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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: Kriege und Personal (Zivis)
BeitragVerfasst: Sa 23. Feb 2008, 00:08 
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Ich wollte nur mal sagen, dass meinem Kriegsdienst Verweigerungsantrag entsprochen wurde !
Ich hatte einige Sorge das das nicht klappt, aber nun ist es durch und ich mach vor dem Studium erstmal mein Zivi.

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"Alle Menschen von Genie, alle jene, die sich in der Republik des Geistes einen Namen gemacht haben, sind Franzosen, ganz gleichgültig, in welchem Land auch immer sie geboren wurden."
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 Betreff des Beitrags: Re: Ich wollte nur mal sagen...
BeitragVerfasst: Sa 23. Feb 2008, 10:07 

Beiträge: 2008
Glückwunsch!
Dir ist aber bekannt, dass man Dich im Ernstfall dennoch am A. bekommen kann. Wenn Du das vermeiden willst, mußt Du eine Totalverweigerung hinbekommen. Das kann aber Konsequenzen haben. Bei Zivi-Tätigkeiten stört das keinen ernsthaft.

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Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Ich wollte nur mal sagen...
BeitragVerfasst: Sa 23. Feb 2008, 14:13 
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Dazu wird es wohl nicht kommen. Können die nicht sogar im Ernstfall bis 59 Leute ziehen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Ich wollte nur mal sagen...
BeitragVerfasst: Sa 23. Feb 2008, 14:29 
Literat

Beiträge: 2947
Es ist egal, was die können. Die Bedingungen haben sich vollkommen geändert. Man braucht heute keine Massenarmeen mehr, sondern man hat hochtechnisierte, spezialisierte mobile Einsatztruppen, die man flexibel einsetzen kann. Das sind völlig andere Anforderungen und Rahmenbedingungen als zur Zeit des zweiten Weltkriegs.

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 Betreff des Beitrags: Re: Ich wollte nur mal sagen...
BeitragVerfasst: Sa 23. Feb 2008, 19:12 

Beiträge: 134
Zitat:
"Waffendienst ist Ehrendienst für Frieden und Sozialismus"...
(Armeegeneral Heinz Hoffmann in der Rede zum Beginn des Gesetzes über die allgemeine Wehrpflicht der DDR, auf der 21. Tagung der Volkskammer der DDR am 24. Januar 1962)
So habe ich das auch noch in Erinnerung. Na ja, für uns (mich) war es eben noch eine Ehrensache! :redstar161:

NumaPompilius hat geschrieben:
Es ist egal, was die können. Die Bedingungen haben sich vollkommen geändert. Man braucht heute keine Massenarmeen mehr, sondern man hat hochtechnisierte, spezialisierte mobile Einsatztruppen, die man flexibel einsetzen kann. Das sind völlig andere Anforderungen und Rahmenbedingungen als zur Zeit des zweiten Weltkriegs.
Aber Numa hat es wieder auf den Punkt gebracht! Bild


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 Betreff des Beitrags: Re: Ich wollte nur mal sagen...
BeitragVerfasst: Sa 23. Feb 2008, 20:44 

Beiträge: 2008
Nun, was Numa darlegt entspricht durchaus dem gültigen Denkmuster in den heutigen westlichen Armeeführungen. Es gilt sicher auch für die heutigen Verhältnisse, also kein kalter Krieg mehr, wo sich zig Millionen Menschen bis an die Zähne bewaffnet gegenüber standen.

Ich stelle dennoch in Zweifel, dass diese Denkmuster in der Realität in Erfolge umgesetzt werden können. Erfolgreich im Sinne, ein gestelltes Ziel zu erreichen.

Es mag richtig sein, dass auf Grund der hohen technischen und technologischen Entwicklung der gesamten westlichen Waffentechnik und der Schlagkraft der Waffen weitaus weniger Personen erforderlich sind, um gleiche oder wie meist geschehen weitaus umfassendere Zerstörungen zu erzeugen (ohne Betrachtung des Atomwaffenfalls).

Damit ist aber noch lange keine bewaffnete Auseinandersetzung gewonnen. Damit ist der Irakkrieg für die USA und ihre Verbündeten nicht gewonnen. Damit ist kein Frieden in Afghanistan erreicht. Damit hatte Israel keinen Erfolg im letzten Krieg gegen den Libanon gebracht und ich wage die Behauptung, dass damit auch kein Krieg gegen den Iran und dann wahrscheinlich gegen größere Teile der arabischen Länder zu gewinnen ist.

Bei all den Kriegsbeispielen sehen wir immer die hochtechnologisch überlegenen USA mit NATO-Partnern auf der einen Seite und die dagegen weitaus unterwickelten vom Krieg betroffenen Staaten der arabischen Welt und Afrikas. Dennoch gelingt den technologisch überlegenen Kriegsteilnehmern kein wirklicher Sieg. Sie richten viel Schaden und noch mehr menschliches Leid auf beiden Seiten an und es werden Unmengen an Geld und Naturressourcen verschleudert.

Die so offenbar unterlegenen Gegner der USA und Partner finden Antworten, entsprechend ihren Möglichkeiten. Ja es sind grausame und oft sinnlose Antworten. Aber es sind auch die Antworten von verzweifelten Menschen.

Man ist versucht, sich zu fragen, ob das von den westlichen Kriegtreibern so alles gewollt ist. Der Westen hat das Waffenpotential und die Überlegenheit, um jegliches der unterwickelten Länder in die Steinzeit zurückzubomben (und tun es teilweise schon). Doch offenbar hat man dann keinen Konfliktherd mehr, den man schüren kann. Keinen Konflikt den man immer schön am kochen halten kann, damit man seine Eingreiftruppen jeglicher Stärke an die Front werfen kann. Es ist offenbar mehr Geld damit zu verdienen, wenn man über einen langen Zeitraum immer wieder Mensch und Material in den Krieg schickt und verheizt, als wenn man alles mit einem (Atom-)Schlag vernichten würde.

Das der Terrorismus nach Ende des kalten Krieges als DAS gefundene Feindbild herhalten muß, braucht hier nicht weiter erwähnt zu werden. Heute ist es vor allen noch ein äußeres Feindbild. Damit läßt sich viel Geld in die Kassen der Kriegsgewinnler, also der Spitzenkräfte in den globalen Superkonzernen, spülen.

Doch zunehmend wird der Klassengegner die "Terroristen" im Lande finden. Wenn die Wiedersprüche so groß werden, dass sich viele Menschen die Ungerechtigkeiten, Unterdrückungen usw. nicht mehr gefallen lassen wollen und sich dagegen wehren. Wehren durch Demonstrationen, politische Streiks und wohl auch eines Tages mit Gewalt. Dann werden all diese Menschen in den Topf des Terrorismus gesteckt. Nach Demokratie fragt keiner mehr. Dann ist die Zeit des Einsatzes der Armeen nach innen gekommen. Diese Auseinandersetzung wird nicht mit hochtechnologischen Waffensystemen entschieden, sondern Mensch gegen Mensch. Ich denke, spätestens dann braucht man wieder viele Menschen ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Ich wollte nur mal sagen...
BeitragVerfasst: Sa 23. Feb 2008, 21:35 
Literat

Beiträge: 2947
Mir ist deine Argumentation nicht ganz klar. Es ging doch um die Frage, ob die gegenwärtigen Zivildienstleistenden damit zu rechnen haben, im Falle eines Krieges zu irgendwelchen Diensten eingezogen zu werden. Diese Frage kann man ganz eindeutig mit Nein beantworten. Das hat nichts mit irgendeiner Sichtweise zu tun, sondern mit den objektiven Gegebenheiten Und hierunter zählt nicht nur die Entwicklung der Kriegstechnik, die Du anführst, sondern auch die Sorte Krieg, die gegenwärtig geführt wird. Das sind keine Massenkriege, die darauf abzielen, ein ganzes Land zu überrollen und besetzt zu halten, sondern sehr viel gezieltere, sehr viel mobilere Kriege, in denen es darum geht, möglichst schnell sich festsetzen zu können. Der Luftkrieg spielt eine größere Rolle. Man ist nicht daran interessiert, ein ganzes Volk einfach zu unterwerfen, sondern dort möglichst schnell eine hörige Regierung einzusetzen, um die Hände für andere Aktionen freizuhaben. Die Situation des Kalten Krieges oder des Zweiten Weltkriegs waren dagegen vollkommen anders.

Es ging also um die Bewertung der Gegenwart. Ob die Lage so bleibt, ist eine andere Frage, über die ich nicht rede, weil man sich bei solchen Prognosen nur blamieren kann.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kriege und Personal (Zivis)
BeitragVerfasst: Sa 23. Feb 2008, 22:00 
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Also ich sagte Ernstfall und damit meine ich, wenn zb. Deutschland von Frankreich angegriffen werden würde, oder die EU von den USA... das in solch einem Falle man sicher nicht sagen kann, "ach ich habe keine Lust" und dann lassen die mich in Ruhe, dass wäre das was ich meinte als ich sagte Ernstfall, den in einem Krieg befinden wir uns bereits.

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Zuletzt geändert von DF2K2 am So 24. Feb 2008, 00:05, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kriege und Personal (Zivis)
BeitragVerfasst: Sa 23. Feb 2008, 22:08 
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Ich habe hieraus mal ein eigenes Thema gemacht.

Dieser Ernstfall Deutschland-Frankreich ist vermutlich sehr unwahrscheinlich.

Aber es gibt andere Fälle. So findet derzeit in Deutschland eine schleichende und unauffällige Militarisierung statt. Ein Thema, dessen sich der Jugendkongress "Notstand der Republik" annimmt. Dazu gehören einerseits der Einsatz der Bundeswehr im Inneren wie z.B. beim G8-Gipfel letztes Jahr in Rostock aber anderseits auch die Installation von Ämtern für Zivilschutz, in denen die Bundeswehr das Sagen hat und zu deren Aufgaben auch Zivieldienstleistende über das THW und andere Einrichtungen herangezogen werden können. Das ist dann der Punkt, wo unser DesertFox sich plötzlich in der Situation wiederfinden könnte, im Dienste der Bundeswehr Aufgaben verrichten zu müssen.

Zum Thema Personaleinsatz in Kriegen. Sicher, um ein Land zu bombardieren ist relativ wenig Personal nötig. Aber wenn der Krieg "vorbei" ist, muss das Land auch besetzt werden. Und das klappt nicht nur durch Marionettenregierungen, wie uns die Beispiele Kosovo, Afghanistan oder Irak zeigen. Dann ist wieder viel Personal nötig. Und das stammt vor allem aus den sozial niederen Schichten, ganz nach dem Motto: "Wenn ein armer Schlucker stirbt, ist das nicht so schlimm".

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 Betreff des Beitrags: Re: Kriege und Personal (Zivis)
BeitragVerfasst: Sa 23. Feb 2008, 22:52 

Beiträge: 2008
Lieber Numa, zur Bewertung der gegenwärtigen Situation haben wir die gleiche Auffassung. Ich stimme Dir auch zu, dass zu der Art Krieg, wie sie gegenwärtig geführt werden, keine Zivis herangezogen werden. Militärs werden heute auf freiwilliger Basis (gegen ordentlich Geld) in Anspruch genommen. Daher wohl auch der Trend in Richtung einer Berufsarmee. Für all diese Kriege braucht man immer weniger Menschen und kann dadurch auch stärker in Richtung zuverlässiger Militärs aussuchen.

Selbstverständlich ist die aktuelle Situation nicht mit den Verhältnissen des letzten Weltkrieges zu vergleichen. Nichtsdestoweniger beinhalten diese lokal gehaltenen Kriege das Potential für umfassendere Auseinandersetzungen und weitaus größere Gefahren.

Meine Überlegungen gingen über die konkrete Eingangsfrage hinaus. Sie galten einer möglichen Weiterentwicklung der aktuellen Prozesse und unter welchen Gesichtspunkten es evtl. auch einmal Zivis doch treffen könnte.

Keine Frage, bei derartigen Überlegungen läuft man Gefahr, sich auf Glatteis zu begeben und dabei ordentlich auf die Plautze zu fallen. Zumal ich alles andere, als Militärexperte bin. Dennoch kann ich die Entwicklung seit Jahrzehnten beobachten und Einschätzungen treffen. Also sicher kein Grund, auf derartige (gewagte) Überlegungen zu verzichten. Wer macht sich nicht Gedanken um die eigene und die Zukunft der Kinder?

Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen diese lokalen Kriege, weitab von uns, nicht besonders bewegt. Ja das man glaubt, dass geht uns eigentlich nichts an. Sollen die sich da etliche tausend Kilometer von uns entfernt haun und stechen. Hier habe ich meine Ruhe und hier passiert mir ja nix. Die potentielle Gefahr, dass sich ein lokaler Krieg ausweitet und uns in der einen oder anderen Art dennoch trifft, gleich wann, wird zu sehr unterschätzt.

Das Thema Rußland und Raketen gleich nebenan ist eher auch nur ein temporäres mediales Ereignis und nichts, was die Menschen hier dauerhaft auf die Palme bringt. Was geschieht aber bei einem Krieg gegen Rußland? Völlig unvorstellbar? Nein, sicher nicht. Das die Radar- und Raketenstellungen in Polen und Tschechien der Terrorismusbekämpfung (iranische Raketen) dienen, glauben sicher die wenigsten Menschen. Wird ein möglicher Krieg gegen Rußland auch auf heutige Art und Weise geführt werden und welche Gefahren ergeben sich für die Menschen hier?

Auf die Gefahren künftiger Kriege kann man nicht erst aufmerksam machen, wenn man das Ereignis konkret erlebt (hat). Das hat vorher zu erfolgen und dazu sind Überlegungen, Prognosen oder auch Spekulationen nicht vermeidbar. Es ist sicher von Vorteil, wenn diese Überlegungen und Prognosen von Fachleuten gemacht werden. Noch besser, man verfügt über konkrete Fakten. Damit bekommt man die Leute am ehesten aus ihrem Schlaf.
Die Zeiten, wo wir Kundschafter auf der anderen Seite hatten, sind auch vorbei. Also solange da sich in unserem Sinne nichts besseres findet, solange müssen wir uns wohl oder übel auch aufs Glatteis begeben - auch auf die Gefahr hin, auf die Plautze zu knallen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kriege und Personal (Zivis)
BeitragVerfasst: Mo 25. Feb 2008, 21:06 

Beiträge: 132
Hallo, in der Tat sind Spezalisten sehr wichtig fpür die derzeitigen Kriege. Anders säh es aber ggf. in einem Weltkrieg aus. Aber es ist doch eh egal ob die einen derzeit offiziell bis 58 einziehen können. In einer Weltkriegssituation, wenn sie dann mehr kanonnenfutter brauchen werden sie die Gestzte auch kurz ändern und dann ehemalige Zivis einsetzen, das wäre kein Problem.
Oder was sagt ihr?
Progress


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 Betreff des Beitrags: Re: Kriege und Personal (Zivis)
BeitragVerfasst: Di 26. Feb 2008, 00:57 
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Sehe ich auch so. Und auch wenn es derzeit vielleicht unvorstellbar klingt, aber sollte es doch noch mal zu einem Massenkrieg kommen, werden auch die gezogen, die total verweigern.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kriege und Personal (Zivis)
BeitragVerfasst: Di 26. Feb 2008, 08:07 
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Ich sehe das nicht so, und ich denke, daß ihr zu wenig von den wirklichen Bedingungen unserer Zeit ausgeht, und zu sehr die Bedingungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Schablone nehmt.

Es wird zwischen Großmächten keine Massenkriege mehr geben können. Der atomare Patt verhindert das. Stellt euch doch z.B. mal die Frage, warum 45 Jahre ein "kalter" Krieg herrschte. Der Imperialismus hatte doch nicht weniger Lust, den Sozialismus zu überrollen als in der ersten Jahrhunderthälfte, und die imperialistischen Länder hatten doch nicht weniger Lust, sich gegenseitig zu bekämpfen als zu zuvor. Aber die atomare Pattsituation zwang sie zu zwei Sorten von Kriegen: zum sogenannten Kalten Krieg und zu Stellvertreterkriegen. Wenn es zu einer Zuspitzung der politischen Weltlage kommt, dann werden es auch wieder diese beiden Formen sein, in denen der Krieg ausgetragen wird.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kriege und Personal (Zivis)
BeitragVerfasst: Di 26. Feb 2008, 09:44 
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Wo ist denn aber der Krieg in Afghanistan oder im Irak einer dieser beiden Typen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Kriege und Personal (Zivis)
BeitragVerfasst: Di 26. Feb 2008, 09:57 
Literat

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Davon war ja nicht die Rede. Es ging ja um Kriegstypen, die bei einer Konfronation zwischen Großmächten entstehen müssen. Afghanistan und Irak sind Kriege, die weder aus der Konkurrenz verschiedener imperialistischer Mächte noch aus dem Kampf zweier Weltblöcke mit unterschiedlichen Systemen entstehen, sondern aus der Unterdrückung schwächerer Staaten seitens imperialistischer Mächte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kriege und Personal (Zivis)
BeitragVerfasst: Mi 27. Feb 2008, 06:06 
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DF2K2 hat geschrieben:
Ich wollte nur mal sagen, dass meinem Kriegsdienst Verweigerungsantrag entsprochen wurde !
Ich hatte einige Sorge das das nicht klappt, aber nun ist es durch und ich mach vor dem Studium erstmal mein Zivi.


Eine Frage: Wie lange dauerte es bei Dir, diesen Antrag zu prüfen und ihn zu akzeptieren? Ich frage nach der genauen Zeit zwischen der Abgabe deines Antrages und der positiven Antwort.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kriege und Personal (Zivis)
BeitragVerfasst: Mi 27. Feb 2008, 13:25 
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Ich war am 29.1.08 Bei der Musterung, dort habe ich sofort meinen Antrag auf KDV abgegeben, aber noch nicht das KDV Schreiben, ich hatte dafür ab dem 29ten 14 Tage Zeit es nach zu reichen.

Am 11.02.08 oder am 12.02.08 (die Daten sind verschieden da im Internet der 11te genannt wird und auf dem Rückschein der 12te) wurde es in Halle per Post abgegeben.
Ja, ich hab mir Zeit gelassen, man sollte es schneller machen.

Am 21.02.08 habe ich dann den Brief aus Köln vom BAZ erhalten das meinem Antrag statt gegeben wird und ich mir schnellst möglich einen Zivildienstplatz suchen soll damit sie mich einberufen können (zum Zivi natürlich). Dies geschieht höchstwahrscheinlich dann am 1. April, da ich nächste Woche Montag zu meinem Gespräch muss und die Stelle den Antritt regelt, und dies ist eben meist zum ersten eines Monats.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kriege und Personal (Zivis)
BeitragVerfasst: Mi 27. Feb 2008, 16:43 

Beiträge: 2008
Es ist richtig, wir hatten zu Zeiten des kalten Krieges eine Pattsituation. Hätte eine Seite auf den A-Knopf gedrückt, hätte die andere Seit sofort mit gleichem Knopfdruck reagiert. Die Erde wäre heute vielleicht ein dunkler Stern (also ein strahlendes Etwas).

Können wir aber mit Sicherheit davon ausgehen, das die Scheu vor dem Knopfdruck auf Dauer erhalten bleibt?

Inzwischen dürften wir wieder eine Pattsituation zwischen USA und Rußland haben. Aber da kommen auch noch Frankreich, England, Israel, Pakistan, Indien und Südafrika als A-Waffenbesitzer hinzu. Korea und Iran mache ich mal noch ein Fragezeichen dran.
Was ist, wenn in den kleineren A-Waffenländern einer durchdreht? Können dann Rußland und Amerika die Situation im Griff behalten?

Die letzten Tage hat man mit großem Trara durch alle Medien die Eröffnung einer Pflanzensamendatenbank auf Grönland bekannt gegeben. Als Begründung habe ich als erstes in den Nachrichten (Sat oder RTL) zu hören bekommen, dass damit das überleben der Pflanzenwelt bei einer atomaren Katastrophe gesichert ist.

Aber Hallo! Plant da jemand eine atomare Katastrophe?

Später am Abend war man dann vorsichtiger. Man wolle gegen kosmische Katastrophen gewappnet sein. Gut, wäre akzeptabel. Aber die Wahrheit hatte man dummerweise schon vorher rausgelassen. Wahrscheinlich hat kaum einer hingehört und noch weniger haben das im Gedächtnis gespeichert oder sehen die ernsthafte Gefahr der Vorbereitung eines A-Waffenkrieges.

Wäre schön, wenn die Einsicht, dass ein A-Waffenkrieg nicht führbar ist, für alle Zeiten erhalten bliebe und sich alle dran halten würden. Doch mir ist das alles zu unsicher. Es gibt also nur eine Lösung, alle A-Waffen vernichten. Na gut, bis auf die, die man für die Vernichtung von Meteoriten bräuchte. Die sind unter UNO-Aufsicht einzulagern.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kriege und Personal (Zivis)
BeitragVerfasst: Mi 27. Feb 2008, 17:56 
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Beiträge: 4023
DF2K2 hat geschrieben:
Am 21.02.08 habe ich dann den Brief aus Köln vom BAZ erhalten das meinem Antrag statt gegeben wird ...


Pahhh! Ich durfte zum persönlichen Gespräch antanzen!

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 Betreff des Beitrags: Re: Kriege und Personal (Zivis)
BeitragVerfasst: Mi 27. Feb 2008, 18:05 
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Tja dann haben sie dir nicht geglaubt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kriege und Personal (Zivis)
BeitragVerfasst: Mi 27. Feb 2008, 19:01 
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Beiträge: 4023
Am Ende schon. Oder die haben aufgegeben, weil ich auf die Frage "Aber wenn der Feind nun ihre Familie angreift" immer geantwortet haben "Wer soll denn der Feind sein? Ich glaube nicht, dass das passieren kann."

Aber das ist schon 12 Jahre her.

Heute würde ich rigeros sagen, dass ich diesen Staat nicht verteidige, Punkt!

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 Betreff des Beitrags: Re: Kriege und Personal (Zivis)
BeitragVerfasst: Mi 27. Feb 2008, 21:44 
Literat

Beiträge: 2947
Zitat:
Können wir aber mit Sicherheit davon ausgehen, das die Scheu vor dem Knopfdruck auf Dauer erhalten bleibt?


Nun, das ist ganz einfach: Ein weltweiter Atomrieg würde die Menschheit unvermeidlich vernichten, und daher sage ich: Es wird niemals einen weltweiten Atomkrieg geben. Ich sage das ohne Abstriche. Und das schöne ist: Wenn ich nicht recht behalte, wird es keiner merken. Denn eine vernichtete Menschheit kann mich auch nicht dafür tadeln, daß ich unrecht behalten habe.

Zitat:
Inzwischen dürften wir wieder eine Pattsituation zwischen USA und Rußland haben.


Die Pattsituation bestand die ganze Zeit. Sie besteht aufgrund des atomaren Gleichgewichts.

Zitat:
Was ist, wenn in den kleineren A-Waffenländern einer durchdreht?

...

Wäre schön, wenn die Einsicht, dass ein A-Waffenkrieg nicht führbar ist, für alle Zeiten erhalten bliebe und sich alle dran halten würden. Doch mir ist das alles zu unsicher.


Wieso in den kleineren, warum nicht in den großen? Sind die Südafrikaner irrer als die Amerikaner? Ich denke: kaum. Worauf es ankommt, ist, daß es schwer vorstellbar ist, einer könnte so irre sein, einen echten Atomkrieg vom Zaun zu brechen. Natürlich kann man dergleichen nicht ausschließen. Aber man kann sehr viele Dinge nicht ausschließen, und rechnet doch nicht mit ihnen. Ich könnte beim Verlassen des Hauses z.B. von einem Meteoriten erschlagen werden, aber die Chance, daß mir das passiert, ist so klein, daß es nicht lohnt, mein Leben deswegen umzustellen und z.B. nicht mehr das Haus zu verlassen.

Aber worum es bei der Pattsituation geht, ist etwas anderes: Atommächte können gegeneinander keinen Krieg führen, weil in dem Fall, daß sie es täten, sie gar nicht anders könnten, als ihre Atomwaffen einzustzen. És ist wie bei den Kapitalisten. Die können die duftesten Typen vonne Welt sein, aber sie konkurrieren und müssen daher den Maximalprofit zum Ziel haben. Sie müssen sparsam wie möglich produzieren und so viel wie möglich einnehmen, weil sie wissen, daß ihr Konkurrent dasselbe tut. Atommächte müßten einen echten Krieg mit allen Mitteln führen, die sie haben, und d.h.: Bevor auch nur der erste Soldat der einen Atommacht seinen Fuß auf das Land der anderen Atommacht gesetzt hat, werden beide Mächte schon ihre Atomraketen losgelassen haben. Und weil das jeder weiß, führen Atommächte keinen Krieg gegeneinander. Es ist also nicht einfach nur Zufall, sondern ganz folgerichtig, daß, seit es Atomwaffen gibt, noch keine Atommacht mit einer anderen einen echten Krieg geführt hat, sondern die Auseinandersetzung nur in Form des Kalten Krieges oder eben durch Stellvertreterkriege ausgetragen wird.

Zitat:
Es gibt also nur eine Lösung, alle A-Waffen vernichten. Na gut, bis auf die, die man für die Vernichtung von Meteoriten bräuchte. Die sind unter UNO-Aufsicht einzulagern.


Ich würde eher so sagen: Die Atombombe hat die Welt friedlicher gemacht. Sie verhindert, daß die großen Mächte übereinander herfallen. Und auf diese Weise gehören wenigstens die Weltkriege der Vergangenheit an, und das ist schon mal eine erhebliche Verbesserung. Ich bin also froh, daß es Atombomben gibt, und deswegen bin ich auch dagegen, sie abzubauen.

Unser Problem ist doch aber nicht nur, daß es nicht wünschenswert wäre, die Atombomben abzubauen, sondern daß es überhaupt nicht möglich ist. Es gibt nur eine gesellschaftliche Situation, in der es möglich wäre, die Atombomben zu vernichten, dann nämlich, wenn man keine Verwendung mehr für sie hat. Aber solange imperialistische Staaten gegeneinander in Konkurrenz sind oder solange eine Konkurrenz zwischen zwei Weltlagern wie dem Sozialismus und dem Imperialismus besteht, ist es weder möglich noch erstrebenswert, die Atombomen abzubauen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kriege und Personal (Zivis)
BeitragVerfasst: Do 28. Feb 2008, 12:13 

Beiträge: 132
Numa schreibt:
"Es wird zwischen Großmächten keine Massenkriege mehr geben können. Der atomare Patt verhindert das."
Ob es welche geben wird oder nicht hängt ja auch davon ab, wie die progressiven Kräfte arbeiten... Aber an sich wird der derzeitige "zwischenimperialistische Frieden" nicht zwangsläufig so bleiben. Die Mäche und auch die aufkeimenden Mittelmächte steben eine Neuverteilung der Welt an usw. dies kann das derzeitige Kräfteverhältnis sehr durchainander bringen (das seh ich auch nicht für morgen oder übermorgen so, aber von der Tendenz)... Ich sehe keinen Grund warum es keine Massenkriege mehr geben könne. Das erinnert einen ja schon fast an Kautsys "friedlichen Imperialismus"...
Numa, mal wieder viele Thesen


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 Betreff des Beitrags: Re: Kriege und Personal (Zivis)
BeitragVerfasst: Do 28. Feb 2008, 12:15 

Beiträge: 132
atomare patt: und du meisnst der muss so bleiben?

warum reduzierst Du diese Frage auf die Atombombenstärke?


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 Betreff des Beitrags: Re: Kriege und Personal (Zivis)
BeitragVerfasst: Do 28. Feb 2008, 12:36 
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Beiträge: 628
Zitat:
Das erinnert einen ja schon fast an Kautsys "friedlichen Imperialismus"...


Nein, da Katsky ja behauptet hat (stark vereinfacht): Die Zentralisation des Kapitals führt dazu, daß nur noch ein Hauptimperialist überbleibt der dann mit niemandem Interessenskonflikte hat.

NumaP. hingegen sagt(stark vereinfacht): Die Entwicklung der Atomtechnik hat dazu geführt, daß Konflikte zwischen imperialistischen Ländern warscheinlich nicht mehr in direkter militärischer Aggression untereinander münden.

Man sieht als, daß die Beründung der Behauptung sowie deren Inhalt bei NP und KK äußerst unterschiedlich sind. Mit der Meinung von Numa kannst Du ja Probleme haben - das ist Dein gutes Recht - aber dann sollte auch ein Gegenargument kommen, anstatt eines unangebrachten und oberflächlichen Verweises auf Kautsky. Das fällt sogar Leuten wir mir auf, die Kautsky nicht im Original kennen, sonden nur Lenins Polemik gegen diesen.

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