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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: Molotow und Kaganowitsch
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 23:06 
Literat

Beiträge: 2947
Es gibt die Memoiren von Kaganowitsch und ein Buch, daß "144 Gespräche mit Molotow" oder so ähnlich heißt.
Weiß jemand, ob die Bücher übersetzt wurden?
Oder weiß jemand, wo man das überhaupt bekommen kann (notfalls auf Russisch)?

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 Betreff des Beitrags: Re: Molotow und Kaganowitsch
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 23:06 

Beiträge: 164
Kaganowitsch? Kannst du mir mal bitte auf die Sprünge helfen, wer das war?


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 Betreff des Beitrags: Re: Molotow und Kaganowitsch
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 23:07 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
wikipedia könnte mal ein klein bisschen helfen (von der politischen bewertung mal abgesehen)

http://de.wikipedia.org/wiki/Lasar_Mois ... ganowitsch

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 Betreff des Beitrags: Re: Molotow und Kaganowitsch
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 23:07 
Literat

Beiträge: 2947
Alte Regel für Kommunisten: Gossweiler hilft mehr als Wikipedia.

Zitat:
Solange unter Marxisten-Leninisten die Auffassung Allgemeingut war, dass der Sozialismus als erste Phase des Kommunismus mit der vollen Durchsetzung sozialistischer Produktionsverhältnisse bereits seine Aufgabe erfüllt habe und danach sofort der Übergang zu dessen zweiter Phase, zum eigentlichen Kommunismus beginne, - und von dieser Vorstellung gingen z. B. noch die Antworten Stalins auf dem XVIII. Parteitag der KPdSU zu der Frage nach der kommunistischen Perspektive der Sowjetunion unter den Bedingungen des Fortbestehens der imperialistischen Umkreisung aus - solange konnte der Begriff »Frühsozialismus« nur in dem Sinne des »zu frühen« Sozialismus verstanden werden.

Aber diese Vorstellung ist doch längst überholt. Stalin selbst hat sie korrigiert in seiner letzten größeren Arbeit aus dem Jahre 1952 über »Ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR«. Er schrieb dort - als hätte er schon die Kommunismus-Prahlereien eines Chruschtschow vorausgeahnt - über die Vorbedingungen des Überganges zum Kommunismus:

»Um den wirklichen Übergang zum Kommunismus vorzubereiten, nicht aber den Übergang zu deklarieren, müssen mindestens drei grundlegende Vorbedingungen erfüllt werden. Erstens ist es notwendig, ... das ununterbrochene Wachstum der gesamten gesellschaftlichen Produktion bei vorwiegender Steigerung der Produktion von Produktionsmitteln stetig zu gewährleisten...Zweitens ist es notwendig, das kollektivwirtschaftliche Eigentum vermittels allmählicher...Übergänge auf das Niveau des allgemeinen Volkseigentums zu heben und die Warenzirkulation ebenfalls vermittels allmählicher Übergänge durch ein System des Produktenaustausches zu ersetzen, damit die Zentralgewalt oder irgendein ein anderes gesellschaftlich-ökonomisches Zentrum die Gesamterzeugung der gesellschaftlichen Produktion im Interesse der Gesellschaft zu erfassen vermag. Drittens ist es notwendig, ein kulturelles Wachstum der Gesellschaft zu erreichen, das allen Mitgliedern der Gesellschaft eine allseitige Entwicklung ihrer körperlichen und geistigen Fähigkeiten gewährleistet, damit die Mitglieder der Gesellschaft die Möglichkeit erhalten, ausreichende Bildung zu erwerben, um aktiv an der gesellschaftlichen Entwicklung mitzuwirken, damit sie die Möglichkeit erhalten, ihren Beruf frei zu wählen und nicht infolge der bestehenden Arbeitsteilung Zeit ihres Lebens an irgendeinen Beruf gefesselt sind. ...

Erst nach Erfüllung aller dieser Vorbedingungen in ihrer Gesamtheit wird man hoffen können, dass die Arbeit in den Augen der Mitglieder der Gesellschaft aus einer Bürde ´das erste Lebensbedürfnis´ wird (Marx), dass die ´Arbeit ...aus einer Last eine Lust wird´ (Engels), dass das gesellschaftliche Eigentum von allen Mitgliedern der Gesellschaft als unerschütterliche und unantastbare Grundlage der Existenz der Gesellschaft angesehen wird.«

Diese Ausführungen Stalins zeigen deutlich, dass er sich gründlich von der alten Vorstellung gelöst hatte, nach der Herstellung sozialistischer Produktionsverhältnisse stünde schon der Übergang zum Kommunismus auf der Tagesordnung. Er sagte der Partei und dem Sowjetvolk in aller Deutlichkeit, dass bis zum Übergang zum Kommunismus noch eine lange Zeit vergehen würde.

Ganz in diesem Sinne trat nach Stalins Tod dessen engster Mitarbeiter, Wjatscheslaw Molotow 1956, noch vor dem XX. Parteitag der KPdSU, gegen die von Chruschtschow verbreiteten Verheißungen von der »Nähe des Kommunismus« auf und erklärte, in der Sowjetunion seien erst die Grundlagen des Sozialismus gelegt.

Daraus wurde ihm auf dem XXII. Parteitag der KPdSU ein Strick gedreht. Er und Lazar Kaganowitsch wurden als »Parteifeinde« aus der Partei ausgeschlossen, auf Verlangen der wirklichen, aber die Partei beherrschenden Parteifeinde Chruschtschow, Mikojan, Breshnew und andere. In der Anklagerede Mikojans - der nach Chruschtschow übelsten Figur aus der revisionistischen Verschwörertruppe - gegen Molotow war diese Äußerung Molotows aus dem Jahre 1956 einer der Hauptanklagepunkte. Mikojan geiferte gegen Molotow:

»In der Tat hat Molotow vor dem XX. Parteitag der KPdSU in einem Referat auf einer Tagung des Obersten Sowjets der UdSSR offen daran gezweifelt, dass die sozialistische Gesellschaft in der UdSSR aufgebaut ist. Er sagte: Neben der Sowjetunion, wo bereits die Grundlagen der sozialistischen Gesellschaft errichtet sind, gibt es auch solche volksdemokratischen Länder, die bisher nur die ersten, aber außerordentlich wichtigen Schritte in Richtung auf den Sozialismus getan haben.«

Mikojans Kommentar zu dieser realistischen Einschätzung des erreichten Entwicklungsstandes:

»Nach Molotow sah es also so aus, dass erstens der Sozialismus in der Sowjetunion noch nicht aufgebaut ist...Sie werden begreifen, dass man auf der Grundlage solcher Thesen an einen Plan zum Aufbau des Kommunismus nicht einmal denken kann...Klar ist, wenn nur die Grundlagen des Sozialismus errichtet sind, kann man auch nicht die Frage des Überganges zum umfassenden Aufbau des Kommunismus aufwerfen.«

Die Verheißung einer nahen lichten Zukunft mit einem Leben im Überfluss an Stelle einer realistischen Darstellung der schwierigen Gegenwart und Zukunft brauchte aber diese Betrügerbande, um die enttäuschten Massen trotz der sich verschlechternden Lage bei der Stange zu halten. Und der Volkszorn musste von den für diese Lage Verantwortlichen auf diejenigen als »Parteifeinde« abgelenkt werden, die dem Volk die Wahrheit sagten.


In der Tat waren Kaganowitsch und Molotow im Politbüro die "stalinistische" Fraktion nach Stalins Tod. In beider Erinnerungen steht aufschlußreiches über die politischen Kämpfe dieser Zeit. Von Kaganowitsch habe ich beispielsweise einen Auszug gelesen, in dem er die Situation auf dem XX. Parteitag beschreibt. Am wichtigsten fände ich aber Aufschlüsse über die inhaltlichen Differenzen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Molotow und Kaganowitsch
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 23:08 

Beiträge: 164
danke! Ist wirklich ein sehr interessantes Thema, wegen der Bücher höre ich mich mal um....


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 Betreff des Beitrags: Re: Molotow und Kaganowitsch
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 23:08 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
öhm also ich habe da mal was gefunden, ich weiß aber nicht ob es das ist was du meinst, scheint aber auch interessant zu sein (ich habe die texte selber nur schnell überflogen und mehrmals den namen kaganowitsch gelesen)- ist auf englisch

http://geocities.com/redcomrades/kagan.html

http://geocities.com/redcomrades/kaganovich.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Molotow und Kaganowitsch
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 23:08 
Literat

Beiträge: 2947
Dank euch auf jeden Fall für die nette Hilfe. Die Links scheinen interessant zu sein, soweit ich mit meinem Küchenenglisch herausfinden konnte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Molotow und Kaganowitsch
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 23:08 

Beiträge: 164
also in der DDR ist mit ziemlicher Sicherheit nichts erschienen, in 2 großen Beständen (3000 und 6500 Bücher) aus DDR Literatur war nichts und ein Genosse, der richtig viel Ahnung von DDR Büchern hat wußte auch nix.... tut mir leid!


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