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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: Allende- ein Rassist und Antisemit???
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:05 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
habe hier folgenden text gefunden, glaube kaum was ich da gelesen habe:

http://www.gallileus.info/disciplines/G ... riker_entl

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 Betreff des Beitrags: Re: Allende- ein Rassist und Antisemit???
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:06 
Moderator

Beiträge: 384
Die Sache stand vor einiger Zeit in der jungen Welt und wurde wenige Tage später als Unsinn entlarvt.


Harald Neuber

Der Renegat

Einst kritisierte der chilenische Historiker Víctor Farías Allende von links. Heute versucht er, ihn zu diskreditieren – und verfälscht dazu Quellen

Es war die Meldung des Monats in den deutschen Feuilletons: Salvador Allende, chilenischer Präsident, Sozialist und Arbeiterführer, dessen Politik auf dem Höhepunkt der Blockkonfrontation Millionen auf einen demokratischen Übergang zum Sozialismus hoffen ließ, nichts als ein gemeiner Rassist und Antisemit! Diese These verbreitete der chilenische Historiker Víctor Farías, einst glühender Anhänger Allendes und Mitglied der revolutionären »Bewegung der Einheitlichen Volksunion« (MAPU), im März in Chile. Grundlage seines spanischsprachigen Buches »Salvador Allende – Antisemitismo und Eutanasia« (Salvador Allende – Antisemitismus und Euthanasie) ist die Dissertation des ehemaligen Präsidenten, die Farías nach eigenen Angaben in einem Archiv der Universität von Santiago de Chile ausfindig gemacht hat. Allende hatte die Arbeit 1933 unter dem Titel »Higiene mental y Delincuencia« (Psychohygiene und Delinquenz) veröffentlicht. Darin, sagt Farías, vertrete der junge Allende nicht nur rassistisches Gedankengut, sondern blanken Antisemitismus.


Fehldarstellungen

Die Quelle ist zwar authentisch, doch die Zitate sind gefälscht. Die Ironie der Geschichte ist, daß Farías, der »am Image Salvador Allendes kratzt« (Deutsche Welle, 11. Mai 2005), sich in dem Moment selbst entlarvte, in dem er das Original der Dissertation der Fundación Presidente Allende (Allende-Stiftung) übergab. »Nach der Lektüre von Farías Buch mußten wir nur einen Blick in die Arbeit werfen, um die Fälschungen festzustellen«, sagt Joan Garcés, Präsident der Madrider Stiftung, im Gespräch mit junge Welt. So schreibt Farías Allende in seinem Buch ein schier unglaubliches Zitat zu: »Die Juden sind bekannt für bestimmte Straftaten: Betrug, Falschheit, Verleumdung und vor allem Wucher«. Inzwischen ist belegt, daß dieses Zitat nicht von Allende stammt, sondern daß er selbst zitierte, und zwar den 1909 verstorbenen italienischen Arzt und Kriminologen Cesare Lombroso. Dieser machte schon zu Lebzeiten mit grotesken Urteilen auf sich aufmerksam: »Alle Anarchisten sind Idioten oder angeborene Verbrecher, die noch dazu im allgemeinen humpeln, behindert sind und asymmetrische Gesichtszüge haben«. In diese Ecke pseudointellektuellen Unrats gehört auch Lombrosos Urteil zu Juden. Allende waren solche »Theorien« nur einen kurzen Kommentar wert: »Es mangelt uns«, schrieb er als Doktorand, »an präzisen Daten, um diese Einwirkung in der zivilisierten Welt zu beweisen«.

Daß Farías das Juden-Zitat Allende zuschreibt und damit in den vergangenen Wochen bei deutschen und chilenischen Redaktionen relativ erfolgreich hausieren ging, könnte man ihm noch als groben Recherchefehler und Eitelkeit nachsehen. Die politische Motivation seines Vorhabens, den »chilenischen Volkshelden (...) zu entlarven« (Süddeutsche Zeitung, 23. Mai 2005) wird jedoch spätestens in dem Abschnitt seines neuen Buches über die Politik Allendes als Präsident deutlich. Farías stellt darin eine direkte Verbindung zwischen den vermeintlich antisemitischen Inhalten der 1933er Dissertation und Allendes Weigerung her, 1972 – fast vier Jahrzehnte später – den deutschen Nazikriegsverbrecher Walter Rauff des Landes zu verweisen. Allende habe das Gesuch des »Nazijägers« Simon Wiesenthal mit einem »kühlen Brief« (El Mercurio, Chile, 20. März 2005) abgetan, ihm gar »politisches Asyl« (Die Welt, 10. Mai 2005) gewährt, so Farías. Er muß es besser wissen, denn wie aus seiner Veröffentlichung »Los Nazis en Chile« (Die Nazis in Chile, erschienen im Jahr 2000 im spanischen Verlagshaus Seix Barral) hervorgeht, gelangte er schon während der Recherchen zu diesem Buch in den Besitz der kompletten Korrespondenz zwischen Wiesenthal und Allende: Wenige Wochen nach dem ersten Brief des Nazijägers vom 21. August 1972 antwortete Allende. Wiesenthals Entgegnung ist auf den 3. November 1972 datiert. Darin schreibt er: »Haben Sie herzlichen Dank für die Zeit, die Sie sich für mein Gesuch genommen haben. Das edle Denken, das aus Ihrem sehr, sehr menschlichen Brief spricht, kann ich nur bewundern«. Allende hatte das Ausweisungsgesuch unter Verweis auf einen negativen Entscheid des Obersten Gerichtshofes einige Jahre zuvor zwar abgelehnt, diese Entscheidung aber mit »aufrichtigem Bedauern« mitgeteilt. In seinem 1988 erschienen Buch »Recht, nicht Rache« erzählt Wiesenthal das (wahre) Ende der Geschichte: »Ich bat Allende (nach den ersten beiden Briefen, d. Red.), die Möglichkeit der Ausweisung Rauffs zu prüfen (...): Wir könnten möglicherweise in einem anderen Land mit einer günstigeren Gesetzgebung gegen ihn vorgehen. Aber bevor Allende auf meinen zweiten Brief antworten konnte, gab es einen Staatsstreich und Allende starb.«

Die Unterlassungen und Fehldarstellungen werfen nun auch Fragen über Farías frühere Chile-Veröffentlichungen auf. Joan Garcés und die Allende-Stifung jedenfalls wollen nun beispielsweise die Authentizität der Dokumente im Buch »Nazis in Chile« prüfen. Es seien »Unstimmigkeiten« aufgefallen, sagt Garcés. Gegen den Vertrieb des aktuellen Buches läßt die Stiftung eine Unterlassungklage prüfen, um die weitere Verbreitung des »Pamphlets«, wie Garcés sagt, zu unterbinden.


Narrenfreiheit

Am Lateinamerika-Zentralinstitut (LAI) der Freien Universität Berlin, an dem Farías lehrt, wurden seine »Enthüllungen« schon vor dem Skandal um die Quellenfälschungen mit gemischten Gefühlen verfolgt. Auch nach dem neuen Buch sei die »Begeisterung nicht sehr groß« gewesen, berichtet ein Mitarbeiter. Doch Konsequenzen sind unwahrscheinlich. Institutsleiterin Marianne Braig erklärte auf jW-Nachfrage, »für die Arbeit eines Kollegen nicht verantwortlich« zu sein. Die Vermutung, daß die Narrenfreiheit am LAI auch mit der politischen Ausrichtung der diffamierenden Veröffentlichungen zu tun hat, liegt nahe. Urs Müller-Plantenberg übt weniger Zurückhaltung: Es sei »unglaublich«, wie Farías »offenbar mit Fälschungen« versuche, Aufsehen zu erregen. Der emeritierte Soziologe gehörte einst zu den ersten Mitarbeitern des Institutes. Bis 1971 hatte er mit Farías an der Katholischen Universität der chilenischen Hafenstadt Valparaíso gearbeitet und ihn als radikalen Linken kennengelernt. Kurz nach dem Putsch half er mit, dem gefährdeten Wissenschaftler und seiner Familie die Flucht aus Chile zu ermöglichen. Später verschaffte er ihm mit Hilfe von Kollegen eine Lektorenstelle am LAI, die schließlich in eine wissenschaftliche Festanstellung umgewandelt wurde. »Damals war er einer der heftigsten Kritiker der Regierung der Volkseinheit – von links«, sagt Müller-Plantenberg, der heute an der Universität Warschau tätig ist. Seine Wandlung, fügt er hinzu, sei »schon erstaunlich«. Eine Dokumentensammlung zur Geschichte der Linken habe Farías vor einigen Jahren gar beim chilenischen »Centro de Estudios Populares« (CEP) veröffentlicht. Das CEP wurde als rechter Think tank 1980 von Frontleuten der Pinochet-Diktatur gegründet.

* Siehe auch Gespräch mit Joan Garces



Mich wundert, daß irgendwer auch nur länger als 10 Sekunden darauf reingefallen ist. Allein die Frage "Ist Salvador Allende ein Antisemit und Rassist gewesen?" ist sowas von unglaublich absurd und sinnlos, da könnte man gleich behaupten, Dimitroff und Göring wären diesselbe Person gewesen oder Castros Bart sei angeklebt oder Karl Marx habe sich den ganzen Quatsch nur ausgedacht, weil ihm langweilig war und er alle mal so richtig veräppeln wollte und Geld brauchte. Und das will ja nun wirklich niemand.

Oh, wartet mal: http://www.systemfehler.de/antimarx.htm


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 Betreff des Beitrags: Re: Allende- ein Rassist und Antisemit???
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:06 
Troll

Beiträge: 24
Ich frage mich wieso ihr zwei der größten Sozialisten als Antisemiten bezeichnet?


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 Betreff des Beitrags: Re: Allende- ein Rassist und Antisemit???
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:07 
Administrator
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Beiträge: 4023
Zitat:
Ich frage mich wieso ihr zwei der größten Sozialisten als Antisemiten bezeichnet?



Lies doch nochmal bitte den letzten absatz in Sergejs Beitrag.

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 Betreff des Beitrags: Re: Allende- ein Rassist und Antisemit???
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:07 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
oder nochmal extra für dich:

glaube kaum was ich da gelesen habe:

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 Betreff des Beitrags: Re: Allende- ein Rassist und Antisemit???
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 17:07 
Moderator

Beiträge: 384
Und ich, unschuldiges Stalinlämmchen das ich bin, poste noch vor wenigen Minuten nichtsahnend die Vermutung, daß man in Österreich nicht liest. Oh, mein prophetisches Gemüt.


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