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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: Was haltet ihr von diesem Text?
BeitragVerfasst: Sa 12. Jul 2008, 10:52 
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Beiträge: 286
nachtrag: der text ist nicht von mir und ich hab auch nix mit denen zu tun - ich finde einfach den text interessant und stelle ihn hier zur diskussion.

Zitat:
Was ist eigentlich die Antifa?
veteran 10.07.2008 - 09:38
Mir geht es total gegen den Strich, was hier abgeht. "Antifa" kann viel heißen: "Antfaschismus", "Antifaschistische Bewegung" und bei den meisten Indymedia-Konsumenten ist mit "Antifa" die autonome antifaschistische Bewegung gemeint.
Die Autonomen haben den Antifaschismus aber nicht gepachtet. Und wenn sie sich untereinander streiten, macht es das Ganze nur noch absurder!

Muss man das Rad wirklich alle 3 Jahre neu erfinden?
Was spricht eigentlich für eine autonome Antifa-Gruppe gegen die folgende Positionierung der AAH, die entstanden ist, nachdem einige Urgesteine rausgegangen waren, die anschließend die Gruppe P.O.P. gründeten:


Zitat:
Grundsatz der Antifaschistischen Aktion Hannover [AAH]

Hiermit geben wir die Auflösung und gleichzeitige Neugründung der Antifaschistischen Aktion Hannover bekannt. Dies war notwendig, da die Diskussion um das Verhalten einiger Gruppenmitglieder in scheinbar persönlichen Bereichen gescheitert war und sich daraufhin Teile der Gruppe entschieden auszutreten.

Die Antifaschistische Aktion Hannover gab es als Gruppe von 2001 - 2004.
Nach 4 Jahren haben wir Resümee gezogen. Wir wollen die interne Diskussion einer Perspektive nach Außen durch die Veröffentlichung dieses Papiers transparenter machen.

Um unser Ideal von einer befreiten Gesellschaft durchzusetzen, organisieren wir uns in der AAH. Antifaschismus ist nahe liegender Zugang für viele Menschen zu linker Politik und bietet gleichzeitig eine Basis für Bündnisarbeit.
Unser Schwerpunkt liegt in der politischen Praxis. Wir machen uns ansprechbar durch öffentlich wahrnehmbare Aktivitäten. Wir werden weiterhin mit verschiedenen fortschrittlichen Gruppen und Organisationen zusammen arbeiten und Interessierten die Möglichkeit geben an unserer politischen Theorie und Praxis mitzuwirken. Wir wollen Informationen verbreiten, austauschen und verbindliche Organisationsstrukturen schaffen und ausbauen.

Wer vom Faschismus redet darf vom Kapitalismus nicht schweigen

Wenn die Herrschenden von Antifaschismus reden, reduzieren sie diesen auf die Ablehnung von Neonazis. Wir verstehen unter Antifaschismus mehr als nur die „Gemeinsamkeit gegen Nazis“.
Faschismus bedeutet Unterdrückung und Gleichschaltung, aggressiver Nationalismus und grenzenlose Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft und natürlicher Ressourcen in ihren extremsten Formen. Faschismus ist eine Option zur Aufrechterhaltung kapitalistischer Herrschaft.

In welcher Form auch immer: kapitalistische Verhältnisse sind Unterdrückungsverhältnisse!

Unterdrückungsmechanismen wie Sexismus, Antisemitismus und Rassismus existierten schon vor der Durchkapitalisierung der Gesellschaft. Da sie heute jedoch integraler Bestandteil der kapitalistischen Wirklichkeit sind, können sie zwar getrennt davon betrachtet, müssen jedoch im Zusammenhang begriffen und kritisiert werden.

Ziele des von uns definierten Antifaschismus:

Eine klassenlose Gesellschaft,
in der die Weltwirtschaft kollektiv geplant und organisiert wird,
das Privateigentum an Produktionsmitteln aufgehoben ist
und ein gleichberechtigter Austausch von Ressourcen, Wissen, und Gütern stattfindet.

Eine Gesellschaft ohne Staat(en),
von der Basis her organisiert und direkt verwaltet und damit vom Bewusstsein aller getragen.

Eine herrschaftsfreie Gesellschaft,
in der dem Faschismus alle sozialen, ideologischen und psychologischen Grundlagen entzogen sind.

Eine Gesellschaft in der das Konstrukt "menschlicher Rassen" aufgehoben ist und dem Bewusstsein der Nichtexistenz gewichen ist.
Es gibt keine kulturellen Grenzen. Verschiedene Kulturen entstehen aus denselben menschlichen Grundbedürfnissen und dürfen daher nicht zur Ab- oder Ausgrenzung benutzt werden.

Eine Gesellschaft in der sich Menschen als ein Teil der Natur begreifen,
in der sich Produktionsweise und Forschung am Interesse aller orientieren und gleichzeitig ökologisch vertretbar und Ressourcen schonend betrieben werden.


Organisiere Dich antifaschistisch!

Nazis bekämpfen zu wollen, ist nur eine Sache - das muss allen klar sein, die zu uns kommen wollen! Um in der Antifaschistischen Aktion Hannover Politik zu machen gehören Theorie und Praxis, Ernsthaftigkeit und Verbindlichkeit dazu! Das ist der Anspruch, den wir verwirklichen wollen!



Quelle: http://de.indymedia.org/2008/07/221791. ... #comments2

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Otto Grotewohl, Ministerpräsident der DDR, zum 17. Juni 1953:
"Viele klassenbewußte Arbeiter, die Zeugen der Ereignisse des 17. Juni waren, erklärten: Wir haben manchen Streik erlebt, aber wo Arbeiterheime zerstört, volkseigene Geschäfte geplündert und rote Fahnen heruntergerissen und verbrannt werden, dort kann von einem Kampf um Arbeiterinteressen nicht mehr die Rede sein, dort ist der Klassenfeind am Werk."
("Otto Grotewohl - Im Kampf und die einige Deutsche Demokratische Republik - Reden und Aufsätze, Auswahl aus den Jahren 1945-1953", Dietz Verlag Berlin, 1954, Band III, S. 436/437)


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 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von diesem Text?
BeitragVerfasst: Sa 12. Jul 2008, 11:38 

Beiträge: 2008
Ist eine Möglichkeit, linksinteressierte Menschen zusammen zu bekommen.
Die Ziele sind alle recht edel, aber doch etwas zu romantisch.

Mag ja sein, dass sich dass in fernster Zukunft mal realisieren läßt, aber "Eine Gesellschaft ohne Staat(en), von der Basis her organisiert und direkt verwaltet und damit vom Bewusstsein aller getragen." ist nicht der erste Schritt nach einer proletarischen Revolution.

Überhaupt fehlen mir die Aussagen, wie man die Ziele erreichen will. Nur vom Zusammenfinden und Demonstrieren wird kein Kapitalist seine Produktionsmittel freiwillig bereitstellen. Auch keinerlei Bezug auf eine wissenschaftlich fundierte Anleitung zum Handeln. Keine Aussage, auf welchen bisherigen geschichtlichen Erfahrungen man aufbauen will, welche man nutzen will.

Ist also mehr eine Sammlung/Aufzählung der Dinge, die man gut findet. Nur das allein - ich wiederhole mich - reicht nicht, um diese Ziele zu erreichen.

Kann ein Anfang sein ... aber wenn dann nicht die Erkenntnis wächst, dass man sich eigentlich gleich in einer KPD(B) organisieren sollte, was solls dann ... :redstar164:

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»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von diesem Text?
BeitragVerfasst: Sa 12. Jul 2008, 14:38 

Beiträge: 15
hm ... bin mit eurem Konzept net ganz zufrieden :o

Ich denke, dass der "revolutionäre Antifaschismus", d.h. Antifaschismus zur bekämpfung des Systems, Aufbau der Partei, Revolution ... (etc.) nicht wirkungsvoll ist.

Antifaschismus sollte sich auf antifaschistische Arbeit beschränken, d.h. es sollte nur ein Teilbereich sein, und nicht die gesammte Struktur für den Klassenkampf darstellen.

Es ist nicht nötig im Antifaschismus ( bes. bei Bündnissarbeit - Lob an euch, dass ihr bereit seit Bündnisse einzugehen, meiner Meinung nach ist jede Antifagruppe, die denk Strukturen wie die NPD ernsthaft angreifen zu können, ohne Bündnisse dabei einzugehen, ziemlich realitätsfern ) einen "revolutionären Konsens" zu finden oder sich auf "radikale" Organisationen zu beschränken.
Klar kommt die faschistische Gefahr nicht nur vom rechten Rand, sonder vorallem auch aus der bürgerlichen "Mitte", allerdings muss Klar sein, dass der Faschismus verhindert werden kann, unabhängig von einer Revolution oder nicht.

Die Entstehung des Faschismus ist ja kein "automatismus", sondern kann durchaus durch eine starke antifaschistische Basis, die eben nur mit Bündnissen enstehen kann, verhindert werden.

Klar ist natürlich, dass die tendenzielle faschistische Gefahr nur durch eine sozialistische Alternative ( :o nein ich bin kein trotzkist xD ) verhinert werden kann,
Ich möchte hier niemand vom Klassenkampf abhalten, allerdings sollte sich eine Antifa-Gruppe, eben auf den Antifaschismus beschränken .... gegen personelle Überschneidungen in andere Bereiche ist ja nichts auszusetzen =>

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"[...]daß nicht das Parlament, sondern nur die Arbeiterräte das Werkzeug sein können, mit dem die Ziele des Proletariats zu erreichen sind, und natürlich ist derjenige, der das bis jetzt noch nicht begriffen hat, der schlimmste Reaktionär, [...]"
Lenin, der "linke Radikalismus, die Kinderkrankheit im Kommunismus"


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 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von diesem Text?
BeitragVerfasst: Sa 12. Jul 2008, 17:23 
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Beiträge: 286
das ist nicht meine gruppe! ich habe nur etwas zitiert!

faschismus an der macht, ist die brutalste herrschaft des kapitals! (siehe dimitroffs rede) was ist für dich faschismus? in deinem beitrag wirds nicht konkret. ist faschismus rassismus? oder antisemitismus? oder führerkult? oder npd/nsdap? nein, es geht um die frage nach den ökonomischen interessen in einem system, sprich: für wen bzw. gegen wen und auf wessen kosten wird gewirtschaftet. die ökonomischen interessen gleichen sich im bürgerlichen system und im faschistischen system - nur geht es im faschismus um die maximalste profitmaximierung der kapitalistischen konzerne, diese wiederum nur über den krieg nach innen und außen klappen kann: kampf gegen jegliche fortschrittlichen kräfte im land, schaffung von feindbildern und krieg nach außen zur erweiterung der absatzmärkte, sicherung von rohstoffvorkommen und ausnutzung "fremder" arbeitskraft wiederum zur steigerung des profits.

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Otto Grotewohl, Ministerpräsident der DDR, zum 17. Juni 1953:
"Viele klassenbewußte Arbeiter, die Zeugen der Ereignisse des 17. Juni waren, erklärten: Wir haben manchen Streik erlebt, aber wo Arbeiterheime zerstört, volkseigene Geschäfte geplündert und rote Fahnen heruntergerissen und verbrannt werden, dort kann von einem Kampf um Arbeiterinteressen nicht mehr die Rede sein, dort ist der Klassenfeind am Werk."
("Otto Grotewohl - Im Kampf und die einige Deutsche Demokratische Republik - Reden und Aufsätze, Auswahl aus den Jahren 1945-1953", Dietz Verlag Berlin, 1954, Band III, S. 436/437)


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 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von diesem Text?
BeitragVerfasst: Sa 12. Jul 2008, 19:02 
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Beiträge: 286
was natürlich auch noch gesagt werden muss: die profitmaximierung bzw. überhaupt der profit sind natürlich nur möglich über das privateigentum an produktionsmitteln und damit die verwertung menschlicher arbeitskraft (und weiterer ressourcen) eben für den profit.

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Otto Grotewohl, Ministerpräsident der DDR, zum 17. Juni 1953:
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 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von diesem Text?
BeitragVerfasst: Di 15. Jul 2008, 20:49 

Beiträge: 15
joa genau ... die ökonomischen verhältnisse sind im faschismus die gleichen wie in der bürgerlichen demokratie ( also im standard kapitalismus ) ... aber die herrschaft ist eben anders.

parlamentarische demokratie ist mir um einiges lieber als faschismus, genosse =)

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