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 Betreff des Beitrags: Maxim Gorki * 28. März 1868 † 18. Juni 1936
BeitragVerfasst: Fr 30. Mär 2007, 18:17 
Moderator

Beiträge: 876
Gestern vor 139 Jahren wurde Maxim Gorki geboren. Gorki war einer der bedeutdendsten russischen Schriftsteller.

Gorki ist der Hauptvertreter der 1934 auf dem Eröffnungskongress des sowjetischen Schriftstellerverbands von ihm selbst verkündeten Kunstdoktrin des sozialistischen Realismus.

Gorki wurde am 16. März 1868 in Nižniy Novgorod als Sohn eines Bauern geboren (ihm zu Ehren war sein Geburtsort zwischen 1932 und 1991 in Gorki umbenannt). Als Neunjähriger verwaist, musste er die Schule früh verlassen und vagabundierte auf Arbeitssuche durch ganz Russland. Dabei kam er erstmals mit Revolutionären in Kontakt.

Gorkis erste Kurzgeschichte ist - wie sein gesamtes Frühwerk - stark vom Einfluss der russischen Romantik geprägt. Sie wurde 1892 in einer Tifliser Zeitung veröffentlicht. Danach schrieb er häufig für Zeitungen. Seine erste dem Realismus verpflichtete Erzählsammlung kam 1898 heraus und war ein großer Erfolg. Darin steht das harte Leben der unteren Gesellschaftsschichten (Wanderarbeiter, Vagabunden und Diebe) im Mittelpunkt, das er aus eigener Anschauung kannte.

1905 machte Gorky die Bekanntschaft Lenins. Von dieser Begegnung wurde auch sein literarisches Werk, das er nun in den Dienst der Politik stellte, beeinflusst. Aufgrund seiner Sympathien für die intellektuelle Linke Russlands musste Gorki nach der Revolution von 1905 ins Ausland fliehen, wo er u. a. in den USA lebte. 1907 ließ er sich wegen seines schlechten Gesundheitszustands auf Capri (Italien) nieder. Erst 1915 kehrte er nach Russland zurück.

Gorki unterstützte die Oktoberrevolution von 1917 und war in literarischen Organisationen des Landes aktiv (1934 wurde er zum Vorsitzenden des sowjetischen Schriftstellerverbands). Literarisch bekämpfte er das Kleinbürgertum und wandte sich gegen den Passivismus vieler Intellektueller. Lenins Terrormaßnahmen gegen Künstler jedoch tolerierte er nicht. Durch seine Krankheit war Gorki nach 1922 gezwungen, sechs Jahre im italienischen Sorrento zuzubringen. Bei seiner Rückkehr in die Sowjetunion wurde er mit Staatsehren empfangen. Gorki starb am 18. Juni 1936 in Moskau.

Zu Gorkiys Romanen gehören das in Berlin entstandene Buch Die Mutter (1906) und die Tetralogie Das Leben des Klim Samgin (1927-1936), ein Zyklus über die russische Geschichte von 1880 bis 1917. Als Dramatiker tat er sich mit Die Kleinbürger (1901) und Nachtasyl (1902) hervor, das im Moskauer Künstlertheater Konstantin Stanislavskys und von Max Reinhardt in Berlin (1903) aufgeführt wurde.

Neben kulturkritischen Essays verfasste Gorki auch eine Autobiographie, die aus den Bänden Meine Kindheit (1913-1914), Unter fremden Menschen (1915-1916) und Meine Universitäten (1923) besteht. Außerdem schrieb er literarische Essays über Lenin und Tolstoi. Letzteres wurde vor allem von Thomas Mann hochgelobt.

http://alenos.piranho.de/erbe/gorkiy.htm


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 Betreff des Beitrags: Re: Maxim Gorki * 28. März 1868 † 18. Juni 1936
BeitragVerfasst: Fr 22. Jun 2007, 17:46 
Salonbolschewist
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Beiträge: 1077
Ich bin gerade rein zufällig auf die Information gestoßen, dass Maxim Gorki einige Zeitlang einen Briefwechsel mit Stefan Zweig pflegte. Hat jemand diesen Briefwechsel gelesen? Ist das irgend wo im Internet verfügbar gemacht worden? Das Copyright müsste ja nun abgelaufen sein. Stehen da unter Umständen interessante Betrachtungen/Informationen drin? Zweig bereiste ja auch die Sowjetunion.

Ich frage nur rein interessehalber denn es ist nicht ganz verkehrt etwas Hintergrundwissen zu haben um einen Bogen vom heutzutage doch noch relativ bekannten Stefan Zweig zum Kommunisten Gorki ziehen zu können. Untermauert auch irgend wie die These, dass außergewöhnlich viele der "Nichtpolitischen" die im vergangenen Jahrhundert mit außergewöhnlichen geistigen Leistungen aufgefallen sind zumindest Symphatien für die Sowjetunion hegten. Oder sieht wer die Sache anders?

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 Betreff des Beitrags: Re: Maxim Gorki * 28. März 1868 † 18. Juni 1936
BeitragVerfasst: Fr 22. Jun 2007, 20:55 
Literat

Beiträge: 2947
Zitat:
Untermauert auch irgend wie die These, dass außergewöhnlich viele der "Nichtpolitischen" die im vergangenen Jahrhundert mit außergewöhnlichen geistigen Leistungen aufgefallen sind zumindest Symphatien für die Sowjetunion hegten.

Was meint "Nichtpolitische"?

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 Betreff des Beitrags: Re: Maxim Gorki * 28. März 1868 † 18. Juni 1936
BeitragVerfasst: Fr 22. Jun 2007, 21:11 
Salonbolschewist
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Beiträge: 1077
Grob ausgedrückt meinte ich damit Menschen die nicht in erster Linie Politik betreiben sondern sich auf anderen Gebieten hervorgetan haben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Maxim Gorki * 28. März 1868 † 18. Juni 1936
BeitragVerfasst: Fr 22. Jun 2007, 21:44 
Literat

Beiträge: 2947
Ja, das ist sehr unterschiedlich. Es gab natürlich auch in der Zeit Gorkis viele ausgesprochene Gegner des Sozialismus. Vielen sagte der Sozialismus schon an sich nicht zu, andere störten sich an Bürgerkrieg und Kollektivierung, oder später (nach Gorkis Tod) an Schauprozessen und besonders am dt.-sowj. Nichtangriffsvertrag.

Aber von diesen Gegnern, die man immer hat, abgesehen, ist deine Beobachtung nicht ganz falsch. In der ersten Hälfte des Jahrhunderts war der Sozialismus trotz aller Schwierigkeiten, Unvollkommenheiten und der vielen Fehler, die begangen wurden, eine hochangesehenes Gesellschaftskonzept, weil sein Funktionieren angesichts der fortdauernden Existenz und beginnenden Aufstiegs der SU evidend war. Das änderte sich freilich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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 Betreff des Beitrags: Re: Maxim Gorki * 28. März 1868 † 18. Juni 1936
BeitragVerfasst: So 28. Mär 2010, 20:21 

Beiträge: 132
Heute vor 142 Jahren wurde Maxim Gorki geboren! :redstar160:


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