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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: Do 6. Mär 2008, 20:44 
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Beiträge: 628
Asmodai fasste das mal ganz schön zusammen:

Der rechte Revisionismus will die Wirklichkeit nicht so gut, wie sie sein kann. Der linke Revisionismus fordert sie viel besser, als sie sein kann. Beides sind Forderungen zur Abschaffung alles Guten in der Welt, erstere, weil es ihr zu wirklich ist, zweitere, weil es ihr nicht wirklich genug ist.

Das beziehe ich natürlich auf das Thema weiter oben, da dieser Faden eine recht verwirrte Eigendynamik bekommen hat und es mittlerweile um die Entwicklung der imperialistischen Zentren geht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: Sa 8. Mär 2008, 08:17 

Beiträge: 2008
Vor gut zehn Jahren sprach man von drei imperialistischen Zentren auf dieser Welt. Inzwischen wird China/Indien/Brasilien als weiteres (sich herausbildendes) Wirtschaftszentrum gehandelt. Rußland ist wohl eher diesem Komplex als Europa zuzuordnen (trotz G8).
Kriegsvorbereitungen laufen nicht zwischen europäischen Ländern oder zwischen Europa und den USA. Auch nicht gegen Japan und die Tigerstaaten. Primäres Ziel für einen (heute noch nicht aktuell) großen bewaffneten Konflikt (3.Weltkrieg?) wären Rußland und China. Bis dahin wird mit schneller Eingreiftruppe bei lokalen Konflikten geübt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: Sa 8. Mär 2008, 10:27 
Literat

Beiträge: 2947
Es wird auch keinen Krieg zwischen Rußland/China und den anderen imparialistischen Blöcken geben. Den Grund habe ich schon genannt: die haben alle Atomwaffen. Abgesehen davon haben sowohl China als auch Rußland hochmoderne Armeen und ein großes Volk. Und dann muß man sich das logistisch vorstellen. Ein Krieg z.B. gegen China würde eine Vorbereitungszeit von mehreren Jahren erfordern. In dieser ganzen Zeit wüßte die Weltöffentlichkeit bereits, daß der Krieg in Anlauf ist. Und selbst wenn wir davon absehen, daß spätestens dort die Atomwaffen zum Einsatz kommen müßten, China würde in derselben Zeit eine gigantische Armee aufbauen, die im Verteidigungskampf von keiner Armee der Welt geschlagen werden kann. Wer will eine Milliarde Menschen schlagen? Ich könnte noch lange so weiter machen. Das haut alles nicht hin, vorne und hinten nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: Sa 8. Mär 2008, 11:06 

Beiträge: 52
Die Strategie der imperialistischen Staaten gegenüber China Indien etc wird keine direkte miiltärische Konfrontation sein, sondern über Spaltungsversuche ablaufen. Dazu hat man alle Zeit der Welt. Siehe zum Beispiel Tibet, usw.

Das China, Indien sich versuchen gegenüber der imperialistische Ausplünderung zu emanzipieren ist ja keine Geschichte der neureren Zeit. Die Bildung eines sozialsitischen Blocks hat glaube ich insgesamt erst die Unabhängigkeit der Kolonialländer ermöglicht. Ich bin der Meinung das selbst die oben aufgeführten Staaten aber bis heute halbkoloniale Staaten sind. Das sieht man schon am Verhältnis der Ausländischen Direktinvestitionen (Kapitalexport) der imperialistischen Staaten in Länder wie China, Indien, Brasilien gegenüber den den in der Regel nicht vorhandenen oder unwesentlichen Kapitalexport umgekehrt.

Mit den Staaten wie Irak, Afghanistan ist die erste Welt im Prinzip wieder in eine koloniale Beziehung geraten. Auch hier ein Rollback , die Form ist anders, am Wesen hat sich nix geändert.




Auf den Seiten wird man zum Thema Kapitalexport fündig:

http://www.kpmg.ch/issues/18445_18512.htm

http://www.kpmg.co.uk/emergingmarkets/br/index.cfm


Iniwefern Atomwaffen einen Krieg auschließen, ist ein Argument davon inwiefern die Vernunft siegt. Die Reagan-Administration hat mit ihrer agressiven Aufrüstung in den 80igern auch einen Krieg riskiert

Aber auch eine Atommacht wie Pakistan bleibt faktisch abhängig von den USA etc., und zur Ausplünerung frei.

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: Sa 8. Mär 2008, 12:08 
Literat

Beiträge: 2947
Zitat:
die Form ist anders, am Wesen hat sich nix geändert


Genau das ist der Punkt, auf den ich hinaauswill. Nur sag ich es andersrum: dasselbe Wesen äußert sich unter anderen Bedingungen in anderen Formen. Daß die Konkurrenz der Mächte auf Agression hinausläuft, ist klar. Nur wie diese Aggression sich äußert, hängt nicht allein von dem Verhältnis der Mächte zueiander ab, sondern auch von den äußerlichen Bedingungen, in denen sich der Kampf abspielt.

Zitat:
Iniwefern Atomwaffen einen Krieg auschließen, ist ein Argument davon inwiefern die Vernunft siegt. Die Reagan-Administration hat mit ihrer agressiven Aufrüstung in den 80igern auch einen Krieg riskiert


Der Reagan-Administration war vollkommen klar, daß die Sowjetunion nicht zuerst die Bombe schmeißen wird. Der Sinn der Aufrüstungspolitik war nicht, einen Krieg herbeizuführen, sondern 1. psychologische Kriegsführung (d.h.: das Operieren mit Angst) und 2. das sogenannte Totrüsten (man wußte um die wirtschaftliche Lage der UdSSR, das Nachrüsten kostete diese mehr als die USA).

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: Sa 8. Mär 2008, 13:13 
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Beiträge: 104
Bernd1 hat geschrieben:
Iniwefern Atomwaffen einen Krieg auschließen, ist ein Argument davon inwiefern die Vernunft siegt. Die Reagan-Administration hat mit ihrer agressiven Aufrüstung in den 80igern auch einen Krieg riskiert


Auch wenn das nun auf den ersten Blick nicht sehr viel mit dem ursprünglichen Anliegen des Threads zu tun hat, erscheint mit einiges davon sehr wichtig. @Numa, deine Argumentation ist völlig richtig, aber sie basiert eben auf der Annahme, dass die Entscheidungsträger in den imperialistischen Staaten ebenso vernünftig denken wie du. Ein weltweiter thermonuklearer Krieg würde mit einiger Sicherheit das Ende des Lebens oder zumindest der Zivilisation auf unserem Planeten bedeuten. Die Frage ist, ob diese Tatsache die Imperialisten unter wirklich allen Umständen davon abhalten würde, solch einen Krieg zu beginnen. Reagan hat das damals sehr kurz auf den Punkt gebracht:" Es gibt wichtigere Dinge als den Frieden".

Aber wichtiger als solche Aussagen war wohl Reagans Politik, die ganz offen darauf zielte, einen Atomkrieg gewinnen und überleben zu können. Denn das atomare Patt reduziert sich ja nicht darauf, dass beide Seiten genügend Atomwaffen besitzen. Viel wichtiger ist die Frage, ob man nach dem Erstschlag des Gegners noch genügend Atomwaffen übrig hat um zurückschlagen zu können und diese Waffen ihr Ziel auch sicher erreichen. Oder mit anderen Worten: Wenn ich einen Großteil der gegnerischen Atomwaffen bereits vor dem Start vernichten und die übriggebliebenen im Anflug auf ihre Ziele abfangen kann, dann kann ich einen Atomkrieg auch gewinnen.

Unter Reagan waren es die bunkerbrechenden nuklearen Mittelstreckenwaffen (Pershing II und CruiseMissile) welche sowjetische Startbasen vernichten sollten bevor überhaupt eine Reaktion erfolgen konnten, und auf der anderen Seite SDI ("Star Wars"), ein satellitengestütztes Abwehrsystem, mit dem sowjetische Interkontinentalraketen im Anflug vernichtet werden sollten. SDI wurde bekanntlich nach dem Ende des kalten Krieges wegen technischer Schwierigkeiten und den immensen Kosten eingestellt. Nicht auszudenken, wenn es funktioniert hätte...

Dennoch sieht es heute nicht viel anders aus. Die NATO schiebt sich immer dichter an Russland heran, und verbunkerte Ziele kann man mittlerweilse auch mit "konventionellen" Waffen, die unter kein Abrüstungsabkommen fallen, wirkungsvoll bekämpfen. Und wenn die USA, wie kürzlich demonstriert, einen Satelliten abschießen können, dann zeigt das nur, dass im Stillen weiter an der Raketenabwehr geforscht wurde und die Amerikaner prinzipiell auch Interkontinentalraken zerstören können.

Aber ganz unabhängig von militärischen Aspekten stellt sich die eingangs genannte Frage nach der Vernunft der Imperialisten. Der Imperialismus hat doch keinerlei Bedenken, unseren Planeten einzig durch seine unersättliche Profitgier zu zerstören, völlig ohne Rücksicht auf Verluste. @Numa, was bringt dich denn da zu der Überzeugung, dass der Imperialismus bei seinem Untergang davor zurückschrecken sollte, den Rest der Menschheit mit in den Abgrund zu reißen?

Und damit zurück zu den Fragen an Beginn dieses Threads: "Warum gegen den Kapitalismus sein?" und "Warum bist du Kommunist?"

Meine Antwort auf die erste Frage: Wer immer mit offenen Augen durch diese Welt geht und dabei mal über seine persönliche Situation und die Situation in einem hochentwickelten Industriestaat wie unserem hinausblickt wird erkennen, dass der Kapitalismus keines der existenziellen Probleme der Menschheit lösen kann und ganz im Gegenteil diese Probleme hervorruft und verstärkt. Man kann Hunger und Elend in dieser Welt nicht bekämpfen, ohne den Kapitalismus zu bekämpfen. Wer mir das Gegenteil beweisen kann möge vortreten und es tun.

Und die Antwort auf die zweite Frage, nämlich warum ich Kommunist bin, ergibt sich aus der ersten. Wenn man erkannt hat, dass der Kapitalismus die Ursache des Übels ist und bekämpft werden muss, kann man es drehen und wenden wie man will. Dazu muss einem auch nicht alles gefallen, was in Staaten mit sozialistischem Anspruch in der Vergangenheit nicht so besonders schön war. Wichtig ist die Erkenntnis, dass nur Kommunisten wirklich gegen den Kapitalismus kämpfen.

Wie man das am besten tut sollte man auf einer Ebene diskutieren, auf der diese Gegensätze auch klar zur erkennen sind: Als notwendige Diskussionen über den richtigen Weg zu einem gemeinsamen Ziel.

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: Sa 8. Mär 2008, 16:31 
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Beiträge: 2947
Zitat:
@Numa, was bringt dich denn da zu der Überzeugung, dass der Imperialismus bei seinem Untergang davor zurückschrecken sollte, den Rest der Menschheit mit in den Abgrund zu reißen?

Das ist ganz einfach. Die Imperialisten haben sich bisher so verhalten, und es ist auch ganz logisch, daß sie das tun. Wenn ein Imperialist vor der Wahl steht, etweder Profit zu machen oder sich umzubringen, wird er sich wohl ersteres entscheiden. Es gibt ja doch einen Unterschied zwischen einem Imperialisten und einem Lemming.

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: Sa 8. Mär 2008, 20:01 

Beiträge: 2008
NumaPompilius hat geschrieben:
Zitat:
@Numa, was bringt dich denn da zu der Überzeugung, dass der Imperialismus bei seinem Untergang davor zurückschrecken sollte, den Rest der Menschheit mit in den Abgrund zu reißen?

Das ist ganz einfach. Die Imperialisten haben sich bisher so verhalten, und es ist auch ganz logisch, daß sie das tun. Wenn ein Imperialist vor der Wahl steht, etweder Profit zu machen oder sich umzubringen, wird er sich wohl ersteres entscheiden. Es gibt ja doch einen Unterschied zwischen einem Imperialisten und einem Lemming.


Annahme: Wenn der Imperialist nunmehr keine Chance mehr sieht, Profit zu machen? Was dann?

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: Sa 8. Mär 2008, 20:09 
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NumaPompilius hat geschrieben:
Das ist ganz einfach. Die Imperialisten haben sich bisher so verhalten, und es ist auch ganz logisch, daß sie das tun.


Das ist ganz sicher richtig. Bisher und in der gegenwärtigen Situation. Worum es mir bei meiner Frage ging war aber etwas anderes. Wir sind doch als Kommunisten davon überzeugt, dass der Imperialismus letztendlich wirklich der faulende und absterbende Kapitalismus ist. Wir wissen auch, dass die Imperialisten niemals freiwillig auf ihre Macht verzichten werden. Du hast völlig recht, kein Kapitalist wird sich umbringen, solange er die Möglichkeit hat, Profit zu machen. Aber wenn der Tag kommt und auch in den USA die Revolution auf der Tagesordnung steht, wenn die Imperialisten mit dem Rücken zur Wand stehen und nichts mehr zu verlieren haben, glaubst du wirklich, dass sie in dieser Situation zögern würden, die Menschheit mit in den Abgrund zu ziehen?

Um die Frage mal anders zu stellen: Warum haben die UdSSR und die DDR und die anderen sozialistischen Staaten Unsummen für die konventionelle Rüstung ausgegeben, wenn die Gefahr eines Krieges durch das nukleare Patt praktisch gegen Null gegangen wäre? Ich kann dir hier nur mir der Anwort dienen, die ich damals von einem Fragattenkapitän (entspricht bei der Marine dem Oberstleutnant) bekommen habe. Genosse Marc, sagte der, wir bereiten uns auf einen Krieg in Europa vor, in dem mit Sicherheit auch taktische Nuklearwaffen eingesetzt werden. Dass daraus ein weltweiter Atomkrieg wird ist äußerst unwahrscheinlich, schließlich sind die US - Imperialisten ja keine Selbstmörder.

Der Vergleich mit den Lemmingen, die nebenbei keineswegs Selbstmörder sind, war damals wohl noch nicht in Mode.

Auch auf die oft gestellte Frage, wie die Imperialisten solch einen Krieg beginnen könnten ohne dass dies bemerkt würde, gab es aus meiner Sicht eine recht plausible Antwort: Der Angriff würde mit Sicherheit aus einer Situation erfolgen, in der der Gegner ein großangelegtes Manöver in Grenznähe durchführt. Von wegen jahrelange Vorbereitung! Beide Seiten hätten innerhalb kürzester Zeit losschlagen können!

Ob ein Krieg zwischen der EU und den USA irgendwann auf der Tagesordnung stehen könnte kann ich nicht beurteilen. Dass beide Machtblöcke im bevorstehenden Kampf um die knapper werdenden Ressourcen in einen fundamentalen Konflikt geraden können wird aber wohl niemand abstreiten wollen.

Und um jetzt zum wiederholten Male auf das eigentliche Thema des Threads zurückzukommen: Damit dieser imperialistische Scheiß endlich aufhört, deswegen bin ich Kommunist und bekämpfe den Imperialismus so gut ich kann!

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: So 9. Mär 2008, 15:06 
Literat

Beiträge: 2947
gewe hat geschrieben:
Annahme: Wenn der Imperialist nunmehr keine Chance mehr sieht, Profit zu machen? Was dann?


1. Nehmen wir das an, so folgt daraus gar nichts. Es könnte dann nämlich alles Mögliche passieren. Wieso sollte der Imperialismus, wenn es keine Möglichkeit für Profit mehr gäbe, danach trachten, sich mitsamt der Welt in den Hades zu schicken? Weil er so schrecklich böse, so tief verdorben ist? Das Feindbild eines Marxisten sollte sich vielleicht von dem eines Christen dadurch unterscheiden, daß es begründet ist. Das Problem am Imperialismus ist gerade sein Streben nach Profit. Er handelt dort, wo er Möglichkeiten sieht, Profit zu machen. Und dort, wo er keine Möglichkeiten dazu sieht, ist ihm die einzige Triebfeder genommen, die er hat.

2. Aber diese ganze Überlegung ist absurd, weil die Annahme absurd ist. Eine solche Situation, in der das Kapital keine Möglichkeit für Profit mehr sieht, ist nicht denkbar. Es geht immer Profit zu machen, solange die Welt mit ihren Menschen noch da ist.

3. Was sich ändert, ist die Profitrate; die fällt nämlich tendenziell. Das treibt das Finanzkapital dazu, nach neuen Absatzmärkten, billigeren Arbeitskräften etc. zu suchen, und weil sich das nicht immer mit friedlichen Mitteln machen läßt, sucht man mitunter den kriegerischen Weg. Aber aus Gründen, die ich nun schon wiederholt dargelegt habe, führen die imperialistischen Staaten nicht direkt Krieg gegeneinander, sondern in anderen Formen. Solche Kriege wie der im Irak sind kein Training für den von Angstfeschisten immer wieder herbeigesehnten 3. Weltkrieg, sondern eine andere Form des imperialistischen Kriegs, deren Inhalt selbstverständlich ebenfalls die Suche nach Einflussphären, Kapitalanlagesphären etc. ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: So 9. Mär 2008, 16:14 
Literat

Beiträge: 2947
Marc hat geschrieben:
Aber wenn der Tag kommt und auch in den USA die Revolution auf der Tagesordnung steht, wenn die Imperialisten mit dem Rücken zur Wand stehen und nichts mehr zu verlieren haben, glaubst du wirklich, dass sie in dieser Situation zögern würden, die Menschheit mit in den Abgrund zu ziehen?


Das bejahe ich entschieden. Denn der Imperialismus hatte doch diese Skrupel. Die UdSSR war von Beginn ihrer Existenz Gegenstand von Angriffen. Seit 1945, also in etwa seit sie die Atombombe hat, hörten die Interventionen auf. Das ist doch kein Zufall. Die Änderung der internationalen Strategie im Kampf der Systeme war doch nicht nur das Resultat von klugen Strategen wie Brzezinski oder de Gaulle, sondern auch maßgeblich eine Anpassung an die neue Weltlage unter den Bedingungen des atomaren Patts. Also was für eine Frage: Natürlich haben die Skrupel. Wer denn nicht?

Eine Ausnahme freilich ließe sich nennen: Hitler und seine Kanallien. Aber das gilt auch nur für das Frühjahr 1945. Dort saßen die in ihrem Bunker in Berlin, und in dieser Situation hätte der GröFaZ am liebsten die ganze Welt mit in den Untergang gerissen. Aber nur in dieser Situation. Das Deutsche Reich hat doch die SU nicht angegriffen, um selbst auch zugrunde zu gehen herbeizuführen, sondern um die SU zu unterwerfen. Also mit dieser Einschränkung würde ich sagen, daß der Hitler-Imperialismus, wenn er in dieser Situation Atomwaffen zur Verfügung gehabt hätte, möglicherweise die ganze Welt in den Tod hätte reißen wollen. Andererseits muß man sich in Hinblick darauf, ob diese Situation für uns einen Hinweis auf künftige Entwicklungen sein könnte, auch wiederum klarmachen, daß hier die Folge bereits in der Voraussetzung negiert ist. Eine Situation, in der Atomwaffen vorhanden sind, hätte eine Situation wie die von Berlin 1945 gar nicht erst zugelassen. Der Weltkrieg - also die direkte Auseinandersetzung imperialistischer Mächte untereinander bzw. gegen sozialistiche Staaten - ist historisch unwiederholbar, solange die Frontlinie zwischen Mächten verläuft, die Atomwaffen besitzen. Es wird also keine Situation geben, in der die sozusagen letzte Bastion des "Weltimperialismus in einem Lande" von sozialistischen Mächten eingekreist ist und militärisch zu fallen droht.

Was kann man denn, wenn man in aller Ruhe über die Möglichkeiten einer künftigen Entwicklung nachdenkt, feststellen?

1. Der Imperialismus ist eine weltweite Angelegenheit. Man kann heute kaum noch ein Problem national lösen. Ein Sozialismus, der sich gegen den Imperialismus der Welt behaupten will, muß eine Gegenwelt aufbauen, d.h. mindestens eine Großmacht auf seiner Seite haben, die militärischen Schutz bietet sowie - der wirtschafltlichen Entwicklung, der Nahrungsmittel und Rohstoffe wegen - über eine genügend große Zahl von Menschen und Grund und Boden verfügt, daß der imperialistischen Welt ein in sich funktionierendes und sich selbst nähren könnendes Staatengefüge entgegengesetzt werden kann.

2. Revolutionäre Vorgänge werden sich aber zunächst in wirtschaftlich schwächeren und poilitisch weniger stabilen Ländern (also wahrscheinlich in Südamerika, Asien und Afrika) entwickeln. Es ist klar, daß diese Länder den imperialistischen Staaten nicht die Gegenwehr bieten können, um in einem Krieg zu bestehen. Es ist ebenfalls klar, daß sie einen Rückstand haben, den sie aufholen müssen. Es ist also durchaus denkbar, daß unsere Kinder und Enkel mehrere Kriege erleben werden, in denen Revolutionen in den Trikontstaaten niedergeschlagen werden. Das funktioniert dann aber auch nicht anders als im Irak oder in Afghanistan, nur mit dem Unterschied, daß es hier zur Abwechslung mal nicht die Bösen (Taliban, Saddam etc.) von Bösen geschlagen werden, sondern die Guten von den Bösen.

3. Der Imperialismus produziert aber ohne Unterlaß weiter seine Widersprüche, und deswegen werden immer wieder Länder von revolutionären Bewegungen erfaßt werden. Abgesehen davon, daß auch hier McNamaras Dominotheorie greift, und also revolutionäre Funken ihrer Angewohnheit überzuspringen nachkommen werden.

4. Auch wenn es den imperialistischen Staaten sehr schwer möglich sein wird, eine Vielzahl von Krisengebieten gleichzeitig zu kontrollieren, kommt es (siehe 1.) maßgeblich darauf ein, einen Machtblock aufzubauen, der nicht direkt angreifbar ist. Aus heutiger Sicht kämen hierfür Länder in Frage, die militärisch und wirtschaftlich zwar im Grunde auf der Schwelle des Imperialismus stehen, aber eine politische Instabilität bzw. eine politische Tradition aufweisen, die sie in Richtung Sozialismus drängt. China und Rußland wären solche Kandidaten.

5. Nehmen wir also jetzt an, es existiert ein Block sozialistischer Staaten, den man nicht durch Krieg zerstören kann. Dann stünde man wiederum in der Situation eines "kalten Krieges". Und darin käme es auf ein paar Hauptunkte an: z.B. darauf, in der wirtschaftliche Entwicklung auf das Level der imperialistischen Staaten zu kommen und dann, aufgrund der wirtschaflichen Planung, besser zu wirtschaften und den Imperialismus zu Zugeständnissen seiner eigenen Arbeiterschaft gegenüber zu zwingen und ihn so zu schwächen. Ferner entzieht man ihm viele Gebiete der Welt, aus denen er vorher Arbeitskräfte und Rohstoffe "abgesaugt" hat. Die Rohstoffe muß er sich dann von woanders besorgen, die Arbeitskräfte auch. Aber wo immer er das tun wird, wird er auch seinen Widerspruch mit hintragen, denn seine Problem kann er nicht lösen.

6. Es läuft also alles auf einen Kalten Krieg und einen wirtschaftlichen Wettkampf hinaus. Und der Sozialismus hat gegenüber dem Imperialismus den Vorteil, daß er seine Fehler bemerken und abstellen kann. Daß er von Menschen gemacht werden muß, ist seine Schwäche und sein Vorteil zugleich. Der Imperialismus krankt dagegen an systemimmanenten Problemen, die er nur graduell regulieren, aber nicht abstellen kann. Und seine Probleme nehmen in dem Maß zu, in dem er in der Welt an Gebiet verliert. Heute hat er noch die ganze Welt zur Auswahl. Aus der zieht er seine Kraft. Dann - aber dieses Dann liegt weit in der Zukunft - wird er nicht mehr die Kraft haben, auf wirtschaftlichem Wege dem anderen System etwas entgegenzuhalten. Das macht dann auch diejenigen Staaten, die gegenwärtig am sichersten vor einer Revolution sind, anfällig für die Umwälzung.

7. Es wird also der Prozeß der Weltrevolution sehr langsam und jedenfalls nicht durch einen Weltkrieg vor sich gehen können. Der Weltkrieg ist nicht möglich, wenn zwei Machtblöcke sich in einem Patt gegenüberstehen, und daraus folgt, daß jedes Land selbst die Revolution wird bewältigen müssen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: So 9. Mär 2008, 17:24 

Beiträge: 2008
Lieber Numa, hoffen wir, dass Deine logisch klingenden Erklärungen zutreffen und die Zukunft sich so gestaltet, wie Du es für möglich hälst.
Das verbleibende Restrisiko müssen wir bis zur Überwindung des Kapitalismus wohl ertragen. Hoffen wir auch hier, dass dies recht bald geschieht. :redstar164:

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: So 9. Mär 2008, 19:40 
Literat

Beiträge: 2947
Wir sind einig. Die Hoffnung ist eine famose Sache, die vollkommen zu unrecht in Verruf ist. Die pessimistische Haltung ist um kein Gramm intelligenter als die optimistische, aber um einige Meganewton schwächer.

Himmel, diese Physikmetaphern ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: Mo 10. Mär 2008, 19:23 

Beiträge: 2008
NumaPompilius hat geschrieben:
Die pessimistische Haltung ist um kein Gramm intelligenter als die optimistische, aber um einige Meganewton schwächer.

Himmel, diese Physikmetaphern ...


Um der Physik gerecht zu werden: Die pessimistische Haltung ist um kein Millinewtonmeter intelligenter als die optimistische, aber um einige Megatonnen leichter.

Ich messe Intelligenz nicht in Masseeinheiten, sondern in Energieeinheiten. Die Energie wird bekanntlich in den gleichen Einheiten, wie die Arbeit gemessen. Intelligenz mag eine angeborene Eigenschaft sein, die es auszubilden gilt. Das ist mit viel Arbeit (Energieverbrauch) verbunden.
Masseeinheiten sehe ich bei Vergleichen der Art schwerer, leichter angebracht.

Ja, ist mir schon klar ... damit habe ich einen Anwärterplatz auf den nächsten Nobelpreis ergattert. :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: Mo 10. Mär 2008, 20:02 
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Beiträge: 104
@gewe Dass du mal einen Nobelpreis bekommst bin ich mir ziemlich sicher. Ich weiß nur noch nicht sicher für was für einen.

Egal, um auf die Frage zurückzukommen, die zwar nicht Thema dieses Threads ist, um die es aber seit einiger Zeit geht:

Glaubst du, dass die Atomwaffen den Frieden sicherer gemacht haben, so wie Numa sagt, oder dass Atomwaffen schon durch ihre bloße Existenz das Überleben der Menschheit gefährden? Risiko, so habe ich das mal gelernt, ist die Wahrscheinlickeit des Eintritts eines unerwünschten Ereignisses multipliziert mit den zu erwartetenden Folgen. So gesehen sollte es kein akzeptables "Restrisiko" geben.

Aber vielleicht irre ich mich ja!

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: Mo 10. Mär 2008, 20:09 

Beiträge: 2008
Marc hat geschrieben:
@gewe Dass du mal einen Nobelpreis bekommst bin ich mir ziemlich sicher. Ich weiß nur noch nicht sicher für was für einen.


Auf alle Fälle mehrere, denn wenn schon, dann richtig.

Auf den Literaturnobelpreis werde ich allerdings verzichten, da mir bekannt ist, für welche intelligente und sympathische junge Frau er bereits heute vergeben ist. Ich bin mir sogar sicher, letzteres sieht Numa auch so, oder? ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: Do 20. Mär 2008, 23:09 

Beiträge: 134
Weil der Kapitalismus gegen die Menschenrechte verstößt!
Vor allem, das die Regierung Bush seit dem 11. September das Foltern mit einer bestimmten Methode legalisiert hat. :redstar170:


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: Do 17. Apr 2008, 20:25 

Beiträge: 52
"La Grande Nation – zu klein

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy arbeitet an einem schlagkräftigen Euroimperialismus unter französischer Führung

Von Theo Wentzke

Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy ist nicht zufrieden: Mit seiner Nation nicht, weil die in der Welt von heute einfach nicht die Rolle spielt, die ihr in den Augen ihres obersten Nationalisten zukommt. Und daher auch nicht mit der Welt und der in ihr herrschenden Ordnung, die seinem Land den ihm gebührenden Status verwehrt.

Weiterlesen: Junge Welt http://www.jungewelt.de/2008/04-18/026.php

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http://www.sed-forum.de/phpBB3/viewtopic.php?f=28&t=494


Zuletzt geändert von Woschod am Fr 18. Apr 2008, 17:30, insgesamt 1-mal geändert.
Bitte keinen kompletten Artikel einfach so kopieren, das sind dann Urheberrechtsverstösse, die teuer werden können.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: Do 18. Sep 2008, 21:04 
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Beiträge: 82
Jens hat geschrieben:

Ich denke die soziale Marktwirtschaft hat bewiesen, das man den Kapitalismus zwingen kann menschlich zu sein. Wenn die Leute links wählen, dann zwingen sie die anderen Parteien dazu linkere Politik zu machen.


Täusche dich da mal nicht!
Wenn sich herausstellt, dass eine Bundestagswahl dazu führt, dass eine wirklich kommunistische Partei an die Oberschicht gelangt, werden die Wahlen eher abgeschafft. Die Zugeständnisse (?), die an "Die Linke" gemacht werden, sind ein Operettentheater im Gegensatz zu dem, was der Kapitalismus zu DDR Zeiten an Sozialem für seine Bevölkerung tat.
Im Zuge der sogenannten Globalisierung wird es nicht dazu kommen, dass die Lebensverhältnisse der armen asiatischen Bevölkerung beispielsweise an unsere doch luxoriösen europäischen Verhältnisse angepasst werden.
Das wird dort vielleicht sogar nicht einmal gewünscht.
Aber im Gegenteil wird unser Standard immer mehr dem asiatischen angeglichen. (Auch nicht erwünscht)

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"Was wäre die Folge, wenn es dem Kapital gelänge, die Republik der Sowjets zu zerschlagen? Eine Epoche der schwärzesten Reaktion würde über alle kapitalistischen und kolonialen Länder hereinbrechen, man würde die Arbeiterklasse und die unterdrückten Völker vollends knebeln, die Positionen des internationalen Kommunismus würden liquidiert." -Stalin, Werke Band 9, S. 29,


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: Mi 24. Sep 2008, 14:35 

Beiträge: 79
Also ich bin Kommunist, weil ich Menschen mag. Freut mich wenns denen gut geht.

Doch da gibts halt paar Hindernisse zu überwinden. :redstar170:


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: Do 25. Sep 2008, 07:37 

Beiträge: 2008
@oszi: Dir ist bekannt, dass das Kapital die wirtschaftlichen Unterschiede zwingend braucht, ja?

Das muß nicht dauerhaft deshalb so bleiben, Europa reich und Asien arm. Da bestehen auch Chancen und Möglichkeiten, das alles mal umzudrehen. Du hast sicher schon die Quizfrage aus dem Jahre 2091 gehört: Was sind die Deutschen? Antwort: ein kleines zänkisches Volk an der nordwestlichen Grenze des großen Chinesischen Reiches. ;)

Die Entwicklung ist auch nicht so abwegig. Amerika ist weiterhin fleißig dabei, sich selbst in Grund und Boden zu rüsten (ruinieren). Es ist so schlimm dort, dass nunmehr sogar die heiligen Kühe des Kapitals über Bord geworfen werden und der Ruf nach mehr Staat erklingt. Wenn das der Guido zu hören bekommt, aber dann ...

Die großen, dicken Freunde aus Oldeurope werden keinen Finger krumm machen, um den geliebten Konkurrenten auch nur einen Millimeter unter die Arme zu greifen. Überall, wo die USA-Unternehmen raus fliegen, werden die Europäer, Asiaten und Araber einsteigen. Die Neuaufteilung der globalen Wirtschaft ist in vollem Gange. Die Amerikaner haben sich mit Wahl von Bush jnr. offenbar doch einen Bärendienst erwiesen. Na gut, profitiert haben einige wenige mächtig. Es bleibt daher auch dabei, die Profite den Unternehmern, die Schulden dem Staat (also den Steuerzahlern).

Damit diese Ungerechtigkeiten abschafft werden, bin ich für den Sozialismus. :redstar164:

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»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum eigentlich gegen den Kapitalismus sein?
BeitragVerfasst: So 5. Okt 2008, 21:30 
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Beiträge: 82
@ gewe
Wir werden uns in 5 Jahren wieder sprechen und sehen, wohin die Reise geht. Ich behaupte, der europäische Standard des Volkes - nicht der Reichen - wird dem asiatischen angepasst.

Warum den Kapitalismus bekämpfen?
Weil ich den Sozialismus erlebt habe! Und erfahren habe, wie einem soziale Errungenschaften und Maßnahmen nur allzu leicht zur Selbstverständlichkeit werden können. Wenn sie dann durch die Restauration des Kapitalismus wegfallen, lernt man sie erst wieder schätzen. - Zu spät!

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"Was wäre die Folge, wenn es dem Kapital gelänge, die Republik der Sowjets zu zerschlagen? Eine Epoche der schwärzesten Reaktion würde über alle kapitalistischen und kolonialen Länder hereinbrechen, man würde die Arbeiterklasse und die unterdrückten Völker vollends knebeln, die Positionen des internationalen Kommunismus würden liquidiert." -Stalin, Werke Band 9, S. 29,


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