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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Di 3. Apr 2007, 21:32 

Beiträge: 18
allo ich habe mal auf diese Hompage geschaut, frage mich allerdings wie hier die DDR als "sozialistisches" Land verdeitigen könnt? Nur weil bei uns keine Arbeitslosen gab, oder weil wir billig Mieten hatten? Nun gut das kann ich noch verstehen ist auch berechtigt, aber das haben wir und alles selber erkämpft hätten die uns das auch noch genommen, dann wäre ihre Tarnung aufgeflogen. Die Regierenden lebten auch in Wantlitz wie die Made im Speck, unter den Motto Wasser predigen und selber Wein trinken. Achja und die billige Miete war auch unsers zweites Gehalt. Und es wurden auch andere Fehler gemacht der größte war , den Klassenkampf zu vernachlässigen. aber nun so der frage war es eine Konterrevolution oder nur Erhebung des Volkes? Da sage ich schlicht nein, nein es war keine Konterrevolution, sondern das Volk ist aufgestanden und hat sich gegen die politischen Verantwortlichen sich erhoben. Es kann auch ferner keine Konterrevolution gewesen sein, weil es kein Revolution ansicht gegeben hat. Eine Revolution, hat wenn man Lenin liest, garnicht gegeben. übrigens der Spartacus( eine Zeitschrift von Trotzkisten die behaupten auch ständig das es eine Konterrevolution gewesen sei) Man kann aber nun mal nicht ständig diese Leute so beschimpfen die nach eine bessere DDR ruften und mir ist auch noch in Erinnerung, das es viele gab die auf ihren Transparenten das Wort Sozialimus mit sich trugen. Ich bin auch ferner der Meinung das diese Regierung(ehm. DDR) es Verdient hat, dass ein Volk sich gegen sie erhebte. Ich denke da nur an den Schabowski oder Krenz der eine ist der Grösste Wendehals und der andere lastete seine Politik die Falsch war Stalin an, obwohl doch Stalin !953 Gestorben ist. MkG. Ralf Stern mit Nelke


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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Di 3. Apr 2007, 21:32 

Beiträge: 237
Die Vorgänge 1989/90 waren eine berechtigte Revolte gegen eine unfähige Führung, hatten aber selbst keine fähige Führung, welche den sozialistischen Aufbau hätte fortsetzen können und wurden so zur Konterrevolution.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Di 3. Apr 2007, 21:33 
Troll

Beiträge: 145
So weit ich die Geschehnisse von 1989 überschauen kann, war es wohl spätestens als die Parole um sich griff "Deutschland einig Vaterland" , eine konterrevolutionäre Erhebung.
Dabei spielt es keine Rolle, welche Absichten anfänglich viele Bürger hatten. Sie ließen sich vor den Karren der Reaktion spannen, teils unwisend, teils sehr wohl wissend!!
Konterrevolutionäre Erhebungen können durchaus auch von Teilen des Volkes mit-ausgehen.
Man denke nur an die Bauernerhebungen in der Vendee während der Französischen Revolution. Sie waren eindeutig proroyalistisch!
Nur weil in der DDR so Mancherlei Scheiße war, gab es keinen einzigen Grund nach einer Wiedervereinigung zu lechzen. Die sozialen Errungenschaften, die es zweifelsohne gab, waren es allemal wert, sie massiv zu verteidigen.
Hat die Bevölkerung an seiner Herrschaft allerlei auszusetzen, nun dann muß der Weg konsequenterweise -weiter nach Links gehen.
Aber wie sagte doch schon Heinrich Heine: "Das Volk, der große Lümmel". ("der mal so, mal so ist")
Noch was zu Wandlitz -angeblich lebten dort die hohen Parteifunktionäre in Saus und Braus.
Nichts falscher als das. Ich habe mir diese Siedlung angesehen, im Gegensatz zu vielen Wandlitzkritikern, und habe keinen Luxus feststellen können.
Die Häuser, inkl. Erichs H., waren/sind in etwa im Stil von Einfamilienhäusern gehalten.
Lediglich das gemeinsame Schwimmbad zeigt einen bescheidenen Luxus.
Wer im Berliner Raum wohnt, sollte sie sich ganz einfach mal anschauen, (falls sie nicht inzwischen verändert wurde), statt einfach falsche bourgeoise Sirenenklänge nachzuplappern.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Di 3. Apr 2007, 21:33 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
es ist zwar verstädnlich, dass sich die "Massen" (doofes Wort) gegen die revissionistisch entartete SED-Führung demonstrierten. War diese aber deswegen fortschrittlich, weil sich 1. die Massen erhoben (und zwar ganz schön viele) und 2. gegen ein revisionitisches Regime gekämpft hatten. Gut manche Marxistisch-Leninistische Partei ind Deutschland mag zwar so denken. Aber das ist zu einfach:
1. fehlte eine klare organisierte Kraft, am besten eine kommunistische, aber noch nicht mal die gab es.
2. war diese Massenbewegung, weil ja eine organisierte Kraft fehlte, ein buntes Misch-masch politischer Richtungen. Wären diese fortschrittlich (und es waren ja einige vernünftige SED-Mitglieder und andere Kommunisten dabei, Umweltbewegungen etc.), wäre es weniger problematisch. Aber es waren auch genügend Nazis mitdabei. Und wo diese mitmischen kann es niemals fortschrittlich sein (wie hieß doch ein chauvinistischer Spruch der damaligen Bewegung? Wir sind EIN Volk!)
3. hatten imperialistische Mächte, ihre Finger gewaltig im Spiel (noch wesentlicher, als zum Beispiel beim Ungarn-Aufstand, da war aber wenigstens in Ungarn noch eine marxistisch-leninistische Führung (unter Rakosi) zu finden), den SED-Revisionisten schein es nichts auszumachen. Eine Massenberwgung, geführt von konterrevolutionären Imperialisten ist nicht fortschrittlich


man kann zusammenfassend sagen:
es war eine konterrevolutionäre Bewegung gegen die Konterrevolution (das revisionistische SED-Regime)

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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Di 3. Apr 2007, 21:34 

Beiträge: 18
Also erstmal Danke für die Antworten auf meine Frage. Und noch zu Peter ich brauche hier keinen nachzuplappern, ich habe das damals in Elf999 eine ehm. Jugendsendung des DDR-Fernsehen gesehen, und was mir dabei auffiel ist nun mal wie sie Dort gelebt haben, wie wir damals nach Kleinen Dingen rumlaufen mussten und diese Herren nicht. Wie bescheiden hat dagegen Stalin gelebt! Und nochmal zu Sergej; Du sprichts wahrscheinlich von diesen Republikaner (faschistische Organisation) auch dass habe ich mit verfolgen können wo auch gleichzeitig,wenn ich mich rechtentsinne eine Gegendemontration statt fand. in Leipzig. Nartürlich gab es keine führende Kommunistische Partei (schade) aber am 4. November auf den Alexanderplatz, wo so viele Redner waren Von Micha Wolf bis Steffi Spira, das waren doch Kommunisten, erfahrene noch dazu, warum konnten sie nichts weiteres Bewegen? Auch ein stefan Heym hat dort gesprochen allerdings war seine Rede zum teil nicht mein Ding, er sprach zwar vom richtigen Sozialismus und ich zitiere ihn "Der richtige Sozialismus nicht der Stalinische Sozialismus" Wenn Du sowas hörst und dann auch noch wenn Du von diesen Begriff keine ahnung hast, weil Stalin bei uns nicht Thema Nr 1 in der Schule war, wie sollte man damit umgehen? Mein Parteiskretär damals im Betrieb Konnte die Wende nicht schnell genug gehen trat aus der Partei aus und seine neue hiess CDU. Ab diesen zeitpunkt habe ich mich immer mehr mit den Marxismus/leninismus beschäftig und habe zum glück auch die Stalinbände und andere Klassiker mir noch kaufen können. Trotzdem will ich nochmal sagen man kann ein ganzes Volk einschliesslich Arbeiter nicht immer für Dumm hindstellen oder beschimpfen, sondern man muß ihnen dass ABC des Kommunismus beibringen, wie wenn nicht anders können wir dann zum Sozialismus kommen.mKg Ralf UdSSR


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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Di 3. Apr 2007, 21:35 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
Zitat:
Wie bescheiden hat dagegen Stalin gelebt! Und nochmal zu Sergej; Du sprichts wahrscheinlich von diesen Republikaner (faschistische Organisation) auch dass habe ich mit verfolgen können wo auch gleichzeitig,wenn ich mich rechtentsinne eine Gegendemontration statt fand. in Leipzig.


esging mir nicht darum, zu sagen dass alle Demonstranten falsch lagen, sondern darum, die Bewegung als Ganzes sowhol einen unfortschrittlichen als auch einen fortschrittlichen Character hatte.

Zitat:
Micha Wolf bis Steffi Spira, das waren doch Kommunisten, erfahrene noch dazu, warum konnten sie nichts weiteres Bewegen?


ich kenne diese beiden nicht, sollten es dennoch wahrhafte Maxristen-Leninisten gewesen sein und trotzdem versagt haben, werden wohl ähnliche Gründe sein, weshalb die Novemberrevolution schief ging .... mangelnde Organisierung der Kommunisten. Zum anderen, sagtest du ja bereits, ihr hatten in Sachen Stalin wenig Ahnung, weil er nicht Thema Nr. 1 gewesen ist, folglich war euch die ganze Stalinsche Linie nicht bekannt, eventuell auch andere Fragen des M-L. Das wirft euch keiner vor, hatte aber auch mit einen Grund weshalb der Sozialismus durch diese Volksbewegung nicht gerettet werden konnt. Zum anderen auch wenn es Kommunisteisch Kräfte gab, waren sie wohl zu schwach. Die bürgerlich-konservativen waren da viel stärker.

Zitat:
Trotzdem will ich nochmal sagen man kann ein ganzes Volk einschliesslich Arbeiter nicht immer für Dumm hindstellen oder beschimpfen, sondern man muß ihnen dass ABC des Kommunismus beibringen, wie wenn nicht anders können wir dann zum Sozialismus kommen.mKg Ralf


ich gehe mal davon aus, dass hier keiner Arbeiter für dumm hält. sollte man zumindest annehmen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Di 3. Apr 2007, 21:35 

Beiträge: 18
@sergej Micha Wolf war der Bruder Von Konrad Wolf ein großartiger Regiesseur in der DDR einer seiner Filme hieß "Ich war 19" er Konrad wra in der Roten Armee gewesen. Sein Vater war der Schriftsteller Friedrich Wolf und Arzt sein goßer Roman hieß Professor Mamlock. Und Micha Wolf war Kundschafter gewesen den man hier in der BRD Angeklagt hat, was ich heute noch verurteile. Ja und die Steffi Spira war Schauspielerin aber Sie ist schon lange gestorben....... Warum baut ihr keine kommunistische Partei auf? mkG Ralf UdSSR


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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Di 3. Apr 2007, 21:35 
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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Di 3. Apr 2007, 21:36 

Beiträge: 18
Ich meine Auch eine die auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus beruht. Und da fällt für mich die DKP schon mal weg, warum? sie leugnet in ihren Programm die Diktatur des Proletariat. Die Kommunistische Partei hingegen mag Zwar eine Kommunistische Partei sein, doch muß leider bei ihnen feststellen das sie China als Sozialistisch ansieht, obwohl jeder weiß das dort Kapitalismus pur herrscht. na und die PDS mit ihren Trotzkistischen Strömungen, da komme ich ja von Regen in die Traufe. aber mal im ernst wir brauchen eine Arbeiterpartei wo auch die Mitglieder von unten selber entscheiden, was ihre Führung zu tun und zu lassen hat- wo auch wirklich ein demokratischer Zentralismus herrscht. Mkg Ralf UdSSR


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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Di 3. Apr 2007, 21:37 

Beiträge: 2008
Zitat:
@sergej Micha Wolf war ...



noch einiges mehr, als Du richtig beschreibst. Er war bis 1996 stellvertretender Chef des MfS und Chef der Hauptabteilung VII?, also des Auslandsdienstes. In dieser Funktion mit Generalsdienstgrad ordnest Du ihn als Kundschafter richtig ein.

Der "Westen" hatte sehr lange nicht gewußt, wie M. Wolf aussieht. Erst sehr spät ist (wohl durch Zufall, aber wer kann das schon sagen ... ) ein Bild von ihm bekannt geworden. Ich vermute, die meisten DDR-Bürger kannten nur Erich Mielke und einige Bürgerbewegte sicher auch den einen oder anderen Genossen des MfS.

Er war nach 1996 etwas im Gespräch, da er in den Ruhestand ging und nicht bis "zum Umfallen" auf seinem Stuhl ausharrte. Ich würde vermuten, mit seinem Auftritt am 04.11. wollte er noch retten, was zu retten war. Er mußte aber auch einsehen - und wahrscheinlich hat er es schon lange gewußt - dass da nix mehr zu retten war. Die Revisionisten hatten ganze Arbeit geleistet.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Di 3. Apr 2007, 21:37 

Beiträge: 18
Ja ich weiss, und hat zum schluß auch Bücher geschrieben die Troika (vor der Wende) sein Letztes "Spionagechef im Geheimen Krieg Erinnerung". Wenn Du das Buch haben solltes? Wirst Du feststellen das auch er Stalin Kritisierte und an die Sachen herran gegeangen ist wie die meisten Historiker heute und eine freundschaft pflegte mit Wolfgang Leonard. Trotzdem hatte die Klassenjustiz, keinen Recht ihn zu Verurteilen. Mkg Ralf UdSSR


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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Di 3. Apr 2007, 21:38 

Beiträge: 122
Nur zur Richtigstellung:
Markus Wolf war bis-1986-1.Stellvertreter des Ministers für Staatssicherheit Erich Mielke und in seiner Funktion mit dem Dienstgrad Generaloberst Leiter der Abt.XV(HVA)
Hauptverwaltung Aufklärung.1978, in Stockholm, gelang es erstmals den westlichen Diensten ein Foto von M.W. zu erstellen.
Wurde Mai 1986 vom MfS beurlaubt(eigener Wunsch) und im November beim MfS entlassen.
Wer etwas mehr über die erfolgreiche Arbeit seiner Kundschafter lesen möchte,empfehle ich
z.Bsp.auch folgende Bücher:Gabriele Gast"Kundschafterin des Friedens"und "Kundschafter im Westen",im letzteren Werk berichten u.a. Spitzenquellen der HVA über ihre Arbeit während des Kalten Krieges.
www.kundschafter-frieden.de

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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Di 3. Apr 2007, 21:38 

Beiträge: 2008
Zitat:
Nur zur Richtigstellung:
Markus Wolf war bis-1986-1.Stellvertreter des Ministers für Staatssicherheit Erich




Vielen Dank für Deine Richtigstellungen und Hinweise auf weitere Quellen. Klar war 1986 und nicht 1996 gemeint. :-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Di 3. Apr 2007, 21:39 

Beiträge: 237
Zitat:
Sie ließen sich vor den Karren der Reaktion spannen, teils unwisend, teils sehr wohl wissend!



Nun, die Selbstmordrate unter Protagonisten der Revolte wie der "Gruppe der 20" Dresden und ihre Bedeutungslosigkeit nach der Konterrevolution (von Verrätern wie Merkel und Platzek abgesehen) spricht gegen willentliche reaktionäre Tätigkeit. Allerdings ist ein Konterrevolutionär aus Dummheit von einem aus Egoismus in seiner Wirkung nicht zu unterscheiden. Praktisch bestand die Bevölkerung 1989/90 in der DDR wie den anderen sozialistischen Staaten mehrheitlich aus Konterrevolutionären.

Es ist eine bittere Tatsache: die objektiv fortschrittliche Arbeiterklasse führte selbst die Konterrevolution durch. Einen besseren Beleg für die Rolle der sich nur noch so nennenden Avantgarde, welche mehrheitlich revisionistisch verkommen war und kollektiv kapitulierte, gibts gar nicht. Die Konterrevolution war in erster Linie keine Niederlage der Arbeiterklasse, sondern eine Niederlage ihrer unfähigen, mehrheitlich ideologisch verkommenen Führung.

Zwar könnte ich sagen, ich sei fein raus, da ich ja 1983 bei der NVA auf die Frage, ob ich in die SED eintreten wolle, sagte, daß ich angesichts der Leute, die drin sind, nicht möchte. Aber das war eben der Ausdruck meiner dummen Annahme, irgendwer würde schon das Richtige tun, ohne daß ich was tun muß.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Di 3. Apr 2007, 21:39 
Literat

Beiträge: 2947
Noch frisch in Erinnerung ist eine Diskussion über dieses Thema. Allerdings fand sie an einem andern Ort statt (viewtopic.php?f=21&t=1074). Ich habe in jener Diskussion einen Beitrag geschrieben, den ich zum Verständnis dieses Themas für ziemlich wichtige halte. Da er hier noch viel eher am Platze ist, soll er auch hier hin:

I.
Nicht nur zur Durchführung der Revolution, sondern auch zur Gestaltung der darauf folgenden Gesellschaftsformation ist eine Partei des Typs SED oder KPdSU nötig. Da die Gestaltung der sozialistischen Gesellschaft, die einerseits in Verwalten und Regeln des Vorhandenen, andererseits aber auch im Planen und Erreichen des für die Zukunft Beabsichtigten besteht, einer bewußten Führung bedarf, ist eine Partei unerläßlich. Es kommt hierbei vor (und ist prinzipiell sogar unvermeidlich), daß es eine gewisse Entfremdung zwischen der Partei und denen, deren Interessen sie zu vertreten hat (also Volk oder Arbeiterklasse), eintritt. Das ist einerseits nötig. Denn natürlich ist es keine seltene Erscheinung, daß das Volk nicht weiß, was es eigentlich will. Wer jemandes Interessen vertreten möchte, muß aber danach handeln, was gut für diesen ist und nicht danach, was dieser glaubt, daß gut für ihn sei. Daß also eine Differenz zwischen Partei und Volk entsteht, ist nicht Übel, sondern notwendige Existenzbedingung des Sozialismus. Und das gilt, weil eben gilt, daß das Volk oft nicht weiß, was gut für es selbst ist. Wenn es das nämlich wirklich wüßte, bräuchte es in der Tat gar keine Partei - weder zur Revolution noch zum Aufbau der sozialistischen Gesellschaft.

II.
Es kommt andererseits aber vor, daß die Partei ihrem Auftrag nicht mehr richtig erfüllt. Das ist, wenn es passiert, sehr bedauerlich. Aber aus dem Umstand, daß die Partei, die das immerhin könnte, ihre Aufgabe nicht mehr erfüllt, folgt nicht, daß darum das Volk nun auf einmal könnte, wovon wir soeben noch festgestellt haben, daß es das nicht kann. Also nochmal deutlich: Die Partei kann regieren, tut es aber nicht immer. Das Volk kann nicht regieren und würde darum nichts, wobei die Partei versagt, besser machen.

III.
Die Ursache für das Versagen der Partei liegt darin, daß die Mitglieder einer solchen Partei (wie ich vermute: mehrheitlich) mit der Zeit Ermüdungserscheinungen zeigen. Nicht jedem Menschen ist es gegeben, sein Leben lang gleichermaßen energisch zu kämpfen, bzw. gleichermaßen fleißig zu arbeiten. Hierin liegt die eigentliche Wurzel des Oportunismus. (Opportunismus meint beide Erscheinungen: den vor der Revolution und auch den in der sozialistischen Geselllschaft.) Ein solcher Kopf, der müde geworden ist, sucht meist unbewußt aber unweigerlich nach Möglichkeiten, Ruhe zu finden. Das zeigt sich dann sowohl in der Innen- als auch in der Außenpolitik. Erstere ist die Politik des status quo, das bloße Verwalten des Vorhandenen. Letztere zeigt sich vor allem darin, daß man, wie Peter Hacks einmal treffend bemerkte, die Frage des Friedens und die Frage des Sozialismus vertrauensvoll in die Hände des Imperialismus legt. Beides hat den Untergang zur Folge. Die Politik von Helsinki war der ideologische Grabstein der SED und die Wirtschaftspolitik Günter Mittags die materielle Ursache für den schließlichen Untergang dieses selbst in der erbärmlichen Schlußphase immer noch besseren deutschen Staates.

IV.
Bisher haben wir folgendes: a) Eine Partei ist notwendig; b) von ihrem Funktionieren hängt alles ab; c) ihr Nichtfunktionieren ist (mit der Zeit) zwangsläufig. Es sieht ganz so aus, als sei der Sozialismus von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Daß er das nicht ist, sieht man schon daran, daß ich es mit ihm halte. Denn bekanntlich gebe ich mich nicht mit Verlierertypen ab. Worin besteht also die Möglichkeit, das Unvermeidliche zu vermeiden? Nun, es ist nicht so, als hätten wir das nicht schon alles mal erlebt. Wer mich kennt, weiß, was jetzt kommt: So lange der Richtige an der Spitze der Partei steht, vermag er den Prozeß des Opportunismus - der eine Massenerscheinung ist - in Grenzen zu halten. Das kann auf geschickte, umsichtige und fast schon sanfte Weise passieren - wie unter Ulbricht - oder aber auch (wenn die historische Situation es erfordert) auf sehr intensive Weise - wie unter Stalin. Lenins heftige Auseinandersetzung mit den Menschwisten usw., Stalins "Moskauer Prozesse" usw., Ubrichts geschicktes Ausschalten des Parteiapparats (durch das NÖS usw.) - das alles sind Beispiele, in denen es der sehr starken Position eines Politikers zu danken ist, daß der Opportunismus, der sonst vermutlich die Mehrheit der Parteimitgieder ergriffen hätte (bzw. dies bereits hatte) eingedämmt oder zumindest am massiven Wirksamwerden gehindert wurde.

V.
Nun ist es denn aber im hinter uns liegenden Sozialismus doch passiert, daß jemand an die Spitze kam, der sich entweder als nicht fähig (Honecker, Chruschtschow) oder als nicht willig (Gorbatschow) oder als beides nicht (Breshnew) erwiesen hat. Die Folge ist bekannt, jeder von uns spürt sie täglich. Das erste Ergebnis war, daß die Partei sich gehen ließ. So wurde das Land wirtschaftlich zugrunde gerichtet. Die Forschung und Hochschulbildung wurde vernächlässigt, die Akkumulationsrate gesenkt, die Konsumtion dafür erhöht. Sinnlose (d.h.: für ein Land mit wasserdichter sozialer Grundsicherung sinnlose) Sozialleistungen wurden in das Volk gepumpt. Die Staatsverschuldung stieg (für DDR-Verhältnisse) in den Himmel. Von den Pleiten in der Wirtschaftsorganisation und den fehlerhaften Planungen, die durch lustlose Planer und Leiter zustandegekommen sind, ganz zu schweigen. All das hat bei den Bürgern der DDR den Eindruck eines vorne und hinten nicht funktionierenden Systems erzeugt. Es ist kein Wunder, daß 1989 kaum ein DDR-Bürger dafür noch kämpfen wollte.

VI.
Was hätte uns in dieser Situation retten können? Man hörte damals viel von Demokratisierung. Aber genau das Gegenteil davon wäre unsere Rettung gewesen. Wir hätten einen Politiker an der Spitze gebraucht, der klar Linie gemacht hätte, der in Intervallen Versager von ihren Posten entfernt hätte, sie durch junge Leute mit Elan ersetzt hätte, der Maßnahmen in der Bildungs- und Kulturprogramm eingeleitet hätte, der Programme zur sofortigen Stabilisierung der Wirtschaft entworfen umgesetzt hätte, kurz: einer, der dem Ganzen wieder eine Richtung gegeben hätte. Wir reden von einem, der wieder Ideen hat und auch willens ist, diesen umzusetzen (was auch die Fähigkeit mit einschließt, das Notwendige zu erkennen). Eine Demokratisierung hätte uns dagegen nicht gerettet, denn die haben wir ja bekommen und sie hat uns nicht gerettet.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Di 3. Apr 2007, 21:40 

Beiträge: 5
Ich sehe das Meiste auch so. Nur in einem melde ich Bedenken an. Nehmen wir mal an, die DDR-Führung hätte nicht so viele soziale Leistungen in das Volk hineingepumpt. Ja, was dann? Was hätte den Sozialismus dann noch attraktiv gemacht? Außer sichere Arbeitsplätze. Irgendetwas muß der Sozialismus doch dem Volk bieten.
Sonst fragen sich doch die Menschen, was bringt er mir?
Demokratie, so wie sie jetzt existiert, wäre der vorzeitige Tod gewesen.
Aber wie hätte es mit mehr Demokratie am Arbeitsplatz ausgesehen?
Die Arbeiter müssen doch mehr Verantwortung für ihre Betriebe entwickeln.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Di 3. Apr 2007, 21:40 
Literat

Beiträge: 2947
Zitat:
Ich sehe das Meiste auch so. Nur in einem melde ich Bedenken an. Nehmen wir mal an, die DDR-Führung hätte nicht so viele soziale Leistungen in das Volk hineingepumpt. Ja, was dann? Was hätte den Sozialismus dann noch attraktiv gemacht? Außer sichere Arbeitsplätze. Irgendetwas muß der Sozialismus doch dem Volk bieten.


Ich habe das wie folgt gemeint: Sozialleistungen soll es geben, und zwar in hohem Maße. Auch über die im Sozialismus selbverständliche Grundsicherung hinaus. Aber das darf unter keinen Umständen zu Lasten der Arbeitsproduktivität geschehen, weil das die existentielle Voraussetzung für das Fortbestehen der sozialistischen Gesellschaft ist. (Lenin schreibt sogar: "Die Arbeitsproduktivität ist in letzter Instanz das allerwichtigste, das ausschlaggebende für den Sieg der neuen Gesellschaftsordnung... Der Kapitalismus kann endgültig besiegt werden und wird dadurch endgültig besiegt werden, daß der Sozialismus eine neue, weit höhere Arbeitsproduktivität schafft.") Meine Bemerkung war also nicht gegen Sozialleistungen im allgemeinen gerichtet, sondern nur gegen solche, die man sich nicht leisten kann. Walter Florath hat einen wunderbaren Text geschrieben, auf den ich in diesem Zusammenhang immer recht gern verweise: http://www.offen-siv.com/auferst.htm#t04

Zitat:
Demokratie, so wie sie jetzt existiert, wäre der vorzeitige Tod gewesen.
Aber wie hätte es mit mehr Demokratie am Arbeitsplatz ausgesehen?
Die Arbeiter müssen doch mehr Verantwortung für ihre Betriebe entwickeln.


Meine Aussage über die Demokratisierung war nur auf Situationen bezogen wie sie der von 1989 ähnlich sind.
Generell bin ich dafür, das Volk, so weit es statthaft ist, an der Regierung zu beteiligen. Das kann aber nur in einem Rahmen geschehen, der eine grundsätzliche Absicherung des Landes bietet. Das bedeutet zum Beispiel, daß es zwar einen großen Rahmen der wirtschaftlichen Planung geben muß, aber konkrete Entscheidungen, die vor Ort getroffen werden können, auch vor Ort (also in den Betrieben) entschieden werden sollen. Jeder hat seinen Platz und dort seine Aufgabe. Das große Ganze kann genausowenig von unten her bestimmt werden, wie jede einzelne Besonderheit von oben her durchgesetzt werden kann.
Ich sehe also bezüglich zweier Sorten von Fragen unter keinen Umständen die Entscheidungsgewalt bei der gemeinen Bevölkerung: solcher Fragen, die den Charakter der Gesellschaft selber betreffen (Der Sozialismus ist nicht abwählbar. Wer ihn weghaben will, soll sich schön seine blutige Nase holen.) und solcher Fragen, deren richtige Beantwortung fachliches Wissen erfordert. (Worin die Wissenschaft zu forschen hat, welche Wirtschaftsektoren verstärkt gefördert oder was produziert werden muß, das müssen solche Leute entscheiden, die etwas davon verstehen.)
Auf deutsch also: So lange im ganzen Diktatur herrscht, darf im einzelnen gern Demokratie sein. Da bin ich ziemlich liberal.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Di 3. Apr 2007, 21:41 

Beiträge: 2008
Zitat:
Arbeitsplätze. Irgendetwas muß der Sozialismus doch dem Volk bieten.
Sonst fragen sich doch die Menschen, was bringt er mir?



In einem Brief an Gen. Matern im Juli 1953 zu den Geschehnissen vom 17.Juni 1953 schreibt Kurt Gossweiler:
" Man denkt zu schlecht von den Massen, wenn wir glauben, es genüge, ihnen das Leben materiell zu erleichtern, um sie zu gewinnen. Unsere Arbeiter sind nicht so schlecht, daß man ihr Vertrauen erkaufen könnte."

Es geht im Sozialismus also um einiges mehr, als dem "Volk etwas zu bieten". Allerdings muss das Volk in die Lage versetzt werden, das auch zu verstehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Fr 5. Sep 2008, 21:05 
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Beiträge: 82
gewe hat geschrieben:
Zitat:
Arbeitsplätze. Irgendetwas muß der Sozialismus doch dem Volk bieten.
Sonst fragen sich doch die Menschen, was bringt er mir?



In einem Brief an Gen. Matern im Juli 1953 zu den Geschehnissen vom 17.Juni 1953 schreibt Kurt Gossweiler:
" Man denkt zu schlecht von den Massen, wenn wir glauben, es genüge, ihnen das Leben materiell zu erleichtern, um sie zu gewinnen. Unsere Arbeiter sind nicht so schlecht, daß man ihr Vertrauen erkaufen könnte."

Es geht im Sozialismus also um einiges mehr, als dem "Volk etwas zu bieten". Allerdings muss das Volk in die Lage versetzt werden, das auch zu verstehen.


Die leidige Fragestellung: "Was bringt er (der Sozialismus) mir?" ist zwar realistisch und wurde von der DDR Bevölkerung auch so erstellt.
Die erforderliche Fragestellung wäre gewesen: "Was bringe ich dem Sozialismus?" und war dem Volk bereits im Juni 1953 so weit entrückt.
Ich persönlich bin der Meinung, dass die Teilung des deutschen Volkes in zwei Teile ein großer Fehler war.
Das sozialistische Lager hätte dann, ob mit oder ohne Ganzdeutschland, eine stetigere Entwicklung genommen.

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"Was wäre die Folge, wenn es dem Kapital gelänge, die Republik der Sowjets zu zerschlagen? Eine Epoche der schwärzesten Reaktion würde über alle kapitalistischen und kolonialen Länder hereinbrechen, man würde die Arbeiterklasse und die unterdrückten Völker vollends knebeln, die Positionen des internationalen Kommunismus würden liquidiert." -Stalin, Werke Band 9, S. 29,


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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Sa 6. Sep 2008, 00:31 
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Beiträge: 4023
oszi hat geschrieben:
Die leidige Fragestellung: "Was bringt er (der Sozialismus) mir?" ist zwar realistisch und wurde von der DDR Bevölkerung auch so erstellt.
Die erforderliche Fragestellung wäre gewesen: "Was bringe ich dem Sozialismus?" und war dem Volk bereits im Juni 1953 so weit entrückt.


Ich befürchte eher, das Volk (Das Volk?) war der Ansicht, dass es sich für den Sozialismus krumm buckeln musste während es nichts davon hatte. Leistungen wie kostenlose Gesundheitsversorgung und Schulbildung und vieles mehr lernt man erst zu schätzen, wenn man es nicht mehr hat. Aber die Menschen gierten halt mehr nach Bananen.

Zitat:
Ich persönlich bin der Meinung, dass die Teilung des deutschen Volkes in zwei Teile ein großer Fehler war.


Das mag sein, war aber der "Verdienst" der Westmächte. Stalin hatte versucht, diese Teilung aufzuheben. Siehe Stalinnote.

Zitat:
Das sozialistische Lager hätte dann, ob mit oder ohne Ganzdeutschland, eine stetigere Entwicklung genommen.


Das ist nur Spekulation.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Sa 6. Sep 2008, 06:45 

Beiträge: 2008
oszi hat geschrieben:
Das sozialistische Lager hätte dann, ob mit oder ohne Ganzdeutschland, eine stetigere Entwicklung genommen.


Kannst Du das näher begründen?
Was verstehst Du unter einer stetigeren Entwicklung?
Wie hätte ein sozialistisches Lager ohne dem Teil-Deutschland DDR die revisionistischen Entwicklungen verhindern können?

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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Sa 6. Sep 2008, 10:10 
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Das mit der Teilung Deutschlands war ja auch kein Vorwurf gegen die SU. Im Gegenteil, die SU hat ja auch Oesterreich wieder "freigegeben".
Aber ein System mit einer zerrissenen Nation ist immer ein Risiko. Das ist wie gesagt meine persönliche Meinung und darüberhinaus auch Spekulation. Ich will es dabei bewenden lassen.

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"Was wäre die Folge, wenn es dem Kapital gelänge, die Republik der Sowjets zu zerschlagen? Eine Epoche der schwärzesten Reaktion würde über alle kapitalistischen und kolonialen Länder hereinbrechen, man würde die Arbeiterklasse und die unterdrückten Völker vollends knebeln, die Positionen des internationalen Kommunismus würden liquidiert." -Stalin, Werke Band 9, S. 29,


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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Sa 6. Sep 2008, 10:43 
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oszi hat geschrieben:
Aber ein System mit einer zerrissenen Nation ist immer ein Risiko. Das ist wie gesagt meine persönliche Meinung und darüberhinaus auch Spekulation.


Da stimme ich Dir durchaus zu. Das zeigt nämlich auch einmal mehr, das die meisten Menschen mit dem Bauch statt mit dem Kopf denken. Das nach 1949 zwei Staaten mit einem ganz unterschiedlichen System entstanden interessierte die Wenigstens sondern einfach nur das "Wir sind Deutsche."

Ob das sozialistische System allerdings ohne DDR stabiler gewesen wäre, das wage ich zu bezweifeln. Erstens wären dann die Revanchisten in Richtung ehemalige Ostgebiete in Polen wohl noch stärker aufgetreten und desweiteren, man mag mich korrigieren, wenn ich irre, war die DDR eines der stabilsten und wirtschaftlich stärksten Länder im Ostblock.

Naytürlich kann man darüber spekulieren. ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Sa 6. Sep 2008, 19:46 
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Beiträge: 82
Eigentlich wollte ich nicht weiter darüber schwätzen, aber ich bin dennoch der Ansicht, dass der Blick nach "Drüben" - also über den Zaun - nicht so intensiv geschehen wäre, wenn die anderen Länder unter sich geblieben wären.
Die Länder des Warschauer Vertrages hatten zum überwiegenden Teil Sprachen, die sie untereinander doch einigermaßen verstanden. Aber die Deutschen verstanden diese nicht. Die Ungarn wohl auch nicht. Sie verstanden die Worte der abgetrennten Verwandten, Angehörigen und Bekannten m Westen viel besser. Dazu der Einfluss der elektronischen Medien.
Dazu ein Beispiel:
Ich selbst habe in den 70er Jahren in den Semesterferien 2-3 Wochen in Dresden im ROBOTRON gearbeitet. In einem Werk das auch Geheimnisträger war. Da habe ich gestaunt, dass morgens täglich um 7:35 Uhr die Arbeit unterbrochen, der Deutschlandfunk eingeschaltet und die Sendung "Aus ostberliner Zeitungen" abgehört wurde. Das zeigt doch , wie weit die ideologische Zersetzung bereits war. Nach Ablauf meines Ferien-Jobs habe ich keine Gelegenheit ausgelassen, diese Sendung zu hören. Hatte man doch über den DLF bereits zum Frühstück erfahren, was in der Zeitung steht, die man frühestens gegen mittag selber erhielt. .....
Was ich damit illustrieren wollte, ist die Tatsache bei der geteilten deutschen Nation, dass der Mund zwar auch notgedrungen das sagte, was die offizielle Meinung war - das Herz vielleicht schneller pulsierte, aber in jedem Fall dem natürlichen Trott folgte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wende 1989, Konterrevolution oder eine Erhebung des Volkes?
BeitragVerfasst: Sa 6. Sep 2008, 21:07 

Beiträge: 2008
Du bist Dir aber im klaren, dass Du über Erscheinungen und nicht über das Wesen sprichst?

Ob Du DLF gehört hast, oder in Berlin den RIAS oder in anderen Gegenden den BR oder WDR oder was man reinbekommen konnte, ob Du außerhalb von Dresden ARD oder ZDF geschaut hast oder gegen ende der 80-ziger die Kabel-Westsender wie RTL (noch in sw, da wir SECAM-Farbnorm hatten), ist letztendlich alles das gleiche. Es ist der (unterschätzte) ideologische Einfluß des Klassengegners gewesen.

Klar hat man das professionell und geschickt gemacht. Klar war die meist gleiche Sprache und die verwandschaftlichen Beziehungen dabei ein besonderer Schwierigkeitsgrad in der ideologischen Auseinandersetzung. Aber letztendlich gehörte das mit zum Klassenkampf. Das diese Methoden der Gegner geschickt angewandt hat, ist aber nichts überraschendes. Es ist auch nicht überraschend, dass das viele Menschen in der DDR gehört haben.

Den Wirkungsgrad, den der Gegner damit erreichte, ist auch der unzureichenden ideologischen Arbeit auf unserer Seite zu verdanken gewesen. Wenn Fragen nicht mehr beantwortet werden oder nicht wahrheitsgemäß, dann suchen die Menschen Antworten an anderer Stelle. Diese Antworten fanden sie bei den Westmedien.

Der Kern dieses Prozesses findet man in der Antwort auf die Frage, wie konnte es zu dieser Situation kommen. Welche gesellschaftlichen Prozesse haben dazu stattgefunden?
Es ist also wichtig, die Ursachen zu finden und damit zum Wesen dieser Entwicklung zu gelangen.

Im übrigen haben gleiche konterevolutionäre Prozesse z.B. in Ungarn, Polen und Tschechien stattgefunden - trotz anderer Sprache und nur geringer verwandschaftlicher Beziehung. Auch das zeigt, dass das Wesen dieses Prozesses etwas anderes ist, als die gespaltene deutsche Nation.

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