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 Betreff des Beitrags: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 22:09 
Moderator

Beiträge: 876
Geschrieben: 26.04.2006 07:57

Am 14. April hat sich zum 76. Mal der Todestag von Wladimir Wladimirowitsch Majakowski gejährt.

Wladimir Majakowski, kommunistischer Futurist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wladimir_W ... Majakowski
http://www.mayakovsky.com/


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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 22:10 
Administrator
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Beiträge: 4023
Geschrieben: 26.04.2006 09:21

Euer Traum

im Hirn ist verweichlicht bereits,
wie ein fetter Lakai auf dem speckigen Sofa, bis ich
ihn erst einmal mit dem blutigen Fetzen des Herzens gereizt
und mich sattgelacht, arrogant und bissig.


In meiner Seele fand sich von grauen Haaren kein Schimmer,
keine Greisenzärtlichkeit fand sich!
Da schreit' ich: Es donnert die kraftvolle Stimme.
Und ich bin schön
und bin zweiundzwanzig


Wenn ich es nicht besser wüsste, tät ich fast sagen, das Gedicht stammt von T. (Insiderwitz!)

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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 22:11 
Literat

Beiträge: 2947
Geschrieben: 28.04.2006 23:13

Ganz richtig: geistesgestört, haßte Stalin und die Sowjetrealität, machte grauenhafte Verse.

Sowas braucht hier natürlich einen Ehrenplatz.

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Der Hunsch wars!


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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 22:13 
Moderator

Beiträge: 876
Geschrieben: 01.05.2006 23:19

"Majakowski war und bleibt der hervorragendste und talentierteste Dichter unserer sowjetischen Epoche. Gleichgültigkeit seinem Angedenken und seinem Werk gegenüber ist ein Verbrechen."

J. W. Stalin, 1935


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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 22:14 
Moderator

Beiträge: 876
Geschrieben: 01.05.2006 23:25

"Diese ganze Serie rachsüchtiger Angriffe auf Majakowski, dem ausgerechnet ungenügende Nähe und Sorge um die Massen vorgeworfen wurde - Argumente, die aus der zeitlichen Distanz so ungeheuer absurd erscheinen, aber die ihn in jener Zeit bedrängten und in die Isolation trieben - sind bezeichnend für jene Methoden."

(Herbert Marshall, Hrsg., 'Majakowski und seine Dichtkunst', London 1945)

Mehr dazu auch unter:

http://www.red-channel.de/mlliteratur/s ... /kunst.htm


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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 22:15 
Administrator
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Beiträge: 4023
Geschrieben: 01.05.2006 23:31

Zitat:
J. W. Stalin, 1935


"(J. W. Stalin, in: A. D. P. Briggs: Ebenda, S. 121f)."

Was ist dieses "A. D. P. Briggs"?

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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 22:15 
Moderator

Beiträge: 876
Geschrieben: 01.05.2006 23:40

Ein britischer Literaturwissenschaftler, der einiges über russische Literatur, Musik usw. veröffentlicht hat.

http://www.adpbriggs.com/


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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 22:40 
Literat

Beiträge: 2947
Geschrieben: 05.05.2006 16:44

Bei so viel Dogmatismus geht mir glatt der Saft aus.

Für den Fall, daß ich nicht richtig verstanden wurde:
Majakowski war irre,
haßte Stalin und die Sowjetrealität und
seine Dichtungen sind in Buchtstaben gezwängte Beleidigungen des guten Geschmacks.

Hinsichtlich des Einwandes zum zweiten Punkt (denn dieser allein ist hier - und dann noch mittels Zitaten - angezweifelt worden), gibt es zwei Möglichkeiten der Erklärung: Entweder ist dem "Literaturwissenschaftler" das Spätwerk von Majakowski unbekannt, was die Frage aufwirft, woher er dann die Einbildung nimmt, über M. urteilen zu können. Die andere Möglichkeit ist, daß ihm das Spätwerk bekannt ist. Wer aber so über M. urteilt, obwohl er das Spätwerk kennt, ist ein Idiot. Und wer seine Dummheit mit Stalin-Zitaten abzusichern sucht, ist ein frommer Idiot.

Es scheint, als werde ich diesen Monat nicht gerade den Beliebtheitswettbewerb gewinnen, aber dafür bin ja sehr selten hier. Derweil scheinen die bibelfesten Dummköpfe mehr Freiheit zu haben, als ihnen zusteht. Aber das ist wohl der Lauf der Welt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 22:41 

Beiträge: 2008
Geschrieben: 05.05.2006 17:29


Zitat:
Es scheint, als werde ich diesen Monat nicht gerade den Beliebtheitswettbewerb gewinnen



Diese Forum veranstaltet keine derartigen Wettbewerbe - Marx sei Dank! Also immer raus mit der freien Meinung, ich möchte nicht so dumm in die Grube fahren, wie ich heute noch bin. Wink

Während meiner Schulzeit dachte ich ja noch, dass ich halt zu blöd bin, den Majakowski zu verstehen. Leider hat mir damals keiner gesagt, dass es ein Irrer ist und ich auf das Unverständnis stolz sein kann. Manchmal hat der sogenannte gesunde Menschenverstand halt auch seine Berechtigung.
Andererseits hatte Majakowski (zumindest in den 60-zigern) einen bestimmten Stellenwert, sonst wäre er nicht in die Lehrpläne geraten. Da würde mich jetzt schon interessieren, warum das so war?

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»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 22:43 
Literat

Beiträge: 2947
Geschrieben: 05.05.2006 22:15

Die Preisfrage der Woche: Würden Sie von diesem Mann ein Auto kaufen?
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Nein? Ich auch nicht.
Zitat:
Während meiner Schulzeit dachte ich ja noch, dass ich halt zu blöd bin, den Majakowski zu verstehen. Leider hat mir damals keiner gesagt, dass es ein Irrer ist und ich auf das Unverständnis stolz sein kann. Manchmal hat der sogenannte gesunde Menschenverstand halt auch seine Berechtigung.
Wenn das mal alles wäre. Seine Dichtungen sind so entsetzlich scheußlich, daß er jedem Menschen unterträglich ist, der halbwegs mit dem guten Geschmack befreundet ist. Dabei ist er so angestrengt politisch, daß er es schafft, im Durchschnitt bereits nach einer halben Zeile langweilig zu werden. Bei Klopstock dauert das Einstellen der Langeweile im Schnitt 15 Verse. Man sieht schon daran, wie weit Majakovski das Nichtproduzieren von Kunst getrieben hat. Beide Eigenschaften - die entsetzliche Häßlichkeit seiner "Kunstwerke" einerseits und die Unart, diese mangelnde künstlerische Qualität durch energisches Politisieren auszugleichen - machen ihn erfolgreich bei zwei Gruppen: bei Kommunisten, die aus irgendwelchen Gründen auf ihren ästhetischen Organen sitzen und bei allen Anhängern des modernen Kunstgeschmacks, dessen Kritierien Majakowski vollauf erfüllt.
Wer leidet, ist das Publikum. Das wird nämlich von den genannten Schmocks gegängelt. Der Fall, den du beschreibst, ist beispielhaft. Man konnte dir nicht erklären, was an Majakowski so großartig sein soll. Seit wann muß man die Großartigkeit eines Dichters herbeierklären? Ein Dichter erklärt sich selber, und zwar durch seine Kunst. Wo die nichts erklärt, was soll man da erklären? An Majakowski ist nichts zwingend, nichts großartig, nichts bleibend. Und eben darum wird er ständig erklärt. Er selbst hat ja damit angefangen. Seine ganze Kunsttheorie ist ein einziger modernistischer Schwachsinn und selbst nach den Maßstäben des russischen Sprachraums von dem, was etwa Lifschitz oder der von Majakowski so gehaßte Stanislawski geleistet haben, meilenweit entfernt.
Zitat:
Andererseits hatte Majakowski (zumindest in den 60-zigern) einen bestimmten Stellenwert, sonst wäre er nicht in die Lehrpläne geraten. Da würde mich jetzt schon interessieren, warum das so war?
Die Erklärung ist m.E. einfach. Man hat sich im Sozialismus bei der Bewertung von Schriftstellern im großen und ganzen nie nach deren Qualität und immer nach deren politischer Haltung gerichtet. (Was im Westen übrigens nicht anders ist, nur daß dort ein direktes Bekenntnis eher unwerwünscht ist. Man erwartet mehr ein allgemeines Bekenntnis zu so großen Werten wie Demokratie, Pluralismus, Irrationalität, moderner Kunst usw.) Majakowski ließ sich zumindest allgemein-revolutionär als Kommunist verkaufen. Und so beliebt war Stalin in den Sechzigern ja auch nicht mehr, daß man Majakowski seine Abneigung gegen ihn sonderlich übel genommen hätte. Nur kam man irgendwie in Erklärungsnot, wollte man plausibel machen, wieso ein angeblich so vorbildlicher Kommunist ein Werk wie das "Schwitzbad" aufs Papier kotzt und sich anschließend umbringt. Ausdruck seiner Begeisterung für die Sowjetrealität kann das ja nicht gewesen. Man sprach dann immer von seinem schwierigen Charakter. Das war zweifellos eine sehr nette Art, auszudrücken, daß er einen an der Waffel hatte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 22:44 
Moderator

Beiträge: 876
Geschrieben: 06.05.2006 00:49

Es gibt auch andere Bilder von Majakowski...

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Auf den Inhalt Deiner Beiträge antworte ich später.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:29 

Beiträge: 51
Geschrieben: 06.05.2006 01:49

Wie kann man nur so abwertend über den Künstler Majakowski schreiben? Ernst Busch hatte wieder eine ganz positive Meinung über ihn gehabt. Das er geniealer Künstler war, Ernst Busch sang auch eines seiner bekanntesten Liedgedichte, Der Linke Marsch der Roten Matrosen. Stern mit Nelke UdSSR

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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:30 
Administrator
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Beiträge: 4023
Geschrieben: 06.05.2006 06:00

Ich habe oben ein Gedicht zitiert. Diese "Verse" erinnern mich eher an die Auswürfe eines Vogonen als die eines Künstlers.

(Wer Vogonen nicht kennt: http://de.wikipedia.org/wiki/Vogonen#Die_Vogonen)

Ich bin ja wahrlich keiner, der viel Ahnung von (moderner) Dichtkunst hat, aber vielleicht kann mir ja mal einer der Befürworter von Majagowski ein paar ansehnliche Verse zeigen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:35 

Beiträge: 2008
Geschrieben: 06.05.2006 09:22

Zitat:
Die Preisfrage der Woche: Würden Sie von diesem Mann ein Auto kaufen?


Na eins nicht - aber zwei ... Very Happy

Ich bin jedenfalls auf die weitere Diskussion hier im Faden gespannt. Es scheint hier wirkliche Befürworter und Ablehner von Majakowski zu geben.

Mein Beitrag ist da recht bescheiden. Wie schon erwähnt, ich habe seine Gedichte nicht verstanden und meine Mitschüler haben sich über M. lustig gemacht und die Nase gerümpft. Ich denke aber nicht, dass wir alle nur zu blöd waren, ihn zu verstehen.

Wie E.Busch zu seiner Meinung kommt wäre sicher auch interessant. Dessen Werke habe ich bisher verstehen können und seine Lieder können mich auch begeistern. E.Busch ist aber auch nur ein Mensch. Er hat damit auch das Recht, sich zu irren.

Numas Beiträge haben mich nicht nur einmal auf den Boden der Realität zurückgeholt, wenn mal eine Welle der Euphorie ein Abheben zur Folge hatte. Ich schätze also seine klaren, objektiven Beiträge und tendiere daher auch mit meinen persönlichen Erfahrungen zu einer ablehnenden Haltung zu Majakowski. Aber wie schon gesagt, ich bin auf weitere Darstellungen gespannt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:36 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
Geschrieben: 06.05.2006 10:30

also über Majakowski weiß ich ehrlich gesagt nichts ... aber mir ist nur ein Zitat von ihm bekannt:

Zitat:
Lest, beneidet mich, ich bin Bürger der Sowjetunion


aber ansonst ... dass was Numa hier reinschrieb mag vielleicht stimmen ... aber bisher ist hierzu auch kein Beweis gefallen, so wie ich es überblicken konnte

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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:53 
Moderator

Beiträge: 876
Geschrieben: 06.05.2006 11:09

Zitat:
Bei so viel Dogmatismus geht mir glatt der Saft aus.

Für den Fall, daß ich nicht richtig verstanden wurde:
Majakowski war irre,
haßte Stalin und die Sowjetrealität und
seine Dichtungen sind in Buchtstaben gezwängte Beleidigungen des guten Geschmacks.

Hinsichtlich des Einwandes zum zweiten Punkt (denn dieser allein ist hier - und dann noch mittels Zitaten - angezweifelt worden), gibt es zwei Möglichkeiten der Erklärung: Entweder ist dem "Literaturwissenschaftler" das Spätwerk von Majakowski unbekannt, was die Frage aufwirft, woher er dann die Einbildung nimmt, über M. urteilen zu können. Die andere Möglichkeit ist, daß ihm das Spätwerk bekannt ist. Wer aber so über M. urteilt, obwohl er das Spätwerk kennt, ist ein Idiot. Und wer seine Dummheit mit Stalin-Zitaten abzusichern sucht, ist ein frommer Idiot.

Es scheint, als werde ich diesen Monat nicht gerade den Beliebtheitswettbewerb gewinnen, aber dafür bin ja sehr selten hier. Derweil scheinen die bibelfesten Dummköpfe mehr Freiheit zu haben, als ihnen zusteht. Aber das ist wohl der Lauf der Welt.
[/QUOTE]



@ Numa

Deine Beiträge lese ich seit längerem mit grossem Interesse und auch häufig mit Genuss. Du verfügst offensichtlich über ein umfangreiches Wissen, gehst analytisch an Themen heran und formulierst Deine Gedanken präzise und verständlich. Dadurch bringst Du oft neue Perspektiven in die Diskussion ein, über die es sich lohnt, weiter nachzudenken. Das schätze ich sehr. Tatsächlich waren Deine Beiträge ein wesentlicher Grund für mich, in dieses Forum öfters hereinzuschauen.

An anderer Stelle hast Du gesagt, daß Du gerade nicht viel Zeit hast, und wenn man wenig Zeit habe, dann sei das erste Opfer die Höflichkeit. Bei Deinen Beiträgen zu Majakowski ist dann aber meines Erachtens die inhaltliche Substanz das zweite Opfer geworden.

Ich bin jetzt nicht beleidigt, weil Du Dich abfällig über einen von mir sehr geschätzten Schriftsteller geäußert hast und mich selbst auch nicht gerade mit schmeichelhaften Attributen versehen hast. In einer Diskussion, die leidenschaftlich geführt wird kann das schon mal vorkommen.

Aber einige Anmerkungen zu Deinen Beiträgen Majakowski betreffend, möchte ich schon machen.

Kunst ist immer eine Geschmacksfrage, auch wenn man den persönlichen Geschmack mit Hinweisen auf Qualität untermauern möchte. Und über Geschmack kann man bekanntlich (nicht) streiten.

Majakowski hatte Ignoranz in poetischen Fragen, gepaart mit Überheblichkeit stets aufgebracht. Kunsturteile nach dem Motto "gefällt" - "gefällt nicht" waren für ihn ein Zeichen des "nichtigen persönlichen Geschmacks des Spiessers".

Abgesehen davon, dass Du mit der Feststellung "seine Dichtungen sind in Buchtstaben gezwängte Beleidigungen des guten Geschmacks" offensichtlich Deinen persönlichen Geschmack mit gutem Geschmack gleichsetzt, hätte Majakowski die Äußerung wahrscheinlich als Bestätigung aufgefasst. Nicht umsonst trug das Manifest der russischen Futuristen von 1912 den Titel "Eine Ohrfeige dem öffentlichen Geschmack".

Daß Dir die Werke Majakowskis nicht gefallen, ist eine Sache. Aber wenn Du Behauptungen aufstellst wie "Majakowski war irre" und "haßte Stalin und die Sowjetrealität", dann würde ich schon erwarten, daß Du sie belegst.

Den Erklärungsversuch zur Bewertung von Schriftstellern in der Sowjetunion in Deinem zweiten Beitrag halte ich für nachvollziehbar, wobei ich ihm in seiner Tendenz nur bedingt zustimmen kann. Politische Haltung ist meiner Meinung nach ein absolutes Kriterium, künstlerische Qualität ein relatives.

"Wer seine Dummheit mit Stalin-Zitaten abzusichern sucht, ist ein frommer Idiot." Dem könnte man zustimmen, aber das war nicht meine Intention. Es ging mir eher darum, Deiner Meinung die Meinung Stalins gegenüberzustellen. Falls es eine Legitimation braucht, um hier an Persönlichkeiten mit Bezug zur Sowjetunion zu erinnern, könnte ich mir keine bessere vorstellen. Insofern kann das Stalin-Zitat auch als der grobe Keil verstanden werden, den der grobe Klotz meiner Meinung nach verdient hatte. Und ob man aus meiner Wertschätzung für Majakowski das Urteil ableiten kann, daß ich dumm bin, möchte ich in Zweifel ziehen.

Was mich aber wirklich irritiert, ist diese Äußerung: "Derweil scheinen die bibelfesten Dummköpfe mehr Freiheit zu haben, als ihnen zusteht. Aber das ist wohl der Lauf der Welt."

Es tut mir leid, zu Deinem Weltschmerz beigetragen zu haben. Aber im Ernst - und ohne Dir zu nahe treten zu wollen: Bei der Wortwahl "mehr Freiheit, als ihnen zusteht", ist es zu Begriffen wie "Säuberungen", "Internierungslager" und auch zu "entarteter Kunst" nicht mehr weit.

Wieviel Freiheit darf Deiner Meinung nach ein Künstler im Sozialismus haben? Wieviel Freiheit darf ein Teilnehmer eines Forums haben, Themen, die ihn interessieren, einzubringen? Wieviel Freiheit darf generell ein Mensch haben? Wer entscheidet darüber? Wer entscheidet, was Dummheit ist? Da bist Du mir eindeutig zu apodiktisch. Wohlgemerkt, es geht hier nicht um den Hitler-Stalin-Pakt, die Rolle der Komintern bei der Liquidierung kommunistischer Parteien oder dergleichen. Es geht um die Rezeption eines vor 76 Jahren verstorbenen Schriftstellers.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:54 
Moderator

Beiträge: 876
Geschrieben: 06.05.2006 11:10

Zur Wertschätzung, die Majakowski in der Sowjetunion entgegengebracht wurde, ein Zitat aus dem sehr interessanten Buch "Ich - so groß und so überflüssig. Wladimir Majakowski - Leben und Werk":

"Noch am gleichen Tage (dem Todestag Majakowskis) wurde der Tote in die Gendrikow Gasse überführt. Tags darauf wurde er im Schriftstellerklub in der Herzenstraße aufgebahrt. Tatlin hatte mit Rodtschenko, Lewin und Denissowski Raum und Podest ausgestaltet. Unterstützt von Schülern der Künstlerisch-Technischen Hochschule, baute er auch den Katafalk, montierte ihn mit Eisenplatten auf einen Tafelwagen, auf dem der Sarg am Nachmittag des 17. April zum Krematorium überführt wurde, und flocht im Auftrag des Komsomol einen riesengrossen Kranz aus stählernen Hämmern, Schwungrädern und Schrauben, versehen mit der Aufschrift "Dem eisernen Dichter - einen eisernen Kranz." Kein Blumenschmuck. Keine mit Schleifen umwundenen kränze. So geleitete die Kunst-Avantgarde ihren Mitstreiter zur letzten Ruhestätte. Dies war ihre letzte Freundschaftstat für Majakowski und die letzte gemeinschaftliche Aktion, die ihnen noch gegeben war.

Auf der Trauerfeier in der Herzenstraße sprachen u.a. Lunatscharski und Fedin. Kirsanow rezitierte Majakowskis poetisches Testament, "Mit ganzer Stimme". Hatten bereits an die 150.000 Menschen dem aufgebahrten Toten die letzte Ehre erwiesen, so sprach man von Hunderttausenden, die den Dichter auf seinem letzten Weg das Geleit gaben. Unter ihnen Schriftsteller wie Bulgakow, die ihm persönlich nicht nahe gestanden hatten. - Auch in Leningrad fand spontan eine große Trauerkundgebung statt."


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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:54 
Träger des Agitprop-Stalinorden
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Beiträge: 628
Geschrieben: 06.05.2006 11:24

Da ich mich nicht als einen qualifizierten Kunstkritiker wahrnehme kann ich nur anfügen dass mir Majakowski auch nicht gefällt und mich würde interessieren ob das bei irgend jemandem hier anders ist?
Dabei stellt sich dann doch die Frage mit welchem Recht man sich als Künstler bezeichnet, wenn die produzierte Kunst von niemandem gemocht wird.

Numas Vermutung dass er irre war und die SU nicht mochte, ist meiner Meinung nach durch seinen unnatürlichen Tod gestützt. Wann war denn jemals der Freitod eine Option für Kommunisten, noch dazu in den 30er Jahren in der SU?

Neo, was deine letzten beiden Absätze (des vorletzten Posts) betrifft so würde ich es für sinnvoll halten sie zu entfernen, denn - über den Gehalt spreche ich erst gar nicht, da es da nichts mehr zu besprechen gibt - es hinterlässt beim unbeteiligten Mitleser im Internet nicht gerade einen positiven Eindruck.

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Die Andersdenkenden haben Rosa Luxemburg umgebracht - D.W.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:55 
Moderator

Beiträge: 876
Geschrieben: 06.05.2006 11:25

Zur Verständlichkeit bzw. Unverständlichkeit seiner Arbeit äußerte sich Majakowski am 3. April 1923 in einer Rede beim Disput "Futurismus heute" wie folgt:

Der erste Punkt, auf den ich die Aufmerksamkeit der Genossen lenken möchte, ist ihr eigentümliches Schlagwort: "Kann ich nicht verstehen". Wollten die Genossen auf irgendeinem anderen Arbeitsfeld diesen Spruch gebrauchen, so wäre die einzige Entgegnung, die sie zu erwarten hätten: "Dann lernt es".

Die Arbeit der Futuristen - wie jedes dichterische Wirken - will auf vergleichende Art betrachtet werden. Und sobald man eben auf dieser Art an den Futurismus herangeht, wird klar, daß in der zeitgenössischen Literatur keine andere Strömung einen solchen Rang einnimmt wie der Futurismus. Die Futuristen waren die ersten, die einen der gegenwärtigen Zeitforderung angemessenen Aufgabenkatalog aufstellten. Freilich gibt es bei den Futuristen Unterschiedliches nach dem Grad der Gemeinverständlichkeit: glatt Begreifbares und nicht so glatt Begreifbares. Ungleich sind aber auch die Aufgaben: das Moment der Agitation, des Alltagslebens, die Erkenntnis des generellen Faktors und anderes; all das bedeutet verschiedene Stufenwerte. Auch darin gilt es sich auszukennen. Und was jene anlangt, die das Wesen der Aufgabenstellung des Futurismus und die entsprechenden Lösungswege nicht begreifen, so kann man dieser Kategorie von Genossen nur einen Rat geben: sich in einer Gewerkschaft der Kannitverstane zusammenzuschließen.

(...) Man hat meine Verse hier "zerstückelte Prosa" genannt. Wer so urteilt, hat offensichtlich eine bestimmte Vorstellung davon, wie Verse gemacht werden müssen. Als Muster schwebt ihm offenbar die alte klassische Dichtkunst vor.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:56 
Moderator

Beiträge: 876
Geschrieben: 06.05.2006 11:47

Zitat:
Da ich mich nicht als einen qualifizierten Kunstkritiker wahrnehme kann ich nur anfügen dass mir Majakowski auch nicht gefällt und mich würde interessieren ob das bei irgend jemandem hier anders ist?
Dabei stellt sich dann doch die Frage mit welchem Recht man sich als Künstler bezeichnet, wenn die produzierte Kunst von niemandem gemocht wird.

Numas Vermutung dass er irre war und die SU nicht mochte, ist meiner Meinung nach durch seinen unnatürlichen Tod gestützt. Wann war denn jemals der Freitod eine Option für Kommunisten, noch dazu in den 30er Jahren in der SU?

Neo, was deine letzten beiden Absätze betrifft so würde ich es für sinnvoll halten sie zu entfernen, denn - über den Gehalt spreche ich erst gar nicht, da es da nichts mehr zu besprechen gibt - es hinterlässt beim unbeteiligten Mitleser im Internet nicht gerade einen positiven Eindruck.



OPC, ich bin auch weit davon entfernt, ein qualifizirter Kunstkritiker zu sein. Ich habe vor längerem Majakowskis Werke kennengelernt und mich etwas mit seiner Biografie befasst. Mich hat hauptsächlich seine Begeisterung und seine Leidenschaft für eine Erneuerung der Kunst angesprochen.

Es ist auch überhaupt nicht mein Anliegen, hier Majakowski zu verherrlichen oder Menschen, denen seine Arbeiten nicht gefallen, der Ignoranz zu beschuldigen.

Die Kunst in der frühen Sowjetunion ist ein sehr spannendes Feld, es gab damals sehr innovative, manche mögen auch sagen aberwitzige, Ansätze. Wer sich damit befassen mag, kann das tun, wer nicht, nicht. Das sagt doch nichts über seinen Wert oder seine intellektuellen Fähigkeiten aus.

Ich habe kein Problem damit, die von Dir angesprochenen Absätze zu entfernen, wenn die Auffassung besteht, dass sie dem Ansehen des Forums abträglich sind. Ich würde dann aber schon eine Erklärung erwarten, warum meine, zugegebenermassen etwas provokanten Äußerungen, einen schlechten Eindruck ergeben sollen, Numas unsachliche und herabsetzende Aussagen aber nicht.

Nochmals, es liegt mir fern, jemandem zu nahe zu treten. Ich suche auch sicherlich keinen Streit. Ich bin an einem respektvollen, konstruktiven Gedankenaustausch interessiert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:57 
Moderator

Beiträge: 876
Geschrieben: 06.05.2006 12:05

Zitat:
Ich habe oben ein Gedicht zitiert. Diese "Verse" erinnern mich eher an die Auswürfe eines Vogonen als die eines Künstlers.

(Wer Vogonen nicht kennt: http://de.wikipedia.org/wiki/Vogonen#Die_Vogonen)

Ich bin ja wahrlich keiner, der viel Ahnung von (moderner) Dichtkunst hat, aber vielleicht kann mir ja mal einer der Befürworter von Majagowski ein paar ansehnliche Verse zeigen?


Ich bin Dir dankbar, dass Du mit Deinem Hinweis auf die Vogonen etwas von der für mich überraschenden Schärfe aus der Diskussion genommen hast.

Was Beispiele für Arbeiten von Majakowski angeht, die mir gefallen, werde ich mir mal Gedanken machen. Eins steht ja schon in der Rubrik zu Lenins Geburtstag.

Generell ist ist es schwierig, und angesichts der Länge vieler Texte auch etwas aufwendig, repräsentative Beispiele zu finden. Majakowski hatte tatsächlich unterschiedliche Schaffensphasen und war, was hier bereits angedeutet wurde, eine vielschichtige Persönlichkeit mit ihren eigenen Widersprüchen.

Hinzukommt, daß aus dem Russischen übersetzte Lyrik in Deutsch oft mehr einer Inhaltsangabe als einem dem Original entsprechenden Werk entspricht.

Ausserdem sind Gedichte häufig sehr schwer zugänglich und wenn, dann auch eher auf einer emotionalen Ebene. Majakowski hat aber auch eine Vielzahl anderer Aktivitäten entwickelt, er hat Theaterstücke geschrieben, Reden gehalten und theoretische Texte verfasst. Diese sind vielleicht etwas leichter zugänglich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:58 

Beiträge: 2008
Geschrieben: 06.05.2006 13:08

Es ist wohl an der Zeit, etwas mehr Material hier in die Diskussion zu bringen, danach verlangen einige. Neo ist auf Suche gegangen, bis er fündig geworden ist, darf ich vielleicht mit folgenden Links aushelfen (Lesen wie immer auf eigene Verantwortung):

http://www.versalia.de/forum/beitrag.ph ... hread=1202

http://www.br-online.de/kultur/literatu ... owski.html

http://www.literaturnische.de/GG/majakowski.htm

http://www.grupello.de/verlag/anzeigen/ ... n//ident//

http://wladimir_majakowski.know-library.net/

http://www.lyrikwelt.de/rezensionen/woelkchen-r.htm

Die Links (eine kleine Auswahl) habe ich durch Googeln nach Majakowski gefunden. Wie seriös die einzelnen Quellen einzustufen sind, muss jeder selbst entscheiden. Ich bin da wie immer sehr vorsichtig ... Ich muss aber auch ehrlich sagen, vor einem Jahr hätte ich jeden für geistesgestört gehalten, wenn er mir gesagt hätte, dass ich mich im Mai 2006 mit Majakowski beschäftigen würde. Aber so ist das Leben - es hat immer noch eine Überraschung mehr auf Lager. Wink

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»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: Sa 24. Mär 2007, 23:59 
Träger des Agitprop-Stalinorden
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Beiträge: 628
Geschrieben: 06.05.2006 13:54

Zitat:
Wieviel Freiheit darf Deiner Meinung nach ein Künstler im Sozialismus haben? Wieviel Freiheit darf ein Teilnehmer eines Forums haben, Themen, die ihn interessieren, einzubringen? Wieviel Freiheit darf generell ein Mensch haben? Wer entscheidet darüber?


Ich denke der Feind entscheidet darüber. Natürlich ist es traurig wenn Kunst hauptsächlich nach der Meinung des Autors bewertet wird, aber leider hat man - meiner Meinung nach - nicht viele Alternativen. Wenn der Westen sich nicht zu schade ist den Klassenkampf auch auf diesem Gebiet zu führen kann man ihm schlecht alle Türen öffnen. Wie soll man mit jemandem verfahren dessen Werke technisch gut aber ihr Inhalt und/oder seine Meinung antikommunistisch sind? Ihn verlegen?
Die Frage LAUTETE schließlich "wer-wen" und nicht "was-wie".
Mir fällt es auch nicht leicht jemanden nicht zu mögen der Lenin mochte, aber seine Intention (welche sie auch gewesen ist) macht ja nicht das aus was dann auf dem Papier steht. Um es mit Kohl zu sagen: "Entscheidend ist was hinten rauskommt". Auf jeden Fall liegt zwischen der Gegenwart und Majakowskis Wirken über ein halbes Jahrhundert und ich denke wir sollten unseren Geschmack nicht von den politischen Notwendigkeiten von damals bestimmen lassen.

Aber, wir "Stalinisten" sind ja tolerant und wenn jemand wirklich Gefallen daran findet, dann können wir es auch nicht verbieten.

_________________
Die Andersdenkenden haben Rosa Luxemburg umgebracht - D.W.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: So 25. Mär 2007, 00:00 

Beiträge: 51
Geschrieben: 06.05.2006 14:56

Also Majakowski scheint wohl doch sehr umstritten zu sein. Ich habe hier auch nur eine kurze boigraphie gefunden."Majakowski ist neben M. Gorki der wichtigste Autor der russischen Revolution. In deren Dienst er konsequent aggressiv und selbstbewusst die von ihm und W. Chelbnikow mitbegründete futuristische Dichtung stellte. Mit Blick auf eine sozial gerechtere Zukunft schuf er eine neue art agitatorischer Vortragslyrik sowie phantastisch- allegorische Bühnendichtung, die den Sieg des Kommunismus über den Kapitalismus feiern, z. B. > 150000000> (Dr. , 1921, dt.1924) Trauer über die verlorenen Ideale der Revolution und Kritik an der Bürokratie wie in > die Wanze> Dr. , dt. 1963) brachten ihn in Gegensatz zur offiziellen Literaturpolitik; nach einem vergeblichen demonstrativen Anpassungsversuch beging er Selbstmord. 1930 Beitritt zum antifuturistischen, zentralen kommunistischen Schriftstellerverband RAPP. postum 1935 Rehabilitierung durch Stalin." Stern mit Nelke UdSSR Jubelnder Stern
Quelle: Harenbergs Personenlexikon 20. Jahrhundert. (1991)

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"Niemand ist Alleinbesitzer der Wahrheit! Niemand darf im Alleinbesitz der Macht sein" Karl-Eduard von Schnitzler


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 Betreff des Beitrags: Re: Wladimir Majakowski * 19. Juli 1893 † 14. April 1930
BeitragVerfasst: So 25. Mär 2007, 00:02 
Moderator

Beiträge: 876
Geschrieben: 07.05.2006 10:16

An dieser Stelle mal was allgemeines:

Es gibt wahrscheinlich sehr unterschiedliche Gründe, warum jemand in einem Forum liest oder schreibt. In meinem Fall ist es so, dass ich mich für bestimmte Themen interessiere und in diesem Forum immer wieder interessante Informationen und Gedanken gefunden habe, die man so ohne weiteres woanders nicht findet. Insbesondere gefällt mir, daß sich viele Teilnehmer nicht darauf beschränken, Ihre Meinung mehr oder weniger plakativ zu veröffentlichen, wie das in anderen Foren oft der Fall ist, sondern daß Informationen und Gedanken mit der Zielsetzung zusammengetragen und diskutiert werden, neue Erkenntnisse zu gewinnen oder zu einer differenzierteren Sichtweise zu gelangen.

Was die Kriterien angeht, nach denen ich die Personen ausgewählt habe, an die ich hier anläßlich von Gedenktagen erinnert habe: Die Auswahl erfolgt zunächst einmal spontan. Es sollte sich um Personen handeln, die im Zusammenhang mit den hier diskutierten Themen relevant sind oder sein könnten. Meine Idee dabei war, zum einen für Interessierte einen Ansatzpunkt zur weiteren Informationsgewinnung zu geben, zum anderen selbst etwas neues über die betreffenden Personen zu erfahren. Natürlich kann man zu allem Bücher lesen oder im Internet recherchieren. Aber angesichts der Fülle von Informationen und der Schwierigkeit, den Wahrheitsgehalt oder zumindest die Absicht von Veröffentlichungen zu erfassen, finde ich es interessant und hilfreich, die Einschätzung anderer, die sich mit dem gleichen Thema befassen, kennenzulernen.

Wenn ich hier eine Person erwähne, heisst das nicht, daß ich sie auf einen Sockel heben möchte, meine persönliche Haltung zu der Person spielt auch nur bedingt eine Rolle. Insofern betrachte ich eine Nennung in dieser Rubrik nicht per se als einen "Ehrenplatz". Zu Bierut beispielsweise habe ich bisher überhaupt keine Meinung und weiss sehr wenig über ihn, bei Majakowski war es jetzt eben mal so, daß ich mich etwas mehr mit ihm befasst habe und daß ich zu ihm eine eher positive Einstellung habe.

Noch etwas zur Verwendung des Stalin-Zitats über Majakowski: Es liegt mir fern, meine Meinung mit Hilfe von Zitaten "abzusichern". Ich habe sicherlich zu vielem eine Meinung, halte diese aber nicht für so wichtig, daß ich meine, sie jedem aufdrängen zu müssen. Die Meinung von Stalin, wie sie in dem Zitat zum Ausdruck kommt, hat im Zusammenhang dieses Forums meines Erachtens eine höhere Relevanz als meine.


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