Forum.stalinwerke.de - stalinforum.de

Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
Aktuelle Zeit: Do 22. Jun 2017, 14:22

Alle Zeiten sind UTC




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 96 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4  Nächste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:09 

Beiträge: 2008
Geschrieben: 31.10.2006 22:12

Zitat:
Die Gretchenfrage die unser lieber Arno Nyhm hier stellen möchte ist doch eine ganz andere, als die an der er sich hier entlang hangelt.


Danke, dass Du es dem Genossen nochmals konkret, kurz und quadratisch zusammengefaßt hast.

Ob wir die Wahrheit von ihm erfahren? hm...

_________________
»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:09 

Beiträge: 122
Geschrieben: 31.10.2006 22:16

Es ist geradezu absurd zu behaupten, ich würde euch zu 'Angeklagten machen'. Wann und wo habe ich dies getan? Hier zeigt sich eine ausgesprochene Dünnheutigkeit und Empfindlichkeit, wenn es auf diese Fragen kommt. Es scheint die Tendenz vorzuherrschen, diese Fragen von sich zu schieben und sie als einen bedauerlichen Geschichtsunfall hinzustellen, so wie es in dem Bild von 'OPC' vom Unfall mit dem Mercedes zum Ausdruck kommt. Die Geschichte ist kein Sammelsurium von Unfällen und Zufälligkeiten, sie ergibt Sinn. Diesen Sinn zu entdecken, ist unsere Aufgabe. Die Säuberung der Thälmannianer in der Sowjetunion war kein Zufall, kein Verkehrsunfall, sondern das Ergebnis eines verschärften Klassenkampfes, der, so Stalin, auch im Sozialismus in anderer Form mit unverminderter Härte weitergeht (so Stalin auf dem 18. Parteitag der KPdSU im März 1939, auf dem er den faschistischen Henker Jeschow stellte und unschädlich machte).

Mir geht es darum, die Säuberungen, denen unzählige unschuldige deutsche Kommunisten, oft die besten Antifaschisten, die energischten Nazigegner, zum Opfer fielen,

1. nicht in Vergessenheit geraten zu lassen; das ist unsere Pflicht, wenn wir uns zu Recht Kommunisten nennen wollen. Einen Ansatz gibt es in Hamburg, wo auch ein Hans Kippenberger, der 1937 vom NKWD ermordet wurde, auf einer Gedenktafel, zusammen mit Heinrich Meyer u.a. auftaucht. Wir können unsere Traditionslinie nicht verleugnen, die Traditionslinie des revolutionären Kommunismus und des konsequenten Antinazismus - im Gegenteil: Wir müssen sie pflegen. Wir sind keine geschichtslosen Individuen, wir stehen in einer revolutionären Tradition, die wieder sichtbar werden muss, über die nicht der Mantel des Schweigens gelegt werden darf; wir stehen nicht in der Tradition der NKWD-Henker und der flächendeckenden Säuberer, die von einem Sadisten namens Nikolai Jeschow angeführt wurden; der sogar Stalin auf seiner Liste hatte, wie wir heute wissen.

2. geht es mir darum, die Verantwortlichen, die damals mit den NKWD-Schergen kollaborierten und die für die Liquidierung der alten KPD, der besten Thälmannschen Kader, verantwortlich waren, beim Namen zu nennen, genauso wie die schlimmsten Naziverbrecher zur Rechenschaft gezogen werden mussten und über ihre Abscheulichkeiten nicht mit dem Hinweis, dass sei 'ein Unfall der Geschichte', ein bedauerlicher 'Autounfall' gewesen, hinweg gesehen werden konnte und nie hinweggesehen werden kann.

3. Mir geht es also darum, nicht zuzulassen, dass sie weiterhin gedeckt werden und als große Kommunisten gefeiert werden können, so als ob nichts passiert wäre. Es wäre ungefähr so, als ob man Pol Pot, den Henker des kambodschanischen Volkes, als Kommunisten und Freund des Khmer-Volkes bezeichnen würde.

4.Mir geht es nicht darum, den Sozialismus in der Sowjetunion zu verunglimpfen und diese Säuberungen, die die Unschuldigen trafen, meine ich (es gab auch andere, die ich ausdrücklich befürworte, nämlich die, die im Rahmen eines fairen, öffentlichen Verfahrens abliefen, von denen drei zwischen 1936 und 1938 in Moskau stattfanden) mit dem Sozialismus zu identifizieren. Mir geht es darum, aufzuzeigen, dass diese Auseinandersetzungen Bestandteil eines verdeckten Klassenkampfes waren und beide Parteien, die Anhänger Stalins und die des trotzkistisch-bucharinschen Zentrums in einen Kampf um Leben und Tod verwickelt waren.

Und, bezogen, auf die Geschichte der KPD, geht es darum, zu zeigen, auf welcher Seite welche Kräfte gestanden haben. Wer hat auf der Seite der trotzkistischen Opposition tatsächlich gestanden und wer hat wirklich auf der Seite des sowjetischen und internation alen Sozialismus gestanden? Wer stand gegen wen? Darum geht es, dies aufzuzeigen und nicht länger vernebeln zu lassen.

Und wenn man dieser Frage nachgeht und nicht danach geht, als was sich bestimmte Kräfte ausgegeben haben, und sich strikt an die Fakten hält, kommt man zu ganz überraschenden Ergebnissen ...


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:10 
Träger des Agitprop-Stalinorden
Benutzeravatar

Beiträge: 628
Geschrieben: 31.10.2006 23:38

gewe, danke dass du das klargestellt hat...wir verstehen uns ja


An alle anderen (v.a. anonyme User die sich ständig daruf beziehen): das Bild mit dem Mercedes sollte humoristisch zu Ausdruck bringen dass es keinen Sinn macht lauter Einzelschicksale in das Anonyme Forum zu stellen. Eben genau weil:

Zitat:
Die Geschichte ist kein Sammelsurium von Unfällen und Zufälligkeiten


Das ist das was ich hier seit einiger Zeit sage damit nicht das ganze anonyme Forum vollgeschrieben wird, dann sind wir uns ja einig (könnte man meinen).

_________________
Die Andersdenkenden haben Rosa Luxemburg umgebracht - D.W.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:10 

Beiträge: 462
Geschrieben: 01.11.2006 00:55

Lieber Arno Nyhm, du stelltest doch nicht die Gretchenfrage, die ich dachte dass du sie stellen würdest. Also meld dich doch einfach mal an!
In deinem Artikel hast du folgende Behauptung aufgestellt:

Zitat:
...Sadisten namens Nikolai Jeschow angeführt wurden; der sogar Stalin auf seiner Liste hatte, wie wir heute wissen.


Hast du dafür belastbare Quellen?


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:11 
Möchtegernputschist
Benutzeravatar

Beiträge: 1624
Geschrieben: 01.11.2006 01:18

Zitat:
Hast du dafür belastbare Quellen?

Stalin nutzte den 18. Parteitag der KPdSU, B für die Abrechnung mit Jeschow. Roy Medwedjew, nicht gerade ein Anhänger Stalins, aber fair genug, die Einzelheiten der Jeschow-Absetzung zu schildern, schreibt in seinem Buch 'Das Urteil der Geschichte', Bd. 2, Berlin 1992:

'Stalin zu Jeschow: 'Als du gespürt hast, dass du selbst erwischt wirst, da bist du angerannt gekommen. Und vorher? Wer hat die Verschwörung ausgeheckt? Wer wollte Stalin umbringen? Führende Mitglieder des NKWD haben eine Verschwörung vorbereitet und du hattest angeblich nichts damit zu tun! Denkst du, ich sehe nichts?! fuhr Stalin fort. 'Erinnere dich doch mal, wen du dann zu Stalin zum Dienst geschickt hast! Wen? Mit Pistolen! Wozu braucht man bei Stalin Pistolen? Um Stalin zu töten.

Und wenn ich es nicht bemerkt hätte? He?!'

Dann beschuldigte Stalin Jeschow, er sei übereifrig gewesen, hätte viele Unschuldige verhaften lassen und andere gedeckt.

'Na geh! Ich weiß nicht, Genossen, ob er Mitglied im ZK bleiben kann. Ich habe meine Zweifel. Natürlich - denkt darüber nach. Wie Ihr wollt, aber ich habe meine Zweifel!'

Jeschow wurde dann einstimmig von der Liste der ZK-Kandidaten gestrichen.'
(Ebenda, S. 147).

_________________
Pole Pole Mzungu. Welcome to Tanzania, the land where dead cows are lying and dogs are flying. But be careful of the ju-wai-biems. Now let's search for some Schtonetools and after that let's go to Tohu-Wa-Bohu (also known as Mto-Wa-Mbu/Moskitotown)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:11 

Beiträge: 122
Geschrieben: 01.11.2006 13:25

Danke, Sergej für deinen Hinweis.

Noch mal zu 'OPC':

"Es macht keinen Sinn, lauter Einzelschicksale in das Anonyme Forum zu stellen."

Scheinbar macht es doch Sinn, denn unter 'Gedenk-, Geburts- und Todestage' wird ja regelmäßig an 'Einzelschicksale' erinnert.

Also, dass dies Sinn macht, wird vom Forum selbst demonstriert. Es geht nur daran, an
w e n erinnert werden soll. Das ist die Frage!

Nun fällt auf, dass sich unter denjenigen, an die dort erinnert wird, sich keineswegs nur Kommunisten befinden. Prof. Dr. Gossweiler ('Die Taubenfußchronik') müsste eigentlich hier aufschreien, wenn er lesen würde, dass an den engsten Chruschtschow-Mitverschwörer gegen Stalin, den Armenier Anastas Mikojan erinnert wird, einer der ganz wenigen, der Chruschtschow bis zuletzt die Treue hielt, auch dann noch, als dieser schon wegen seiner 'Erinnerungen', die er einem westlichen Verlager zugespielt hatte, unter der Beobachtung des KGB stand. Mikojan war auch an dem Putsch gegen Stalins engsten Vertrauten, Lavrentij P. Berija, Ende Juni 1953, vier Monate nach Stalins Tod, beteiligt, der Chruschtschow und seine Leute endgültig an die Macht brachte.

Es wird erinnert an Mao Tse-tung, den Peiniger des chinesischen Volkes, dessen 'Kulturrevolution' drei Millionen Chinesen zum Opfer fielen, sowie ein Großteil der chinesischen Kultur, der für den Tod Tausender chinesischer Kommunisten und Antifaschisten verantwortlich ist, darunter Kao Kang, Peng Dehui, Liu Shaoqi und vieler anderer, aber auch für die vielen Bücherverbrennungen seiner 'Roten Garden' verantwortlich zeichnet und von dem wir heute wissen, dass er während des Krieges mit dem japanischen Geheimdienst in Verbindung stand und den antijapanischen Krieg heimlich sabotierte, ein Mann, der sich in Zhongnanhai, seinem Palast, mit zahlreichen Konkubinen umgab, der sich noch während der großen Hungersnot zwischen 1958 und 1961 Villen bauen ließ und nachher fast vierzig davon besaß. In einem Interview mit Henry Kissinger, dessen Protokoll inzwischen freigegeben wurde, bedauert er, dass es den Nazis nicht gelang, Leningrad einzunehmen.

Es wird erinnert an Vasil Bilak, der im August als Marionette Breschnews für den Einmarsch sowjetischer Truppen in die CSSR verantwortlich zeichnete und damit der 'Breschnew-Doktrin' zum Durchbruch verhalf. Ich glaube, dass sich heute kaum ein Tscheche, der etwas auf sein Land hält, gerne an diesen Namen erinnert.

Es wird erinnert an den Tito-Freund Todor Schiffkoff, an Andrej Gromyko, den von Molotow eingesetzten Diplomaten, der an Stalin vorbei 1948 für die Anerkennung Israels bei den Vereinten Nationen sorgte und sowohl den Chruschtschowianern als auch den Breschnewianern stets loyal zu Diensten war und dem es immer wieder gelang, Chruschtschows gröbste Fehltritte diplomatisch abzuschwächen.

Es wird erinnert an den Chruschtschowianer Janos Kadar, der unter dem Stalin-Vertrauten Rakosi wegen Verrats im Gefängnis gesessen hatte;

es wird erinnert an Willi Stoph, der noch 1944 am 20. April Hitler hochleben ließ und der dann nach dem Krieg ganz schnell die Kurve kriegte. Er war Mitglied der NSDAP gewesen und wir wissen heute, welch einen aufwendigen Lebensstil er hinter der kleinen Wandlitzer Mauer pflegte, dass er sich von der NVA mehrere Häuser und Anlagen bauen ließ und wie schäbig er mit seinen Angestellten umging.

Es wird erinnert an den serbischen Faschisten Slobodan Milosevic, der bei mehreren Gelegenheiten die albanische Befreiungsbewegung in Kosova blutig unterdrücken ließ und die albanische Sprache an der Universität von Pristina als Unterrichtssprache verbieten ließ; es wird erinnert an diesen serbischen Chauvinisten und seine Frau noch dazu!

An all diese 'Kommunisten' und Einzelschicksale darf erinnert werden.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:12 
Salonbolschewist
Benutzeravatar

Beiträge: 1077
Geschrieben: 01.11.2006 14:34

Zitat:
"Es macht keinen Sinn, lauter Einzelschicksale in das Anonyme Forum zu stellen."
Zitat:
Scheinbar macht es doch Sinn, denn unter 'Gedenk-, Geburts- und Todestage' wird ja regelmäßig an 'Einzelschicksale' erinnert.



1. OPC sprach vom ANONYMEN FORUM und der damit bezweckten Beurteilung der GESAMTEN EPOCHE. So und nicht anders hat OPC das gemeint.

2. In "Gedenk-, Geburts- und Todestage" wird nicht nur an die dort auftauchenden Personen erinnert, sondern auch deren Wirken kritisch hinterfragt, das hast du sicher schon mitbekommen. Es geht dabei um jedwede Person, die auf die Entwicklung der Arbeiterbewegung Einfluss genommen hat. Das Wort "Gedenken" bedeutet ja nicht "Huldigung", man kann auch negativer Vorkommnisse gedenken. Nur so kann man sich umfassend informieren. Hatte bisher jeder richtig verstanden.

3. Ich frage mich was man uns vorwerfen würde, würden wir nicht über diese Personen diskutieren.


EDIT: Du kannst dich, das wurde schon des öfteren erklärt, auch anmelden und dann an die Personen die Dir bedeutend erscheinen informieren.

EDIT2: Gern geschehen, @Neo.

_________________
Brian: You have to be different!
The crowd: Yes, we are all different!
Small, lonely voice: I'm not!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:13 
Moderator

Beiträge: 876
Geschrieben: 01.11.2006 15:20


Zitat:
In "Gedenk-, Geburts- und Todestage" wird nicht nur an die dort auftauchenden Personen erinnert, sondern auch deren Wirken kritisch hinterfragt, das hast du sicher schon mitbekommen. Es geht dabei um jedwede Person, die auf die Entwicklung der Arbeiterbewegung Einfluss genommen hat. Das Wort "Gedenken" bedeutet ja nicht "Huldigung", man kann auch negativer Vorkommnisse gedenken. Nur so kann man sich umfassend informieren. Hatte bisher jeder richtig verstanden.



@Ben

Danke für die Erläuterung, besser hätte man es nicht zusammenfassen können.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:13 
Ehrenmitglied des gewe-Fanclub
Benutzeravatar

Beiträge: 353
Geschrieben: 01.11.2006 15:21

Zitat:
Ich glaube, dass es hier an diesem Ort schwierig ist, all dies zu leisten, weil dieses Forum eine bestimmte Richtung vertritt, die nicht angetastet werden darf. Die Verantwortlichen, auf deutscher Seite, für die Große Säuberung innerhalb der KPD in der UdSSR z.B. dürfen hier nicht genannt werden, Einzelschicksale abzuhandeln von ehemaligen KPD-Mitgliedern, die unschuldig im Gulag landeten oder sogar vom NKWD nach Geheimprozessen durch Troikas erschossen wurden, ist hier, wie man an den neuen Regeln, die uns hier genannt wurden, ablesen kann, nicht erwünscht. Man will die Große Säuberung weiterhin mit einem Tabu belegen, man erlegt Denkverbote auf, auch wenn man dies nicht offen zugibt und andere Dinge vorschiebt, aber es ist tatsächlich so.


Vor allem dieser Vorwurf ist lächerlich. Du kannst zum Beispiel in Sergejs Text Analyse des "Großen Terrors" und den Reaktionen darauf ( siehe viewtopic.php?f=39&t=28) einiges zum Thema KPD-Mitglieder in der Sowjetunion lesen. Da werden die Säuberungen mit keinem Tabu belegt, wie du selbst nachlesen kannst.


EDIT: Vielleicht könntest du, wenn du nicht anmelden willst, deine anonymen Beiträge vielleicht signieren, damit man weiß welche Beiträge von dir kommen und welche Beiträge von anderen anonymen Usern.

_________________
Eine gut geleitete Staatsregierung muß ein ebenso festgefügtes System haben wie ein philosophisches Lehrgebäude. Alle Maßnahmen müssen gut durchdacht sein, Finanzen, Politik und Heerwesen auf ein gemeinsames Ziel steuern.
Ein System kann aber nur aus einem Kopfe entspringen; also muß es aus dem des Herrschers hervorgehen.


Friedrich der Große


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:14 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
Geschrieben: 01.11.2006 15:32

Zitat:
es wird erinnert an Willi Stoph, der noch 1944 am 20. April Hitler hochleben ließ und der dann nach dem Krieg ganz schnell die Kurve kriegte. Er war Mitglied der NSDAP gewesen ...


Hallo Arno Nym,

Du solltest unbedingt das Deutsche Historische Museum auf seine Irrtümer unter http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/StophWilli/ hinweisen, Du weißt es schließlich besser. Da steht doch auf der Seite des DHM tatsächlich, Stoph wäre Mitglied in KJVD und KPD gewesen und aktiv am Widerstand gegen die Nazis beteiligt.

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:15 
Moderator

Beiträge: 876
Geschrieben: 01.11.2006 15:52

@ Anonymer User

Zunächst einmal möchte ich zum Ausdruck bringen, daß auch ich es begrüßen würde wenn Du Dich anmeldest, denn die Beiträge, die dir zuzuordnen sind, weisen darauf hin, daß Du Dich intensiv mit verschiedenen Themen befasst hast und wertvolle Beiträge zur Diskussion leisten könntest.

Wie ich bereits als Reaktion auf Deinen ersten Beitrag in diesem Faden geschrieben habe, halte ich einige Deiner Anmerkungen und Fragen für durchaus berechtigt.

Was die Beiträge in der Rubrik "Gedenktage" angeht, hat Ben bereits eine ausreichende Erklärung gegeben.

Mich würden Deine Ansichten zu einzelnen Personen und Vorgängen interessieren. Wahrscheinlich würde ich sie in einigen Fällen nicht teilen, aber zur Herausbildung einer fundierteren Beurteilung könnten sie sicherlich beitragen.

Nur der Vollständigkeit halber: Selbstverständlich halte ich Einzelschicksale ebenfalls nicht für vernachlässigbar, unabhängig vom Bekanntheitsgrad der betreffenden Person.

Was die Beurteilung historischer Vorgänge angeht, möchte ich an das Gedicht "Die Nachgeborenen" von Brecht erinnern:

An die Nachgeborenen

I
Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!
Das arglose Wort ist töricht. Eine glatte Stirn
Deutet auf Unempfindlichkeit hin. Der Lachende
Hat die furchtbare Nachricht
Nur noch nicht empfangen.

Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!
Der dort ruhig über die Straße geht
Ist wohl nicht mehr erreichbar für seine Freunde
Die in Not sind?

Es ist wahr: Ich verdiene nur noch meinen Unterhalt
Aber glaubt mir: das ist nur ein Zufall. Nichts
Von dem, was ich tue, berechtigt mich dazu, mich sattzuessen.
Zufällig bin ich verschont. (Wenn mein Glück aussetzt, bin ich verloren.)

Man sagt mir: Iss und trink du! Sei froh, dass du hast!
Aber wie kann ich essen und trinken, wenn
Ich dem Hungernden entreiße, was ich esse, und
Mein Glas Wasser einem Verdursteten fehlt?
Und doch esse und trinke ich.

Ich wäre gerne auch weise.
In den alten Büchern steht, was weise ist:
Sich aus dem Streit der Welt halten und die kurze Zeit
Ohne Furcht verbringen
Auch ohne Gewalt auskommen
Böses mit Gutem vergelten
Seine Wünsche nicht erfüllen, sondern vergessen
Gilt für weise.
Alles das kann ich nicht:
Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!


II

In die Städte kam ich zur Zeit der Unordnung
Als da Hunger herrschte.
Unter die Menschen kam ich zu der Zeit des Aufruhrs
Und ich empörte mich mit ihnen.
So verging meine Zeit
Die auf Erden mir gegeben war.

Mein Essen aß ich zwischen den Schlachten
Schlafen legte ich mich unter die Mörder
Der Liebe pflegte ich achtlos
Und die Natur sah ich ohne Geduld.
So verging meine Zeit
Die auf Erden mir gegeben war.

Die Straßen führten in den Sumpf zu meiner Zeit.
Die Sprache verriet mich dem Schlächter.
Ich vermochte nur wenig. Aber die Herrschenden
Saßen ohne mich sicherer, das hoffte ich.
So verging meine Zeit
Die auf Erden mir gegeben war.

Die Kräfte waren gering. Das Ziel
Lag in großer Ferne
Es war deutlich sichtbar, wenn auch für mich
Kaum zu erreichen.
So verging meine Zeit
Die auf Erden mir gegeben war.


III

Ihr, die ihr auftauchen werdet aus der Flut
In der wir untergegangen sind
Gedenkt
Wenn ihr von unseren Schwächen sprecht
Auch der finsteren Zeit
Der ihr entronnen seid.

Gingen wir doch, öfter als die Schuhe die Länder wechselnd
Durch die Kriege der Klassen, verzweifelt
Wenn da nur Unrecht war und keine Empörung.

Dabei wissen wir doch:
Auch der Hass gegen die Niedrigkeit
Verzerrt die Züge.
Auch der Zorn über das Unrecht
Macht die Stimme heiser. Ach, wir
Die wir den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit
Konnten selber nicht freundlich sein.

Ihr aber, wenn es soweit sein wird
Dass der Mensch dem Menschen ein Helfer ist
Gedenkt unsrer
Mit Nachsicht.



Oder etwas weniger lyrisch: Es ist heute leicht, irgendetwas zu behaupten und sehr schwer, etwas als Tatsache zu beweisen. Es ist schon schwierig, wenn man jemanden gut kennt, verlässliche Aussagen über seine Absichten zu machen. Bei Personen, die keiner von uns persönlich gekannt hat und die in Zeiten gelebt haben, die wir nicht erlebt haben, ist es fast unmöglich.

Eine Annäherung mit wissenschaftlichen Methoden, das sich Stützen auf vertrauenswürdige Quellen, eine sorgfältige Analyse und vor allem das Ziehen der richtigen Schlüsse sollten hier die Mittel der Wahl sein.


Ich kann nicht einschätzen, ob Du es tust, nur vorsorglich für den Fall, daß Du den "ML"-Standpunkt vertrittst, daß alles was nach Stalin kam nichts mehr mit Sozialismus zu tun hat, dem stimme ich definitiv nicht zu. Es ist eine Sache, heute irgendwelche absoluten Wahrheiten zu vertreten, eine andere, unter extrem komplizierten innen- und aussenpolitischen Verhältnissen z.B. in Ungarn zu versuchen, zu retten, was noch zu retten ist.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:15 
Träger des Agitprop-Stalinorden
Benutzeravatar

Beiträge: 628
Geschrieben: 01.11.2006 16:23

@ Anonymer User,

darf man fragen welche von Neos Aussagen hier falsch sind?
Selbst wenn alle Vorwürfe gegen Mao die du anführst der Wahrheit entsprechen (was bei einigen anzuzweifeln ist) so steht das immer noch nicht im Wiederspruch zu seinem Geburtsdatum. Desweitern würdest du wenn du im Forum aufmerksamer zum Thema gelesen hättest feststellen dass Mao zu den Personen gehört die hier mit am schlechtesten wegkommen.
Trotzdem glaube ich kaum dass sich Dinge wie

Zitat:
dass er während des Krieges mit dem japanischen Geheimdienst in Verbindung stand und den antijapanischen Krieg heimlich sabotierte,

belegen lassen. Wenn solche Behauptungen einfach so in den Raum geworfen werden ist das - vorsichtig formuliert - der Glaubwürdigkeit desjenigen der sie aufstellt nicht gerade zuträglich.

Zitat:
Es ist heute leicht, irgendetwas zu behaupten und sehr schwer, etwas zu als Tatsache zu beweisen. Es ist schon schwierig, wenn man jemanden gut kennt, verlässliche Aussagen über seine Absichten zu machen. Bei Personen, die keiner von uns persönlich gekannt hat und die in Zeiten gelebt haben, die wir nicht erlebt haben, ist es fast unmöglich.

Eine Annäherung mit wissenschaftlichen Methoden, das sich Stützen auf vertrauenswürdige Quellen, eine sorgfältige Analyse und vor allem das Ziehen der richtigen Schlüsse sollten hier die Mittel der Wahl sein.

Ich kann nicht einschätzen, ob Du es tust, nur vorsorglich für den Fall, daß Du den "ML"-Standpunkt vertrittst, daß alles was nach Stalin kam nichts mehr mit Sozialismus zu tun hat, dem stimme ich definitiv nicht zu. Es ist eine Sache, heute irgendwelche absoluten Wahrheiten zu vertreten, eine andere, unter extrem komplizierten innen- und aussenpolitischen Verhältnissen z.B. in Ungarn zu versuchen, zu retten, was noch zu retten ist.


Dem ist -denke ich - nicht mehr hinzuzufügen

_________________
Die Andersdenkenden haben Rosa Luxemburg umgebracht - D.W.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:16 

Beiträge: 122
Geschrieben: 01.11.2006 16:46

Re.: Willi Stoph

Eine ehemaliger Angestellter Stophs (Mitglied des MfS) über ihn:

'Der Garten des Genossen Stoph war fast doppelt so groß wie die anderen Gärten des Innenrings. Wir mussten sogar ein ganzes Stück Wald roden, weil er unbedingt Obst anbauen wollte ... Er hatte in Birkenheide für seine große Gartenanlage die letzten Jahre neun fest angestellte Gärtner. Das waren Mitarbeiter des MfS, genau wie wir alle, nur waren die eben allein für Birkenheide zuständig ... Stoph fuhr z. B. jedes Wochenende mit dem Auto nach Birkenheide. Dort mussten sogar seine Begleiter und Personenschützer auf dem großen Gelände buddeln und arbeiten. Einer dieser Begleiter pfiff einmal das Lied 'Wir sind die Moorsoldaten'. Das hörte Stoph, und am nächsten Tag war der Mann nicht mehr im Dienst.'

(Aus: Thomas Grimm, 'Das Politbüro privat', Aufbauverlag 2004, S. 207ff).

Über Stophs Werdegang etwas ausführlicher:

Stoph (geb. 9.7. 1914 in Berlin), von Beruf Maurer, trat 1928 in den KJVD ein, drei Jahre später in die KPD. Zwischen 1935 und 1937 Soldat im Artillerieregiment 59 in Brandenburg/Havel, Soldat im Zweiten Weltkrieg. Stoph schwärmte von Hitler. In einem Aufsatz für seine Regimentszeitung schrieb er:

'Ein Erlebnis von bleibendem Wert war die Geburtstagsparade vor dem Führer.' S. wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Er nahm am Russlandfeldzug teil. Nach dem Krieg trat er in die neue 'KPD' ein, die aber mit der alten nichts mehr zu tun hatte. Seit 1950 war S. Abgeordneter der Volkskammer und Mitglied des ZK der SED. Nach den Arbeiterunruhen vom Juni/Juli 1953 Mitglied des Politbüros, als viele die SED verließen und zahlreiche Ausschlüsse erfolgten. Er war maßgeblich am Aufbau der NVA beteiligt und von 56 bis 60 Minister für Nationale Verteidigung. Von 1973 bis 1976 Staatsratsvorsitzender, dann stellv. Staatsratsvorsitzender. 1969 mit dem Karl-Marx-Orden ausgezeichnet, Held der Arbeit.

Als der Aufsatz in der DDR ans Licht kam und Honecker mit ihm bekannt wurde, wurde Stoph aus Rücksicht auf die Sowjetunion als Verteidigungsminister zurückgezogen. Heinz Hoffmann wurde neuer Verteidigungsminister. Stoph wurde keinesfalls degradiert, sondern nach einer Absprache zwischen Ulbricht und Honecker zum Ersten Stellv. Ministerratsvorsitzenden gemacht (vgl. Andert/Herzberg, 'Der Sturz', Interview mit E. Honecker, S. 265ff).

Ein Angestellter beschreibt ihn als 'Sklavenhalter':

'Ich habe mal gesagt - und dafür tüchtig was auf die Hörner gekriegt - der Genosse Stoph sei ein Sklavenhalter. Den Gerd Schmidt (Leiter der Wohnsiedlung, Mitglied des MfS) beispielsweise hat er jeden Morgen mindestens eine halbe Stunde am Telefon festgehalten und mit seinen Wünschen und Weisungen traktiert. Wir sind mit allen gut zurechtgekommen, außer mit dem Gen. Stoph.' (Ebd., S. 210).

Hieraus geht hervor, dass W. Stoph kein Kommunist war. An ihn als 'Kommunist' zu erinnern, trägt nichts zur Aufklärung über ihn bei.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:17 

Beiträge: 122
Geschrieben: 01.11.2006 18:18

Klar, und Walter Ulbricht war ein getarnter Trotzkist.

Hier einiges zu Willi Stophs Biographie;

Willi Stoph wurde am 9.7.1914 in Berlin-Schöneberg als Kind einer Arbeiterfamilie geboren. Er hatte einen Bruder, Kurt Stoph. Willi Stoph besuchte von 1920-28 die Volksschule in Berlin und absolvierte anschließend von 1928-31 eine Ausbildung zum Maurer. Während seiner Ausbildung war er im Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD; 1925 gegründet) in Berlin-Schöneberg aktiv und übernahm verschiedene Funktionen. 1931 trat er der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei.

Zwischen 1931 und 1934 war Stoph als Gelegenheitsarbeiter tätig, aber auch teilweise arbeitslos. In dieser Zeit war er Mitarbeiter des KPD-Nachrichtendienstes und führte Quellen im Umkreis prominenter NSDAP-Mitglieder. 1935-37 und 1940-45 leistete er seinen Dienst bei der Wehrmacht und erlangte den Rang eines Unteroffiziers. 1942 wurde er verwundet.

1939/40 arbeitete Stoph als Bautechniker in einem Architekturbüro in Berlin. 1943 war er illegal politisch tätig und hatte Verbindungen zur Anton-Saefkow-Gruppe. Von April bis Juli 1945 befand sich Stoph in sowjetischer Kriegsgefangenschaft.

1945/46 war er in der KPD/SED tätig. Er war Leiter der KPD in Berlin-Baumschulenweg. 1945-47 leitete er die Abteilung Baustoffindustrie und Bauwirtschaft, 1947/48 die Hauptabteilung Grundstoffindustrie der Deutschen Zentralverwaltung der Industrie. 1948-50 leitete er die Abteilung Wirtschaftspolitik beim Parteivorstand der SED. Zwischen 1950 und 1989 war er Mitglied und 1950-53 schließlich Sekretär des Zentralkomitees. 1953-89 war er zudem Mitglied des Politbüros der SED. Von 1950-89 war er Abgeordneter der Volkskammer, 1950-52 Vorsitzender ihres Wirtschaftsausschusses. 1952-55 übte er das Amt des Ministers des Innern aus.
1954 wurde ihm der Vaterländische Verdienstorden verliehen.
1954-62 war er stellvertretender Vorsitzender des Ministerrates. Ab 1955 war Willi Stoph verantwortlich für die Kasernierte Volkspolizei (KVP), das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), das Amt für Technik, das Amt für Kernforschung und Kerntechnik und für den wissenschaftlichen Rat für die friedliche Anwendung der Atomenergie. Willi Stoph war 1956-60 Minister für Nationale Verteidigung, einer der Stellvertreter des Oberkommandierenden der Vereinten Streitkräfte der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrags. 1956-59 war er General-Oberst und 1959 Armeegeneral. Stoph war Mitglied des Nationalen Verteidigungsrates.
1958 erhielt er die Medaille für Kämpfer gegen den Faschismus.
Von 1962-64 war er 1. stellvertretender Vorsitzender und schließlich 1964-73 Vorsitzender des Ministerrates. Stoph trat dabei die Nachfolge von Otto Grotewohl an.
1964 und ein weiteres Mal 1979 erhielt er die Auszeichnung “Held der Arbeit”.
1964 wurde er außerdem mit dem Banner der Arbeit geehrt. 1963/64 war er Mitglied, 1964-73 und wiederholt 1976-89 schließlich stellvertretender Vorsitzender und zwischen 1973-76 in der Nachfolge Walter Ulbrichts Vorsitzender des Staatsrates.
1965 erhielt er die Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden. 1969, 1974, 1984 und 1989 wurde er mit dem Karl-Marx-Orden geehrt.
Von 1976-89 war Willi Stoph Vorsitzender des Ministerrates und löste Horst Sindermann in dieser Funktion ab.
1984 bekam er den Lenin-Orden verliehen und wurde zum “Helden der DDR” erklärt.

Im Jahr 1986 ließ er Michael Gorbatschow* einen vertraulichen Bericht über die Zustände in der DDR zukommen und schlug die Absetzung Erich Honeckers vor. Auf sein Schreiben erhielt er jedoch keine Antwort.

Willi Stoph trat am 7.11.1989 mit der Regierung zurück, wurde am 17.11. als Mitglied des Staatsrates abgerufen und schied aus der Volkskammer aus. Am 3.12.1989 wurde er vom Zentralkomitee der SED aus der Partei ausgeschlossen. Wenige Tage später, am 8.12., wurde durch den Generalstaatsanwalt der DDR gegen ihn ein Ermittlungsverfahren angestrengt. Er wurde unter dem Verdacht, durch Amtsmißbrauch und Korruption die Volkswirtschaft geschädigt und sich persönlich bereichert zu haben, festgenommen. Bereits im Februar 1990 wurde er jedoch aus gesundheitlichen Gründen aus der Haft entlassen. Im Mai 1991 wurde er wiederum im Zusammenhang mit den Mauerschußprozessen verhaftet. Im August 1992 wurde wiederholt aus gesundheitlichen Gründen eine Haftverschonung durchgesetzt. Das Verfahren, das im November 1992 eröffnet wurde, wurde im Juli 1993 endgültig eingestellt.
Willi Stoph starb am 13.4. 1999 in Berlin.



verwendete Literatur:

Müller-Enbergs, Helmut/ Wielgohs, Jan/ Hoffmann, Dieter (Hg.), Wer war wer in der DDR? Ein biographisches Lexikon, Bonn 2001, S. 829f., sv. “Stoph, Willi”.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:18 

Beiträge: 122
Geschrieben: 01.11.2006 18:39

Also ich finde es ja sehr peinlich wie jetzt hier mit schmutziger Wäsche gewaschen wird. Nehmen wir an, so auch die kurzbiographie die Woschod als Link gegeben hat, das Willi Stoph bei der Wehrmacht eingezogen ist! Na und weißt Du (an den Anonymen) wieviel Kleine Nazis es gab? Die sich haben in sog hineinziehen lassen? Weißt Du was Faschismus bedeutet? Es gab Mutige, wie Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter die gegen den Faschismus gekämpft haben, und es gab auch weniger mutige, ich maße mir aber nicht an über die Personen zu Urteilen, mag sein das Willi Stoph nicht so mutig war, aber das was er in der DDR geleistet hat wiegt für mich dann doch höher. Was den Aussagen von den ehm. MFS-Mitarbeiter angeht, irgendwie scheint es ihn aber trotzdem nicht so schlecht gegangen zu sein, warum sind sie sonst so lange, um mal vorsichtig auszudrücken Dienstherr von Willi Stoph geblieben? Das was hinterher alles so erzählt wurde von den einzelnen Mitarbeiter erinnert mir doch ein bisschen an Senationpresse ala Bildzeitung und was es sonst so für Printmedien auf den Pressemarkt gibt. MKG Heiko Partisan mit MG DDR


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:19 
Moderator

Beiträge: 876
Geschrieben: 01.11.2006 18:49

Zitat:
Re.: Willi Stoph

Eine ehemaliger Angestellter Stophs (Mitglied des MfS) über ihn:

'Der Garten des Genossen Stoph war fast doppelt so groß wie die anderen Gärten des Innenrings. Wir mussten sogar ein ganzes Stück Wald roden, weil er unbedingt Obst anbauen wollte ... Er hatte in Birkenheide für seine große Gartenanlage die letzten Jahre neun fest angestellte Gärtner. Das waren Mitarbeiter des MfS, genau wie wir alle, nur waren die eben allein für Birkenheide zuständig ... Stoph fuhr z. B. jedes Wochenende mit dem Auto nach Birkenheide. Dort mussten sogar seine Begleiter und Personenschützer auf dem großen Gelände buddeln und arbeiten. Einer dieser Begleiter pfiff einmal das Lied 'Wir sind die Moorsoldaten'. Das hörte Stoph, und am nächsten Tag war der Mann nicht mehr im Dienst.'

(Aus: Thomas Grimm, 'Das Politbüro privat', Aufbauverlag 2004, S. 207ff).

Über Stophs Werdegang etwas ausführlicher:

Stoph (geb. 9.7. 1914 in Berlin), von Beruf Maurer, trat 1928 in den KJVD ein, drei Jahre später in die KPD. Zwischen 1935 und 1937 Soldat im Artillerieregiment 59 in Brandenburg/Havel, Soldat im Zweiten Weltkrieg. Stoph schwärmte von Hitler. In einem Aufsatz für seine Regimentszeitung schrieb er:

'Ein Erlebnis von bleibendem Wert war die Geburtstagsparade vor dem Führer.' S. wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Er nahm am Russlandfeldzug teil. Nach dem Krieg trat er in die neue 'KPD' ein, die aber mit der alten nichts mehr zu tun hatte. Seit 1950 war S. Abgeordneter der Volkskammer und Mitglied des ZK der SED. Nach den Arbeiterunruhen vom Juni/Juli 1953 Mitglied des Politbüros, als viele die SED verließen und zahlreiche Ausschlüsse erfolgten. Er war maßgeblich am Aufbau der NVA beteiligt und von 56 bis 60 Minister für Nationale Verteidigung. Von 1973 bis 1976 Staatsratsvorsitzender, dann stellv. Staatsratsvorsitzender. 1969 mit dem Karl-Marx-Orden ausgezeichnet, Held der Arbeit.

Als der Aufsatz in der DDR ans Licht kam und Honecker mit ihm bekannt wurde, wurde Stoph aus Rücksicht auf die Sowjetunion als Verteidigungsminister zurückgezogen. Heinz Hoffmann wurde neuer Verteidigungsminister. Stoph wurde keinesfalls degradiert, sondern nach einer Absprache zwischen Ulbricht und Honecker zum Ersten Stellv. Ministerratsvorsitzenden gemacht (vgl. Andert/Herzberg, 'Der Sturz', Interview mit E. Honecker, S. 265ff).

Ein Angestellter beschreibt ihn als 'Sklavenhalter':

'Ich habe mal gesagt - und dafür tüchtig was auf die Hörner gekriegt - der Genosse Stoph sei ein Sklavenhalter. Den Gerd Schmidt (Leiter der Wohnsiedlung, Mitglied des MfS) beispielsweise hat er jeden Morgen mindestens eine halbe Stunde am Telefon festgehalten und mit seinen Wünschen und Weisungen traktiert. Wir sind mit allen gut zurechtgekommen, außer mit dem Gen. Stoph.' (Ebd., S. 210).

Hieraus geht hervor, dass W. Stoph kein Kommunist war. An ihn als 'Kommunist' zu erinnern, trägt nichts zur Aufklärung über ihn bei.



"...Beiträge, die dir zuzuordnen sind, weisen darauf hin, daß Du Dich intensiv mit verschiedenen Themen befasst hast und wertvolle Beiträge zur Diskussion leisten könntest."

"Mich würden Deine Ansichten zu einzelnen Personen und Vorgängen interessieren. Wahrscheinlich würde ich sie in einigen Fällen nicht teilen, aber zur Herausbildung einer fundierteren Beurteilung könnten sie sicherlich beitragen."

Diese beiden Aussagen muß ich nach dem vorangegangenen Beitrag leider wieder zurücknehmen.

Er enthält "Informationen", die man bei Guido Knopp oder der Bildzeitung erwarten würde, aber nicht hier.

Bedeutet Kommunismus, daß alle Gärten gleich groß sein müssen? Soll ein Mitglied des engsten Führungskreises eines Staates seinen Garten von potentiellen Agenten oder Attentätern pflegen lassen? Bedeutet eine gewisse Unnachsichtigkeit gegenüber unpassenden Liedvorträgen eine Abkehr vom Sozialismus? Muss es jeder Vorgesetzte mögen, sich als Sklavenhalter bezeichnen zu lassen?

Was sein Verhalten im Zweiten Weltkrieg angeht, was hätte er tun sollen? Hitler beschimpfen und sich erschiessen lassen? Aus dem Zitat geht nichts hervor, das die Umstände, unter denen der Artikel verfasst wurde, erhellen würde. Könnte er nicht auch der Tarnung gedient haben? Nicht alle Kommunisten konnten sich dem Militärdienst entziehen.

Wie schon an anderer Stelle angedeutet, die wenigsten Lebensläufe sind "lupenrein". Wer aber vor und nach dem Zweiten Weltkrieg wesentliche Beiträge zum Aufbau und Erhalt einer sozialistischen Gesellschaft geleistet hat, hat jedes Recht, als Kommunist in Erinnerung zu bleiben.

Eine kritische Betrachtung des Handelns von historischen Persönlichkeiten ist sicherlich erforderlich, um politische und historische Zusammenhänge verstehen zu können und Schlussfolgerungen für die Zukunft zu ziehen. Aber für rückwirkende Verurteilungen dieser Art fehlt mir jedes Verständnis.

Da schliesst sich der Kreis zum ersten Beitrag dieses Fadens: Wem nützt es, Menschen, die nicht in der Theorie, sondern in der Praxis versucht haben, den Sozialismus aufzubauen, schlecht zu reden? Wem nützt das?


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:20 

Beiträge: 122
Geschrieben: 01.11.2006 20:59

Du wolltest meine Ansichten zu einzelnen 'Personen und Vorgängen'. Nun fällt schon mein erster etwas ausführlicherer Beitrag nicht in deinem Sinne aus und du bezeichnest ihn gleich als etwas, das man bei Guido K. oder in der Bildzeitung lesen könnte!

Dabei habe ich nur das wiedergegeben, wie ihn, also Stoph, Gerd Schmidt gesehen hat, der Hauptverantwortliche MFS-Offizier für die Wohnsiedlung hinter der grünen Mauer von Wandlitz, hinter die sich die DDR-Elite nach 1960 auf Initiative Walter Ulbrichts und vor dem Hintergrund der Ereignisse um den 17. Juni 1953 und der in Ungarn im November 1956 zurückgezogen hatte. Schmidt kannte Stoph aus dem FF. Er hatte jeden Tag mit diesem 'Kommunisten' zu tun, musste ihn ertragen. Er hat sich sicherlich vieles von der Seele geredet, als er diesen Beitrag schrieb.

Kommunisten müssen durch ihren eigenen Lebenswandel ein Vorbild abgeben! Vor allem in moralischer Beziehung, aber auch was den Lebensstandard angeht. Besonders Lenin lebte sehr bescheiden und wollte so essen und trinken wie ein normaler Rotarmist seiner Wache. Geschenke, die er bekam, gab er an Kinderheime ab. Es gab keine aufwendigen Geburtstags- und Jubelfeiern. Er war ein echtes Vorbild. Viva Wladimir Iljitsch!

'Kommunisten', die wie Stoph leben, zeigen, dass sie ihren Idealen in ihrer konkreten Lebensweise nicht treu sind, wenn sie überhaupt diese Ideale besitzen. Sie sind einfach nicht überzeugend und ehrlich. Egon Krenz sagte es mal so (Zitat frei wiedergegeben, weil ich es im Moment nicht finden kann): 'Wir zeugten durch unsere Lebensweise jeden Tag gegen den Sozialismus'. Ich glaube, Krenz sagt dies in seinen Memoiren 'Wenn Mauern fallen', es kann auch sein, dass Günter Schabowski dies gesagt hat. Ich habe eine andere Stelle bei Krenz wieder gefunden und möchte sie einmal für NEO zitieren:

"Wenn ich aus heutiger Sicht die Wandlitz-Zeit betrachte, so denke ich auch an die Verkaufsstelle im Innenring der Siedlung. Ebenso wie die grüne mannshohe Mauer trennte uns dieser Laden von den Leuten 'draußen'. Offiziell hieß es, dass hier Waren gehobenen Niveaus angeboten würden, die dem im Lande für DDR-Mark erhältlichen Delikat- und Exquisitprogrammen entsprechen sollten. Wahr ist aber, dass auch viele Erzeugnisse westlicher Produktion, extra importiert, verkauft wurden. Die waren für DDR-Mark ansonsten nirgendwo zu haben. Hier liegt die doppelte Moral, von der auch ich mich nicht freisprechen kann. ... Das Verheerendste aber war wohl, dass dieser Laden vielen von uns den Blick für die reale Versorgungslage in der DDR versperrte. Wer jahrzehntelang bevorzugt einkaufte, der hatte einfach nicht mehr das notwendige Gespür für die tatsächlichen Lebensbedingungen des Volkes 'draußen'.'
(S. 80, ebd.).

Wie wahr!

Wer heute die Anziehungskraft kommunistischer Ideen wieder herstellen will - und dies ist sicherlich ein Anliegen von 'Stalinwerke.de'- muss Wandlitz, muss den aufwendigen Lebensstil und das herrische Gehabe (welches, was Stoph angeht, dokumentiert ist) bestimmter so genannter Kommunisten entschieden verurteilen, um selbst glaubwürdig zu bleiben. Dies nicht zu tun, disqualifiziert, vor allem bei jungen Leuten, die sehr darauf achten, dass Worte und Taten eine Einheit bilden. Wenn so etwas gutgeheißen wird, wer garantiert, dass die Kommunisten von morgen sich nicht wieder erneut jede Menge Privilegien zuschanzen? Dies ist kein 'kommunistisches' Modell für die Zukunft mehr. Auch daran ist die DDR zugrunde gegangen: an der mangelnden Glaubwürdigkeit ihrer Führung!

Außerdem leben wahre Kommunisten mitten im Volk. Sie trennen sich nicht vom einfachen Arbeiter, sie kennen seine täglichen Sorgen, sie ziehen sich nicht nach 'Birkenheide' zurück und missbrauchen nicht ihre Angestellten. Teddy fühlte sich am wohlsten in seinen Hamburger Kneipen. Er hätte das nie gemacht. Auch er war und ist ein echtes Vorbild. Hoch Ernst Thälmann!

Noch einmal Schmidt über Stoph:

"All diese Objekte waren ihm nicht gut genug. Weil auch Stoph ein leidenschaftlicher Jäger war, musste man also im Jahre 1970 beginnen, das Objekt Birkenheide zu errichten, wo er sich bis zuletzt fast ständig aufgehalten hat. ... In Birkenheide wurden eine Reihe von Gewächshäusern errichtet und große Freilandflächen bearbeitet - natürlich durch uns -, und er hat die Oberaufsicht geführt. Das war seine Freizeitbeschäftigung und wir mussten es realisieren. Ich erinnere mich daran, dass die vielen Obstbäume, die dort standen, selbstverständlich von unseren Mitarbeitern - eigentlich keine Aufgabe von Personenschützern - abgeerntet werden mussten."
(S. 37 ebd.).


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:21 

Beiträge: 2008
Geschrieben: 01.11.2006 21:11

Zitat:
Es ist geradezu absurd zu behaupten, ich würde euch zu 'Angeklagten machen'.



Warum hrum habe ich von Anklageliste gesprochen?

Ich möchte es mit einigen Beispielen aus Deinen Beiträgen belegen und
hoffe, ich habe die richtigen Beiträge Dir zugeordnet.
Hier nun die Beispiele:

"
Ist dies eigentlich tatsächlich ein 'Stalinforum', das seinem Namen gerecht wird oder ist es die Spielwiese pubertierender Möchtegern-Stalinisten?

Aber scheinbar ist dies gar kein Stalinforum, sondern eine Spielwiese, eine Wiese zur Verhöhnung und zur Verballhornung Stalins?

Man fasst sich ob des Niveaus hier wirklich an den Kopf!

... vielleicht geht es den Betreibern ja gar nicht um die Sache Stalins, sondern
viel eher um eine ganz andere? Geht es vielleicht nicht eher um die Rehabilitierung des DDR-Revisionismus?

Es ist dies ein Forum zur Rehabilitierung des DDR-Revisionismus

Es ist bedauerlich, dass hier über die 'Repressionen' einfach so hinweg gegangen wird ...

Es ist so leicht, über all dies, das viele Unrecht, mit einem Achselzucken hinwegzugehen.

Die Schimpfwörter und Abqualifizierungen dienen nur dem Zweck, sich vor einer wirklich unbefangenen, nüchternen Auseinandersetzung zu drücken, weil man befürchtet, dass die eigene Position unter der Last der Fakten zusammenbrechen könnte ...

... weil dieses Forum eine bestimmte Richtung vertritt, die nicht angetastet werden darf. Die Verantwortlichen, auf deutscher Seite, für die Große Säuberung innerhalb der KPD in der UdSSR z.B. dürfen hier nicht genannt werden
"

Soweit die Beispiele. Wie sollten - zumal wiederholt geäußert - derartige Vorwürfe bei uns hier ankommen. Nur als gut gemeinte, konstruktive Kritik?

Wohl nicht.

Von mir und einigen anderen wurde zu Deinen Vorwürfen Stellung bezogen.
Wir erklärten, das es bei Deinen Ausführungen Dinge gibt, die wir akzeptieren, über die wir gern mit Dir in anderen Fäden diskutieren möchten.

Wir sagten auch, wo wir Deine Vorwürfe für ungerechtfertigt halten und empfahlen mehrfach, dass Du Dir einige andere Fäden zunächst durchliest.

Wir stellten dar, warum wir hier aktiv sind, welche Motive wir haben, welche eigenen geschichtlichen Erlebnisse wir einbringen können.

Du wiederholst erneut Deine Vorwürfe und (aus meiner Sicht) Unterstellungen. Für mich stellst sich das so dar, als willst Du uns anklagen, dass wir leichtsinnig, unwissend und arrogant sind.

Es gibt so viele, vor allen junge Menschen in diesem Land nicht, die sich überhaupt mit derartigen Themen beschäftigen. Mit Deinen Unterstellungen und Beleidigungen willst Du uns offenbar davon abbringen, sich mit den Themes des Forums abzugeben.

Wenn es Dir darum geht, dass "die Säuberungen, denen unzählige unschuldige
deutsche Kommunisten, oft die besten Antifaschisten, die energischten Nazigegner, zum Opfer fielen," nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, die Verantwortlichen dafür zu benennen, "aufzuzeigen, dass diese Auseinandersetzungen Bestandteil eines verdeckten Klassenkampfes waren und beide Parteien, die Anhänger Stalins und die des trotzkistisch-bucharinschen Zentrums in einen Kampf um Leben und Tod verwickelt waren. " dann frage ich Dich, was Dich wirklich daran hindert, Dich hier im Forum anzumelden, einen passenden Faden neu einzurichten und all dies zu tun?

Wir werden uns über jeden konstruktiven Beitrag freuen. Wir erwarten aber, dass nicht nur Behauptungen aufgestellt werden, sondern das diese auch mit glaubwürdigen Quellen belegt werden.

Du kannst mich und andere im Forum gern weiter beschimpfen. Doch so dünnhäutig
wie Du vermutest, bin ich nicht. Da müssen schon andere Kaliber aufgefahren werden,
wenn man mich wirklich treffen will.

Als letzte Anmerkung: Der Gen. Gossweiler ist vielen hier gut bekannt, z.T.
auch persönlich. Einen Großteil seiner Veröffentlichungen haben wir gelesen und
wir schätzen den Gen. Gossweiler hoch ein. Ich frage mich seit einigen Tagen,
warum habe ich zahlreiche Deiner Vorwürfe gegen "Schuldige" der KPD bei ihm noch
nie gelesen? Vielleicht kannst Du mir hier weiterhelfen mit Quellenangaben?

Oder gehört der Gen. Gossweiler auch auf Deine Liste der Schuldigen?

_________________
»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:21 
Träger des Agitprop-Stalinorden
Benutzeravatar

Beiträge: 628
Geschrieben: 01.11.2006 21:18


Zitat:
weil er unbedingt Obst anbauen wollte

Was für ein Monster!

Bevor der nächste (Stoph) auf die Fresse kriegt, könntest du doch bitte mal das

Zitat:
dass er während des Krieges mit dem japanischen Geheimdienst in Verbindung stand und den antijapanischen Krieg heimlich sabotierte


belegen?

Von Stoph habe ich zugegebenermaßen keine Ahnung, aber es wäre hilfreich wenn du mitteilst was er schreckliches GETAN hat. Dass ihn ein ehem Untergebener unsympathisch und launisch findet ist alles was ich bis jetzt über seine Verbrechen weiß. Ob das jetzt stimmt sei dahingestellt (entsprechendes Material lässt sich wohl über jeden finde der mal Vorgesetzter von irgendwem war), auf jeden Fall reichen diese Anschuldigungen nicht aus damit man ihn hier nicht mehr erwähnen darf.

_________________
Die Andersdenkenden haben Rosa Luxemburg umgebracht - D.W.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:22 

Beiträge: 122
Geschrieben: 01.11.2006 21:22

@OPC, was Mao Tse-tungs Verbindung zum japanischen Geheimdienst angeht.

Ich kann es belegen. Es steht im Tagebuch des sowjetischen Verbindungsoffiziers in Jenan, Pjotr P. Wladimirow, der zwischen 1942 und 1945 für die Komintern in unmittelbarer Nähe Mao Tse-tungs arbeitete.

Eintrag vom 18. August 1945

"I read by chance a telegram form the staff of the New Fourth Army. This staff report makes it absolutely clear that there is a permanent contact between the Communist Party leadership and the supreme command of the Japanese expeditionary forces..."

Wladimirow war in den Besitz eines Telegramms gekommen, aus dem hervorging, dass Mao Tse-tung schon seit langer Zeit guten Kontakt (einen geheimen Kontakt, über den nur er und der unmittelbare Führungskern der KPC informiert war!) zum Hauptquartier der japanischen Invasionstruppen besaß. In einem weiteren Eintrag beschreibt er, wie dieser Kontakt konkret hergestellt wurde.

Ihm und seinen beiden sowjetischen Freunden, mit denen er in Jenan war, war auch anlässlich eines Frontbesuchs aufgefallen, dass die Truppen der KPC gar keinen ernsthaften Kampf gegen die japanischen Invasoren führten, sondern sich mit ihnen arrangiert hatten.
(Quelle: P. Vladimirov, 'The Vladimirov Diaries, Yenan, China: 1942-1945', Robert Hale, London 1976, zuerst von der Nowosti Presse Agentur 1975 veröffentlicht, S. 502).


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:23 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
Geschrieben: 01.11.2006 22:32

Wusstet ihr eigentlich, das Stalin ein Geheimagent der zaristischen Geheimpolizei war? Deshalb konnte er auch so oft aus der Verbannung fliehen.

Kann ich nachweisen, ich hab ein Buch, da steht das drinne. Es heißt Stalins Blutspur durch Europa von Fritz Becker.

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:24 
Moderator

Beiträge: 876
Geschrieben: 01.11.2006 23:06

Zitat:
Wusstet ihr eigentlich, das Stalin ein Geheimagent der zaristischen Geheimpolizei war? Deshalb konnte er auch so oft aus der Verbannung fliehen.

Kann ich nachweisen, ich hab ein Buch, da steht das drinne. Es heißt Stalins Blutspur durch Europa von Fritz Becker.



Na ja, Pjotr P. Wladimirow ist da vielleicht doch ein anderes Kaliber. Auf Red Channel wird auch aus seinem Tagebuch zitiert. Daß Mao mehr Interesse an einer Zusammenarbeit mit den USA als mit der Sowjetunion hatte, klingt nicht so abwegig. Vor allem wenn man die aktuellen Entwicklungen in China betrachtet.

Auf jeden Fall hat der Beitrag mehr Substanz als der zu Stoph. Wäre interessant mal zu hören, was Sergej über Wladimirow denkt.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:27 
Literat

Beiträge: 2947
Geschrieben: 02.11.2006 00:30


Zitat:
Außerdem leben wahre Kommunisten mitten im Volk.

Der Kommunismus - die Ideologie der Stammtische.

Hoch die Tassen!

_________________
Der Hunsch wars!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:27 

Beiträge: 45
Geschrieben: 02.11.2006 02:19 Mario

Zitat:
Zitat:
Wusstet ihr eigentlich, das Stalin ein Geheimagent der zaristischen Geheimpolizei war? Deshalb konnte er auch so oft aus der Verbannung fliehen.

Kann ich nachweisen, ich hab ein Buch, da steht das drinne. Es heißt Stalins Blutspur durch Europa von Fritz Becker.


Na ja, Pjotr P. Wladimirow ist da vielleicht doch ein anderes Kaliber. Auf Red Channel wird auch aus seinem Tagebuch zitiert. Daß Mao mehr Interesse an einer Zusammenarbeit mit den USA als mit der Sowjetunion hatte, klingt nicht so abwegig. Vor allem wenn man die aktuellen Entwicklungen in China betrachtet.

Auf jeden Fall hat der Beitrag mehr Substanz als der zu Stoph. Wäre interessant mal zu hören, was Sergej über Wladimirow denkt.


Achja?Weil es es jetzt gegen Mao geht? Bitte auch hier gilt, immer mehr Quelllen hinzuziehen. Damit ein ganzes Szenarium entsteht. So ist es auch um die Person Willi Stoph. Wenn der Anonym Reinhold Anders zitiert, dann muss ich Fragen, warum hat Anders nicht das Lexikon hinzugezogen "Wer war wer in der DDR"? Da steht auch etwas über W.Stoph drin. Ich fand den Hinweis von Woschod schon mal sehr interesssant, auf Stalin bezogen, da wird ein Buch empfohlen, und schon glaubt man es was dort drin steht, blos nicht weiter nachforschen, irgendetwas bleibt schon hängen. Wenn mein Vorsitzender sagt die DDR war ein Bürokratischer Kapitalismus, nehme ich das hin? Nein Ich stelle erst mal fragen, und lasse passieren wie und was ist in der DDR an politischen fehler falsch gelaufen.
Dazu nehme ich mir aber besondere Historiker zur hand die eine Antwort wissen darauf. Und in Bezug auf Mao gibt es sicherlich auch noch andere Historiker, soll ich ich die gleich nicht mehr verwenden? Die mit sicherheit das gegenteil beweisen. Auf red-channel.de gibt es vieles interessantes zur Geschichte der Arbeiterbewegung auch über die Rolle anderer Kommunisten, wo ich immer ein fragezeichen setzen muß ob es sich so zugetragen hat oder nicht. Ich weis das ihr probleme mit Mao habt bzw. Kritik an ihn, daß stört mich nicht im gegenteil das bereichert mich ,umsomehr beschäftige ich mit ihnen, das gleiche gilt für mich wie mit W. Ulbricht, C. Zetkin und W. Pick, Dimtroff und jetzt erst recht mit W. Stoph. So nun gut ich mache mich mal wieder an Mao an, ich habe einen Versprochen, das ich was schreiben will darüber, da dauert noch. Gute Nacht Genossen. Stern mit Nelke UdSSR Mario


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: MLPD
BeitragVerfasst: Sa 28. Apr 2007, 21:28 
Moderator

Beiträge: 876
Geschrieben: 02.11.2006 07:32

Zitat:
Zitat:
Außerdem leben wahre Kommunisten mitten im Volk.
Der Kommunismus - die Ideologie der Stammtische.

Hoch die Tassen!


Die Assoziation zu Stammtischen drängt sich leider in Diskussionen, nicht nur hier, öfters auf. Die Frage ist nur, was dagegen tun, wenn man nicht wochenlang in sowjetischen, chinesischen und anderen Archiven recherchieren und alle verfügbaren Zeitzeugen befragen will, um eine einzige Frage fundiert beantworten zu können. Wenn man das vermeiden will, läuft man Gefahr, entweder alles zu relativieren ("das könnte so gewesen sein, aber auch anders") oder eben zu glauben, was einem am besten gefällt ("das muß so gewesen sein").

Gibt es für dieses Problem einen praktikablen Lösungsvorschlag bei den Klassikern oder anderswo? Eigentlich müsste These-Antithese-Synthese weiterhelfen können, aber wie würde das praktisch aussehen, wenn man z.B. herausfinden will, ob Mao irgendwie mit den Japanern kooperiert hat?


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 96 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4  Nächste

Alle Zeiten sind UTC


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen

Gehe zu:  
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group

Deutsche Übersetzung durch phpBB.de