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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:08 

Beiträge: 42
hallo genossen,
ich wollte euch fragen wie ihr über lenin denkt bzw. was haltet ihr von ihm?
also für mich ist er der grösste nichts gegen stalin usw aber lenin stand ja vor dem nichts da da gab es noch den zaren den er ja gestürzt hat und dann die udssr gegründet hat.aso für mich hat er mehr geleistet wie stalin.
stalin hat sich ja meiner meinung ist gemachte nest gesetzt also nicht das ich jetzt falsch verstanden werde ich achte stalin sehr auch seine politik
aber hätte stalin die kraft gehabt das gleiche zu machen wie lenin??
ich meine lenin musste das volk auf seine seite bringen udn das volk überzeugen das der zar scheisse ist stalin als sein nachfolger hatte ja dann das volk auf seiner seite und konnte das was lenin begonnen hatte und fertig gestelt hat weiterführen
ich hoffe ihr wist was ich meine
es soll keine kritik an stalin sein
mit rotem gruss
ASDIC


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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:08 
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Beiträge: 66
Hm, wie soll ich anfangen? Selbstverständlich gehört Lenin zu den größten Revolutionären des 20. Jahrhunderts. Er hat den Marxismus weiterentwickelt für die Epoche des Imperialismus. Allerdings hat nicht "Er" den Zaren gestürzt, sondern das russische Volk mit den Bolschewiki an der Spitze . Und Lenin und Stalin kannten sich schon zu "Zarenzeiten", auch in der Verbannung und so. Auch Stalin hat zusammen mit Lenin die Bolschewiki und die revolutionäre Entwicklung in Rußland vorangetrieben, Lenin und Stalin waren Freunde. Natürlich stand Lenin an der Spitze, aber, da er ja leider so früh verstarb,wurde Stalin sein würdiger Nachfolger. Ich denke, es ist falsch, zu sagen, er hätte sich ins "gemachte Nest" gesetzt.
Also, nix für ungut,ASDIC


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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:09 
Literat

Beiträge: 2947
Mit Sicherheit ist Lenin der größte Politiker aller Zeiten. Er vereint in sich alle Fähigkeiten, die ein guter Politiker haben muß, einen Haufen Fähigkeiten, die einem guten Politiker nicht schaden können und schließlich (was nicht nicht unwesentlich ist) fehlen ihm alle Eigenschaften, die einem guten Politiker im Wege stehen könnten.
Er hatte, um es mit Hegel zu sagen, einen direkten Draht zum Weltgeist. Das jedenfalls nenne ich Genie.
Ich kann dir da aber nicht ganz zustimmen, wenn du sagst, Stalin habe sich ins gemachte Nest gelegt. Wenn du die NEP, die Kollektivierung, die Industrialisierung, die Fünfjahrpläne, den 2. Weltkrieg und die großartigen Nachkriegsleistungen Stalins (von seinen Verdiensten vor 1924 möchte ich gar nicht erst reden) ins Auge faßt, dann ist das wohl kaum ein gemachtets Nest, oder? Auf stailnwerke.de gibt es ein sehr schönen Buch namens "Moskau 1937" von dem großartigen Lion Feuchtwanger. Dort vergleicht dieser im Kapitel "Stalin und Trotzki" Lenin mit Cäsar und Stalin mit Augustus. Das ist ein sehr schönes Bild. Weil ja Lenin in der Tat der Gründer und Stalin tatsächlich der Mehrer war. Was ist die schwerere Aufgabe? Beide kann man nicht vergleichen, beide erfordern unterschiedliche Fähigkeiten. Beide können nur von einem Mann mit außergewöhnlichen Fähigkeiten bewältigt werden. Lenin, soviel ist sicher, war so einer.
Wie kommt es aber, daß nicht Lenin, sondern Stalin die großen Taten für die SU vollbracht hat? Naja: Immerhin ist Lenin doch schon 1924 gestorben. Und das ist auch sehr traurig, aber es bleibt eines, das uns nicht mehr genommen werden kann:
Daß Lenin der richtige Mann am richtigen Ort zur richtigen Zeit war! Und wieviele können das schon von sich behaupten?

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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:09 
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Beiträge: 66
Numapompilius, das hast Du aber schön gesagt
Ja, da hast Du vollkommen recht!


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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:09 

Beiträge: 164
wer von beiden mehr geleistet hat ist schwer zu sagen, Lenin war aber sicherlich der größere Denker und Stalin der konzequentere Umsetzer.
Lenin halte ich neben Einstein und Hawking zu den größen Genies des letzten Jahrhunderts, ohne Lenin hätte es die Oktoberrevolution event. nicht gegeben, Lenin war verantwortlich für den Zeitpunk, wenn der falsch gewählt worden wäre, hätte es böse enden können und Lenin hat die Partei, die dann die Macht erobert hat geformt, was auch eine schwere Aufgabe war - ich denke man kann Lenin mit recht als Vater der Sowjetunion bezeichnen!


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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:10 
Administrator
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Beiträge: 4023
Zitat:
hallo genossen,
ich wollte euch fragen wie ihr über lenin denkt bzw. was haltet ihr von ihm?
...
es soll keine kritik an stalin sein



Stalin sagt ja selber, er war der Schüler Lenins.

Ich halte es immer mit Folgendem:

Lenin war ein großer Theoretiker und nebenbei noch Praktiker.
Stalin war ein großer Praktiker und nebenbei noch Theoretiker.

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Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:10 

Beiträge: 42
hallo genossen
ich wollte mal ne frage zu den werken von lenin loswerden und zwar
sind die bücher von lenin über den parteiaufbau bzw über die partei auch in den lenin werken dabei oder wurden die extra heruasgegeben??
oder anders gefragt
gibt es lenin bücher die nicht in seinenwerken drinne sind so wie beistalin
da sind ja auch extra nebenbei bücher herausgekommen die nicht in seinen werken drinne standen.


achja ich verkaufe immer noch meine bücher will sie denn keiner haben??
mit rotengruss
ASDIC


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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:11 

Beiträge: 181
Stimmt die Aussage, dass Lenin lieber Trotsky als seinen Nachfolger haben wollte, es dann Machtkämpfe zwischen Stalin und Trotsky gab und Stalin schliesslich durchsetzen konnte? Oben hat jemand geschrieben, dass Lenin und Stalin Freunde waren. Offiziell tönt es aber anders. Ist es die westliche propagande, welche solche Gerüchtein die Welt gesetzt hat?

Und noch etwas:

Stimmt es, dass Lenin und Trotsky eine Weltrevolution beabsichtigten und Stalin nicht?


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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:11 
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Beiträge: 4023
Zitat:
Stimmt die Aussage, dass Lenin lieber Trotsky als seinen Nachfolger haben wollte, es dann Machtkämpfe zwischen Stalin und Trotsky gab und Stalin schliesslich durchsetzen konnte? Oben hat jemand geschrieben, dass Lenin und Stalin Freunde waren. Offiziell tönt es aber anders. Ist es die westliche propagande, welche solche Gerüchtein die Welt gesetzt hat?



Lies dazumal mal Lenins so genanntes "Testament".
http://www.lenintestament.de.vu/



Zitat:
Stimmt es, dass Lenin und Trotsky eine Weltrevolution beabsichtigten und Stalin nicht?



Wir hätten wohl gerne alle eine Weltrevolution. Nur ob sie damals/heute umsetzbar ist... Das zu erkennen fällt manchen schwer.

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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:12 
Verdientes Mitglied des Forums

Beiträge: 198
Lenin und Trotzki waren Kampfgefährten. Allerdings strebte Trotzki offen nach der Macht und schnell kamm sein Revisionistisches Wesen durch. So das zu Lenins Lebensende beide schon verfeindet waren. Lenin wollte laut westlicher Propaganda zwar Stalin nicht als Nachfolger aber Trotzki auf alle Fälle noch weniger.
Offiziel behauptete Trotzki das er die Weltrevolution wolle. Er sagte immer der Soziallismus ist in einem Land nicht durch setzbar, vorallem nicht in einem wirtschafts schwachen Land wie der Sowetunion.
Lenin und Stalin waren der Meinung wenn in der Sowetunion der Sozialismus gefestigt ist würden die anderen Staaten folgen.


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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:12 

Beiträge: 181
Auf die Kürze gesagt wollte Lenin also beide nicht als seinen Nachfolger haben! Und er kannte keine von ihm aus gesehen passende Person für sein Amt. Nicht?


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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:13 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
also das würde ich nicht so sehen.......er hatte zwar beide (also stalin und trotzki) kritisiert.aber hier ist der inhalt der kritik wichtig.stalin war nur grob.trotzki antibolschewist..........das ist ein qualitativer unterschied............sein brief an den parteitag solle auch nicht den nachfolger bestimmen, sondern es soll eine kritik an bestimmten leuten des politbüros sein. erwähnt sei hier noch, dass lenin trotzki bucharin und andere schon vor dem "testament" scharf kritisierte, stalin gar nicht

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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:13 
Moderator

Beiträge: 384
Es sollte, wie immer, auf die Situation hingewiesen werden, in der Lenin sein "Testament" schrieb, er war nämlich, davon kann man ausgehen, auf Stalin regelrecht sauer. Jener hatte von der Partei die undankbare Aufgabe erhalten, den von zwei Schlaganfällen geschwächten (und geistig nicht mehr auf der Höhe befindlichen) Lenin vom allzu schweren Arbeiten abzuhalten und ihn nur mit einem Minimum an Informationen zu versorgen, was Lenin natürlich bemerkte und was ihn sehr böse machte. Hinzu kommt, daß Stalin wohl des Öfteren mit der Krupskaja, Lenins Frau, aneinandergeraten sein soll. Ob es zu einem großen Krach kam oder es ein langsamer, fortschreitender Prozeß war, der Lenin so über Stalin wütend werden ließ, weiß ich nicht zu sagen, aber es ist sicherlich so oder so ein nicht zu unterschätzender Faktor. Lenin, so unglaublich es scheinen mag, war auch nur ein Mensch, und gegen Ende ein etwas anderer als auf seinem Höhepunkt. Ich denke, daß dennoch sein Testament viel Wahres enthält, auch über Stalin und Trotzki, aber dazu ist hier ja schon einiges gesagt worden.


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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:14 
Literat

Beiträge: 2947
In der Aufgabe, mit der man Stalin betraute, lag jedoch zugleich auch ein Vorteil. Er konnte von dort aus alles Wichtige überschauen und rasch reagieren. Er hat - und das finde ich legitim - nicht nur die Interessen Lenins geschützt, sondern auch seine eigenen. Lenin stellt in seinem Testament fest, daß keiner der in Frage kommenden Nachfolger in Frage kommt. Er zählt die Mängel jedes einzelnen auf und Stalin ist der einzige, von dessen Mängeln er sagt, daß sie von einer bolschewistischen Partei in den Griff zu bekommen sind. Bei keinem anderen seiner möglichen Nachfolger relativierte er.
Die berühmte Empfehlung der Absetzung Stalins ist ein paar Tage später geschrieben worden und offenkundig das Resultat eines persönlichen Streits zwiwschen den beiden und nicht nur dem Streite zwischen Stalin und der Krupskaja.

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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:14 
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Beiträge: 4023
Ich verweise hier mal auf Ludo Martens:

http://www.stalin-anders-betrachtet.de/sab/sab-003.html

Das „Testament“ Lenins

Wenn Trotzki im Verlaufe des Bürgerkrieges 1919 seine kurze Stunde des Ruhmes erlebte, so ist es auch unbestreitbar, dass Stalin in den Jahres 1921-1923 als 2. Persönlichkeit der Partei nach Lenin galt.

Seit dem VIII. Parteitag von 1919 war Stalin Mitglied des Politbüros an der Seite Lenins, Kamenews, Trotzkis und Krestinskys. Dieses Büro blieb bis 1921 unverändert. Stalin war ebenfalls Mitglied des Organisationsbüros, das auch aus 5 ZK-Mitgliedern bestand. Als Preobraschensky auf dem XI. Parteitag im Jahre 1922 die Tatsache kritisierte, Stalin leite das Kommissariat für Nationalitätenfragen sowie die Arbeiter- und Bauerninspektion (beauftragt, den gesamten Staatsapparat zu kontrollieren), antwortete Lenin ihm:

„Wir brauchen einen Mann, den irgendein Nationalitätenvertreter aufsuchen kann, um ihm in allen Einzelheiten zu berichten, was geschieht. Preobraschensky könnte keine andere Kandidatur vorschlagen, als die Stalins. Das Gleiche gilt auch für die Arbeiter- und Bauerninspektion. Handelt es sich doch um eine gigantische Arbeit. An der Spitze muss also ein Mann stehen mit Autorität, sonst werden wir uns festfahren.“

Auf Lenins Vorschlag hin wurde Stalin am 23. April 1922 an die Spitze des Sekretariats als Generalsekretär ernannt. Stalin war der einzige, der sowohl dem Zentralkomitee, dem Politbüro als auch dem Organisationsbüro und dem Sekretariat der Bolschewistischen Partei angehörte.

Im Mai 1922 hatte Lenin einen ersten Schlaganfall erlitten, am 16. Dezember erneut einen schweren. Die Ärzte wussten, dass er sich nicht wieder erholen würde.

Am 24. Dezember informierten die Ärzte Stalin, Kamenew und Bucharin, die Vertreter des Politbüros, dass jegliche politische Kontroverse einen neuen Anfall, diesmal tödlich, hervorrufen könnte. Sie beschlossen, dass Lenin ‚jeden Tag 5 bis 10 Minuten diktieren darf. Keine politischen Besucher sind erlaubt. Seine Freunde und die Personen seiner Umgebung dürfen ihn nicht über politische Angelegenheiten informieren.

Das Politbüro hatte Stalin mit der Verbindung zu Lenin und den Ärzten beauftragt. Das war eine undankbare Aufgabe, denn Lenin musste sich doch auf Grund seiner Lähmung und seiner Entfernung von allem äußerst frustriert fühlen. In seinem gereizten Zustand musste er sich doch wohl oder übel gegen den beauftragten Verbindungsmann wenden. Ian Grey schrieb:

„Das von den Sekretären Lenins vom 21. November 1922 bis 6. März 1923 geführte Tagebuch enthält die Tag für Tag aufgezeichneten Einzelheiten bezüglich seiner Arbeit, seiner Besuche, seiner Gesundheit, und nach dem 13. Dezember wurde die kleinste Tätigkeit vermerkt. Rechtsseitig an Arm und Bein gelähmt mit verordneter Bettruhe war Lenin von den Regierungsgeschäften und der Außenwelt ausgeschlossen, die Ärzte bestanden darauf, strengste Ruhe einzuhalten. Lenin konnte aber nicht auf die Gewohnheit der Machtausübung verzichten und kämpfte darum, bestimmte Unterlagen und Akten zu erhalten. Er stützte sich dabei auf seine Frau N.K. Krupskaja und seine Schwester Maria Iljitschna sowie auf drei der vier Sekretäre.

Daran gewöhnt, alle Wesentlichen Aspekte des Lebens der Partei und des Staates zu leiten, versuchte Lenin verzweifelt, in die Debatten einzugreifen, wozu er doch physisch nicht in de Lage war, er konnte doch nicht mehr alle Punkte beherrschen. Die Ärzte hatten ihm jede politische Tätigkeit untersagt, was ihn sehr aufreizte. Lenin fühlte sein Lebensende nahen und wollte noch Fragen klären, die er für wichtig hielt, war jedoch auf Grund seines Zustandes nicht mehr dazu imstande. Das Politbüro untersagte ihm jegliche anstrengende Arbeit, seine Frau bemühte sich, die von ihm verlangten Dokumente zu verschaffen. Jeder Arzt, der solche Situationen erlebt hat, wird bestätigen, dass da peinliche persönliche und psychologische Konflikte unvermeidbar sind.

Gegen Ende Dezember 1922 hatte Krupskaja einen von Lenin diktierten Brief geschrieben. Stalin erteilte ihr deswegen telefonisch einen Verweis. Sie beschwerte sich bei Lenin und Kamenew: Ich weiß doch besser als die Ärzte, was man Iljitsch sagen kann und was nicht, denn ich weiß, was ihn verwirrt und stört und was nicht. Jedenfalls weiß ich es besser als Stalin.“

Bezüglich dieser Periode schrieb Trotzki: „Mitte Dezember verschlimmerte sich Lenins Krankheit erneut. Stalin handelte sofort, um Nutzen aus der Lage zu ziehen, indem er vor Lenin einen großen Teil der im Sekretariat der Partei zentralisierten Informationen verbarg. Er bemühte sich, Lenin zu isolieren. Krupskaja tat alles, was sie konnte, um den Kranken gegen diese feindseligen Machenschaften zu verteidigen.“

Das sind unqualifizierbare Äußerungen eines Intriganten. Hatten doch die Ärzte angeordnet, dass Lenin keine Berichte empfangen dürfe - und da kommt Trotzki daher und wirft Stalin vor, gegenüber Lenin „feindselige Machenschaften“ zu betreiben und ihm „Informationen zu verbergen“.

Unter diesen Umständen wurde in den Tagen vom 23. bis 25. Dezember 1922 das diktiert, was die Feinde des Kommunismus „das Testament Lenins“ nennen. Diesen Notizen folgt ein mit 5. Januar 1923 datiertes Postskriptum.

Die bürgerlichen Autoren ziehen das angebliche „Testament“ Lenins groß auf, dessen Zweck gewesen wäre, Stalin zugunsten Trotzkis beiseite zu schieben. Henri Bernard, emeritierter Professor der Königlichen Militärschule Belgiens, meint: „Normalerweise sollte Trotzki Lenins Platz einnehmen. Lenin dachte an ihn als seinen Nachfolger. Er fand Stalin zu grob.“

Der amerikanische Trotzkist Max Eastman veröffentlichte 1925 das „Testament“, verbunden mit an Trotzki gerichteten Lobhudeleien. Damals sah sich Trotzki verpflichtet, in der Zeitschrift „Bolschewik“ eine Richtigstellung zu veröffentlichen, wo er sagte:

„Eastman spricht davon, dass das ZK eine Reihe außerordentlich wichtige Dokumente, die Lenin in der letzten Periode seines Lebens geschrieben hat (es handelt sich um Briefe zur nationalen Frage, um das so genannte ‚Testament’ usw.), vor der Partei ‚verheimlicht’ habe, das kann man nicht anders nennen als eine Verleumdung des ZK unserer Partei. (...) Wladimir Iljitsch hat überhaupt kein ‚Testament’ hinterlassen und der Charakter der Partei selbst schloss die Möglichkeit eines solchen ‚Testaments’ aus. Als ‚Testament’ wird in der Emigrantenpresse sowie in der ausländischen bürgerlichen und menschewistischen Presse gewöhnlich ein (bis zur Unkenntlichkeit entstellter) Brief Wladimir Iljitschs bezeichnet, der Ratschläge organisatorischer Art enthielt. Der XIII. Parteitag brachte diesem Brief, wie auch allen anderen, die größte Aufmerksamkeit entgegen. (...) Alle Redereien über ein verheimlichtes oder verletztes ‚Testament’ sind bösartige Erfindungen“

Einige Jahre später stieß der gleiche Trotzki in seiner Autobiographie Empörungsgeschrei bezüglich „Lenins Testament, das man der Partei vorenthält“ aus!

Kommen wir auf die berühmten Notizen zurück, die Lenin zwischen dem 23. Dezember 1922 und dem 5. Januar 1923 diktiert hat. Lenin schlägt darin vor, das Zentralkomitee auf etwa „hundert Mitglieder“ zu erweitern:

„Das wäre nötig, um die Autorität des Zentralkomitees zu verstärken und unseren Parteiapparat ernsthaft zu verbessern sowie um zu verhindern, dass die Konflikte zwischen gewissen kleinen Gruppen des Zentralkomitees eine zu große Bedeutung erhalten. Unsere Partei kann doch von der Arbeiterklasse 50 bis 100 Mitglieder für das Zentralkomitee verlangen.“

Es handelt sich darum, „Maßnahmen gegen die Spaltung zu treffen“:

„Der wichtigste Punkt im Problem des Zusammenhalts ist, dass Mitglieder wie Stalin und Trotzki dem Zentralkomitee angehören. Die Beziehungen zwischen beiden stellen meines Erachtens die Hauptgefahr einer Spaltung dar.“

Das also für den „theoretischen“ Teil.

Dieser Text ist von einer überraschenden Inkohärenz, offensichtlich von einem kranken und geschwächten Mann diktiert. Wie könnten denn 50 bis 100 zusätzliche ins Zentralkomitee gewählte Arbeiter „dessen Autorität verstärken“ oder die Gefahr der Spaltung schmälern? Lenin sagt nichts über die politischen Konzepte und die Auffassungen Stalins und Trotzkis bezüglich der Partei. Er behauptete, dass es die persönlichen Beziehungen zwischen diesen beiden Parteiführern seien, die bedrohlich für die Einheit wären.

Dann gab Lenin „Beurteilungen“ über die fünf hauptsächlichen Parteiführer ab. Wir zitieren sie fast vollständig.

„Der zum Generalsekretär ernannte Genosse Stalin hat in seinen Händen eine übermäßige Macht konzentriert, und ich bin nicht sicher, dass er sich deren immer mit der nötigen Umsicht bedienen kann.

Andererseits hat sich der Genosse Trotzki, wie es bereits sein Kampf gegen das Zentralkomitee in der Frage des Volkskommissariats für Kommunikationswege gezeigt hat, nicht nur durch hervorragende Kapazitäten bemerkbar gemacht. Er ist vielleicht der fähigste Mann des gegenwärtigen Zentralkomitees, sein Fehler ist aber ein Übermaß an Selbstsicherheitsgefühl und übertriebene Vorliebe für die rein administrativen Seiten der Angelegenheiten.

Auf Grund dieser zwei Eigenschaften dieser beiden hervorragenden Chefs des Zentralkomitees könnte es gelegentlich zur Spaltung kommen. (...)

Ich werde mich nur darauf beschränken, daran zu erinnern, dass der Zwischenfall vom Oktober mit Sinowjew und Kamenew sicher nicht rein zufällig geschah, aber man sollte ihnen ihr persönliches Vergehen nicht stärker anstreichen als den Nicht-Bolschewismus Trotzkis.

Bucharin ist nicht nur ein Theoretiker von sehr hohem Wert unter den markantesten der Partei: Er erfreut sich auch berechtigterweise der Zuneigung der ganzen Partei. Jedoch können seine theoretischen Ansichten nur mit größtem Vorbehalt für vollkommen marxistisch gehalten werden, denn es steckt in ihm etwas von einem Scholastiker, (denn er hat niemals studiert, und ich nehme an, dass er die Dialektik niemals voll und ganz begriffen hat).“

Bemerken wir zunächst, dass der erste von Lenin ernannte Parteiführer Stalin war, „dieser Empiriker, dazu bestimmt, zweit- oder drittrangige Rollen zu spielen“ wie Trotzki meinte, der auch noch äußerte:

„Die Bedeutung des Testaments liegt in der Schaffung von Bedingungen, die mir die Möglichkeit gegeben hätten, Lenins Stellvertreter zu werden, sein Nachfolger zu sein.“

Es steht aber nichts Ähnliches in diesen ersten Aufzeichnungen Lenins. Grey schrieb dazu ganz richtig:

„Stalin erscheint im besten Lichte. Er hat nichts getan, um seine politische Bilanz beschmutzen zu können. Der einzige fragende Punkt ist: Wird er in der Ausübung der in seinen Händen konzentrierten Macht den Beweis einer guten Urteilsfähigkeit erbringen können“

Was Trotzki betrifft, so notiert Lenin vier wesentliche Fehler: Er habe recht schlechte Seiten, wie es sein Kampf gegen das Zentralkomitee in der Sache „Militarisierung der Gewerkschaften“ bewiesen habe; er zeige ein übertriebenes Selbstbewusstsein; er gehe bürokratisch an die Probleme heran und sein Nicht-Bolschewismus sei nicht ohne Ursache.

In bezug auf Sinowjew und Kamenew hält Lenin nur als einziges fest, dass ihr Verrat im Augenblick des Aufstandes kein Zufall gewesen sei. Bucharin ist ein großer Theoretiker... dessen Ideen nicht vollkommen marxistisch, sondern eher scholastisch und nicht dialektisch sind!

Lenin hat diese Notizen mit der Absicht diktiert, eine Spaltung der Parteiführung zu vermeiden. Aber die an die fünf Spitzenführer der Partei gerichteten Äußerungen scheinen so beschaffen zu sein, dass sie deren Prestige untergraben und Zerwürfnisse hervorrufen könnten.

Als er diese Zeilen diktierte, „fühlte Lenin sich schlecht“, stellte seine Sekretärin Fotjewa fest, und „die Ärzte widersetzen sich allen Gesprächen Lenins mit seiner Sekretärin und der Stenographin“.

Zehn Tage später diktierte Lenin dann eine „Ergänzung“, die sich wahrscheinlich auf den von Stalin 12 Tage zuvor an N. Krupskaja erteilten Verweis bezieht.

„Stalin ist zu grob, und dieser Mangel, der in unserer Mitte und im Verkehr zwischen uns Kommunisten durchaus erträglich ist, kann in der Funktion des Generalsekretärs nicht geduldet werden. Deshalb schlage ich den Genossen vor, sich zu überlegen, wie man Stalin ablösen könnte, und jemand anderen an dieser Stelle zu setzen, der sich in jeder Hinsicht vom Genossen Stalin nur durch einen Vorzug unterscheidet, nämlich dadurch, dass er toleranter, loyaler, höflicher und den Genossen gegenüber aufmerksamer, weniger launenhaft ist. Diese Charakterzüge können nur als eine geringfügige Nebensache erscheinen. Aber meines Erachtens liegt dies im Sinne, uns vor der Spaltung zu schützen und unter Berücksichtigung dessen, was ich weiter oben bezüglich der Beziehungen zwischen Stalin und Trotzki geschrieben habe, ist dies keine Nebensache, oder es ist wohl eine Nebensache, die von entscheidender Bedeutung werden kann.“

Schwer krank, halbseitig gelähmt, hing Lenin immer mehr von seiner Frau ab. Einige an Krupskaja gerichtete zu harte Worte Stalins veranlassten Lenin, den Rücktritt des Generalsekretärs zu verlangen. Um ihn durch wen zu ersetzen? Durch einen Mann, der alle Qualitäten Stalins besitzt und darüber hinaus noch „einen einzigen Vorteil hat“: Toleranter, höflicher und aufmerksamer zu sein! Aus Lenins Text geht klar hervor, dass Lenin vor allem nicht an Trotzki dachte. An wen also? An niemanden.

Stalins „Grobheit“ wird „völlig geduldet unter Kommunisten“... wird es aber nicht „in seiner Funktion als Generalsekretär“. Zu dieser Zeit jedoch beschäftigte sich der Generalsekretär hauptsächlich mit Fragen der parteiinneren Organisation!

Im Februar 1923 „hatte sich der Krankheitszustand Lenins verschlimmert. Er litt an heftigen Kopfschmerzen. Der Arzt hatte ihm das Zeitungslesen, Empfangen von Besuch und politischer Informationen kategorisch untersagt. Wladimir Iljitsch verlangte Berichterstattung über den X. Kongress der Sowjets. Man gab sie ihm nicht, und das bereitete ihm viel Kummer.“ Anscheinend versuchte Krupskaja, sich die von Lenin verlangten Dokumente zu beschaffen. Dimitrjewsky berichtet über einen erneuten verdrießlichen Vorfall zwischen Krupskaja und Stalin:

„Als Krupskaja an Stalin telefonierte, um von ihm nochmals einige Informationen zu erhalten, antwortete er in beleidigender Ausdrucksweise. Tränenüberströmt stürzte Krupskaja zu Lenin, um sich bei ihm zu beschweren. Lenins Nerven waren schon bis aufs äußerste gespannt, er konnte sich nicht mehr länger zurückhalten.“

Am 5. März diktierte Lenin eine neue Notiz:

„Geehrter Genosse Stalin! Sie hatten die Unfreundlichkeit, meine Frau ans Telefon holen zu lassen, um ihr Verweise zu erteilen. Ich habe nicht die Absicht, so schnell zu vergessen, was gegen mich gerichtet ist; unnötig zu unterstreichen, dass alles, was gegen meine Frau gerichtet ist, sich auch gegen mich richtet. Aus diesem Grunde frage ich Sie, ob sie ernsthaft daran denken, Ihre Äußerungen zurückzunehmen und ihre Entschuldigung vorzubringen oder ob Sie vorziehen, die Beziehungen zwischen uns abzubrechen. Lenin.“

Es ist recht peinlich, diesen privaten Brief eines physisch am Ende stehenden Mannes zu lesen. Selbst Krupskaja sagte der Sekretärin, diese Notiz nicht an Stalin zu übermitteln. Übrigens sind dies die letzten Zeilen, die Lenin diktieren konnte: Am nächsten Tag trat eine ernsthafte Verschlimmerung der Krankheit ein, und Lenin war zu jeglicher Arbeit unfähig bis an sein Lebensende.

Dass Trotzki sich gezwungen sieht, die Äußerungen eines fast gelähmten Kranken auszunutzen, zeigt doch wohl den moralischen Charakter dieses Individuums. Hat doch Trotzki tatsächlich wie ein richtiger Fälscher gehandelt und diesen Text als den endgültigen Beweis dafür ausgegeben, dass Lenin ihn, Trotzki, umstandslos zu seinem Nachfolger erkoren habe! Trotzki schrieb: „Diese Notiz, der letzte Text Lenins, ist gleichzeitig der endgültige Schlussstrich unter seine Beziehungen zu Stalin.“

Einige Jahre später, 1927, versuchte die vereinte Opposition Trotzkis, Sinowjews und Kamenews wiederum das „Testament“ gegen die Parteiführung zu benutzen.

In einer öffentlichen Erklärung konnte Stalin folgendes sagen:

„Die Oppositionellen haben hier, wie Sie gehört haben, ein großes Geschrei erhoben und behauptet, das Zentralkomitee der Partei habe das ‚Testament’ Lenins ‚verheimlicht’. Mehrmals wurde diese Frage bei uns, wie Sie wissen, auf dem Plenum des ZK und der ZKK (Anmerkung d. Übers.: Zentrale Kontrollkommission) behandelt. (Zuruf: ‚Dutzende von Malen’). Es wurde bewiesen und abermals bewiesen, dass niemand etwas verheimlicht, dass das ‚Testament’ Lenins an den XIII. Parteitag gerichtet war, dass es, (dieses ‚Testament’) auf dem Parteitag verlesen wurde (Zurufe: ‚Sehr richtig!’) und dass der Parteitag einstimmig beschloss, es nicht zu veröffentlichen, unter anderem deshalb, weil Lenin dies selbst nicht gewünscht und nicht verlangt hatte. (...)

Man sagt, Genosse Lenin habe in diesem ‚Testament’ dem Parteitag vorgeschlagen, man solle sich im Hinblick auf Stalins ‚Grobheit’ überlegen, ob man nicht Stalin als Generalsekretär durch einen anderen Genossen ersetzen solle. Das stimmt durchaus: Ja, Genossen, ich bin grob gegen diejenigen, die grob und verräterisch die Partei zersetzen und spalten. Ich habe das nicht verheimlicht und verheimliche es nicht. (...) Gleich in der ersten Sitzung des ZK-Plenums nach dem XIII. Parteitag ersuchte ich das Plenum des ZK, mich von der Funktion des Generalsekretärs zu entbinden. Der Parteitag selbst behandelte diese Frage. Jede Delegation behandelte diese Frage, und alle Delegationen, unter ihnen auch Trotzki, Kamenew, Sinowjew, verpflichteten Stalin einstimmig, auf seinem Posten zu bleiben. (...) Ein Jahr danach richtete ich erneut einen Antrag an das Plenum, mich von meiner Funktion zu entbinden, aber man verpflichtete mich erneut, auf meinem Posten zu bleiben.“



Als ob all diese Intrigen um das „Testament“ nicht genügten, hat Trotzki in der letzten Zeit seines Lebens nicht gezögert, Stalin des Mordes an Lenin anzuklagen. Um diese unqualifizierbare Enthüllung abzustützen, hob Trotzki als einziges Argument „seine feste Überzeugung“ hervor. In seinem Buch Stalin heißt es bei Trotzki:

„Welche wahre Rolle hat Stalin während Lenins Krankheit gespielt? Hat der ‚Jünger’ nichts getan, um den Tod seines ‚Lehrmeisters’ zu beschleunigen? (...) Nur der Tod Lenins konnte Stalin freie Bahn lassen. (...) Ich bin fest davon überzeugt, dass Stalin nicht passiv hätte warten können, während sein Schicksal auf dem Spiele stand“

Natürlich legt uns Trotzki keinerlei Beweise vor, um diese Beschuldigung zu untermauern. Er lässt uns aber erkennen, wie er auf diese Idee gekommen ist...

„Gegen Ende des Monats Februar 1923 informierte uns Stalin auf einer Sitzung des Politbüros, Lenin habe ihn plötzlich persönlich zu sich rufen lassen und habe Gift von ihm verlangt. Er habe seinen Zustand als hoffnungslos erachtet, einen neuen Anfall auf sich zukommen sehen und kein Vertrauen zu seinen Ärzten gehabt. Seine Leiden wären unerträglich.“

Als Trotzki zu diesem Zeitpunkt diese Mitteilung Stalins hörte, hätte er beinahe den künftigen Mörder Lenins entlarvt. Schrieb er doch: „Der Gesichtsausdruck Stalins erschien mir als äußerst rätselhaft. Ein übles Lächeln irrte über sein Gesicht, wie über eine Maske“

Folgen wir doch dem Inspektor Clousot-Trotzki in seiner Untersuchung. Wir erfahren folgendes: Warum hat sich Lenin, der damals äußerst misstrauisch gegenüber Stalin war, an ihn gewandt mit einem solchen Ersuchen? Lenin sah in Stalin den einzigen Menschen, der fähig gewesen wäre, ihm Gift zu verschaffen, weil er ein direktes Interesse hatte, dies zu tun. Lenin kannte die wahren Gefühle, die Stalin ihm gegenüber hegte.

Versuchen Sie einmal, mit solchen Argumenten ein Buch zu schreiben, das Prinz Albert beschuldigte, König Baudouin vergiftet zu haben:

„Er hatte ein direktes Interesse, dies zu tun.“ So etwas würde mit Gefängnis bestraft. Trotzki aber kann sich solche Niederträchtigkeiten erlauben, um den ersten kommunistischen Parteiführer fälschlich zu beschuldigen, und die ganze Bourgeoisie beglückwünschte ihn noch ob „seines makellosen Kampfes gegen Stalin“.

Und jetzt kommt der Gipfel der kriminalistischen Untersuchung des feinspürigen Detektivs Trotzki:

„Ich kann mir vorstellen, dass die Dinge ungefähr so verlaufen sind. Lenin verlangte Ende Februar 1923 Gift. Dem Winter zu hatte sich Lenins Zustand langsam zu bessern begonnen. Er hatte seine Sprache wiederbekommen. Stalin wollte die Macht. Das Ziel war nahe, aber die von Lenin ausgehende Gefahr lag noch näher. Stalin musste also den Entschluss fassen, dass es zwingend war, unverzüglich zu handeln. Ob Stalin das Gift an Lenin schickte, nachdem die Ärzte halblaut zu verstehen gaben, es bestehe keine Hoffnung mehr, oder ob er zu direkteren Mitteln griff, weiß ich nicht..“

Selbst die Lügen Trotzkis sind plump: Wenn keine Hoffnung mehr bestand, warum sollte Stalin dann Lenin „umbringen“?

Vom 6. März 1923 bis zu seinem Tode war Lenin fast ununterbrochen gelähmt und seiner Sprache ohnmächtig. Seine Frau, seine Schwester und seine Sekretäre blieben an seinem Krankenbett. Lenin hätte das Gift nicht unbemerkt nehmen können. Die medizinischen Bulletins dieses Zeitraums erklären völlig, dass der Tod Lenins unerbittlich nahe war.

Auf welche Art und Weise Trotzki seine Beschuldigungen gegen den „Mörder Stalin“ erdichtete sowie die Umstände, unter denen er fälschlicherweise das angebliche „Testament“ Lenins benutzte, diskreditieren vollkommen seine gesamte gegen Stalin gerichtete Aufwiegelung.

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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:15 
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Lenin wollte Stalin entsorgen und sagte selbst das Trotzki der fähigste Mann des ZK war!


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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:16 
Möchtegernputschist
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ehm hast du den obigen Text gelesen? Ich glaube das ist ne rhetorische Frage!

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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:16 
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Beiträge: 24
Ja!
Lest den Funken da steht die Warheit über diese Dinge!


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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:16 
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Lies "Stalin anderes betrachtet" von Ludo Martens, da steht die Wahrheit über diese Dinge!

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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:17 
Möchtegernputschist
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Zitat:
ies "Stalin anderes betrachtet" von Ludo Martens, da steht die Wahrheit über diese Dinge!


aber Daniel, der Ludo ist doch ein oller, alter, unverbesserlicher Stalinist. Da mag er sich auf noch so objektive Quellen berufen, unser Austromarxist hat ja den Funken und da steht nun die Wahrheit aller Dinge, auch wenn er uns diese Wahrheiten - zumindest vorerst - verschweigt.

nun wollen wir doch aber mal gucken, was bürgerliche Historiker von Lenins testament halten.
Ich spreche hier von Lars T. Lith, des Herausgebers des Buches Stalin - Briefe an Molotow.

Im Jahre 1925 brachte der US-amerikanische Trotzkist Max Eastman die Schrift 'Seit Lenins Tod' heraus, die angeblich Auszüge aus dem Brief Lenins enthalten sollte. In seinem Vorwort (zu 'Stalins Briefe an Molotow - Üb.) räumt der Herausgeber Lars T. Lih ein, dass Eastmans Buch den Inhalt des Briefes aus politischen Gründen erheblich entstellt:

"Frühere westliche Interpretationen waren sind stets davon ausgegangen, dass Eastmans Buch 'lange Auszüge' des 'Testaments' 'korrekt wiedergibt'. Nachdem ich 'Since Lenin Died' las, stellte ich zu meiner Überraschung fest, dass dies weit von der Wahrheit entfernt ist. Eastman gibt das Testament nicht nur stark entstellt wieder." (Lars T. Lith ua. 'Stalin - Briefe an Molotow, S. 34, deutsche Ausgabe)

"Ungenauigkeiten in Eastmans Wiedergabe

von Lenins Testament

LarsT. Lih

1. Nach Eastmans Wiedergabe in seinem Buch 'Since Lenin Died' behält sich Lenin das Wort hervorragend allein für Trotzki vor, womit demonstriert werden sollte, Lenin habe Trotzki als 'den fähigsten und größten' betrachtet. Tatsächlich aber bezeichnet Lenin Trotzki und Stalin 'zwei hervorragende Führer' des ZK; er beschreibt auch Bucharin und Pjatakow als hervorragende Kräfte der jüngeren Generation.
2. Eastman zitiert Lenin, er habe Trotzki als 'treuen Revolutionär' beschrieben. Ein solcher Ausdruck findet sich in Lenins Testament nicht.
3. Lenin erwähnt in seinem Testament auch Trotzkis 'Kampf gegen das ZK' während der Gewerkschaftsdebatte von 1920 - für die meisten Parteimitglieder ein schwarzer Punkt in Trotzkis Biographie. Eastman erwähnt diese Bemerkung nicht.
4. Nach Eastmans Version übt Lenin nicht nur gegenüber Trotzki, sondern auch gegenüber dessen Gefolgsleuten Nachsicht, denn er 'schränkte sein Lob für Pjatakow [!] nicht ein, der in dieser Krise zu Trotzki stand' (S. 30). In Wirklichkeit stellt Lenin fest, Pjatakow habe einen allzu starken Hang für das Administrieren, als daß man sich in einer ernsten politischen Frage auf ihn verlassen könnte. Eastman scheint entgangen zu sein, daß Lenin auch Trotzki eine übermäßige Vorliebe für rein administrative Maßnahmen zuschreibt.
5. Nach Eastman gebraucht Lenin das emotionale Wort Abtrünnigkeit, als er auf Sinowjews und Kamenews Handeln im Jahre 1917 Bezug nimmt. In Wirklichkeit beschränkt sich Lenin auf den Euphemismus 'die Episode im Oktober'. Noch wichtiger - Eastman erwähnt nicht, daß Lenin diese 'Episode im Oktober' mit Trotzkis 'Nichtbolschewismus' in einem Atemzug nennt.
6. Eastman zitiert Lenins Bemerkung, Bucharin habe die Dialektik nie vollständig begriffen, und deutet damit an, Lenin habe Bucharin als Theoretiker für wertlos gehalten. In Wirklichkeit nennt Lenin Bucharin einen 'überaus wertvollen und bedeutenden Theoretiker der Partei'.
7. Nach Eastman wirft Lenin Stalin vor, er sei 'zu brutal'. Das ist eine tendenziöse Übersetzung des russischen Wortes grubi, das 'grob' bedeutet.
Sowohl Stalin als auch Trotzki kamen später auf die Eastman-Affäre zurück. Als der Kampf gegen die linke Opposition 1927 seinen Höhepunkt erreichte, wies Stalin ausführlich die Beschuldigung zurück, Lenins Testament sei unterschlagen worden. Dabei erwähnte er auch Trotzkis Brief von 1925 und stellte effektvoll die Frage: 'Trotzki hat 1925 die Wahrheit gesagt; warum bestreitet er sie jetzt?'
Trotzki scheint sich nur einmal zu dieser Affäre geäußert zu haben. Dies geschah in einem Brief, den er 1928 schrieb, um Eastmans persönlichen Ruf wiederherzustellen. Dabei geht er auf keine der dort enthaltenen wesentlichen Fragen ein und deutet auch nicht an, daß an seiner öffentlichen Erklärung von 1925 irgend etwas unwahr gewesen sein könnte. Trotzki nimmt nicht einmal seine Kritik an der Veröffentlichung des Buches 'Since Lenin Died' durch Eastman zurück. Trotzki sagt in seinem Brief lediglich, er hätte Eastman in dieser Sache nicht öffentlich kritisiert, wenn er nicht dem Druck des Politbüros ausgesetzt gewesen wäre. " (Ebenda, Seite 260f)

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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:17 
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Beiträge: 24
www.derfunke.at oder www.derfunke.de
Der Funke ist eine Marxistische Zeitschrift in Sozialdemokratie und Gewerkschaft.
Im Buch Der Aufstand der Vernuft 2 steht auch sehr viel über Stalin, vor allem die Wahrheit!


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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:17 
Administrator
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Beiträge: 4023
Weils aktuell zum Datum passt:

"Im Juni 1953 kam es zu spontanen Kundgebungen und Streiks in der DDR, die durch Unzufriedenheit der Arbeiter über Spar- und Zwangsmaßnahmen ausgelöst wurden. Die Erhebungen wurde mit Hilfe sowjetischer Besatzungstruppen blutig niedergeschlagen. Der Aufstand war der Beginn ähnlicher Erhebungen durch stalinistischer Diktatur unterdrückter Arbeiter in Ungarn 1956 und im Prager Frühling."

Ansonsten reicht ein Blick auf
http://www.google.com/custom?q=Stalin&s ... e.de&sa=Ok
um zu sehen, waus welchem Geiste diese Funken blitzen. Trotzki hier, Trotzki da. Und das, wenn man nach Stalin sucht. Ne klar.


Mit seinen Analysen zum Charakter der Sowjetunion unter Stalin und seiner Clique wurde er zum Sprachrohr all jener, welche die Errungenschaften der Revolution, allen voran die Prinzipien einer Arbeiterdemokratie, sowie eine klar internationalistische Perspektive zu verteidigen bereit waren.

Ich empfehle, Dir mal ein paar Sachen über Trotzki in diesem Forum zu lesen. oder nee.... Lieber nicht! Da kommt doch nur Unsinn bei Dir raus.

Trotzki war ein weinerlicher und selbstgefälliger Egomane der sich gerne als Mittelpunkt der Welt sah, dem aber nur ein paar Verirrte anhingen.

Da fällt mir nur noch eines ein:

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 Betreff des Beitrags: Re: LENIN
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:18 
Möchtegernputschist
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ich werde es mir mal durchlesen, aber wenn Daniel sagt es gibt viel trotzkistisches, werde ich mal den Eispickel von der letzen Aktion sauberrubbeln ... aber mein süßer Austromarxist hast du dich denn nun mal mit den Links auseinandergesetzt, die sich mit dem Hitler-Stalin-Pakt befassen oder den Text von Lars Lith? Was sagt du denn dazu???

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