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 Betreff des Beitrags: Jürgen Elsässer und die Volksinitiative
BeitragVerfasst: Mi 18. Feb 2009, 23:17 
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Beiträge: 4023
Was haltet ihr von diesem Text?

Zitat:
Nach 3 Monaten intensiver politischer Diskussion und Aktivität - mit viel Gewinn an Erfahrung und Erkenntnis! - haben wir nun unsere Grundsätze formuliert. Dies ist unser programmatisches Fundament, auf dem wir unsere weitere Arbeit aufbauen werden.


Die Grundsatzerklärung der Volksinitiative

17. Februar 2009


Unsere Einschätzung der Lage

1. Die gegenwärtige Wirtschaftskrise ist auch ein Wirtschaftskrieg: der Angriff des internationalen Finanzkapitals auf den Rest der Welt. Dabei kommen “finanzielle Massenvernichtungswaffen” zum Einsatz, die nicht nur aus der Realwirtschaft, sondern vor allem aus dem fiktiven Kapital des Spekulationscasinos munitioniert sind. Was wir bisher erlebt haben, waren erste Geplänkel mit diesen Waffen – der Hauptstoß steht noch bevor!


2. Um diesen Angriff abzuwehren, muß der Nationalstaat aktiv werden. Die Teilnahme an Gremien, in denen das internationale Finanzkapital über seine Vertreter jede Entscheidung blockieren kann (EU, G8, IWF usw.), ist verschenkte Zeit. Wichtig ist eine Koordination der angegriffenen Nationalstaaten, wie sie in Lateinamerika unter Führung Venezuelas begonnen wurde.

3. In allen Staaten, auch in Deutschland, entwickelt sich ein zunehmender Widerspruch zwischen großen Teilen des Finanz- und des Industriekapitals. Ersteres, eng mit den besonders aggressiven Finanzplätzen New York und London verbunden, erdrosselt letzteres in einer Kreditklemme.

4. Aus der Geschichte wissen wir: Weltwirtschaftskrise führt zu Weltkrieg. Viele von der Großen Depression 1929 ff. zerstörten Gesellschaften wurden durch den Faschismus formiert. Diese Gefahr droht auch heute.


Selbstverständnis der “Volksinitiative”

1. Der Name “Volksinitiative” wurde bewußt gewählt, weil wir die breite Masse der Bevölkerung ansprechen und uns nicht auf gesellschaftliche Nischen beschränken wollen. Die meisten von uns sind Linke, aber wir wollen alle Menschen mitnehmen, die sich dem Gedanken der sozialen Gerechtigkeit verpflichtet fühlen und sich nicht den Diktaten der politische Korrektheit unterordnen wollen.

2. Unter “Volk” verstehen wir in der französischen Tradition ein politisches Bündnis der Unterdrückten, unabhängig von Herkunft, Religion und Geschlecht. Rechtsradikale und andere Völkische, die in unseliger Tradition nur Deutsche im Sinne der NS-Rassegesetze zum Volk zählen und gegen Immigranten und Flüchtlinge hetzen, machen die dringend nötige Einheit aller Unterdrückten unmöglich. Sie können bei der Volksinitiative nicht mitarbeiten und sind auch nicht unsere Bündnispartner.

3. Die Volksinitiative will zum Entstehen eines breiten gesellschaftlichen Bündnisses beitragen, das neben den unteren Klassen auch die Mittelschichten umfassen sollte und darüber hinaus auch die Teile des Kapitals ansprechen will, die sich dem spekulativen Angriff des internationalen Finanzkapitals entgegenstellen.


Unsere Alternativen

1. Hauptaufgabe dieses breiten gesellschaftlichen Bündnisses ist die entschädigungslose Nationalisierung des Finanzsektors und die Entmachtung des internationalen Finanzkapitals zunächst im eigenen Land. Dabei entstünde ein Mischsystem mit sowohl privatem wie genossenschaftlichem als auch staatlichem Eigentum an Produktionsmitteln. Der Finanzsektor wäre unter strenger Kontrolle des Staates, der seinerseits umfassend demokratisiert werden müsste.

2. Mit anderen Staaten, die den Einfluß des internationalen Finanzkapitals ebenfalls abschütteln oder schon abgeschüttelt haben, sind engere Bündnisse anzustreben, die an die Stelle des Transatlantismus treten. Eine Achse Paris-Berlin-Moskau hätte große wirtschaftliche Synergieeffekte und als Verbindung früherer Erzfeinde große Ausstrahlungskraft auf weitere Staaten in Europa und Asien.


Auch wenn sich Elsässer von den Rechten distanziert, ich hab selten etwas rechteres gelesen als das. Das klingt für mich ja schon wie Goebbelspropaganda. Und da soll sich Elsässer schon von dem Begriff "anglo-amerikanisches Finanzkapital" distanziert haben, den er ursprünglich verwendete.

Interessant auch der Text vom G. Ackermann dazu, den ich nach schnellem Überfliegen glatt zustimmen möchte.

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Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

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 Betreff des Beitrags: Re: Jürgen Elsässer und die Volksinitiative
BeitragVerfasst: Fr 20. Feb 2009, 12:23 

Beiträge: 78
Auf mich wirkt dieser Text unausgegoren. Er ist beispielsweise sehr unkonkret.
Was ich aus diesem Text rauslese ist folgendes: Er will die Bewältigung der Krise nicht allein den Politikern überlassen, sondern eben durch eine Volksinitiative mitreden (klingt sehr nach Volksfront, was er da beschreibt). Politische Mittel zur Bewältigung sind nur auf nationaler Ebene vorhanden, daher ist eine enge Kooperation der Nationen notwendig. Als Beispiel nennt er die Achse Paris-Berlin-Moskau. Das Mittel seiner Wahl ist die Enteignung des Finanzkapitals.
Je mehr ich darüber nachdenke, desto widersprüchlicher erscheint mir das Ganze (Stichwort: Enteignung des Finanzkapitals). Aber rechtes Gedankengut kann ich daraus nicht ableiten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Jürgen Elsässer und die Volksinitiative
BeitragVerfasst: Fr 20. Feb 2009, 17:03 

Beiträge: 2008
Ob rechts oder sonst wo. Der Elsässer ist für mich ein Großkotz und Spinner.
Was soll der Mist mit der Achse Paris-Berlin-Moskau? Eine Neuauflage der Achse Berlin-Rom-Tokio?
Hier geht es um die politische Massenanheizung für das, was mit der jetzigen Krise verstärkt durchgeführt werden soll - die Neuaufteilung der Welt.
Nicht umsonst sagen wir, dass eine Weltwirtschaftskrise die Gefahr eines Weltkrieges beinhaltet. Genauso wie die Gefahr für die weitere Faschisierung der bürgerlichen Gesellschaften deutlich besteht. Diesmal nicht nur in den Grenzen Deutschlands, sondern globalisierungsgerecht weltweit.
Damit das Volk auch ja hinreichend verdummt wird, gibt es Leute wie Elsässer mit ihren hirnrissigen Artikeln.

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 Betreff des Beitrags: Re: Jürgen Elsässer und die Volksinitiative
BeitragVerfasst: Fr 20. Feb 2009, 17:36 

Beiträge: 78
Ich weiß nicht, was ich von dem Elsässer halten soll. Einerseits schreibt er gute Bücher, wie zum Beispiel "Kriegslügen", andererseits gründet er solche Initiativen. Nun ja, da ich ihn durch eben dieses Buch nicht für dumm halte, kann ich es also nur für Absicht halten: Er gründet also solch eine Initiative, damit politisch aktive Menschen wohl nicht auf dumme Gedanken kommen. Insofern verhält er sich wie ein Konterrevolutionär.

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 Betreff des Beitrags: Re: Jürgen Elsässer und die Volksinitiative
BeitragVerfasst: Fr 20. Feb 2009, 19:51 

Beiträge: 105
Elsässer ist ein Tendenzschreiber. Wo er im kleinbürgerlich-linken Milieu Geld verdienen kann, sind seine Positionen angesiedelt. Erst Antideutscher, der u.a. auch den real-existierenden Sozialismus mit Antisemitismusvorwürfen überhäuft hat, z.B. wäre es ja erwiesen, daß Stalin alle sowjetischen Juden deportieren lassen wollte. Damals hat er auch den Begriff der Nation als Konstruktion, die immer Antisemitismus in sich birgt, abgelehnt.
Mit Beginn der NATO-Agression gegen Jugoslawien, als die Antideutschen sich aufzulösen begannen, schwenkte er auf den nationalen Standpunkt um. Heute ist er definitiv anti-amerikanisch. Aus den USA kommt das Finanzkapital, daß er zu bekämpfen sucht. Sein Buch "Kriegslügen" habe ich noch nicht gelesen, doch scheint er Deutschland oder die EU nur als Anhängsel der USA zu betrachten. Daß es eine zunehmende Rivalität gibt zwischen der EU und den USA wird nicht deutlich.

Sein Text ist typisch Querfront. Mag sein, daß er sich als Linker fühlt, er steht aber auf kleinbürgerlichen Positionen, die leicht zum Rechtsradikalismus tendieren. Wieviele Anarchisten und andere Kleinbürger konnten ohne Probleme auf die Seite der Faschisten stehen? Siehe Mussolini und die Ideologen des italienischen Faschismus.

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 Betreff des Beitrags: Re: Jürgen Elsässer und die Volksinitiative
BeitragVerfasst: So 22. Feb 2009, 11:45 

Beiträge: 52
kortschagin hat geschrieben:
Sein Text ist typisch Querfront. Mag sein, daß er sich als Linker fühlt, er steht aber auf kleinbürgerlichen Positionen, die leicht zum Rechtsradikalismus tendieren. Wieviele Anarchisten und andere Kleinbürger konnten ohne Probleme auf die Seite der Faschisten stehen? Siehe Mussolini und die Ideologen des italienischen Faschismus.


Prawilno, siehe den Spiegel-Artikel über die Futuristen:

http://einestages.spiegel.de/static/top ... ichen.html

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http://www.sed-forum.de/phpBB3/viewtopic.php?f=28&t=494


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 Betreff des Beitrags: Re: Jürgen Elsässer und die Volksinitiative
BeitragVerfasst: Do 26. Feb 2009, 10:54 

Beiträge: 105
Hier noch was zum Thema Elsässer. Diesmal von dem Kabarettisten Dr. Seltsam. Siehe Datei

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Zuletzt geändert von Woschod am Do 26. Feb 2009, 15:55, insgesamt 3-mal geändert.
Anhang gelöscht, da unmißverständlich darin steht: "Die folgenden Materialien sind nicht zur allgemeinen Verbreitung (...) gedacht (...) Deswegen beachten Sie bitte das Weiterverbreitungsverbot."


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 Betreff des Beitrags: Re: Jürgen Elsässer und die Volksinitiative
BeitragVerfasst: Do 26. Feb 2009, 20:18 

Beiträge: 105
Nun gut, die Datei wird ja von Dr. Seltsam verschickt und seine eMail ist: info@drseltsam.net
Wer also seine Meinung zu dem Thema lesen will, sollte ihm einfach schreiben.

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