Forum.stalinwerke.de - stalinforum.de

Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
Aktuelle Zeit: Do 27. Jul 2017, 20:40

Alle Zeiten sind UTC




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 65 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3  Nächste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Mi 5. Sep 2007, 19:38 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
Vielleicht reicht es ja bald für einen eigenen Faden, der Generationskonflikt. Solang mal meine Rede kürzlich im tschechischen Královec.

Liebe Genossinnen und Genossen.

Als Ernst Thälmann und Karl Kreibich hier vor 80 Jahren zusammentrafen, da war Thälmann 41 Jahre alt. Ein fast noch junger Mann, nur wenige Jahre älter als ich heute.

Als wir uns gestern in Mala Upa trafen, war die Mehrzahl der Anwesenden schon im Rentenalter. So geht es uns nicht nur hier, so ist es bei vielen Veranstaltungen. Leider müssen wir immer wieder feststellen, das es eine Barriere zwischen den Alten und den Jungen gibt. Die Alten trifft man häufig auf Gedenkveranstaltungen, die Jungen auf Demonstrationen. Dabei ist es heute wichtiger als je, das verschiedene Generationen zusammenkommen. Die Jugend ist es, die den Fortschritt erkämpfen muss, damit sie eine bessere Zukunft hat. Dabei kann sie aber viel von den erfahreneren Genossen lernen. Demonstrationen sind ohne politische Kenntnisse zwar ein Zeichen, können aber nichts bewirken.

Um so schöner ist es, das hier und heute wieder mehrere junge Genossinnen und Genossen anwesend sind. Einige von ihnen kenne ich und weiß, dass bei ihnen mehr dahinter steckt als nur Aktionismus. Sie haben einen klaren Klassenstandpunkt und sind auch nicht davon abzubringen.

Die Jugendlichen haben im Kapitalismus unter einer hohen Massenarbeitslosigkeit zu leiden. Auch dieses Jahr haben zehntausende Jugendliche in Deutschland wieder keinen Ausbildungs- oder Studienplatz gefunden. Damit werden sie in staatlich verordnete Armut geschickt. Diese Probleme betreffen Polen genauso wie die tschechische Republik und die anderen europäischen Länder. In Paris entlud sich letztes Jahr die Hoffnungslosigkeit der Jugendlichen in brennenden Autos. Dafür wurden sie vom heutigen französischen Präsidenten als „Pöbel“ bezeichnet. Was den Jugendlichen in Paris, Berlin, Prag, Warschau und so weiter fehlt, ist das Wissen um die ihre Klassenzugehörigkeit. Das lernen sie aber nicht in der Schule, das können sie nur durch Studium entsprechender Literatur lernen. Dazu gehört aber auch der Erfahrungsaustausch mit den älteren Genossen.

Liebe Genossinnen und Genossen.

Manches wurde in den vergangenen Jahren erreicht. Das Verbot des kommunistischen Jugendverbandes Tschechiens hat eine Welle der Solidarität unter den Jugendlichen ausgelöst. Vieles müssen wir aber noch tun, um die Erfahrungen und das Wissen um den Klassenkampf weiterzureichen.

So möchte ich mit Thälmanns Worten von 1927 enden:

„Es gilt für uns nicht nur die proletarische Jugend durch Kurse aufzuklären, sondern sie praktisch in Kämpfen zu unterstützen.“

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Do 6. Sep 2007, 06:01 
Literat

Beiträge: 2947
Ich möchte gern auf den Beitrag von kortschagin zurückkommen. Ich glaube nicht, daß das Problem der linken Opposition ist, daß sie zu viel theoretisieren und zu wenig praktizieren. Es doch gar nicht so, wenn man sich die z.B. die erwähnten Steiniger und Hoffmann oder andere anschaut. Ganz im Gegenteil. Die Erfahrung zeigt, daß jeder, der in der DKP (oder der PDS oder den Grünen oder der PDS und wie die sozialdemokratischen Parteien sonst nooch so heißen), daß jeder, der dort anfängt, von Links Druck zu machen, irgendwann im Sumpf der Real- und Tagespolitik erstickt. Es ist nicht ein Mangel an Praxis, es ist die Praxis, die die Leute zu Opportunisten macht. Sie geben zugunsten von kleinen und Kleinst-Erfolgen bzw. zugunsten von kleineren Übeln nach und nach ihre Ansprüche auf. Das ist doch das allgemeine Muster aller opportunistischen Politik. Und das ist auch das, was wir in der DKP sehen.

_________________
Der Hunsch wars!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Do 6. Sep 2007, 09:35 

Beiträge: 105
NumaPompilius hat geschrieben:
Ich möchte gern auf den Beitrag von kortschagin zurückkommen. Ich glaube nicht, daß das Problem der linken Opposition ist, daß sie zu viel theoretisieren und zu wenig praktizieren. Es doch gar nicht so, wenn man sich die z.B. die erwähnten Steiniger und Hoffmann oder andere anschaut. Ganz im Gegenteil. Die Erfahrung zeigt, daß jeder, der in der DKP (oder der PDS oder den Grünen oder der PDS und wie die sozialdemokratischen Parteien sonst nooch so heißen), daß jeder, der dort anfängt, von Links Druck zu machen, irgendwann im Sumpf der Real- und Tagespolitik erstickt. Es ist nicht ein Mangel an Praxis, es ist die Praxis, die die Leute zu Opportunisten macht. Sie geben zugunsten von kleinen und Kleinst-Erfolgen bzw. zugunsten von kleineren Übeln nach und nach ihre Ansprüche auf. Das ist doch das allgemeine Muster aller opportunistischen Politik. Und das ist auch das, was wir in der DKP sehen.


Nein! Es ist höchstens Praxis, die ohne Theorie auskommen will. Nur diese Praxis führt zum Opportunismus. Wenn aber hinter der Praxis die ML-Theorie steht, dann weiß man, in welche Richtung es gehen soll, dann weiß man, dies und jenes führt auf Abwege.
Der Zustand der DKP ist weitgehend bekannt, was die ideologische Situation angeht. Was die organisatorische Situation angeht, darüber wird meistens geschwiegen und nichts darf an die Öffentlichkeit dringen. Nach einer parteiöffentlichen Kritik von mir, derentwegen ich ein Parteiordnungsverfahren an den Hals bekommen habe, mußte der PV zugeben, daß sich die Partei in einem extrem schlechten Zustand befindet. PV-Mitglied Christian Koberg mußte in einem Referat Zu den politischen Herausforderungen und den Aufgaben der DKP, ausgehend von der realen Stärke alles zugeben und Lösungen vorschlagen. Daß die gemachten Vorschläge eher ein Zeichen von Hilflosigkeit sind, wird sehr deutlich. Die Revisionisten in der Partei haben den Wagen an die Wand gefahren.
Aber von den Marxisten-Leninisten innerhalb der Partei kam auch nichts weiter, als theoretische Kritiken des Revisionismus. In der Praxis, also in den organisatorischen Fragen, hielten sie sich zurück, so daß keine Vorschläge von Neuorientierungen kamen. Es herrscht deswegen weitgehend die Meinung vor: "Wir sind noch zu schwach, was sollen wir denn da tun?" Viele Marxisten-Leninisten zogen sich aus der praktischen Politik zurück und überliesen den Revisionisten das Feld. Diese machen nun aus jedem winzigen Erfolg etwas Großes und in der Partei herrscht der Glaube vor, daß sie wirklich unentbehrlich sind, daß Kritik an ihren Methoden, Zielen, Vorstellungen usw. unangebracht sind.
Wenn z.B. die Marxisten-Leninisten in der DKP aus dem Referat von Christian Koberg die richtigen Schlüsse ziehen würden und nicht nur in der Theorie von einer fest zusammengeschlossenen, gut organisierten, nach dem demokratischen Zentralismus aufgebauten Partei reden würden, sondern dieses Ziel auch in die Praxis umsetzen würden, würden die Marxisten-Leninisten auch ganz anders angesehen werden, hätten mehr Rückhalt bei den Mitgliedern. Aber alles das geschieht nicht. Man beschränkt sich auf die Theorie, kritisiert hier und da, macht daraus aber keine konkreten Vorschläge für die Praxis, versucht nicht, diese Vorschläge durch zu boxen usw. Es ist dann kein Wunder, daß die Marxisten-Leninisten als ständige Meckerer hingestellt werden. Sie selbst machen es den Revisionisten leicht. Es ist dann nicht mehr weit, daß sie entweder aufgeben und sich von der Partei entfernen.
Wenn sich aber die Marxisten-Leninisten in der DKP zusammenfinden würden, sich organisieren würden, könnte man versuchen, daß Ruder herum zu reissen. Wenn man ein eigenes Organ gründen würde, dann könnte man den ML besser propagieren. Man würde ernster genommen und würde nicht ständig in der Ecke stehen.

_________________
Lesen, lesen und nochmal lesen!
Es gibt noch einen kommunistischen Verlag und Versand, den zu besuchen sich lohnt.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Do 6. Sep 2007, 09:40 

Beiträge: 105
gewe hat geschrieben:
Wo sind denn die jungen, aus der DKP ausgetretenen Genossen abgeblieben?
In einer der vielen KPD's oder wo?


Mir ist von einigen bekannt, daß sie in einer der vielen KPD's sind oder haben sich ganz zurückgezogen.

_________________
Lesen, lesen und nochmal lesen!
Es gibt noch einen kommunistischen Verlag und Versand, den zu besuchen sich lohnt.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Do 6. Sep 2007, 17:14 
Literat

Beiträge: 2947
Ich würde es vielleicht nicht so formulieren wie du, aber im Grunde hast du recht. Nur: erinnere dich, worum es ging. Es stand die Frage im Raum, warum so die DKP trotz einer zweitweilig starken Opposition auf ihrem Kurs bleiben konnte und warum nicht die Oppisition die Partei, sondern die Partei die Opposition geändert hat. Du hattest die Erklärung parat, daß die Leute der Opposition auf die Praxis verzichtet haben und daß daher die Partei geblieben ist, wie sie ist. Aber 1. erklärt das ja nur, warum die Partei geblieben ist, wie sie ist, und überhaupt nicht, warum diese Opposition sich weitgehend aufgelöst hat, und 2. stimmt deine Aussage ja nicht. Gerald Hoffmann z.B., um den gings ja, hat doch nicht auf praktische Politik verzichtet, sondern ganz im Gegenteil hat er sich da reingestürzt und die theoretische Arbeit fast vollkommen eingestellt. Und Klaus Steiniger, um auch den zu nennen, hat doch nicht aus lauter Weltfremdheit jene merkwürdigen Anbiederungsbriefe an den Vorstand der DKP geschrieben und den Streit mit "offen-siv" begonnen, sondern vor allem aus dem Grund, daß er mit dem "Rotfuchs" eine Bündnispolitik betreibt und das Bündnis mit einigen attraktive Partnern durch die Artikel von "offen-siv" gefährdet sah.

Was man daran sieht, ist: Politik führt zu Kompromissen, und Kompromisse kann immer nur der machen, der stark genug ist, sich davon nicht verbiegen zu lassen.

Und direkt im Anschluß an diesen Gedanken muß man, wie ich meine, die Frage stellen, wie es kommt, daß der Opportnismus eine solche Massenbewegung ist und daß es nicht einen gegenwärtigen Politiker gibt, der sich nicht verbiegen läßt. Wieso ist das heute so und wieso war das zu Lenins Zeiten anders. Diese Frage muß man stellen, und ich denke, man kann nicht umhin, sie auch zu beantworten: Daß heute der Opportunismus nicht, wie z.B. 1917, die Abweichung, sondern die Hauptströmung ist, liegt nicht daran, daß die Menschen heute schlechter wären oder einfach zufällig alle etwas weniger eisnichtig sind, sondern an den Verhältnissen. Ich denke, entscheidend ist die Frage schon, ob man sich in einer revolutionären Sitation befindet oder nicht. Lassen die gegenwärtigen Verhältnisse eine Politik wie die von Lenin zu. Es ist leicht zu sehen, daß sie die nicht zulassen. Weil wenn sie die zuließen, wäre sie schon zur Erscheinung getreten. An politischen Talenten mangelt es heute wie damals nicht. Nur, ein Materialist muß nach objektiven Gegebenheiten fragen, wenn er die eine politische Lage beurteilen will.

_________________
Der Hunsch wars!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Do 6. Sep 2007, 17:26 

Beiträge: 2008
Ben hat geschrieben:
So kann ich das nicht beantworten, aber eines ist mir klar geworden: unsere "Sache" hierzulande ernst zu nehmen wird von vielen, vielen Leuten die ohne jegliches Ziel oder Motivation/Konsequenz nur krampfhaft ihr eigenes Weltbild bzw. "ihre Szene" aufrechterhalten wollen, massiv erschwert und daher ist es kein Wunder dass sich auch viele der jungen vom eigentlichen Inhalt abwenden und das Denken nach und nach einstellen bis nichts mehr davon übrig ist. Das werden wir wohl irgendwann noch bitter bereuen wenn dann die Zeit so langsam reif wird aber absolut niemand mehr Leuten zuhören will die A sagen aber B tun.


Sorry, hier kann ich Deinen Ausführungen leider nicht so richtig folgen. Kannst Du es evtl. etwas konkreter mit Beispielen erklären bzw. die konkreten Anläße nennen, die diese Auffassung bei Dir zustande kommen haben lassen?

_________________
»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Do 6. Sep 2007, 18:13 
Literat

Beiträge: 2947
Das wird er dir hier nicht sagen, da er ja auch einige Rücksichten nehmen muß. Aber du erinnerst dich bestimmt, wenn ich dir sage, daß das was mit seinem letzten Aufenthalt in der Berlin zu tun hat.

_________________
Der Hunsch wars!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Do 6. Sep 2007, 18:37 
Salonbolschewist
Benutzeravatar

Beiträge: 1077
Nun Gewe, Numa hat ja schon eine Erklärung eingeworfen und sie stimmt soweit auch. Es handelt sich aber weniger um einen "Generationskonflikt", sondern mehr um die Tatsache dass ich in der Vergangenheit öfter darauf gestoßen bin, dass es einige verschiedene Gründe dafür gibt sich in unserer "Ecke" zu engagieren. Und auch wieder einige dieser Beweggründe schließen von vorne herein eine sachliche, konsequente und vor allem ehrliche Herangehensweise an die täglichen/langfristigen Aufgaben aus. Beispiele wären massenweise vorhanden, aber wer bin ich sie benennen zu dürfen? Und das hat dann wiederum jenen desaströsen Effekt auf neue Genossen den ich ansprach. Daher schrieb ich auch nur meinen Eingangsbeitrag, ich war nicht wirklich erstaunt als aus der DKP nebenbei ähnliche Probleme hier im Faden angesprochen wurden. Den Rest per PN. ;)

_________________
Brian: You have to be different!
The crowd: Yes, we are all different!
Small, lonely voice: I'm not!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Do 6. Sep 2007, 19:09 

Beiträge: 2008
@numa: Informationsaustausch auf PN-Ebene ist gelaufen. Ich hatte schon richtig vermutet.

Diskutieren kann man das Thema natürlich hier nicht. Nicht, weil ich vermute, wer hier womöglich mitliest.
Solche Themen sind nur in längeren Gesprächen sinnvoll aufgehoben. Die Situation ändern liegt ohnehin bei anderen. Ob da meine evtl. "Assistenz" was bringt, ist eher fraglich. Aber das war auch nicht meine Absicht.

_________________
»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Do 6. Sep 2007, 19:14 

Beiträge: 105
@Numa
Was meinst Du? Wie soll man jetzt eine kommunistische Partei aufbauen? Indem man sich pausenlos spaltet?
Wenn man hier im Osten eine kommunistische Partei aufbauen will, dann sollte man, wenn ich deine Ausführungen mal ein wenig anwende, nach möglich viele alte SED-Genossen draußen halten. Denn viele von ihnen sind eben durch die SED geprägt, welche lange Zeit opportunistische und revisionistische Tendenzen gefördert und gezüchtet hat. Und es sind gerade heute diejenigen in der Ost-DKP, die nicht kritisch mit dem SED-Erbe umgehen können, die jeden Fortschritt, jede Kritik unterbinden.
Es ist zwar leicht zu sagen: "Besinnt euch auf eure Wurzeln!", aber das führt geradewegs dahin, daß man sich immer mehr spaltet und im Zirkeldasein endet. Friedrich Engels hat mal dazu geschrieben, daß man auch mit Opportunisten eine Zeitlang marschieren kann und in einer Partei sein kann, wenn man aber selber stark genug ist, dann sollte man sich von ihnen trennen. Das ist der Sinn eines zeitweiligen Kompromisses.

_________________
Lesen, lesen und nochmal lesen!
Es gibt noch einen kommunistischen Verlag und Versand, den zu besuchen sich lohnt.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Do 6. Sep 2007, 20:07 
Literat

Beiträge: 2947
Zitat:
Was meinst Du? Wie soll man jetzt eine kommunistische Partei aufbauen? Indem man sich pausenlos spaltet?


Das weiß ich nicht. Ich habe zunächst nur beschrieben, wie ungefähr die Sachlage ist. Und warum sie so ist, wie sie ist. Ich habe kein Rezept zur Hand, wie man das beseitigen kann.

Versteh mich nicht falsch: Ich bin nicht dafür, daß man aufgibt. Es geht mir darum, daß der Gang der Ereignisse nicht allein vom Willen der Beteiligten abhängt. Man muß die objektiven Verhältnisse berücksichtigen. Und man muß berücksichtigen, daß auch der Wille der Beteiligten, auf große Mengen gerechnet, von den objektiven Verhältnissen abhängig ist.

_________________
Der Hunsch wars!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Do 6. Sep 2007, 20:52 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
kortschagin hat geschrieben:
Was meinst Du? Wie soll man jetzt eine kommunistische Partei aufbauen? Indem man sich pausenlos spaltet?


Ich hab jetzt mal jemanden sprachlos gemacht, indem ich auf die Frage "Warum sind die Kommunisten so gespalten" geantwortet habe: "Tja, weißt Du, schon Lenin hat gesagt: Bevor man sich vereinigt, muss man sich erstmal abgrenzen."

Ok, ganz so einfach ist das natürlich nicht. Aber darüber kann man lange diskutieren, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. :popcorn:

Zitat:
Wenn man hier im Osten eine kommunistische Partei aufbauen will, dann sollte man, wenn ich deine Ausführungen mal ein wenig anwende, nach möglich viele alte SED-Genossen draußen halten. Denn viele von ihnen sind eben durch die SED geprägt, welche lange Zeit opportunistische und revisionistische Tendenzen gefördert und gezüchtet hat.


Das halte ich für einen Fehler. Die, die sich heute noch zur DDR und zur SED bekennen, sind im Regelfalle keine Revisionisten.

Ich habe hier mal einen weiteren Faden aufgemacht, wie eine kommunistische Partei sein sollte, damit wir in dem Faden noch ein bisschen die DKP zerfleischen können.

Im gaaaanz neuen offensiv-Heft:

Leo Kever "Wir haben uns immer gewehrt!" (Aus dem Leben eines Kommunisten)

gibt es einen kurzen Ausschnitt zum Austritt Kevers aus der DKP.

Zitat:
Austritt aus der DKP

1992 bin ich aus der DKP ausgetreten. Da habe ich gesagt: „Mit Euch Revisionisten will ich nichts mehr zu tun haben. Feierabend.“ Das war in Köln ja besonders schlimm. Im Ruhrgebiet, da gibt es ja noch gute Zellen, aber hier in Köln, das war ein Sumpf und ein Dreck! Der Kreisvorsitzende, der Hennes, der freute sich, dass die DKP pluralistisch wurde, das ist doch schön so als Kreisvorsitzender. Der Humbach, der Bezirksvorsitzende, ist aus der DKP ausgetreten, weil die DKP ihm nicht klar genug auf dem Kurs von Gorbatschow und Jelzin war. Es war einfach ein herrlicher Sumpf in Köln hier. Da will ich nichts mehr mit zu tun haben.

Diese Revisionisten verleumden Stalin und nennen ihn einen Verbrecher und Mörder. Diese dummen Antistalinisten begreifen nicht, dass der Antistalinismus die stärkste Waffe in der Hand des Klassenfeindes ist. Mit der Antistalinismuskeule hat der Imperialismus/das Kapital es geschafft, die fortschrittliche, revolutionäre Bewegung zu zerstören. Was hat der „böse“ Stalin getan? Er hat es gewagt, das Privateigentum an den Produktionsmitteln in Staats und Volkseigentum umzuwandeln und damit den ehemaligen Besitzern, diesen Volksschädlingen, die Möglichkeit genommen, die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen weiter zu betreiben und weiter Eroberungs und Aggressionskriege zu führen. Das wird das Großkapital und die Finanzoligarchie dem Genossen Stalin nie verzeihen!

Und diese revisionistischen, antistalinistischen Schwachköpfe unterstützen unsere Klassenfeinde noch! Da kann man nur sagen: Wer gegen Stalin ist, der ist auch gegen Lenin. (Denn Lenin hätte in dieser Lage oder Situation, in der Stalin sich befand, von der Konterrevolution im Innern und von äußeren Feinden bedroht, nicht anders gehandelt.) Die Sowjetunion stand auf dem Spiel!

Aber dazu mehr in den Sonderheften der Genossen Ulrich Huar und Kurt Gossweiler.


Mir wurde gestern von einem Dresdner Genossen (Nicht DKP) gesagt, offensiv hat das Heft nur deshalb überhaupt veröffentlicht.

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Do 6. Sep 2007, 21:12 
Literat

Beiträge: 2947
@Woschi

Du hast schon ganz recht. Es ist keine Kunst, über die gegenwärtigen Spaltungen (zwischen den K-Gruppen) zu meckern. Und es ist nicht sonderlich tiefsinnig. Die Spaltungen sind nicht die Ursache des Übels, sondern dessen Resultat.

Aber, ganz abgesehen davon, dein Hinweis auf Lenin ist gut und zeigt, daß man Spaltungen nicht einfach als per se negativ hinstellen darf. Ich bin kein großer Freund von sinnlosen Spaltungen, aber die meisten Spaltungen, an die ich mich erinnere, waren sinnvoll.

_________________
Der Hunsch wars!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Do 6. Sep 2007, 22:20 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
Dazu kommt noch, dass man als Aussenstehender nie so richtig erfährt, um was es eigentlich ging.

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Fr 7. Sep 2007, 11:33 

Beiträge: 105
Woschod hat geschrieben:
Ich hab jetzt mal jemanden sprachlos gemacht, indem ich auf die Frage "Warum sind die Kommunisten so gespalten" geantwortet habe: "Tja, weißt Du, schon Lenin hat gesagt: Bevor man sich vereinigt, muss man sich erstmal abgrenzen."


Das Zitat von Lenin ist zur Bündnispolitik und bedeutet ganz einfach, daß man erstmal die grundsätzlichen Verschiedenheit klärt, benennt, offen darstellt und dann kann man sich auf bestimmte gemeinsame Zielpunkte einigen.
Aber auch die Bolschewiki waren keine homogene Massen. Ich glaube in "Was tun?" bezeichnet Lenin ja gerade die Unterschiede in manchen Fragen und die Streitereien um eine Lösung als das Leben einer Partei. Und er meint noch dazu, daß gerade diese Klärungsprozesse, wenn sie offen und transparent geführt werden, die Partei gerade voranbringen, da alle Genossen die prinzipiellen Unterschiede kennenlernen und sich dann selber ein Bild machen und entscheiden können.
Aber wann ist eine Spaltung zweckmäßig? Wenn fünf Mann eine Partei bilden und sie sich dann spalten, da man in verschiedenen Punkten nicht übereinstimmt, ist es nicht zweckmäßig, da sie sich selbst gegenseitig noch mehr schwächen. Wenn es sich um eine Partei mit mehreren Tausend Mitglieder handeln würde, würde es ganz anders aussehen, da könnte es schon wieder zweckmäßig sein.

_________________
Lesen, lesen und nochmal lesen!
Es gibt noch einen kommunistischen Verlag und Versand, den zu besuchen sich lohnt.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Fr 7. Sep 2007, 13:31 
Literat

Beiträge: 2947
Zitat:
Aber wann ist eine Spaltung zweckmäßig?

Da gibt es keine Regel. Dazu braucht es Vernunft in der konkreten Situation. Lenin hat, ich glaube im "Linken Radikalismus" gesagt, daß ein guter Revolutionär keine Faustregeln braucht, sondern gerade das ja seine Qualität ausmacht, daß er im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen treffen kann.

Aber du hast recht: Eine Partei aus 5 Mann ist immer Quatsch.

_________________
Der Hunsch wars!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Fr 7. Sep 2007, 15:56 

Beiträge: 2008
Woschod hat geschrieben:
Mir wurde gestern von einem Dresdner Genossen (Nicht DKP) gesagt, offensiv hat das Heft nur deshalb überhaupt veröffentlicht.


Genau, schon allein deswegen lohnt es sich, das Heft zu lesen. Das soll aber keine Abwertung aller anderen Hefte sein. :redstar160:

_________________
»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Di 2. Okt 2007, 17:52 

Beiträge: 132
Hallo GenossInnen, mit Interesse habe ich Eure Diskussion zur DKP gelesen.
Numa schrieb da
„Ich denke, die DKP ist so eine Art PDS des Westens.“
Sicherlich war sie dies. Aber inzwischen gibt es sie ja in allen Bundesländern, auch wenn es die DKP nicht geschafft hat sich dort groß oder größer als im Westen zu verankern.

Und weiter schreibst Du : „Wenn ich Stehrs oder Hagers Anischten betrachte, frage ich mich, warum die überhaupt in einer einer eigenen Partei sind, denn die DKP könnte sich problemlos der PDS anschließen.“

Auch ich beobachte die Anbiederung der DKP an die Linkspartei. Immer wieder gab es Wahlaufrufe und auch z.T. Erhebliche Unterstützung. Und das war auch schon in den ersten Jahren nach der PDS-Gründung so. Da haben z.B. DKP-Gen. Die Wahlplakate der PDS geklebt und dort PDS-Wahlkampf gemacht usw. Damals gab es gar eine Zeit in der die PDS (vermutlich aus taktischen Gründen um überhaupt Mitglieder im Westen zu bekommen) Doppelmitgliedschaften zuließ. Und auch die DKP akzeptierte Doppelmitgliedschaften, die dann die PDS betrafen. Später dann, als der PDS-Führung dann solche Leute ein Dorn im Auge wurden, wurde die Doppelmitgliedschaft verboten. Alte Doppelmitglieder durften aber weiter existieren und gibt es ggf. heute noch. Desweiteren gab es in der PDS damals die Möglichkeit von sog. Unterstützerkreisen der PDS in der dann auch DKP-Leute zu finden waren. Dennoch würde ich nicht ganz soweit wie Du gehen, auch wenn die Tendenz die Du beschreibst sicher stimmt. Dennoch gibt es noch Unterschiede zwischen dem offen sozialdemokratischen Programm der Linkspartei und der von der DKP vertreten Linie die ich nicht als sozialdemokratisch bezeichnen würde, wenn auch nicht als marxistisch-leninistisch.

„Aber die letzten Ereignisse zeugen davon, daß es in der DKP eine kommunistische Opposition gibt, die an Einfluß gewinnt.“

Woran machst du den angeblichen Wachstum der Opposition fest? Später schreibst Du ja dass Du dies aktuell auch nicht mehr so siehst, aber woran hast Du es einst festgemacht?

„Auf Dauer wird diese Opposition trotzdem das gleiche Schicksal zu erleiden haben wie die Kommunistische Plattform in der PDS.“


Dies sieht für mich auch so aus, wenn man all die Versuche von Leuten die es ehrlich meinten und in die DKP gingen ansieht, die es nicht schafften den Kurs der Partei zu korrigieren.
Und Zagad, Du schreibst:


„Das Problem ist das selbst in den einzelnen Partein Streiterein über den Weg herrschen den die Parei beschreiten soll. Im Augenblick würde ein Zusammenschluss von Kommunistischen Parteien zum scheitern verurteilt sein. Das würde sicher kein Jahr gut gehen.
Eine kleine Partei die sich einig ist, ist effektiver als eine Große Partei die sich uneinig ist und revisionistisch wird.“

Da stimme ich Dir im Kern zu. In der tat gibt es X Organisationen die sich kommunistisch nennen, aber sind sie dies alle, von ihrer politischen Linie her? Eine Partei kann nur eine Linie haben, dies war auch in der alten Thälmann-KPD nicht anders. Und so kam es auch hier zu diversen Abspaltungen, wie die Linkssektiererischen Kräfte um Fischer oder die „rechts“-Abweichung um Thalheimer und Brandler (KPD-Opposition). Würden sich alle bestehenden Organisationen mit kom. Anspruch vereinigen was käme da zu ein schwammiger gemeinsamer Nenner heraus? Aber es gibt ja auch Geschichtliche Erfahrungen von Vereinigungen die klappten, wenn sich Orghanisationen verändern und es einen gesunden gemeinsamen Nenner gibt. So z.B. bei der Gründung der KPD, die ja aus mehreren Gruppen entstand. Oder später als dann die USPD, also die „linken“ teile der SPD die zunächst nicht den Weg in die KPD gingen, dann später doch mit der KPD zur VKPD vereinten.
Nachdem sich die rev. Bewegung in einer Schwäche befindet und die Linkspartei mit der WASG fusionierte, gibt es immer wieder aufrufe zur Einheit. Aber ohne gemeinsame gesunde Grundlage sehe ich in solchen Projekten keinen Fortschritt. Wobei natürlich eine Zusammenarbeit zu bestimmten Themen gut ist.

Die Frage die Numa bezüglich einer linken Partei oder der Union der Bolschewiki aufwirft, finde ich sehr berechtigt. Also ich bin nicht für eine „linke“ Partei, sondern für eine revolutionäre, die für den Sozialismus kämpft. „Links“ ist sehr schwammig und nichts sagend.

Wenn Numa aber schreibt:
„Was sich zuerst ändern muß, ist die politischen und also die gesellschaftliche Situation. Wenn die revolutionär ist, erübrigt sich die Frage nach der Vereinigung der Kommunisten, weil sie sich dann unvermeidlich ergibt.“... so widerspreche ich. Eine KP kann sich auch schon vor einer rev. Situation bilden. Sicherlich ist es so, dass eine gut arbeitende KP gerade in der rev. Situation Zulauf erfährt und sich auch den Massen das richtige deutlicher zeigt, es kann aber durchaus auch in rev. Situationen noch mehrere Organisationen die sich Kom. nennen geben. Der Revisionismus stirbt nicht automatisch mit einer rev. Situation. Es ist gar so, dass die Partei möglichst vor der rev. Situation sich schon gut entwickeln muss, sonst wird sie die Rev. Nicht erfolgreich leiten können, dies zeigt auch die Geschichte der KPD. Die KPD selbst analysierte ja, das ihre Gründung zu spät kam.

Cenk schreibt:
„Weil eine Union der Bolschewiki heute nicht viel Einfluss hätte ,aber eine Union der Linken schon.Logisch könnten wir uns nicht immer durchsetzen,und die Sozialdemokraten würden den Kapitalisten immer wieder gerne helfen.“

Zwar stimmt es, dass die Basis für eine defuse Linke Union größer wäre, aber heißt das, dass es richtig wäre? Die Spartakusgruppe war z.B. zu ihrem Beginn auch nicht die größte. Durch gute Beschlüsse konnte die Partei aber wachsen. Die KPD hatte mal über 300.000 Mitglieder. Dein Vorschlag würde dazu führen in die Linkspartei zu gehen. Aber mit welcher Perspektive? Die Partei betreibt eine sozialdemokratische Politik, die objektiv den Fortbestand des kapitalistischen Gesellschaftssystem nicht in Frage stellt. Eine Minderheit von Kommunisten in dieser Partei kann das nicht verhindern und auch nicht schaffen, das die Partei dann die nötige kommunistische Propaganda macht. Ich habe z.B. noch nie ein kommunistische Rede im EU-Parlament von Sahra Wagenknecht (Kommunistische Plattform) gehört, würde sie offen sprechen, glaube ich auch nicht, dass sie nochmal einen guten Listenplatz bei Wahlen bekommen würde. Die Machtverhältnisse in der Linkspartei sind klar. Und wenn man sich die letzten 10 Jahre Arbeit der Kommunistischen Plattform (KPF) ansieht, so gibt es zwar Widerspruch gegen Beschluss X und Y und Versuche negative Veränderungen bei den Programmdiskussionen zu verhindern, aber selbst diese Abwehrkämpfe haben keine nennenswerten erfolge gezeigt,wie sich an den Mitteilungs-Blättern der KPF nachweisen lässt.
Und bezüglich der Türkei, auch hier könnte man mit einer Linkspartei wie der unsrigen den faschistischen Kräften nicht den Gar ausmachen. Den Faschisten wird es solange geben, wie es Kapitalismus/Imperialismus gibt und mit sozialdemokratischer Politik ist der Kampf ein Kampf gegen Windmühlen. Das diesbezüglich die Linkspartei auch keine gute Geschichte hat, ist ja inzwsichen recht bekannt. So hat einst die KPF zu Recht kritisiert, wenn PDS-Bürgermeister Fascho-Demos in ihren Bezirken genehmigten.











Was sich zuerst ändern muß, ist die politischen und also die gesellschaftliche Situation. Wenn die revolutionär ist, erübrigt sich die Frage nach der Vereinigung der Kommunisten, weil sie sich dann unvermeidlich ergibt.

Wenn ich die Geschichte der Türkei und Nordkurdistans einigermaßen kenne, so war es doch hier so, dass beim Aufwind der rev. Kräfte es immense Repression gab, gab ja mehrere Militärputsche. In der Türkei sind alle mir bekannten, sich auf den Marxismus-Leninismus beziehenden Parteien verboten. Auch wenn sie sich einigen würden wären sie verboten. Hier müssen denke ich, auch ganz andere Kampfformen entwickelt werden als in Deutschland.
Numas Kritik an der Verbesserung des Kapitalismus halte ich für richtig. Selbst wenn es möglich wäre die Faschisten etwas zurückzudrängen, bliebe die kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung! Als Kommunisten sollten wir den Tageskampf revolutionär führen. Reformen müssen Begleiterscheinungen des rev. Kampfes sein. Es muss uns primär darum gegen die Möglichkeiten zu verbessern die Machtfrage zu stellen.
An Kortschagin Also die Broschüre habe ich nicht gelesen. Aber auch so bedeutet das Recht der Kritikübung nicht, das man dies öffentlich,also auch außerhalb der DKP ausüben darf. Natürlich ist jedes Mitglied dort berechtigt Kritik intern zu äußern (zumindest nach dem Statut, wie dies umgesetzt wird, kann ich als Nicht-DKP-Mitglied nicht beurteilen) aber es ist ebenso verpflichtet die Position der DKP (auch wenn man sie falsch in einer Frage hält) nach außen zu vertreten. Das ist der von Lenin entwickelte demokratische Zentralismus, dass sich die Minderheit der Mehrheit untergliedern muss.
Wer gegen die Partei öffentlich Position bezieht, kann wie in jeder anderen Partei ausgeschlossen werden. Das ist nach Statut erstmal voll ok, sagt aber nichts darüber aus, wer nun näher an der Wahrheit ist.



Zu Hoffmann (DKP) möchte ich fragen ob er da wirklich eine Hoffnung war? Ging es Leuten wie ihn nicht um den Versuch Leute aus der DKP für eine Neugründung zu gewinnen, durch eine Fraktionsarbeit. Wenn ich recht informiert bin, hat er einst auf der Liste der WASG bei der Berliner-Wahl kandidiert. Und zu ihm schrieb der Roter Oktober in einem Flyer: Statt das Parlament als Tribüne zu nutzen um das System als solches zu kritisieren (wie es Lenin zu Recht von KommunisInnen forderte), gibt er auf die Frage was er erreichen will nur an, dass er gegen Sozialkahlschlag, Privatisierung, Stellenabbau und Nationalismus ist [vgl. Neuköllner Anstoß von August]. Die WASG hatte übrigens u.a. im Wahlprogramm die Aufrüstung der Polizei. Wenn Hoffmann es also ehrlich meint, so lässt er sich inzwischen zu viel hinreißen oder?
Und Steininger (Rotfuchs) ist ja mit seiner Trimbüne-Zeitung für Sozialisten und Kommunisten offensichtlich auch ganz zufrieden. Frühere Ideen wie aus offensiv- KPD (DRF) Teilen der DKP (Rotfuchs war ja mal eine Zeitung der DKP-Berlin-Nordost) und Teilen der PDS (z.B. KPF) zu vereinen scheinen vom Tisch. Der Rotfuchs wird immer Linkspartei-unkritischer....
Ob diese Kräfte wirklich eine Opposition in der DKP waren?
Bezüglich der Hoffmann-Diskussion möchte ich auch Kortschagin widersprechen. Es war bei Hoffmann sicher nicht der Fehler das er nicht auch praktisch tätig wurde, wie das Wahlkampfbeispiel zeigt. Es ist vielmehr so, dass von dem Parteivorstand abweichende Meinungen offensichtlich in der Minderheit sind, wenn man sich die Abstimmungsverhältnisse beim neuen DKP-Programm ansieht. Die Kräfte die sich in der DKP als Opposition verstanden haben ja gegen den Entwurf zu kämpfen versucht aber offensichtlich konnten sie es nicht verhindern.
Wenn das stimmt was Kortschagin über das Niveau der Mitglieder der DKP sagt, dass man dann quasi nur vertrauen bekommt, wenn man viel praktisch reißt und die Theorie quasi sekundär wird, so wäre dies auf jeden Fall ein Armutzeugnis oder?
Was Numa bezüglich der Gefahr des Versumpfens schreibt sehe ich auch so. Natürlich wird in solchen Parteien versucht „linke“ Kritiker in viele Sachen einzubeziehen sie für die Praxis zu nutzen und schupps fehlt die zeit für anderes, z.B. für die Kritik am Parteivorstand. Das muss nicht zwingend bewusst sein, kann sich eben auch so ergeben, wenn man in einer DKP-Zelle organisiert wird die beben eine gewisse Tätigkeit entfaltet und vermutlich auch Hände braucht die diese Arbeit aktiv gestalten. Dann wird man ggf. Anerkennung für diese Praxis bekommen aber so wird sicher nicht automatisch die Kritik die man ggf. hat mitgeteilt.
Kortschagin hat recht, dass natürlich nicht jede Praxis zum Opportunismus wird, sondern nur die ohne rev. Theorie. Bzw. diejenige die Anwendungsprobleme in der Praxis hat, sie rev. Theorie nicht richtig anwendet.
Kortschagin behauptet, dass das Lenin-Zitat „Bevor man sich vereinigt und um sich zu vereinigen, muß man sich zuerst entschieden und bestimmt voneinander abgrenzen“ zur Bündnispolitik geschrieben sei. Das ist falsch. Das Zitat ist aus der Ankündigung über das Erscheinen der Iskra. Und es wird auch im Buch „Was tun?“ erwähnt [Was tun, Dietz Verlag Berlin 1946, S.53]. Im Zusammenhang geht es hier um die rev. Sozialdemokratie die sich von der alten Sozialdemokratie abzugrenzen hat. Es geht im Buch Was tun? Um den Parteiaufbau, nicht um die Bündnispolitik. Man kann ja der Meinung sein, dass das Zitat inhaltlich falsch ist, aber es wäre falsch es in einen falschen Zusammenhang zu rücken. Ich bin der Auffassung, das Lenins diesbezügliche Position auch heute noch zutrifft. Woschod hatte also recht, es in diesem Zusammenhang auch zu erwähnen.
Kortschagin schreibt dann ja selbst über das Buch Was tun? Seine Frage, wann eine Abgrenzung oder Spaltung nötig ist, wird hier durchaus an Beispielen gezeigt. Es lohnt sich das mal zu lesen.
Wann ist eine Spaltung richtig? Das ist in der tat keine leichte Frage die von der konkreten Situation abhängt. Wichtige Kriterien sind z.B. sieht man dass sich die Partei positiv entwickelt oder soll dies verhindert werden, wird dies verhindert? Wie wird mit Kritik umgegangen? Wie ist die politische Linie der Partei, wie die praktische Umsetzung? In Situationen wie der Vaterlandsverteidigung der SPD z.B. wird die Spaltung zur Pflicht, würde ich sagen. Denn dann wird ja die Politik der Kapitalistenklasse unterstützt und das objektive Interesse des Proletariats verraten.

Progress


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Do 4. Okt 2007, 07:13 

Beiträge: 105
Progress hat geschrieben:
An Kortschagin Also die Broschüre habe ich nicht gelesen. Aber auch so bedeutet das Recht der Kritikübung nicht, das man dies öffentlich,also auch außerhalb der DKP ausüben darf. Natürlich ist jedes Mitglied dort berechtigt Kritik intern zu äußern (zumindest nach dem Statut, wie dies umgesetzt wird, kann ich als Nicht-DKP-Mitglied nicht beurteilen) aber es ist ebenso verpflichtet die Position der DKP (auch wenn man sie falsch in einer Frage hält) nach außen zu vertreten. Das ist der von Lenin entwickelte demokratische Zentralismus, dass sich die Minderheit der Mehrheit untergliedern muss.
Wer gegen die Partei öffentlich Position bezieht, kann wie in jeder anderen Partei ausgeschlossen werden. Das ist nach Statut erstmal voll ok, sagt aber nichts darüber aus, wer nun näher an der Wahrheit ist.


Auch hier empfehle ich doch, erst einmal die Broschüre zu lesen und dann bei den Aussagen Lenins weiter zu machen. Lenin selbst hat es geschrieben, daß eine Kritik an der Partei auch nach außen dringen soll, damit alle Interessenten und Symphatisanten die Kämpfe innerhalb der Partei nachvollziehen können und verstehen, worum es überhaupt geht.
Nach dem Statut der DKP kann man sämtliche Kritik öffentlich äußern. Und wenn z.B. untersucht wird, warum es zu einer Reihe von Austritten aus dem Landesverband kommt, besonders bei jungen Leuten, warum immer wieder Genossen aus dem Landesvorstand zurücktreten usw., dann sollte es schon einmal näher beleuchtet werden. Wenn nach außen hin immer das Bild von Friede, Freude, Eierkuchen gezeigt wird, die Leute in die Partei eintreten und dann feststellen müssen, daß es gewisse Kräfte gibt, die ein wirkliches Vorankommen verhindern, und dann wieder austreten, dann ist man dazu verpflichtet, die Umstände näher zu beleuchten. Genau das ist in dieser Broschüre getan worden. Es wurde ja nicht gegen die DKP Stellung bezogen, sondern das Verhalten einiger führender Genossen im Landesverband wurde untersucht, daß eben ein Voranschreiten unmöglich macht. Der Verfassungsschutz von Brandenburg konnte feststellen, daß sich die DKP in Brandenburg zu einem Rentnerverein entwickelt hat und keineswegs einer politischen Partei gleicht. Und dieser Kurs wird fortgesetzt. Niemand kann wirklich sagen, daß das progressiv ist, daß das die Partei voranbringt. Deshalb ist es gerade im Interesse der Partei, daß die Ursachen für diese Entwicklung untersucht und erklärt werden.

_________________
Lesen, lesen und nochmal lesen!
Es gibt noch einen kommunistischen Verlag und Versand, den zu besuchen sich lohnt.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Mi 10. Okt 2007, 15:49 

Beiträge: 132
hallo, Du hast recht, das DKP-statut erlaubt in der Tat die öffentliche Kritik. Da dies recht unüblich ist hätte icgh das nicht vermutet und hier eine falsche Tatsache vorrausgesetzt. Dann steht es den autoren in der Tat frei die Kritiken auch zu veröffentlichen, da hast Du Recht, wie ich mich korrigieren muss.
Für alle dies es auch noch nicht wußten hier ein Zitat aus dem DKP-Statut aus Artikel 4 zu den Rechten des Mitglieds
"seine Meinung zu allen politischen Fragen in der Öffentlichkeit zu vertreten. Dabei muß öffentliche Kritik an der Partei und einzelnen ihrer Mitglieder oder Gremien solidarisch erfolgen und darf die Umsetzung gefaßter Beschlüsse nicht gefährden;"
Also sollte die Broschüre solidarisch geschrieben sein und nicht die Umsetzung von Beschlüsen behindern (das zu überprüfen können wohl nur DKP-Mitglieder die die Beschlüsse kennen), wäre es ok
Solidarische Grüße
Progress


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Do 11. Okt 2007, 04:24 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
progress hat geschrieben:
"seine Meinung zu allen politischen Fragen in der Öffentlichkeit zu vertreten...


Ja so ist das halt in pluralistischen Parteien. Da darf jeder ganz demokratisch seine Meinung haben und jeder hat eine andere. Ein nach außen geschlossenes Auftreten ist damit fast unmöglich.

Zitat:
... Dabei muß öffentliche Kritik an der Partei und einzelnen ihrer Mitglieder oder Gremien solidarisch erfolgen und darf die Umsetzung gefaßter Beschlüsse nicht gefährden;"


Kritik sollte meiner Meinung nach immer erstmal intern erfolgen.

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Do 11. Okt 2007, 13:16 

Beiträge: 105
Hat Lenin seine Kritiken auch zuerst partei-intern publiziert? Soweit ich das aus den gesammelten Werken erkennen kann, sind seine teilweise sehr bissigen Kritiken in Zeitschriften erschienen, die nicht unbedingt nur partei-intern erschienen. Es läßt sich wohl auch kein Beispiel dafür finden, wo die Klassiker jemals geschrieben hätten, daß Kritik zuerst partei-intern erfolgen sollte.
Was heißt "solidarisch"? Das ist doch ein sehr dehnbarer Begriff, der zur Beliebigkeit der Diffamierung von Kritik einläd. Jeder kann dann sagen, wenn er polemisch kritisiert wurde, daß die Kritik nicht solidarisch erfolgt ist.

progress hat geschrieben:
Bezüglich der Hoffmann-Diskussion möchte ich auch Kortschagin widersprechen. Es war bei Hoffmann sicher nicht der Fehler das er nicht auch praktisch tätig wurde, wie das Wahlkampfbeispiel zeigt. Es ist vielmehr so, dass von dem Parteivorstand abweichende Meinungen offensichtlich in der Minderheit sind, wenn man sich die Abstimmungsverhältnisse beim neuen DKP-Programm ansieht. Die Kräfte die sich in der DKP als Opposition verstanden haben ja gegen den Entwurf zu kämpfen versucht aber offensichtlich konnten sie es nicht verhindern.


Zur Entstehung und Verabschiedung des neuen Parteiprogramms hatte ich vor einiger Zeit schon etwas geschrieben. Obwohl es zuerst nur partei-intern veröffentlicht wurde, hat es solch große Aufregung beim Parteivorstand gesorgt, daß er mich erstmal öffentlich zurecht weisen wollte. Nachdem der stellv. Vorsitzende R. Priemer eine passende Antwort von mir auch öffentlich bekommen hatte, wurde der Landesvorstand darauf hingewiesen, daß man gegen mich ein Parteiordnungsverfahren eröffnen solle. Hier ist der Text: Zur Entstehung des neuen Parteiprogramms der DKP

_________________
Lesen, lesen und nochmal lesen!
Es gibt noch einen kommunistischen Verlag und Versand, den zu besuchen sich lohnt.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Mi 16. Apr 2008, 14:14 
Benutzeravatar

Beiträge: 14
die DKP kann nicht die NAchfolge-PArtei der KPD sein weil sie sich auf die Verfassung der BRD berufen muss und nicht ausnahmslos auf der Seite der Arbeiter steht. Revisionisten. :zwecklos:


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Do 5. Jun 2008, 19:17 

Beiträge: 17
als (noch) DKP Mitglied muss ich ganz klar sagen das die DKP keine Partei auf der basis des Marxismus-Leninismus ist. Der ML wird entweder total verwässtert (Robert Steigerwald) oder komplett verworfen (Leo Meyer). Mein ehemaliger Kreisvorsitzender hatte denna uch nichts besseres zu tun als den Antileninisten Dutschke zu verteidigen das dieser einige gute Ansichten hatte. Und Stalin war sowieso der böse böse Menschenfeind und alles nur kein Kommunist usw usf. Natürlich gibt es in der DKP noch Marxisten-Leninisten (besonders im Osten) nur sind diese die Minderheit und haben keinen Einfluss auf die Positionen der Partei.

In der DKP Jugendorganisation SDAJ ist es teilweise noch schlimmer, so das in Nürnberg eine bekennende Anarchistin Bildungsverantwortliche ist. Alles in allem also eine traurige Situation in der DKP und SDAJ.

_________________
"Die größte Freude ist, den Feind zu bestimmen, sich gründlich zu rächen und dann ins Bett zu gehen." J. W. Stalin


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von der DKP?
BeitragVerfasst: Sa 7. Jun 2008, 14:56 

Beiträge: 132
Hi, na es ist nicht das erstemal das ich höre "noch-Mitglied der DKP". ich frage mich warum Du dann in dieser Partei bist,w enn Dou solche Kritiken hast. Oft hört man dann, "ja da sind aj noch gute Leute die man überzeugen will"... aber hört man das nicht schon fast 30 Jahre?
solidarische Grüße
Progress


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 65 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3  Nächste

Alle Zeiten sind UTC


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen

Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group

Deutsche Übersetzung durch phpBB.de