das aus dieser Beziehung das Vererbbare Kunsthandwerk als Beruf entstand )
Hier merke ich an das die Ästhetik, also der darstellende Ausdruck dieser implementierten Elemente, aus der Natur selbst resultiert, aus der Wahrnehmung der Menschen und deren Verarbeitung und ihr folgender Versuch der Darstellung.
Aus diesen ersten Versuchen wurzelt die kulturelle Linie der Ästhetik einer Gesellschaft, bzw. einer Gruppe, diese Formprinzipien werden prägend und werden Bestandteil der ästhetischen Wahrnehmung der Personen. Somit wird der Grundstein gelegt für eine weitreichende Traditionslinie der kulturellen Ästhetik, diese Linie steht mit anderen in Wechselwirkung, teilweise verschmelzen sie oder vernichten sich, sie verändern sich auch mit der sich wandelnden Ideologie der Menschen die sie reproduzieren durch den gesellschaftlichen Wandel, allgemein steigt die Qualität der Ästhetik durch die zunehmenden Erkenntnisse der ästhetischen Gesetzmäßigkeiten über die eigene ästhetische Wahrnehmung und der Trennung der Ästhetik von der religiösen Sphere also dem Begreifen der Ästhetik als eigene Disziplin.
Mit den späteren Gesellschaftsformen und den sich dadurch herausbildenden Nationen wächst die Uniformierung dieser ästhetischen Wahrnehmung für die Menschen die von dieser Nation vereinnahmt werden.

2. Die naturgegebenen Gesetzmäßigkeiten und der Wissenschaftlich Technische Fortschritt.
Das Handeln der Menschen ist begrenzt durch die Natur und ihren inne wohnenden Gesetzen und Regeln, daher sind den Menschen Grenzen gesetzt in wie weit sie auf ihre Umwelt einwirken können, der bloße Wunsch oder Wille ein harten tragfähigen Stoff der transparent ist herzustellen reicht nicht aus diesen auch tatsächlich herzustellen, dafür benötigt es den nötigen Fortschritt in Wissenschaft und Technik. Das für die Architektur wohl wichtigste Gesetz ist jenes das Objekte ein Gewicht besitzen, sprich die Schwerkraft. Um massive, ruhende kurz gesagt standfeste Baukörper errichten zu können bedarf es der Entwicklung von Lösung zur Konstruktion von Baukörpern die diesen Ansprüchen entsprechen. Solche Lösungen umfassen nicht nur den fertigen Baukörper selbst sondern auch dessen Errichtungsprozess. Die Lösung nennen wir der Einfachheit halber Statik, die Statik ermöglicht unter Berücksichtigung der Gesetze der Schwerkraft die Errichtung von Gebäuden, ein einfaches Beispiel sind zwei Säulen auf denen ein Balken ruht. Fest zu stellen ist das diese statischen Lösungen das Formprinzip solcher Baukörper mit gestalten und zwangsweise Bestandteil dieser werden daher werden jene Naturgesetze selbst sichtbar in den Gebäuden, diese Elemente somit werden Teil der Ästhetik und daher Teil des ästhetischen Grundprinzips der Architektur.
Weiterhin wäre zu erwähnen das die Funktionalität hierbei eine Rolle spielt, effiziente Anordnung der Räumlichkeiten usw.
Der wiss. tech. Fortschritt erzeugt im Laufe der Entwicklung weitere Technologien zur Verbesserung der Baukörper diese stellen sich dar als Glasfassade, Brücken aus Stahl usw. usf.

3. Gesellschaftsform und herrschende Ideologie als Faktor der Architektur.
In der Gesamtheit aller architektonischen Baukörper einer Gesellschaft zeigt sich deren gesellschaftlicher Zusammenhang, auf der einen sind in der Klassengesellschaft die Elendsviertel der arbeitenden Massen und auf der anderen die Paläste der Herrschenden.
Die direkte aber begrenzte Wirkung der Ideologie im Rahmen einer bestehenden Gesellschaftsform auf die Ästhetik und Architektur hatten wir bereits benannt, weit aus größere Auswirkung hat jedoch der Wandel der gesamten Gesellschaftsform auf die bestehende Architektur und Ästhetik einer Gesellschaft. Solch ein Wandel zb. vom Feudalismus zum Kapitalismus hat gewaltige Folgen auf die gesamten ästhetischen Ausdrucksformen einer Gesellschaft, sie führen dazu das Architektur, Ästhetik und Kunst ab der neuen Epoche schrittweise anders begriffen werden als zuvor, Kriterien die in der früheren Epoche vollkommen irrelevant waren gewinnen in der anderen an unermesslichen Stellenwert, für jene Generationen von Menschen wird hierdurch die klare objektive Sicht auf das Kunstschaffen ihrer Ahnen verstellt und unkenntlich gemacht, die bürgerliche Kunstauffassung macht es unmöglich klare Vorstellungen anderer Gesellschaften zu bekommen da sie ihren Begriff der Kunst, Ästhetik, Architektur in das Werk anderer Gesellschaften vorher hinein denkt.

Wie gesagt es ist ein Versuch.

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"Alle Menschen von Genie, alle jene, die sich in der Republik des Geistes einen Namen gemacht haben, sind Franzosen, ganz gleichgültig, in welchem Land auch immer sie geboren wurden."
- Napoleon -


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