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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: Herbert Graf: Der Mann an Ulbrichts Seite
BeitragVerfasst: So 5. Okt 2008, 20:11 

Beiträge: 176
Im Herbst 08 erscheint in der Edition Ost Herbert Graf: Der Mann an Ulbrichts Seite

Zitat:
Herbert Graf arbeitete von 1954 bis 1971 mit und für Walter Ulbricht. Zwar gab es auch ein
Leben davor und danach, wie diese höchst informative Autobiographie deutlich macht.
Doch die Jahre an der Seite des ersten Mannes der DDR waren die interessantesten. Auch
für die Geschichtsschreibung. Graf ist ein exklusiver Zeitzeuge.

Er war keine 24, als er sich in der Regierungskanzlei meldete. Und irgendwann wollte er alles hinschmeißen. Auf mehreren Seiten, von seinem Chef dazu aufgefordert, begründete er den Kündigungswunsch. Offen, ehrlich und kritisch. Ulbricht besah sich den Text und sagte: »Alles
Gründe, warum du bleiben mußt!« Natürlich hat jeder Autobiograph etwas dagegen, auch Graf, der
auf die 80 zugeht, wenn das ganze Leben auf einen Abschnitt reduziert wird. Vielleicht sind die
Spuren, die er als Professor in jungen Nationalstaaten hinterlassen hat, weitaus auffälliger
oder bedeutender als jene an Ulbrichts Seite. Aber nur er kann aus eigenem Leben berichten,
was Ulbricht tat, warum er dieses oder jenes machte, wie er war. Die Akten, die wir Nachgeboren
befragen, sind tot. Grafs Erinnerungen aber leben.

Herbert Graf, Jahrgang 1930, geboren und aufgewachsen in Egeln. Nach dem Studium an der Hochschule für Ökonomie in Berlin (1950 – 54). Tätigkeit in der Regierungskanzlei, später Staatsrat bis zur Ablösung Walter Ulbrichts 1971. Promotion und Professur, Leiter des Lehrstuhls Staatsrecht
junger Nationalstaaten an der Akademie für Staat und Recht in Potsdam-Babelsberg sowie Forschungs- und Lehraufträge in Afrika, Asien und Lateinamerika. Von 1990 bis 2000 Justitiar in der Berliner Kabelindustrie.Im Zentrum von Grafs Tätigkeit in Ulbrichts Büro standen Fragen des
Staatsaufbaus und der sozialistischen Demokratie, der Verfassung und der Gestaltung der DDR-Gesellschaft. Das Resultat war die Entwicklung eines Reformkonzeptes des Sozialismus in den 60 er Jahren, des einzigen realistischen zwischen 1917 und 1990. Es führte zum Sturz Ulbrichts und damit auch zu dem von Herbert Graf. Seine an Ulbrichts Seite gesammelten Erfahrungen vermittelte er in den 70 er und 80 er Jahren unter anderem als Regierungsberater in Mocambique, Angola, Äthiopien und anderen Staaten auf drei Kontinenten. Herbert Graf ist der langjährigste Mitarbeiter des ehemaligen Vize-Premiers und Staatsratsvorsitzenden der DDR, der noch Auskunft geben kann.


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 Betreff des Beitrags: Re: Herbert Graf: Der Mann an Ulbrichts Seite
BeitragVerfasst: So 5. Okt 2008, 20:31 
Administrator
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Beiträge: 4023
Klingt sehr interessant. Zum Glück ist ja bald Weihnachten.

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Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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 Betreff des Beitrags: Re: Herbert Graf: Der Mann an Ulbrichts Seite
BeitragVerfasst: Do 9. Okt 2008, 18:01 

Beiträge: 2008
Die 20 Euronen sind sicher kein rausgeworfenes Geld. Werde ich mir beschaffen. Wobei da auch weitere interessante Buchtitel erscheinen ...

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»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Herbert Graf: Der Mann an Ulbrichts Seite
BeitragVerfasst: Di 19. Mai 2009, 12:50 

Beiträge: 176
Ich habe das Buch inzwischen gelesen, und das hat sich wirklich gelohnt. Sehr zu empfehlen! (Ausführlicher zu werden, fehlt mir leider die Zeit.)

Gerade in der jW entdeckt:

Herbert Graf ist morgen, Mittwoch, 20.5.09, 18.30 Uhr in den Räumen der GBM, Weitlingstr. 89 in Berlin-Lichtenberg zu erleben. Die Veranstaltung heißt „Über Jahre an der Seite von Walter Ulbricht“.


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 Betreff des Beitrags: Re: Herbert Graf: Der Mann an Ulbrichts Seite
BeitragVerfasst: Di 19. Mai 2009, 19:23 

Beiträge: 2008
Kann ich nur zustimmen. Ich habs vor einigen Wochen ausgelesen. Man muß ja nicht in jedem Punkt mit H. Graf übereinstimmen. Aber es ist allein schon in diesem Jahr sinnvoll es zu lesen, wo einen die Medien mit einem Hetztirade an Negativberichten zu allem was nur dem Anschein nach, nach DDR riecht, bombardieren.
Da wird ein ehrlicheres DDR-Bild gezeichnet und auf Gründe eingegangen, warum so und nicht anders. Da wird aufgezeigt, das wir tatsächlich mit dem Aufbau des Sozialismus beschäftigt waren und das auch bis zu einem gewissen Grad geschafft hatten. Schade, dass der Walter nicht noch 30 Jahre länger leben konnte ... der hätte es dem Verräter Gorbatschow zumindest schwerer gemacht. :redstar161:

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