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 Betreff des Beitrags: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 16:58 

Beiträge: 79
NPD-Fraktion lehnt Beteiligung an Landtagsreise ins Konzentrationslager ab

Zu der von Landtagspräsident Erich Iltgen ausgesprochenen Einladung zu einer Reise in das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz erklärte heute der NPD-Fraktionsvorsitzende Holger Apfel:

"Die NPD-Fraktion wird sich nicht an einseitigen Sühnebekenntnissen beteiligen – weder in Auschwitz noch anderswo. Wer unbedingt seine Schuldkomplexe pflegen will, der soll das aus seiner Privatkasse tun und nicht auf Kosten des Steuerzahlers.
Sollten sich die etablierten Parteien dazu durchringen können, in Nemmersdorf oder einem ähnlich symbolischen Ort auch an die deutschen Opfer von Flucht und Vertreibung zu gedenken, sind wir bereit, über eine gemeinsame Gedenkveranstaltung des Landtages nachzudenken.

Hinzu kommt, daß uns ein gemeinsames Gedenken mit den Vertretern der Altparteien nicht möglich ist, solange Menschen in Deutschland in Gefängnissen sitzen, weil sie aus Sicht der Herrschenden eine falsche politische Überzeugung vertreten.

Im übrigen zeigen die Reaktionen der anderen Fraktionen, daß es sich um eine eigenmächtige Initiative des Landtagspräsidenten handelt. Offenbar will Herr Iltgen die Form der Auseinandersetzung mit der NPD bestimmen. Ich glaube nicht, daß er damit Erfolg haben wird."

Apfel erinnerte daran, daß es der Landtagspräsident war, der im vergangenen Jahr eine Initiative der NPD-Fraktion zum Gedenken an die Opfer des alliierten Bombenangriffs auf Dresden am 13. Februar 1945 ausbremste, indem er eine einseitige Gedenkminute auf die Tagesordnung des Parlaments setzte.

Die NPD-Fraktion erreichten heute mehrere Meinungsäußerungen zu diesem Thema. Ein Bürger schrieb z.B.: "Haben Landtagsabgeordnete nichts wichtigeres zu tun? Das Volk hat nichts von solchen Reisen! Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger und Rentner erwarten Lösungen für ihre nicht selbstverschuldete Lage."

Dazu sagte der NPD-Fraktionsvorsitzende:

"Der Landtagspräsident und die ihn tragenden politischen Kräfte leben von der Vergangenheit. Wir Nationaldemokraten widmen uns dagegen den Problemen der Gegenwart und der Zukunft. Am 27. Januar wird unsere Fraktion eine Tagung zur regionalen Entwicklung in der Oberlausitz durchführen und deshalb nicht an der Veranstaltung im Plenarsaal des Landtages teilnehmen."


Dresden, 10.1. 2006


Das ist doch schon oberkannte!!! Gegen Nazis


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 16:59 

Beiträge: 236
Der Text spricht für sich, für mich ist nur die immer frechere Wortwahl auf:

Zitat:
Nationaldemokraten

Unglaublich wie die Nazi's sich einfach Begriffe nehmen, davor ihr national hängen und dann so tun als wären sie eine Verbindung aus beiden Begriffen. Nationalkommunisten/Nationaldemokraten/Nationalbolschewiken, ach menno nennt euch wieder Faschisten, dann seit ihr wenigstens ehrlich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 16:59 

Beiträge: 2008
Zitat:
Die NPD-Fraktion erreichten heute mehrere Meinungsäußerungen zu diesem Thema. Ein Bürger schrieb z.B.: "Haben Landtagsabgeordnete nichts wichtigeres zu tun? Das Volk hat nichts von solchen Reisen! Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger und Rentner erwarten Lösungen für ihre nicht selbstverschuldete Lage."

Bestellte Meinungsäußerungen oder nur die gewollte und durch intensive Einflußnahme erreichte Dummheit vieler Mitmenschen?

Es handelt sich hier nicht um Lustreisen a la VW-Manager nach Brasilien. Dort wäre der Vorwurf eines fauligen Apfels angebracht. So ist das eine weitere Verhöhnung der Opfer des Naziregimes, genau des Regimes, die Apfel & Konsorten verherrlichen und zurück wünschen.

Schade, dass man solche "Meinungsäußerer" nicht dazu verdonnern kann, Auschwitz mal einige Tage zu besuchen und sich einiges von Zeitzeugen erzählen zu lassen. Vielleicht würden diese Menschen in Heulkrämpfe ausbrechen, ob ihrer überdimensionalen Dummheit.

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»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 16:59 

Beiträge: 45
Laut Kontrollratgesetz Nr 2 vom 10.10.1945 dürftete Ihr Faschisten schon längst nicht mehr
als Partei existieren! da heißt es "Die Neubildung iregnteiner der angeführten Organisationen(wie der NSDAP, die Verfasser), sei es unter dem gleichen oder unter einem anderem Namen, ist verboten". Man sollte überhaupt, sich für das Verbot aller Faschisten sich Stark machen. Das sind wir den unzähligen Opfer des Faschismus schuldig.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 17:00 
Held der Arbeit
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wer ist schlimmer?

die npd, die im landtag "nur" eine bühne hat um laut rumzuschreien, oder die cdu/spd, die ganz demokratisch das selbe machen, wie die npd es will.

mit den beschneidungen der grundrechte, etc und der ausländerpolitik unterscheidet sich die cdu/spd/... nicht von der npd/dvu/...!

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Bild ich liebe die liebe, die liebe liebt mich. und die, die ich liebe, die liebt auch mich! Bild


Otto Grotewohl, Ministerpräsident der DDR, zum 17. Juni 1953:
"Viele klassenbewußte Arbeiter, die Zeugen der Ereignisse des 17. Juni waren, erklärten: Wir haben manchen Streik erlebt, aber wo Arbeiterheime zerstört, volkseigene Geschäfte geplündert und rote Fahnen heruntergerissen und verbrannt werden, dort kann von einem Kampf um Arbeiterinteressen nicht mehr die Rede sein, dort ist der Klassenfeind am Werk."
("Otto Grotewohl - Im Kampf und die einige Deutsche Demokratische Republik - Reden und Aufsätze, Auswahl aus den Jahren 1945-1953", Dietz Verlag Berlin, 1954, Band III, S. 436/437)


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 17:00 

Beiträge: 20
Genau das habe ich schon im Thema "NPD pleiten" ausdrücken wollen - leider ist darauf niemand eingegangen.
Man sollte sich nicht an der NPD als Hauptfeind festbeißen.
Die NPD ist vielmehr ein lächerlicher desorganisierter Verein der ja schon beständig selbst mit der weiteren Eigendemontage beschäftigt ist und durch eine klare soziale Alternative problemlos niedergehalten werden kann, da seine einzige halbwegs wirksame Waffe eben die Sozialdemagogie ist.

Die wirklich gefährlichen und mächtigen Ansätze sitzen diesmals ganz woanders.
Man muss die Fakten sehen und sich nicht immer an historischen Vergleichen festbeißen.
Wer sagt denn, dass ein Faschismus wenn er denn errichtet wird (was hier noch länger nicht der Fall sein wird und wie ich denke darum auch sicher alles andere als unsere Hauptsorge sein sollte) immer etwas mit Nationalisten und Rassisten zu tun haben muss?
Die Kräfte die heute Sozial- und Rechteabbau propagieren und durchführen sind der Hauptfeind!
An CDU und SPD muss man vorbei kommen wenn man Deutschland zum Teil einer sozialistischen Welt machen will - CDU, SPD, FDP usw. sind ein großes Lager und haben Gruppen wie die NPD doch von oben bis unten durch die BRD-Geheimdienste in der Hand (man denke an das was im Verbotsprozess zu Tage kam) - zumindest können sie sie im großen Ausmaß kontrollieren und würden die Handfläche einfach zudrücken wenn die NPD einmal kräftiger gegen ihre Herrschaft pusten würde als es genehm ist.

Man sehe sich die paar scheinintellektuellen Ewiggestrigen und perspektiv- bzw. geistlosen Glatzen und Stammtischnationalisten einmal an aus denen die NPD besteht - untereinander Uneins und im Volk zu großen Teilen deutlich verachtet.
Und nun sehe man sich auf der anderen Seite einmal den bürgerlichen Staat mit seinem Polizei- Geheimdienst - und Militärapparat an.
Wer ist da der Gegner den es zu überwinden gilt?

Das System lacht sich ins Fäustchen während sich die Antifa bei jeder Demo brav mit den bösen Nazis schlägt anstatt diese Energie zu größeren Teilen auch einmal für den AntiKAPITALISTISCHEN Kampf aufzubringen und die sozialistische Alternative spätestens seit 1990 orientierungslos oder zumindest oft rückwärts orientiert in etlichen Splitterparteien durch die Gegend treibt - ebenfalls ohne diesen Kampf aufnehmen zu können.
Was wirklich Not tut ist aber eine gründliche Analyse der Fehler im real existenten Sozialismus - eine gründliche Analyse der gesellschaftlichen Strukturen an denen sich seit Lenin eine Menge getan hat und auf dieser Basis eine schöpferische marxistisch-leninistische Politik die ihr Hauptziel nicht in Vergangenheits- und Feindpropagandabewältigung sieht sondern die vorwärts strebt!

Jetzt könnte man sagen "Gut - fang doch mal an."
Ich gebe unumwunden zu, dass ich dazu noch nicht genug weiß - längst nicht genug was im Alter von 19 Jahren ja denke ich auch keine Schande ist wenn ich mir manche Altersgenossen anschaue.
Aber ich arbeite dran. Stern mit Nelke


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 17:00 

Beiträge: 45
Also ich will noch mal meinen Gedanke vertiefen, ohne vorweg zu sagen das ihe beide sowohl alex auch Cenk recht habt-keine frage, man muß das Übel an die Wurzel packen. Es ist nun mal der Kapitalismus; spricht die Herrschende Klasse die nicht daran interessiert sind für einen Verbot der Faschistischen Organisationen, weil sie diese Elemente brauchen.Zur Unterdrückung und Spaltung der Arbeiterklasse und Aufrechterhaltung ihres System. Es ist für mich doch auch keine frage, daß ich dabei in erster Linie für den Sozialismus kämpfen will und dafür eintreten will.Es ist auch wichtig nicht nur gegen faschistische Umtriebe,Ausländerhetze usw. vorzugehen, sondern auch für Völkerfreundschaft und Internationale Solidarität Aktiv zu werden wenn man das Asylrecht einschränken will und Abschiebeknäste einrichtet. Die SPD und Kirchen als auch die CDU haben immer die Losung "Fremde sind Freunde". Aber sind wirklich alle Fremde Freunde?Die Manager von General Motors aus den USA,die Arbeitsplätze in Europa vernichten oder die Manager aus Japan die auch in Europa Arbeitsplätze vernichten-sie sind Fremde, aber gewiss keine Freunde- sonder unsere Klassengegener!Faschisten, egal, ob sie aus Deutschland oder als graue Wölfe aus der Türkei stammen, sind allles andere als Freunde.Die SPD/ CDU ist auch nicht "Freundlich zu Asylbewerbern, die sie massenhaft abschieben lässt. Dise Losung "Fremde sind Freunde" soll ablenken vor den wirklichen Feinden der Massen-den Konzernen,Banken und dem bürgerlichen Staat. Die wirklichen Freunde sind die Arbeiter und die Volksmassen auf der ganzen Welt. Die losung der der Arbeiterbewegung heißt immer noch "Proletarier aller Länder vereinigt euch" und die ist tp aktuell. Und der Kampf,- der an alle ehrliche Antifaschisten gerichtet, für ein Verbot allern Faschistischen Organisation, schließt den anderen Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung-, Sozial-und Arbeitsplatzabbau, und für den Kampf des echten Sozialismus nicht aus.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 17:00 

Beiträge: 2008
Zitat:
wer ist schlimmer?

die npd, die im landtag "nur" eine bühne hat um laut rumzuschreien, oder die cdu/spd, die ganz demokratisch das selbe machen, wie die npd es will.

mit den beschneidungen der grundrechte, etc und der ausländerpolitik unterscheidet sich die cdu/spd/... nicht von der npd/dvu/...!

Selbstverständlich muss sich unser Kampf gegen das kap. System richten und damit gegen dessen Repräsentanten (CDU, CSU, FDP, SPD). Doch genauso wichtig ist, heute nicht die NPD und andere derartige Organisationen zu vergessen. Wenn es gelingt, die ausgebeuteten Massen gegen die oben genannten Repräsentanten zu organisieren und sie in die Enge zu treiben, dann werden sie die Faschisten raus lassen - ist nun mal ihr letzter Rettungsanker.

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Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 17:01 

Beiträge: 20
Zitat:
... dann werden sie die Faschisten raus lassen - ist nun mal ihr letzter Rettungsanker.

Naja - Faschismus meint ja nichts anderes als die offene Diktatur des Kapitals.
Warum sollte das Kapital für den Faschismus diesmal wieder eine nationalistische Bewegung brauchen die doch im Volk zum Glück derart verhasst ist?
"Faschistoide" Tendenzen bauen die etablierten Parteien ganz von allein auf - wenn man derzeitiges schon so nennen will - und das mitunter auch im Kampf GEGEN nationalistische Strömungen.
Ich denke in einer möglichen zukünftigen offenen Diktatur des Kapitals dienten die Menschen die wir heute Faschisten nennen eben so wie islamistische Extremisten eher als künstlich am Leben gehaltener und in seiner vermeintlichen Stärke aufgebauschter Gegner um immer neue volksfeindliche Gesetzte durchzubringen.

Das bedeutet natürlich NICHT, dass eine Herrschaft der NPD objektiv keine Diktatur des Kapitals wäre - allein wenn man bedenkt welche Ausmaße der Antikommunismus annähme wird das sehr deutlich.
Ich will damit viel mehr sagen, dass die werten Herrn Kapitalisten nicht dumm sind und diesmal auf ein ganz anderes Pferd setzen würden - der Weltlage und der Stimmung im Volk angepasst.
In Zeiten der nationalen Unterdrückung wie vor 33 eignet sich eine nationalistische Bewegung gut - heute eben nicht mehr.
Die wenigen Menschen die noch den Fahnen der NPD nachlaufen sind Menschen die OBJEKTIV für eine Diktatur des Kapitals eintreten, SUBJEKTIV jedoch zu großen Teilen denken genau das Gegenteil zu tun.
Das heute internationale Kapital hat an SO EINER Diktatur aber gar kein Interesse da sie heute seinen Lebens- und Profitinteressen widerspräche - profitieren würden höchtens die Kleinkapitalisten, auch wenn auch hier recht schnell deutlich werden würde, wie sich die Reaktionen der Handelspartner der BRD auf eine Machtergreifung der Nationalisten in Deutschland auf ihren Profit auswirkte - sicher alles andere als gut.
Ich denke sollte uns eine Dikatur des Kapitals ins Haus stehen wird sie eine internationalistische sein - gemäß der heutigen weltweiten Vernetzung des Monopolkapitals.

Vielleicht sollte man hier den historischen und den wissenschaftlichen Faschismusbegriff etwas mehr auseinanderdividieren.

Dass ganz davon abgesehen Nationalisten und Rassisten bekämpft werden müssen ist keine Frage.
Ich denke sie werden irgendwann im Zuge der stärkeren Ausbeutung des Volkes noch einmal durch ihre Sozialdemagogie als "soziale" Protestpartei(en) einen gewissen Aufschwung erhalten (was ja heute schon in Anfängen zu sehen ist und sicher noch deutlicher ausfiele wenn die NPD nicht so dämlich agierte - siehe Sächsischer Landtag usw.) - dann wird es aber gerade in Deutschland leicht sein sie bloß zu stellen und die Menschen gegen sie zu mobilisieren um die, die unzufrieden mit dem System sind nicht etwa Kriegsbrandstiftern sondern eben uns zuzuführen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 17:01 

Beiträge: 20
Zitat:
Ja wo denn, diese Parteien haben nur ihre Medien sind aber durch die Jahrelange Propaganda so stark geworden und sind deshalb so gefährlich!

Du sagst es - diese Parteien haben trotz ihrer asozialen Ausbeuterpolitik die bei den Menschen zu Recht Unmut hervor ruft einen prinzipiellen Rückhalt im Volk.
Die Medien sind gerade heute die entscheidende Kraft der politischen Beinflussung - die Medien fabrizieren ein Weltbild nach Maß der Ausbeuter.
Desweiteren liegen in den Händen besagter etablierter Parteien die Zügel eines umfassenden Staatsapparates inkulsive Militär, Polizei und Geheimdiensten - das Grundgesetz sieht eindeutig vor, dass jeder Deutsche ein "Widerstandrecht" hat wenn man versucht eben dieses Grundgesetzt abzulösen.
Das heißt wenn es hart auf hart käme und die Herrschaft dieser Parteien und ihres Systems ernsthaft bedroht wäre könnten sie ein enormes Zerstörungspotential über die progressiven Kräfte herein brechen lassen.
Der bürgerliche Staat ist doch durchaus nicht zahnlos.
Zudem muss man ihn doch auch als Glied der imperialistischen EU und des NATO-Kriegspaktes sehen - das hebt dies alles noch auf eine ganz neue Qualität.
Ich sehe vor diesem Hintergrund nichts was einen dazu verleiten könnte die Spielregeln dieser Parteien und ihres Staates nicht als ernst zu nehmende Herausforderung zu begreifen.

Bei der NPD sehen wir ein paar Schmalspurintellektuelle und Schläger, welche mehr oder minder hilflos am Rande der Gesellschaft zwischen bürgerlichem Staat (der in Form seiner herrschenden Klasse ganz andere (internationale) Pläne für den autoritären Ausbau seiner Herrschaft hegt) und im Volk durchaus nicht schwach vertretenem Antifaschismus zerrieben werden.
Das heißt aber natürlich nicht, dass die "rechte Szene" als solches nicht liquidiert gehört.
Ich versuche nur den Unterschied zwischen zunkünftig möglichen und historisch tatsächlichen Formen der Dikatatur des Kapitals aufzuzeigen und habe in meinen vorangegangenen Beiträgen begründet warum das Monopolkapital heute internationale Ambitionen für seine autoritären Strukturen hegt und hegen muss.
Weil es selbst international ist und wenig Interesse daran hat auf nationaler Ebene zerschlagen zu werden!

Zitat:
Diese Parteien stehen immer noch führ Demokratie, die NPD will eine Diktatur!


Welchen Grund hätten sie im Moment auch die bürgerliche Demokratie ablösen zu wollen?
Das Volk hält still, geht brav wählen und alle die an der Ausbeutung der deutschen Werktätigen gut verdienen sollen verdienen gut.
Die politischen Handlanger der Monopole führen faschistoide Regelungen auch nicht zum Spaß ein sondern tun dies wenn diese notwendig sind um ihre Interessen zu sichern.

Die NPD will eine Diktatur des NATIONALEN Kapitals - objektiv und formal gesehen - subjektiv will sie diese jedoch aus einem ideologischen Wust kleinbürgerlich-chauvinistischer Ansichten heraus, ohne (in den meisten Fällen) Einsicht in ihr tun zu haben - zumindest gilt dies für das dumme Fußvolk der Braunen.
Da das Monopolkapital das heute etwas zu sagen hat jedoch INTERNATIONAL organisiert ist, hat es an DIESER FORM der Dikatatur nicht das gerinste Interesse und bekämpft sie darum durch sein Werkzeug - den bürgerlichen Staat BRD.
Der nationalistische Faschismus ist nicht nur so reaktionär, dass er zu den Todfeinden eines jeden fortschrittlich denkenden Menschen gehören muss - er ist sogar SO reaktionär, dass die Entwicklung des Kapitalismus ihn in vielen Regionen der Erde überholt hat!
Damit hat er als ernst zu nehmende gesellschaftliche Kraft in Deutschland ausgedient!
Der heutige europäische Imperialismus ist kein nationaler Imperialismus sondern der Imperialismus eines internationalen imperialistischen Blocks unter Führung der USA und der NATO.
Die BRD ist in einem Ausmaß Teil dieses Systems, dass alles was dieses System angereift (und das tut der Nationalismus der NPD) auch die BRD angreift.
Das deutschte Kapital handelt nicht eigenständig sondern seine mächtigsten Elemente sind gleichzeitig die mit der umfassensten globalen Vernetzung und Ausbreitung.

Dies ist nun kein Auruf die politische Wachsamkeit gegenüber den Rassisten und Nationalisten einbrechen zu lassen - vielmehr ist es ein Aufruf zu sehen wohin die Resie mit dem großkapitalistischen Herrschaftsbestrebungen nun gehen mag - denn im Kampf gegen diese Bestrebungen wird der Sozialismus auf der Erde seinen Sieg erringen müssen!

Bei der Bewertung von politischen Kräften sollte man immer das Gesamtbild berücksichtigen und es vor allem vermeiden auch nur in Ansätzen bürgerlichen Totalitarismustheorien auf den Leim zu gehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 17:01 

Beiträge: 79
@Carsten

Zitat:
Die NPD will eine Diktatur des NATIONALEN Kapitals - objektiv und formal gesehen - subjektiv will sie diese jedoch aus einem ideologischen Wust kleinbürgerlich-chauvinistischer Ansichten heraus, ohne (in den meisten Fällen) Einsicht in ihr tun zu haben - zumindest gilt dies für das dumme Fußvolk der Braunen.

Was nun die NPD möchte oder nicht, ist vom Standpunkt des Kapitals nicht so wichtig,
"Nicht führ den Wähler".

Aber, die NPD ist schon gefährlich weil sie Wähler Stimmen bekommen hat, siehe mein anderen Thread, und was wird passieren wenn die PDS in 4 Jahren nur absitzt?
Die wähler werden eine andere Partei suchen, und wenn sich niemand anbietet mit gute Inhalte dann könnte es sein das sie Rechts wählen!
Aber das hab ich alles schon erwähnt, aber ich rauche ja zu viel, wie mann mir im anderen Thread unterstellt hat!


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 17:02 

Beiträge: 20
Ich behaupte in der BRD wird nichts gewählt werden, was die herrschende Klasse nicht gewählt haben möchte - dafür ist sie ja die herrschende Klasse.
Wenn die NPD zu stark wird, wird der bürgerliche Staat sie zerschlagen, da ihr Wirken den Interessen des internationalen Kapitals zuwider liefe.
Mit dem Staatsapparat und den Medien ist das kein Problem.
Die NPD hätte keinerlei Handhabe sich dagegen zur Wehr zu setzen.
Die BRD-Führung würde diesen Konflikt zudem für das Durchbringen neuer autoritärer Gesetze nutzen und sich vom Volk als Antifaschisten (auch wenn sie es anders nennen würden) feiern lassen.

Natürlich werden die Protestströmungen gegen das System aber überall anwachsen - durch Verwerfungen im politischen Bewusstsein der Massen und fehlende Bildung sowie sonstige soziale Faktoren bedingt sicher auch am rechten Rand, auch wenn das den Konflikt zwischen Nationalisten und bürgerlichem Staat weiter anheizte.
Da sind wir gefragt den Widerstand in die richtigen Bahnen zu lenken und alle anderen Parteien die sich gegen das etablierte System wenden (insbesondere natürlich die Rassisten und Nationalisten aber auch alle reformistischen Strömungen die die BRD als Staat erhalten wollen) in ihrem Einfluss bei den Massen zurückzudrängen - sie letztlich ganz auszuschalten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 17:02 

Beiträge: 236
Sehr interessante Gedanken sind das Carsten; so hab ich das noch nie gesehen. Jubelnder Stern


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 17:02 
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Beiträge: 628
Ich sehe das ähnlich wie Carsten: die faschistische Gefahr der Zukunft muss nicht unbedingt von der NDP ausgehen, aber ich will es auch nicht ausschließen. Ich kann mir durchaus vorstellen dass sich die NPD etwas in Richtung CDU bewegt und damit für das Kapital tragbar wäre.
Ich glaube allerdings nicht dass der Faschismus ohne Rassismus auskommen wird, denn er stellt ja eine Art Abwehr gegen die Arbeiterbewegung dar. Diesen Zweck kann er nur erfüllen, wenn er dem Klassenkampf ein eigenes Weltbild welches den Kapitalinteressen dient entgegensetzt. Und da bietet sich Rassenhass numal sehr gut an, da er zumindest in Teilen der Bevölkerung noch Rückhalt hat und andere "Alternativen" komplett aus der Luft gegriffen wären. Dass die NPD faktisch dem nationalen Kapital dient, halte ich für wenig problematisch, da der Imperialismus sowieso auf den 3.WK hinarbeitet (oder wieso müssen wir wohl seit einigen Tagen von der Stromversorgung aus dem Ausland unabhängig sein?!).

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 17:02 

Beiträge: 2008
Danke "1.Rote Garde" für Deine Steilvorlagen in diesem Thread. :-)

Diese ermöglichen Carsten die Dinge klar zu stellen, beim Namen zu nennen und die aktuelle globale politische und wirtschaftliche Situation sehr gut zu erklären. Ich gebe gern zu, so manches, was Carsten hier erklärt hat, war bei mir in den letzten Jahren mit Fragezeichen versehen. Vom Gefühl her, war ich der Meinung, dass hier das internationale Kapital eine wesentliche Rolle spielt oder dass es Gründe geben muss, dass die NPD nicht so erfolgreich ist , wie ihre Nazivorgänger vor 70 Jahren. Danke Carsten für Deine Geduld, diese Dinge mal richtig zu ordnen und hier darzustellen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 17:03 

Beiträge: 20
@ OPC


Quote:
Ich glaube allerdings nicht dass der Faschismus ohne Rassismus auskommen wird, denn er stellt ja eine Art Abwehr gegen die Arbeiterbewegung dar. Diesen Zweck kann er nur erfüllen, wenn er dem Klassenkampf ein eigenes Weltbild welches den Kapitalinteressen dient entgegensetzt. Und da bietet sich Rassenhass nun mal sehr gut an, da er zumindest in Teilen der Bevölkerung noch Rückhalt hat und andere "Alternativen" komplett aus der Luft gegriffen wären


In den USA mag der Rassismus einen politisch nennenswerten Rückhalt haben in manchen Regionen - das will ich nicht abstreiten.
In Deutschland jedoch hat er das nicht von diversen Randphänomenen der Gesellschaft einmal abgesehen - wenige Dinge sind hier allgemein so politisch unkorrekt wie Rassismus.
Der bürgerliche Staat bekämpft den Rassismus vehement - das kann man kaum in Abrede stellen.
Warum tut er das?
Weil seine Herren wie ich schon ausführte an der Nation kein Interesse mehr haben - weil ihr Imperialismus ein internationalistischer Imperialismus ist - der Imperialismus der NATO unter Führung der USA!
Die Feindbilder der heutigen Zeit sind nicht "der menschenfressende Neger" oder "der bolschewistische Jude" sondern der Nationalist (was uns nicht stört) und der "islamistische Terrorist", da die islamische Kultur (was immer man sonst auch von ihr denken mag) mit den Plänen des internationalen Imperialismus, die sich oft auch in nationaler Unterdrückung äußern in keiner Weise harmoniert.
All zu gern spricht man auch schon einfach von "ISLAMISCHEN Terroristen" anstatt sie Islamisten zu nennen.
Das neue Feindbild ist in erster Linie der Orient, denn seine ebenfalls reaktionären Potentaten und vor allem seine Völker leisten dem Zugriff des internationalistischen Imperialismus Widerstand - derweil sie gleichzeitig auf Ölreserven sitzen die, dieser Imperialismus zum Leben braucht - die er aufsäuft wie ein Verdurstender das Wasser.

Das Resultat ist naturgemäß die militärische Sicherung des Zugriffs auf die Ölquellen durch den NATO-Kriegspakt.
Afghanistan, Irak und bald Iran.
Andere Staaten werden in Form ihrer feudalen korrupten Herrscher faktisch gekauft und mit Garnisonen des internationalen Imperialismus unter Führung der USA besetzt - werden zum Aufmarschgebiet gegen die verbleibenden halbwegs souveränen Staaten.
Kuwait etc.

An die Stelle des in einer "kleiner werdenden" globalisierten Welt nicht mehr effektiven und anerkannten Rassismus tritt Antiislamismus und ein gewisser "Moralchauvinismus" wenn man es so nennen will.
Was brüllt der Imperialismus denn heute?
Was ist das Kriegsgeschrei seiner Truppen wenn sie in Staat um Staat einfallen?
"Freedom and Democracy!"
Es gibt wenn ich mich nicht irre auch ein nettes Gedicht von Brecht zu diesem Thema.

Und HIER sehen wir die neue Ideologie des Imperialismus vor uns - die Begründung für seine Kriege und die eigene Überlegenheit - den Ersatz des Rassismus - die westliche Kultur und das bürgerliche Demokratieverständnis.
Schön klingende Floskeln.
Heute ruft man auf "humanistisch" zum Krieg.

Und wo wir beim Thema sind:
Was ist denn die erste und effektivste Strategie des Imperialismus die Arbeiterbewegung nieder zu halten - und das seit Jahrzehnten und nicht erst seit gestern?
Insbesondere in Deutschland die "soziale Marktwirtschaft".
Ein weiterer "Beleg" für den hohen Stand der westlichen Gesittung und die Überlegenheit des imperialistischen NATO-Blocks - so soll es aussehen.
Die Kapitalisten sind doch nicht dumm.
Die wissen, dass sie besser verdienen und eine Revolution verhindern wenn sie es ihren Sklaven gut gehen lassen solange sie das können.
Wenn sie es weniger gut können für den Moment oder die Gefahr einer Revolution abnimmt (wie nach dem Ende der sozialistischen Staatengemeinschaft) schaut man wie weit man das Ganze wieder zurück drehen kann.
Was ist der Wahlspruch der herrschenden Klasse in diesen Tagen?
"Teile und herrsche!"

Sehen wir uns doch mal die Einflusssphäre des internationalen Imperialismus der NATO-Staaten an: sie umfasst einen Großteil der Erde - einen Teil der als einheitliches System begriffen werden muss.
Die Revolution in den Regionen in welchen die Herrscher des Systems sitzen wird durch das oben genannte "Teile und herrsche"-Prinzip verhindert.
Man züchtet sich eine Art "Stehkragenproletariat" von nationalem Ausmaß, dass geistig durch die Medien und finanziell durch die tatsächlich erfolgenden Leistungen völlig korrumpiert und seines Klassenstandpunktes beraubt wurde.
So lange man sich dies leisten kann und will funktioniert das wunderbar.
Ausgebeutet auf ebenso schonungslose Art wie einst die Europäer zu Lenins Zeiten werden hingegen die Bewohner der in der Einflusssphäre befindlichen Staaten der "zweiten und dritten Welt" - dort produzieren die Konzerne - dort wird Wertschöpfung betrieben!
In Europa administriert das Stehkragenproletariat diesen Akt - verwaltet ihn usw.
Eine "Dienstleitungsgesellschaft" entsteht die eigentlich gar keine Gesellschaft für sich ist sondern eben nur Teil einer globalen Gesellschaft.
Ein geschickt eingefädeltes System möchte ich meinen.

Das sind im groben doch die heutigen Taktiken des Monopolkapitals!
Das IST die Alternative zum rassistischen Nationalismus die wir heute schon vor uns sehen und die, sollte sie das denn tun auch so in faschistoide Strukturen hinübergleiten wird.
Eine Auflösung dieser globalen Vernetzung widerspricht den elementarsten Lebensinteressen des heutigen Monopolkapitals.
Nicht nur die Welt ist "kleiner" sondern das System der Ausbeutung längst ein globales geworden.
Das und nichts anderes meint "Globalisierung" im Jargon der Kapitalisten.

Das sind meine groben Gedanken dazu wie die Arbeiterbewegung heute niedergehalten wird und wie das System funktioniert.
Da hat sich viel getan.




Quote:
Dass die NPD faktisch dem nationalen Kapital dient, halte ich für wenig problematisch, da der Imperialismus sowieso auf den 3.WK hinarbeitet (oder wieso müssen wir wohl seit einigen Tagen von der Stromversorgung aus dem Ausland unabhängig sein?!).


Das national beschränkte Kapital hat jedoch nichts mehr zu melden in Deutschland sowie im Rest des imperialistischen Blocks mit Ausnahme der USA vielleicht deren national dominiertes Kapital die Führungsrolle der USA munter weiter ausnutzt.

Doch man schaue sich an wer Geld und Macht besitzt:
BMW, Daimler Chrysler usw. - ursprünglich urdeutsche Marken - alle weltweit vernetzt - "global player" das Ausbeutung - INTERnationales Kapital.
Wer kann heute noch sagen welche Marken deutsch sind und welche nicht in vielen Belangen?
Das könnte oft überall herkommen - und es kommt überall her.
Entwickelt in Deutschland - gefertigt in Indonesien - kassiert in der Schweiz ... als beliebiges Beispiel.
Wo ist das nationale Kapital denn, dass sich gegen diese Riesen durchsetzen könnte?
Insbesondere mit Forderungen eines im Volk verhassten Nationalfaschismus?

Und selbst die Kleinkapitalisten können sich die Tage bis zur Intervention der anderen Blockstaaten nach so einem Vorgang oder auch nur bis zu einem Handelsembargo und den Folgen für ihre persönlichen Profite an einer Hand abzählen.
Es existiert kein mächtiges rein nationales Kapital mehr.

Was du mit dem dritten Weltkrieg schreibst sehe ich anders - zumindest was den Krieg zwischen Großmächten angeht.
Die Atombombe hat dieses Kapitel des Imperialismus geschlossen, da auch ein Kapitalist nichts von der Vernichtung der Erde hat - sie ebenso fürchtet wie jeder andere Mensch.
Es kam ein Zeitalter des Gleichgewichtes der Kräfte zwischen dem fortschrittlichen und dem imperialistischen Block.
Nach der Zersetzung des fortschrittlichen Blocks von innen betreibt der imperialistische Block unter Führung der USA reinsten Neokolonialismus.
Imperialistische Staaten wie Russland haben ihre kleineren Interessenssphären mit dem NATO-Block sicher abgegrenzt.
Die Russen morden in Tschetschenien - die NATO mordet im Irak und bald im Iran.
Zwischen den imperialistischen Staaten gibt es höchstens ein gewisses Konkurrenzgerangel, mehr jedoch nicht.
Außerdem muss der NATO-Block natürlich immer aufbegehren wenn irgendwo medienwirksam ein Verstoß gegen die Doktrin von "Freedom and Democracy" - sprich gegen die Doktrin ihrer Hegemonie - erhoben wird.

Einen dritten Weltkrieg wird es jedoch nicht geben in nächster Zukunft - nicht zwischen Imperialisten - die haben sich darüber geeinigt wie der Rest der Welt zu verteilen sei.
Neokolonialismus aber eben Kolonialismus - das Wort "Schutztruppe" ist wieder in aller Munde.

Das wäre meine Meinung dazu.


Und wie geht es nun weiter?

Der nächste große Konflikt zwischen Imperialisten der sich dann doch anbahnen könnte, könnte ein Konflikt zwischen US- und EU-Imperialismus um die Vorherrschaft im Block sein.
Die Juniorpartner der USA verwandeln sich mehr und mehr auf einen Partner der gleiche Rechte will - wenn die europäische Einigung auch stockt und sich der US-Imperialismus für sich genommen zur Zeit noch deutlich agressiver expandiert.
Da müssen wir sehen was die Zeit bringt.


Und Kommunisten - was sollen die nun tun angesichts so einer Lage?
Den ML schöpferisch anwenden - und das ist manchmal wohl auch einfach weniger lesen und mehr hinschauen.
Fleißig analysieren und diskutieren sollte das Gebot der Stunde sein.
Die momentane Lage verstehen, die Fehler des real existenten Sozialismus in ihrem Wesen durchdringen - mit der Vergangenheit abschließen und sich auf der Basis der Marxismus-Leninismus neu zur Gegenwart positionieren.
Ein Aufbruch muss her - ein Neuanfang wenn man so will.
Dem globalen Imperialismus muss eine globale sozialistische Alternative gegenüber treten.
Ich behaupte der Kampf kann nur gewonnen werden wenn er genau koordiniert und den örtlichen Begegebenheiten angepasst in der "ersten" und "dritten" Welt gleichzeitig geführt und abgestimmt wird.
Die Gesellschaft ist global geworden, da die Produktion und ihre Verwaltung ein globaler Prozess geworden ist.
Dem muss wohl mehr entgegen treten als "nur" eine weitere "Internationale" - vielleicht ist die Zeit reif für eine globale Partei.
Über all das sollte man auf dieser Basis einmal diskutieren.

Nun könnte man mir vorwerfen weit vom Thema abgekommen zu sein - doch hängt das im Grunde eben alles zusammen. Wink


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 17:04 

Beiträge: 2008
Einen dritten Weltkrieg wird es jedoch nicht geben in nächster Zukunft - nicht zwischen Imperialisten - die haben sich darüber geeinigt wie der Rest der Welt zu verteilen sei.


Doch wird sich kein Imperialist je mit der getroffenen Verteilung auf Dauer zufrieden geben. Bei Strafe seines Untergangs muss er expandieren. So lange das nicht auf den Mond oder Mars möglich ist, muss er einem anderen Imperislisten wohl wieder etwas wegnehmen. Ob diese Kriege nicht doch ausufern können?

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»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 17:04 

Beiträge: 20
Zitat:
Doch wird sich kein Imperialist je mit der getroffenen Verteilung auf Dauer zufrieden geben. Bei Strafe seines Untergangs muss er expandieren. So lange das nicht auf den Mond oder Mars möglich ist, muss er einem anderen Imperislisten wohl wieder etwas wegnehmen. Ob diese Kriege nicht doch ausufern können?

Während du antwortetest habe ich meinen Beitrag noch einmal editiert und schrieb unter anderem:

"Und wie geht es nun weiter?

Der nächste große Konflikt zwischen Imperialisten der sich dann doch anbahnen könnte, könnte ein Konflikt zwischen US- und EU-Imperialismus um die Vorherrschaft im Block sein.
Die Juniorpartner der USA verwandeln sich mehr und mehr in einen Partner der gleiche Rechte will - wenn die europäische Einigung auch stockt und sich der US-Imperialismus für genommen zur Zeit noch deutlich agressiver expandiert.
Da müssen wir sehen was die Zeit bringt. "

Auf den Kolonialismus folgte irgendwann ja auch der erste Weltkrieg - doch heute ist das durch den internationalen Charakter des Kapitals schon etwas anderes geworden.

Darüber hinaus bin ich jedoch geneigt die NATO unter Führung der USA bis jetzt zumindest noch als einheitlichen Imperialismus aufzufassen.

Ich schreibe hier ja oft vom INTERNATIONALEN Imperialismus - das bringt zwangsläufig ein einheitliches Zusammenwachsen verschiedener imperialistischer Nationalstaaten mit sich - z.B. die EU.

Opfer sind bisher mit Staaten wie dem Irak hingegen ja auch durchaus solche die man als imperialistisch bezeichnen könnte - nur sind sie eben klein und hilflos im Vergleich zum NATO-Block der auf ihre Kosten expandiert.

Letztlich kann es auch so kommen, dass die internationale Entwicklung des Kapitals vollends globale Formen annimmt - an diesem Punkt expandierte niemand mehr territorial, denn die Erde wäre von einem einheitlichen kapitalistischen Staat bedeckt - darauf liefe es ja letztlich hinaus mit der Globalisierung - das ist meiner Ansict nach ihre (wenn auch negativ-utopische) Zielsetzung.

Vor diesem Hintergrund mag sich auch der Charakter der Forderung einer Weltrevolution verändern.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 17:04 

Beiträge: 236
Wenn man deine, Carsten, Vorhersage weiterentwickelt werden die internationalen Großkapitalisten sich, wenn sie die Erde untereinander aufgeteilt haben, gegenseitig bekämpfen, und dies auch mit Kriegen. Doch wie werden diese Kriege aussehen??? Ich vermute es werden kleinere Kriege in der 2. und 3. Welt bleiben. Man muss ja keinen Weltkrieg entfachen um massenhaft materielle Werte zu vernichten. Man kann ja auch einen kleinen Krieg führen, den aber mit gewaltigen Materialmengen. Man schießt in einem Land dann eben alles kurz und klein und dies auch noch mit modernster Technik. So verursacht ein kleiner Krieg hohe Kosten und verschlingt große Produktionskapazitäten, was ja ein Sinn eines imperialistischen Krieges ist. Es ist aber auch möglich, dass für die Atomwaffe, wie auf jede Waffe in der Geschichte, eine Abwehrmöglichkeit gefunden wird. Die U.S.A. arbeiten bereits seit längerem an einem Raketenabwehrschild, der Raketen aller Art, insbesondere Interkontinentalraketen, abfangen soll. Wenn es nun auch anderen imperialistischen Blöcken und Nationen gelingt einen Raketenabwehrschild zu errichten, wäre es vorbei mit dem Frieden.
Desweiteren hat Carsten davon geschrieben, dass imperialistische Mächte, die nicht zum vorherrschenden Block der Nato gehören, wie Russland ebenfalls ihre Einflussgebiete gegenüber denen der Nato abstecken. Diese Einflussgebiete sind aber geringer als die der Nato. Aber der russische Imperialismus wird, wie jeder andere Imperialismus, sich nicht mit einem zweitrangigen Platz in der Welt begnügen. Was passiert wenn China völlig vom sozialistischem Weg abkommt und auch ein Imperialistischer Staat wird. Was passiert wenn Indien auch weiterhin ein so hohes Wirtschaftswachstum hat und ebenfalls ein imperialistischer Staat wird. Dann haben wir es mit 3 weiteren imperialistischen Blöcken zu tun. Diese werden doch nicht ewig die Vorherrschaft der Nato und der U.S.A. anerkennen. Ich denke ein Krieg wird dann unvermeidlich sein.
Jeder Krieg bringt entsetzliche Not über die Völker, und die Not breiter Bevölkerungsschichten erzeugt revolutionäre Situationen. Der Kapitalismus bereitet jedes Mal wenn er eine Krise überwindet seine nächste, noch größere Krise vor. So hat es Marx geschrieben. Vielleicht ist die Krise, die kommt wenn die Welt unter den imperialistischen Blöcken aufgeteilt ist, die Letzte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 17:04 
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Beiträge: 628
Zusätzlich muss man dann noch die Spaltung des "Nato-Imp." in USA und EU Imperialismus - wie Carsten ja angemerkt hat - berücksichtigen.
Vielleicht geht das ja zu weit und ich leide schon an Imperialismusparanoia , aber ich würde z.B. den Deutschland-Frankreich-Widerstand gegen den Irak-Krieg (gemeint sind die Regierungen und Medien, nicht der ehrliche Demonstant) und auch die in den bürgerlichen Massenmedien wahrnehmbare latente Amerika-Kritik auch in diese Spaltung einordnen.
Ich glaube nicht dass der Imperialismus mittelfristig so relativ zivilisiert bleiben wird wie man ihn jetzt trotz Jugoslawien & Irak noch bezeichnen kann. Man muss sich nur mal vor Augen führen dass er vor 15 Jahren die halbe Welt "geschenkt" bekam und schon wieder auf dem besten Weg in Richtung Krise ist.

Im wesentlichen teile ich Carstens Meinung, ich habe nur den Begiff Rassismus etwas mißvertändlich benutzt, denn in Zukunft wird es natürlich nicht mehr mit pseudoboilogischer Argumentation gegen das Weltjudentum gehen. Aber einen Konflikt zwischen "Amis", "Alteuropäern", etc. liegt meiner Meinung nach bei der nächsten Neuaufteilung nicht jenseits des Möglichen. Der Imperialismus wird warscheinlich den Weg des geringsten Widerstands gehen und ob das dann ein Hakenkreuz- oder "SPD-Faschismus" wird kann ich nicht sagen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 17:05 

Beiträge: 20
Einen Gedanken meiner Überlegungen - und zwar meinen letzten in Bezug auf die Globalisierung - möchte ich hier dennoch noch einmal unterstreichen.

Dass, die Produktion ein internationaler Prozess geworden ist habe ich ja angerissen - ebenso schrieb ich meine grobe Sicht darauf wie das nun genau von Statten geht.

Der Imperialismus ist ein internationaler geworden.
Warum?
Weil das Momopolkapital sich international vernetzt und ausgebreitet hat.
Was passiert nun wenn diese Ausbreitung vollständig ist?
Was passiert wenn jeder Staat auf der Erde mehr oder weniger am Tropf der gleichen Konsortien und Kartelle hängt?

Ich denke oft hat man noch viel zu sehr das Bild von imperialistischen NATIONALSTAATEN im Kopf hinter denen nationale Kapitalisten a la Krupp stehen.
Heute verhält sich die Lage aber doch völlig anders.

Wir haben mit der EU und den USA im NATO-Block auf der einen und Einzelstaaten wie Russland und China (das meiner Meinung kapitalistisch IST) auf der anderen Seite zwar immer noch deutlich unterscheidbare imperialistische Fraktionen auf der Erde, was mittelfristig wie hier von OPC und sit auch ganz richtig ausgeführt und begründet wird und von mir schon angerissen wurde, zu größeren Konflikten führen KANN aber nicht MUSS.

Wieso nicht?
Wegen der Globalisierung!
Deutsche und chinesische Industrie arbeiten sehr gut und immer enger zusammen - Russland und die BRD (ein NATO-Blockstaat wie wir wissen) sind enge wirtschaftliche Partner - das beste Beispiel sind deutsche Firmen die mit russischen Firmen in Sibirien Gasquellen erschließen und ein deutscher Kanzler der nach seiner Abwahl einer deutsch-russischen Piplinegesellschaft vorsteht.
Der NATO-Imperialismus fürchtet die Abhängigkeit vom russischen Gas schon und murrt nach den Vorfällen mit der Ukraine - möchte unabhängiger sein - doch die Fakten sprechen bisher eine andere Sprache.
Die Wirtschaft des NATO-Blocks wächst mit der der blockfreien imperialistischen Mächte mehr und mehr zusammen.
Wenn am Ende überall die gleichen Konzernherren an der Ausbeutung verdienen in jedem Staat auf der Erde - wenn die Globalisierung abgeschlossen sein sollte in diesem Punkt - dann tritt ein EINZIGER Imperialismus - ein globaler Kapitalismus, als weltumspannende Macht auf und presst aus der Erde und ihren Werktätigen allen nur möglichen Profit heraus - nach dem von mir weiter oben dargelegten Schema.

Sollte man sich nicht Gedanken darüber machen ob die Globalisierung, wenn nicht mittelfristig so doch langfristig das Zeitalter der Kriege imperialistischer Mächte gegeneinander beenden könnte da die Konzerne die sich durchsetzen konnten weltweit agieren und ein homogenes Kartell bilden, dass seine Differenzen an den Börsen und nicht auf den Schlachtfeldern klärt - ein Kartell das am Ende hinter ALLEN Staaten steht und kosmopolitischen Charakter hat?

Das soll nun die Möglichkeit von zukünftigen Kriegen von Imperialisten gegen Imperialisten nicht negieren - es ist nur ein Gedanke zum langfristigen Charakter der Globalisierung - eines Prozesses der in der kapitalistischen Welt mindestens schon seit 1945 im Gange ist - der als seine ersten Kinder Montanunion, WEU und NATO gebar - dann die EU schuf usw.
Die Amerikaner wollten schon damals ihre "One-World"-Doktrin der Ausbeutung über die Menschheit bringen.

Dass die Welt "kleiner" wird und Nationalstaaten sich verbinden und verschwinden halte ich für eine positive Entwicklung die ohnehin gésetzmäßig eintritt - doch hier müssen wir eben den Klassencharakter der Entwiicklungen auf staatlicher Ebene richtig werten.

Was gegen die One-World-Doktrin der Ausbeutung hilft ist nichts anderes als die One-World-Doktrin des Sozialismus!
Sich im Kampf gegen die Globalisierung dazu verleiten zu lassen ausschließlich nationale Befreiungsbewegungen zu unterstützen wäre rückwärtsgewandt - die Kommunisten aller Nationen müssen an einem Strang ziehen - eine globale Lösung für ein globales Problem schaffen an dessen Ende die sozialistische Weltrepublik stehen könnte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 17:05 

Beiträge: 236
Wenn nun die Welt nicht mehr von Staaten beherrscht wird, sondern von großen Konzernen, dann werden die sich doch bekriegen,oder??? Um Absatzmärkte und Rohstoffe kämpfen, oder meinst du die lösen ihre Konkurrenz friedlich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 17:05 
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Beiträge: 4023
Zitat:
Wer sagt denn, dass ein Faschismus wenn er denn errichtet wird (was hier noch länger nicht der Fall sein wird und wie ich denke darum auch sicher alles andere als unsere Hauptsorge sein sollte) immer etwas mit Nationalisten und Rassisten zu tun haben muss?

Ich halte das für eine sehr berechtigte Frage. Der Faschismus als historische Erscheinung hat eine Vielzahl von Eigenschaften. Hier runter zählt auch (als entscheidender Indikator für seinen Machtantritt) die Funktion, die er für das Kapital ausübt. Wenn wir uns die Frage stellen, ob der Faschismus notwendig wiederkehren muß, müssen wir sehen, ob außer ihm nichts in der Lage ist, jene Funktion auszuüben.
Ich halte es für unmöglich, diese Frage für die Zukunft zu beantworten. Aber wir können sie für die Vergangenheit beantworten und dann gewisse Schlüsse ziehen.
Es gab im wesentlichen zwei Wirtschaftskonzeptionen in den imperialistischen Staaten der letzten 6 Jahrzehnte. Das war einmal der Neoliberalismus (Freihandel und wie man das noch nennt), dessen grundsätzliche Richtlinie darin besteht, den Staat aus der Verantwortung zurückzuziehen und dem Kapital weiten Raum zum Handeln zu überlassen. Zum anderen gab es den Stamokap (oder Keynsianismus), der darauf gerichtet war, die wirtschaftlichen Ungleichgewichte mittels einer starken und agressiven Politik des Staates - und zwar zugunsten des Kapitals - wiederherzustellen. Beide Formen haben gewisse Konsequenzen für die Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik. Beide Formen erzeugen eine einseitige Politik, die dann die jeweils andere als "Heilmittel" auf den Plan ruft. In diesem Wechselspiel werden Staatsverschuldung und Inflation immer weiter nach oben getrieben und die gesellschaftlichen Widersprüche fortwährend verschärft. (Genauers hierzu hat mal wieder der liebe Kurt Gossweiler geschrieben: http://www.kurt-gossweiler.de/artikel/keyn-rat.htm). Ein wenig verunschärft wird das Bild dadurch, daß diese beiden Formen der Wirtschaftspolitik auch gerne nebeneinander betrieben werden.
Ich bin wie gesagt weit entfernt davon, den Faschismus auf seine Funktion, Krisenregulativ des Kapitals zu sein, zu reduzieren. Aber in dieser Hinsicht ist der Faschismus wirklich nichts als eine extreme Ausprägung des Stamokap. Oder anders herum ausgedrückt: Der Stamokap hat in den letzten sechs Jahrzehnten immer mal wieder die Funktion des Faschismus übernommen.

Zum bei Marxisten leider häufigen Reduzieren des Faschismus-Begriffes auf die berühmte Dimitroff-Formel schreibt Gossweiler in seiner Eigenschaft als Faschismusforscher übrigens: die Kritiker der Dimitroff-Formel übersehen

"1. daß dieser Satz keine Faschismusdefinition, sondern (lediglich) die Kennzeichnung eines einzigen Aspekts des Faschismus, nämlich seines Klassencharakters ist, und zwar
2. des Klassencharakters des Faschismus an der Macht, also eines Herrschaftssystems."

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 17:05 

Beiträge: 462
ch hab diese Diskussion erst heut entdeckt und gelesen. Ich bin sehr überrascht. Hier wurden so viele offensichtliche Fakten genannt das dies unbedingt einem breiteren Puplikum zugänglich gemacht werden muss. Von der Qualität der Aussagen her muss dies in offensiv oder in der JW veröffentlicht werden. Wir müssen uns die Arbeit machen und die Essenz dieser Diskussion zu einem druckfähigen Artikel zusammenfassen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wir nicht nach Auschwitz fahren "Schande der NPD"
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 17:06 

Beiträge: 20
@ NumaPompilius:

Die Frage ist letztlich wie wir den Begriff "Faschismus" definieren wollen.
Da haben wir vor dem Hintergrund der hier gemachten Überlegungen eigentlich 2 Möglichkeiten:

1)

Wir beziehen den Begriff "Faschismus" explizit auf den historischen Faschismus wie es ihn z.B. in Italien und Deutschland gab. In diesem Fall ist die Diktatur des nationalen Kapitals nur ein Wesenszug dieses historischen Phänomens.
Die "Diktatur des Kapitals" in ihrer höchsten Form müsste also wissenschaftlich gesehen unabhängig vom Faschismusbegriff betrachtet werden.

Vorteil: Wir kommen Missverständnissen zuvor und entfremden den Begriff des Faschismus nicht völlig von seinem historischen Kontext als ursprüngliche Eigenbezeichnung nationalreaktionärer Strömungen.


2)

Wir setzen Faschismus mit "totaler Dikatatur des Kapitals" gleich und differenzieren im Angesichte der heutigen Situation zwischen verschiedenen Arten des Faschismus - insbesondere zwischen Nationalfaschismus und nicht nationalem bzw. bisweilen sogar antinationalem Faschismus.

Vorteil: Wir stellen vor den Augen der Welt nebeneinander was aus ein und dem selben Schoß gekrochen kam.



Eine Verquickung beider Sichtweisen ist hingegen fatal - sonst folgert am Ende noch jemand, dass das Kapital keine offene und totale Diktatur ausüben kann wenn es sich dabei nicht auf nationalistische Tendezen stützt - das hingegen ist Unsinn.

Ich denke was man bei der wissenschaftlichen Definition des Faschismus von Anfang an falsch gemacht hat, war, dass man das Ganze zu wenig abstrakt angegangen ist - man hat die Eigenbezeichnung einer Strömung die eine GANZ BESTIMMTE Dikatatur des Kapitals anstrebte mit dem generellen Phänomen der autoritären und totalen Diktatur des Kapitals faktisch gleichgesetzt.
Das hat nach dem Ende originär wirklich faschistischer Strömungen als politischem Machtfaktor die Marxisten-Leninisten merklich gehindert über den in diesem Punkt selbst gebastelten Tellerrand zu schauen.


@ sven:

Auf welche Überlegungen spielst du hier genau an?

Die Umwertung der Begrifflichkeit "Faschismus" für die totale Diktatur des Kapitals? (siehe die beiden obigen Möglichkeiten)

Den heutigen Charakter des Kapitals als internationalem Kapital, aus welchem eine Umgestaltung des Imperialismus in einen internationalen Imperialismus und im Hinblick auf eine mögliche autoriäte Zukunft die Notwendigkeit besagter Umwertung des "Faschismusbegriffes" resultiert?

Die daraus abgeleitete Natur der Globalisierung, welche wenn wir sie zuende Denken letztlich in einer Erweiterung und zeitgemäßen Anpassung der Leninschen Imperialismustheorie münden kann? "Absterben des nationalen Imperialismus zu Gunsten eines internationalen Imperialismus und letztlich sein Absterben durch das Hinüberwachsen in eine globale Einheitlichkeit des Kapitals" (auch Lenin war ja kein Prophet)

Die Aufgaben vor die uns diese neuen und möglichen kommenden Zustände stellen?

Oder einfach alles?


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