Forum.stalinwerke.de - stalinforum.de

Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
Aktuelle Zeit: Di 21. Nov 2017, 11:39

Alle Zeiten sind UTC




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Mao Tse-Tung über Stalin
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 16:36 
Möchtegernputschist
Benutzeravatar

Beiträge: 1624
ich weiß nicht ob wir die Quelle hier irgendow mal schon hatten, scheint aber eine andere zu sein

http://wwics.si.edu/index.cfm?fuseactio ... 409&id=157

eine deutsche übersetzung eines textes, den wir mit sicherheit noch nicht hatten habe ich hier:

Aus dem Chinesischen übersetzt von Zhang Shu und Chen Jian

"Als Sie gestern gingen, konnte ich weder einschlafen noch konnte ich etwas essen. Heute habe ich Sie herbestellt, damit wir noch etwas reden und Sie mein Arzt sein können. Nachdem ich mich mit Ihnen unterhalten habe, kann ich vielleicht wieder essen und heute nachmittag etwas schlafen. Sie haben das Glück, dass Sie gut essen und schlafen können. ...

Unter Stalins Druck wurde der Nordosten und Xinjiang zu einer sowjetischen Einfluss-Sphäre und vier Betriebe, die sich im gemeinsamen Besitz befanden und gemeinsam geführt wurden, wurden errichtet. (Zwischen März und Juli 1951 unterzeichneten die chinesische und sowjetische Regierung vier Abkommen, wonach eine zivile Luftfahrtgesellschaft, eine Ölgesellschaft, ein Industriebetrieb der Metallurgie sowie eine Reederei im gemeinsamen Besitz der beiden Länder gegründet werden sollten).

Später schlug der Genosse Chruschtschow vor, diese Vereinbarungen zu beenden und wir waren ihm dankbar dafür.

Ihr Russen habt nie Vertrauen in das chinesische Volk gehabt und Stalin gehörte zu den Schlimmsten. Die chinesischen Kommunisten wurden als 'zweite Titos' bezeichnet (richtig ist, dass Stalin Mao Tse-tung, nicht jedoch 'die chinesischen Kommunisten' als 'zweite Titos' bezeichnete - G.).
Das chinesische Volk wurde als rückständige Nation betrachtet. Ihr Russen habt immer gesagt, dass die Europäer auf die Russen herabsehen würden. Ich vermute nun, dass einige Russen auf das chinesische Volk herabsehen.

An dem entscheidenden Punkt der Chinesischen Revolution erlaubte uns Stalin nicht, unsere Revolution durchzuführen und war gegen die Durchführung unserer Revolution. Er beging einen Riesenfehler in dieser Frage und auch Grigori Sinowjew ging fehl (Sinowjew war nach Lenins Tod Vorsitzender der Kommunistischen Internationale. Mao Tsetung hatte sich stets gegen den Einfluss der Komintern gesträubt - G.). ...

Wir sollten aus allen Erfahrungen lernen, ob sie nun richtig oder unrichtig sind. Zu den falschen Lehren gehörte auch Stalins Metaphysik und sein Dogmatismus (Metaphysik im marxistischen Sinne: die der Dialektik entgegengesetzte Denkweise, die die Erscheinungen voneinander isoliert und unveränderlich begreift - G.).

Er war zwar nicht vollständig metaphysisch, weil er sich in seiner Denkweise auch etwas Dialektik angeeignet hatte. Was Sie als Personenkult bezeichnen, war nur ein Beispiel für seine metaphysische Denkweise.

Stalin liebte es, sich groß herauszustellen.

Obwohl wir die Sowjetunion unterstützen, werden wir nicht ihre Fehler mitmachen ... Während wir in Moskau waren (gemeint ist die Teilnahme an der Moskauer Konferenz der kommunistischen Parteien 1957), beauftragten wir Deng Xiaoping, fünf Meinungsverschiedenheiten zur Sprache zu bringen. Wir werden künftig über sie nicht offen reden, denn damit könnten wir dem Genossen Chruschtschow schaden. Um seine Führung zu festigen, beschlossen wir, über diese Meinungsverschiedenheiten nicht zu sprechen, obwohl dies nicht heißt, dass wir nicht im Recht sind. (Chruschtschow befand sich zu der Zeit in einem Machtkampf mit Molotow, Kaganowitsch u.a. ehemaligen Stalinvertrauten, den er dank der Unterstützung von hohen sowjetischen Militärs um Georgi Shukow u.a. für sich entscheiden konnte. Er bezeichnete die Gruppe um Molotow als 'parteifeindliche Fraktion').

Es hat Probleme in unseren Beziehungen gegeben, aber das war hauptsächlich Stalins Schuld. Wir hatten drei Beschwerden gegen Stalin: Die erste betraf die beiden Linien von Wang Ming. Wang Ming war ein Parteigänger Stalins. Die zweite war Stalins Abraten und sein Widerstand gegen unsere Revolution. Selbst nach der Auflösung der Dritten Internationale gab er immer noch Anweisungen und behauptete, dass, wenn wir mit Jiang Jieshi (Tschiang Kai-scheck, Führer der Kuomintang - G.) keinen Frieden schließen würden, dass dann China der Gefahr der nationalen Vernichtung ausgesetzt sei. (Mao Tse-tung bezieht sich hier auf Stalins Telegramme an die Führung der KP China vom 20.-22. August 1945, in denen er der Partei riet, einem Waffenstillstand mit den Streitkräften der Kuomintang zuzustimmen - G.).

Nun - wie auch immer: Wir wurden nicht vernichtet.

Das dritte Problem betraf meinen ersten Besuch in Moskau, als mich Stalin, Molotow und Berija persönlich angriffen.

Warum bat ich Stalin, mir einen Wissenschaftler nach China zu schicken, um meine Werke durchzusehen? (Mao bezieht sich hier auf den sowjetischen Botschafter Judin selbst, der sich in der Zeit vom Juli 1950 bis Januar 1951 und vom Juli 1951 bis zum Oktober 1951 um die Korrektur und Herausgabe von Maos Werken kümmerte. Judin war dann später, nach Stalins Tod, von 1953 bis 1959, Sowjetbotschafter in Beijing - G.).

Lag das daran, dass ich so wenig Selbstvertrauen hatte, dass ich meine Werke durchsehen lassen musste? ... Weit gefehlt! Meine tatsächliche Absicht bestand darin, Sie nach China zu bekommen, damit Sie mit eigenen Augen beurteilen konnten, ob China den Marxismus wirklich praktizierte oder nur halbherzig.

Nach Ihrer Rückkehr nach Moskau lobten Sie uns. Ihr erster Kommentar Stalin gegenüber war: 'Die chinesischen Genossen sind wahrhafte Marxisten.'

Dennoch behielt Stalin seine Zweifel. ...

In Moskau (bei seinem langen Besuch Ende 1949 bis Anfang 1950 - G.) war es Kowaljew (Stalins Chinabeauftragter von 1948 bis 1950 - G.), der sich um mich kümmerte, zusammen mit Fedorenko, meinem Dolmetscher. Ich wurde so wütend, dass ich mit der Faust auf den Tisch schlug und ihnen sagte, dass ich ab jetzt nur noch drei Sachen hier in Moskau machen werde: essen, schlafen und scheißen. ...

Gleichzeitig brüstet er (Stalin - G.) sich, dass Chinas Revolution nur wegen seiner Theorien erfolgreich gewesen sei. Wir müssen jeden Aberglauben über ihn ablegen. Bevor ich sterbe, bin ich bereit, einen Artikel darüber zu schreiben, was Stalin China angetan hat, der noch in eintausend Jahren gedruckt werden wird."



solche dokumente scheinen sich zu häufen, und man sollte hier nun mal die rolle maos wirklich genauer unter die lupe nehmen.
ALLE diese dokumente können unmäglich gefälscht sein, dafür sind es zuviele, und im großen und ganzen deckungsgleich. für mich eigentlich ein großer schock, sodass ich mich mit Mao doch ein wenig mehr beschäftigen müsste. nicht nur ich, sondern alle marxisten-leninisten überhaupt

_________________
Pole Pole Mzungu. Welcome to Tanzania, the land where dead cows are lying and dogs are flying. But be careful of the ju-wai-biems. Now let's search for some Schtonetools and after that let's go to Tohu-Wa-Bohu (also known as Mto-Wa-Mbu/Moskitotown)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Mao Tse-Tung über Stalin
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 16:37 
Literat

Beiträge: 2947
Die Wahrheit ist nicht immer angenehm. Ich selber habe ja auch schon einige Äußerungen von Mao beigebracht, die in diese Richtung. Das Problem ist ja, daß man - vor allem in der MLPD - den jungen Menschen immer erzählt, Stalin und Mao wären die dicksten Freunde gewesen, weswegen jene dann baß erstaunt sind, wenn man ihnen einige solche Zitate von Mao unter die Nase reibt.
Obwohl ich bekannterweise keine sonderlichen Vorlieben für Mao habe, muß ich aber dennoch darauf hinweisen, daß man Mao nicht so einfach nehmen darf. Ich persönlich finde es ratsam, zwischen dem früheren Mao und dem späten (ab 56, "Hundert-Blumen-Bewegung") zu unterscheiden. Solange Mao sein Land nach vorn gebracht hat, war es nicht nur in Ordnung, sondern gerade zu geboten, gegen die marxistischen Prinzipien der Sowjetunion zu verstoßen. Hätten Mao und Tscho En-Lai sich nach den Weisungen Stalins gerichtet, hätte es keine chinesische Revolution gegeben. Wenngleich Stalin auch seine (berechtigten) Interessen hatte, mußte er im Grunde damit rechnen, daß die Chinesen die Sache auf ihre Weise regeln.
Der späte Mao ist eine andere Sache. Sein Abgleiten in den Linksradikalismus ist zum einen zwar von Anfang an in seinen theoretischen Vorstellungen angelegt, zum anderen aber auch als Reflex auf Chruschtschows Rechtsentwicklung zu sehen. Daß Mao dabei zur Kultfigur der westlichen "modernen" Linken wurde, mag auch zu seiner Charakterisierung beitragen.

_________________
Der Hunsch wars!


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen

Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group

Deutsche Übersetzung durch phpBB.de