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 Betreff des Beitrags: GWS-Empfehlung: Lion Wagner-Krieg und Gesellschaftssystem
BeitragVerfasst: Fr 4. Apr 2008, 18:25 
Troll

Beiträge: 41
Anscheinend habens die GWSler grade mit LW. Kennt ihr das Buch?
Ist es wirklich so gut oder zumindest lesenswert?

Zitat:
Das Buch „Krieg und Gesellschaftssystem - Studien zur bewaffneten politischen Gewalt und zur politischen Nichtgewalt“ erschien im Jahre 1998. Das Buch ist die Antwort auf die ganze Fülle an Schriften zur Kriegs-Friedensproblematik, die mit nicht wissenschaftlich belegbaren Aussagen hantieren. Schon im Vorwort wird diesen Schriften der Kampf angesagt. Und dieses Versprechen löst das Buch auch auf seinen 467 Seiten ein.

Das gebundene Buch bietet des Weiteren auch verschiedene Präzisierungen der marxistischen Auffassung in dieser Frage. Somit wird dieses Buch zu einer wichtigen Lektüre für alle diejenigen, die die Gründe für Kriege erkennen wollen, die die Frage ob ein Krieg gerecht oder ungerecht ist, beantworten wollen.

Nach dem Vorwort gibt der Autor Empfehlungen für das Studium seines Buches. Darin verdeutlicht er nicht nur seine Bereitschaft an einer kritischen Betrachtung, sondern sein Interesse an einer kritischen Auseinandersetzung.

Im Wissen, dass zur Klärung der Krieg-Friedens-Frage eine gewisse Vorbildung nötig ist, versucht der Autor diese Vorbildung in den ersten Kapiteln darzustellen und die LeserInnen in entsprechenden Grundlagen zu schulen. Da dies dem Genossen Lion Wagner auch gelingt, ist es möglich dieses Buch auch ohne große Vorbildung nicht nur zu lesen, sondern eben auch zu studieren und schließlich zu verstehen. In Zeiten großer Unklarheiten in der Bewegung ist dies ein Trumpf.

Es fällt auch positiv auf, dass der Autor nicht vorgibt, alle Fragen im Buch erschöpfend zu beantworten. Vielmehr schreibt er ganz offen, dass die Behauptung XY in dem Buch nicht erschöpfend beantwortet werden kann. Auch beschreibt Lion Wagner, in welchen Fragen er selbst noch Erkenntnismängel hat.

Der Autor beginnt mit den politisch-ökonomischen Grundlagen. Beispielsweise werden hier Begriffe wie Ware, Gebrauchswert, usw. erklärt, das Wertgesetz wird erläutert, es wird erklärt was eine Lohn-Preis-Spirale ist, wie Wert entsteht, was Kapital, Ausbeutung, Kapitalismus, Imperialismus, Neokolonialismus ist. Des Weiteren wird gezeigt, was gesellschaftlicher Fortschritt bedeutet, denn dies ist später wichtig, um Kriege in gerechte bzw. ungerechte zu unterscheiden. Auch Punkte wie der Zerfall der Sklavenhaltergesellschaft, des Feudalismus werden behandelt.

Nach diesen Ausführungen werden die politisch-ideologischen Grundlagen gelegt. In diesem Kapitel werden Punkte wie bürgerliche Ideologie, Klassen und soziale Schichten behandelt. Fragen wie ob das Berufsmanagement eine neue herrschende Klasse ist, werden beantwortet. Was ist Politik, was sind die Merkmale eines Staates, was ist eine ökonomische Gesellschaftsformation, was das Wesen des Menschen, worin besteht die Wechselbeziehung zwischen Verhältnissen und Verhalten, was ist politische Gewalt usw. werden ebenso behandelt.

Wenn die LeserInnen sich entsprechend geschult haben landen sie auf S. 196 und im Teil B.

In diesem werden verschiedene Theorien, mit denen wir immer wieder konfrontiert werden, wissenschaftlich auseinander genommen. So z.B. die verschiedenen biologischen Erklärungen über die angeblichen Gründe von Kriegen. Zur Veranschaulichung werden immer wieder Regelschemata dargestellt.

Das Buch nimmt anschaulich Thesen wie die des Aggressionstriebs, der unvermeidbar zum Krieg führen soll, auseinander. Ich habe noch kein Buch studiert, in dem so anschaulich solche Thesen widerlegt wurden. Der wissenschaftliche Charakter des Buches zeigt sich schon an den Argumentationswegen. Auch die unwissenschaftlichen Thesen werden zunächst dargestellt, ohne sie zu bewerten. Dann werden deren unhaltbare Aussagen widerlegt und erst dann wird ein Schluss gezogen und die These verworfen.

Nach den biologischen Thesen werden dann die psychologischen Thesen betrachtet. So z.B. die psychologische Todestriebthese. Oder auch die Frustrations-Aggressions-Hypothese.

Mittels des historischen Materialismus wird erläutert, wie Kriege entstanden. Verschiedene Kriegstypen werden dargestellt. Und so kommt Genosse Wagner dann zur Kriegsursache in den vorkapitalistischen Klassengesellschaften. Auch die Kriegsursache in der imperialistischen Epoche wird schließlich definiert. Hierzu werden präzise Definitionen angeboten.

Die Kriegsursachen werden sowohl im politisch-ökonomischen, im psychologischen sowie im politökonomisch-ideologischen Bereich definiert.

Das Buch behandelt aber den bisherigen marxistischen Standpunkt durchaus mit der notwendigen kritischen Haltung. Die Übernahme der Kriegsdefinition nach Clausewitz wird zu Recht kritisiert und durch eigene Präzisierungen auf einen höheren Stand gehoben.

Im Punkt 10 geht es dann um gerechte und ungerechte Kriege. Diese werden nicht nur definiert, es wird auch argumentiert, warum überhaupt eine Unterscheidung notwendig ist. Allgemeine Bewertungsgrundsätze werden angeführt, ebenso wie das objektive Bewertungskriterium und das subjektive Werturteil.

Der 11. Punkt ist die Einteilung der Kriege in der imperialistischen Epoche, ihr politisches Wesen und moralischer Charakter.

Sehr anschaulich werden dann die Kriegsbeispiele in Punkt 12, in denen dann das vorherige Wissen angewandt wird und man somit auch selbst überprüfen kann, ob man zum gleichen Urteil gekommen wäre. Beispiele sind u.a. der deutsch-französische Krieg 1870/71, Bosnien-Herzegowina-Krieg, 1.Weltkrieg, 2.Weltkrieg und der 2.Golfkrieg.

Es werden aus der Analyse heraus auch Voraussagen über die künftige Kriegsgefahr gemacht.

Im Teil C wird dann eine Kritik am Pazifismus herausgearbeitet. Der Pazifismus ist in der linken Bewegung in Deutschland sehr stark verankert. Somit ist eine Kritik am Pazifismus gerade auch hier sehr wichtig. In der Kritik wird angeführt, welche Stellung man zum gesellschaftlichen Fortschritt (ob man will oder nicht) einnimmt, wenn man den Weg des Pazifismus geht.

Das Buch enthält noch verschiedene Dokumente sowie ein Sachwortverzeichnis, mittels derer man das Buch auch als Nachschlagwerk nutzen kann. Ebenfalls sehr positiv aufgefallen ist das sehr ausführliche Inhaltsverzeichnis. Dieses macht es einem auch bei einem späteren Nachschlagen leicht möglich die gesuchten Punkte im Buch wiederzufinden.

Das Buch kostet 10 Euro + 6,90 (Paketgewicht) und kann auf dem Postweg über uns bestellt werden:
GWS, Postfach 652141, 13316 Berlin

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"Schande über Chruschtschow und seine Genossen! Wie tief sind sie herabgesunken, dass sie die Sowjetunion so schändlich erniedrigen! Aber ihr Schicksal wird sie schon ereilen, und dieser Tag wird kommen." Enver Hoxha, Tirana 1986


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 Betreff des Beitrags: Re: GWS-Empfehlung: Lion Wagner-Krieg und Gesellschaftssystem
BeitragVerfasst: Di 3. Jun 2008, 17:59 
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Beiträge: 131
Hab mir das Buch mal bestellt, mal sehen ob es gut ist.

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"Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse." - Karl Marx, Kommunistisches Manifest


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 Betreff des Beitrags: Re: GWS-Empfehlung: Lion Wagner-Krieg und Gesellschaftssystem
BeitragVerfasst: Do 9. Okt 2008, 21:23 
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Beiträge: 131
Habs jetzt teilweise gelesen.

Finds nicht besonders. Rein theoretische Überlegungen ohne Faktenmaterial.

Eine Theorie muss immer in der Praxis nachgewießen werden.

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"Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse." - Karl Marx, Kommunistisches Manifest


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 Betreff des Beitrags: Re: GWS-Empfehlung: Lion Wagner-Krieg und Gesellschaftssystem
BeitragVerfasst: Fr 19. Dez 2008, 09:46 

Beiträge: 132
Hast Du wirklich (teilweise) das Buch gelesen, mich wundert das Du keine Fakten gesehen hast, nicht mal bei den Bespielen von Kriegskonflikten. Und was ist mit dem ersten kapitel in dennen maxistisches Grundwissen vermittelt wird, sind das keine Fakten?


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