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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 14:46 

Beiträge: 181
Ich habe wirklich lange gesucht, konnte das Gesuchte aber nicht finden. Sehr ärgerlich ist das! Also, ihr kennt doch sicherlich alle die Aussage Gorbatschows:

Zitat:
"Mein Lebensziel war die Zerschlagung des Kommunismus“ (Ankara, Herbst 1999)


Diese Aussage lässt keine Entschuldigungsversuche gegenüber Gorbatschow zu, sie ist bezeichnend für die gesamte Politik, den gesamten Scheinsozialismus von Gorbatschow. Ich frage mich aber, ob er diese Aussage wirklich gemacht hat?! Ein Grund meines Zweifelns ist, dass Gorbatschow den Kommunismus zerschmettern wollte, wobei es noch gar keinen gab!? Das ist recht verwirrend. Wenn jemand von euch weiss, wo man das dazugehörige Textdokument finden kann, wäre ich sehr froh, davon in Kenntnis gesetzt zu werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 14:46 
Moderator

Beiträge: 384
Zitat:
Ein Grund meines Zweifelns ist, dass Gorbatschow den Kommunismus zerschmettern wollte, wobei es noch gar keinen gab!?

Also mit einem Textdokument kann ich zwar nicht dienen, und es ist auch gar nicht gesagt, daß es eines gibt, da der Satz, wie die knappe Quellenangabe vermuten lässt, in einer Rede gefallen ist. Wenn der obere allerdings Dein einziger Zweifel ist, dann zerstreue ich ihn gern. Und abermals:

Unter Kommunismus wird mindestens zweierlei verstanden: Zum einen der von Marx entwickelte Begriff, welcher den klassenlosen Zustand der Gesellschaft meint, und zwar nicht den ursprünglichen (manchmal als "Urkommunismus" bezeichneten), sondern denjenigen, den es zu erreichen gilt. (Und das, wie sich gezeigt hat, über die Staatsform des Sozialismus) Zum zweiten versteht man darunter auch die auf dieses Ziel hinarbeitende Bewegung, bestehend aus Kommunisten, organisiert in kommunistischen Parteien usf, daher ja auch die Namensgebung. Ein weiterer Sinn des Wortes wäre z.B. die dazugehörige Geisteshaltung, die sich zwar von Wortbedeutung Nr. 2 nur bedingt trennen lässt, aber dennoch als etwas eigenständiges verstanden werden kann und sollte.

Wir verstehen unter dem Wort Kommunismus also unter anderem

- einen Gesellschaftszustand
- eine Bewegung
- eine Haltung zur Welt

Vom 1. hast Du richtig gesagt, daß er noch nicht existierte, insofern auch nicht zerschlagen werden konnte. Und so mächtig der große Gorbi auch war, in den Köpfen der Leute die Gedanken selbst zu zertrümmern vermochte nichtmal er. So, und nun haben alle Rätselfreunde noch drei Versuche, zu erraten, was uns-Micha wohl gemeint haben könnte, als er diesen Satz sprach/nicht sprach/wie auch immer.

Davon aber mal ganz abgesehen: Besteht auch noch der geringste Zweifel an Gorbatschows Weltanschauung? Ob er die Äußerung nun getätigt hat oder nicht ist doch Jacke wie Hose.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 14:47 
Held der Arbeit
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Beiträge: 286
gorbatschow hat dies wirklich gesagt. in interviews danach, ich glaube im spiegel, wurden diese aussagen noch weiter verfestigt.

kommunismus nach bürgerlicher propaganda war alles östlich der mauer. es interessiert und hat nicht zu interessieren, dass es vor dem kommunismus eine gesellschaftsordnung gibt, die den übergang vom kapitalismus zum kommunismus ebnet.

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Bild ich liebe die liebe, die liebe liebt mich. und die, die ich liebe, die liebt auch mich! Bild


Otto Grotewohl, Ministerpräsident der DDR, zum 17. Juni 1953:
"Viele klassenbewußte Arbeiter, die Zeugen der Ereignisse des 17. Juni waren, erklärten: Wir haben manchen Streik erlebt, aber wo Arbeiterheime zerstört, volkseigene Geschäfte geplündert und rote Fahnen heruntergerissen und verbrannt werden, dort kann von einem Kampf um Arbeiterinteressen nicht mehr die Rede sein, dort ist der Klassenfeind am Werk."
("Otto Grotewohl - Im Kampf und die einige Deutsche Demokratische Republik - Reden und Aufsätze, Auswahl aus den Jahren 1945-1953", Dietz Verlag Berlin, 1954, Band III, S. 436/437)


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 14:49 

Beiträge: 181
Na, dann, dankeschön! Kennt ihr vielleicht andere Interviews oder Reden von Gorbatschow, die schriftlich dokumentiert sind und den Schluss zulassen, dass er ein Antikommunist war?

Ich zweifle nicht daran, aber ich muss eben jemanden davon überzeugen, dass dies auch so war.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 14:50 

Beiträge: 181
Wieviele Bücher will dieser Wurm eigentlich noch schreiben, bis er endlich den Löfel abgeben wird?

http://www.cosmopolis.ch/cosmo8/Gorbatschow.htm

Was ich witzig finde:

Zitat:
Gorbatschow. Wie es war.
Das neueste Buch des ehemaligen Kremlherrschers


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 14:51 

Beiträge: 237
Zitat:
Ich zweifle nicht daran, aber ich muss eben jemanden davon überzeugen, dass dies auch so war.

Da gibts auch andere Argumente. Zunächst mal die geschichtlichen Vorgänge in der Zeit, in welcher dieser Erzverräter Generalsekretär war. Zudem die Tatsache, daß er von den imperialistischen Herrschern und ihren politischen und Medienlakaien heute hofiert wird. Da würde es seiner eigenen Aussagen noch nicht einmal bedürfen, ihn als Antikommunisten zu enttarnen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 14:51 

Beiträge: 181
Das traurige ist, dass es "Sozialisten" gibt, die den Sozialismus als etwas gutes sehen, die Propaganda des Kapitalismus' jedoch nicht anzweifeln. Im Sinne von:"Wenn Gorbatschow sagte, dass man den Sozialismus reformieren musste, dann war das auch so." und "Stalin war ein Genie, doch auch ein Massenmörder." Der, welcher sich dann ärgert bin seltsamer weise immer ICH. Und was will man dem entgegenbringen? "Nimm dir eine andere Quelle als die bürgerlichen Bücher!"? Die Antwort auf das ist wiederum sehr ernüchternd: "Die Gorbatschow-Kritiker sind doch alle Erzkommunisten." Mit anderen Worten also ebenfalls nicht glaubwürdig. Und dann spielt der kapitalhörige potentielle Sozialist seine letzte Karte aus, die wiefolgt lautet:"Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen." An diesem Punkt lohnt es sich nicht weiter zu diskutieren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 14:51 
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http://www.jungewelt.de/2000/09-26/015.shtml

Es ging um eine Rede, die Michail Gorbatschow 1999 in der Amerikanischen Universität in Ankara gehalten haben soll. Laut Wiedergabe in den Zeitungen Dialog, Prag, und Prawda Rossii, Moskau, stehen darin Sätze wie diese: »Mein Lebensziel war die Zerschlagung des Kommunismus, der eine unerträgliche Diktatur über das Volk ist. In dieser Haltung hat mich meine Ehefrau unterstützt und bestärkt, die diese Meinung schon früher als ich hatte. Am meisten konnte ich dafür in den höchsten Funktionen tun. Deswegen empfahl meine Frau Raissa mir, mich um immer höhere Funktionen zu bemühen. Als ich den Westen persönlich kennengelernt hatte, war meine Entscheidung unumkehrbar...« - Die Echtheit des Textes wird von den einen bezweifelt, von anderen für wahrscheinlich gehalten. Trotz oder wegen der flachen Diktion?

Übrigens war meines Wissens nach damals die "Die Rote Fahne" der KPD die erste deutsche Zeitung, die das in D. öffentlich machte.

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“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 14:52 

Beiträge: 181
Zitat:
Die Echtheit des Textes wird von den einen bezweifelt, von anderen für wahrscheinlich gehalten.

Ich bin einer von denen, die die Echtheit anzweifeln, wenn mir das gestattet ist. Ich schliesse die Möglichkeit nicht aus, dass er derartige geistigen Auswürfe getätigt hat. Allein schon nicht wegen seiner Unfähigkeit ein Land zu führen ABER etwas stört mich dennoch. Nämlich, dass er in seinem Buch "Perestroika" auf Deutsch Veränderung aus dem jahre 1986 oder 87 war es, glaube ich, ganz andere Töne gespuckt hat. Er redete von Anneherung der Mächte, von gegenseitigem Verständnis und er redete auch von der US-Propaganda, welche die UdSSR verleumde. Er sagte zudem, dass die Wirtschartskrisen der UdSSR erst in den 70er Jahren zum Vorschein gekommen wären und vorher ein riesiger Aufbau stattgefunden hätte. Und alle diese Informationen beziehe ich alleine aus dem Vorwort von perestroika. Hört sich das so an, als wolle er den Kommunismus zerstören? Wohl kaum.

Es kann natürlich auch sein, dass er das eine schreibt und das andere denkt, seiner Gesundheit wegen....

Deshalb weiss ich nicht recht, was ich glauben soll, stelle die Wahrheit der Aussage in Frage aber schliesse sie nicht aus.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 14:52 
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Das Ergebnis, die Konterrevolution, lässt mich an diesem Text nicht zweifeln.

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 Betreff des Beitrags: Re: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 14:53 

Beiträge: 181
Zitat:
Das Ergebnis, die Konterrevolution, lässt mich an diesem Text nicht zweifeln.

Doch KÖNNTE es denn nicht sein, dass Gorbatschow die Konterrevolution verhindern wollte, aber nicht im Stande dazu war? Dass er sozusagen einfach unfähig war? Ob es so ist, weiss ich nicht.

Man sollte auch sagen, dass Gorbatschow getürzt wurde. Vom Jelzin der Karnevallnase.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 14:53 
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Juri Du meinst, sein Handeln steht im Widerspruch zu dem, was er gesagt hat?

Gut, dann zitiere ich mal aus obigen Interview den Herrn Gorbatschow persönlich:

Und Gorbatschow musste das Schiff der Perestroika durch die Klippen steuern. Dabei konnte man noch nicht Dinge ankündigen, für die das Volk noch nicht reif war. Man hätte mich für verrückt erklärt, das Volk wäre zerrissen worden, es hätte zum Bürgerkrieg kommen können. Man musste Geduld zeigen, bis die Parteibürokratie so entmachtet war, dass sie das Rad der Geschichte nicht mehr zurückdrehen konnte. Am Ende hatte die Partei zum Fahren nicht mehr genug Dampf, ihre Kraft reichte gerade noch, ein letztes Mal die Hupe zu betätigen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 14:53 

Beiträge: 181
Dann ist es so, dass er das eine sagte und das andere tat. Das ist Hochverrat! Stern mit Eispickel


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 14:54 
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Zitat:
Das ist Hochverrat!

Genau so ist es.

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 Betreff des Beitrags: Re: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 14:54 

Beiträge: 181
Hast du vielleicht das gesamte Interview? Ich muss es jemandem vorlegen, der sehr, sehr skeptisch ist, du verstehst sicherlich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 14:56 

Beiträge: 181
Abschliessend und zusammenfassend ist vielleicht für die Besucher zu sagen:

Gorbatschow, der Befreier unterdrückter Völker, ein wahrer Kommunist?

Nein! Ein Antikommunist und gerissener Heuchler!

Was war Michail Gorbatschow? „Der letzte Parteichef der UdSSR, eines veralteten, überholten Systems, welches nicht mehr zu retten war.“, „Er hat dennoch alles daran gesetzt, die UdSSR zu retten.“, solche oder ähnliche Aussagen hört man heute häufiger denn je, wenn es darum geht Gorbatschow zu charakterisieren. Doch wer ist Gorbatschow in Wirklichkeit? Was waren seine Ideen, was seine Wertvorstellungen? Was und womit wollte er seine Ziele erreichen? Vorweg ist zu sagen, dass er mit seiner Perestroika und seinem Glasnost die Auflösung der UdSSR bewirkt und einen wirtschaftlichen Rückgang in allen ehemaligen Sowjetrepubliken hervorgerufen hat. Ob er auf die Auflösung der UdSSR hingearbeitet hat oder ob er die UdSSR retten wollte, das ist es, was ich in diesem Text thematisiere – die zentrale Frage schlichtweg!

Je nach Quelle kommt man natürlich zu einem anderen Resultat, zum wahren nur durch Denken. Gorbatschow schrieb in seinem 1987 erschienenen Buch Perestroika (Umgestaltung) sinngemäss, die Krisen, die in den 70er Jahren entständen seien, häuften sich und gefährdeten die Sowjetunion. Diese Krisen seinen nur über Reformen zu überbrücken, schrieb er unter anderem. Durch die Perestroika eben. Weiter appellierte er an die USA keine Verleumdungen gegenüber der UdSSR zu betreiben, da dies dem Völkerverständnis nur schade. Kurzum gesagt ist in den Schriften aus Perestroika absolut kein Antikommunismus, noch nicht mal antikommunistische Tendenzen auszumachen. Das ist bei nüchterner Betrachtung auch nicht weiter verwunderlich, da eine antikommunistische Version des Buches Perestroika die Absetzung von Gorbatschow als Staats-und Parteichef der UdSSR bewirkt hätte. Dessen war sich der Meister Gorbatschow bewusst, wie man aus einem späteren Interview feststellen kann, in dem er unter anderem

Zitat:
„Und Gorbatschow musste das Schiff der Perestroika durch die Klippen steuern. Dabei konnte man noch nicht Dinge ankündigen, für die das Volk noch nicht reif war. Man hätte mich für verrückt erklärt, das Volk wäre zerrissen worden, es hätte zum Bürgerkrieg kommen können. Man musste Geduld zeigen, bis die Parteibürokratie so entmachtet war, dass sie das Rad der Geschichte nicht mehr zurückdrehen konnte. Am Ende hatte die Partei zum Fahren nicht mehr genug Dampf, ihre Kraft reichte gerade noch, ein letztes Mal die Hupe zu betätigen.“


Solche Aussagen auswarf. Diese Aussagen zeigen, welch Mensches Kind Herr Gorbatschow in Tat und Wahrheit war. Selbst bezeichnet er sich als Sozialdemokrat. Das alleine sollte ausreichend sein, um ihm die Sabotierung des SU-Systems vorzuwerfen. Natürlich konnte er seinen konterrevolutionären Ideen zu diesem Zeitpunkt noch keinen verbalen noch schriftlichen Ausdruck verleihen. Er wäre vom Volk verrissen worden, das sagt alles aus. Das Volk stand hinter dem Sozialismus, das wusste Gorbatschow. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Jetzt wissen wir, dass Gorbatschow kein Kommunist war, doch was ist er dann? Lassen wir ihn das am besten selbst anhand eines Interviews beantworten:

Achtung! Folgendes Textstück entstammt einer Rede Gorbatschows aus dem Jahre 1999 aus der Amerikanischen Universität von Ankara und dessen Richtigkeit ist umstritten, wenn auch wahrscheinlich. Er soll folgende Aussagen geäussert haben:

Zitat:
Rede Gorbatschows vor der Amerikanischen Universität von Ankara (1999)

„Mein Lebensziel war die Zerschlagung des Kommunismus, der eine unerträgliche Diktatur über das Volk ist. In dieser Haltung hat mich meine Ehefrau unterstützt und bestärkt, die diese Meinung schon früher als ich hatte. Am meisten konnte ich dafür in den höchsten Funktionen tun. Deswegen empfahl meine Frau Raissa mir, mich um immer höhere Funktionen zu bemühen. Als ich den Westen persönlich kennen gelernt hatte, war meine Entscheidung unumkehrbar...“


Die Echtheit des folgenden Textes ist hingegen unumstritten und sagt viel über das Wesen von Gorbatschow aus:

Zitat:
SPIEGEL-Interview mit Michail Gorbatschow Jahr?

SPIEGEL: Michail Sergejewitsch, [...] Sie waren als Generalsekretär der KPdSU 1985 einer der mächtigsten Männer der Welt. Sie haben einen großen Prozess der friedlichen Transformation eingeleitet, der abgebrochen ist; es kam zu Blutvergießen. Warum ließ sich die kontrollierte Entwicklung nicht mehr fortsetzen?

GORBATSCHOW: Ein großer Bewusstseinswandel hatte stattgefunden. Bei dem Versuch, das neue Denken in die Praxis umzusetzen, kam die Revolution von oben zum Stillstand. Jetzt ging es darum, das ganze Volk einzubeziehen, damit die Nomenklatura den Reformprozess nicht abwürgen konnte.

SPIEGEL: Das System begann sich zu wehren.

GORBATSCHOW: Die Parteibürokratie, die Ministerien, all diese Lehnsfürsten leisteten Widerstand. Auch die Industrieherren, die Direktoren, fürchteten um ihre Macht. Es war wie der Sturm in der Taiga: In den Wipfeln rauschte es, am Boden aber blieb es still. So war es schon hundert Kilometer hinter Moskau.

SPIEGEL: Den einen ging es zu langsam, den anderen war alles zu radikal.

GORBATSCHOW: Und Gorbatschow musste das Schiff der Perestroika durch die Klippen steuern. Dabei konnte man noch nicht Dinge ankündigen, für die das Volk noch nicht reif war. Man hätte mich für verrückt erklärt, das Volk wäre zerrissen worden, es hätte zum Bürgerkrieg kommen können. Man musste Geduld zeigen, bis die Parteibürokratie so entmachtet war, dass sie das Rad der Geschichte nicht mehr zurückdrehen konnte. Am Ende hatte die Partei zum Fahren nicht mehr genug Dampf, ihre Kraft reichte gerade noch, ein letztes Mal die Hupe zu betätigen.

SPIEGEL: Demnach war die Macht der Nomenklatur gebrochen.

GORBATSCHOW: Und da ist mir die russische Führung in den Rücken gefallen. Das russische Parlament berief sich darauf, dass seine Gesetze über den Gesetzen der Union stünden. Ich habe Jelzin entgegengehalten, die Union kann nicht ohne Russland existieren, Russland aber auch nicht ohne die Zusammenarbeit mit anderen Republiken, sonst droht Russland der gleiche Leidensweg, wie ihn die Union gehen musste. Genau das, was ich damals, im Dezember 1991, vorausgesagt habe, ist eingetreten. Diese Entwicklung war also kein Zufall und auch keine historische Notwendigkeit.

SPIEGEL: Die Union ist tot...

GORBATSCHOW: ... aber das Land lebt noch. Krank, verwundet, gelähmt - aber es ist noch am Leben. Das, was an alten Unionsbeziehungen noch vorhanden ist, bewahrt uns vor der Katastrophe. Die Ukraine, Kasachstan, Litauen - sie stecken alle in einer tiefen Krise.

SPIEGEL: In Litauen haben aber gerade eben Kommunisten eine freie Wahl gewonnen. Was wünschen Sie sich mehr?

GORBATSCHOW: Wer da gewonnen hat, das sind nicht mehr die alten Kommunisten. Sie nennen sich auch nicht mehr so. Ehemalige Kommunisten sind wir alle, auch Jelzin [...].

SPIEGEL: Michail Sergejewitsch, Sie sind kein Kommunist mehr?

GORBATSCHOW: Wenn Sie meine Aussagen nehmen, dann wird Ihnen klar, dass meine politischen Sympathien der Sozialdemokratie gehören und der Idee von einem Sozialstaat nach der Art der Bundesrepublik Deutschland.

SPIEGEL: Wie bitte?

GORBATSCHOW: Ich möchte Ihr Land nicht idealisieren, aber ich bin für einen Staat, der für soziale Sicherheit sorgt, einen Rechtsstaat mit einem funktionierenden Parlamentarismus, der eine Föderation von weitgehend selbstständigen Bundesländern mit einem kräftigen Zentrum darstellt. [...] Und ich habe Hochachtung für das starke demokratische Bewusstsein der Bevölkerung, die sich den Neonazis widersetzt. Bei grundsätzlichem Bekenntnis zum Liberalismus greift der deutsche Staat aktiv in das soziale Leben und in die Volkswirtschaft ein, ich halte das für richtig.

SPIEGEL: [...] Was betrachten Sie als Ihr größtes Versäumnis, solange Sie noch an der Macht waren?

GORBATSCHOW: Wir kamen zu spät mit der Parteireform. Wir haben die Schwierigkeiten des Reformprozesses in der multinationalen Föderation unterschätzt - diese Dinge haben uns die Separatisten aus der Hand genommen. Auch in der Wirtschaftspolitik hätte man damit anfangen müssen, Landwirtschaft, Lebensmittel- und Leichtindustrie zu reformieren.


Gorbatschow sagte: „Die Parteibürokratie, die Ministerien, all diese Lehnsfürsten leisteten Widerstand. Auch die Industrieherren, die Direktoren, fürchteten um ihre Macht.“ Ich frage: Was hat diesen Menschen die Macht gegeben? Was hat die Industrieherren erst geschaffen? – Reformen der Anpassung an den Kapitalismus, die Perestroika! Wer hat die Perestroika durchgerungen? – Gorbatschow persönlich! Doch er, Gorbatschow sieht sich natürlich noch immer in der Position eines Helden, eines Revolutionärs und übersieht dabei, dass ihn das russische Volk bis aufs Blut hasst, ihm 1993 bei den Wahlen zum Präsidenten Russlands lediglich einen Wahlprozentanteil von etwa 1.5% zugesprochen hat.

Was jemand ist, sieht man anhand seiner Taten. Im Falle von Gorbatschow ist mit Überzeugung zu sagen, dass er ein Konterrevolutionär, der Vollender der langjährigen Anpassungspolitik und daher ein Feind des Sowjetvolkes ist. Und es ist nicht verwunderlich, dass der schlechteste Präsident der UdSSR von Seiten der Bürgerlichen in den Himmel empor gehoben wird. Wer in den Chor der ewigen Lakaien- Papageien eintreten will, der soll dies tun, doch die Wahrheit ist nicht da zu suchen.

Ich beendige meinen Beitrag mit den Worten Peter Hacks’:

Zitat:
Jahrhundertmonster

Wer war der, der vom meisten Blute troff?
Wars Churchill, Hitler oder Gorbatschow?


Peter Hacks, Gesellschaftsverse in DIE GEDICHTE


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 14:59 
Held der Arbeit

Beiträge: 113
Ich denke, daß das Verhalten, die Gedanken und die Taten von Gorbi eine logische Weiterführung der Politik seiner "kompetenten" Vorgänger Nikita und Leoni gewesen war.
Die Politik der beiden hat die Wirtschaft an die Wand gefahren, Korruption gefördert und die Ideale des Soialismus verkommen lassen.
Das Land war doch bereits bei Gorbis Machtübergabe-sowie der ganze "Ostblock"- in einem desolaten Zustand.
Man könnte nun sagen, daß Stalin die SU auch nicht in einem blühenden Zustand vorgefunden hat, aber damals gab es noch Visionen und die kapitalistischen Staaten hatten ihr abstraktes System zur Korruption des einfachen Volkes noch nicht ausgebaut.
Für mich heißt das, daß breite Massen des Volkes nicht mehr für den Sozialismus zu erreichen waren.
Eine Rückbesinnung auf die alten Werte wäre zum Scheitern verurteilt gewesen, denn nach fast zwei Generationen wenig erbauender Politik, waren große Teile des Volkes desilusioniert und für die kapitalistischen Illusionen leicht empfänglich.
Ich ordne dieses Zitat ncit Gorbatschov zu, denn der Spiegel dreht gern mal Aussagen zurecht, damit sie provokanter werden.
Daß er kein Kommunist war bestreite ich nicht, aber es war auch die Situation, die diesen "Abschluß" unausweichlich machte.
Die Pfründe der Bonzen und Direktoren entwickelten sich doch über jahrzehnte. Das Volk hatte das Vertrauen verloren schon vor der Ära Gorbatschov.
Das war für mich nur noch die Insolvenzabwicklung der SU zum Kapitalismus. Er hat das ohne Zweifel beschleunigt, aber der Handlungsspielraum war äußerst schmal.
Er hat den Verrat am Kommunismus zu Ende geführt, aber herbeigeführt haben ihn andere.
Deswegen lege ich den eigentlichen Verrat nicht Gorbatschov zur Last, auch wenn er ihn im juristischen/eigentlichen Sinne begangen hat


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 15:00 

Beiträge: 181
Also, ich bin noch dran. Trotzdem mal der Zwischenstand:


Gorbatschow, der Befreier unterdrückter Völker, ein wahrer Kommunist?

Nein! Ein Antikommunist und gerissener Heuchler!

(Autor: juri)

1. Kurzes Portrait von Michail Gorbatschow
(Offizielle Version)

Sowjetischer Politiker geboren 2.3.1931 in Priwolnoje studierte Jura in Moskau. 1971 wurde er Mitglied des Zentralkomitee und 1980 Mitglied des Politbüro. 1985 wurde er Nachfolger Konstantin Tschernenkos als Generalsekretär der KPdSU und 1988 Nachfolger Andrej Gromykos als Vorsitzender des Obersten Sowjets (Staatsoberhaupt der UdSSR). Unter den Schlagworten Perestroika (Umgestaltung) und Glasnost (Offenheit) leitete er eine politische und wirtschaftliche Wende in der Sowjetunion ein. Um Entspannung und Öffnung zum Westen bemüht und aus wirtschaftlichen Gründen, ließ er 1989 die sowjetischen Truppen aus Afghanistan abziehen und kooperierte mit den Westmächten beim Golfkrieg. Durch seine Zustimmung zum 2+4-Vertrag ermöglichte er die Wiedervereinigung Deutschlands. Des Weiteren schloss er Abrüstungsabkommen mit den Vereinigten Staaten von Amerika ab. Für seine Bemühungen wurde er 1990 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Im März 1990 wurde er zum Staatspräsidenten gewählt. Reaktionäre kommunistische Kräfte putschten im August 1991 gegen ihn, er konnte jedoch nach drei turbulenten Tagen wieder in sein Amt zurückkehren. Gorbatschow trat daraufhin demonstrativ als Generalsekretär zurück. Sein Reformkurs hatte die Unabhängigkeitsbestrebungen der sowjetischen Teilrepubliken bestärkt und 1991 traten die drei baltischen Staaten Lettland, Litauen und Estland aus der Union aus. Auch andere Republiken verlangten Souveränität und Ende 1991 löste sich die UdSSR auf. Im Dezember dieses Jahres trat Gorbatschow als Staatspräsident zurück. Im Juni 1992 wurde er aus der KPdSU ausgeschlossen, da man ihm vorwarf, zu deren Niedergang beigetragen zu haben. Gorbatschow begab sich in der Folge auf ausgedehnte Vortragsreisen.
(Offizielles Wirken von Gorbatschow / Quelle: http://russianfederation.xardas.lima-city.de)

2. Fragen bezüglich Gorbatschow, die in dieser
Broschüre geklärt werden

Was war Michail Gorbatschow? „Der letzte Parteichef der UdSSR, eines veralteten, überholten Systems, welches nicht mehr zu retten war.“, „Er hat dennoch alles daran gesetzt, die UdSSR zu retten, denn er war ein Kommunist aber ein guter. Kein veralteter, wie die anderen in der Duma.“, solche oder ähnliche Aussagen hört man heute öfter denn je, wenn es darum geht, das Wirken Michail Gorbatschow zu beschreiben. Doch wer ist Gorbatschow in Wirklichkeit? Was waren seine Ideen, was seine Wertvorstellungen? Was und womit wollte er seine Ziele erreichen? Die Zentrale Frage ist: Hat Gorbatschow zum Niedergang beigetragen? Wieso und wie hat er es geschafft, das unentdeckt fertig zu bringen?

3. Überlegungen über die ehemaligen SU-Staaten

Vorweg ist zu sagen, dass er mit seiner Perestroika und seinem Glasnost die Auflösung der UdSSR bewirkt und einen grossen wirtschaftlichen Rückgang in restlos allen ehemaligen Sowjetrepubliken hervorgerufen hat. Die Auswirkungen der Auflösung der UdSSR sind unbeschreiblich bitter für die involvierten Völker, das ist eine Tatsache und wird auch nicht einmal von den bürgerlichen bestritten, sondern totgeschwiegen. Es ist daher wichtig den Problemen dieser Staaten ins Auge zu sehen. Gerade wenn man Gorbatschow dafür verantwortlich macht. Nur so sieht man das Ausmass und die Auswirkungen seines Verrates!

Wenn man lediglich die heutigen Probleme Russlands in Rechnung trägt ist dies falsch und unfair gegenüber anderen ehemaligen Sowjetstaaten, denen die Auflösung noch auf die schlimmere Art zugesetzt hat. Ausserdem ist auch die Auflösung der UdSSR, wie viele andere Krisen nicht nur ein nationales Problem, sondern ein gesellschaftliches, wie ich das sehe. Am deutlichen drückt sich diese Gesellschaftliche Krise in Kultur, Mentalität und Sport aus. Kaum einer dieser Bereiche konnte sich im gleichen Masse weiterentwickeln, wie es das in der Sowjetunion stetig tat. Es wäre arrogant diese Probleme, welche alle ehemaligen sowjetischen Staaten haben, nur auf Russland runterzuspielen. Man darf seinen Blick also nicht nach Russland alleine richten, um das Gesamtausmass der Veränderungen überblicken zu können, das ist wichtig. Gerade auch, weil das ganze Leid in Russland sein Ende nahm aber es eben dort auch wieder geboren wurde! Die Politik Osteuropas war seit jeher von Russland geprägt. Und heute ist Russland am Boden zerstört, jedenfalls als Staat. Aber eben nicht nur Russland! Wenn Russland den Bach ab geht, zieht es alle Staaten ringsum mit, das ist nur logisch, wenn man sich die Wichtigkeit dieses Landes in der Rolle des sowjetischen Sozialismus’ ansieht.

3.1 Russland heute
russische Innenpolitik

Konzentrieren wir uns dennoch auf die Lage Russlands, da es in den anderen ehemaligen Republiken der UdSSR frappierend ähnlich aussieht:

Russland als Staat ist nunmehr ein Schatten seiner einstiegen selbst. Jetzt, wo jeglicher sozialer Fortschritt, alle guten, wie auch weniger guten Entwicklungen des letzten Jahrhunderts über Bord geworfen worden sind, wird in zaristischer Manier geherrscht. Der einzige Unterschied zwischen dem zaristischen und dem kapitalistischen System liegt faktisch nur darin, dass es heute mehr Herrscher gibt, denn überall, wo das Geld stinkt, werden Leute arm, dumm, zum Krieg gepeitscht und gerade so willig gehalten, dass sie ihre Arbeit noch verrichten können, allerdings in einem solchen Masse unwillig, dass sie keine Kraft haben, sich gegen ihre Herrscher aufzulehnen. Es entstand nach der Konterrevolution also eine anhaltende Depression und dies nicht nur auf die Wirtschaft bezogen! Gewinne erzielen ausländische Firmen und viele neureiche Russen, Profiteure der Konterrevolution, die aus der Armut des Volkes wie immer Profit schlagen. Ich will nicht an die Moral appellieren, zuletzt habe ich das vor, doch ist klar, wie mit dieser Verbrecherbande abgerechnet werden soll. Doch wer will mit ihnen abrechnen? Das „dumm“ gehaltene russische Volk aus den tiefen Regionen Sibiriens? Die aus Depressionen besoffenen Arbeiter und Arbeitslosen im ganzen Land? Die hungernden Kinder auf den Strassen? Die Grosskapitalisten in ihren modernen Tempeln in Gestalt von Wolkenkratzern? Diese Frage sollte man sich vor Augen halten, um nicht etwa zu fragen: „Wenn es jetzt so schlecht ist, wieso erhebt sich das Volk denn nicht?“, solchen und ähnlichen Aussagen sind wir Kommunisten tagtäglich ausgesetzt und es ist schwer mit der Wahrheit zu leben, wenn man sie erstmals kennt und sie den wenigsten sagen kann, ohne gleich als realitäts- entfremdet und „anno dazumal“ abgestempelt zu werden. Das Kommunistendasein ist gerade auch deshalb hart, weil eine allgemeine Gleichgültigkeit gegenüber der Existenz von Afrikanern, Chinesen und nicht zu letzt Russen herrscht. Wer gibt es offen Kund, dass er diese Menschen als minderwertiger einstuft, als wir „Westeuropäer“ es nach deren Einstufung sein sollen. Solchen Leuten sei gesagt, dass ein solches Denken hinderlich, nichts anderes als hinderlich ist. Es ist ein chauvinistisches, völlig unangebrachtes Denken. Das Schiff, um mit den biblischen Worten Gorbatschows zu sprechen, wird in einen Nebenfluss einmünden, wenn das alte System den Bach runter zu stürzen droht, das ist klar. Momentan gibt es nur eine Alternative gegenüber dem Kapitalismus und zwar der Sozialismus. Den Faschismus und den Anarchismus klammere ich aus gutem Grunde aus. Das chauvinistische Denken vieler Leute ist unangebracht, doch der Klassenkampf schreitet des zu trotz voran und wird sich den Industrien, den Fabriken, den Büros der Kapitalisten bemächtigen, sofern die Kapitäne in den richtigen Nebenfluss einmünden werden und das ist zu hoffen, dafür zu kämpfen. Die, welche heute alles haben, sind die Armen von morgen! Und auf einmal werden sie Kommunisten sein. Das russische Szenario von den 30er Jahren wird sich wiederholen. Doch man schlief in der revolutionären Ideenfabrik nicht, man lernte aus den alten Fehlern. So sieht die heutige innenpolitische Lage in Russland und deren Auswirkungen aus.



3.2 Russische Aussenpolitik

Die moderne russische Aussenpolitik ist ein Kapitel für sich. Ein minder trauriges, als das innenpolitische. Bereits im mutmasslich sozialistischen Zeitalter unter Breschnews Doktrin wurde ein imperialistischer Krieg geführt, der in Afghanistan. Es sei erwähnt, dass die Amerikaner eine mindestens genauso schlechte Rolle gespielt haben! Das aber wird unter dem westlichen Deckmantel der Lügen verschwiegen, wie so vieles anderes ja auch. Wen wundert es? Selbstkritik ist keine Tugend der Übermenschen, der Wirtschaftsbonzen. Um wieder zur Gegenwart zurückzukehren: der Tschetschenienkrieg hat kein absehbares Ende in Sicht. Einige mögen jetzt vielleicht aufspringen und sagen, Tschetschenien sie russisch und daher ein innenpolitisches Problem. Aber bei nüchterner, objektiver Betrachtung entfallen einem vernünftigen Menschen solche Gedanken und er wendet sich der Realität zu. Die Tschetschenen sind ein unterdrücktes Volk ohne eigenen Staat, so ist es und so bleibt es auch, wenn man die heutige russische Politik betrachtet und in gleich bleibender Art linear weiterzieht. In beiden Kriegsfällen wurden Taten, die eines ausgewachsenen Dershimordas würdig sind begonnen. Im Afghanistankrieg wollte Breschnew den Sozialismus exportieren, was unmöglich ist und an Trotzkis Weltrevolutionstheorien erinnert. Es ist nämlich eine Gesetzmässigkeit, dass sich jedes Volk selbst seinen Sozialismus erkämpfen muss, ansonsten ist er nicht von Dauer durchsetzbar und ruft nichts anders als Oppositionen und schliesslich den Bürgerkrieg oder den vereinten Kampf gegenüber dem Dershimorda hervor! Ein aggressiver Sozialismus funktioniert nicht. Es widerspricht Kommunistischen Grundprinzipien!

4. Untersuchung Gorbatschows Beitrag zum heutigen Elend

Ob Gorbatschow auf die Auflösung der UdSSR hingearbeitet hat oder ob er die UdSSR retten wollte, das ist es, was ich in dieser Broschüre thematisiere – die zentrale Frage schlichtweg! Für Sozialisten beinahe jeden Zweigs erübrigt sich wohl diese Frage; da sind sich zur Abwechslung beinahe alle einig. Dennoch wird gerade von bürgerlicher Seite das Wesen Gorbatschows so verwischt, dass eine eindeutige Stellungnahme zu diesem Thema schwierig wird. Ich will hier einige Lügen entkräften und dabei möglichst sachlich und objektiv bleiben (Bei der Schwere der Auswirkungen Gorbatschows „Reformen“ ist dies nicht einfach einzuhalten).

Einige Leser haben sich sicherlich bereits selbst zu diesem Thema informiert, sich damit auseinandergesetzt. Traurige Tatsache ist, dass man oft gezielt in die Irre geführt wird. Die Geschichte wurde von der herrschenden Klasse manipuliert, oder wie Stalin sagte:

„Die Geschichte wird vom Sieger geschrieben werden.“

Das geschah dann auch so. Je nach Quelle kommt man natürlich zu einem anderen Resultat, das ist klar. Man kann auch niemandem die Tatsache vorwerfen, dass er das falsche gelesen hätte. Wie will man wissen was die Wahrheit ist, wenn man nichts gelesen hat? Eben, das ist unmöglich. Deshalb ist es umso wichtiger, dass man liest UND selbst überlegt, die Wahrscheinlichkeit eines Sachverhaltes abwägt, kontroverse Dinge liest, etc.!

4.1 Analyse Gorbatschows Schriften

Suchen wir in Gorbatschows Schriften und Reden Indizien für einen Antikommunismus. Beginnen wir unsere Suche beim weltbekannten Buch Perestroika.


4.1.1 Perestroika (Umgestaltung)

Gorbatschow schrieb in seinem 1987 erschienenen Buch Perestroika (Umgestaltung) sinngemäss, die Krisen, die in den 70er Jahren entständen seien, häuften sich und gefährdeten die Sowjetunion. Diese Krisen seinen nur über Reformen zu überbrücken, schrieb er unter anderem. Durch die Perestroika eben. Weiter appellierte er an die USA keine Verleumdungen gegenüber der UdSSR zu betreiben, da dies dem Völkerverständnis nur schade. Sogar der umweltlichen Problemen mahnte er und er schrieb, dass ein Nuklearkrieg beide Seiten zu Verlierern machen würde. Kurzum gesagt ist in den Schriften aus Perestroika absolut kein Antikommunismus, noch nicht mal deutliche antikommunistische Tendenzen auszumachen. Was er schrieb, entsprach der Realität und die Probleme der SU waren diejenigen, die er aufzählte. Er schrieb für den Frieden, die Annäherung der Nationen, das gegenseitige Verständnis der Mächte und ein „Leben und leben lassen“. Es fielen gute Sätze wie:

„Es wird keine zweite Arche Noah geben!“

Ist das nicht wahnsinnig, ihn dann als Antikommunisten zu betiteln? Nein, Das trügerische Wesen seiner Schriften ist bei nüchterner Betrachtung auch nicht weiter verwunderlich, da eine antikommunistische „Version“ des Buches Perestroika wohl die Absetzung von Gorbatschow als Staats- und Parteichef der UdSSR bewirkt hätte. Einige mögen nun aufspringen und „Verleumder“ rufen. Die sollen das nur tun, die Wahrheit ist zu sagen und es lässt sich kein Kompromiss dieser erreden. Der Meister Gorbatschow sah die Gefahren einer Ehrlichkeit, die er sowieso niemals aus genannten Gründen zu diesem Zeitpunkt sowieso nicht erwog, wie man aus einem späteren Interview feststellen kann, und heuchelte in „Perestroika“ sein Wesen als „standfesten“ Kommunisten vor.

4.2 Vorträge und Interviews von und mit Gorbatschow

4.2.1 Interview mit der Zeitschrift Spiegel

Ja, ich weiss, dass Spiegel keine gute Zeitschrift ist. Daher ist umso interessanter, wenn in einem solchen Schandblatt gelegentlich die Wahrheit proklamiert wird. Wer hätte das schon gedacht? Es geschieht selten, doch ab und an geschieht es doch.Viel geht bereits aus diesem kleinen Ausschnitt hervor (Hervorhebungen von mir):

„Und Gorbatschow musste das Schiff der Perestroika durch die Klippen steuern. Dabei konnte man noch nicht Dinge ankündigen, für die das Volk noch nicht reif war. Man hätte mich für verrückt erklärt, das Volk wäre zerrissen worden, es hätte zum Bürgerkrieg kommen können. Man musste Geduld zeigen, bis die Parteibürokratie so entmachtet war, dass sie das Rad der Geschichte nicht mehr zurückdrehen konnte. Am Ende hatte die Partei zum Fahren nicht mehr genug Dampf, ihre Kraft reichte gerade noch, ein letztes Mal die Hupe zu betätigen.“


Solche Aussagen warf Gorbatschow 1993 aus. Es war auch wieder Zeit verstrichen, sein Kopf war in Sicherheit; jetzt konnte er auspacken. Diese Aussage zeigt, welch Mensches Kind Herr Gorbatschow in Tat und Wahrheit ist und bereits 1986 war. Selbst bezeichnet er sich als einen „Sozialdemokraten“. Das alleine sollte ausreichend sein, um ihm die Sabotierung des SU-Systems vorzuwerfen. Wie soll ein Sozialdemokrat die wichtigsten Aufgaben im Sozialismus anpacken? Und vor allem: Will ein Sozialdemokrat den Sozialismus aufrechterhalten oder „reformieren“? Natürlich konnte er seinen konterrevolutionären Ideen zu diesem Zeitpunkt noch keinen verbalen noch schriftlichen Ausdruck verleihen. Er wäre vom Volk verrissen worden, das sagte er selbst und das sagt alles aus. Das Volk stand hinter dem Sozialismus, das wusste Gorbatschow und trotzdem sabotierte er ihn. Noch mehr geht aus dem gesamten Interview hervor:


SPIEGEL-Interview mit Michail
Gorbatschow (1993) BWS1

SPIEGEL: Michail Sergejewitsch, [...] Sie waren als Generalsekretär der KPdSU 1985 einer der mächtigsten Männer der Welt. Sie haben einen großen Prozess der friedlichen Transformation eingeleitet, der abgebrochen ist; es kam zu Blutvergießen. Warum ließ sich die kontrollierte Entwicklung nicht mehr fortsetzen?

GORBATSCHOW: Ein großer Bewusstseinswandel hatte stattgefunden. Bei dem Versuch, das neue Denken in die Praxis umzusetzen, kam die Revolution von oben zum Stillstand. Jetzt ging es darum, das ganze Volk einzubeziehen, damit die Nomenklatura den Reformprozess nicht abwürgen konnte.

SPIEGEL: Das System begann sich zu wehren.

GORBATSCHOW: Die Parteibürokratie, die Ministerien, all diese Lehnsfürsten leisteten Widerstand. Auch die Industrieherren, die Direktoren, fürchteten um ihre Macht. Es war wie der Sturm in der Taiga: In den Wipfeln rauschte es, am Boden aber blieb es still. So war es schon hundert Kilometer hinter Moskau.

SPIEGEL: Den einen ging es zu langsam, den anderen war alles zu radikal.

GORBATSCHOW: Und Gorbatschow musste das Schiff der Perestroika durch die Klippen steuern. Dabei konnte man noch nicht Dinge ankündigen, für die das Volk noch nicht reif war. Man hätte mich für verrückt erklärt, das Volk wäre zerrissen worden, es hätte zum Bürgerkrieg kommen können. Man musste Geduld zeigen, bis die Parteibürokratie so entmachtet war, dass sie das Rad der Geschichte nicht mehr zurückdrehen konnte. Am Ende hatte die Partei zum Fahren nicht mehr genug Dampf, ihre Kraft reichte gerade noch, ein letztes Mal die Hupe zu betätigen.

SPIEGEL: Demnach war die Macht der Nomenklatur gebrochen.

GORBATSCHOW: Und da ist mir die russische Führung in den Rücken gefallen. Das russische Parlament berief sich darauf, dass seine Gesetze über den Gesetzen der Union stünden. Ich habe Jelzin entgegengehalten, die Union kann nicht ohne Russland existieren, Russland aber auch nicht ohne die Zusammenarbeit mit anderen Republiken, sonst droht Russland der gleiche Leidensweg, wie ihn die Union gehen musste. Genau das, was ich damals, im Dezember 1991, vorausgesagt habe, ist eingetreten. Diese Entwicklung war also kein Zufall und auch keine historische Notwendigkeit.

SPIEGEL: Die Union ist tot...

GORBATSCHOW: ... aber das Land lebt noch. Krank, verwundet, gelähmt - aber es ist noch am Leben. Das, was an alten Unionsbeziehungen noch vorhanden ist, bewahrt uns vor der Katastrophe. Die Ukraine, Kasachstan, Litauen - sie stecken alle in einer tiefen Krise.

SPIEGEL: In Litauen haben aber gerade eben Kommunisten eine freie Wahl gewonnen. Was wünschen Sie sich mehr?

GORBATSCHOW: Wer da gewonnen hat, das sind nicht mehr die alten Kommunisten. Sie nennen sich auch nicht mehr so. Ehemalige Kommunisten sind wir alle, auch Jelzin [...].

SPIEGEL: Michail Sergejewitsch, Sie sind kein Kommunist mehr?

GORBATSCHOW: Wenn Sie meine Aussagen nehmen, dann wird Ihnen klar, dass meine politischen Sympathien der Sozialdemokratie gehören und der Idee von einem Sozialstaat nach der Art der Bundesrepublik Deutschland.

SPIEGEL: Wie bitte?

GORBATSCHOW: Ich möchte Ihr Land nicht idealisieren, aber ich bin für einen Staat, der für soziale Sicherheit sorgt, einen Rechtsstaat mit einem funktionierenden Parlamentarismus, der eine Föderation von weitgehend selbstständigen Bundesländern mit einem kräftigen Zentrum darstellt. [...] Und ich habe Hochachtung für das starke demokratische Bewusstsein der Bevölkerung, die sich den Neonazis widersetzt. Bei grundsätzlichem Bekenntnis zum Liberalismus greift der deutsche Staat aktiv in das soziale Leben und in die Volkswirtschaft ein, ich halte das für richtig.

SPIEGEL: [...] Was betrachten Sie als Ihr größtes Versäumnis, solange Sie noch an der Macht waren?

GORBATSCHOW: Wir kamen zu spät mit der Parteireform. Wir haben die Schwierigkeiten des Reformprozesses in der multinationalen Föderation unterschätzt - diese Dinge haben uns die Separatisten aus der Hand genommen. Auch in der Wirtschaftspolitik hätte man damit anfangen müssen, Landwirtschaft, Lebensmittel- und Leichtindustrie zu reformieren.

Gorbatschow sagte: „Die Parteibürokratie, die Ministerien, all diese Lehnsfürsten leisteten Widerstand. Auch die Industrieherren, die Direktoren, fürchteten um ihre Macht.“ Ich frage: Was hat diesen Menschen die Macht gegeben? Was hat die Industrieherren erst geschaffen? – Reformen der Anpassung an den Kapitalismus, die Perestroika! Wer hat die Perestroika durchgerungen? – Gorbatschow persönlich! Doch er, Gorbatschow sieht sich natürlich noch immer in der Position eines Helden, eines Revolutionärs. Der Konterrevolutionär übersieht dabei, dass ihn das russische Volk bis aufs Blut hasst, ihm 1993 bei den Wahlen zum Präsidenten Russlands lediglich einen Wahlprozentanteil von etwa 1.5% zugesprochen hat. Ebenfalls erschreckend finde ich die banale Tatsache, dass Gorbatschow, der ehemalige Staats- und Parteichef Russlands kein Kommunist war. Er war nicht einmal ein unfähiger Kommunist, der es nicht geschafft hatte, die Union der Sozialistischen Sowjetstaaten über Wasser zu halten. Nein! Es war gar nie in seinem Interesse die UdSSR zu verbessern. Man weiss seit der Entstehung der Sowjetunion, wer der Feind nebst Faschisten, Imperialisten und Monarchisten waren: Die Sozialdemokraten – die ewigen Bremsklötze, Bürokraten, Weltverbesserer, die keinen Sozialismus, sondern nur einen schönen Kapitalismus wünschen, der immer wieder zu Krisen führt und unbedingt zu Krisen führen muss, die sie dann wieder ausbügeln und auf die nächste warten, die wiederum bestimmt kommen muss! Die Leidtragenden sind wie immer, bei solchen Spielchen das Volk, die Profiteure wie immer die Kapitalisten, in diesem Falle konkret die Sozialdemokraten. Das ist das Wesen der Sozialdemokratie. Ein solcher war scheinbar Staats-und Parteichef der Sowjetunion! Es ist also ausgeschlossen, dass Gorbatschow das System retten wollte. Wieso sollte das ein Sozialdemokrat auch tun? Klüger ist es, wenn man sich hinaufarbeitet und oben angekommen damit anfängt das System zu sabotieren, anfangs mit kleinen Reformen und mit der Zeit mit immer schwerwiegenderen. Bis zu dem Punkt, wo der sozialistische Staat wirklich nicht mehr existieren kann, weil er eben keiner mehr ist, die Kommunistische Partei so entkräftet und entmachtet ist, dass sie ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen kann! Was bleibt ist ein durch Chruschtschow, Breschnew und Gorbatschow hervorgerufenes nicht zuzuordnendes Durcheinander, was in einer Konterrevolution geendet hat.

Der folgende Text lässt einen Kommunisten- Kopf beinahe, ohne schwer zu übertreiben, platzen.

4.2.2 Rede Gorbatschows vor der Amerikanischen
Universität von Ankara (1999) BWS2

Man streitet sich um die Echtheit dieser Aussagen, wenn sie auch wahrscheinlich ist. Gorbatschow soll folgende Aussagen geäussert haben:

„Mein Lebensziel war die Zerschlagung des Kommunismus, der eine unerträgliche Diktatur über das Volk ist. In dieser Haltung hat mich meine Ehefrau unterstützt und bestärkt, die diese Meinung schon früher als ich hatte. Am meisten konnte ich dafür in den höchsten Funktionen tun. Deswegen empfahl meine Frau Raissa mir, mich um immer höhere Funktionen zu bemühen. Als ich den Westen persönlich kennen gelernt hatte, war meine Entscheidung unumkehrbar...“

Am meisten konnte er den Kommunismus in den höchsten Positionen zerschlagen. Damit meinte er, dass er so das System am besten verkaufen/verraten konnte. Lässt sich bei einer solchen Aussage auf einen Gorbatschow mit Streben nach einer Verbesserung im sowjetischen System schliessen – die Antwort ist hart aber klar: Nein, Gorbatschow strebte die Auflösung der UdSSR an, ein Ende der unerträglichen Diktatur über das Volk, wie er selbst meinte! Wie furchtbar diese Diktatur war, sehen wir, wenn wir sie mit den heutigen Zuständen in den ehem. Sowjetrepubliken vergleichen.

5. Fazit

Was jemand ist, sieht man anhand seiner Taten. Im Falle von Gorbatschow ist mit Überzeugung zu sagen, dass er ein Konterrevolutionär, der Vollender der langjährigen kapitalistischen Anpassungspolitik und daher ein Feind des Sowjetvolkes ist. (Vergleichbar mit dem Staatsfeind Trotzki, der ja auch ein Sozialdemokrat sein wollte) Die Situation nach der Auflösung der UdSSR sei noch mal in Erinnerung gerufen! Ich wiederhole: Und es ist nicht verwunderlich, dass der schlechteste Präsident der UdSSR von Seiten der Bürgerlichen in den Himmel empor gehoben wird. Alleine dieses Faktum zeigt doch mit aller Deutlichkeit, dass Gorbatschow kein Kommunist war. Diese Ganzen Lobhudeleien, diese Dankessagungen, der Nobelpreis. Vor diesen Tatsachen kann man seine Augen nicht verschliessen. Es drängt sich auf Gorbatschow als Verräter der UdSSR zu sehen! Er ist für das Sowjetvolk der Gondolieri, der es in den Tod steuerte und nicht der grosse Kapitän, als den er sich sieht, gewesen. Nichts in der Geschichte des Sozialismus ist so deutlich wie die Tatsache, dass Gorbatschow kein Kommunist ist. Wer im Chor der ewigen Lakaien- Papageien mitsingen will, der soll dies tun, doch die Wahrheit ist weder da, noch „zwischendrin“, also nicht zwischen zwei gegensätzlichen Aussagen zu suchen.


Ich beendige meinen Beitrag mit den Worten Peter Hacks’:


Jahrhundertmonster

Wer war der, der vom meisten Blute troff?
War’s Churchill, Hitler oder Gorbatschow?

Peter Hacks, Gesellschaftsverse in DIE GEDICHTE

Es lebe die UdSSR , denn sie ist nur scheintot!!!


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 15:00 

Beiträge: 131
Ich finds gut! Ich wusste eigentlich wenig über Gorbatschow und wusste auch nicht recht,was ich über ihzn denken sollte.Jetzt ist mir einiges klarer.

aber manchmal widerspricht sich der Herr Gorbatschow, in seinem Buch "mein land" schreibt er, er sei betrogen worden(von Jelzin), er habe die Su erhalten wollen und bla bla bla


Postest du dann mal den ganzen Text?Ich will eben den mal speichern!!!


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 15:01 

Beiträge: 181
Zitat:
Postest du dann mal den ganzen Text?Ich will eben den mal speichern!!!

Ja, das kann ich machen, wenn ich fertig bin. In letzter Zeit habe ich recht viel gearbeitet und brauche jetzt ein klein wenig ruhigere Zeiten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 15:01 
Held der Arbeit
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Beiträge: 286
juri, ich hab mir nicht alles durchgelesen.

aber punkt 3.2 widerspreche ich komplett.

1. war es kein imperialistischer krieg in afghanistan, sondern die unterstützung der demokratischen regierung zum schutz vor den vom cia unterstützten taliban.

2. gab es bis vor ein paar jahren keine probleme in tschetschnien. erst nach der "wende", also der konterrevolution in der su und allen sozialistischen staaten, begannen abspaltungsversuche. wieso? wer steht hinter den "freiheitskämpfern"? der cia. und wieso? weil es hier um rohstoffe, also um kapital und profit geht!

_________________
Bild N + A Bild


Bild ich liebe die liebe, die liebe liebt mich. und die, die ich liebe, die liebt auch mich! Bild


Otto Grotewohl, Ministerpräsident der DDR, zum 17. Juni 1953:
"Viele klassenbewußte Arbeiter, die Zeugen der Ereignisse des 17. Juni waren, erklärten: Wir haben manchen Streik erlebt, aber wo Arbeiterheime zerstört, volkseigene Geschäfte geplündert und rote Fahnen heruntergerissen und verbrannt werden, dort kann von einem Kampf um Arbeiterinteressen nicht mehr die Rede sein, dort ist der Klassenfeind am Werk."
("Otto Grotewohl - Im Kampf und die einige Deutsche Demokratische Republik - Reden und Aufsätze, Auswahl aus den Jahren 1945-1953", Dietz Verlag Berlin, 1954, Band III, S. 436/437)


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 Betreff des Beitrags: Re: Zitat von Gorbatschow
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 15:02 

Beiträge: 176
Hier ist die Ankara-Rede von Gorbatschow. Das Zitat ist Teil des letzten Kapitels des Vortrags von Kurt Gossweiler "Die vielen Schalen der Zwiebel Gorbatschow" in offensiv März/April 2006, http://www.offen-siv.com

IX. Das Innerste des Kerns: Ein Hilfswilliger (HiWi) des Westens
M. Gorbatschow hielt im Herbst 1999 in Ankara in der Technischen Universität des Mittleren Ostens (ODTÜ) eine interessante und – obwohl veröffentlicht in den Zeitschriften „Prawda Rossii“ aus Rußland, „Usvit“ aus der Slowakischen Republik (Nr. 24/1999), „Dialog“ aus der Tschechischen Republik (Nr. 146, Oktober 1999), „UZ“ der DKP (8. 9. 2000) und „Die Rote Fahne“ der KPD - vielleicht nicht genügend beachtete Rede:
„Mein Lebensziel war die Zerschlagung des Kommunismus, der eine unerträgliche Diktatur über das Volk ist. In dieser Haltung hat mich meine Ehefrau unterstützt und bestärkt, die diese Meinung schon früher als ich hatte. Am meisten konnt ich dafür in den höchsten Funktionen tun. Deswegen empfahl meine Frau Raissa mir, mich um immer höhere Funktionen zu bemühen. Als ich den Westen persönlich kennen gelernt hatte, war meine Entscheidung unumkehrbar. Ich musste die gesamte Führung der KPdSUund der UdSSR entfernen. Ich musste auch die Führung in allen sozialistischen Staten beseitigen. Mein Ideal war der Weg der sozialdemokratischen Parteien. Die Planwirtschaft hat die Fähigkeiten der Völker so gebunden, dass sie sich nicht entfalten konnten. Nur der Markt kann zu ihrer Entfaltung führen. Ich fand für die selben Ziele Mitarbeiter. Es waren vor allem Jakowlew und Schewardnadse, die gewaltige Verdienste an der Niederwerfung des Kommunismus haben.
Eine Welt ohne Kommunisten wird besser sein. Nach dem Jahr 2000 kommt die Zeit des Friedens und Aufblühens der Menschheit. Es besteht hier jedoch eine große Belastung, die den Weg zu Frieden und Wohlstand der Menschen bremsen wird. Das ist der Kommunismus in China. Ich war in Peking zur Zeit der Studentenunruhen 1989, als es schon den Anschein hatte, dass der Kommunismus in China zusammenbricht. Ich wollt zu den Demonstranten auf dem Platz des Himmlischen Friedens sprechen und ihnen sagen, dass sie durchhalten sollen, dass wir mit ihnen sympathisieren und dass es auch in China eine Perestroika geben muss. Die chinesische Führung wünschte das nicht. Das war ein unermesslicher Schaden. Wäre der Kommunismus in China gefallen, wäre die Welt weiter auf dem Weg zu Frieden und Gerechtigkeit.
Ich hatte den Wunsch, die UdSSR in den bestehenden Grenzen zu erhalten, das aber mit einer anderen Bezeichnung, als demokratischer Staat. Das ist mir nicht gelungen. Jelzin strebte krankhaft nach der Macht. Von einem demokratischen Staat hatte er keine Vorstellungen. Er löste die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken auf, und dadurch entstanden Wirren und alle möglichen Schwierigkeiten. Rußland ist ohne die Ukraine, Kasachstan und die kaukasischen Staaten keine Weltgroßmacht. Dort wird ein fortdauerndes Chaos bestehen. Es sind Staaten ohne Ideen. Hier müssten die Ideen der westlichen Staten herrschen – der Markt, Demokratie, Menschenrechte.
Als Jelzin die UdSSR auflöste und ich aus dem Kreml schied, meinten Hunderte von Journalisten, dass ich weinen werde. Aber ich habe nicht geweint, denn das Hauptziel meines Lebens, d.h. die Vernichtung des Kommunismus in Europa war erreicht. Aber der Kommunismus muss auch in Asien zerschmettert werden, denn er bremst in der ganzen Welt den Weg der Menschheit zu den Idealen der Freiheit.
Der Zerfall der Sowjetunion ist auch für die USA nicht vorteilhaft. Sie haben in der Welt keinen Partner und dieser könnte nur eine einheitliche demokratische SSSR sein. Deswegen erwog ich die die Umbenennung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (SSSR) in Union Freier Souveräner Republiken, ebenfalls mit der Kurzbezeichnung SSSR (Sojus Svobodnych Suverennich Republik). Das ist nicht gelungen. Die USA ohne Partner können zu der Vision verführt werden, die alleinige Weltmacht zu werden. Die kleinen Staaten in Europa und der Welt bemühen sich, am meisten den USA Dank abzustatten. Das ist falsch. Nur durch die Partnerschaft mit einer demokratischen SSSR ohne Kommunismus konnte man sich von der Vorstellung einer Weltsupermacht befreien. Der Weg der Menschheit zu wahrer Freiheit wird länger dauern, aber er wird erfolgreich sein. Die ganze Welt muss sich vom Kommunismus befreien.“ (Quelle: „Dialog“, Prag, Nr. 146, Oktober 1999, Übersetzung: H.-J. Falkenhagen für die Veröffentlichung in „Die Rote Fahne“ der KPD. Wörtliche Übernahme der dort veröffentlichten Gorbatschow-Rede).


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