Forum.stalinwerke.de - stalinforum.de

Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
Aktuelle Zeit: Di 28. Mär 2017, 17:49

Alle Zeiten sind UTC




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 53 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2, 3  Nächste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:24 
Möchtegernputschist
Benutzeravatar

Beiträge: 1624
ich wollte wissen welche ideologische position Che eigentlich vertreten hat. er ist wohl die einzige person, die von allen linken gruppierungen gelobt wird. von den anarchisten bis zu den maoisten.
daher wäre es interessant für michen zu wissen welche ideologischen positionen Che vertreten hat und zu welchen früheren marxisten er sich verbunden fühlt (war er nun marxist, marxist-leninist, maoist, trotzkist oder was?)

_________________
Pole Pole Mzungu. Welcome to Tanzania, the land where dead cows are lying and dogs are flying. But be careful of the ju-wai-biems. Now let's search for some Schtonetools and after that let's go to Tohu-Wa-Bohu (also known as Mto-Wa-Mbu/Moskitotown)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:24 

Beiträge: 42
hi genossen
ich weiss nicht allzuviel über che
ich weiss aber das er ein grosser anhänger von marx war
und ein gegener von trotzki.
ist zwar nicht viel aber ich hoffe ich konnte ein wenig beitragen
mit linken grüssen
ASDIC


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:25 
Benutzeravatar

Beiträge: 66
Na ja, das ist mit den lateinamerikanischen Revolutionären immer so´ne Sache. Die haben dort auch oft ihre eigenen Helden (Simon Bolivar, José Martí usw.)Jedenfalls hat Che meines Wissens auch Marx und Lenin gelesen, aber auch Goethe hat ihn interessiert .Er war jedenfalls ein richtiger und ehrlicher Freiheitskämpfer, der zu seinen Idealen nicht nur stand, sondern sie auch gelebt hat. So hat er in Kuba nach der Revolution schon als Funktionär auch in verschiedenen Betrieben und auf Baustellen mitgearbeitet und sich so mit den Massen verbunden. Er hat aber auch zu Recht die Sowjetunion kritisiert, die Kuba von ihrer Wirtschaft abhängig machen wollte, was sie ja dank Chruschtschows Revisionismus auch geschafft hat. Deshalb auch etliche Probleme dadurch heute in Kuba, was die Nichtexistenz notwendiger Infrastruktur betrifft. Es wird ja auch gesagt, das Che nach seinen ständigen Kritiken an der SU sozusagen "hinausgemobbt" wurde.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:25 

Beiträge: 164
Aber Che war zumindest auch Kritiker von Lenin! Was aber positiv zu bewerten ist, denn um Lenin kritisieren zu können, mußte er schon viel drauf gehabt haben! Che war Anhänger der "Verelendungstheorie" (wenn es den Menschen schlecht genug geht werden sie protestieren - was für Kuba nicht zutraf) und Anhänger des "Revolutionsexportes". (z.B. nach Bolivien, was ja auch nicht klappte und Che sein Leben kostete...)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:26 

Beiträge: 23
Ich würde Che Guevara definitiv einen Marxisten-Leninisten nennen, auch wenn er (klein)bürgerliche Revolutionsvorstellungen hatte! Er verteidigte konsequent Marx, Engels, Lenin und vor allem auch Stalin, die er alle studiert hat (mit 14 Jahren las er "Das Kapital" in der Kurzfassung). Über Stalin sagte er folgendes, was seine deutliche Abgrenzung von den Chruschtschow-Revisionisten zum Ausdruck bringt:


Zitat:
In the so called mistakes of Stalin lies the difference between a revolutionary attitude and a revisionist attitude. You have to look at Stalin in the historical context in which he moves, you don't have to look at him as some kind of brute, but in that particular historical context … I have come to communism because of daddy Stalin and nobody must come and tell me that I mustn't read Stalin. I read him when it was very bad to read him. That was another time. And because I'm not very bright, and a hard-headed person, I keep on reading him. Especially in this new period, now that it is worse to read him. Then, as well as now, I still find a Seri of things that are very good.


Für alle deren Englisch nicht das beste ist: Che sagt hier ausdrücklich, dass die Bewertung der von Chruschtschow als Fehler und Verbrechen denunzierten revolutionären Taten Stalins eben die Trennlinie zwischen einer revolutionären und einer revisionistischen Attitüde markiert!
Wofür man Che allerdings in aller Deutlichkeit kritisieren muss, sind wie gesagt seine bürgerlichen Revolutionsvorstellungen, die exorbitant vom Marxismus-Leninismus abweichen! So wie Che sich die Sache vorgestellt hat war sie simplifiziert und nicht praxistauglich: ein paar Dutzend revolutionärer Interlektueller bewaffnen sich und befreien ein Land nach dem anderen - ohne Massenbasis in den jeweiligen Ländern, ohne revolutionäre Situation, mit einem übermächtigen Feind! Dieses intellektualistische ultra-linke Abenteuertum steht in diamentralem Gegensatz zu der marxistischen Erkenntnis, dass das Volk, die Massen und nicht die Ches, die RAFler und andere "Helden" die Geschichte machen!

Dass auch DKPler, Anarchisten und wahrscheinlich auch die Junge Liberalen mit Che-Merchandising rumlaufen, hat nichts mit dessen politischer Haltung selbst sondern mit seiner Stilisierung zum Popidol zu tun. Che Guevara hat was "cooles" - er wird aber im Zusammenhang der Ausschlachtung durch die Popkultur stets im (klein-)bürgerlichen Sinne verfälscht - so finden viele Antiautoritäre was an Che - obwohl der ML gegen den Antiautoritarismus als bürgerliche Irreführung der Jugendlichen ist. Ich wäre dankbar wenn mir jemand ein Buch empfehlen könnte, dass Che Guevara als konsequenten Marxisten-Leninisten verteidigt und mit allen bürgerlichen Umdichtungen seiner Person und seines Weltbildes aufräumt - wenn es denn sowas gibt...


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:26 

Beiträge: 131
che war ein held.
nur in einem mir bekannte punkt weichen seinen ideen vom ML,er versuchte in einem land ,wo keine revolutionäre situation bestand,die diktatur des proletariats zu schaffen.das würde marx wohl als abenteuertum bezeichnen.

ich überlege mir schon seit einigen tagen:kann man eine revolutionäre situation nicht ``künstlich``schaffen?indem man zum teil den emnschen die augen öffnet,nur um ein beispiel zu nennen.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:26 
Moderator

Beiträge: 384
Wenn der Faden schon mal aufgewärmt wird, beantrage ich seine Verschiebung in den Bereich "Kommunisten/Sozialisten" zu verschieben. Bei aller Ehre, aber Che war kein Politiker.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:27 

Beiträge: 131
stimmt nur zum teil,in einem gewissen sinne war er als idealist und wirtschaftsminister schon politiker,aber es ist doch wahr,er war eigentlich ein guerillakämpfer und soldat.

Ich hab mir eine neue Biographie über Che beschafft,die ist nicht mal so schlecht,sie gefällt mir(soweit ich sie gelesen habe),weil in diesem Buch besser analysiert worden ist und nur selten dummes Zeug und Lügen geschrieben sind.
Das Buch heisst

Che Guevara von Daniel James

Auch zu empfehlen:
Solidarität ist die Brüderlichkeit der Völker
von Frederik Hetman

Ich werde mir noch das bolivianische Tagebuch beschaffen und später noch die anderen Werke von Che.


Eine Frage an euch:
Denkt ihr ,dass Che eine Abenteurer war?

Ich denke,in einem gewissen Sinne schon,doch wich er nicht vom ML ab.

Meines Erachtens ist es nicht so,dass es revolutionäre Situationen gibt oder nicht,es kann Umstände geben,die revolutionär sind.In einem Land kann es,blöd ausgedrückt,zu 50%eine revolutionäre Situation geben,da wäre ein Guerillakampf dann möglich.Doch in einem Land,wo es nur bedingt eine revolutionäre Situation gibt,und dazu der Klassenfeind antikommunistische Propagaganda und Nationalismus predigt,ist es nicht sinnvoll einen bewaffneten Aufstand zu organisieren.Doch manchmal ist die Trennung wie grosse revolutionäre Situationen es gibt, schwer,darum denke ich,hat Che die Trennung nicht objektiv und genau betrachtet,darum die Niederlage.Natürlich spielen noch andere kleinere Faktoren mit,z.B ,dass man nicht genug kommunistische Aufklärung propagiert hat,man hat die Massen nicht aufgeklärt,sondern einfach mal gekämpft,darum hatte Che in Bolivien um ein Beispiel zu nennen,keine breite Unterstützung der Massen.Wenn man natürlich merkt,dass es nicht voran geht,dass man die Massen nicht für sich gewinnen kann,sollte man sich zurückziehen,und neu organisieren.Vielleicht hat Che die kleineren Niederlagen einfach verdrängt,was dann zur Folge hatte,dass er die grosse und seine letzte Niederlage entgegennehmen musste,sie waren ja umzingelt und 4 von den ürbigen 17 waren krank,Che hatte es mit seinen Asthmaattacken auch nicht gerade leicht,und zwei der Guerillos waren desertiter,und haben Informationen preisgegeben,diese Hunde!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:27 
Literat

Beiträge: 2947
Che Guevara war in seinem Leben zu zwei Dingen nicht in der Lage: 1. eine Revolution über den Tag ihres Stattfindens hinaus weiterzuführen 2. eine Revolution zu verraten. Die Tatsache, daß er ein Romantiker war, machte ihn nicht zum Reaktionär. Er war - was ziemlich selten ist - ein Romantiker mit Charakter.
Sein Schritt, nach Bolivien zu gehen, war folgerichtig.

_________________
Der Hunsch wars!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:28 

Beiträge: 131
Zum ersten Grund möchte ich noch was anmerken:Das sind nicht nur die Fehler Ches,und andererseits war es zum Teil fast gar nicht möglich.
Die Masse stand nicht auf ihrer Seite bzw war nicht bereit,ihr Hab und Gut zu riskieren und sich Che anzuschliessen oder ihr Leben zu riskieren und politisch oder anders zu helfen.Man muss wissen,dass in den meisten südamerikanischen Staaten damals faschistische Politiker und Generals herrschten,die die Bevölkerung immer wieder reinlegen und ``zähmen `` konnten ,damit sie still bleiben und ja nicht Aufstände organisieren oder sich den Kommunisten anschliessen.

Das Seltsame ist,Che hatte im Kongo gewisse Fehler gemacht,es lag nicht nur an der Bevölkerung,was er auch wusste denk ich mal,aber wieso scheiterte er ihnBolivien nochmals,er sollte doch aus seinen Fehlern gelernt,bzw seine Ideen und Kampftstrategien und Guerillataktiken verbessern und weiterentwicklen sollen.

Kennt sich jemand mit den Umständen zur Zeit Ches im Kongo und in Bolivien genau aus,oder hätte einen Link für mich parat?

Mit revolutionären Grüssen
Cenk


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:28 

Beiträge: 181
Falls es euch interressiert: Ernesto Che Guevara ist der Grösste für mich! Wenn alle sozialistischen Führer so gedacht und gehandelt hätten wie er, so wäre die Weltrevolution schon noch gekommen. Aber eben, wie schon gesagt: Nach Stalin kamen Figuren wie Chruschtschow u.s.w. an die Macht!

Die Revolution kommt. Das ist sicher!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:29 
Held der Arbeit
Benutzeravatar

Beiträge: 286
da für mich immer noch nicht ganz klar ist, was chrustchow "u.s.w." so gemacht haben, bitte ich dich mal, deine ausführungen weiterzuführen.

ich könnte es nämlich nicht sagen.

und durch was hat sich für dich che-guevara ausgezeichnet?

_________________
Bild N + A Bild


Bild ich liebe die liebe, die liebe liebt mich. und die, die ich liebe, die liebt auch mich! Bild


Otto Grotewohl, Ministerpräsident der DDR, zum 17. Juni 1953:
"Viele klassenbewußte Arbeiter, die Zeugen der Ereignisse des 17. Juni waren, erklärten: Wir haben manchen Streik erlebt, aber wo Arbeiterheime zerstört, volkseigene Geschäfte geplündert und rote Fahnen heruntergerissen und verbrannt werden, dort kann von einem Kampf um Arbeiterinteressen nicht mehr die Rede sein, dort ist der Klassenfeind am Werk."
("Otto Grotewohl - Im Kampf und die einige Deutsche Demokratische Republik - Reden und Aufsätze, Auswahl aus den Jahren 1945-1953", Dietz Verlag Berlin, 1954, Band III, S. 436/437)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:29 

Beiträge: 181
Also, ich fang mal mit einer ziemlich dummen Aussage an: Ich kann Chrustchow nicht leiden, da Che Guevara das auch nicht konnte. Che hatte nämlich erkannt, dass diese ganze, in Moskau sitzende, Rasselbande nichts anderes im Sinn hatte als an Macht zu gelangen. ( In die „Rasselbande beziehe ich natürlich keineswegs Lenin und Stalin mit ein! Ich meine damit die, die nach ihnen kamen). Ich habe oben erwähnt, dass Breshnew eine Mercedes-Sammlung gehabt haben soll. Diese Aussage wurde dann aber als unwichtig heruntergespielt. Aber ich finde sie sehr wichtig. Es kann nicht sein, dass der Führer der SU eine Mercedes- Sammlung sein Eigen nennt. Oder besser gesagt DARF es nicht sein. Wie man sah konnte es wohl. Solche Dinge erkannte Che eben und konnte sie einfach nicht mit ansehen. Viel Unrecht geschah auch in der SU. Das zu leugnen ist absurd. Wurde denn das ganze Volk gleich behandelt? So ziemlich, einige aber gleicher.

Che Guevara ist ein Held!

Er demonstrierte wie kein zweiter, wie ein Kommunist zu leben hat. Er war einer vom Volk und vor allem für das Volk. Das Volk folgt eben solchen Menschen und nicht Chrustchows oder Breshnews, welche in Prachtbauten wohnen und durch ihr handeln den Sozialismus langsam zum Fall bringen. Für mich waren also Chrustchov und Breshnew allen voran ein Kapitalisten in Schafspelzen.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:29 
Held der Arbeit
Benutzeravatar

Beiträge: 286
ich weiß aus erzählungen, dass als breshnew starb, die menschen weinten!

und wie kann es sein, dass nach stalins tod plötzlich menschen gleicher als andere behandelt wurden? wurden diese dinge erst geschaffen, oder gab es schon die nährböden für solche entwicklungen?

_________________
Bild N + A Bild


Bild ich liebe die liebe, die liebe liebt mich. und die, die ich liebe, die liebt auch mich! Bild


Otto Grotewohl, Ministerpräsident der DDR, zum 17. Juni 1953:
"Viele klassenbewußte Arbeiter, die Zeugen der Ereignisse des 17. Juni waren, erklärten: Wir haben manchen Streik erlebt, aber wo Arbeiterheime zerstört, volkseigene Geschäfte geplündert und rote Fahnen heruntergerissen und verbrannt werden, dort kann von einem Kampf um Arbeiterinteressen nicht mehr die Rede sein, dort ist der Klassenfeind am Werk."
("Otto Grotewohl - Im Kampf und die einige Deutsche Demokratische Republik - Reden und Aufsätze, Auswahl aus den Jahren 1945-1953", Dietz Verlag Berlin, 1954, Band III, S. 436/437)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:30 
Literat

Beiträge: 2947
Che Guevara war eine hervorragende Persönlichkeit, aber seine Grenzen sind genau dort, wo für einen Politiker die Größe beginnt. Er verkörpert den Typ des Nur-Revolutionärs, der als Staatsmann scheitert. Aber gerade die Aufgaben nach der Revolution sind das eigentlich Schwierige an der Politik eines Revolutionärs.
Als Theoretiker ist er mit Vorsicht genießen. Als ziemlich schnell sichtbar wurde, daß seine Wirtschaftskonzeption nicht realisierbar ist, zog er sich aus der Politik zurück, um das zu machen, was er wirklich konnte: Kämpfen. Daß er - nicht wie Trotzki - vermied, den Frondeur zu spielen und sich stattdessen nach Bolivien begab, ist die letzte große Tat seines Lebens gewesen.

_________________
Der Hunsch wars!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:30 

Beiträge: 181
Zitat:
ich weiß aus erzählungen, dass als breshnew starb, die menschen weinten!

und wie kann es sein, dass nach stalins tod plötzlich menschen gleicher als andere behandelt wurden? wurden diese dinge erst geschaffen, oder gab es schon die nährböden für solche entwicklungen?


Das mit Breshnew beweisst wohl gar nichts. Es wird auch Menschen, und nicht wenige, geben, die bei Bushs Tod weinen werden. Wie auch bei jedem anderen.

Klar war der Nährboden dafür schon geschafften. Der Vorreiter der Verräter war ja Trozky, wie ich herausfinden musste. (Früher war ich ein regelrechter Trotzkist-man lernt. Ich habe ausserdem gelernt, dass alles in Wirklichkeit gut sein muss, was im Westen als schlecht verschrieen wird. Beispielsweise Stalin. Und dass alles schlecht sein muss, was vom Westen als gut bezeichnet wird. Z.B. Gorbatchow mit seinem Nobelpreis oder gerade eben der Trotzky). Ich denke, dass die Trotzkisten nach Stalins Tod das Ruder übernommen haben. Es würde so manches erklären.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:31 
Held der Arbeit
Benutzeravatar

Beiträge: 286
mit rückschlüssen begibt man sich auf dünnes eis.

beispiel:

es regnet, deswegen ist es nass.
rückschluss:
es ist nass, also regnet es.


mit breshnew bin ich immer noch nicht überzeugt. es sind bis jetzt keine argumente, die stichhaltig sind, wenn man überhaupt von argumenten reden kann.


nun, und das mit trotzki in verbindung zu bringen, juri, das musst du mir erklären. weil, 20? 30? jahre danach... wenn da die auswirkungen von trotzki noch so spürbar gewesen sind... hm... bissl unrealistisch, wa? oder waren chrustschow und breshnew trotzkisten?

so in der art:

these: "genauso wie trotzki bekämpften chrustschow und breshne stalin (weiterführend dessen errungenschaften."
rückschluss: "chrustschow und breshnew waren trotzkisten."

_________________
Bild N + A Bild


Bild ich liebe die liebe, die liebe liebt mich. und die, die ich liebe, die liebt auch mich! Bild


Otto Grotewohl, Ministerpräsident der DDR, zum 17. Juni 1953:
"Viele klassenbewußte Arbeiter, die Zeugen der Ereignisse des 17. Juni waren, erklärten: Wir haben manchen Streik erlebt, aber wo Arbeiterheime zerstört, volkseigene Geschäfte geplündert und rote Fahnen heruntergerissen und verbrannt werden, dort kann von einem Kampf um Arbeiterinteressen nicht mehr die Rede sein, dort ist der Klassenfeind am Werk."
("Otto Grotewohl - Im Kampf und die einige Deutsche Demokratische Republik - Reden und Aufsätze, Auswahl aus den Jahren 1945-1953", Dietz Verlag Berlin, 1954, Band III, S. 436/437)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:31 

Beiträge: 181
Na, ja, ich finds ziemlich logisch und ebenso einfach. Trotzky führte vor, dass man dem Marx.-Len. die Stirne bieten kann. Die andern machten es nach. Hinter den Kulissen gab es immer Trotzkisten. Es ist ja nicht so, dass sie nach 20 oder 30 Jahren wieder auferstanden. Eine Partei hält sich häufig lange im Hintergrund, bis sie einmal die Führung übernimmt. Und einmal in der Führungsposition kann man sie nicht so schnell wieder vertreiben. Es sind natürlich alles nur Theorien. Aber durchaus realistische. Ich werde dich wohl auch von nichts überzeugen können. Will ich auch nicht. Ich sage dir nur, wie ich mir die ganze Sache so ausmale.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:31 
Held der Arbeit
Benutzeravatar

Beiträge: 286
es geht nicht darum, dass du mich überzeugen sollst, es geht darum, dass du allgemein menschen überzeugen sollst.

und bis jetzt sehe ich noch keine argumente dir zu folgen.

_________________
Bild N + A Bild


Bild ich liebe die liebe, die liebe liebt mich. und die, die ich liebe, die liebt auch mich! Bild


Otto Grotewohl, Ministerpräsident der DDR, zum 17. Juni 1953:
"Viele klassenbewußte Arbeiter, die Zeugen der Ereignisse des 17. Juni waren, erklärten: Wir haben manchen Streik erlebt, aber wo Arbeiterheime zerstört, volkseigene Geschäfte geplündert und rote Fahnen heruntergerissen und verbrannt werden, dort kann von einem Kampf um Arbeiterinteressen nicht mehr die Rede sein, dort ist der Klassenfeind am Werk."
("Otto Grotewohl - Im Kampf und die einige Deutsche Demokratische Republik - Reden und Aufsätze, Auswahl aus den Jahren 1945-1953", Dietz Verlag Berlin, 1954, Band III, S. 436/437)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:32 

Beiträge: 2008
Zitat:
ich weiß aus erzählungen, dass als breshnew starb, die menschen weinten!



Ich habe die Beisetzung im Schwarz-Weiss-Fernsehen erlebt. Hängen geblieben ist vor allen die Szene, als man den Sarg von Breshnew ins Grab an der Kremlmauer absenkte. Das war kein Absenken - das war ein Hineinwerfen. Alle die das damals sahen, schauten sich mit großen Augen an und fragten sich - wie kann das sein, soetwas darf doch nicht passieren, oder? Nun, wir waren naiv genug, nicht weiter darüber nachzudenken.

Afghanistankrieg und Rote Armee waren ja beinahe Tabuthemen. Kam das Thema dennoch zur Sprache und es kam womöglich einer auf die Frage, ob das mit Theorie und Praxis des Sozialismus übereinstimmt, dann war das recht schnell mit Bruderhilfe abgehackt. Ich kannte niemanden, der in Breshnew einen Revisionisten sah. Das er es dennoch war, zeigt unsere politische Dummheit, die bis Ende der 80-ziger anhielt, wo wir glaubten, mit Gorbatschow kommt der sozialistische "Endsieg".

Wir wurden 1989 dafür bestraft - seitdem müssen wir unser eigenes Gehirn wieder zum Denken einsetzen.

Ich bin mir heute sicher, dass Breshnew als "würdiger" Chruschtschow-Nachfolger gehandelt hat. Stalin hätte wohl andere Entscheidungen getroffen.

_________________
»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:32 
Literat

Beiträge: 2947
Sicherlich war Breshnew ein "würdiger Chruschtschow-Nachfolger". Mehr noch: Erst in Breshnews Politik - der Status-Quo-Politik der absoluten Anspruchslosigkeit: Opportunismus, wirtschaftliche Depression, Pragmatismus, Sozialdemokratisierung der sozialistischen Bewegung (Sichtwort: Helisinki) - zeigt sich das ganze Wesen der sozialistischen Politik seit Chruschtschow.
Dennoch ist Che Guevara ist nicht die richtige Alternative. Che ist, wie gesagt, eine respektable Persönlichkeit. Aber die Alternative zu Breschnews Pragmatismus ist nicht der linke Radikalismus, dem stets unrealisierbare Wirtschaftskonzeptionen zugrunde liegen, sondern eine Politik, die gerade auf das Machbare insisitiert, ohne aber im Erreichten hängenzubleiben.

_________________
Der Hunsch wars!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:33 
Troll

Beiträge: 145
Hm, also wenn man Breshnew für Afghanistan verurteilt, muss man auch konsequenterweise Stalin für Finnland verurteilen und Lenin für die Ukraine.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:33 
Literat

Beiträge: 2947
Afghanistan war ein Fehler, aber Breshnew dafür zu verurteilen, ist Unsinn. Politische Handlungen sollten nach ihrem Ziel, ihrer Methode und dem Verhältnis beider beurteilt werden. Überhaupt sollte man vielleicht zuerst beurteilen, bevor man verurteilt.
Wenn man den Finnlandfeldzug von Stalin anders als abstrakt-moralisch betrachtet, erhellt sogleich seine Notwendigkeit. Gleiches gilt von der Ukraine, die zurecht nicht in die Unabhängigkeit entlassen wurde. An Afghanistan war hingegen nichts notwendig.

_________________
Der Hunsch wars!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:34 
Moderator

Beiträge: 876
Lateinamerika im Umbruch

Aleida Guevara sprach auf Veranstaltungen in Frankfurt und Wiesbaden

Mit einer Diskussionsveranstaltung über "Lateinamerika im Umbruch" ging am Samstag, 25, März, im Frankfurter DGB-Haus ein achttägiger Aufenthalt der kubanischen Ärztin Dr. Aleida Guevara im Rhein-Main-Gebiet zu Ende. Auf Einladung der Linken Liste Wiesbaden hatte die Tochter von Ernesto "Che" Guevara in Wiesbaden, Mainz und Frankfurt Gespräche mit Berufskollegen in Klinken und Arztpraxen geführt und ebenso engagiert bei Vortragsveranstaltungen über das Gesundheitswesen in ihrem Lande und aktuelle politische Fragen gesprochen.

Bei der Abschlußveranstaltung, zu der die Frankfurter Linke (Die Linke.WASG) und die Initiative "Hands off Venezuela" (www.haendewegvonvenezuela.de) gemeinsam eingeladen hatten, bekannte sich Aleida Guevara vor rund 450 Zuhörern noch einmal zu den Errungenschaften des kubanischen Gesundheits- und Bildungswesens. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen sei es durch Beibehaltung der staatlichen Gesundheitssystems gelungen, die Säuglingssterblichkeit auf einem sehr niedrigen Wert von sechs je 1000 Neugeborenen zu stabilisieren, während vor der Revolution dieser Wert bei 60 gelegen habe. Ebenso sei infolge der Revolution die Lebenserwartung in Kuba von unter 60 Jahren auf derzeit rund 76 Jahre angestiegen.

Aleida Guevara kritisierte die "heuchlerische Haltung" der Europäischen Union, die Kuba zur Einhaltung von "Menschenrechten" auffordere, gleichzeitig jedoch die massiven Menschenrechtsverletzungen auf dem US-Stützpunkt Guantánamo dulde und die Kriegsführung in Irak und Afghanistan unterstütze. Die USA erfänden ständig neue Vorwände für eine verbrecherische Blockade Kubas – zuerst die Beziehungen zur Sowjetunion, dann die kubanische Intervention in Angola und, nachdem beides nicht mehr gegeben sei – die "Menschenrechte". Dass in einem reichen Land wie Argentinien wieder zahlreiche Kinder an Hunger und Unterernähung stürben und in Lateinamerika Millionen Menschen kein Dach über dem Kopf hätten, sei allerdings eine besondere Form der Menschenrechtsverletzung, über die sich in der US-Regierung niemand aufrege.

Trotz wirtschaftlicher Probleme werde Kuba auch weiterhin mit gut ausgebildeten medizinischem und technischem Fachpersonal internationale Hilfe leisten. Sie erinnerte dabei an den aktuellen Einsatz kubanischer Ärzte im pakistanischen Erdbebengebiet und das Engagement von über 20.000 Lehrern und Ärzten in Venezuela.

Der Generalkonsul der Bolivarischen Republik Venezuela in Frankfurt, César Osvelio Méndez González, unterstrich in Frankfurt den besonderen Charakter der Zusammenarbeit zwischen seinem Land und Kuba und schilderte die Aufbruchstimmung in Venezuela, nachdem erstmals in der Geschichte das Interesse der Bevölkerung über den Interessen transnationaler Konzerne stehe und eine Privatisierung der Bodenschätze ausgeschlossen sei. Die bolivarische Revolution in Venezuela arbeite zielstrebig auf eine Integration Lateinamerikas im Interesse der Völker und ohne Bevormundung und Einmischung durch die Supermacht USA hin. Venezuela bleibe wachsam und wisse sich auch gegen eine eventuelle Invasion zu verteidigen.

Schon zwei Tage zuvor war auch in Wiesbaden bei einer Veranstaltung mit ähnlicher Besetzung der Saal mit über 250 Anwesenden brechend voll. Hier hatten die Linke Liste Wiesbaden, "Hands off Venezuela" und der sozialistische Jugendverband [‚solid] eingeladen. In Wiesbaden saß auch Déborah Azcuy, 1. Sekretärin der Kubanischen Botschaft in Berlin, auf dem Podium. Beide Versammlungen wurden von Hans-Gerd Öfinger, Mitbegründer der Initiative "Hands off Venezuela", moderiert, der noch einmal für die Solidarität der DGB-Gewerkschaften mit dem neuen kämpferischen venezolanischen Gewerkschaftsbund UNT warb.

Siehe auch Bericht in spanischer Sprache auf der venezolanischen Website www.aporrea.org:

http://www.aporrea.org/dameverbo.php?docid=75100


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: zu ernesto che guevara
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:34 
Troll

Beiträge: 24
Che hat auch Stalin und die UdSSR als Vorboten des Imperialismus kritisiert!


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 53 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2, 3  Nächste

Alle Zeiten sind UTC


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen

Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group

Deutsche Übersetzung durch phpBB.de