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 Betreff des Beitrags: Joseph Ki-Zerbo - Die Geschichte Schwarzafrikas
BeitragVerfasst: So 29. Jul 2007, 15:04 
Moderator

Beiträge: 876
Joseph Ki-Zerbo - Die Geschichte Schwarzafrikas
Hammer Verlag, Wuppertal, 1979

In dem Buch wird auf 775 Seiten die präkoloniale Geschichte Afrikas aus afrikanischer Persperktive beschrieben.

Joseph Ki-Zerbo war einer der berühmtesten afrikanischen Historiker und widersetzte sich der Monopolisierung afrikanischer Geschichtsschreibung durch Nichtafrikaner.

Schon vor der Unabhängigkeit war Ki-Zerbo ein Vorkämpfer eines geeinten, freien Afrika. Die kolonialen Grenzen waren für ihn der Horror, Machtverhältnisse immer vergänglich - er lernte die Kolonialmacht Frankreich als Opfer deutscher Besatzung kennen und war 1950 dort Mitgründer der afrikanischen Studentengemeinschaft FEANF, Kern der späteren Unabhängigkeitsbewegungen. Die Rückkehr zu einer nostalgisch verklärten afrikanischen Tradition lehnte er ebenso ab wie den Glauben an technokratische Entwicklungsmodelle, die von außen kommen wie "Prothesen, die uns das Laufen abnehmen".

82-jährig noch hielt Ki-Zerbo in Genf einen kontroversen Vortrag. "Die Frage ist: Wer sind wir? Man kann Afrika mit Milliarden überschütten, es wird nirgends hingehen, wenn es sich nicht selbst schmiedet, selbst konstituiert. Wir müssen unser eigenes Zentrum sein, nicht die Peripherie anderer. Heute tauschen wir Baumwolle gegen Computer, aber damit bereichern wir nicht die Weltkultur, sondern konsumieren die Kultur der anderen. Wir sind Ersatzteile geworden, die dank der Suppenküche der Welt überleben."
http://www.afrikanet.info/index.php?opt ... &Itemid=87

Auf die Frage von René Holenstein, ob Afrika es schaffen wird, aus seiner Randständigkeit auszubrechen, antwortet Ki-Zerbo: «Wir können intellektuell ein neues Afrika erschaffen. Wir haben tragfähige Nischen, vor allem in der Kulturbranche. Wir haben Forscher, Erfinder, Produzenten und Schöpfer in zahllosen Bereichen: Musik, Tanz, bildende Kunst, Theater, Gemeinschaft, Zusammenleben, Betreuung der Schwächsten, ursprüngliches Umweltmanagement, Beziehung zur Gesundheit, zum Tod und zu den Vorfahren, Liebe, Konfliktbewältigung… Ich habe den Eindruck, dass man sich in Europa einfach nicht vorstellen kann, dass Afrika einen Beitrag zum Wohl der Menschheit leisten kann. In Europa wird Afrika auf die letzten Jahrzehnte reduziert, als der Kontinent kolonialisiert und schlecht entkolonialisiert wurde. Ohne eine radikale Neuschreibung der Geschichte wird es kein neues Weltbild geben, keine neue Kosmogonie, die Güter, Leistungen und Werte hervorbringt.
http://162.23.39.120/dezaweb/ressources ... 154983.pdf

Einer eurozentristischen Entwicklungspolitik stand er stets kritisch gegenüber. Im Südwind-Gespräch forderte er: "Lasst Afrika sich selbst entwickeln. Afrika kann nicht entwickelt werden. Niemand kann einen anderen entwickeln."
http://www.oneworld.at/suedwind.magazin ... sp?ID=4432


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