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 Betreff des Beitrags: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Di 25. Nov 2008, 16:57 

Beiträge: 50
Als ich den Aufruf zum Aufbau der Kommunistischen Initiative gelesen habe, ist mir sofort der Teil im Text aufgefallen, der die DDR hochlobt und die "revolutionäre DDR" als Zielvorgabe für den erkämpfenden Sozialismus ausmacht. Diesen Punkt habe ich heute in einem Artikel des Roten Morgen (25.11.08) gefunden. Ich denke, dass man ihn euch nicht vorenthalten sollte.


Zitat:
Aufruf zur Schaffung einer kommunistischen Initiative

Revisionisten formieren sich neu

24.11.2008

Auf den Webseiten der Zeitschrift „offen-siv“ und der KPD(B) ist ein Aufruf zur „Schaffung der kommunistischen Initiative“ veröffentlicht worden. Nach dem Willen der Verfasser soll die kommunistische Initiative als „Beginn des Einigungsprozesses der Marxisten-Leninisten“ zur Schaffung einer „marxistisch-leninistischen kommunistischen Partei“ führen. Die Initiatoren des Aufrufs sind die KPD(B) und Genossen aus der DKP, aus dem Umkreis der Zeitschrift offen-siv und des offen-siv Fernstudiums. Dazu kommen Genossen der Partei, die sich KPD nennt, die Zeitung „Rote Fahne“ herausgibt und aus dem Zerfall der revisionistischen SED entstanden ist.
Ursprünglich war anscheinend auch Günter Ackermann, der den Dienst „kommunisten-online“ herausgibt beteiligt. Ackermann hat sich aber, nach Kritik des Aufrufs, von der Initiative distanziert.
Alle diese Protagonisten sind gut bekannt. Die ostdeutsche KPD und die KPD sind revisionistische Parteien. Die Zeitschrift „offen-siv“ und ihr Umfeld kämpfen seit Jahr und Tag von zentristischen, revisionistischen Positionen aus gegen die Marxisten-Leninisten und die Schaffung einer wirklichen marxistisch-leninistischen Partei. Frank Flegel, einer der Herausgeber von „offen-siv“ und anscheinend Mitinitiator der Initiative bekennt sich denn in einer Antwort auf eine Kritik Ackermanns an dem Aufruf auch ganz klar zu seiner Feindschaft gegen den Marxismus-Leninismus. Er schreibt:
„Wir werden die KPdSU und die SED niemals als Parteien des ‚Klassenverrats’ bezeichnen. Die alten Hüte der so genannten ‚ML’ in Westdeutschland von der ‚neuen herrschenden Klasse’, von der ‚sozialimperialistischen Sowjetunion’ usw. kannst du getrost für dich behalten.“ (abgedruckt auf der Webseite von „kommunisten-online“). Abgesehen davon, dass Ackermann in seiner Kritik weder von einer neuen herrschenden Klasse und vom Sozialimperialismus spricht; abgesehen davon, dass Flegel den großen Kampf der Marxisten-Leninisten auch in Deutschland gegen den modernen Revisionismus auf einige wenige Aussagen verkürzt, spricht aus dem Zitat vor allem eins: ein unbändiger Hass Flegels gegen den Marxismus-Leninismus.

Über den Aufruf
Der Aufruf „Schafft die kommunistische Initiative in Deutschland“ ist ein revisionistischer Aufruf. Die Verteidigung und Verherrlichung des modernen Revisionismus und der revisionistischen Länder zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Text. Die Sowjetunion und die DDR werden bis zu ihrer Auflösung bzw. Annektion durch die Bundesrepublik Anfang der 90er Jahre als sozialistische Länder betrachtet. In Wirklichkeit hat aber der sogenannte „real existierende Sozialismus“ nicht existiert. Die Sowjetunion wurde mit dem Machtantritt der Gruppe um Chruschtschow und nach dem XX. Parteitag der KPdSU(B) zu revisionistischen Ländern, in denen die Diktatur des Proletariats zerstört, der Sozialismus vernichtet und der Kapitalismus wieder errichtet wurde. Das gilt auch für die DDR, die die Revisionisten um Ulbricht, Stoph, Honecker und Co. nicht nur in ein Arbeitergefängnis verwandelten, sondern auch in ein Land, in dem alle Ansätze für den Aufbau des Sozialismus systematisch vernichtet wurden. Als die DDR annektiert wurde war sie kein sozialistisches Land und die SED war längst zu einer revisionistischen Partei entartet.
Der Aufruf betrachtet auch die DKP bis zur Annahme des Parteiprogramms von 2006 als kommunistische Partei. In Wirklichkeit war die DKP aber schon bei ihrer Gründung eine revisionistische Partei. Bereits im August 1968 erschien eine Sonderausgabe des Roten Morgen, in dem unter dem Titel „Auf Kautskys und Togliattis Spuren“ der revisionistische Programmentwurf der damaligen KPD kritisiert wurde, dessen Thesen bruchlos in die Programmatik der wenig später gegründeten DKP einflossen. Die DKP leugnete von Anfang die Notwendigkeit der sozialistischen Revolution und der Errichtung der Diktatur des Proletariats in Deutschland. Sie folgte dem revisionistischen Weg der Chruschtschows, Breschnews, Ulbrichts und Honecker. Wie kann man ernsthaft behaupten, dass die DKP bis 2006 eine kommunistische Partei gewesen sei?
Gleichzeitig wird in dem Aufruf die griechische KKE als Musterbeispiel für eine kommunistische Partei dargestellt. Auch das ist typisch für die Spielart des modernen Revisionismus, wie sie in dem Aufruf vertreten wird. In Wirklichkeit ist die KKE eine revisionistische Partei, die man von der Programmatik und ideologischen Grundlage her in etwa mit der KPD(B) vergleichen kann. Der Unterschied zwischen der KKE und der KPD(B) besteht allerdings darin, dass die KKE über einen erheblich größeren Einfluss in der Arbeiterklasse verfügt. Die Genossen von „Anasintaxi“ in Griechenland haben auf ihrer Blogseite (anasintaxi.blogspot.com; Register English Blog) ausführlich zur KKE Stellung genommen. Wer will kann sich dort leicht über diese Partei informieren.
Der Aufruf postuliert:
„Der Sozialismus, für den wir im imperialistischen Deutschland kämpfen, wird vom revolutionären Erbe der DDR, des ersten Arbeiter- und Bauernstaates auf deutschem Boden, geprägt sein. Damit wird das klare und eindeutige Verhältnis zur DDR zum Prüfstein für jeden deutschen Kommunisten, gerade und insbesondere auch heute.“
Das sind klare Worte. Sie bedeuten nichts anderes als einen Aufruf zur Verteidigung der revisionistischen DDR. Wir Marxisten-Leninisten werden diesen Weg nicht gehen. Aber in der Tat ist richtig, dass das Verhältnis zur DDR – oder allgemeiner gesagt – das Verhältnis zum modernen Revisionismus ein Prüfstein dafür ist, ob man auf marxistisch-leninistischen Positionen steht oder nicht.
Wie allgemein bekannt ist, haben wir an den Gesprächen zwischen der KPD(Rote Fahne, der KPD(B), den Jungkommunisten Sachsen-Anhalt und der KPD/ML (Roter Stern) in Berlin teilgenommen, solange das möglich. Wir hatten die Hoffnung und sind dafür eingetreten, dass in diesem Kreis eine marxistisch-leninistisch fundierte Auseinandersetzung mit der Entwicklung in der Sowjetunion bzw. der DDR möglich sein könnte. Als klar war, dass diese Möglichkeit nicht besteht, haben wir an weiteren Gesprächen in diesem Kreis nicht mehr teilgenommen.
Wir haben darüber im Roten Morgen Nr. 5/2007 eine Erklärung veröffentlicht, in der es unter anderem heißt:
„Die Differenzen zwischen uns, der KPD(Rote Fahne), den Jungkommunisten und der KPD(B) bestehen hauptsächlich darin, dass diese Organisationen – wenn auch in unterschiedlichem Mass – nicht vollständig mit dem modernen Revisionismus gebrochen haben. Ohne den vollständigen Bruch mit dem modernen Revisionismus kann es keine Einheit der Marxisten-Leninisten geben.“
Das gilt auch heute.

Ackermann
Abschließend noch ein Wort zu Günter Ackermann. Die Kritik Ackermanns an dem Aufruf ist halbherzig und geht selbst von revisionistischen Positionen aus. Ackermann kritisiert die Verfasser des Aufrufs, weil sie nicht über die Fehler Chruschtschows, Ulbrichts und Co. sprechen, nicht über deren Abweichungen vom Marxismus-Leninismus. Er schreibt: „Ich bekenne mich zur DDR, indem ich auch aus ihren Fehlern lerne. Vergessen wir doch nicht, was sich 1989/1990 in der DDR ereignete.“ (kommunisten-online) Also, auch Ackermann geht davon aus, dass die Sowjetunion und die DDR bis zu ihrem Verschwinden sozialistische Länder waren. Ackermann räsoniert zwar über den Klassenverrat der KPdSU und SED – aber wann hat dieser denn stattgefunden? Waren die KPdSU und die SED kommunistischen Parteien und wenn ja, bis wann? Darüber schweigt Ackermann. Für ihn war die Politik der SED nicht revisionistisch, sondern „zwiespältig“. Diese zentristische Haltung, die nicht offen mit dem Revisionismus bricht, ihn im Gegenteil so kritisiert, dass sie ihn in Schutz nimmt, ist typisch für Ackermann. Ackermann bezeichnet sich ja selbst gern als Marxisten-Leninisten und Mitstreiter Ernst Austs, des ersten Vorsitzenden unserer Partei. Er „vergisst“ dabei allerdings, dass er schon Anfang der 70er Jahre aus der Partei ausgeschlossen wurde. Seit dieser Zeit wandert Ackermann zwischen verschiedenen Organisation – unter anderem der PDS – hin und her und verbreitet seine zentristischen Thesen. Inzwischen gibt er einen Online Dienst (kommunisten-online) heraus und hofft damit in der revolutionären Bewegung Fuss zu fassen. Als unsere Partei im Juni 2007 ihren Aufruf zur Einheit der Marxisten-Leninisten veröffentlichte, spuckte Ackermann Gift und Galle, anstatt sich am Kampf für die Einheit zu beteiligen, wie es seine Pflicht als Marxist-Leninist gewesen wäre. Stattdessen hat er sich mit den revionistischen und halbrevisionistischen Kräften eingelassen, die Aufruf für eine kommunistische Initiative veröffentlicht haben. Kommentar überflüssig.

Fazit: Es gibt das Sprichwort: Getretener Quark wird breit, aber nicht stark. Das gilt auch in diesem Fall.


Zitat:
Aufruf:
Schafft die Kommunistische Initiative in Deutschland!
Der Imperialismus

Jugoslawien, Kongo, Irak, Tschetschenien, Libanon, Kolumbien, Georgien – die Liste der Kriege ließe sich verlängern; sie steht für die sich zuspitzenden imperialistischen Versuche, nach dem Sieg der Konterrevolution in Ost-Europa die Welt neu aufzuteilen. Dieser Aggression des Imperialismus nach außen entspricht eine wachsende Aggression nach innen: immer rasanter werdender Sozialabbau, Zerschlagung demokratischer und sozialer Rechte bis hin zu Faschisierungstendenzen, aggressiver Chauvinismus, Rassismus, die Vernichtung der ökologischen Grundlagen des Lebens.

Das alles ist nichts anderes als ordinärer Imperialismus, auch wenn er in die Worte „Neue Weltordnung“ oder „Globalisierung“ gehüllt wird. Seit dem zeitweiligen Sieg der Konterrevolution Ende der 80er/Beginn der 90er Jahre in Ost-Europa, besonders in der Sowjetunion und der DDR, belegen dies die imperialistischen Verteilungskämpfe als Ausdruck der sich immer rasanter entwickelnden Konkurrenz unter den imperialistischen Hauptmächten. Vor allem verschärfen sich die Widersprüche zwischen der imperialistischen (noch) Hegemonialmacht USA und einem systematisch stärker und aggressiver werdenden imperialistischen Europa unter deutsch/französischer Führung.

Wie wir es auch drehen und wenden mögen: die Leninsche Imperialismustheorie hat nichts an ihrer Aktualität und ihrem Wert verloren. Die alltägliche Barbarei des Imperialismus belegt sie immer wieder auf Neue!
Weltweiter Widerstand

Wir können allerdings gerade in den letzten Jahren beobachten, dass sich die Widerstandskräfte - wenn immer auch noch sehr widersprüchlich, spontan und unkoordiniert – immer erkennbarer zu formieren beginnen, besonders im Nahen Osten und Lateinamerika (Stichworte hierfür sind u.a. entsprechende Entwicklungen in Nikaragua, Bolivien oder Ecuador). In diesem Zusammenhang spielen jene Länder, die sich weiterhin einem sozialistischen Entwicklungsweg verpflichtet fühlen oder gar eine revolutionäre Etappe beschritten haben, eine ganz besondere, orientierende Rolle. Vor allem das sozialistische Cuba und das revolutionäre Venezuela seien hier stellvertretend genannt. Der Sieg des libanesischen Widerstandes unter Führung von Hizbollah gegen eine überlegene israelisch-zionistische Invasionsarmee 2006, der ungebrochene Widerstand des palästinensischen Volkes sowie der anhaltende, auch bewaffnete Widerstand des irakischen Volkes gegen die imperialistischen Yankee-Okkupanten sind im Nahen Osten heroische Beispiele dafür, dass auch unter den imperialistischen Bedingungen der so genannten „Neuen Weltordnung“ Widerstand möglich ist und sogar siegreich sein kann!
Folgen der Konterrevolution

Dieser Widerstand entwickelt sich wieder und auch schneller, obwohl die Ideologen der Bourgeoisie nach dem zeitweisen Sieg der Konterrevolution siegestrunken das „Ende der Geschichte“ verkündeten. Zu Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts schienen ihnen einige Entwicklungen, oberflächlich betrachtet, auch Recht zu geben. Nicht wenige nationale und revolutionäre Befreiungsbewegungen brachen entweder zusammen oder gingen existenzbedrohende Kompromisse mit dem imperialistischen Feind ein, die kommunistische Bewegung schien zu implodieren: einige Parteien lösten sich nahezu lautlos auf, andere verwandelten sich direkt in offene sozialdemokratische Formationen oder begaben sich ganz offiziell auf revisionistische Entwicklungswege. Nur eine kleine Minderheit verteidigte den Marxismus-Leninismus als Fundament und Programmatik. In Deutschland wurde in diesem Zusammenhang aus der SED über einige organisatorische Zwischenschritte die sozialdemokratisierte Partei „Die Linke“; die DKP hat sich auf einen immer abschüssiger werdenden revisionistischen Weg begeben.
Die Lage in Deutschland

Aber auch im imperialistischen Deutschland nimmt der Widerstand - ebenfalls sehr zäh und langsam, spontan und unkoordiniert - zu. Die objektiven Bedingungen für einen sich verschärfenden Widerstand, ein immer rasanter werdender Sozialabbau mit sich ausbreitender Armut sowie eine immer reaktionärer werden Formierung des bürgerlichen Staates, der sogar bürgerlich-demokratische Rechte zu ersticken sucht, wachsen an. Immer mehr Menschen, vor allem junge Arbeiter, Schüler und Studenten, suchen nach einer Alternative zum imperialistischen System. Dies ist unter anderem eine Erklärung für die anhaltende, deutliche Unterstützung für die sozialdemokratische Partei „Die Linke“, die aber mit ihrer antikommunistischen Politik und ihrem affirmativen Parlamentarismusverständnis objektiv systemintegrativ wirkt, die wachsende Wut der Menschen im Rahmen des bürgerlichen Systems kanalisierend. An dieser Tatsache ändert auch die so genannte „Kommunistische Plattform“ (KPF) in der Partei „Die Linke“ nichts; im Gegenteil, diese Formation dient als „linkes“ Feigenblatt einer insgesamt nicht-marxistischen, sozialdemokratischen Partei. Mit Marxismus-Leninismus, wissenschaftlichem Sozialismus, hat dies nichts mehr zu tun... Die formal stärkste unter den kommunistischen Formationen, die „Deutsche Kommunistische Partei (DKP)“ trabt objektiv der Entwicklung der PDS/Linkspartei/Die Linke seit dem Sieg der Konterrevolution in der DDR und der revisionistischen, schrittweisen Umwandlung der SED zur sozialdemokratisierten Partei „Die Linke“ hinterher. Sie hat sich mit dieser Bündnispolitik fast schon in eine babylonische Gefangenschaft zur Partei „Die Linke“ manövriert, die auch nicht wesentlich vom in der Partei „Die Linke“ anwachsenden Antikommunismus erschüttert wird – sogar, wenn es, wie mit Genossin Christel Wegner, eigene Mitglieder trifft. Erklärlich wird dies nur, wenn man die Entwicklung der DKP in den vergangenen Jahren betrachtet, die 2006 in die Annahme eines revisionistischen Parteiprogramms mündete und damit einer weiteren Entwicklung einer noch offener revisionistischen Politik und Programmatik eine Basis gab. Diese nun revisionistische DKP sucht u.a. danach, weiterhin kompatibel zur Partei „Die Linke“ zu bleiben...

Was aber trotzdem jeden Tag deutlicher wird: es fehlt eine revolutionäre Kraft mit klaren Positionen und einer Strategie, die in der Lage ist, den Widerstand zuzuspitzen, ihm Organisation, Ziel und Orientierung zu geben. Kurzum: es fehlt eine einheitliche Kommunistische Partei, die fest auf dem Boden des Marxismus-Leninismus steht.
Die Notwendigkeit der Kommunistischen Partei

Die Widersprüchlichkeit der Situation der kommunistischen Bewegung in Deutschland zeigt sich immer zugespitzter. Auf der einen Seite wird die Notwendigkeit einer einheitlichen, marxistisch-leninistischen Kommunistischen Partei immer deutlicher; auf der anderen Seite hält der Niedergang der kommunistischen Bewegung in Deutschland an. Sie ist zersplittert, in verschiedene Parteien, Organisationen, Projekte gespalten. Politisch in ihr dominant sind nach wie vor unterschiedlichste revisionistische Konzeptionen. Verschiedene Versuche, in den letzten Jahren zu mehr Einheitlichkeit unter den zersplitterten Kommunisten zu kommen, sind kläglich gescheitert, weil sie über keine klare, marxistisch-leninistische Basis und damit auch keinerlei strategische Konzeption verfügten. Tatsache ist: verantwortlich für die anhaltende Zersplitterung, Schwäche sowie den schleichenden Niedergang der kommunistischen Bewegung (nicht nur) in Deutschland ist der Revisionismus, d.h. die Erosion der politisch-ideologischen wie auch organisatorischen Grundlagen des wissenschaftlichen Sozialismus und damit der Kommunistischen Partei. Gleichzeitig wird jedoch der Wunsch nach Einheit unter den Kommunisten stärker. Die Erfahrungen wie auch die vorhin kurz skizzierte Lage der kommunistischen Bewegung in Deutschland macht es jedoch unrealistisch, darauf zu hoffen, dass eine solche Einheit von den Organisationen herbeigeführt, getragen und umgesetzt wird.
Alternative Beispiele aus dem Ausland

Es geht jedoch auch anders, auch im imperialistischen Europa. Die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) verbindet alle Elemente, die das Wesen einer lebendigen, revolutionären Kommunistischen Partei ausmachen: das prinzipielle Festhalten an allen wissenschaftlichen Grundlagen des Marxismus-Leninismus, die Orientierung auf die revolutionäre Führung der Arbeiterklasse und deshalb die organische Verbindung mit ihr, die fundamentale Klarheit zur Schaffung aller notwendigen Voraussetzungen für einen revolutionären Sturz des imperialistischen Systems, die Errichtung der Diktatur des Proletariats, des Aufbaus des Sozialismus und Kommunismus. Diese Klarheit und Prinzipienfestigkeit hat die KKE zu einer Partei geschmiedet, die lebendig und den Massen zugewandt ist, deren Einfluss ständig wächst! In Österreich haben Genossinnen und Genossen die „Kommunistische Initiative“ gegründet, um KommunistenInnen gegen die völlig im revisionistischen Sumpf entartete Bundes-KPÖ („Kommunistische Partei Österreichs“) zu sammeln und erfolgreich zu organisieren. Ihr langfristiges Ziel ist es dabei, eine einheitliche Kommunistische Partei in Österreich aufzubauen, die sich vom Marxismus-Leninismus leiten lässt.
Klarheit vor Einheit

Die Analyse der Rolle des Revisionismus als Basis für die Konterrevolution sowie der Spaltung, Zersplitterung und dem Niedergang der kommunistischen Bewegung wie aber auch die unterschiedlichen positiven aktuellen Erfahrungen u.a. der griechischen wie auch der österreichischen Genossen halten uns deutlich vor Augen, dass Klarheit das Fundament jeder kommunistischer Politik und Organisation sein muss, will sie nicht ihren Charakter verlieren. Diese Klarheit muss im Wesentlichen aus drei Elementen bestehen, die durch den wissenschaftlichen Sozialismus deutlich formuliert werden:

1. das Anerkennen ALLER wissenschaftlichen Grundlagen des Marxismus-Leninismus, so besonders der Gültigkeit der Leninschen Imperialismus-, Staats-, Revolutions- und Parteitheorie, des proletarischen Internationalismus sowie auch der heroischen Geschichte der kommunistischen Bewegung als notwendige Antwort auf die reformistische Versumpfung und den Klassenverrat der Sozialdemokratie;
2. das Anerkennen der Rolle der sozialistischen Länder, insbesondere der Sowjetunion und der DDR als größter Errungenschaft der deutschen Arbeiterbewegung. Der Sozialismus, für den wir im imperialistischen Deutschland kämpfen, wird vom revolutionären Erbe der DDR, des ersten Arbeiter- und Bauernstaates auf deutschem Boden, geprägt sein. Damit wird das klare und eindeutige Verhältnis zur DDR zum Prüfstein für jeden deutschen Kommunisten, gerade und insbesondere auch heute!
3. Das Anerkennen der Notwendigkeit des Kampfes der Kommunistischen Partei gegen jede Form des Revisionismus und Reformismus, denn der Revisionismus war und ist die Hauptbasis für den zeitweiligen Sieg der Konterrevolution in Europa, die Spaltung, Zersplitterung und Schwächung der kommunistischen Bewegung!

Nach Lenin steht Klarheit hinsichtlich dieser politisch-ideologischen Basis vor Einheit. Für diese Klarheit soll auch die „Kommunistische Initiative“ in Deutschland stehen.
Die Möglichkeiten einer „Kommunistischen Initiative“ in Deutschland

Sie eröffnet die Perspektive für eine von uns angestrebte Sammlung und Organisierung von Genossinnen und Genossen. Zunächst wollen wir deshalb mit diesem Aufruf alle ansprechen, die für die Einheit der Kommunisten auf marxistisch-leninistischer Grundlage in Deutschland eintreten. Wir wollen damit die Unterstützerinnen und Unterstützer dieses Aufrufs zunächst einmal sammeln. Dafür haben wir ein Koordinierungsgremium ins Leben gerufen, dessen Aufgabe es ist, in engem Kontakt mit den Unterstützerinnen und Unterstützern die nächsten organisatorischen Schritte für die Gründung der „Kommunistischen Initiative“ in Deutschland als eines organisierten Sammelbeckens aller marxistisch-leninistischen Kräfte vorzubereiten. Damit öffnet die „Kommunistische Initiative“ in Deutschland zugleich den Horizont für eine langfristig anzustrebende Formierung einer einheitlichen, marxistisch-leninistischen Kommunistischen Partei.

Wir wendet uns daher an alle in Deutschland, die sich als Kommunisten verstehen - ob organisiert, unorganisiert oder nicht mehr organisiert sowie an alle - besonders junge Arbeiter, Schüler und Studenten -, die nach einem revolutionären Bruch mit dem imperialistischen System streben: diskutiert die Lage! Nehmt Kontakt zum Koordinierungsgremium der „Kommunistischen Initiative“ auf! Propagiert und schafft gemeinsam mit uns eine „Kommunistische Initiative“, die willens und in der Lage ist, in einem längerfristigen Prozess die Bedingungen für die Formierung einer einheitlichen, marxistisch-leninistischen Partei in Deutschland zu schaffen!

Diese Partei wird uns nicht geschenkt werden, WIR müssen die Formierung der Kommunistischen Partei in unsere Hände legen! Ohne eine lebendige, einheitliche, marxistisch-leninistische Kommunistische Partei wird es keinen revolutionären Bruch mit diesem imperialistischen System, kein Ende der Barbarei, keinen Sozialismus und Kommunismus geben!

Gehen wir deshalb mit klaren Positionen und revolutionären Visionen einen Schritt vorwärts: Schaffen wir DESHALB die „Kommunistische Initiative“!


Zuletzt geändert von jon am Mi 3. Dez 2008, 21:13, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Di 25. Nov 2008, 17:14 
Träger des Agitprop-Stalinorden
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Beiträge: 628
Zitat:
Getretener Quark Wird breit, nicht stark. Schlägst du ihn aber mit Gewalt In feste Form, er nimmt Gestalt.


So muß das heißen und damit ist zum Rest ja auch alles gesagt.

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Die Andersdenkenden haben Rosa Luxemburg umgebracht - D.W.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Di 25. Nov 2008, 17:31 

Beiträge: 2008
Lohnt der Aufwand, sich mit einer scheinkommunistischen Gruppe auseinander zu setzen, der Klassenauftraggeber mit Sicherheit nicht das Proletariat ist?
Man könnte einfach sagen, dass sind nur Spinner. Das ist mir aber zu einfach. Wer das Geschäft des Gegners betreibt, mag sein Tarnmäntelchen noch so rot scheinen, der bedarf schon unserer Aufmerksamkeit. Noch besser, unsere Mühe, ihm sein rotes Tarnkäppchen vom Kopf zu reißen.

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»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Di 25. Nov 2008, 20:23 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
ich finde es ja durchaus niedlich wie sich die ganzen ML-Sekten die Köpfe einschlagen und dabei vergessen, dass sie keine Moschusochsen sind (jene arktischen Tiere die mit unter die stärksten Schädelknochen haben und somit die heftigsten Stöße ohne Schaden überleben). In Anbetracht der Tatsache dass sie sich wie die Moschusochsen gegenseitig die Köpfe einschlagen, obwohl sie keine sind, bekommt der getretene Quark (also deren Weichbirne) eine ganz neue Bedeutung. :boese:
Ich würde denen mal vorschlagen, dass mal die ganzen - oder zumindest die hoxhaistischen unter ihnen - ML-Sekten sich mal formieren, denn der Unterschied zwischen KPD/ML Roter Stern, dem Roten Oktober, Arbeit Zukunft, KPD-Roter Morgen, KPD/ML (Roter Morgen) - entschuldigt wenn ich manche vergessen habe - sind wirklich nicht vorhanden. Und wenn die das mal hingekriegt haben (also nach dem Ende der nächsten Eiszeit) können sie mal versuchen die Maoisten ranzuziehen. Zuerstmal die halbmaoistischen Gruppen wie BID, Gegen die Strömung und co. und dann die Extremisten unter den Maoisten, allen voran die unheimlich erfolgreiche MLPD und die homophobe Gruppe Neue Einheit. Danach könnten sie mal den Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD miteinbeziehen. Wobei es da etwas schwierig sein wird, da sie ja der Illusuion verfallen sind, dass es immer noch zwei Deutschlands gibt und sie nicht einsehen wollen oder können, dass die DDR jetzt Teil des gesamtdeutschen Imperialismus ist und nicht mehr von der BRD besetzt ist (wie z. B. der Irak von den Amis). Gut für die meisten Möchtegern-Moschusochsen wird die jetzige DDR-Treue des AB und ihr liebäugeln mit der FDJ ein bisschen komisch schmecken. Da der AB aber immer noch am Programm aus den 70er Jahren festhält, in der die DDR als sozialfaschistisch glorifiziert wird, dürfte das nun auch so nicht wirklich problematisch sein.
So nachdem der Einigungsprozess dieser Gruppen vollzogen ist - nach so ca. 1.000.000 Jahren - können sie sich ja mal mit den Trotzkisten vereinigen (hat die KPD/ML ja 1985 schon mal gemacht), was ca. eine weitere Millionen Jahre dauern wird.
Also wird der Einigungsprozess der Marxisten-Leninisten, die die KI hassen in ca. 2 Mio Jahren abgeschlossen sein. Erst dann könnte diese interessante Spezies für uns interessant und eventuell als Konkurrent für die KI gefährlich werden.
Mit anderen Worten: sollen sie sich gegenseitig die Köpfe einschlagen, mich tangiert dies nur peripher, nicht zuletzt weil ich Quark nicht mag ;).
Bevor die also über die KI herziehen, sollen die mal mit sich selbst klar kommen. Oder ist noch keinem aufgefallen, dass die ganzen K-Gruppen wie wir sie aus Westeuropa kennen, nichts zustande gebracht haben (es sei denn man bezeichnet das ewige Spalten als eine große Leistung). Einheit wollen sie alle haben, wenn aber jemand mal den ersten Schritt wagt, ziehen die anderen ihren Schwanz ein.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Di 25. Nov 2008, 22:18 

Beiträge: 50
Naja,
nur weil sie selbst theoretische Probleme haben, heisst das ja nicht, dass sie theoretischen "Probleme" anderer Gruppen/ Initiativen nicht aufzeigen dürfen. Oder muss man das ganze jetzt schon als Konkurrenzkampf betrachten?


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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Di 25. Nov 2008, 22:40 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
nein eine Konkurrenz sind sie wahrlich nicht, wie ich geschrieben habe: erst wenn sich diese Splittergruppen selbst vereinigen wollen (also in ca. 2 Mio Jahren) und selbst da bleibt es mal abzuwarten. Es schließt mit Sicherheit auch keine theoretischen oder praktischen Probleme innerhalb der KI aus. Was ich einfach nur damit sagen will ist folgendes: ich habe einfach die Schnauze voll, dass jeder Korinthenkacker, was nun mal die ganzen M-L Sekten sind, immer von einer Einheit quasseln und am Ende doch das absolute Gegenteil machen. The proof of the pudding is in the eating, wie es mal Engels erwähnt hatte: und der Pudding den mir die ganzen KPD/ML's vorliefern schmeckt mir ziemlich verdorben. Ich habe kein Problem damit, wenn diese gruppen gewisse Sachen an der KI kritisieren. Nur manches finde ich durchaus komisch: Was die Geschichte zwischen den Vereinigungsgeschichten zwischen KPD(B), KPD-Ost, KPD/ML und Roter Morgen angeht, so sagen sie, wie z. B. der Rote Stern, dass die DDR Geschichte sei und man sich deswegen nicht streiten soll und es nicht als Vereingiungsgrund nehmen soll. Und dennoch nehmen die unser Verhältnis zur DDR als Spaltungsgrund wahr, was zumindest zeigt, dass die DDR für die doch wichtig ist, wenn auch in einem anderen Rahmen als bei uns. Auch was die DKP angeht: ja wir zählen sie als Teil der kommunistischen Bewegung, weil in ihr viele Kommunisten mitwirken, sie ist aber nicht die kommunistische Partei in Deutschland (auch wenn sie immerhin noch nicht den Mist DDR=Faschismus predigt, wie die "ML's"). Dass sich der Rote Morgen als die reinsten Marxisten-Leninisten ausgeben ist mir natürlich klar, mich wundert nur, dass eine Gruppe von 20 Männelen die einzigen Kommunisten in Deutschland sind.
Ich habe mit Sicherheit kein Problem, wenn der Rote Morgen und co mit uns ein Problem haben, ganz im Gegenteil. Was ich aber durchaus echt nicht mehr hören und leiden kann ist, dass man - fast wie ein Dedektiv - nach den kleinsten Fehlern sucht und dies als Spaltungsgrund ansieht, selbst aber keine Verbesserungsvorschläge oder ähnliches macht. Nur rummeckern, aber sonst nix mehr.
Anstatt euch also die Mühe zu machen, gegen die KI zu hetzen, macht doch mal nen eigenes Projekt. Aber ich wette das wird kurzlebiger sein, als man sich vorstellen kann. Bedenkt man doch, dass der Rote Oktober seine Spaltung erst kürzlich hatte und die KPD/ML Roter Stern wohl auch.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Mi 26. Nov 2008, 09:16 
Administrator
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Beiträge: 4023
jon hat geschrieben:
Als ich den Aufruf zum Aufbau der Kommunistischen Initiative gelesen habe, ist mir sofort der Teil im Text aufgefallen, der die DDR hochlobt und die "revolutionäre DDR" als Zielvorgabe für den erkämpfenden Sozialismus ausmacht. Diesen Punkt habe ich heute in einem Artikel des Roten Morgen (25.11.08) gefunden. Ich denke, dass man ihn euch nicht vorenthalten sollte.


Und Jon, wie siehst Du das selber?

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Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Mi 26. Nov 2008, 15:39 

Beiträge: 50
Also, wie ich das sehe, habe ich am anfang des threads schon angedeutet. Mir ist der Aspekt, dass das Erbe der DDR uns als Vorbild vorgesetzt wird, sehr unangenehm aufgestossen. Ich bin selbst nicht in der DDR groß geworden und ich weis auch, dass die Menschen dort in besseren Verhältnissen gelebt haben, als sie es jetzt tun.

Aber das ganze dann irgendwie als Prototyp der Sozialistischen Gesellschaft auszurufen, halt ich für grundfalsch. Es gibt ja Leute, die selbst China noch heute für sozialistisch erklären. Da werden wir uns zum großteil einig, dass das nicht der Fall ist. (Hoffe, ich zumindest.) Und einigkeit herrscht wohl auch darüber, dass die Politik der DKP eine revisionistische war. Und so gab und gibt es immer wieder Gruppen, die bestimmte marxistisch/leninistische Prinzipien über Bord warfen und dies damit rechtfertigten, so besser voran zu kommen bzw. endlich irgendwie etwas zu beginnen - in diesem Fall den Aufbau einer kommunistischen Partei/Initiative. Und sie alle endeten, wie sie eben endeten. Die einen theoretisieren zu viel und kommen gar nicht mehr zur Praxis. Und die anderen stellen die Praxis in den Vordergrund und beschleuigten diese Praxis, indem sie die Theorie ignorierten bzw. Prinzipien einfach umdeuteten oder eben ganz über Bord warfen.

Und was hat damit der Kommunistischen Initiative zu tun? Ja ganz einfach, man bejubelt die DDR, obwohl es gar nicht so viel zu jubeln gibt, als dass man sie gleich als Beispiel für den Sozialistischen Staat nehmen könnte. DIe KI bejubelt die DKP, obwohl sie augenscheinlich revisionistisch ist und rechtfertigt dies damit, dass es da einige Kommunisten gibt, die man "gebrauchen" kann. Ja hallo? Es gab und gibt in allen Gruppierungen Menschen, die selbstverständlich mit guten Absichten handeln. Aber das heisst doch nicht, dass ich den theoretischen Gehalt der Gruppen selbst als solche anerkenne. Wenn ich eine Einheit will, dann muss man den Gutmenschen zeigen, wo die Differenzen liegen. Nur wenn man diese Differenz in Ansehnung einer großen Einheit scheut, dann handelt man populistisch und letztendlich nur aus machtpolitischen Gründen. Und genau das kritisiert der Rote Morgen. Es sagt nämlich, dass die KI nicht vollständig mit den Revisionisten bricht, sondern sich vielmehr ihr anbiedert, um ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Und solange dieser Bruch nicht vollzogen wird, das gilt für den Kontext bzgl. der DKP umsomehr als für die DDR, solange wird sie nicht nur revisionistisch, sondern eben auch populistisch bleiben.

Einheit, aber nicht um jeden Preis!

Und eins sei gesagt bei diesen ganzen Überlegungen: Man sollte immer vorsichtig damit sein, eine Organisation als revisionistisch scheinbar zu entlarven, weil man auch immer gefahr läuft, die Einheit der Kommunisten im Keim zu ersticken.

ich selbst würde gewisse entbehrungen politischer art machen - aber diese entbehrungen bzw differenzen haben auch eine gewisse grenze. und diese grenze sehe ich einfach bei der KI als überschritten an.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Mi 26. Nov 2008, 16:24 
Meister des virtuellen Pinsels
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Beiträge: 688
Zur DDR,
hier passt doch ein Spruch den ein junger Genosse erst letztens erwähnt hatte.

Zitat:
So manche wollen einfach nicht verstehen, dass der Sozialismus ein Prozess ist.


Meister John,
ich glaube sie sollten den Aufruf noch einmal genauer lesen, vorallem den Part zur DKP, und dann auch in Bewusstsein rufen, dass es sich um einen Aufruf handelt.

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- Napoleon -


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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Mi 26. Nov 2008, 17:55 

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Nur ein Aufruf ?
Ja gut, wenns nur ein Aufruf ist, warum muss man das dann so dermaßen mit forderungen überfrachten?
Also den Kinderkram müssen wa nicht bereden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Mi 26. Nov 2008, 19:19 
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Zitat:
Und was hat damit der Kommunistischen Initiative zu tun? Ja ganz einfach, man bejubelt die DDR, obwohl es gar nicht so viel zu jubeln gibt, als dass man sie gleich als Beispiel für den Sozialistischen Staat nehmen könnte.


Jon, ich versuche eine Gegenfrage: Was würdest du denn als guten Zustand eines Sozialismus angeben, wenn dich mal jemand fragt was am Ende deiner Bemühungen entstehen soll? Die DDR zeichnete sich auch unter den anderen Staaten der sozialistischen Lagers duch eine hervorragende Stabilität, wirtschaftlichen Fortschritt und nicht zuletzt durch einen hohen Stand ihrer höchsteigenen Kultur aus. Die Ki zeigt so zu sagen auf die DDR und sagt, so wolle man das erreichen, natürlich ohne die Trottel die alles in den Sand gesetzt haben. Das ist ein Bezug zu einer konkreten Realität, greifbarer kann eine programmatische Aussage wohl kaum mehr werden. Also, du willst das anders machen, also sag an: Was sagst du mir, wenn ich wissen will wie dein Ziel aussehen soll?

Zitat:
DIe KI bejubelt die DKP, obwohl sie augenscheinlich revisionistisch ist und rechtfertigt dies damit, dass es da einige Kommunisten gibt, die man "gebrauchen" kann.


Sehr witzig. Was hättest du denn gemacht? Die DKP verurteilt? In der Position ist doch niemand. Die DKP wurde zurückhaltend und objektiv analysiert. Daß du dich bei der Verwendung des Begriffs "bejubeln" jedes Mal selbst loben musst, ändert nichts daran, daß der Begriff nicht ganz so passend ist wie du das vielleicht denkst.

Zitat:
ich selbst würde gewisse entbehrungen politischer art machen - aber diese entbehrungen bzw differenzen haben auch eine gewisse grenze. und diese grenze sehe ich einfach bei der KI als überschritten an.


Die Entbehrungen politscher Art sind allerdings nicht unsere Sache. Der Aufruf hat die Grundlinie vorgegeben und wenn etwas "entbehrt" wurde, dann die Gefahr sich die Diskutantenpest einzufangen und die ganze Sache verworren und zu kompliziert zu machen. Der Grund ist der Zweck des Textes. Was eindeutig ist, kann erweitert werden, dann allerdings nur auf der Grundlage der Akzeptanz der Vorgaben.

Zitat:
Nur ein Aufruf ?Ja gut, wenns nur ein Aufruf ist, warum muss man das dann so dermaßen mit forderungen überfrachten?
Also den Kinderkram müssen wa nicht bereden.


Ja, nur ein Aufruf. Warum muss man den liderlich und kleinlich angreifen, wenn man die wichtigsten Punkte eh nicht versteht oder teilt? Wegen Kinderkram: Jon, du hast eine gute Gelegenheit verstreichen lassen, still zu sein.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Mi 26. Nov 2008, 19:27 

Beiträge: 2008
@jon: Nun hast Du uns Deine Meinung zur KI mitgeteilt. Soweit so gut.
Du hast vor allen das angesprochen, was Deiner Meinung nach falsch ist. Soweit, nicht so gut. Warum? Weil Du einiges als falsch ansprichst, was Du vielleicht so verstehst (oder verstehen willst?), was aber so nicht im Aufruf steht.
Es wird weder eine DDR noch eine DKP hochgejubelt. Es sollen jedoch die Genossen der DKP angesprochen werden, die keine revisionistische Linie wünschen, sondern als Kommunisten denken und handeln wollen und den Schulterschluß mit anderen Kommunisten suchen - ja, auch über die Grenzen der DKP hinaus. Es verlangt in der KI niemand von diesen Genossen, dass sie die DKP verlassen sollen oder gar müssen. Die angestrebte Einheit soll ein Bündnis verschiedener Parteien werden. Allerdings mit klaren Absichten, also eindeutigen Zielen. Deshalb wurden Rahmenbedingungen formuliert. Dies nicht, weil da einem Genossen Lenin erschienen ist und einen Geistesblitz ausgelöst hat, sondern weil über Monate und Jahre darüber diskutiert und gestritten wurde.
Es geht nicht um das Hochjubeln der DDR. Sie ist Geschichte. Ja, natürlich ist sie das. Aber nicht nur Geschichte, weil sie nicht mehr existent ist, sondern Geschichte, weil sie 40 Jahre existiert hat. Das sind 40 Jahre Erfahrung beim Aufbau einer neuen, einer sozialistischen Gesellschaft, mit allen ihren Fehlern und Vorzügen. Also eine Alternative zum jetzt wieder in ganz Deutschland sich austobenden Kapitalismus. Das es eine wirksame Alternative war, kann Dir jeder ehrliche Gewerkschafter bestätigen, der bei Preisverhandlungen der Ware Arbeitskraft immer davon ausgehen konnte, dass die DDR als dritter Teilnehmer am Verhandlungstisch saß.
Zufälligerweise habe ich (im Gegensatz zu Dir), genau diese 40 Jahre persönlich erlebt. Du wirst von mir nicht hören, das ich im Paradies gelebt habe. Aber Du wirst von mir auch nicht hören, dass diese 40 Jahre alles nur Scheiße waren. Letzteres behaupten einige K-Gruppen. Daher sind sie kein Partner eines kommunistischen Bündnisses. Sie betreiben - ob gewollt oder nicht, ob bewußt oder nur aus Dummheit - das Geschäft der Bourgeoisie.
Die KI will den Zusammenschluß der wirklichen, ehrlichen Kommunisten, um die Führung für den Aufbau einer gesellschaftlichen Alternative zum jetzigen barbarischen Ausbeutersystem vorzubereiten. Warum soll dies bei Null anfangen? Warum die Erkenntnisse und Erfahrungen der bisherigen Geschichte des Sozialismus ignorieren?
Diese Ignoranz ist bei denen vorhanden, die behaupten, die DDR hätte keinen sozialistischen Aufbau betrieben. Das sie das aber getan hat, dass wissen selbst unsere Klassengegner. Oder warum haben diese die DDR mit allen nur erdenklichen, pervidenMitteln bekämpft? Warum seit gut 20 Jahren stete Hetze gegen einen angeblich doch nicht sozialistischen Staat, der nicht mehr existiert?
Was mir aber an Deiner Meinungsäußerung am meisten aufgefallen ist: Viel Kritik und keine konstruktiven Vorschläge, wie es (besser) gemacht werden sollte. Erinnert mich mehr an die Chefideologen des Neuen Forums, als an einen Kommunisten mit wissenschaftlicher Weltanschauung. Die sprachen immer von neuen Strukturen. Am ende hatten sie sich - nach Erledigung ihrer Katalysatorfunktion für das Kapital - hinwegstrukturiert. Wahrscheinlich haben sie nicht mal mitbekommen, dass sie als Mittel zum Zweck - sprich einer Konterrevolution - gebraucht worden. Ob sie das inzwischen begriffen haben, darf bezweifelt werden. Sicher auch, weil sie das gar nicht begreifen wollen.
Allerdings gebe ich Dir Recht: Keine Einheit um jeden Preis. Das lese ich übrigens auch aus dem Aufruf zur KI heraus. Kein Bündnis mit politschen Gegnern, mit politischen Abenteurern und Großkotzen und kein Bündnis mit Revoluzzern. :redstar161:

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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Mi 26. Nov 2008, 19:36 
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Ach ja: Dieser Faden könnte recht hilfreich sein, um das Thema zu verstehen...

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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Mi 26. Nov 2008, 22:16 
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zum angeblichen hochjubeln der DKP im KI aufruf.
Dort steht unter anderem:
Zitat:
Die formal stärkste unter den kommunistischen Formationen, die „Deutsche Kommunistische Partei (DKP)“ trabt objektiv der Entwicklung der PDS/Linkspartei/Die Linke seit dem Sieg der Konterrevolution in der DDR und der revisionistischen, schrittweisen Umwandlung der SED zur sozialdemokratisierten Partei „Die Linke“ hinterher. Sie hat sich mit dieser Bündnispolitik fast schon in eine babylonische Gefangenschaft zur Partei „Die Linke“ manövriert, die auch nicht wesentlich vom in der Partei „Die Linke“ anwachsenden Antikommunismus erschüttert wird – sogar, wenn es, wie mit Genossin Christel Wegner, eigene Mitglieder trifft. Erklärlich wird dies nur, wenn man die Entwicklung der DKP in den vergangenen Jahren betrachtet, die 2006 in die Annahme eines revisionistischen Parteiprogramms mündete und damit einer weiteren Entwicklung einer noch offener revisionistischen Politik und Programmatik eine Basis gab. Diese nun revisionistische DKP sucht u.a. danach, weiterhin kompatibel zur Partei „Die Linke“ zu bleiben...

oder auf gut Deutsch: Die DKP kriecht der Linkspartei in den Arsch und verzeiht ihr selbst die gemeinsten antikommunistischen Angriffe. Zum weiteren ist die DKp revisionistisch mit einem scheiß Programm.

Also wenn das für dich hochjubeln ist, dann kann ich verstehen, dass du dem Aufruf auch vorwirfst die DDR hochzujubeln ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Do 27. Nov 2008, 11:42 

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Zitat KPD - RM
Zitat:
Der Aufruf betrachtet auch die DKP bis zur Annahme des Parteiprogramms von 2006 als kommunistische Partei. In Wirklichkeit war die DKP aber schon bei ihrer Gründung eine revisionistische Partei.


Zitat Aufruf KI
Zitat:
Erklärlich wird dies nur, wenn man die Entwicklung der DKP in den vergangenen Jahren betrachtet, die 2006 in die Annahme eines revisionistischen Parteiprogramms mündete...


Hier wird ganz eindeutig die Zeit vor 2006 schön geredet und so getan, als wenn der Revisionismus schon nicht länger in die DKP Einzug erhalten hätte. Was heisst aber die Zeit vor 2006 nicht zu kritisieren? Das heisst, dass man sich der theoretischen "Fehler" annimmt und diese Fehler als solche gar nicht akzeptiert. Wozu das führt, brauch ich euch nicht erklären.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Do 27. Nov 2008, 13:36 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
Zitat:
Die formal stärkste unter den kommunistischen Formationen, die „Deutsche Kommunistische Partei (DKP)“ trabt objektiv der Entwicklung der PDS/Linkspartei/Die Linke seit dem Sieg der Konterrevolution in der DDR und der revisionistischen, schrittweisen Umwandlung der SED zur sozialdemokratisierten Partei „Die Linke“ hinterher.


ich denke mal das schließt die Zeit vor 2006 mitein.
Zum anderen: wenn die DKP 2006 ein revisionistisches Parteiprogramm angenommen hat muss dies eine vorgeschichte gehabt haben und fiel nicht einfach so vom Himmel.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Do 27. Nov 2008, 14:06 

Beiträge: 50
Das wird aber im Aufruf nicht klar. Und ich finde auch, dass man sich jetzt nicht darauf berufen kann, dass man jetzt nicht alles detailiert aufschreiben kann.

Seid mir nicht böse, aber ich nehme eben alles sehr genau. Jedes einzelne Wort. Und wenn man dies als haarspalterisch denunziert, was bis jetzt noch nicht passiert ist, dann fasse ich das als kompliment auf. Denn der Aufbau einer kommunistischen Partei gelingt nur mit absoluter Präzision. Unter anderem spielt bei solcherlei Dingen auch immer der Gedanke mit, dass man von wem auch immer nur instrumentalisiert wird bzw. das kommunistische Potential einfach nur verbraucht und damit im Keim erstickt. Dies sollten sich die Verfechter der KI auf die Stirn schreiben. Ihr habt eine Verantwortung. Und solange ich nicht mit ALLEN wichtigen Punkten übereinstimme, kann ich diese Verantwortung auch nicht tragen. Verantwortung trage ich nur dafür, dass man diejenigen, die jetzt vermeintlich der KI hinterherlaufen, darauf hinweist, wo wohlmöglich "Fallen", Fehler...stecken.

Zitat:
von sergej
Zitat:
Zitat:
Die formal stärkste unter den kommunistischen Formationen, die „Deutsche Kommunistische Partei (DKP)“ trabt objektiv der Entwicklung der PDS/Linkspartei/Die Linke seit dem Sieg der Konterrevolution in der DDR und der revisionistischen, schrittweisen Umwandlung der SED zur sozialdemokratisierten Partei „Die Linke“ hinterher.


ich denke mal das schließt die Zeit vor 2006 mitein.
Zum anderen: wenn die DKP 2006 ein revisionistisches Parteiprogramm angenommen hat muss dies eine vorgeschichte gehabt haben und fiel nicht einfach so vom Himmel.


Der entscheidende Punkt ist doch der, in welchem Zeitabschnitt der Revisionismus der DKP feststellbar war. Ich bin der Meinung (genauso wie die KPD/RM), dass der Revisionismus schon mit der Gründung der DKP im Jahre 1968 in der Partei "implementiert" war. Nicht 2006, nicht 1989, sondern bereits 1968 lag dieser vor. Und warum ist das so wichtig? Der Revisionismus hat immer eine bestimmte theoretische Ausprägung: dh. ihm liegt ein theoretischer Mangel zugrunde. Dieser Mangel kann unterschiedlicher Ausprägung sein - weil es eben viele verschiedene (darunter viele falsche) Theorieansätze gibt. Je nachdem, welchen Zeitabschnitt man für den ausschlaggebenden ausgibt (2006,1989,1968) gelangt man zu verschiedenen revisionistischen Inhalten, was jedoch nicht ausschließt, dass einige sich überschneiden. Aber das spielt nur ein nebensächliche Rolle.

Die Hauptsache ist, dass die verschiedenen Zeitabschnitte (2006,1989,1968) auf verschiedene anti-revisionistische Kritiken hinauslaufen. Und wenn die KPD/RM schreibt, dass die DKP von Anfang an revisionistisch war, dann legt sie einen ganz anderen Inhalt zugrunde, als die KI das tut. Das heisst, man hat unterschiedliche Ansichten über den Revisionismus! Und das meine lieben KI-Befürwörter ist wohl eine wichtige Frage, aufgrund dessen man die KI kritisieren, ablehnen und schließlich für revisionistisch halten kann.

zu guter letzt fordere ich einfach nur, den Revisionismus der DKP seit 1968 klar herauszustellen und keinerlei kompromisse mit diesen Partei zu machen. Ich sage absichtlich partei, weil es natürlich die aufgabe einer wahren kommunistischen Partei ist, die "gutmenschen" für sich zu gewinnen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Fr 28. Nov 2008, 08:09 
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Beiträge: 40
Zitat:
Das wird aber im Aufruf nicht klar. Und ich finde auch, dass man sich jetzt nicht darauf berufen kann, dass man jetzt nicht alles detailiert aufschreiben kann.


Ich verstehe diese Worte nicht so richtig. Hier in diesem Thema hat man doch mehrmals dargelegt, was ein Aufruf leisten kann und was zuviel des Guten gewesen wäre. Es sagt doch auch niemand, daß mit diesem Aufruf die nächste Bibel erschienen sei. Eine faire Beurteilung der DKP (die augenscheinlich alle Diskutanten hier wollen) würde doch ganze Bände füllen. Es wurde also verkürzt dargestellt, das lässt natürlich Raum für leichte Variationen des Inhaltes, je nach Vorbildung oder Absicht. So, wie anscheinend dutzende Leute die Zentrale der zu Entstehenden KI (meiner Ansicht nach) fälschlich im Stalinwerke-Forum vermuten, so ausufernd kann man auch Unklarheiten herbeidiskutieren und seinen Mitmenschen unnötig die Zeit stehlen. Soviel dazu.

Zitat:
Denn der Aufbau einer kommunistischen Partei gelingt nur mit absoluter Präzision.


Wenn ich Sätze wie diese hier lese, muss ich doch stark an Dietmar Dath denken, der mal (sinngemäß) schrieb: "Politische Praxis macht klug, Abstinenz von ihr dumm." Und, ja, sicherlich: Die Führung einer Organisation der Größenordnung und vor allem Stärke der KI muss in den Händen erfahrener Kader liegen, keine Frage. Aber Präzision, absolute Präzision gar, ist leider nur ein hochtrabender Begriff, sobald man einmal über einen längeren Zeitraum mit den verschiedenen Charaktären, die sich in einer gesunden Organisation tummeln, gearbeitet hat. Es geht erstmal vor allem um politische Grundsätze (Aufruf), die dementsprechende Genossen aktivieren und gegen die die "alten Verhältnisse", sprich auf pure Verwaltung der erreichten Stärken sich nun positionieren. Danach allerdings, und dann zeigt sich die Güte der Vorbereitung, geht es meistens um Einsatz, Einfallsreichtum und vor allem um Sensibilität gegenüber den beteiligten Genossen. Daraus kann man eine ansehnliche Stärke gewinnen, nicht aus, wie vorgeschlagen, konsequenzloser Debatte und über die Wirklichkeit gesteckte Ziele, die den Schritt in die Praxis auf alle Ewigkeit verschieben. Eben daran krankt doch die kommunistische Bewegung in der BRD: am Luxus der bloßen Theorie. Alle halten sich für den nächsten Marx und keiner beachtet die Wirklichkeit und sucht an ihr schlauer zu werden! Jeder, der einmal einige Zeit darin inverstierte, eine Organisation auf einen progressiven Weg zu bringen (anders als die bloße Verwaltung) wird diese Erfahrungen kennen. Wenn man das noch nicht gemacht hat, nun, dann kommen solche Forderungen dabei heraus.

Zitat:
Die Hauptsache ist, dass die verschiedenen Zeitabschnitte (2006,1989,1968) auf verschiedene anti-revisionistische Kritiken hinauslaufen. Und wenn die KPD/RM schreibt, dass die DKP von Anfang an revisionistisch war, dann legt sie einen ganz anderen Inhalt zugrunde, als die KI das tut. Das heisst, man hat unterschiedliche Ansichten über den Revisionismus! Und das meine lieben KI-Befürwörter ist wohl eine wichtige Frage, aufgrund dessen man die KI kritisieren, ablehnen und schließlich für revisionistisch halten kann.


Über die Geschichte der DKP, ihre Gründung, die Linie der SED zu ihr und über den derzeitigen Zustand der Führung der DKP weiß doch hier nahezu jeder User Bescheid. Du sprichst also die Bewertung der Informationen an, daran streitet man sich. Du forderst "keine Kompromisse zu machen". Abgesehen davon, daß der User Sergej hier schon erklärt hat, was im Aufruf dazu zu finden ist und wie deutlich das ist, würde ich gerne wissen, welcher Sturm der (gerechtfertigten) Entrüstung seitens der ehrlichen Genossen in der DKP auf die KI einbrechen würde, wenn das in dem Aufruf wie von dir gefordert geschehen wäre. Sektierertum mag ja manchem jungen Kopf als konsequente Politik erscheinen, aber letztendlich findet man sich damit eben in einer kleinen, nicht öffentlich wirksamen Gruppe wieder. Gleich mal rundherum alle Organisationen mit überzogener Kritik angreifen, das wäre das dümmste, was man als Neuanfang machen kann. Wenn du das tatsächlich forderst, dann forderst du die KI dazu auf, sich selbst zu erwürgen. Ich glaube die KI-Kader werden solcherlei Fehler nicht begehen und auf deine Mitwirkung verzichten müssen. Besser so, oder?

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"Konkrete politische Aufgaben muß man in einer konkreten Situation stellen."

W. I. Lenin


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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Fr 28. Nov 2008, 08:28 
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Marinus hat geschrieben:
Gleich mal rundherum alle Organisationen mit überzogener Kritik angreifen, das wäre das dümmste, was man als Neuanfang machen kann.


Viele machen das aber zu gerne. Siehe z.B. diese Gruppen, die meinen, bei allen anderen Gruppen immer "K" in "" schreiben zu müssen. Und wo sehen sie heute mit ihren 15 wackeren GenossInnen? Haben sich schon dreimal gespalten, die Kommunistenatome.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Fr 28. Nov 2008, 10:02 

Beiträge: 15
Nein Ich.

Zitat:
Daran krankt doch die kommunistische Bewegung in der BRD: am Luxus der bloßen Theorie. Alle halten sich für den nächsten Marx und keiner beachtet die Wirklichkeit und sucht an ihr schlauer zu werden!


Topp! :)

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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Di 2. Dez 2008, 14:40 
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Creek, es freut mich, dass meine Gedanken angenommen werden. Dieses Forum ist ja nun wirklich kein stilles Bächlein, eher muss man mit einem Kaventsmann rechnen, wenn man mal daneben liegt.

Aber eine Antwort von Jon hätte ich dann doch noch gerne, denke ich. Es warten noch einige Argumente auf ihre Widerlegung.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Di 2. Dez 2008, 20:10 
Salonbolschewist
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Beiträge: 1077
Kaventsmann? Egal.

Marinus, an die Tatsache, daß sich Leute, die nicht in der Lage waren in einer Diskussion die Probleme herbeizudiskutieren die sie sich ausgemalt hatten, nicht noch einmal einsichtig zu Wort melden wirst du dich auch hier gewöhnen müssen. Ich habe es bisher noch nie erlebt, daß Punkte, die konkret abgeschlossen wurden, im Nachhinein nochmals dankbar erwähnt werden. Die Leute schweigen dann lieber als öffentlich einzugestehen wie daneben sie doch lagen. Schlimmer noch: Es zeigt sich regelmäßig, daß bereits geklärte Themen dann später wieder mit denselben Positionen beackert werden, weil man zwar damals keine Argumente mehr fand aber still und heimlich noch an die eigene Überlegenheit glaubt. Das verzögert natürlich ungemein, scheint aber das Motto der derzeit in Massen herumlaufenden Regionalligatheoretiker unserer Szene zu sein: Talk is cheap.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Di 2. Dez 2008, 20:42 

Beiträge: 49
Ben hat geschrieben:
Ich habe es bisher noch nie erlebt, daß Punkte, die konkret abgeschlossen wurden, im Nachhinein nochmals dankbar erwähnt werden. Die Leute schweigen dann lieber als öffentlich einzugestehen wie daneben sie doch lagen.
Das ist auch nicht deren Aufgabe. Schau Dir nur die Themenbezeichnung an, dann weißt Du, welcher Zweck verfolgt und erreicht wurde.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Mi 3. Dez 2008, 21:57 

Beiträge: 50
Zitat:
Zitat:
Und was hat damit der Kommunistischen Initiative zu tun? Ja ganz einfach, man bejubelt die DDR, obwohl es gar nicht so viel zu jubeln gibt, als dass man sie gleich als Beispiel für den Sozialistischen Staat nehmen könnte.


Zitat:
Jon,ich versuche eine Gegenfrage: Was würdest du denn als guten Zustand eines Sozialismus angeben, wenn dich mal jemand fragt was am Ende deiner Bemühungen entstehen soll? Die DDR zeichnete sich auch unter den anderen Staaten der sozialistischen Lagers duch eine hervorragende Stabilität, wirtschaftlichen Fortschritt und nicht zuletzt durch einen hohen Stand ihrer höchsteigenen Kultur aus. Die Ki zeigt so zu sagen auf die DDR und sagt, so wolle man das erreichen, natürlich ohne die Trottel die alles in den Sand gesetzt haben. Das ist ein Bezug zu einer konkreten Realität, greifbarer kann eine programmatische Aussage wohl kaum mehr werden. Also, du willst das anders machen, also sag an: Was sagst du mir, wenn ich wissen will wie dein Ziel aussehen soll?


Die DDR war für mich nicht sozialistisch. Und wenn ich mal diese Meinung so äußern darf, ist es doch wohl schlussendlich logisch das zu behaupten, was eben schon geschrieben wurde. Und davon ausgehend stützt sich auch meine Aussage über den revisionistischen Charakter des Aufruf. Man hätte sich ja auch im Aufruf auf das revolutionäre Erbe der CSSR berufen können - "bis" Stalins Tod berufen können. Hat man aber nicht - und auch, ob man dieses überhaupt tun sollte , wäre vielleicht aus taktischen Überlegungen diskussionwürdig gewesen.

Zitat:
Zitat:
DIe KI bejubelt die DKP, obwohl sie augenscheinlich revisionistisch ist und rechtfertigt dies damit, dass es da einige Kommunisten gibt, die man "gebrauchen" kann.


Zitat:
Sehr witzig. Was hättest du denn gemacht? Die DKP verurteilt? In der Position ist doch niemand. Die DKP wurde zurückhaltend und objektiv analysiert. Daß du dich bei der Verwendung des Begriffs "bejubeln" jedes Mal selbst loben musst, ändert nichts daran, daß der Begriff nicht ganz so passend ist wie du das vielleicht denkst.


"Die DKP leugnete von Anfang die Notwendigkeit der sozialistischen Revolution und der Errichtung der Diktatur des Proletariats in Deutschland. Sie folgte dem revisionistischen Weg der Chruschtschows, Breschnews, Ulbrichts und Honecker. Wie kann man ernsthaft behaupten, dass die DKP bis 2006 eine kommunistische Partei gewesen sei?"

Zitat:
Aufruf-KI
Zu Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts schienen ihnen einige Entwicklungen, oberflächlich betrachtet, auch Recht zu geben. ... einige Parteien lösten sich nahezu lautlos auf, andere verwandelten sich direkt in offene sozialdemokratische Formationen oder begaben sich ganz offiziell auf revisionistische Entwicklungswege.


So witzig finde ich das hier nicht Ben.

Zitat:
Zitat:
ich selbst würde gewisse entbehrungen politischer art machen - aber diese entbehrungen bzw differenzen haben auch eine gewisse grenze. und diese grenze sehe ich einfach bei der KI als überschritten an.


Zitat:
Die Entbehrungen politscher Art sind allerdings nicht unsere Sache. Der Aufruf hat die Grundlinie vorgegeben und wenn etwas "entbehrt" wurde, dann die Gefahr sich die Diskutantenpest einzufangen und die ganze Sache verworren und zu kompliziert zu machen. Der Grund ist der Zweck des Textes. Was eindeutig ist, kann erweitert werden, dann allerdings nur auf der Grundlage der Akzeptanz der Vorgaben.


Das ist ja mal was ganz neues. Es brauch uns also gar nicht tangieren, wenn komprißmißlerische Eingehungen die "Sache" der Gefahr aussetzen, dass sie durch revisionistische Theoriekonstrukte von anfang an den Prozess der Bildung einer kommunistischen Partei im keim ersticken und damit für die zukunft kommunistisches Potential "zerstören". Aber wenn man sich vor der Diskutantenpest so fürchtet, um die Sache, genauer - die revisionistische Sache zu hüten, dann muss man sie natürlich meiden. Und übrigens Ben - eindeutig ist dieser Punkt nicht, sonst würde die KPD/RM nicht zuerst an den Gesprächen der KI teilnehmen und dann aufgrund inhaltlicher Differenzen ausscheiden. Aber wir wissen ja alles, die KPD/RM kocht nur ihre eigene Suppe - deswegen hat sie einst auch dazu aufgerufen, sich an den Gesprächen zu beteiligen.

Zitat:
Ja, nur ein Aufruf. Warum muss man den liderlich und kleinlich angreifen, wenn man die wichtigsten Punkte eh nicht versteht oder teilt? Wegen Kinderkram: Jon, du hast eine gute Gelegenheit verstreichen lassen, still zu sein.


Wenn es hier um Revisionismus geht, geht es nicht um Kleinigkeiten. Aber das kann man natürlich auch anders sehen.


Zitat:
Es wird weder eine DDR noch eine DKP hochgejubelt. Es sollen jedoch die Genossen der DKP angesprochen werden, die keine revisionistische Linie wünschen, sondern als Kommunisten denken und handeln wollen und den Schulterschluß mit anderen Kommunisten suchen - ja, auch über die Grenzen der DKP hinaus. Es verlangt in der KI niemand von diesen Genossen, dass sie die DKP verlassen sollen oder gar müssen. Die angestrebte Einheit soll ein Bündnis verschiedener Parteien werden. Allerdings mit klaren Absichten, also eindeutigen Zielen. Deshalb wurden Rahmenbedingungen formuliert. Dies nicht, weil da einem Genossen Lenin erschienen ist und einen Geistesblitz ausgelöst hat, sondern weil über Monate und Jahre darüber diskutiert und gestritten wurde.


Wo bitte ist denn der Unterschied? Es läuft für mich subjektiv aufs gleiche hinaus. Wenn die KI ernsthaft an irgendetwas interessiert ist, hätte sie diese Passagen eben nicht so schwamming geschrieben. Und schwammigkeit, endschuldigt den begriff....ich hätte ich hier auf von präziser Arbeit sprechen können...ist immer ein indiz dafür, dass man sich etwas freihalten will. eine Hintertür! Deswegen also diese Haarspalterei meinerseits! Und ihr mögt noch so meine geforderte Präzision ins lächerliche ziehen - ich werde davon trotzdem nicht abziehen.
Elegant wäre angesichts dieser theoretischen Differenzen gewesen, die DKP theoretisch zu verurteilen. Im Anschluss hätte man immer noch schreiben können, dass es natürlich in jeder der revisionistischen Parteien Menschen gibt, die politische der Sache dienen wollen und sich auch überzeugen lassen.
Deswegen läuft deine (gewe) argumentation, dass man dazu aufrufen würde, die dkp zu verlassen auch ins leere - weil ich nämlich überhaupt nicht dagegen menschen aus diesen parteien aufzunehmen. wie soll man das auch verhindern - wenn nicht durch diskussion - und dazu ist deren erscheinen nunmal unabdinglich.

Zitat:
Zufälligerweise habe ich (im Gegensatz zu Dir), genau diese 40 Jahre persönlich erlebt. Du wirst von mir nicht hören, das ich im Paradies gelebt habe. Aber Du wirst von mir auch nicht hören, dass diese 40 Jahre alles nur Scheiße waren. Letzteres behaupten einige K-Gruppen.


Das lieber gewe, ist nur eine behauptung. Ich kenne einige der k-gruppen. Und deren kritik ist differenzierter, als du denkst.


Zitat:
Die KI will den Zusammenschluß der wirklichen, ehrlichen Kommunisten, um die Führung für den Aufbau einer gesellschaftlichen Alternative zum jetzigen barbarischen Ausbeutersystem vorzubereiten. Warum soll dies bei Null anfangen? Warum die Erkenntnisse und Erfahrungen der bisherigen Geschichte des Sozialismus ignorieren?
Diese Ignoranz ist bei denen vorhanden, die behaupten, die DDR hätte keinen sozialistischen Aufbau betrieben. Das sie das aber getan hat, dass wissen selbst unsere Klassengegner. Oder warum haben diese die DDR mit allen nur erdenklichen, pervidenMitteln bekämpft? Warum seit gut 20 Jahren stete Hetze gegen einen angeblich doch nicht sozialistischen Staat, der nicht mehr existiert?


Auch die KPD/RM will den zusammenschluss, genauso wie meine wenigkeit. Nur weil man an etwas kritik äußert, heisst das doch nicht, dass man das ganez nicht will. Die Erfahrungen und Erkenntnisse der DDR zu nutzen widerspricht nicht der Kritik der DDR. Man muss sie aber nicht zum maß aller dinge erklären. Das lieber gewe gilt nur für die ~ 30 jahre nach der revolution in Rußland! Damit hätte ich überhaupt kein Problem, und wohl auch die Mehrheit in diesem Forum.
Warum die ddr mit allen mitteln bekämpft hat? Aus den selben grund, warum sie die durch und durch sozialdemokratische Linkspartei bekämpft. Jeder soziale Ansatz wird bekämpft. Du siehst also, das ist kein gradmesser dafür, ob etwas sozialistisch ist oder nicht.

Zitat:
Was mir aber an Deiner Meinungsäußerung am meisten aufgefallen ist: Viel Kritik und keine konstruktiven Vorschläge, wie es (besser) gemacht werden sollte. Erinnert mich mehr an die Chefideologen des Neuen Forums, als an einen Kommunisten mit wissenschaftlicher Weltanschauung. Die sprachen immer von neuen Strukturen. Am ende hatten sie sich - nach Erledigung ihrer Katalysatorfunktion für das Kapital - hinwegstrukturiert. Wahrscheinlich haben sie nicht mal mitbekommen, dass sie als Mittel zum Zweck - sprich einer Konterrevolution - gebraucht worden. Ob sie das inzwischen begriffen haben, darf bezweifelt werden. Sicher auch, weil sie das gar nicht begreifen wollen.
Allerdings gebe ich Dir Recht: Keine Einheit um jeden Preis. Das lese ich übrigens auch aus dem Aufruf zur KI heraus. Kein Bündnis mit politschen Gegnern, mit politischen Abenteurern und Großkotzen und kein Bündnis mit Revoluzzern. :redstar161:


Kritik ist erstmal ein Anfang, Wenn ihr diese nicht annimmt und damit nicht umgehen könnt, können wir auch nicht gemeinsam zu einem konstruktiven Vorschlag gelangen. Aber lieber gewe - auch wenn ich nicht weis, was du mit neuem forum meinst, aber der wichtigsten baustein der wissenschaft ist die kritikM mehr als die lösung, die du von mir abverlangst.


Zitat:
oder auf gut Deutsch: Die DKP kriecht der Linkspartei in den Arsch und verzeiht ihr selbst die gemeinsten antikommunistischen Angriffe. Zum weiteren ist die DKp revisionistisch mit einem scheiß Programm.

Lass sie doch kriechen, wohin sie wollen. Was bitte tangiert uns das? Das ist doch nix neues. Ich frage mich nur sergej, warum die Ki aufgrund dieser augenscheinlichkeiten mit der DKP nicht so umgeht, wie sie es verdient hat. Nämlich konsequent!

Zitat:
Zitat:
Denn der Aufbau einer kommunistischen Partei gelingt nur mit absoluter Präzision.


Zitat:
Wenn ich Sätze wie diese hier lese, muss ich doch stark an Dietmar Dath denken, der mal (sinngemäß) schrieb: "Politische Praxis macht klug, Abstinenz von ihr dumm." Und, ja, sicherlich: Die Führung einer Organisation der Größenordnung und vor allem Stärke der KI muss in den Händen erfahrener Kader liegen, keine Frage. Aber Präzision, absolute Präzision gar, ist leider nur ein hochtrabender Begriff, sobald man einmal über einen längeren Zeitraum mit den verschiedenen Charaktären, die sich in einer gesunden Organisation tummeln, gearbeitet hat. Es geht erstmal vor allem um politische Grundsätze (Aufruf), die dementsprechende Genossen aktivieren und gegen die die "alten Verhältnisse", sprich auf pure Verwaltung der erreichten Stärken sich nun positionieren. Danach allerdings, und dann zeigt sich die Güte der Vorbereitung, geht es meistens um Einsatz, Einfallsreichtum und vor allem um Sensibilität gegenüber den beteiligten Genossen. Daraus kann man eine ansehnliche Stärke gewinnen, nicht aus, wie vorgeschlagen, konsequenzloser Debatte und über die Wirklichkeit gesteckte Ziele, die den Schritt in die Praxis auf alle Ewigkeit verschieben. Eben daran krankt doch die kommunistische Bewegung in der BRD: am Luxus der bloßen Theorie. Alle halten sich für den nächsten Marx und keiner beachtet die Wirklichkeit und sucht an ihr schlauer zu werden! Jeder, der einmal einige Zeit darin inverstierte, eine Organisation auf einen progressiven Weg zu bringen (anders als die bloße Verwaltung) wird diese Erfahrungen kennen. Wenn man das noch nicht gemacht hat, nun, dann kommen solche Forderungen dabei heraus.


Der Aufruf von wurde von einigen Organisationen zusammengeschrieben, von denen jede einen gewissen wissenschaftlichen anspruch haben. Da wird man doch wohl erwarten dürfen, dass sie sich solche Böcke,wie zb. mit der DKP nicht schiessen. Vielleicht weist du jetzt, was ich mit diesem begriff der präzision meine. Aber ich gebe dir recht, der begriff für sich ist echt hochtrabend. Aber dem Begriff gingen ja auch noch andere erläuterungen vor.

Zitat:
Abgesehen davon, daß der User Sergej hier schon erklärt hat, was im Aufruf dazu zu finden ist und wie deutlich das ist, würde ich gerne wissen, welcher Sturm der (gerechtfertigten) Entrüstung seitens der ehrlichen Genossen in der DKP auf die KI einbrechen würde, wenn das in dem Aufruf wie von dir gefordert geschehen wäre.


Danke für diesen aufschlussreichen Imput marinus. Genau mit diesem Satz wird erklärt, was ich forderte : den komprißlosen Bruch mit allen revisionisten. Eine Abrechnung aller theoretisch verkommenen Parteien!!!! Diese Organisationen haben nix anderes verdient. Alles andere ist augenwischerei! Weg mit den Hintertüren! Schluss mit den Komprissen! Das ist die mindestvoraussetzung für einen neuanfang! Hochtrabend? Ja, bissel! Beachte einfach den ganzen abschnitt.

@ polly und ben
die diskussion mit einer musterlösung kann uns hier auch nicht ganz gelingen!


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 Betreff des Beitrags: Re: Kommunistische Initiative - moderne Revisionisten
BeitragVerfasst: Mi 3. Dez 2008, 22:50 
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Beiträge: 1077
Ich sehe es schon: Kurz und deutlich, dann ist hier unter Umständen noch was zu machen.

jon hat geschrieben:
Die DDR war für mich nicht sozialistisch.


1. Warum?
2. Du schuldest mir in diesem Punkt noch die Antwort auf meine Frage:

Ben hat geschrieben:
Was würdest du denn als guten Zustand eines Sozialismus angeben, wenn dich mal jemand fragt was am Ende deiner Bemühungen entstehen soll?


Ich konkretisiere: Wie, wenn noch nicht in der Geschichte aufgetaucht (was ich erwarte) soll denn jon's very own socialism aussehen? Bisher negierst du einfach aus Gründen die du noch angeben musst alles konkret Beschreibbare weg. Das ist natürlich ermüdend und sorgt dafür, daß sich die Debatte weiter im Kreis drehen wird. Das ist wie dieses Spiel, wer die größere Zahl erraten kann; Irgendwer hat immer noch ein paar Nullen auf Lager...

jon hat geschrieben:
Man hätte sich ja auch im Aufruf auf das revolutionäre Erbe der CSSR berufen können - "bis" Stalins Tod berufen können. Hat man aber nicht - und auch, ob man dieses überhaupt tun sollte , wäre vielleicht aus taktischen Überlegungen diskussionwürdig gewesen.


Ich habe ehrlich und angestrengt versucht, etwas Sinn oder gar ein Argument aus diesen beiden Sätzen zu filtern, war aber nicht erfolgreich. Da schreibt einer, wie er denkt.

jon hat geschrieben:
Es brauch uns also gar nicht tangieren, wenn komprißmißlerische Eingehungen die "Sache" der Gefahr aussetzen, dass sie durch revisionistische Theoriekonstrukte von anfang an den Prozess der Bildung einer kommunistischen Partei im keim ersticken und damit für die zukunft kommunistisches Potential "zerstören".


Ja, na klar: Uns stört das nicht sonderlich, denn wir sehen ja keinen Revisionismus in der Konzeption der KI. Wir sehen zwar natürlich Bedarf zur Diskussion was einzelne unklare Punkte des Aufrufes angeht, allerdings müsste man dann auch mit konkreten Beweisen und Argumenten agieren. Gewe und Marinus haben diesen Punkt bereits zur Genüge bearbeitet. Wer natürlich in allem, was real, greifbar und menschengemacht ist, Fehler sucht und diese dann Revisionismus taufen will, der wird immer seine Kopfschmerzen haben.

jon hat geschrieben:
Und übrigens Ben - eindeutig ist dieser Punkt nicht, sonst würde die KPD/RM nicht zuerst an den Gesprächen der KI teilnehmen und dann aufgrund inhaltlicher Differenzen ausscheiden.


Das ist nicht richtig. Es besteht ein ziemlich großer Unterschied zwischen den "Berliner Gesprächen" und den Diskussionen, die zur Vorbereitung der KI führten. Lies diese Sache noch einmal nach. @Witzig: Selbst wenn deine Behauptung richtig wäre, wäre sie immer noch kein Argument oder gar ein Hinweis darauf, wofür - und nicht wogegen - du hier bist.

Eine Frage noch, deine Antwort an Gewe betreffend. Erst schreibst du wiederholt:

jon hat geschrieben:
DIe KI bejubelt die DKP, obwohl sie augenscheinlich revisionistisch ist und rechtfertigt dies damit, dass es da einige Kommunisten gibt, die man "gebrauchen" kann.


Dann:

jon hat geschrieben:
Elegant wäre angesichts dieser theoretischen Differenzen gewesen, die DKP theoretisch zu verurteilen. Im Anschluss hätte man immer noch schreiben können, dass es natürlich in jeder der revisionistischen Parteien Menschen gibt, die politische der Sache dienen wollen und sich auch überzeugen lassen.


Im Aufruf der KI heißt es, wie Sergej zitierte:

KI hat geschrieben:
Die formal stärkste unter den kommunistischen Formationen, die „Deutsche Kommunistische Partei (DKP)“ trabt objektiv der Entwicklung der PDS/Linkspartei/Die Linke seit dem Sieg der Konterrevolution in der DDR und der revisionistischen, schrittweisen Umwandlung der SED zur sozialdemokratisierten Partei „Die Linke“ hinterher. Sie hat sich mit dieser Bündnispolitik fast schon in eine babylonische Gefangenschaft zur Partei „Die Linke“ manövriert, die auch nicht wesentlich vom in der Partei „Die Linke“ anwachsenden Antikommunismus erschüttert wird – sogar, wenn es, wie mit Genossin Christel Wegner, eigene Mitglieder trifft. Erklärlich wird dies nur, wenn man die Entwicklung der DKP in den vergangenen Jahren betrachtet, die 2006 in die Annahme eines revisionistischen Parteiprogramms mündete und damit einer weiteren Entwicklung einer noch offener revisionistischen Politik und Programmatik eine Basis gab. Diese nun revisionistische DKP sucht u.a. danach, weiterhin kompatibel zur Partei „Die Linke“ zu bleiben...


Wie es dir nun schon mehrere Male gesagt wurde: Die DKP wurde objektiv kritisiert, soweit man das einer Organisation zumuten kann, in welcher noch eine ganze Menge guter Genossen gute Arbeit leisten. Also, abgesehen davon daß du von einer "theoretischen Verurteilung" sprichst - wie und vor allem von wem und mit welcher Rechtfertigung auch immer das durchzuführen wäre - ist doch das von dir erst kritisierte und dann geforderte geschehen, oder nicht? Davon spreche ich, wenn ich dir vorwerfe, keine klaren Argumente oder Forderungen zu vertreten, sondern nur eine undefinierbare Stimmung gegen etwas, was du augenscheinlich nicht so richtig einzuschätzen weißt.

Auf den Rest gehen am besten die anderen Angesprochenen ein, das ordnet die Diskussion wieder etwas. Noch einmal der Hinweis auf diesen Faden, darin stehen weitere Ausführungen zu der Problematik die wir hier beobachten müssen. Ich zitiere mal, um Interesse zu erwecken:

NumaPompilius hat geschrieben:
Unsere Freunde vom linken Rand halten sich für die besseren Marxisten-Leninisten, wenn sie den RGW-Staaten gleich ganz ihren sozialistischen Charakter absprechen. Sie kritisieren, denken sie, eben nicht nur diese oder jene falsche Politikkonzeption, nicht nur diesen und jenen konkreten Fehler, sondern packen – denn sie sind ja radikal – das Problem an der Wurzel. Was dann herauskommt, ist eine Sozialismuskritik, mit der z.B. der Imperialismus sehr viel anfangen kann. Jeder bemerkt die Brauchbarkeit dieser Kritik für den Imperialismus, ausgenommen diejenigen, die dieses Kritik vertreten.
[...]
Die Linksradikalen versuchen sich jener Bedrängnis aber sonder Mühe zu entledigen. All die Vorwürfe, die heute gegen die Politik der RGW-Staaten vorgebracht werden, sind für diejenigen, die diesen Staaten den sozialistischen Charakter absprechen, mit einem Mal beseitigt. Das ist eine bequeme Lage: Man ist für den Sozialismus, aber die Verantwortung für das, was schon einmal unter diesem Namen in der Welt war, ist man los. Man löst sie dadurch, daß man behauptet, daß das eben kein richtiger Sozialismus war. Der nächste wird dann bestimmt besser. Daß man sich damit ins eigene Bein schneidet, begreifen sie natürlich nicht. Wenn man nämlich den Unvollkommenheiten des realen historischen Sozialismus geradewegs ins Auge sieht – also eben das tut, was diese Leute vermeiden – dann ist man natürlich eher in der Lage zu begreifen, was die Probleme, was die Fehler waren, welche Handlungen notwendig waren und welche Alternativen realisierbar gewesen wären. Da diese Leute diesen Blick aus Bequemlichkeit aber scheuen, verpassen sie die Möglichkeit, aus der Geschichte zu lernen und rennen blind in die Zukunft. Und was das bedeutet, brauche ich niemand zu erklären.


EDIT: @ Polly: Man könnte die Bezeichnung des Themas natürlich jederzeit ändern, allerdings ist das nicht notwendig, da wir wohl kaum auf die Befindlichkeiten von jemandem zu achten haben, der sich vom Titel eines Fadens beeindrucken lässt ohne ihn gelesen zu haben.

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Brian: You have to be different!
The crowd: Yes, we are all different!
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