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Die Funktion des Faschismus im Klassenkampf
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Seite 1 von 1

Autor:  Jens [ Di 1. Apr 2008, 21:37 ]
Betreff des Beitrags:  Die Funktion des Faschismus im Klassenkampf

Die Funktion des Faschismus im Klassenkampf


Die faschistische Ideologie, die vor allem aus Nationalismus und Antisemitismus besteht, ist
eine Gegenideologie der besitzenden Klasse zur Ideologie der Arbeiterbewegung.
Der Nationalismus zerstört das Klassenbewusstsein und schafft ein Gemeinschaftsgefühl
zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten. Er ersetzt den Antagonismus Arbeiter-Kapitalist
durch den Antagonismus Nation-Jude. Die Juden, die man „Blutsauer“, “Würger“ und
„Parasiten“ nannte wurden als Volksfremde anstelle der Kapitalisten, für Armut, Ausbeutung
und Kriege verantwortlich gemacht.

Die NSDAP die sich sozialistisch und Arbeiterpartei nannte, hatte die Funktion die
faschistische Ideologie in die Arbeiterklasse zu tragen.


Zitate zum Beweis:


Der Vorsitzende der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und
Lokomotivenfabrikant Ernst von Borsig, der die NSDAP schon seit 1922 finanzierte, schrieb
am 12. März 1927 im Berliner Tageblatt:

Ich glaube in Hitler einen Mann gefunden zu haben, der „dazu beitragen könne, durch die
von ihm ins Leben gerufene Bewegung die Kluft zwischen den verschiedenen Volksschichten,
insbesondere durch Wiederbelebung der nationalen Gesinnung der Arbeiterschaft, zu
überbrücken.“
(1)



Der Generaldirektor und Mitglied des Präsidiums des Reichsverbandes der Deutschen
Industrie(RDI) Albert Vögler in einer Rede auf einer Tagung des RDI im März 1924:

„In den kommenden schweren Zeiten müssen unsere Arbeiter und Angestellten fest zu ihren
Betrieben halten. Sie müssen und werden zu der Überzeugung kommen, dass in der
Privatwirtschaft auch für sie die ertragreichste Wirtschaftsform gebildet ist. Es muß unsere
Aufgabe sein, die Arbeiterschaft wieder mit nationalen Geiste zu erfüllen. Die
Auseinandersetzungen über Lohn- und Tariffragen werden bleiben. Aber sind sie beendet,
dann wollen wir uns finden im gemeinsamen nationalen Denken.“
(2)



Der Führer der NSDAP Adolf Hitler im Gespräch mit dem Fürsten Eulenburg-Hertefeld am
24. Januar 1931 über seine Aufgabe:

„Worauf kam es denn in erster Linie an? Auf das Sammeln der breiten Massen!
Meine Hauptaufgabe war es, sie dem Marxismus zu entreißen, sie wieder nationalen
Gedanken zugänglich zu machen. Ich bin in diese vom Marxismus verhetzten Schichten
hineingestiegen und habe mit ihnen gerungen. Auf den Erfolg kam es mir an, nicht auf
die Methode, die mir immer wieder von Gegnern, nicht zum wenigsten von
Rechtsstehenden zum Vorwurf gemacht wird. Sollen doch die Herren, die meine
Methode bekritteln, in die Industriezentren gehen und den durch den Marxismus rasend
gemachten Massen auf ihre Methode beizukommen suchen!“
(3)



1923 schrieben die Großindustriellen Albert Vögler (ab 1926 Generaldirektor des größten
europäischen Stahlkonzerns Vereinigte Stahlwerke) und Fritz Springorum an den bayrischen
Ministerpräsidenten Gustav Ritter von Kahr, wie Kahr in seinen Erinnerungen schreibt:

sie „stünden Hitler, der mit seiner Bewegung eine Bresche in die sozialdemokratische
Arbeiterschaft geschlagen habe, sympathisch gegenüber, hätten ihn auch wiederholt
geldlich unterstützt, aber er dürfe keine Dummheiten machen.“
(4)



Auf die Frage nach dem Grund seiner Unterstützung für die NSDAP antwortete ein großer
Industrieller dem Jungkonservativen Edgar Julius Jung:

„Weil Hitler der Einzige ist, der den deutschen Arbeiter übers Ohr haut.“(5)



Am 19. November 1932 erfolgte eine Eingabe von 20 Industriellen an Hindenburg mit der
Aufforderung Hitler zum Reichskanzler zu ernennen. In der Eingabe hieß es:

„Wie erkennen in der nationalen Bewegung, die durch unser Volk geht, den
verheißungsvollen Beginn einer Zeit, die durch Überwindung des Klassengegensatzes
die unerlässliche Grundlage für einen Wiederaufstieg der deutschen Wirtschaft erst
schafft.“
(6)



Der Großherzog v. Mecklenburg-Schwerin schrieb im November 1932 an den
Reichswehrminister Kurt v. Schleicher:

„eins ist sicher: Hitler hat das unwiederbringliche Verdienst, breite Schichten der
Bevölkerung die sonst dem marxistischen oder kommunistischen Lager verfallen wären, in
ein nationales Denken getrieben zu haben.“
(7)



Ein anderer Großindustrieller der die NSDAP finanzierte, der größte Kohleindustrielle Emil
Kirdorf schrieb 1937 über Hitler:

„Vor allem befreite er uns von dem mörderischen Klassenkampf. Der ganz große Gewinn
im Innern ist in der Wiedererstehung und Wiedererstarkung der Volksgemeinschaft zu
erblicken.“
(8)



Auch die ausländische Bourgeoisie war vom deutschen Faschismus begeistert, so berichtet
Hitlers Dolmetscher Paul Schmidt in seinen Erinnerungen vom Nürnberger Parteitag 1936:

„Für mich war der Aufenthalt in diesem Hotel besonders anstrengend, weil ich auf sehr
viele Engländer und Franzosen stieß, die sich vor Begeisterung über Hitler kaum zu lassen
wussten […] Was sollte ich z.B. jener französischen Adligen sagen, die in höchsten Tönen von
Adolf Hitler und seiner braunen Gefolgschaft schwärmte, oder was sollte ich jenen
Engländern antworten, die sich ganz offen einen Hitler wünschten, um ihre Arbeiter in
England in Ordnung zu halten.“
(9)



1943 notierte der Diplomat und Vorstandsmitglied des Mitteleuropäischen Wirtschaftstages
Ulrich Hassell in seinem Tagebuch:

"Der Generaldirektor Loeser [Direktor bei Krupp], ein kluger klarblickender Mann,
erzählte neulich bei Popitz, die führenden Leute, an der Spitze natürlich der servile Krupp-
Bohlen und der kaltschnäutzig egoistische Zangen [Leiter der Reichsgruppe Industrie]
ständen beide Hitler, weil sie glaubten, auf diese Weise gut zu verdienen und die Arbeiter an
der Leine zu halten."
(10)



Quellen:

(1) Henry Turner, Die Großunternehmer und der Aufstieg Hitlers, Berlin 1985, S. 70 f
(2) Veröffentlichungen des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, Heft 21, April 1924, S. 38
(3) Kurt Gossweiler, Aufsätze zum Faschismus, Berlin 1988, S. 248 f.
(4) Georg Franz-Willing, Ursprung der Hitlerbewegung 1919-1922, Preußisch Oldendorf 1974, S. 288
(5) Joachim Petzold, Wegbereiter des deutschen Faschismus, Die Jungkonservativen in der Weimarer Republik, Köln 1983, S. 239
(6) Gossweiler, Aufsätze, S. 347
(7) Stephan Malinowski, Vom König zum Führer, Deutscher Adel und Nationalsozialismus, Frankfurt am Main 2004, S. 481
(8) Dieter Halfmann, Der Anteil der Industrie und Banken an der faschistischen Innenpolitik, Köln 1974, S. 18
(9) Paul Schmidt, Statist auf diplomatischer Bühne, Bonn 1949, S. 368
(10) Friedrich Gaertringen (Hrsg.), Die Hassell-Tagebücher 1938-1944, Aufzeichnungen vom Andern Deutschland, Berlin 1989, S. 351

Autor:  HamburgerJung [ Mi 2. Apr 2008, 07:35 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Funktion des Faschismus im Klassenkampf

Ich denke nicht, dass man nur den deutschen Faschismus betrachten und davon auf das Wesen des Faschismus im allgemeinen schlußfolgern kann.
So wird in Italien der Antisemitismus erst Mitte der 30er offizielle Politik. Und der israelische Faschismus (natürlich kann man darüber streiten ob man dazu Faschismus sagen kann) ist benutzt den Antisemitismus sicher nicht wie in deiner Theorie beschrieben. Inwieweit in anderen faschistischen Ländern der Antisemitismus genutzt wurde weiss ich nicht genau.

Außerdem halte ich mich lieber an Dimitrov: "Der Faschismus an der Macht ... ist ... die offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals"

Warum das Rad immer wieder neu erfinden?

Autor:  creek [ Mi 2. Apr 2008, 10:59 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Funktion des Faschismus im Klassenkampf

hm ... ich denke dass es nicht unbedinngt antisemitismus sein muss.
Würde die USA zbs. auf Faschismus umstellen, wäre die ideologische Massenbasis wohl eher Antiislamismus (gibts das wort?) als Antisemitismus.

(wobei zur zeit des deutschen Faschismus auch ansatzweise in Amerika Antisemitismus vorhanden war - sowei ich weiss)

Es sind eben die reaktionärsten Elemente in der Bevölkerung die wachgerüttelt und gefördert werden.
In Deutschland/Europa wars wohl der Antisemitismus, da ja seit dem Mittelalter (oder sogar davor) den Juden so gut wie jeder Job verwehrt wurde, sodass sie sich nur auf Bankwesen und Geldverleih spezialisieren konnten ... daher wohl auch "raffendes Kapital" ...

Autor:  HamburgerJung [ Mi 2. Apr 2008, 13:14 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Funktion des Faschismus im Klassenkampf

creek hat geschrieben:
In Deutschland/Europa wars wohl der Antisemitismus, da ja seit dem Mittelalter (oder sogar davor) den Juden so gut wie jeder Job verwehrt wurde, sodass sie sich nur auf Bankwesen und Geldverleih spezialisieren konnten ... daher wohl auch "raffendes Kapital" ...


Klar war das dritte Reich antisemitisch. Es ist aber das extremste Beispiel. Wie gesagt, es sah in Italien anders aus. Auch in Spanien und Portugal war der Antisemitismus denke ich nicht derart ausgeprägt. Diese Länder würde ich eher antisozialistisch denn antisemitisch nennen. Und in der Türkei ist der Antisemitismus meines Wissens nach auch nicht Staatsdoktrin. Sicher gibt es in jedem Land Antisemitismus, dass heißt aber noch lange nicht, dass der "Antagonismus Arbeiter-Kapitalist durch den Antagonismus Nation-Jude" ersetzt wurde.

Es gibt Historiker, die sehen den Hitlerfaschismus als so besonders an, dass sie ihn nicht in eine Reihe mit Franco, Mussolini, Sallazar, Pinochet, usw. stellen. Ob dies wirklich mit den Unterschieden, wie der krasse Antisemitismus oder der angeblichen antibürgerlichen Haltung, oder mit der Relativierung des Faschismus zu tun hat weiss ich nicht tendiere aber eher in Richtung der Relativierung.

Zitat:
Die faschistische Ideologie, die vor allem aus Nationalismus und Antisemitismus besteht
Also ist die Hamas, die ja auch vorallem auf Nationalismus und Antisemitismus setzt, auch faschistisch?

Ich finde es ist eine Theorie sehr vielen Mängeln, dass man sie so nicht stehen lassen kann.
Zitat:
Der Nationalismus zerstört das Klassenbewusstsein und schafft ein Gemeinschaftsgefühl zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten. Er ersetzt den Antagonismus Arbeiter-Kapitalist durch den Antagonismus Nation-Jude.

Wenn das so formuliert wäre: "Der NS versucht .... zu zerstören und versucht ... zu schaffen. Er versucht ... zu ersetzten. " sehe das schon anders aus, wäre aber auch nix neues.

Autor:  KleinAlex [ Do 17. Apr 2008, 15:20 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Funktion des Faschismus im Klassenkampf

creek hat geschrieben:

... Würde die USA zbs. auf Faschismus umstellen, wäre die ideologische Massenbasis wohl eher Antiislamismus (gibts das wort?) als Antisemitismus...



ich finds gut, dass kapitalistische staaten sich auf faschismus "umstellen" müssen, es also keine fließende entwicklung vom noch bürgerlich demokratischen hin zum faschistischen staat gibt.

:denknach:

Autor:  creek [ Do 17. Apr 2008, 22:38 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Funktion des Faschismus im Klassenkampf

KleinAlex hat geschrieben:
creek hat geschrieben:

... Würde die USA zbs. auf Faschismus umstellen, wäre die ideologische Massenbasis wohl eher Antiislamismus (gibts das wort?) als Antisemitismus...



ich finds gut, dass kapitalistische staaten sich auf faschismus "umstellen" müssen, es also keine fließende entwicklung vom noch bürgerlich demokratischen hin zum faschistischen staat gibt.

:denknach:


so war das mit dem umstellen nicht gemeint :oops: mein fehler

-> die Faschisierung ist ein permanenter Prozess im Imperialismus, aber der Übergang von der Bürgerlichen Demokratie zur offenen Kapitaldiktatur braucht eben eine gewissen ideologische Basis, und im Falle Amerikas wäre das wohl AntiIslamismus (gibts das wort?²)

Autor:  KleinAlex [ Fr 18. Apr 2008, 16:57 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Funktion des Faschismus im Klassenkampf

das interessante an dem wort "islamismus" ist, dass es in den wörterbüchern vor einigen jahrzehnten in keinster weise mit terror, frauenfeindlichkeit, etc. in verbindung gebracht wurde. die neudefinition gibt es erst, seit es die difamierungskampange gegen den islamischen glauben gibt.

in sofern sollte man bei wörtern wie "islamismus" oder "antiislamismus" vorsichtig sein. is ähnlich wie mit dem sog. "stalinismus".

aber an sich ist es sicherlich richtig, dass das neue feindbild (von der herrschenden klasse in die menge getragen) der islam als gesamtes, als religion ist.


und nochwas: es sind die usa und nicht amerika. ;)

Autor:  sven [ Sa 26. Apr 2008, 19:34 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Funktion des Faschismus im Klassenkampf

Zitat:
Der Faschismus an der Macht ... ist ... die offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals


Das geniale an dieser Faschismus-Definition ist, dass nach ihr auch eine Form der faschistischen Diktatur denkbar wäre, die ohne einen Rassismus auskommt. Jens schreibt ganz richtig dass die faschistische Ideologie "den Antagonismus Arbeiter-Kapitalist" ersetzt "durch den Antagonismus Nation-Jude". Mit was auf ideologischer Ebene der Antagonismus zwischen Kapital und Arbeit ersetzt wird, hängt von den konkreten gesellschaftlichen Randbedingungen ab und von der blühenden Fantasie der herschenden Klasse.

Zitat:
der israelische Faschismus (natürlich kann man darüber streiten ob man dazu Faschismus sagen kann)


Auf die Herleitung für diese Aussage bin ich jetzt aber gespannt.

Autor:  Woschod [ So 27. Apr 2008, 08:18 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Funktion des Faschismus im Klassenkampf

sven hat geschrieben:
Zitat:
Der Faschismus an der Macht ... ist ... die offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals


Das geniale an dieser Faschismus-Definition ist, dass nach ihr auch eine Form der faschistischen Diktatur denkbar wäre, die ohne einen Rassismus auskommt.


Siehe Spanien, Italien, Chile.

Autor:  Jens [ Mi 4. Jun 2008, 11:11 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Funktion des Faschismus im Klassenkampf

creek hat geschrieben:
hm ... ich denke dass es nicht unbedinngt antisemitismus sein muss.
Würde die USA zbs. auf Faschismus umstellen, wäre die ideologische Massenbasis wohl eher Antiislamismus (gibts das wort?) als Antisemitismus.


Denke ich auch, ich warte darauf das mir jemand erklären will unsere soziale Lage wäre vom Islam verursacht.

Autor:  Woschod [ Mi 4. Jun 2008, 15:47 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Funktion des Faschismus im Klassenkampf

Jens hat geschrieben:
Denke ich auch, ich warte darauf das mir jemand erklären will unsere soziale Lage wäre vom Islam verursacht.


Tut sie doch auch, oder? Weil die boesen Islamofaschisten unsere Freiheit bedrohen, sind wir gezwungen, Krieg gegen sie zu fuehren. Das tun wir aber gar nicht gerne, denn so ein Krieg kostet richtig toll viel Geld. Viel lieber wuerden unsere Bundestagsabgeordneten das Geld den Harz-IV-Empfaengern, Arbeitslosen, Kindergaerten und Krankenhaeusern geben. Wenn es nur die Islamofaschisten nicht gaebe...

Autor:  Jens [ Mi 27. Aug 2008, 00:36 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Funktion des Faschismus im Klassenkampf

Hab mal ein Video zur Funktion der faschistischen Ideologie gemacht:

http://www.youtube.com/watch?v=h8w1pvSI3Wc

Edit: habe ich gelöscht, werde ich verbessern.

Autor:  Jens [ Do 15. Okt 2009, 06:20 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Die Funktion des Faschismus im Klassenkampf

Hab ein Zitat zur Funktion des Antisemitismus gefunden:

Martha Dodd, die Tochter des amerikanischen Botschafters in Berlin William Dodd, zur NS-Zeit, schreibt in ihren Erinnerungen über eine Reise nach Ungarn:

"Da die Menschen schrecklich arm waren, der Krieg sie in den Bankrott getrieben hatte und ihre Nation unter ihren Nachbarn aufgeteilt war, kochte ihr potentieller Antisemitismus, der bis dahin nicht in Erscheinung getreten war, wieder hoch, und man konnte beobachten, wie die herrschende Klasse verzweifelt versuchte, die Folgen ihrer Ausbeutung und ihrer wirtschaftlichen und militärischen Fehlschläge den Juden zu Last zu legen. Der Land- und Industrieadel setzte auf Hitler, da er größere Angst vor dem Sozialismus als vor einer nationalen Auslöschung hatte."

Quelle: Martha Dodd, Meine Jahre in Deutschland 1933 bis 1937, Frankfurt am Main 2005, S. 229.

Martha Dodd, muss wissen worüber sie schreibt, denn sie bewegte sich in diesen Gesellschaftsschichten.

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