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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: Was mich interessieren würde
BeitragVerfasst: Mi 11. Apr 2007, 20:19 

Beiträge: 122
Warum um alles in der Welt ist es nicht möglich, Kommunismus und Religion, ich meine hier das Christentum in seiner unsprünglichen Form zusammenzuführen?
Ich glaube dass der Kommunismus (SU) auch deshalb letztendlich den Bach runter ging, weil zuviele Menschen Religion brauchen und diese ihnen im kommunistischen Bereich vorenthalten wurde.

Könnte nun auf Basis der Erfahrungen der Vergangenheit nicht eine solche Zusammenführung Kommunismus mit gesäubertem Christentum versucht werden? Oder hat es schon jemand versucht? Wahrscheinlich die Befreiungstheologen in Südamerika wo wir leider feststellen mußten, dass diese von der kirchlichen Hierarchie sofort eingestampft wurde.

Wahrscheinlich gibt es zu diesem Thema eh genug Literatur. Da ich aber nicht die Zeit (und wohl auch nicht die Geduld) habe mich so eingehend damit zu beschäftigen, mich das Thema aber sehr interessiert, wende ich mich an Euch hier. Ihr seid in der Sache sicher kundig und bitte daher um Erläuterung der Problematik.

Danke!


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 Betreff des Beitrags: Re: Was mich interessieren würde
BeitragVerfasst: Mi 11. Apr 2007, 20:20 

Beiträge: 237
Zitat:
Oder hat es schon jemand versucht?


Wie Du unschwer an meinem Logo erkennen kannst, ist die Idee nicht ganz so neu.

Siehe z.B.:


http://www.weltformel.gmxhome.de/weltfo ... _KOMM.HTML
http://www.weltformel.gmxhome.de/weltfo ... te/WA.HTML


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 Betreff des Beitrags: Re: Was mich interessieren würde
BeitragVerfasst: Mi 11. Apr 2007, 20:20 
Literat

Beiträge: 2947
Eine solche Diskussion ist müßig. Natürlich gibt es bei den Menschen ein Bedürfnis nach Religion (das heißt: nach einfachen Erklärungen der Welt und des Lebens), denn die Wahrheit hat es für gewöhnlich an sich, schwer erträglich zu sein. Nicht aber die Religion ist die Ursache für das Scheitern des Sozialismus, sondern sie die begleitende Erscheinung des Niedergangs. Solange der Sozialismus funktionierte, war die Religion kein Problem, als es mit ihm bergab ging, meldete sie sich natürlich zu Wort. Als es aufwärst ging mit der Sowjetunion konnte der Marxismus bei vielen Menschen an die Stelle der Religionen treten. Es spielt hierbei übrigens keine Rolle, daß der Marxismus viel mehr ist als eine Religion. Was er darüber hinaus ist, schert die meisten Menschen, die sich einfach nur nach etwas Sicherheit und einer Perspektive sehnen überhaupt nicht. Als aber das Land von seinem eigenen Führungspersonal in den Ruin getrieben wurde, begann die große Rückkehr zu den herkömmlichen Religionen.
Übrigens ist das Gebiet, auf dem dereinst die DDR gelegen war, heute das Gebiet mit der geringsten Verbreitung von Religionen. Eine gewisse Wirkung scheint der Sozialismus wohl doch auf die Menschen gehabt zu haben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Was mich interessieren würde
BeitragVerfasst: Mi 11. Apr 2007, 20:21 

Beiträge: 237
Zitat:
Als aber das Land von seinem eigenen Führungspersonal in den Ruin getrieben wurde, begann die große Rückkehr zu den herkömmlichen Religionen.
Übrigens ist das Gebiet, auf dem dereinst die DDR gelegen war, heute das Gebiet mit der geringsten Verbreitung von Religionen.


Womit Du Dir selbst widersprichst. Daß sich 1989 die Kirchen füllten, war keine Rückkehr zur Religion, sondern die Nutzung des Angebots der konterrevolutionären Kräfte innerhalb der Kirchen.

Daneben gab es aber während des ganzen Bestehens der DDR auch starke Kräfte in diesen Kirchen, die sich FÜR den Sozialismus einsetzten, weil nur der die Voraussetzungen zur allgemeinen Umsetzung der religiösen Gebote schafft. Bzw. sind ja alle monotheistischen Religionen ebenso kollektivistische Weltanschauungen wie der Kommunismus - nur eben nicht wissenschaftlich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was mich interessieren würde
BeitragVerfasst: Mi 11. Apr 2007, 20:21 
Literat

Beiträge: 2947
Der obere Gedanke bezog sich auf die UdSSR, der untere auf die DDR.
Ich habe nicht von den politischen Handlungen geredet, die sich in den letzten Jahren der DDR ergaben, sondern von einer allgemeinen über einen längeren Zeitraum stattgehabten Rückbesinnung gewisser Bevölkerungsteile der Sowjetunion. Eine "große Rückkehr" zur Religion hat es in der DDR nicht gegeben, weder in den Achtziger Jahren, noch nach der Konterrevolution. Aber auch in der DDR hat natürlich eine Rückbewegung gegeben, denn die Wirkung, die ich oben beschrieben habe, war ja die gleiche wie in der Sowjetunion. Sie war nur viel geringer, weil sie von der segensreichen Wirkung der DDR überlagert wurde. In der DDR war die Kirche, anders als in der UdSSR, niemals verboten. Ferner war die Bevölkerung von vornherein viel aufgeklärter als die in der UdSSR. Und schließlich dauerte der gesellschaftliche Niedergang in der DDR etwa zwei Jahrzehnte, in der Sowjetunion hingegen vier. Diese und andere Ursachen haben zu einer Überlagerung des Phänomens geführt.

Nicht ich widerspreche also mir selbst, die Wirklichkeit widerspricht sich. Denn die Gesellschaft ist ein Ganzes aus einer Vielzahl von Faktoren, die sich überlagern. Erkenntnis bedeutet, nicht nach den äußeren Erscheinungsformen zu gehen, sondern die inneren Zusammenhänge aufzuspüren und dann die äußeren Formen aus denen zu erklären.

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 Betreff des Beitrags: Re: Was mich interessieren würde
BeitragVerfasst: Mi 11. Apr 2007, 20:22 

Beiträge: 236
Ich muss torsten zustimmen, das Christentum und der Kommunismus sind keine Gegner, sondern sie ergänzen sich. Menschen habe nun mal eine Seele und der Mensch braucht außer materiellen Wohlstand auch seelische Zuwendungen. Der Mensch hat auch Probleme die sich nicht wissenschaftlich und materiell begründen oder lösen lassen. Was hilft dir Sozialistische Literatur, wenn dich deine Frau verlassen hat, die du sehr liebst oder wenn ein guter Feund stirbt? Das verbieten der Religion in der SU hat nur dazu geführt die wahren Christen in die Hände von Konterrevolutionären zu treiben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was mich interessieren würde
BeitragVerfasst: Mi 11. Apr 2007, 20:23 

Beiträge: 237
Zitat:
Der Mensch hat auch Probleme die sich nicht wissenschaftlich und materiell begründen oder lösen lassen.


Du hast mich falsch verstanden. Alle Vorgänge und ihre Faktoren sind materieller Natur. Die Frage ist nur, wie genau wir das erkennen können. Insofern sind wir zwar wesentlich weiter als vor 2000 Jahren, aber ganz offensichtlich noch nicht weit genug.

Sonst hätte z.B. Erich Honecker nicht geglaubt, göttliche Fügung oder was auch immer würde ihm trotz revisionistischen Denkens und Handelns den Kommunismus aufbauen ("Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.")

Meine Haltung zum Christentum gründet sich auf der Erkenntnis, daß sowohl Religionen als auch Gesellschafts- und Naturwissenschaften nur verschiedene Herangehensweisen an dasselbe Problem darstellen. Das ist die Realität und die ist objektiv und materiell. Deshalb müssen sich auch alle Richtungen, welche sie ergründen wollen, einander annähern.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was mich interessieren würde
BeitragVerfasst: Mi 11. Apr 2007, 20:23 

Beiträge: 236
Aber Thorsten du hast doch auch Gefühle, du kannst in einer kommunistischen Gesellschaft leben und wirst dennoch auch mal traurig sein, wenn jemand stirbt, der dir nahe stand?? Willst du behaupten du liest wenn du Liebeskummer hast "Das Kapital" oder "Das Manifest der KP" und das gibt dir Trost, dir geht es dann besser?? Das kann doch nicht sein!! Wink


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 Betreff des Beitrags: Re: Was mich interessieren würde
BeitragVerfasst: Mo 7. Apr 2008, 00:25 
[quote="Anonymer User"]Warum um alles in der Welt ist es nicht möglich, Kommunismus und Religion, ich meine hier das Christentum in seiner unsprünglichen Form zusammenzuführen?
...[/quote]

Wäre erst einmal zu klären, was "ursprüngliches Christentum" denn sein soll.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was mich interessieren würde
BeitragVerfasst: So 20. Apr 2008, 02:46 
[b]Torsten[/b] schrieb:
[quote]...Meine Haltung zum Christentum gründet sich auf der Erkenntnis, daß sowohl Religionen als auch Gesellschafts- und Naturwissenschaften nur verschiedene Herangehensweisen an dasselbe Problem darstellen. Das ist die Realität und die ist objektiv und materiell. Deshalb müssen sich auch alle Richtungen, welche sie ergründen wollen, einander annähern.[/quote]

Das eine hat was mit Mythologie und Glauben zu tun, das Andere mit Wissenschaft;ergo:wie soll sich so etwas annähern ?

PS: Der Beitrag von Gast [url]http://www.forum.stalinwerke.de/viewtopic.php?p=14888#p14888[/url]
stammt von mir. Bedauerlicherweise hatte ich nicht meinen Benutzernamen eingegeben.


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