Forum.stalinwerke.de - stalinforum.de

Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
Aktuelle Zeit: Sa 21. Apr 2018, 11:47

Alle Zeiten sind UTC




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 25 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Fr 10. Okt 2008, 18:17 
Moderator

Beiträge: 876
Wie bewertet Ihr die aktuelle Entwicklung an den Finanzmärkten?

Ist das eine Bereinigung unter Kapitalisten, ein Schritt zur Monopolbildung, wie Lenin sie vorhergesehen hat, oder ist das etwas anderes?

Haben die Kapitalisten das noch unter Kontrolle oder bricht da gerade das Chaos aus?

Ist das der Anfang vom Ende des Kapitalismus? Was kommt als nächstes? Faschismus? Krieg?

Wie ist die plötzliche Verstaatlichung von Banken zu bewerten? Ist das die Verschmelzung von Staat und Finanzkapital? Was resultiert daraus?

Wie würdet Ihr diese Fragen beantworten?


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Fr 10. Okt 2008, 18:59 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
Es sind die zyklischen Krisen des Kapitalismus. Vor ein paar Jahren waren es die Internetaktien, heute sind es die Finanzaktien. Demnächst sind es die Autoaktien...

Und was erleben wir? Von den Steuergeldern der Menschen werden die Firmen gefüttert. Im gewissen Sinne passiert auch eine Monopolisierung.

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Fr 10. Okt 2008, 19:22 
Benutzeravatar

Beiträge: 131
Ich habe das Gefühl, es wird so schlimm wie 1929.

Ich sehe Verarmung, Massenarbeitslosigkeit, Aufstieg der Linken und Rechtextremen kommen.
Wahrscheinlich kommt auch Krieg.

Ich war gerade im Zeitungsladen. Der Spiegel titelt: "Die Angst vor der Angst. Die gefährliche Psychologie der Finanzkrise."

Sie wollen die Krise zu einer Eigenart des Menschen erklären, damit es zu keiner Systemkritik kommt!

_________________
"Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse." - Karl Marx, Kommunistisches Manifest


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Fr 10. Okt 2008, 19:44 

Beiträge: 49
Neo hat geschrieben:
Wie bewertet Ihr die aktuelle Entwicklung an den Finanzmärkten?
Die Blase ist geplatzt. Stand "Wert" drauf und war keiner drin.

Neo hat geschrieben:
Ist das eine Bereinigung unter Kapitalisten, ein Schritt zur Monopolbildung, wie Lenin sie vorhergesehen hat, oder ist das etwas anderes?
Lenin hat recht.

Neo hat geschrieben:
Haben die Kapitalisten das noch unter Kontrolle oder bricht da gerade das Chaos aus?
Sie haben es nicht unter Kontrolle. Die Wirtschaft der Kapitalisten ist immer chaotisch (Anarchie).

Neo hat geschrieben:
Ist das der Anfang vom Ende des Kapitalismus? Was kommt als nächstes? Faschismus? Krieg?
Nein. Als nächstes werden die Kurse, wenn sie unten angekommen sind, wieder steigen und die Arbeitslosenzahlen sowieso. Faschismus braucht die Bourgeoisie derzeit noch nicht. Krieg gibt´s aber trotzdem schon reichlich. Den Arbeitern scheint´s noch schnuppe zu sein.

Neo hat geschrieben:
Wie ist die plötzliche Verstaatlichung von Banken zu bewerten? Ist das die Verschmelzung von Staat und Finanzkapital? Was resultiert daraus?
Die angebliche Verstaatlichung ist nur formaler und vorübergehender Natur. Enteignet wurde bislang niemand. Das Finanzkapital hat den Staat längst durchdrungen, im Griff.
Das Resultat sind ein paar geprellte Anleger, niedrigere Zinsen und damit tendenziell weiter steigende Inflation.
Die ohnehin anstehende Rezession wird vielleicht ein bißchen stärker ausfallen, da sich auch bei der Autoindustrie "Blasen" gebildet haben. Darüber hinaus gibt es weitere bevorstehende Immobilienkrisen verschiedener Reife in mehreren europäischen Ländern (Spanien, Großbritannien).

Was ist also weiterhin notwendig? Stärkung der Kommunistischen Initiative. :star:

_________________
"Die Geschichte der organischen Materie verzeichnet drei Sprünge aus dem Reich der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit. Der erste Sprung ist der vom Unbelebten zum Leben. Der zweite ist der vom Tier zum Menschen. Der dritte, (den wir im Begriff sind zu tun), ist der vom Ideologen zum Marxisten." P.H.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Fr 10. Okt 2008, 20:21 

Beiträge: 49
Ausgezeichnete Stellungnahme der KKE zur aktuellen Krise in der jW vom Wochenende.

Noch Fragen?

_________________
"Die Geschichte der organischen Materie verzeichnet drei Sprünge aus dem Reich der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit. Der erste Sprung ist der vom Unbelebten zum Leben. Der zweite ist der vom Tier zum Menschen. Der dritte, (den wir im Begriff sind zu tun), ist der vom Ideologen zum Marxisten." P.H.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Fr 10. Okt 2008, 20:45 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
Zitat:
Die KKE fordert die Bevölkerung erneut dringend auf, zum Gegenangriff überzugehen und den Kampf aufzunehmen, und zwar für: ...


Manche nennen es Pessimismus, ich nenne es Realismus: Die Bevölkerung wird gar nix tun.

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Fr 10. Okt 2008, 20:50 
Benutzeravatar

Beiträge: 131
Woschod hat geschrieben:
Die Bevölkerung wird gar nix tun.


Doch, Link- und Rechtsextrem wählen, wie 29.

_________________
"Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse." - Karl Marx, Kommunistisches Manifest


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Fr 10. Okt 2008, 21:16 

Beiträge: 49
Woschod hat geschrieben:
Manche nennen es Pessimismus, ich nenne es Realismus: Die Bevölkerung wird gar nix tun.
Jens hat geschrieben:
Doch, Link- und Rechtsextrem wählen, wie 29.

Karl Marx hat geschrieben:
Es [das Proletariat] macht nicht vergebens die harte, aber stählende Schule der Arbeit durch. Es handelt sich nicht darum, was dieser oder jener Proletarier oder selbst das ganze Proletariat als Ziel sich einstweilen vorstellt. Es handelt sich darum, was es ist und was es diesem Sein gemäß geschichtlich zu tun gezwungen sein wird.
Mancher user mag hier einwenden, Marx hätte mal wieder zu einfach gedacht. Darauf würde ich mich nicht verlassen.
Die Geschichte wird es lehren.

_________________
"Die Geschichte der organischen Materie verzeichnet drei Sprünge aus dem Reich der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit. Der erste Sprung ist der vom Unbelebten zum Leben. Der zweite ist der vom Tier zum Menschen. Der dritte, (den wir im Begriff sind zu tun), ist der vom Ideologen zum Marxisten." P.H.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Sa 11. Okt 2008, 07:38 

Beiträge: 2008
Als Berufspessimist und Nummer Eins der Schwarzmaler (so meine Familie meint), würde ich folgende Einschätzung geben:

1. Es ist nicht nur eine zyklische Krise, denn die wäre erst in einigen Jahren wieder lt. 11-jährigem Zyklus an der Reihe. Wir wissen aber, dass es seit dem letzten Jahrhundert immer stärker zu einer Überdeckung der zyklischen durch die dauerhafte Krise des kapitalistischen Systems kommt.

2. Es gibt seit längerem warnende Stimmen - auf die ja wie immer nicht gehört wird - dass die Börsenwerte nicht die wirklichen Werte der Unternehmen wiederspiegeln. Da wird gezockt, dass nur so Fetzen fliegen und dabei werden alle faulen Tricks angewandt.
Also ganz richtig, die Blase ist innerhalb von 10 Jahren das zweite mal geplatzt. Die virtuellen Werte werden den realen Werten angepasst. Danach geht das Spiel wieder von neuem los. Nicht weil die Anleger zu dumm sind und zu schnell vergessen. Nein, weil in dieser Gesellschaft das Geld über allen und alles steht. Die Gier der Raffkes ist auch durch diese Krise nicht zu bremsen.

3. Wirkliche Verluste machen nicht die oberen Zehntausend. Die verstanden schon immer, sich abzusichern. Grund und Boden, Immobilien, Gold und Diamanten sind die stabilen Wertanlagen. Auch dafür wird das momentan rekapitalisierte Aktiengeld eingesetzt. Man schaue sich nur den GOLD-Kurs der letzten 5 Jahre an.
Da kann man diesen Börsencrash schon mal einige Zeit aussitzen. Danach kann man sein Kapital für den Kauf der extrem verbilligten Aktien verwenden und hat danach sein Unternehmenskapital erheblich vergrößert. Monopolbildung ohne wirklichen Wertzuwachs - dafür aber erheblicher Machtzuwachs.

4. Bankenverstaatlichung, "Sozialismus für die Reichen" und wie man es noch nennen will, sind Ausdruck der noch engeren Verflechtung dieses staatsmonopolistischen Systems. Mit Steuergeldern, wo sonst kaum ein müder Cent für andere Bereiche wie Gesundheit, Bildung etc. vorhanden ist, wird in gigantischer Größe die erforderliche Geldmenge in den abstürzenden Finanzmarkt gepumpt. Es läuft aber wie immer. Wenn das Unternehmen nicht mehr profitabel ist, wird es verstaatlicht und mit Steuergeldern wieder hochgepäppelt (oder ganz abgewickelt). Ist es wieder profitabel, wird es reprivatisiert. Also wie immer, die Profite den Kapitalisten, die Verluste dem werktätigen Volk.

5. Folgen der jetzigen Krise: Die Kleinanleger werden die Zeche mit massiven Verlusten bezahlen. Folge sind vor allen langfristig weiter sinkende Kaufkraft (bei vielen hing da ja auch ein erheblicher Anteil ihrer Altersversorung dran). Dadurch kommt die nächste zyklische Krise früher und schneller und wahrscheinlich heftiger, als die letzte Krise. Momentan mögen noch keine großen Einbrüche im deutschen Arbeitsmarkt stattfinden. In einigen Monaten wird das anders aussehen. Man wird alles erdenkliche tun, dass man den Einbruch am Arbeitsmarkt noch bis zur nächsten Bundestagswahl hinauszögern kann. Doch ob das wirklich gelingt? So blöd ist dieses verblödete Volk nun auch wieder nicht, dass keiner mitbekommt, wer ihnen das alles eingebrockt hat und wer wieder einmal die Karre aus dem Dreck ziehen darf.

Ob es eine Weltwirtschaftskrise wie 1929 wird, kann ich noch nicht sagen. Ich denke aber, eher nicht. Ein übermässiges Erstarken der linken oder der rechtsextremen Kräfte erwarte ich vorerst noch nicht. Dennoch sollten wir unsere Chance nutzen und denn Menschen klar machen, in welchem verbrecherischen, menschenverachtenden System wir uns befinden.

Ansonsten: Es gibt noch gute Nachrichten. Der österreichische Obernazi hat sich heute morgen selbst ins Jenseits befördert. Scheint bei Nazis so üblich zu sein, per Verkehrsunfall nach WallHalla in die Hölle zum geliebten Führer zu reisen.

_________________
»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Sa 11. Okt 2008, 08:09 
Benutzeravatar

Beiträge: 5
Ich habe sowieso kein Geld. Mich stört das nicht.

Guggt mal, was die BILD macht. Die sagt, man soll das Geld in Island anlegen. Da ist das sicher. Haha!

http://www.bildblog.de/3425/bild-in-der ... tippkrise/

Zitat:
So berichtete die "Bild"-Zeitung am 15. September auf ihrer Serviceseite. Es seien "gute Zeiten für Sparer", weil sie auf Fest- oder Tagesgeld zum Teil "deutlich über 5 %" Zinsen bekämen, meinte "Bild", und listete "die besten Tagesgeld-Angebote" und "die besten Festgeld-Angebote" auf. In beiden Rubriken ganz vorne dabei war die isländische Bank Kaupthing Edge (Platz zwei beim Fest- und Platz eins beim Tagesgeld).

_________________
Und wir tanzten im Schnee vergangenes Jahr
Der Mond funkelte sanft in Deinem Haar
Und es tut auch kaum mehr weh
wenn ich alles vor mir seh
als ob es letzte Nacht gewesen, sternenklar


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Sa 11. Okt 2008, 11:21 

Beiträge: 2008
JuliaDenzsch hat geschrieben:
Ich habe sowieso kein Geld. Mich stört das nicht.


Das wird sicher sehr vielen Menschen in dieser reichen Bunzelrepublik so gehen. Dennoch werden gerade diese Menschen diejenigen sein, die die Zeche bezahlen. Natürlich auch die BILD-Verdummten. Aber dort muß man wohl kein Mitleid haben.

Ich denke, wir werden in den kommenden Wochen und Monaten weitere Preiserhöhungen erleben. Der Staat muß natürlich auch irgendwoher die Milliarden holen, die jetzt zur Sanierung benötigt werden. Auf die Idee, mal einige Milliarden bei Rüstung und Krieg einzusparen wird keiner kommen. Genausowenig, dass es ja ca. 30% Bundesbürger mit 90% des bunzeldeutschen Vermögens gibt, die am Finanzsystem ordentlich verdient haben und sicher auch kräftig spekuliert haben und damit die Misere mit verursachten und nun gerechterweise zur Kasse gebeten werden sollten. Ja, ist klar, ha, ha, ha ...

Wir werden über Verbrauchssteuern weiterhin ordentlich zur Kasse gebeten und wo das nicht reicht, wird man vielleicht bald "Kriegsanleihen" für das gebeutelte Finanzsystem (zwangsweise?) einführen.

Wenn dann noch die Wirtschaftskrise folgt und die Anzahl der Armen und HIV-Empfänger weiter kräftig erhöht, wird uns unser Arbeitsminister bestimmt wieder erzählen, dass man ja das System stabilisiert hat. Logisch, es sind dann einige zig Tausende weniger, die noch Geld zurückgelegt haben. Ergo können diese das auch nicht mehr verlieren.

Der Kapitalismus zeigt sich als sein eigener Todengräber. Wann er diesen Job aber endgültig geschafft hat, kann heute noch keiner sagen. Wir können aber dazu beitragen, dass dies beschleunigt wird. :redstar164:

_________________
»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Sa 11. Okt 2008, 16:20 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
“Mit einer Wahrscheinlichkeit von 70% fliegt uns das Finanzsystem um die Ohren”

Nehmt Euch mal die 6 Minuten Zeit zum Anschauen. Es ist selten, dass ein Börsianer so harte Worte wählt.

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Sa 11. Okt 2008, 22:08 

Beiträge: 78
gewe hat geschrieben:
1. Es ist nicht nur eine zyklische Krise, denn die wäre erst in einigen Jahren wieder lt. 11-jährigem Zyklus an der Reihe. Wir wissen aber, dass es seit dem letzten Jahrhundert immer stärker zu einer Überdeckung der zyklischen durch die dauerhafte Krise des kapitalistischen Systems kommt.


Kannst du das bitte näher erläutern?

_________________
Karl Marx:
Ein Element des Erfolges besitzen die Arbeiter: Ihre große Zahl


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: So 12. Okt 2008, 16:39 

Beiträge: 2008
Unter allgemeiner Krise des Kapitalismus wird die Krise des kapitalistischen Gesellschaftssystems in seiner Gesamtheit verstanden. Das ist im imperialistischen Stadium des Kapitalismus ein gesetzmäßiger Dauerzustand, der durch die fortschreitende Zersetzung dieses Systems und die Schwächung seiner Kräfte gekennzeichnet ist.
Bei der zyklischen Krise haben wir es mit einem sich gesetzmäßig und periodisch wiederholenden Ausbruch der Widersprüche des kapitalistischen Produktionsweise zu tun. Diese zyklische Krise kommt ca. aller 11 Jahre zustande. Also nach 1989/1990 (hat die BRD-Wirtschaft dank Einverleibung der DDR-Wirtschaft und deren Absatzgebiete und 17 Mill. neuer Konsumenten nicht merklich getroffen) war 2000/2001 die nächste Runde gewesen (Internetblase geplatzt, wobei die zyklischen Krisen nicht plötzlich auftreten, sondern sich längerfristig bemerkbar machen). Die nächste zyklische Krise wäre also 2011/2012 fällig. Das wir bereits heute von ersten Anzeichen eines neuen Abschwunges hören, von Finanzmarktkrise, drohender erhöhter Arbeitslosigkeit etc. ist Ausdruck der die zyklische Krise überlagernden allgemeinen Krise.
Erholte sich das kap. Wirtschaftssystem zu Marxsens Zeiten noch weitestgehend nach einer zyklischen Krise, ist das heute nicht mehr der Fall. Die allgemeine Krise überlagert zunehmend die zyklischen Krisen. Der Beginn der ersten Phase der allgemeinen Krise wird auf den Zeitpunkt der Oktoberrevolution gelegt. Der Beginn der zweiten Phase auf das Ende des 2.Weltkrieges.

_________________
»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: So 12. Okt 2008, 21:12 
Benutzeravatar

Beiträge: 82
Daher die neue Redensart: "Nun wird nichts mehr wie es war!"


Nach diesem Motto werden Krisen auch herbeigeredet und herbeiorganisiert um den sozialen Teil noch weiter runterzufahren. Man glaube den Bankern nicht, denn es sind Kapitalverbrecher im Frack. Sie wollen dein Bestes - dein Geld!

Wie wäre es, wenn die DMark wieder eingeführt würde? Aber will das überhaupt jemand? Dann würden sich die Preise nochmal verdoppeln und eine Pizza wohl 20 DM kosten?

_________________
"Was wäre die Folge, wenn es dem Kapital gelänge, die Republik der Sowjets zu zerschlagen? Eine Epoche der schwärzesten Reaktion würde über alle kapitalistischen und kolonialen Länder hereinbrechen, man würde die Arbeiterklasse und die unterdrückten Völker vollends knebeln, die Positionen des internationalen Kommunismus würden liquidiert." -Stalin, Werke Band 9, S. 29,


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: So 12. Okt 2008, 22:01 

Beiträge: 78
Das mit der allgemeinen Krise ist völlig neu für mich. Kannst du da bitte weiterführende Literatur angeben? Ich würde gerne die Gründe für die Entstehung der allgemeinen Krise wissen und was genau die allgemeine Krise von der zyklischen abgrenzt, Beispiele, usw. Die Überproduktionskrise ist ja eine zyklische Krise, die Gründe sind bekannt. Aber zu einer allgemeinen Krise fällt mir nichts ein. Außerdem hast du von Phasen gesprochen. Wodurch unterscheiden sich diese, wie entstehen diese? Einen Verweis auf einen brauchbaren Text würde mir schon sehr viel weiter helfen.

_________________
Karl Marx:
Ein Element des Erfolges besitzen die Arbeiter: Ihre große Zahl


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Mo 13. Okt 2008, 08:19 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
Servus Ernesto.

ICh habe einfach nur mal allgemeinen Krise bei Google eingegeben und da gleich auf der ersten Seite mehrere Treffer bekommen.

Bei secarts.org:

Zitat:
Nach eindeutigen Unterlagen sind Krisensymptome in allen imperialistischen Ländern mit Ausnahme der USA lange vor dem Oktober 1929 und dem Börsencrash an der New Yorker Wall Street zu verzeichnen. Selbst nach Abschluss der auf den 1. Weltkrieg folgenden Krise (bis 1924) erholten sich die Ökonomien der imperialistischen Länder zumindest in Europa nicht mehr wie in den Konjunkturzyklen des 19. Jahrhunderts. Davon betroffen waren damit natürlich auch die Kolonien und Halbkolonien in Asien, Afrika und Südamerika, deren Konjunktur weitgehend abhängig von den „Mutterländern” war. Chronische Krisenerscheinungen wurden der ständige Begleiter der wirtschaftlichen Entwicklung: Chronische Massenarbeitslosigkeit, chronische Unterauslastung der Produktionskapazitäten, chronische Agrarkrise. Marxisten haben dies als allgemeine Krise des Kapitalismus bezeichnet, in der sich die Unfähigkeit des Kapitalismus, die Produktivkräfte der Gesellschaft zu nutzen, dauerhaft zeigt, und seine strukturelle Fäulnis offenbar wird.


Oder bei der MLPD mit einer Grafik von Willi Dickhut.

Du kannst das ganz sicher noch mehr finden.

Du kannst natürlich auch, was immer empfehlenswert ist, zuerst hier im Forum suchen und da z.B. dies von Numa finden.

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Mo 13. Okt 2008, 17:57 

Beiträge: 2008
Ernesto hat geschrieben:
Das mit der allgemeinen Krise ist völlig neu für mich...


Nein, tut mir leid. Meine Antwort war mehr oder weniger aus dem Gedächtnis gekommen (ca. 35 Jahre her, wo ich derartiges gelernt habe). Die Materialien habe ich heute nicht mehr. Aber der Hinweis auf google und unser Forum sind sicher auch nützlich.

Vielleicht findet sich ein anderer Forumuser mit mehr Literaturinformationen oder mal bei offen-siv anfragen.

_________________
»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Di 14. Okt 2008, 01:18 
Ehrenmitglied des gewe-Fanclub
Benutzeravatar

Beiträge: 353
polly hat geschrieben:
Nein. Als nächstes werden die Kurse, wenn sie unten angekommen sind, wieder steigen und die Arbeitslosenzahlen sowieso. Faschismus braucht die Bourgeoisie derzeit noch nicht. Krieg gibt´s aber trotzdem schon reichlich. Den Arbeitern scheint´s noch schnuppe zu sein.


Ich schließe mich da an. Diese Krise wird keinen Faschismus bringen. Dafür ist das politische System der BRD zu stabil.




Was die Krise selbst angeht, so würde ich einschätzen, dass die Auswirkungen auf die reale Produktionssphäre lange nicht so dramatisch werden wie 1929-1933. Es spricht dafür unter anderem, dass die Ausgangsbedingungen völlig andere sind, die Arbeitslosigkeit 1929 war zum Beispiel wesentlich höher als 2008. Von dem Material, das ich bisher durchgesehen habe, würde ich schließen, dass die Überproduktionskrise nicht das Ausmaß früherer Krisen erreicht.
Außerdem ist der Ölpreis stark gesunken - was erstens zeigt, dass uns das Öl zumindest in den nächsten 10-15 Jahren nicht ausgeht. Zweitens wird der niedrigere Ölpreis (und damit mittelfristig geringere Strom- und Heizkosten wie noch vor einem halben Jahr) ein Gegengewicht zu den fehlenden Kreditmöglichkeiten sein, so dass die produzierenden Unternehmen nicht vor einer völligen Liquiditätskrise stehen werden.

_________________
Eine gut geleitete Staatsregierung muß ein ebenso festgefügtes System haben wie ein philosophisches Lehrgebäude. Alle Maßnahmen müssen gut durchdacht sein, Finanzen, Politik und Heerwesen auf ein gemeinsames Ziel steuern.
Ein System kann aber nur aus einem Kopfe entspringen; also muß es aus dem des Herrschers hervorgehen.


Friedrich der Große


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Di 14. Okt 2008, 09:27 
Benutzeravatar

Beiträge: 131
Pavel hat geschrieben:
Dafür ist das politische System der BRD zu stabil.


Sie haben aber beschlossen das sie die Bundeswehr im Inneren einzusetzen. Das heißt sie haben Angst vor uns.

_________________
"Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse." - Karl Marx, Kommunistisches Manifest


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Di 14. Okt 2008, 10:00 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
Sie werden auch irgendwann den Bau von internierungslagern beschließen.

Dort kommen dann Leute rein, die sich auflehnen und der Rest der Bevölkerung wird weiter hin TV glotzen.

Der Übergang zum Faschismus ist schleichend.

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Di 14. Okt 2008, 15:11 

Beiträge: 52
"Die Bundestagsfraktion der Linken will das Rettungspaket der Regierung für die Banken trotz starker Bedenken nicht scheitern lassen. Gegen ein Eilverfahren zur Verabschiedung werde die Linke keinen Einspruch erheben, bekräftigte Fraktionschef Oskar Lafontaine am Dienstag in Berlin. Dem Gesetzentwurf werde seine Fraktion dann aber nicht zustimmen. Einen Blanko-Scheck für die Verwendung der Milliardengelder wollten die Linken nicht ausstellen.
" handelsblatt.de

Und die Linke beteiligt sich in ihrer opportunistischen Art an der Zusammenarbeit von Staat und Kapital. Im Bundersrat ja, im Bundestag werden sie nicht gebraucht.

_________________
Zensur im Stalin-Forum

http://www.sed-forum.de/phpBB3/viewtopic.php?f=28&t=494


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Di 14. Okt 2008, 18:44 
Ehrenmitglied des gewe-Fanclub
Benutzeravatar

Beiträge: 353
Jens hat geschrieben:
Sie haben aber beschlossen das sie die Bundeswehr im Inneren einzusetzen. Das heißt sie haben Angst vor uns.


1. Das ist eine Sicherheitsmaßnahme, welche einzuführen sowieso seit 1990 ihr Ziel war. Das ist kein Argument dagegen, dass die momentanen BRD-Regierungen alle sehr stabil sind.
2. Angst....ja. Angst, dass das Volk a bisserl vernünftiger wird, haben sie sowieso immer. Aber wenn sie Angst vor einem Volksaufstand hätten, wäre das lachhaft.
3. Der Bundeswehr-Einsatz im Inneren ist keine kurzfristige Angelegenheit, das wird seit mindestens 5-6 Jahren vorbereitet. In Heiligendamm und z.B. beim Papst-Besuch in Deutschland wurde das Militär auch schon eingesetzt, ohne das es dafür ein Gesetz gibt. Die Finanzkrise ist lediglich ein Anlass, den ganzen Vorgang zu beschleunigen.



Woschod hat geschrieben:
Dort kommen dann Leute rein, die sich auflehnen und der Rest der Bevölkerung wird weiter hin TV glotzen.

Der Übergang zum Faschismus ist schleichend.


Wenn der Rest der Bevölkerung nur TV glotzt, brauchen sie ja nicht mal Internierungslager für den kleinen Haufen an störenden Leuten.




EDIT: Um nicht falsch verstanden zu werden, die sind schon alle reaktionär in diesem Laden. Aber Panikmache ist wenig sinnvoll (und wenn sie offensichtlich überzogen ist, dann ist sie nicht mal als Propaganda nützlich).

_________________
Eine gut geleitete Staatsregierung muß ein ebenso festgefügtes System haben wie ein philosophisches Lehrgebäude. Alle Maßnahmen müssen gut durchdacht sein, Finanzen, Politik und Heerwesen auf ein gemeinsames Ziel steuern.
Ein System kann aber nur aus einem Kopfe entspringen; also muß es aus dem des Herrschers hervorgehen.


Friedrich der Große


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Mi 15. Okt 2008, 17:34 

Beiträge: 2008
Naja, ganz ohne Auswirkung bleibt die Krise nun doch nicht:
http://de.news.yahoo.com/2/20081015/vid ... b9414.html

_________________
»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende des Kapitalismus?
BeitragVerfasst: Do 30. Okt 2008, 16:23 
Benutzeravatar

Beiträge: 131
Jens hat geschrieben:
Ich habe das Gefühl, es wird so schlimm wie 1929.


Ich glaube ich werde mit meiner Prognose recht behalten:

Zitat:
Frachtraten sinken dramatisch
Donnerstag, 30.10.2008

Die weltweiten See-Frachtraten sind innerhalb von nur fünf Monaten drastisch nach unten gegangen. Der so genannte ?Baltic Dry Index? (BDI), der die Frachtraten con 26 der wichtigsten Schiffahrtsrouten abbildet, ist um mehr als 90 Prozent gefallen.


http://www.marktundmittelstand.de/nachr ... Findex.php

Die Krise schlägt voll auf die Realwirtschaft durch!

_________________
"Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse." - Karl Marx, Kommunistisches Manifest


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 25 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen

Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group

Deutsche Übersetzung durch phpBB.de