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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: mao-ein kassiker des marxismus-leninismus?
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 15:25 
Möchtegernputschist
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die lehren maos aus der zeit vor 1949 (siehe maowerke bd 1-4), sind eine großartige des ML auf china und eine wichtige konkretisierung der lehren lenis und stalins für koloniale, halbkoloniale und abhängige ländern.
aber diese werke können keinesfalls alsgrundlegende weiterentwicklung des werkes von marx, engels lenin und stalin für die probleme der proletarischen weltrevolution angesehen werden.
nach den 20 PT der kpdsu 1956 und der völligen verdammung stalins, nach dem beginn der offenen polemik der kpchinas 1963 und insbesondere seit dem beginn der großen proletarischen kulturrevolution 1966, verfestigte sich in vielen parteien die vorstellung, dass so wie an der bahre lenins stalin satnd und die sache des Ml fortsetzte, nun nach stalins tot auch mao die sache der weltwieten verteidigung des ML, der theorie und praxis der proletarischen weltrevolution, die einheit der kommunistischen weltbewegung in die hand nehmen und sich so würdig in die reihe von marx engels lenin und stalin stellen würde.
mao realisierte dies möglichkeit jedoch nicht, das gründet sich nicht nur auf der tatsache seiner schweren fehler in der frage der diktatur des proletariats (beteiligung der bourgeoisie an der politschen macht).
vielmehr ziegt sich auch, dass der erste ansatz einer ideologischen plattform der komm. weltbewegung 1963 (25-punkte-vorschlag), der unter der federführung maos ausgearbeitet wurde, ernste fehler enthielt, nicht weiterverfolgt, nicht dikutiert und nicht korrigiert wurde.
ernste fehler des 25-punkte-vorschlgs und der nachfolgenden 9 kommentare, die durch einen ideologischen kampf hätten korrigiert werden müssen, waren u.a.:
-die konstruktion des schemas 2er möglicher wege der revolution: friedlich und nicht friedlich
- das völliger vernachlässigen der agrarrevolution in kapitalistisch nicht entwickelten ländern
-die asurichtung des kampfes in allen kapitaliist. ländern gegen den usa-imperialismus, anstatt gegen die eigene bourgeoisie
-die falsche und unbewiesene kritik an stalin, ua.

es zeigte sich, dass mao die rolle des führers der kommunistischen weltbewegung, wie sie stalin nach lenins tod antrat, nicht übernahm und keinen umfassenden ideologischen, theoretisch konsequenten kampf gegen den modernen revisionismus führte

in den 70ern griff mao in die großen ideologischen kämpfe der kommunistischen weltbewegung praktisch überhaupt nicht mehr durch umfassende artikel, broschüren oder büchern ein.

somit kann man nicht sagen, dass nach stalins tod mao die fortsetzung des wekes von marx engels lenin und stalin fortsetzte ( das heißt aber keinesfalls dass mao ein revisionist war, wie es die anhänger hoxhas behaupten)

mao selbst hat niemals eine gleichstellung mit M E L S gefordert oder sich als klassiker des ML betrachtet

anschließende feststellung:

viele genossen stellen die frage so: entweder ist mao insgesamt ein M-L (siehe positionen der mlpd) oder er hat insgesamt revisionistische ansichten (siehe positionen der kpd/ml). ODER:
wenn mao eine so große revolution wie die chinesische zum sieg geführt hat und den M-L damals auf china angewendet hat, ist es unmöglich, dass er später revisionistischen positionen vertreten hat.
wieder andere genossen schlußfolgern umgekehrt: wenn mao 1957 revisionistische ansichten vertreten hat, ist es unmöglich, dass er vorher marx-leninist. ansichten vertrat.
all diese auffassungen sind grundfalsch.
jene, die so argumentieren, gehen im grunde von der ansicht aus, dass ML keine prinzipiellen fehler machen können.
man geht davon aus, dass ein ML niemlas revisionistische ansichten verteten kann, und umgekehrt.
eine solche auffassung ist äußerst mechanisch.
sie übersieht zwangsläufig die notwendigkeit der kritik und selbskritik und des ideologischen kampfes, um zu verhindern, dass marxisten-leninisten eien revisionistische linie annehmen oder revisionisten werden.

meiner meinung nach muss man-aufgrund der bekannten und beweisbaren, überprüfbaren theorie und praxis maos-zu der schluzssfolgerung kommen:
- mao hat als großer ML die lehren des ML erfolgreich auf die demokratischen etappe der chinesischen revolution angewandt
-in einer späteren etappe hat mao einge gravierende revisionistische positionen vertreten
- dies fehler berechtigen aber nicht dazu, die außerordentlichen verdienste maos überhaupt zu verneinen
ich weise daher die auffassung entschieden zurück, die tatsache, dass mao eine zeitlang falsche und revisionistische positionen vertrat,reiche bereits aus, ihn als "entartet" oder gar als revisionisten von anfang an darzustellen.
ebenso lehne ich es ab, alle von mao vertretenen auffassungen und seine gesanmte politik pauschal und kritiklos zu verteidigen und als in übereinstimmung mit dem M-L bzw. sogar als dessen weiterentwiklung zu propagieren.
für dei richtige einschätzung maos erscheint auch seine rolle in der kulturrevolution und der kampf wesentlich, den er noch unmittelbar vor seinen tod gegen die deng-hsiao-ping-gruppe führte.
mao hat in seiner zeit anscheinend einge seiner fehler erkannt und zu korrigieren versucht. möglicherweise hat er damals-wenn auch nicht öffentlich-selbstkritik geübt (dies kann ich aber nicht genau feststellen, da dokumente dafür fehlen).
die kulturrevolution zeigt jedenfalls, dass er nicht mehr am sozialismus im bündnis mit der bourgeoisie aufbauen wollte, sondern dass er die losung des "kampfes um leben und tod" gegen die bourgeoisie ausgab.
mao zu verteidigen, dass darf meiner maing nach nicht heißen, die probleme zuzudecken und die sache so darzustellen, als habe er immer marxistisch-leninistische positionen vertreten. dabei verstehe ich va., sein werk über die antiimperialistische und antifeudale demokratische revolution und den volkskrieg zu verteidigen und gleichzeitig seine revisionistischen positionen in späterer zeit und all seine fehlersolidarisch zu kritisieren

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 Betreff des Beitrags: Re: mao-ein kassiker des marxismus-leninismus?
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 15:26 
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Beiträge: 66
Wer hat die kommunistische Weltbewegung gespalten? Mao? Ich denke, das waren die Chruschtschowrevisionisten.
Die Kulturrevolution war notwendig zum Kampf gegen die neue Bürokratie mit dem Parteibuch in der Tasche, welche schon Stalin in seinen Werken, Band 11, kritisiert hat.
Ich denke auch , gerade Mao hat das Vermächtnis von Marx,Engels,Lenin und Stalin bewahrt und weiterentwickelt, im Gegensatz zu den Politikern, die Chruschtschow auf den Leim gegangen sind...


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 Betreff des Beitrags: Re: mao-ein kassiker des marxismus-leninismus?
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 15:26 
Möchtegernputschist
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ich habe nicht ja nicht gesagt, dass mao die kommunistische weltbewegung gespalten hat- im gegenteil unter seiner führung und der gesamten kpchinas sowie anderer antirevisionistischer parteien (wie der PdAA, KPbreasilien, KPIndonesien ua.) wurde den revisionisten alles schattierungen der kampf angesagt!
aber, wenn du dich mit der "polemik" geanauer auseinandersetzt, wirst du erkennen, dass neben den vielen richtigen positionen der KPchinas auch einge gravierende fehler enthalten sind, die ich ja oben genannt hatte und bei bedarf auch genauer eingehen kann.
dies wäre in so ferbn nicht tragisch gewesen , da auch andere antirevisonistische parteien bei ihrem kampf gegen den revisionismus fehler begannen hatten.
das problem war, dass die polemik sofort und unkritisch als plattform gegern die revisionitsen genommen wurde-ohne sich kritisch mit den positionen auseinander zu setzen-das war aber ziel der sache!
da es zu keiner diskussion über die polemik kam wurde sie auch nicht weiterentwickelt bzw. verbessert-und sie ermöglichte allen antimaoistischen parteien/organisationen auf diese fehler anzuknüpfen und mao als revisionisten zu beschimpfen (was er aber nicht war!). die ging sowohl seitens der sowjet-revisionisten aus-aber auch von den deng-revisionisten und auch von der PdAAlbaniens.
gäbe es schon früher eine genauere diskussion über die polemik, käme es nicht zu der katastrophelen spaltung der antirevisonistischen kräfte.
in diesem sinne kann mao nicht als klassiker gezählt werden, da es hier um die weiterentwicklung der weltrevolution geht, des konsequenten kampfes gegen den revisionismus-so wie es marx und engels und lenin und stalin gemacht haben. (auch wenn mao hier großartiges geleistet hat, er hat es leider nicht konsequent zuende geführt)

die kulturrevolution ist eine großartige entwicklung maos, aber ob es ausreicht ihn dafür als klassiker anzusehen weiß ich nicht.-vielleicht kann man mich da noch von überzeugen. noch kann ich es nicht sagen, schon allein deswegen, weil ich erst gerade eben angefangen habe mao und seine politik zu studieren.

aber egal ob klassiker oder nicht-das ist denke ich mal nur ne sekundäre oder gar tertiäre frage. fakt ist und bleibt, dass mao-trotz seiner fehler, die auch die anderen klassiker des ML hatten-der wohl größte marxist-leninist seit stalins tod bleibt.
schon allein deswegen muss man ihn verteidigen.

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 Betreff des Beitrags: Re: mao-ein kassiker des marxismus-leninismus?
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 15:27 

Beiträge: 23
Genosse Sergej, wo bitte konstruiert Mao ein Schema zweier Wege zum Sozialismus - einen friedlichen und einen kriegerischen? Mir ist nichts dergleichen bekannt! Sehr wohl bekannt ist mir hingegen, dass die Chruschtschow-Revisionisten von "friedlicher Koexistenz" und dem "friedlichen Weg zum Sozialismus" (über den Parlamentarismus) schwafelten, und das dies gerade Streitpunkt zwischen Revisionisten und Anti-Revisionisten war, verkündete Chruschtschow als Konsequenz die angebliche Überlebtheit der proletarischen Diktatur und der Möglichkeit und Notwendigkeit eines "Staates des ganzen Volkes"! Bei Mao finde ich solchen sozialdemokratischen Schwachsinn nicht!
Dass die nationale Bourgeoisie am nationalen Befreiungskampf gegen Imperialismus und Feudalismus beteiligt wurde, war kein Fehler Maos sondern eine gute, notwendige Sache! Die bürgerliche Revolution in China hatte relativ wenig bewegt auf Grund des halbfeudalen und halbkolonialen Charakters Chinas - einem China indem die nationale Bougeoisie genauso zu den vom Imperialismus unterdrückten gehörte wie Arbeiter und Bauern. Aus der Tatsache, dass die nationale Bourgeoisie an der nationalen Befreiung und der sogenannten neudemokratischen Revolution (dem ersten Teil der chinesischen Revolution der die Unzulänglichkeit der vorangegangenen bürgerlichen Revolution kompensieren und folglich die entgültig sozialistische Umgestaltung des Landes vorbereitet hat) beiteiligt war, kann man auf keinen Fall ableiten, dass im sozialistischen China, die Bourgeoisie am Aufbau des Sozialismus beteiligt gewesen wäre - ganz im Gegenteil: die Produktions- und verkehrsmittel auf dem Land wie in der Stadt wurden vergesellschaftet und es wurde nach sozialistischen und nicht kapitalistischen Prinzipien gewirtschaftet. Der hohe Kollektivierungsgrad, gekennzeichnet durch die Bildung von Volkskommunen als höchste bisher verwirklichte sozialistisch-kollektive Wirtschafts- und Lebensgemeinschaft, ist Ausdruck der gesellschaftlichen Organisation der Produktion - die demokratische Kontrolle durch die Werktätigen selber, die Verjagung bürokratischer, kapitalistischer Elemente aus den Planungs- und Verwaltungsebenen, die Selbstorganisation, die in Angriff genommene Überwindung der Gegensätze zwischen intelektueller und manueller Arbeit und die Planung und Organisation der Wirtschaft auf Grundlage des von Stalin in seinem Buch "Die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR" erläuterten Gesetzes der Planmäßigen, Proportionalen Entwicklung der Volkswirtschaft, vor allem des sozialistischen, vom kapitalistischen verschiedenen Rentabilitäsprinzips* sprechen für eine konseuquent hochentwicklete sozialistische, kollektive Wirtschaftsplanung und -durchführung sowie die Verteilung der Früchte der Wirtschaft nach sozialistischen Prinzipien!!!**

Zitat:
*

immt man die Rentabilität nicht vom Standpunkt einzelner Betriebe oder Produktionszweige und nicht in der Perspektive eines Jahres, sondern vom Standpunkt der gesamten Volkswirtsc
haft und in der Perspektive, sagen wir, von zehn bis fünfzehn Jahren, was die einzig richtige Einstellung zu der Frage wäre, so hält die zeitweilige und labile Rentabilität einzelner Betriebe oder Produktionszweige keinem Vergleich stand mit der höheren Form einer stabilen und ständigen Rentabilität, die wir dem Wirken des Gesetzes der planmäßigen Entwicklung der Volkswirtschaft und der Planung der Volkswirtschaft zu verdanken haben, welche uns die die Volkswirtschaft verheerenden und die Gesellschaft materiell kolossal schädigenden periodischen Überproduktionskrisen ersparen und uns das stete Wachstum der Volkswirtschaft mit seinem hohen Tempo sichern.


**


Nehmen wir zunächst das Wort ,Arbeitsertrag` im Sinne des Produkts der Arbeit, so ist der genossenschaftliche Arbeitsertrag das gesellschaftliche Gesamtprodukt.

Davon ist nun abzuziehen:

Erstens: Deckung zum Ersatz der verbrauchten Produktions mittel.

Zweitens: zusätzlicher Teil für Ausdehnung der Produktion.

Drittens: Reserve- oder Assekuranzfonds gegen Mißfälle, Störungen durch Naturereignisse etc.

Diese Abzüge vom ,unverkürzten Arbeitsertrag` sind eine ökonomische Notwendigkeit, und ihre Größe ist zu bestimmen nach vorhandenen Mitteln und Kräften, zum Teil durch Wahrscheinlichkeitsrechnung, aber sie sind in keiner Weise aus der Gerechtigkeit kalkulierbar.

Bleibt der andere Teil des Gesamtprodukts, bestimmt, als Konsumtionsmittel zu dienen. Bevor es zur individuellen Teilung kommt, geht hiervon wieder ab:

Erstens: die allgemeine, nicht direkt zur Produktion gehörigen Verwaltungskosten.

Dieser Teil wird von vornherein aufs bedeutenste beschränkt im Vergleich zur jetzigen Gesellschaft und vermindert sich im selben Maß, als die neue Gesellschaft sich entwickelt.

Zweitens: was zur gemeinschaftlichen Befriedigung von Bedürfnissen bestimmt ist, wie Schulen, Gesundheitsvorrichtungen etc.

Dieser Teil wächst von vornherein bedeutend im Vergleich zur jetzigen Gesellschaft und nimmt im selben Maß zu, wie die neue Gesellschaft sich entwickelt.

Drittens: Fonds für Arbeitsunfähige etc., kurz, für, was heute zur sog. offiziellen Armenpflege gehört.

Erst jetzt kommen wir zu der ,Verteilung`, die das Programm, unter Lassalleschem Einfluß, bornierterweise allein ins Auge faßt, nämlich an den Teil der Konsumtionsmittel, der unter die individuellen Produzenten der Genossenschaft verteilt wird.
(Marx/Engels, Werke, Bd. 19, S. 19)


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 Betreff des Beitrags: Re: mao-ein kassiker des marxismus-leninismus?
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 15:28 

Beiträge: 23
Zitat:
mao selbst hat niemals eine gleichstellung mit M E L S gefordert oder sich als klassiker des ML betrachtet



Mir ist aber auch nicht bekannt, dass sich Marx, Engels, Lenin und Stalin zu Lebzeiten Klassiker des Marxismus-Leninismus genannt hätten Dem zum Trotz sind sie es doch, wobei das nicht in ihre eigene Bewertung sondern in die Bewertung durch die Praxis und letztendlich durch die revolutionären Massen fällt! Mao gehört auch dazu, denn seine Fortentwicklungen des ML haben sich in Theorie und Praxis als richtig erwiesen - nicht immer (also tagespolitisch, taktisch), aber prinzipiell! Der Kampf gegen den modernen Revisionismus, die richtigen taktischen Ausarbeitungen für den revolutionären Kampf in halbfeudalen/-kolonialen Ländern, die Theorie vom Kampf zweier Linien in der Partei, sowie generell seine theoretischen Abhandlungen und praktischen Handlungen zur Behandlung von Widersprüchen im Volk bzw. antagonistischen Widersprüchen und die daraus resultierende Entwicklung der Kulturrevolution als höchste Form der sozialistischen Revolution machen Mao defintiv zu einem Klassiker des ML! Dass man dennoch nicht von Marxismus-Leninismus-Maoismus sprechen kann sondern vom ML + MaoTseTung-Ideen sprechen sollte, liegt daran, dass Stalin den Leninismus als Marxismus in der Epoche des Imperialismus deffinierte und Maos Denken und Tun ja auch noch in der Epoche des Imperialismus stattfand. das sind aber nur Wortspielerein - wichtig ist, Mao als Klassiker des ML zu erkennen und zu verteigigen!


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 Betreff des Beitrags: Re: mao-ein kassiker des marxismus-leninismus?
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 15:28 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
zum weg zum sozialismus:
ich habe damit nicht behauptet, dass die kpchinas dieses "prinzip" voll und ganz unterstützte-im gegenteil wies die kpchinas einige absurditäten des revisionistischen parteitages der "k"pdsu zurück. in einigen fragen blieb jedoch die kpchinas theoretisch in dem von den revisionisten geschaffenen rahmen hängen.
betrachten wir erstmal die richtigen thesen der kpchinas hierzu:
punkt 11 und 12 des vorschlages zur generallinie beschäftigten sich mit den thesen chruschtschows vom friedlichen weg:
im vorschlag hebt die kpchinas vor, dass die herrschende klasse nicht freiwillig abtreten wird und betont, "dass keine revolution jemals ohne opfer siegen konnte" (25-punkte-vorschlag, S24) und dass "die geburtswehen der revolution viel geringere schmerzen als die chronischen leiden der alten gesellschaft verursachen" (ebenda, S.24).
umfassender und wesentlcih präzieser werden grundpositionen des wiss. kommunismus zur gewaltsamen bewaffneten revolution dann im "kommentar" festgestellt. in dem abschnitt mit der überschrift >>die gewaltsame revolution ist ein allgemeingültiges gesetz der proletarischen revolution<< heißt es u.a.:
"die gewaltsame revolution stellt den einzigen weg dar(...) und ist ein allgemeines gesetz der proletarischen revolution"
die kpchinas zitiert lenin, dass die massen systematisch in den marxistischen auffassungen zur gewaltsamen revolution erzogen werden müssen und bekräftigt, dass diese lehren lenins nach wie vor gültig sind.
die kommunistische these maos wird zitiert:
" die zentrale aufgabe der revolution und ihre höchste form ist die machtergreifung auf bewaffnetem wege, das heißt die lösung der frage durch den krieg. diese revolutionäre prinzip des M-L ist allgemeingültig; es gilt nicht nur für china sondern auch für die anderen länder, es gilt überall." (mao-"probleme des krieges und der strategie" 1938 bd2, s 255)
unmißverständlich wird mehrfach unterstrichen: " die verwirklichung des sozialismus auf parlamentarischem weg ist völlig unmöglich, ist reiner selbstbetrug und betrug an anderen".
die kpchinas zeigt den historischen zusammenhang des chruschtschow-revisionismus mit kautsky und bernstein auf.
die kpchinas zeigt anhand der realität nach dem 2.WK, dass die berufung auf die existenz der 13 sozialistischen staaten als grundlage für einen friedlichen weg absurd ist, da dieser äußere faktor nicht verhindern kann, dass die staatsapparate der kapitalistischen welt sich weiter ungeheuer aufblähen und militarisieren. ebsenso seien trotzdem konterrevolutionäre interventionskriege an der tagesordnung gewesen.
dies sind die richtigen einstellungen der kpchinas zur frage des freidlichen weges zum sozialsimus-wenn auch nur kurz zitiert. und hier bist du mit mir sicherlich einer meinung.
meine kritik zielt im wesentlcihen auf folgende ansichten der kpchinas ab:
1.die these von der Vorberietung sowohl auf den freidlichen und nicht friedlichen weg. sie erscheint mir als grundfalsch, denn sie akzeptiert den kern der revisionistischen ansichten. (sieh punkt 11 des 25-punkte-vorschlags, s22f)
2.die kpchinas akzeptiert nicht nur im kern das schema von 2 wegen, sondern geht überdies faktisch bei der gewaltsamen revolution von einer defensive aus. sie propagiert die gewaltsame revolution nicht offensiv, übersieht völlig die befreiende und erzieherische rolle rolle des bewaffneten kampfes.
3. die bemerkung lenins über einen friedlichen weg in einer bestimmten fase der russ. revolution werden von der kpchinas nicht prinzipiell von den programatischen thesen chruschtschows unterschieden.
ich gehe mal auf diese kritikpunkte genauer ein:

zu punkt1:
in punkt 11 des 25-punkte-vorschlags schreibt die kpchinas:
1. " die proletarische partei darf sich niemals erlauben, ihre ideen, ihre revolutionären richtlinien und ihre ganze arbeit auf der berechnung aufzubauen, dass die imperialisten und reaktionäre bereit sind, eine friedliche umgestaltung zu akzeptieren." (S.23)
2. "die partei des proletariats muss sich auf zwei taktiken vorbereiten:
während sie sich auf die friedliche entwicklung der revolution vorbereitet, muss sie gleichzeitig auch ausreichend auf die nichtfriedliche entwicklung der revolution vorbereitet sein".
meine kritik an dieser position der kpchinas besteht va. daran, dass hier der prinzipielle charakter der auseinandersetzungen mit den modernen revisionisten über die frage des friedlichen wegs völlig außer acht gelassen wird und ihnen ganz unzulässige zugeständnisse gemacht werden.
aus der argumentation der kpchinas geht hervor, dass der widerspruch zu den modernen revisionisten ihrer meinung nach eher eine frage der akzentsetzung betrifft und nicht die grundfragen des wissenschaftlichen kommunismus.
ja aus den eben zitierten aussagen geht hervor, dass die kpchinas ein hauptmanöver der modernen revisionisten akzeptierte, mämlich, dass es sich bei der frage friedlich-nicht friedlich angeblich um eine taktische frage handle.
die kpchinas geht davon aus, dass man sich auf beide taktken-friedlich und nichtfriedlich vorbereiten muss.
zunächst erscheint dieser gedanke einleuchtend, erinnert er doch an die leninsche grundregel alle kampfformen zu beherrschen, mit den jeweils zu gebote stehenden mitteln zu kämpfen etc. man muss aber klarstellen dass es sich keineswegs um solche, die formen des kampfes betreffende , also taktische, fragen handelt.
denn die vorberietung auf den bürgerkrieg (nichtfiredliche entwicklung, revolution), ist keinesfalls eine von zwei möglichen foremn der taktik, sondern eine große und prinzipilelle frage, eine grundfrage der revolution überhaupt betrifft.
außerdem müsste sich die kpchinas die frage gefallen lassen, dass sie zudem überhaupt nicht erklärt wie so eine vorberietung auf den friedlichen weg aussehen soll.
zu punkt2:
die modernen revisionisten heben den nichtfriedlichen weg für den fall zugelassen, dass sich zeige, dass die herrschende klasse in großen umfang waffengewalt anwende und das volk massamkrierte, wodurch der freidliche weg verhndert werde.
wie sah die haltung der kpchinas dazu aus:
"wenn der imperialismus und seine lakaien zur bewaffneten unterdrückung schreiten, muss die konterrevolutionäre waffengewalt durch revolutionäre waffengewalt niedergeworfen werden. (25-punkte-vorschlag, S17).
diese wenn-dann konstruktion ist der faule kern der argumenttation der kpchinas.
es kommt so nicht heraus, als ob das volk diese recht erst dann habe, vorher jedoch nicht.
es ist zwar richtig, dass die bourgeoisie in allen ländern schon tausendmal zu den waffen gegriffen hat, dass insofern die bourgeoisie sowieso als erste zu gewaltmaßnahmen gegriffen hat. diese frage ist aber schon längst geklärt und man darf sie nicht mit einem atemzug damit behandeln, wann das volk waffengewalt einsetzen darf.
die formulierungen der kpchinas lassen nicht nur den raum für die revis. ausrichtung, dass man
solange den revisionistischen versuch unternehmen solle, friedlich zum sozialismus zu gelangen, bis einem die bourgeoisie durch faschistische putsche und massaker auf blutige weise die unsinnigkeit eines solche versuches eingebläut hat, dassd er bewaffnete kampf der volksmassen blos antwort, bloße reaktion oder gar nur verteidigungshandlung auf das jeweilige vorgehen der herrschenden sein "dürfe". die kpchinas hääte propagieren sollen, dass nicht auf jedem fall die bourgeoisie, sondern das von seiner partei geführte proletariat geführte zeitpunkt des bewaffneten kampfes selbstständig festlegen muss und nicht erst den bewaffneten schlag der bourgeoisie abwarten darf.
zu punkt 3:
mit den thesen lenins bezogen auf eine friedliche phase der russ. revolution, versuchten die revisionisten ihren friedlcihen weg zu "beweisen"
doch wie sah es wirklich damit aus? lenin bezog sich hierbei auf die zeit zwischen februar-und oktoberrevolution, und hatte die möglichkeit eines firedlichen weges von der bürgerlichen (februar) und der sozialitsichen (oktober) revolution für möglich propagiert. das konnte er nur propagieren, weil schon in der februarrevolution das proleatriat und seine verbündeten die waffen in der hand hatten und der alte staatsapparat schon sehr geschädigt war. es gab also schon vorher eine gewaltsame revolution! dennnoch propagierten lenin und die bolschewiki den bewaffneten kampf, da eine friedliche pahse zwar möglich ist aber nicht auftreten muss! unter punkt 11 stellte die kpchias diese verständnis lenins von einem freidlichen weg nicht klar und distanzierte sich somit in diesem punkt nicht von den revisionisten.

es stellt sich noch die frage, waum die kpchinas die vorbereitung des friedlichen weges propagierte.
die kpchinas erläuterte:
" von taktischen überlegungen ausgehnd, ist es vorteilhaft, den wunsch nach einem friedlichen weg zu erwähnen, es wäre jedoch unangebracht, die möglichkeit des friedlichen wegs zu sehr zu betonen".
die kpchinas wirf thier ein schwieriges problem auf.
taktisch kann es nämlich in betimmten, genau eingegrenzten situationen durchaus richtig sein den wunsch nach einem friedlichen weg zur lösung eines problems auszusprechen. hier aber wird allgemein als vorteilhafter befürwortet, den wunsch nach einem friedlichen weg zu erwähnen. eine soche verallgemeineung ist falsch , widerspricht gerade dem wesen taktischer überlegungen, die sich zwar fest auf grundlegende prinzipien stützen müssen, aber doch in verschiedenen situationen verschieden ausfallen müssen.
außerdem wird gegenüber der bourgeoisie die erwähnung eines solchen wunsches mit sicherheit nicht das geringste an deren haltung gegenüber uns ändern.

im folgenden möchte ich erwähnen, dass dies keine kritik an den mao-tse-tung ideen ansich ist-im gegenteil in seinen schriften werden gerade in der frage des weges zum sozialismus die falschen punkte der polemik widerlegt!

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 Betreff des Beitrags: Re: mao-ein kassiker des marxismus-leninismus?
BeitragVerfasst: Mo 27. Jul 2009, 11:23 

Beiträge: 132
Ich persönlich halte große Stücke auf Mao Tsetung. Erstens habe ich durch die Lektüre seiner Werke psychologisch gesehen viel mitgenommen, aber vor allem hat er zweitens große Verdienste um den Marxismus-Leninismus: Er hat eine Version des Marxismus-Leninismus kreiert, die auch auf halbkoloniale und zutiefst rückständige Länder passt. Und er hat es geschafft, die Volksrepublik Zeit seines Lebens gegen die Revisionisten zu verteidigen. Daher ist Genosse Mao Tsetung für mich einer der ML-Klassiker.

Im Übrigen, ein kleiner Beitrag zum Thema Beziehung zwischen Stalin und Mao (ein ähnliches Thema habe ich hier iwo auch mal gefunden): http://www.infopartisan.net/archive/mao ... 89_390.htm


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 Betreff des Beitrags: Re: mao-ein kassiker des marxismus-leninismus?
BeitragVerfasst: Mo 27. Jul 2009, 11:29 
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Beiträge: 1624
also findest du auch die Vorstellung, dass die Sowjetunion, die DDR etc. nach dem XX. Parteitag der KPdSU kapitalistisch/imperialistisch waren auch richtig, weil es eine der "Weiterentwicklungen" des M-L durch Mao ist?

Sicher hat Mao großartige Dinge geleistet, streite ich nicht ab, sicher hatte er auch gute Chancen gehabt den M-L weiterzuentwickeln, gäbe es nicht folgene Probleme, die dem einen Strich durch die Rechnung setzen;
1. Großer Sprung nach Vorn
2. Kulturrevolution
3. UdSSR = Hauptfeind
4. Unterstützung des Psychopathen Pol Pot

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 Betreff des Beitrags: Re: mao-ein kassiker des marxismus-leninismus?
BeitragVerfasst: Mo 27. Jul 2009, 13:05 

Beiträge: 132
Der große Sprung nach vorn war ein Fehler. Das war natürlich dumm. Die Kulturrevolution sehe ich in ihrer Intention positiv, wie sie gelaufen ist, ist imo nicht Maos Schuld. Er hat ja sogar kurz nach dem Beginn der Großen Proletarischen Kulturrevolution zum Gewaltverzicht aufgerufen.

Diese radikale Anti-UdSSR-Politik verstehe ich auch nicht ganz, aber man darf nicht vergessen, dass er sich dabei gegen die neuen Machthaber, gegen die Akteure des modernen Revisionismus wendete. Dass die Sowjetunion revisionistisch zersetzt wurde, ist ja leider Fakt. Nur hat Mao das eben imo etwas überzogen gesehen. Aber wie heisst es so treffend: Wer ohne Fehler ist, der werfe den ersten Stein.


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 Betreff des Beitrags: Re: mao-ein kassiker des marxismus-leninismus?
BeitragVerfasst: Mo 27. Jul 2009, 13:47 

Beiträge: 2008
Ich denke, ganz so einfach sind die Probleme, die Mao der kommunistischen Weltbewegung aufgetischt hat, nicht vom Tisch zu wischen. Das bedarf schon erheblich mehr historischer Recherchen und Studien.
Eine rechtsabweichende Politik der KPdSU in der UdSSR ist natürlich nicht zu akzeptieren. Warum dann aber eine linksabweichende Politik der KP Chinas unter Mao? Ich greife jetzt mal etwas weit (weil hier die Geschichte noch lange nicht den allerletzten Punkt gesetzt hat), aber haben die Ideologie, die Fehler Maos nicht letztendlich dazu beigetragen, dass wir die heutige Situation in China haben, wo sich der Kapitalismus von Tag zu Tag mehr restauriert und etappliert?
Das Beschimpfen der UdSSR, der RGW-Länder durch China und Albanien ist sicher nicht der Weg zum einheitlichen und geschlossenen Auftreten aller kommunistischen Kräfte gewesen. Das gilt sicher genauso für die Politik der RGW-Staaten gegenüber China und Albanien. Mag sein, dass es Kräfte gab, die versucht haben, dass zu klären und die Hürden zu beseitigen. Das geschichtliche Ergebnis sagt aber deutlich, dass dies nicht gelungen ist. Der zwischen die kommunistischen Fronten getriebene Keil hat zu deren Zerstörung geführt.
Das nunmehr und für alle Zukunft besser zu machen, ist eine wichtige und richtige Aufgabe. Wie schwer diese ist, zeigen die Bemühungen der KI und die Reaktionen derjenigen auf allen Seiten, die das - aus welchen Gründen auch immer - zu verhindern versuchen.

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»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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