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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: KPD/RO
BeitragVerfasst: So 1. Apr 2007, 09:03 
Administrator
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Beiträge: 4023
Geschrieben: 03.02.2005 15:26

http://www.kpaufbau.de

Hallo,

auf Eurer Webseite schreibt ihr, „dass es in Deutschland keine kommunistische Partei gibt.“ Aber es gibt doch eine, die sogar eine richtige Partei ist. Die KPD! http://www.k-p-d.de Warum überseht ihr die so geflissentlich?

Wieso gründet ihr eine Organisation zum Aufbau einer KPD, anstatt gleich eine KPD? Liegt es daran, dass ihr keine KPD an sich aufbauen könnt, weil es diese schon gibt? Warum diese Ignoranz?

Ich freue mich auf eine Antwort.

Rot Front!

Daniel

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Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: So 1. Apr 2007, 09:04 

Beiträge: 237
Zitat:
auf Eurer Webseite schreibt ihr, „dass es in Deutschland keine kommunistische Partei gibt.“

Ich zitiere die Überschrift der Seite:


Zitat:
Arbeiterinnen, Arbeiter und unterdrückte Völker aller Länder vereinigt Euch!

Roter Oktober

Organisation zum Aufbau der Kommunistischen Partei in Deutschland

Der gute Wille ist zwar erkennbar, aber "gutwillige" Menschen gibts mehr als genug, auch solche, die sich Kommunisten nennen.

Die emanzipatorischen "Arbeiterinnen und Arbeiter" könnte man ja noch gelten lassen, aber nicht in diesem Zusammenhang. Bekanntermaßen steht dort im Original "Proletarier", weil darin der Klassenbegriff deutlich wird, der eben nicht davon abhängt, ob Jemand gerade Arbeit hat. Zumindest wäre hier noch der Begriff "Lohnarbeiter" zu erwarten, würde aber auch die Eigentumslosigkeit an gesellschaftlichen Produktionsmitteln als Kennzeichen der Angesprochenen unterschlagen.

Was ist erst mit den "unterdrückten Völkern"?! Alle Bourgeois stehen untereinander in Konkurrenz ("Ein Kapitalist schlägt viele tot."). Die gehören zu Völkern, können durchaus mit unterdrückt sein (indem sie ihre Profitinteressen anderen Bourgeois anderer Staaten unterordnen müssen) und werden sich höchstens mit Proletariern vereinigen, um ihre Interessen als Bourgeois besser durchzusetzen - und nicht böswillig, sondern gesetzmäßig zu Verrätern werden.

Die "Kommunistische Partei in Deutschland" muß nicht gegründet werden - es gibt sie, legt man Lenins Definition zugrunde, seit es den wissenschaftlichen Kommunismus gibt (von der real existierenden KPD mal ganz zu schweigen, von denen die Neugründer scheinbar noch nie gehört haben). Das Ausmaß ihrer Wirksamkeit ist für ihren Status nicht entscheidend, noch nicht einmal (ich weiß, Daniel wird mir da widersprechen) das Parteibuch, sondern der Charakter als objektiv notwendige Avantgarde des Proletariats bei der revolutionären Beseitigung des Kapitalismus und Errichtung des Sozialismus, kurz, der historischen Mission der Arbeiterklasse. Sie ist der fortschrittlichste, konsequenteste und bewußteste Teil des Proletariats und erstaunlicherweise nicht nur des Proletariats - denn wer würde Engels ernsthaft absprechen, Kommunist gewesen zu sein?

Kurz: ich wende mich entschieden gegen solche immer neuen Parteien, Vereine und Gruppen, welche allesamt beanspruchen, die kommunistischsten Kommunisten zu sein und dadurch die tatsächliche kommunistische Bewegung nicht nur spalten, sondern durch Hinzuziehung von "Arbeitern, Arbeiterinnen und unterdrückten Völkern" verwässern.

Rot Front!


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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: So 1. Apr 2007, 09:05 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
Zitat:
www.kpaufbau.de

Hallo,

auf Eurer Webseite schreibt ihr, „dass es in Deutschland keine kommunistische Partei gibt.“ Aber es gibt doch eine, die sogar eine richtige Partei ist. Die KPD! www.k-p-d.de Warum überseht ihr die so geflissentlich?

Wieso gründet ihr eine Organisation zum Aufbau einer KPD, anstatt gleich eine KPD? Liegt es daran, dass ihr keine KPD an sich aufbauen könnt, weil es diese schon gibt? Warum diese Ignoranz?

Ich freue mich auf eine Antwort.

Rot Front!

Daniel




öhm eigentlich reicht es doch, wenn ich sage, dass die kpd/ro eine der vielen splittergruppen der kpd/ml ist?
naja und die kpd/ml hasst die ddr--die kpd/ost ist für die ddr.....

auch wenn ich der ideologie der kpd/ml in manchen punkten näher stehe als zur kpd-ost (wiederrum stehe ich in einigen punkten der kpd-ost näher als der kpd/ml), so kann ich mit gewissheit sagen, dass die kpd/ro definitv keine kommunistische partei/organisation sein kann. nicht zuletzt weil es sich um eine splittergruppe von irgendwelchen kleinbürgerlichen intelektuellen handelt, die KEINEN bezug zur arbeiterklasse haben und weil sie gegen allen anderen gruppierungen, die den anspruch haben kommunistisch zu sein (sogar gegenüber den anderen kpd/ml sekten, die sich vom RO überhaupt nicht unterscheiden) ziemlich hochnäsig und überheblich auftreten. (als ob eine sekte bestehend aus ner handvoll männeken die kommunisten schlechthin sind)

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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: So 1. Apr 2007, 09:06 
Literat

Beiträge: 2947
Das sind Hoxhaisten und wenngleich mir die immer eine Spur vernünftiger vorkommen als die Mao-Brüder, so teilen diese mit jenen jedoch eine Ansicht, die für ihre Position im Klassenkampf problematisch ist. Sie lehnen nämlich einen großen Teil der sozialistischen Geschichte als ungültig ab. Wenn ich das aber tue, falle ich automatisch aus der Rolle, in der ich gerne wäre. Ich kann eben nicht für den Sozialismus als Idee sein und zugleich den historischen Sozialismus ablehnen.
Aber darüber haben wir ja schon oft gesprochen und zumindest hier gab es dazu keine großen Meinungsverschiedenheiten.

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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: So 1. Apr 2007, 09:07 
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Antwort

Hallo Daniel, wenn wir schreiben, dass es Deutschland keine KP gibt so heißt dies nicht, dass es keine Kräfte gibt die sich selbst KP nennen.
Dererlei gibt es gleich mehrere. Als Marxisten-Leninisten ist das aber nicht das Kriterium, wie sich wer nennt. Entscheidend ist ob er es auch ist. Ob das Wesen kommunistisch ist oder nicht. Oder würdest Du sagen das

die D"K"P kommunistisch ist?

Die von Dir genannte Kraft sehen wir z.B. nicht mal auf der Straße (abgesehen von wenigen Gelegenheiten wie der LLL). Wo kämpft sie denn?
Aber das ist nicht alles, wir sind nicht der Auffassung, dass die "K"PD
(DRF) auf marxistisch-leninistischem Boden steht. Wir sind bereit das nachzuweisen, dies geht aber sicher nicht durch einen Brief. wenn Du an einer entsprechenden Diskussion interessiert bist, kein Problem.

Eine KP baut man nicht mal eben so auf. Dazu bedarf es bewußter Schritte,

muss zumindest ein nennenswerter Teil der propressivsten Kräfte der AK organisiert sein etc. Wir sind eine Parteiaufbauorganisation die am Aufbau der KP arbeitet. Kennst Du unsere Zeitung? Was siehst Du zu inhaltliche parallelen, was zu Differenzen?

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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: So 1. Apr 2007, 09:09 
Held der Arbeit
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Beiträge: 286
weißt du warum das nicht klappen wird, was die vorhaben?

weil selbst die "aufbauorganisation der kp" aufgebaut werden muss. ansonsten sind fehlentscheidungen vorprogrammiert. dadurch, dass sie keine "aufbauorganisation zum aufbau der aufbauorganisation der kp" gegründet haben, ist ihr handeln zum scheitern verurteilt. der spaß geht natürlich noch weiter, weil natürlich auch die "aufbauorganisation zum aufbau der aufbauorganisation der kp" aufgebaut werden muss durch eine aufbauorganisation, sodass wir dann eine "aufbauorganisation zum aufbau einer aufbauorganisation zum aufbau der aufbauorganisation der kp" brauchen. verzwickt.

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Otto Grotewohl, Ministerpräsident der DDR, zum 17. Juni 1953:
"Viele klassenbewußte Arbeiter, die Zeugen der Ereignisse des 17. Juni waren, erklärten: Wir haben manchen Streik erlebt, aber wo Arbeiterheime zerstört, volkseigene Geschäfte geplündert und rote Fahnen heruntergerissen und verbrannt werden, dort kann von einem Kampf um Arbeiterinteressen nicht mehr die Rede sein, dort ist der Klassenfeind am Werk."
("Otto Grotewohl - Im Kampf und die einige Deutsche Demokratische Republik - Reden und Aufsätze, Auswahl aus den Jahren 1945-1953", Dietz Verlag Berlin, 1954, Band III, S. 436/437)


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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: So 1. Apr 2007, 09:09 
Literat

Beiträge: 2947
Das erinnert ja doch wieder an Mao: Und so geht das immer weiter, ein ewiges Aufbauen der einen Aufbauorganisstion durch die andere, wobei die Aufbauorganisationen mit jeder Neugründung reicher, tiefer und aufgebauter werden.
Ein Schnellkurs in Konfuzianismus.

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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: So 1. Apr 2007, 09:10 
Administrator
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Beiträge: 4023
Geschrieben: 05.02.2005 11:07

Zitat:
weißt du warum das nicht klappen wird, was die vorhaben?

weil selbst die "aufbauorganisation der kp" aufgebaut werden muss. ansonsten sind fehlentscheidungen vorprogrammiert. dadurch, dass sie keine "aufbauorganisation zum aufbau der aufbauorganisation der kp" gegründet haben, ist ihr handeln zum scheitern verurteilt. der spaß geht natürlich noch weiter, weil natürlich auch die "aufbauorganisation zum aufbau der aufbauorganisation der kp" aufgebaut werden muss durch eine aufbauorganisation, sodass wir dann eine "aufbauorganisation zum aufbau einer aufbauorganisation zum aufbau der aufbauorganisation der kp" brauchen. verzwickt.




Du hast das was vergessen.

Erstmal muss eine Aufbauorganisation für den Aufbau einer Zeitung für den Aufbau einer Aufbauorganisation ... gegründet werden.

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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: Sa 14. Apr 2007, 18:45 

Beiträge: 48
Also ich finde sie cool, ihr Heft auch, und die gegenseitige Kritik an den KPs gehört doch einfach dazu!


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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: So 15. Apr 2007, 16:07 

Beiträge: 48
Quelle: www.KPaufbau.de - Zentralorgan - Heft 10


(KPD-DRF)
Die „K“PD machte übrigens ebenfalls einen Wahlbündnisaufruf, den sie in opportunistischer Manier an die PD“S“, die WASG, die Gesellschaft für Bürgerrechte und Menschenwürde e.G., die VVN/BdA, die Initiativgemeinsacht zum Schutz der sozialen rechte ehemaliger Angehöriger bewaffneter Organe und der Zollverwaltung der DDR, an Rotfuchs sowie die Gesellschaft zur rechtlichen und humanitären Unterstützung e.V. (GRH) schickte. Sie rief dann zur Wahl der Linkspartei auf.
Sowohl die „K“PD als auch die D“K“ unterwarfen sich also der Linkspartei und wurden als Aktivisten bzw. Stimmvieh von der Linkspartei genutzt. Kommunistische Inhalte, konnten diese Kräfte nicht platzieren, sie passten sich dem reformistischen Kurs an und unterwarfen sich der Illusion einer starken „Linkspartei“.



„K“PD-„B“ + „KPD/ML“: Unter der Überschrift „Kämpfen statt wählen“ hatten „K“PD-„B“ und „KPD/ML“ (Roter Stern) eine gemeinsame Erklärung zur Bundestagswahl veröffentlicht. Die Überschrift setzt das Wählen und den Kampf gegenüber. Dies halten wir für falsch, den eine Wahl kann auch Teil eines Kampfes sein. Wir kritisieren die „K“PD-„B“ auch, weil sie überhaupt eine Erklärung mit der „KPD/ML“ herausgegeben hat, da diese an ihrer Spitze den Spitzel Herbert Polifka hat. Die Erklärung kritisiert die PD“S“ zurecht und kritisiert auch die „K“PD (DRF) und die „ML“PD wegen ihrer Wahlbündnisaufrufe. Warum diese beiden Parteien aber keine „wirkliche Alternative zu den verschiedenen Schattierungen prokapitalistischer Parteien“ darstellt, führt sie unzureichend aus [Trotz Alledem Sep.’05; S.6]. Nur zu sagen, dass diese Parteien durch das Wahlbündnisangebot an „Glaubwürdigkeit“ verloren haben ist schon sehr dürftig. Zu begrüßen war hingegen der Aufruf dazu ungültig zustimmten, auch wenn er nur als „Empfehlung“ an deren Mitglieder und SympathisantInnen formuliert wurde.



„K“PD (RM): Im August 2005 brachte die „K“PD (Roter Morgen) deren Aufruf zum „Wahlboykott“ heraus. In diesem 4-seitigen Extrablatt wurden die Angriffe der letzten Zeit benannt und es wurde zum Klassenkampf aufgerufen. Weiter hält die „K“PD (RM) an der „Zukuftsperspektive“ eines überparteilichen Wahlbündnisses fest [vgl. S.2]. Welche Organisationen und Parteien sie aber neben Einzelpersonen für ein solches Bündnis zusammenfassen will bleibt unbenannt. Sie kritisiert die Linkspartei in zentralen Punkten und ruft dann dazu auf: „Wir rufen zum Wahlboykott auf! Stimmt ungültig oder bleibt den Wahllokalen fern“[S.2]. Damit unterstreicht sie nicht warum man ungültig stimmen sollte, setzt dies quasi mit der Nichtwahl gleich. Dies halten wir für falsch. Wir müssen die Wahlmöglichkeit an sich verteidigen, auch wenn keine Alternative zur Wahl steht. Somit nehmen wir das Wahlrecht an, wählen dann aber ungültig, weil wir nicht das kleine Übel wählen. Richtig ist aber die Orientierung auf nach die Wahl, dass man zusammen kämpfen muss. Dass die „K“PD hier aber nicht von der Arbeiterklasse spricht ist bedauerlich, aber ihrer revisionistischen Linie geschuldet.
Interessant war, dass die „K“PD nach der Wahl ihre Positionierung als teilweise falsch einschätzte. Sie sprach von einer innerparteilichen Diskussion über den Wahlaufruf und das ZK der „K“PD legte dann auf einer Sitzung fest: „Andererseits ist auch klar, dass auf den Listen der Linkspartei zahlreiche Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl gestellt waren, die sich ehrlich und ernsthaft für die Forderungen der arbeitenden Menschen eingesetzt haben und einsetzen. Es besteht überhupt kein vernünftiger Grund, diese Kandidatinnen und Kandidaten nicht mit der Erststimme zu wählen. Insofern war unser Aufruf zum Wahlboykott nicht richtig“ [RM 4/05; S. 2]. Damit biederte sich die „K“PD (RM) der Linkspartei nachträglich an, wenn auch nur bei einem Teil der Erststimmen. Interessanterweise nannte die „K“PD aber nicht eine/n Kandidatin/Kandidaten der Linkspartei beim Namen, welche/n sie für wählbar hielt.


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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: So 15. Apr 2007, 19:58 
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Beiträge: 353
Hmmm, der Beitrag des Neuen Users gibt mir die Gelegenheit, in diesem älteren Faden auch noch meinen Senf dazuzugeben.

Ich hab ihre Zeitschrift "Roter Oktober" vor ca. 15 Monaten abonniert, zu einer Zeit, als ich (noch nicht lange von der Rolle des Revisionismus überzeugt) auch die 150-prozentigen Anti-Revisionisten noch interessant fand.
Das Abo habe ich aber auslaufen lassen, es lohnt sich meiner Meinung nach nicht, sowas zu lesen. Für ein paar gute Lachanfälle waren immerhin "Die sexuelle Kampffront eröffnen" und die Delegiertenkonferenz-Berichte gut.
Um es kurz auszudrücken: Sie beschäftigen sich viel zu viel mit Sachen, die man ignorieren kann und ignorieren oft Sachen, mit denen man sich beschäftigen muss.
Abgeschreckt hat mich aber vor allem ihr Theoretisches Organ Nr. 2 - "Zur Auflösung der Kommunistischen Internationale". Beim Lesen hiervon sieht man, wohin es führt, wenn man den Aufbau des Sozialismus auffasst als schlichten Kampf zwischen absichtlich verräterischen Revisionisten und ewig treuen Marxisten-Leninisten - nämlich zu Verschwörungstheorien.

Und: Kritik an anderen Organisationen - ja, aber dieses ständige "Revisionist, Revisionst"-Geplärre nervt (und ist zudem nicht sehr hilfreich bei der Konsolidierung der kommunistischen Bewegung).

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Eine gut geleitete Staatsregierung muß ein ebenso festgefügtes System haben wie ein philosophisches Lehrgebäude. Alle Maßnahmen müssen gut durchdacht sein, Finanzen, Politik und Heerwesen auf ein gemeinsames Ziel steuern.
Ein System kann aber nur aus einem Kopfe entspringen; also muß es aus dem des Herrschers hervorgehen.


Friedrich der Große


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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: So 15. Apr 2007, 20:27 
Literat

Beiträge: 2947
Das Sektengehabe ist sogar im Schriftbild sichtbar:
Zitat:
„K“PD-„B“ ... „KPD/ML“ ... D“K“ ... PD"S"

Meinen die, es könne einem Leser ihrer Texte verborgen bleiben, was sie von den erwähnten Parteien halten? Jedenfalls scheinen so wenig Vertrauen in ihr eigenes Geschreibsel zu haben, daß sie bei jeder Nennung der entsprechenden Parteien das K, B oder S in Anführungsstriche setzen müssen. Unser allseits beliebter Torsten, pardon: Borsten hat ja z.B. auch nie vermocht, den Namen Gorbatschow auszuschreiben, ohne ihm Beiworte wie "Mistratte" oder "Erzverräter" beizulegen. Was immer man von dergleichen in stilistischer Hinsicht halten mag, es ist ein Zeichen theoretischer Unsicherheit, d.h. von Dogmatismus.

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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: So 15. Apr 2007, 22:06 
Träger des Agitprop-Stalinorden
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Beiträge: 628
Wen der "Rote" "Oktober" alles nicht mag: (Zwischenstand nach kurzem überfliegen der Seite)

Linkspartei.PDS
D“K“P
Den „linke Flügel“ in der D“K“P
„ML“PD
Die sog. „Rote Garde-ML“
„K“PD (Roter Morgen)
„K“PD
„Arbeit Zukunft“
„K“PD (Die Rote Fahne)
„K“PD („Bolschewiki“)
„Bolschewistische“ Initiative Deutschland
„K“PD/“ML“ (Roter Stern)
„K“PD/“ML“ (Roter Morgen)
„Revolutionären Kommunisten“
Gegen die Strömung
Offensiv
Rotfuchs
„Kommunisten-Online“
Neue Einheit
Gegenstandpunkt
„Kommunistische Arbeiterzeitung“
„Arbeiterbund zum Wiederaufbau der KPD“
Linksruck
„S“AV
Gruppe Arbeitermacht
internationale „sozialistische“ Linke(isl, früher V“S“P)
PSG
Spartakist-Arbeiterpartei Deutschland
Ereignisse wie das Sozialforum in Erfurt
Luxemburg-Konferenz der linken Tageszeitung „junge Welt“
den Rassist Lafontaine
Die Gewerkschaftsführung
NPD,DVU
die sog. antideutsche Bewegung
Die Antikriegsbewegung

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Die Andersdenkenden haben Rosa Luxemburg umgebracht - D.W.


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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: Mo 16. Apr 2007, 13:32 
Administrator
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Beiträge: 4023
OPC hat geschrieben:
Wen der "Rote" "Oktober" alles nicht mag: (Zwischenstand nach kurzem überfliegen der Seite)


Hättest Du nicht lieber aufschreiben können, wen die "K"P"D"/"R"O" mag? Das wäre sicher eine übersichtlichere Liste geworden.

@Staatsfeind: Möchtest Du uns mal Deinen Namen erklären?

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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: Mo 16. Apr 2007, 16:14 
Ehrenmitglied des gewe-Fanclub
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Beiträge: 353
Zitat:
Offensiv
Rotfuchs


Du meinst sicher "O""f""f""e""n""s""i""v" und "R""o""t""f""u""c""h""s"? Wink

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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: Mi 18. Apr 2007, 11:11 

Beiträge: 48
Gegeseitige Kritik ist nun mal wichtig. Es ist auch die der RO der hier spaltet, warum vereinigen sich dann nicht die Anderen Organisationen? Anscheinend gibt es da Unterschiede über die nicht gerne geredet wird. Tja, und dann kommen mal welche die kritisieren und schon ist das geschrei über das "Sektierertum" da. Klinkt schon so als ob es plötzlich keine Revisionisten mehr gibt; seit der RO-kritik gelten nun alle zu den "echten" Kommunisten, alles andere ist "Sektierertum". Was wäre wenn der RO nicht kritisieren würde und einfach so daneben exiestieren würde?
Für echte Leninisten ist es auch wichtig dass die Partei auch echten Leninismus macht, sonnst kann man sich ja gleich der Linkspartei - und deren kommunistischer Plattform - anschließen (darf man diese auch nicht mehr kritisieren?!). Veileicht sollten wir Genosse Stalin fragen was er von Selbstkritik findet?! Hatten nicht Lenin und Stalin ähnliche Probleme gehabt?!
Wenn die Linie der Partei nicht stimmt, wird das nie was. Revisionistische Parteien werden später an entscheidenen Punkten scheiße bauen und alles vermasseln.

Andernfalls werdet doch gleich Anarchisten, dann habt ihr die Probleme nicht.


Meinen Namen "erklären", was meinst du?


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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: Mi 18. Apr 2007, 11:33 
Salonbolschewist
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Beiträge: 1077
@ Staatsfeind

Zitat:
Gegeseitige Kritik ist nun mal wichtig. Es ist auch die der RO der hier spaltet, warum vereinigen sich dann nicht die Anderen Organisationen?


Es ist m.E. völlig unwichtig wer hier wen kritisiert und warum. Die gegenwärtige Situation ist nunmal so, dass eine vereinigte Partei aller Kommunisten derzeit nicht lebensfähig wäre. Würde sich bald wieder zersetzen. Es ist ja eben der Luxus der reinen Theorie (da die Praxis derzeit fehlt oder nur auf geringem Niveau stattfindet) der diese ganzen unterschiedlichen Gruppierungen wie weltfremd auch immer existieren lässt ohne sie zu einer konkreten und vor allem nutzbaren Handlung/Position zu zwingen. (Woran die dann erstmal scheitern würden, bis auf einige wenige Wink ) Es besteht nunmal keine revolutionäre Situation hierzulande derzeit. Ich hoffe man versteht mich nicht falsch mit dem was ich hier meine.

Zitat:
Was wäre wenn der RO nicht kritisieren würde und einfach so daneben exiestieren würde?


Es würde sich absolut nichts ändern.

Zitat:
Veileicht sollten wir Genosse Stalin fragen was er von Selbstkritik findet?


Fragen? Du meinst doch sicher "Lesen"? Dann kuck doch mal auf http://www.stalinwerke.de/ da gibts sogar eine praktische Volltextsuche, damit kann man finden was Stalin von Selbstkritik findet...

Zitat:
Wenn die Linie der Partei nicht stimmt, wird das nie was. Revisionistische Parteien werden später an entscheidenen Punkten scheiße bauen und alles vermasseln.


M.E. wird eine Partei die heute schon revisionistisch ist (wer auch immer das festlegt) mit dem was "später" von uns kommt so oder so nichts zu tun haben...

Zitat:
Andernfalls werdet doch gleich Anarchisten, dann habt ihr die Probleme nicht.


Die Anarchisten sind uns zu dogmatisch.

Zitat:
Meinen Namen "erklären", was meinst du?


Na, einfach uns erklären ob du was gegen den bürgerlichen Staat oder gegen Staaten generell hast. Anderfalls könntest du auch zum Anarchisten werden dann hättest du die Probleme nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: Mi 18. Apr 2007, 11:50 
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Beiträge: 4023
Staatsfeind hat geschrieben:
Meinen Namen "erklären", was meinst du?


Z.B. willst du damit etwas ausdrücken, vielleicht dass Du auch ein Feind des sozialistischen Staates bist?

Zitat:
Veileicht sollten wir Genosse Stalin fragen was er von Selbstkritik findet?!


Können wir gerne machen.

BRIEF AN DIE MITGLIEDER DES ZIRKELS ZU FRAGEN DES PARTEIAUFBAUS BEI DER KOMMUNISTISCHEN AKADEMIE

Heute erhielt ich Slepkows Thesen über Selbstkritik. Diese Thesen wurden, wie sich herausstellt, in Ihrem Zirkel erörtert. Mitglieder des Zirkels sagten mir, dass diese Thesen verbreitet wurden als ein Dokument, das sich nicht eine Kritik an der Linie des ZK, sondern deren Begründung zum Ziel setzt.

Es wäre falsch, Parteimitgliedern das Recht einer Kritik an der Linie des ZK abzusprechen. Mehr noch: Ich lasse gelten, dass die Mitglieder Ihres Zirkels sogar das Recht haben, in ihrem engen Kreis der Position des ZK ihre besonderen Thesen entgegenzustellen. Es ist jedoch offensichtlich, dass Slepkows Thesen nicht das Ziel verfolgen, die Linie des ZK zu kritisieren oder ihr irgend etwas Neues entgegenzustellen, sondern dass sie es sich zur Aufgabe machen, die Position des ZK zu erläutern und zu begründen. Daraus erklärt sich wahrscheinlich auch, dass Slepkows Thesen in Moskauer Parteikreisen eine gewisse Verbreitung fanden.

Nichtsdestoweniger oder gerade deshalb halte ich es für meine Pflicht, zu erklären, dass Slepkows Thesen

a) mit der Position des ZK in der Frage der Losung der Selbstkritik nicht übereinstimmen,

b) dass sie diese Position „korrigieren“, „ergänzen“ und natürlich verschlechtern, und zwar zugunsten der bürokratischen Elemente unserer Institutionen und Organisationen.

1. Falsch ist vor allem die Linie der Thesen Slepkows. Slepkows Thesen erinnern nur äußerlich an Thesen über die Losung der Selbstkritik.

In Wirklichkeit sind es Thesen über die Gefahren der Losung der Selbstkritik. Zweifellos birgt jede revolutionäre Losung gewisse Möglichkeiten in sich, in der Praxis entstellt zu werden. Solche Möglichkeiten sind natürlich auch bei der Losung der Selbstkritik gegeben. Diese Möglichkeiten aber als Mittelpunkt der Frage, als Grundlage der Thesen über Selbstkritik hinstellen - heißt alles auf den Kopf stellen, die revolutionäre Bedeutung der Selbstkritik unterminieren, heißt den Bürokraten helfen, die bemüht sind, über die Selbstkritik in Anbetracht der mit ihr verbundenen „Gefahren“ mit formalen Stellungnahmen hinwegzugehen. Ich zweifle nicht daran, dass die bürokratischen Elemente unserer Partei- und Sowjetorganisationen Slepkows Thesen nicht ohne ein Gefühl der Befriedigung lesen werden.

Hat eine solche Einstellung irgendetwas gemein mit der Einstellung des ZK in der Frage der Selbstkritik, mit der Resolution des Aprilplenums des ZK und der ZKK über die Schachty-Affäre, mit dem Juni-Aufruf des ZK zur Frage der Selbstkritik[21]?

Ich denke, dass sie nichts mit ihr gemein hat.

2. Falsch sind Slepkows Thesen auch ihrem inneren Gehalt nach. Einer der ernstesten Faktoren, die die Selbstkritik unerlässlich machen, und zugleich eins der wichtigsten Objekte der Selbstkritik ist der Bürokratismus unserer Organisationen.

Kann man vorwärts schreiten, ohne den Bürokratismus unseres Partei- und Sowjetapparats zu bekämpfen?

Nein, das kann man nicht!

Kann man die Kontrolle der Massen organisieren, die Initiative und Selbsttätigkeit der Massen entwickeln, die Millionenmassen in den sozialistischen Aufbau einbeziehen, ohne einen entschiedenen Kampf gegen den Bürokratismus unserer Organisationen zu führen?

Nein, das kann man nicht!

Kann man mit dem Bürokratismus aufräumen, kann man ihn schwächen, entlarven, ohne die Losung der Selbstkritik in die Tat umzusetzen? Nein, das kann man nicht!

Kann man Thesen über die Losung der Selbstkritik aufstellen, ohne die Frage des Bürokratismus als negativen Faktors unseres sozialistischen Aufbaus und als eins der wichtigsten Objekte der Selbstkritik zu beleuchten?

Es ist klar, dass man das nicht kann.

Woraus ist es dann zu erklären, dass Slepkow es fertig gebracht hat, diese brennende Frage in seinen Thesen mit Stillschweigen zu übergehen? Wie kann man in Thesen über die Selbstkritik, die sich die Begründung der Position des ZK zum Ziel setzen, die wichtigste Aufgabe der Selbstkritik, den Kampf gegen den Bürokratismus, vergessen? Es ist aber eine Tatsache, dass in Slepkows Thesen kein Wort (buchstäblich nicht ein einziges Wort!) über den Bürokratismus unserer Organisationen, über die bürokratischen Elemente innerhalb dieser Organisationen, über die bürokratischen Entstellungen in der Arbeit unseres Partei- und Sowjetapparats gesagt wird.

Lässt sich dieses mehr als leichtfertige Verhalten zu dieser wichtigen Frage, zur Frage des Kampfes gegen den Bürokratismus, mit der Position des ZK in der Frage der Selbstkritik vereinbaren, mit solchen Dokumenten der Partei wie der Resolution des Aprilplenums des ZK und der ZKK über die Schachty-Affäre oder dem Juni-Aufruf des ZK über die Selbstkritik?

Ich denke, dass sich das nicht vereinbaren lässt.

Mit kommunistischem Gruß

8. Juni 1928.

J. Stalin

„Komsomolskaja Prawda“ Nr. 90,
19. April 1929.


Quelle: Stalinwerke Band 11

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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: Mi 18. Apr 2007, 11:58 
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Zitat:
Zitat:
Andernfalls werdet doch gleich Anarchisten, dann habt ihr die Probleme nicht.

Die Anarchisten sind uns zu dogmatisch.


Außerdem wollen die doch eh auch nur die Weltherrschaft.

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“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: Mi 18. Apr 2007, 12:33 

Beiträge: 48
hier ein Zitat: "Sicherlich wäre der Begriff "Diktatur für das Proletariat" angebrachter." Glaub ich aber auch!
Das Wort "für" lässt sich auch sehr gut durch das Wort "über" ersetzen.

Nein, ich habe nichts gegen echte sozialistische Staaten. Ich habe auch nichts gegen den Staat: Castro.


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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: Mi 18. Apr 2007, 12:34 
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Staatsfeind hat geschrieben:
Nein, ich habe nichts gegen echte sozialistische Staaten. Ich habe auch nichts gegen den Staat: Castro.


Und warum dann Staatsfeind? Und was hat Castro damit zu tun?

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BeitragVerfasst: Mi 18. Apr 2007, 12:41 

Beiträge: 48
Na ich bin für Kommunismus, und der ist ja doch staatenlos?!


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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: Mi 18. Apr 2007, 13:13 
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Staatsfeind hat geschrieben:
Na ich bin für Kommunismus, und der ist ja doch staatenlos?!


Jo, irgendwann mal... Aber die DDR, Sowjetunion, Kuba, KDVR, Vietnam... alles Staaten. Und irgendwie wirkt es dann befremdlich, wenn sich jemand in einem Forum mit kommunistischen Anspruch "Staatsfeind" nennt. Verstehste?

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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: Mi 18. Apr 2007, 14:38 
Literat

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Ganz richtig. Die Forderung nach Abschaffung des Staats hier und jetzt ist ganz einfach reaktionär, so links sich ihre Anhänger auch immer vorkommen mögen. Völlig gleich, was man von einem Absterben des Staates in ferner Zukunft, an dem ich mehr als nur leise Zweifel habe, halten mag: für den Sozialismus, den Kampf der Systeme und die Arbeiterklasse ist der Staat ein Mittel, das man nutzen muß.

Aber abgesehen von dem, worin Woschi und ich in der Sache d'accord sind: Der "ist" der Kommunismus nicht staatenlos, weil der Kommunismus überhaupt nicht "ist". Und ob er das wirklich wird sein können, wird sich erst noch rausstellen müssen. Nur in der Realisierung wird der Beweis erbracht, ob es geht oder nicht. Ich möchte wirklich gerne mal wissen, wie Kommunisten, die doch Anhänger eines materialistischen Geschichtsverständnisses sein wollen, die Gewißheit nehmen, über Dinge zu reden, die derart im Unklaren liegen. Man kann natürlich darüber spekulieren, aber dann muß auch wirklich nüchtern an den Gegenstand rangehen, d.h.: keine Autoritätsargumente à la "Marx sagt" oder "für Kommunisten versteht sich von selbst" usf.

Ich habe das Thema vor kurzem schon mal mit Neo durchgesprochen, da ging das so:
Zitat:
... bezüglich der Frage Staatssozialismus gibt es wohl keine Diskussion. Es ist bisher nicht ein Gramm geschichtlicher Wirklichkeit aufgetaucht, das den Hoffnungen auf einen nichtstaatlichen Sozialismus Nahrung geben könnte. Alle Hoffnung auf einen nichtstaatlichen Sozialismus bleibt damit, was sie immer war: schiere Träumerei. Solange keine praktische Konzeption in Sicht ist, die konkret genug ist und Aussicht auf Erfolg hat, ist es einfach Unsinn, auf einen Sozialismus ohne Staat zu hoffen. Und da wir schon bei Modernisierungen konventioneller Theorien sind: Ich denke, daß die Theorie vom Absterben des Staates, die von Marx und Engels aus (für sie) guten Gründen ausgesprochen wurde, durch den geschichtlichen Verlauf eher widerlegt wurde, als daß sie etwa bestätigt worden wäre.

[...]

Die Vorstellung, daß der Staat absterben werde, durchdringt die gesamte Theorie von Marx und Engels. Das ist ja eng mit der Vorstellung einer klassenlosen Gesellschaft verbunden. Da finden sich an vielen Stellen Bemerkungen, die das beinhalten oder doch implizieren. Besonders deutlich wird das sicher in Marxens Bürgerkrieg in Frankreich und dem späteren Vorwort von Engels dazu sowie - sehr viel differenzierter und vernünftiger, aber im Kern um nichts weniger zurückgenommen - beim späten Engels: Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats.

Was deine andere Frage angeht, so denke ich, daß du genau den wunden Punkt berührst. Es ist nämlich nicht zu übersehen, daß die Geschichte sich exakt umgekehrt verhalten hat, als Marx und Engels das in ihrem Kaffeesatz lesen zu können meinten. Die Sozialisten, die den Staat abschaffen sollten, haben ihn vervollkommnet; die Kapitalisten, die ihn angeblich schon auf die höchste Stufe gebracht hatten, sind dabei, ihn abzuschaffen. Der Staat wird heute von dem, was seine herrschende Klasse ist, in der Tat abgebaut. Diese herrschende Klasse, deren Machtinstrument der Staat ist, bedarf seiner ja nicht durchweg. Sie übt ihre Diktatur immer noch am besten aus, indem sie sie direkt ausübt. Ein bißchen Gesetze, ein bißchen Polizeigewalt, aber alles andere, alles Positive und Erhaltbare, das der Staat als historische Gestalt zur Wirklichkeit gemacht hat - Sozial- und Gesundheitssystem, Förderung von Kultur und Bildung usw. - das schafft man gerade ab. Natürlich wird der Staat auch heute noch als direktes Machtinstrument benutzt. Wenn etwa 1-Euro-Jobs eingeführt oder die Sozialleistungen gekürzt werden, wenn das betreeffende Person zurückgelegtes Geld auf dem Konto hat, dann sind das Maßnahmen, die man als direkte Dienstleistung des Staats für das Kapital betrachten muß. Aber man kann nicht übersehen, daß die hauptsächliche Tätigkeit des gegenwärtigen Staates darin besteht, sich vornehm aus den sozialen Kämpfen rauszuahlten bzw. sich abbauen zu lassen. Das ist es gewiß nicht, was Marx und Engels sich unter dem Absterben des Staates vorgestellt haben. Bei ihnen herrscht da mehr die Vorstellung, daß der Staat, weil er einmal das Resultat nicht lösbarer Konflikte, d.s. Klassenkonflikte, ist, auch wieder verschwindet, wenn diese Konflikte verschwinden.

Wenn man mit einiger Vernunft an diese Vorstellung geht, kann man zwei mögliche Fehler sehen:

1. ist überhaupt nicht zwingend, daß eine historische Erscheinung (hier: der Staat), die unter bestimmten historischen Bedinungen (hier: die Klassengesellschaft) in die Wirklichkeit getreten ist, auch wieder verschwindet, wenn diese Bedinungen verschwinden, denn man kann nicht mit Sicherheit sagen, daß diese Bedingungen die einzigen waren, die die Entstehung der Erscheinung bewirkt haben. In den Bedinungen können andere Bedingungen verborgen gewesen sein, die, wenn sie sich erhalten, den Staat auch weiterhin notwendig machen. Ich rede deutsch: Der Staat kann durchaus das unmittelbare Resultat der Unversöhnlichkeit der Klassengegegensätze gewesen sein, das hindert ihn nicht daran, eine Instanz der praktischen Vernunft überhaupt zu sein, d.h. allgemein eine Methode, mit der man das Zusammenleben großer Menschengruppen regeln muß. Das würde bedeuten, daß der Staat auch jenseits der Klassengesellschaft weiterexistiert. Der Klassenstaat wäre dann nicht identisch mit dem Staat schlechthin, sondern einfach eine historische Form des Staats.

2. ist das Verschwinden der Klassen nicht so klar, wie manche meinen. Daß die Abschaffung von Ausbeutungsverhältnissen unvermeidlich ist, ist einigermaßen klar. Die Frage ist aber, ob eine Gesellschaft, in der es keine verschiedenen Klassen gibt, überhaupt denkbar ist. Klassen müssen ja in keinem Ausbeutungsverhältnis zueinander stehen. Sie können auch ganz einfach nebeneinander existieren. Bourgeoisie und Proletariat z.B. sind nur zusammen denkbar; nimmt eines weg, verschwindet auch das andere. Sie bilden einen antagonistischen Widerspruch, ihr Verhältnis ist das der Ausbeutung. Aber militärischer Adel und freie Bauern (im Frühmittelalter), Bourgeoisie und Feudaladel (im Absolutismus) oder Arbeitklasse und Bauern (im Sozialismus) hatten kein Ausbeutungsverhältnis zueinander. Es gibt auch zwischen ihnen Konflikte, aber die sind anderer Natur als z.B. die zwischen Feudadel und Leibeigenschaft oder Bourgeoisie und Proletariat. Sie stehen eher zueinander in Konkurrenzverhältnissen, nicht jedenfalls in Ausbeutungsverhältnissen. Die Differenz zwischen diesen Klassen kommt daher, daß sie unterschiedlichen System der Produktion angehören. Die Frage, die sich aber stellt, ist die: Ist eine Gesellschaft denkbar, die ihr Produktionssystem derart vereinheitlicht hat, daß auch solche Unterschiede verschwinden werden?

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 Betreff des Beitrags: Re: KPD/RO
BeitragVerfasst: Mi 18. Apr 2007, 14:55 
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Beiträge: 353
Zitat:
Gegeseitige Kritik ist nun mal wichtig. Es ist auch die der RO der hier spaltet, warum vereinigen sich dann nicht die Anderen Organisationen? Anscheinend gibt es da Unterschiede über die nicht gerne geredet wird. Tja, und dann kommen mal welche die kritisieren und schon ist das geschrei über das "Sektierertum" da. Klinkt schon so als ob es plötzlich keine Revisionisten mehr gibt; seit der RO-kritik gelten nun alle zu den "echten" Kommunisten, alles andere ist "Sektierertum". Was wäre wenn der RO nicht kritisieren würde und einfach so daneben exiestieren würde?


Es gibt da auch noch etwas, das nennt sich "solidarische Kritik". Wichtige Anti-Revisionisten wie offen-siv etc. betreiben das. Sie sind in der Lage Positionen anderer Kommunisten zu kritisieren ohne diese als Revisionisten, Verräter usw. zu brandmarken. Kaum eine Zeitschrift z.B. hat sich in Deutschland so darum verdient gemacht, Stalin zu würdigen und den Anti-Revisionismus zu entlarven, wie offen-siv. Trotzdem sollen das laut RO Revisionisten sein. Das ist lächerlich.
Ebenso lächerlich ist übrigens ihre Angst vor neuen revisionistischen Parteien.....

Zitat:
Die Zeitschrift Offensiv betreibt zunehmend eine Arbeit wie eine Organisation. So wird derzeit eine Schulung angeboten. Immer deutlicher wird, dass Kräfte um diese Zeitung am Aufbau einer neuen revisionistischen Partei arbeiten und hier nun offensive Schritte gehen.

Zitat:
Auch Kräfte wie die um die Internetseite „Kommunisten-Online“ versuchen, Kräfte für den Aufbau einer neuen revisionistischen Partei zu gewinnen. Solche Internetseiten haben einen gewissen Einfluss, da sie von vielen Leuten besucht werden.

Aber Achtung: Auch die bestehenden revisionistischen Parteien haben es faustdick hinter den Ohren - die wollen nämlich eine neue revisionistische Partei gründen!!!
Zitat:
....dass sich zumindest Teile des linken Flügels in den nächsten Jahren von der D“K“P verabschieden und eine neue revisionistische Partei mit Kräften aus anderen Organisationen („K“PD („Bolschewiki“); „K“PD (Die Rote Fahne), Linkspartei, Offen-siv und/oder „K“AZ ) gründen.

*gähn*

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Eine gut geleitete Staatsregierung muß ein ebenso festgefügtes System haben wie ein philosophisches Lehrgebäude. Alle Maßnahmen müssen gut durchdacht sein, Finanzen, Politik und Heerwesen auf ein gemeinsames Ziel steuern.
Ein System kann aber nur aus einem Kopfe entspringen; also muß es aus dem des Herrschers hervorgehen.


Friedrich der Große


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