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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: So 25. Mär 2007, 18:10 
Moderator

Beiträge: 876
Geschrieben: 05.05.2006 08:01

Noch ein Nachtrag zum April:

Vor 94 Jahren wurde Kim Il-Sung geboren.


Bild


Kim Il Sung wurde a. 15. April 1912 in Mangyongdae unweit Pyongyangs geboren. Hier verlebte er im Hause seiner Großeltern die ersten Jahre seiner Kindheit.

Im Jahre 1925 überquert er den Fluß Amrok nach Nordchina, um von hier den antijapanischen Befreiungskampf des koreanischen Volkes zu organisieren. Am 17. Oktober 1926 gründet Kim Il Sung mit seinen Mitkämpfern die erste marxistisch-leninistische Jugendorganisation Koreas. Ein Jahr später beendet er die Mittelschule in der Mandchurei-Provinz Jilin.

Im Oktober/November 1928 organisiert Kim Il Sung den Kampf gegen das Jilin-Hoiryung Eisenbahnprojekt, ein japanisches militärstrategisches Verkehrsprojekt, das speziell für die japanische Invasion der Mandschurei entworfen wurde.

Auf Initiative Kim Il Sungs beraten vom 30. Juni bis 2. Juli 1930 die führenden Funktionäre des Kommunistischen Jugendbundes und des antiimperialistischen Jugendbundes. Hier legt er die Aufgaben und Ziele der koreanischen Revolution dar.

Unter Führung Kim Il Sungs wird am 25. April 1932 die revolutionäre Volksarmee Koreas gegründet.

Kim Il Sung ist der Organisator der Vereinigung zur Wiederherstellung des Vaterlandes. Er stellt am 5. Mai 1936 sein 10-Punkte-Programm der koreanischen Revolution vor.

Von 1938 bis 1945 führt Kim Il Sung die revolutionäre Koreanische Volksarmee gegen die japanischen Aggressoren gemeinsam mit der chinesischen Volksbefreiungsarmee und der Roten Armee. Am 15. August 1945 wird Korea durch den militärischen Sieg der vereinten internationalen Armee im antijapanischen Kampf vollständig befreit. Die koreanische Revolution erkämpfte damit einen Sieg über den japanischen Imperialismus.

Im Oktober 1945 hält Kim Il Sung anläßlich des Sieges über die japanischen Aggressoren eine Rede in Pyongyang. Die koreanischen Menschen begrüßen mit Begeisterung ihre revolutionären Helden.

Am 10. Oktober 1945 wird die Kommunistische Partei Koreas gegründet. Gründungsmitglied ist Kim Il Sung. Von 1948 bis 1966 wird er wiederholt zum Vorsitzenden des ZK der Partei der Arbeit gewählt.

Am 8. Februar 1946 wird Kim Il Sung zum Vorsitzenden des Provisorischen Volksausschusses gewählt

9. September 1948: Die Gründung der Koreanischen Demokratischen Volksrepublik erfolgte am 9. September 1948. Kim Il Sung wird zum Ministerpräsident der KDVR gewählt.

Das von den USA installierte südkoreanische Marionettenregime überfällt 1950 am 38. Breitengrad auf breiter Front die KDVR. Die Volksarmee Koreas schlug den Angriff zurück und befreite 90 Prozent des südkoreanischen Gebiets. Die USA setzen im UNO-Sicherheitsrat bei Abwesenheit der UdSSR und der VR China einen UN-Militäreinsatz durch, der sich zur Aggression der USA gegen die KDVR unter dem Deckmantel der UNO entwickelt. Kim Il Sung ruft über den Rundfunk das koreanische Volk zum Vaterländischen Krieg auf. Im Juli 1950 wird Kim Il Sung zum Oberbefehlshaber der Koreanischen Volksarmee gewählt.

Für seine Verdienste im Vaterländischen Krieg wird Kim Il Sung am 7. Februar 1953 der Titel "Held der KDVR" zuerkannt.

Am 7. Juli 1953 unterzeichnet die USA die Waffenstillstandsvertrag mit der KDVR, um so der drohenden militärischen Niederlage zu entgehen. Das koreanische Volk erkämpfte sich unter Führung der Partei der Arbeit und Kim Il Sungs einen heroischen Sieg.

Kim Il Sung besucht 1956 die Sowjetunion, die DDR, Rumänien, die Volksrepublik Ungarn, die Tschechoslowakei, die Volksrepublik Bulgarien, Albanien und die Mongolische Volksrepublik, 1958 die Volksrepublik China und in die Demokratische Republik Vietnam.

Am 14. August 1960 schlägt Kim Il Sung auf der Festveranstaltung anläßlich des 15. Jahrestages der Befreiung Koreas der südkoreanischen Regierung die Nordsüdkonföderation vor.

1961 besucht Kim Il Sung die Sowjetunion und die Volksrepublik China, 1965 Indonesien.

Oktober 1966 wird Kim Il Sung zum Generalsekretär des ZK der Partei der Arbeit Koreas gewählt. Am 14. April 1972 wird Kim Il Sung der Titel des Helden der KDVR erneut zuerkannt.

Im April 1975 besucht Kim Il Sung die Volksrepublik China, die Sozialistische Republik Rumänien, Algerien, Mauritanien, die Volksrepublik Bulgarien und die SFR Jugoslawien.

Im Mai 1980 besucht Kim Il Sung Sozialistische Republik Rumänien und die SFR Jugoslawien, 1982 die Volksrepublik China, 1984 die Sowjetunion, die Volksrepublik Polen, die DDR, die CSSR, die Volksrepublik Ungarn, die SFR Jugoslawien, die Volksrepublik Bulgarien und die SR Rumänien und die Volksrepublik China, 1986 die Sowjetunion.

Am 24. Mai 1990 wird Kim Il Sung zum Staatspräsident der KDVR und zum Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungskomitees wiedergewählt.

Im Oktober 1990 besucht Kim Il Sung die Volksrepublik China;

Am 13. April 1992 wird Kim Il Sung vom ZK der Partei der Arbeit der Ehrentitel "Generalissimus" zuerkannt.

Im 8. Juli 1994 stirbt Kim Il Sung an den Folgen eines Herzinfarktes.


http://www.kdvr.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 20:26 
Moderator

Beiträge: 876
Geschrieben: 05.05.2006 08:05

Es gibt ja wohl unterschiedliche Werkausgaben von Kim Il-Sung, eine kürzere und eine mit ca. 40 Bänden. Nach welchen Gesichtspunkten wurde die Auswahl zusammengestellt? Was steht generell in diesen Büchern, sind es mehr historische Darstellungen oder theoretische Ausarbeitungen? Bei Ebay werden manchmal einzelne Bände angeboten, aber kaum eine komplette Ausgabe. Wo kann man die Bücher neu herbekommen? Direkt aus der KDVR?


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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 20:26 
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Geschrieben: 05.05.2006 11:43


Quote:
Wo kann man die Bücher neu herbekommen? Direkt aus der KDVR?



Ich habe ein paar Bände mal auf einem Flohmarkt bekommen.

Wenn Du ernsthaft Interesse an einer (kompletten) Sammlung hast, solltest Du entweder mal direkt höflich in der Botschaft nachfragen oder bei eine der Freundschaftsorganisationen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 20:27 

Beiträge: 462
Geschrieben: 05.05.2006 11:43

Quote:
Wo kann man die Bücher neu herbekommen? Direkt aus der KDVR?



Ich habe ein paar Bände mal auf einem Flohmarkt bekommen.

Wenn Du ernsthaft Interesse an einer (kompletten) Sammlung hast, solltest Du entweder mal direkt höflich in der Botschaft nachfragen oder bei eine der Freundschaftsorganisationen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 20:28 

Beiträge: 2008
Geschrieben: 05.05.2006 17:34


Quote:

Quote: Am 7. Juli 1953 unterzeichnet die USA die Waffenstillstandsvertrag mit der KDVR, um so der drohenden militärischen Niederlage zu entgehen. Das koreanische Volk erkämpfte sich unter Führung der Partei der Arbeit und Kim Il Sungs einen heroischen Sieg.


Das is aber sehr gelungen formuliert.



Was nichts daran ändert, dass die USA nach wie vor mit der KDVR im Kriegszustand sind. Oder habe ich die Unterzeichnung eines Friedensvertrages verschlafen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 20:29 
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Beiträge: 4023
Geschrieben: 05.05.2006 18:06


Quote:
Was nichts daran ändert, dass die USA nach wie vor mit der KDVR im Kriegszustand sind. Oder habe ich die Unterzeichnung eines Friedensvertrages verschlafen?



Die USA oder Südkorea?

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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 20:29 

Beiträge: 2008
Geschrieben: 06.05.2006 09:24


Quote:

Quote:
Was nichts daran ändert, dass die USA nach wie vor mit der KDVR im Kriegszustand sind. Oder habe ich die Unterzeichnung eines Friedensvertrages verschlafen?



Die USA oder Südkorea?



Die USA haben doch eine Krieg gegen Nordkorea geführt. Somit sollten sie sich im Kriegszustand mit der KDVR befinden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 20:30 

Beiträge: 462
Geschrieben: 06.05.2006 13:32

Soweit ich weiß besteht immer noch Kriegszustand mit einer unterzeichneten Waffenruhe.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 20:31 
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Geschrieben: 06.05.2006 17:47


Quote:
Die USA haben doch eine Krieg gegen Nordkorea geführt. Somit sollten sie sich im Kriegszustand mit der KDVR befinden.



Selbst nach der westlichen gängigen Geschichtsschreibung hat die KDVR nicht die USA sondern Südkorea überfallen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 20:32 

Beiträge: 2008
Geschrieben: 06.05.2006 19:57


Quote:

Quote:
Die USA haben doch eine Krieg gegen Nordkorea geführt. Somit sollten sie sich im Kriegszustand mit der KDVR befinden.


Selbst nach der westlichen gängigen Geschichtsschreibung hat die KDVR nicht die USA sondern Südkorea überfallen.



Nordkorea hat Südkorea überfallen? Upps, da war mein Geschichtsbild aber verdammt lückenhaft. Nun gut, man kann nicht immer alles wissen oder sich merken. Nun bin ich wieder ein Stück schlauer. Ich korrigiere meine Aussage dahingehend, dass sich Nord- und Südkorea im Kriegszustand befinden.

Jetzt können wir über die Frage diskutieren, war es für Nordkorea ein Verteidigungskrieg? Angeblich wollte die KDVR einem Angriff Südkoreas zuvorkommen. Müßten wir die Frage mit nein beantworten, wäre das eine schwere Verletzung marxistischer Grundsätze durch Nordkorea und seiner Verbündeten.

Daran ändert auch nichts die unmenschliche Kriegsstrategie der USA mit Napalm (schlimmer als in Vietnam) und Flächenbombardements.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 20:33 
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Beiträge: 4023
Geschrieben: 06.05.2006 20:05


Quote:
Selbst nach der westlichen gängigen Geschichtsschreibung hat die KDVR nicht die USA sondern Südkorea überfallen.



Nordkorea hat Südkorea überfallen?



Ich sagte "...nach der westlichen gängigen Geschichtsschreibung..."

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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 20:33 

Beiträge: 2008
Geschrieben: 06.05.2006 20:26

Wer hat mehr Fakten und aus Quellen, denen wir vertrauen können?

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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 20:35 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
Geschrieben: 06.05.2006 20:57

habe mal folgende Version des Korea-Krieges gefunden:

Quote: Während die USA die Bemühungen der Koreanischen Demokratischen Volksrepublik sowie der Demokratischen Front für die Wiedervereinigung des Vaterlands, Ende der vierziger Jahre die koreanische Wiedervereinigung auf friedlichem Weg herbeizuführen, ignorierten, verstärkte Washington im Vorfeld des Ausbruchs der Feindseligkeiten seine militärische Aufrüstung in Südkorea. Zusammenstöße mit der Nordkoreanischen Befreiungsarmee entlang des 38. Breitengrades nahmen zu und am 4.Mai 1949 griffen südkoreanische Einheiten Kaesong an und töteten 4.000 nordkoreanische Soldaten. Zweiundzwanzig südkoreanische Soldaten und etwa 100 Zivilisten kamen ums Leben. In der Zwischenzeit unternahm das Rhee-Regime in der Republik Korea Anstrengungen, Bauern- und Arbeiterunruhen zu unterdrücken und Guerilla-Aktionen, die im Süden auf breiter Front durchgeführt wurden, zu beenden. Diese Unterdrückungsmaßnahmen zwecks Liquidierung von Aufständischen erreichten Anfang der 50iger Jahre ihren Höhepunkt, als Tausende umgebracht und noch weit mehr verwundet oder vertrieben und als ihre Häuser vollständig oder teilweise zerstört wurden.

Im frühen Morgengrauen des 25. Juni 1950 löste der Angriff aus dem Süden am 38. Breitengrad in Richtung Haeju, Kumchon und Cholwen schließlich den Krieg gegen die Demokratische Volksrepublik Korea aus, was dann zur anschließenden Militäroffensive der Nordkoreanischen Befreiungsarmee in Richtung Süden führte. So begann das koreanische Volk seinen dreijährigen Vaterländischen Befreiungskrieg gegen die Militärmacht der alliierten Kräfte des Imperialismus, angeführt von den USA. Mit dem Ziel, ganz Korea in eine US-amerikanische Neokolonie zu verwandeln, fälschte die offizielle US-Propaganda den Kampf der Koreaner für ihre Wiedervereinigung in einen Bürgerkrieg um. Die meisten westlichen Quellen sprechen noch heute von einer angeblichen kommunistischen Invasion aus dem Norden in den Süden. Aber bezüglich der Frage, welche koreanische Seite die Schuld für den Ausbruch der Feindselikeiten trifft, traf der britische Historiker Geoffrey Simons die folgenden Unterscheidungen:

"Die aggressiven Absichten von Syngman Rhee gegenüber dem Norden waren allgemein bekannt, waren reichlich dokumentiert und wurden für die Regierung der Vereinigten Staaten und die US-Militärbehörden in Südkorea zu einer Peinlichkeit. Auch der Norden war an der Möglichkeit einer Wiedervereinigung interessiert, obwohl seine Auslegung der Ereignisse sich in gewisser Weise von jener aus Washington und Seoul unterschied. Es wäre jedoch ein Fehler, die Kriegspropaganda im Süden mit der des Nordens einfach gleich- zusetzen: Selbst die üblichen antikommunistischen Quellen zitieren nur wenige laute Worte vonseiten Kim Il Sungs, die denen von Syngman Rhee und seinen kriegslüsternden Helfern gleichkämen. Die Erklärungen aus Pyongyang lassen die Möglichkeit einer gewaltsamen (oder militärischen) Wiedervereinigung offen, aber die Art, wie dies geschieht, unterscheidet sich von der Rhees und die Betonung liegt hier hin und wieder auf der Notwendigkeit einer friedlichen Wiedervereinigung." (Geoffrey Simons, 'Korea: The Search for Sovereignty' - Suche nach der Unabhängigkeit - London 1995, S. 192).

Anfang der fünfziger Jahre - und besonders nach der Verkündung der Truman-Doktrin 1947 - betrachtete Washington die Ereignisse in jeder einzelnen Nation oder in jedem einzelnen Gebiet im Zusammenhang seiner globalen imperialistischen Strategie und um die UdSSR und andere Nationen, die für Unabhängigkeit, Frieden, Demokratie und Sozialismus kämpften, anzugreifen. Der kalte Krieg wurde vom US-Imperialismus hochgepeitscht, in der Absicht, die internationalen Spannungen zu verschärfen, ein ungezügeltes Wettrüsten zu rechtfertigen, die Militärausgaben zu erhöhen und die antikommunistische Reaktion auf allen Kontinenten zu aktivieren. In diesem Klima konnten Voraussetzungen für den Ausbruch eines heißen Krieges auf der koranischen Halbinsel im Jahre 1950 geschaffen werden.

Von Juni bis September 1950 konnten die von den USA geführten Streitkräfte der Vereinten Nationen bis zu dem kleinen südöstlichen Gebiet von Pusan zurückgedrängt werden. Am 15. September 1950 zwang jedoch die amerikanische Landung bei Inchon, unmittelbar südlich des 38. Breitengrads, die Nordkoreanische Volksarmee zum Rückzug und ermöglichte einen Ausbruch der bei Pusan eingeschlossen UN-Truppen. Im November veranlasste der schnelle Vormarsch der UN-Truppen in Richtung des Yalu-Flusses ein massives chinesischen Eingreifen, was dazu führte, dass die Truppen der UN an allen Fronten wieder zurückgedrängt werden konnten. Überhastete Evakuierungen von Truppen der Vereinten Nationen ereigneten sich über See bei Hungnam und Wonsan in Nordkorea. Im Januar 1951 kam der Rückzug der UN-Truppen nördlich von Taejon in Südkorea zum Stillstand und nach einer dreimonatigen Gegenoffensive stabilisierte sich die Front entlang des 38. Breitengrads, bis schließlich am 27. Juli 1953 ein Waffenstillstandsabkommen zustandekam. Nach den darin vereinbarten Bedingungen konnte auch ein Gefangenenaustausch stattfinden: 77.000 nordkoreanische und chinesische Soldaten wurden gegen 12.700 Soldaten der UN ausgetauscht, einschließlich 3.597 US-Amerikaner und 945 Briten.

Dem Krieg gegen das koreanische Volk von 1950 bis 1953 fielen etwa vier Millionen Menschen zum Opfer, wobei noch sehr viel mehr Männer, Frauen und Kinder verwundet, verstümmelt und traumatisiert wurden (es können 10 Millionen, Tote und Verwundete insgesamt gewesen sein): Es waren die Nordkoreaner und die Chinesen, die die größte Zahl an Opfern zu beklagen hatten. US-Bomber griffen Kraftwerke an, Fabriken, Brücken und sämtliche Verkehrsverbindungen im Norden des Landes und es gab Provinzen, in denen kaum ein Gebäude stehen geblieben war. Der Krieg bot dem US-Imperialismus auch eine Gelegenheit, Napalm und andere verwandte Kampfmittel nachhaltig und in großem Umfang sowohl gegen militärische, als auch gegen zivile Ziele im Norden einzusetzen. 1953 war die Demokratische Volksrepublik Nordkorea verhältnismäßig umfangreicher zerstört worden als jedes andere Land, einschließlich Deutschland und die UdSSR im Zweiten Weltkrieg und stärker als Nordvietnam im Verlauf des Vietnam-Krieges später zerstört werden sollte.

Wie man weiß, geschah der Überfall der USA auf Korea unter dem offiziellen Schutz der Vereinten Nationen. So kam es, dass Truppen aus Ländern wie Großbritannien, Japan, Australien und zwölf weiteren Staaten ihr militärisches Potenzial gegen die Demokratische Volksrepublik Korea vereinigen konnten. Die Entscheidung jedoch, die Vereinten Nationen in den Koreakrieg miteinzubeziehen, war keine Inititative der UNO gewesen, sondern jene der USA. Sie nutzten den zeitweiligen Boykott der UdSSR des Sicherheitsrates (was bedeutete, dass es kein sowjetisches Veto geben konnte) dazu aus, um drei UNO-Resolutionen, die die Intervention absegneten (Resolution Nr. 82 vom 25.6.1950, Nr. 83 vom 27.6.1950 und Nr. 84 vom 7.7.1950), im Sicherheitsrat durchzupeitschen. Es ist auch wichtig festzuhalten, dass
1. die erste Resolution, also Resolution Nr. 82, gar keine militärische Intervention der UN in Korea vorsah; dass
2. die USA schon vor der Absegnung durch den UNO-Sicherheitsrat mit militärischen Aktionen begonnen hatten; und dass
3. die USA die Stationierung ihrer eigenen Streitkräfte in Südkorea im Namen und unter der Flagge der Vereinten Nationen und unter Berufung auf Resolution Nr. 84 heute weiter fortsetzt. Aber wenn man bedenkt, dass die Charter der Vereinten Nationen für die Einrichtung eines UN-Kommandos im Süden Koreas ein einstimmiges Votum aller Ratsmitglieder verlangt, dann kann Resolution Nr.84 keine rechtliche Wirkung gehabt haben, da die UdSSR, ein ständiges Sicherheitsratsmitglied, zur Zeit ihrer Annahme nicht anwesend war und die Resolution somit ohne Beteiligung aller ständigen Mitglieder zustandekam.

Es wird also deutlich, dass in diesem Fall - wie es auch heute geschieht - der US-Imperialismus die UNO manipulierte und als ein Instrument benutzte, um seine eigenen expansionistischen Ziele und strategischen Interessen zu verfolgen. Und das 'UN-Kommando' in der Republik Korea bleibt weiterhin ein US-Produkt des Kalten Krieges.

Die Waffenstillstandsverhandlungen, die zwischen dem UN-Kommando (im Wesentlichen bestehend aus der US-Delegation) und den nordkoreanischen und chinesischen Vertretern geführt wurden, wurden mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens vom 27. Juli 1953 von Panmunjon abgeschossen. Der Waffenstillstand vereitelte das Trachten der USA nach einer vollständigen Besetzung der koreanischen Halbinsel und stärkte damit die anti-imperialistische Front in Asien. Dieser Waffenstillstand, der inzwischen zum längsten der Welt geworden ist, ist nie durch einen Friedensvertrag ersetzt worden und Korea bleibt heute weiterhin entlang des 38. Breitengrades in zwei Hälften geteilt. Obwohl die fortgesetzte militärische Besetzung durch den US-Imperialismus eine Verletzung des 1953 abgeschlossenen Waffenstillstandsabkommens darstellt, das einen Abzug aller ausländischen Truppen von der koreanischen Halbinsel vorsah, gelang es Washington, am 8.August 1953 einen Verteidigungspakt auf Gegenseitigkeit mit der südkoreanischen Regierung abzuschlie- ßen, um seine militärische Präsenz dort auf unbestimmte Zeit auszudehnen. Andererseits verließen sämtliche chinesische Truppen die Koreanische Demokratische Volksrepublik im Jahre 1958.

Während des Korea-Krieges wurde das Banner der nationalen Befreiung und Unabhängigkeit durch das koreanische Volk in seinem bewaffneten Kampf gegen die US-geführte militärische Intervention auf der koreanischen Halbinsel auf heroische Weise hochgehalten. Der anti-imperialistische Charakter des koreanischen Kampfes, der dieses Mal gegen den US-Imperialismus geführt wurde, wurde von Kim Il Sung mit folgenden Worten unterstrichen:

"Auf der einen Seite ist dieser Kampf eine anti-imperialistische Revolution der nationalen Befreiung, die die Aufgabe hat, die Freiheit und Unabhängigkeit des Landes gegen die ausländischen imperialistischen Aggressoren zu verteidigen. Auf der anderen Seite handelt es sich um eine demokratische Revolution, die das gesamte Volk umfasst. ... Die Feinde des koreanischen Volkes sind der US-amerikanische Aggressor und seine Lakaien, die verräterische Syngman-Rhee-Clique, die projapanischen und pro-US-Elemente, die Verräter der Nation, die Grundbesitzer und Kompradorkapitalisten. Es ist also zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Aufgabe unserer Revolution, unsere beiden Feinde zu zerstören - den inneren und den äußeren - die Freiheit und Unabhängigkeit des Landes zu verteidigen und seine Wiedervereinigung herbeizuführen. ... Der Kampf des koreanischen Volkes gegen die imperialistischen Angreifer aus den USA ... ist gleichzeitig ein Kampf für den Weltfrieden und die internationale Sicherheit, ein Kampf, der als Banner für die nationale Befreiungsbewegung der Kolonialvölker und abhängigen Länder dient." (Kim Il Sung, 'Die organisatorische und ideologische Festigung der Partei ist die Grundlage Unseres Sieges', Bericht an die Fünfte Plenarsitzung des Zentralkomitees der Arbeiterpartei Koreas', 15.12.1952, in: Kim Il Sung, 'Werke', Band 7, Pyongyang 1981, S. 343).

Um die größtmöglichste Unterstützung für Koreas Befreiung und Wiedervereinigung in den Jahre 1950-1953 zu mobilieren, legte Kim Il Sung das Schwergewicht auf die Stärkung der Einheit aller partriotischen Kräften, unabhängig von ihrer gesellschaftlichen Stellung oder politischen Ausrichtung. In der Demokratischen Front für die Wiedervereinigung des Vaterlands arbeiteten Mitglieder der Arbeiterpartei Koreas tatsächlich eng mit den Mitgliedern der Chongu-Partei und der Demokratischen Partei zusammen. Aber in der Zeit von September bis November 1950, als die Nordkoreanische Volksarmee sich zeitweilig zurückziehen musste und die von den USA geführten Truppen den größten Teil des Nordens besetzt hielten, gruppierten sich einige reaktionäre Kräfte im Norden unter US-amerikanischem Schutz um. Und es waren Mitglieder der Chongu-Partei und der Demokratischen Partei, die den neu gebildeten reaktionären Organisationen beitraten und einige von ihnen brachten sogar Mitglieder der Arbeiterpartei und ihre Familien um. In solchen Fällen rief Kim Il Sung jedoch zu politischer Zurückhaltung auf und widersetzte sich Versuchen, befreundete Parteien als reaktionäre Organisationen zu bezeichnen. Er wies Funktionäre der Arbeiterpartei Koreas 1951 darauf hin, dass
" ... die Vereinigte Front niemals durch Zwang hergestellt werden kann. Zwang wird nur zu Antipathien führen. Wir müssen die Mitglieder der befreundeten Parteien durch Erziehung und Überzeugung beeinflussen und sie dazu veranlassen, uns von ganzem Herzen zu unterstützen und sie dazu bewegen, bis zuletzt an unserer Seite zu stehen." (Kim Il Sung, 'Über die Verbesserung der organisatorischen Arbeit in der Partei', Schlussrede auf der Vierten Plenumssitzung des Zentralkomitees der Arbeiterpartei Koreas, 2.11.1952, ebenda, Band 6, S. 427).

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Pole Pole Mzungu. Welcome to Tanzania, the land where dead cows are lying and dogs are flying. But be careful of the ju-wai-biems. Now let's search for some Schtonetools and after that let's go to Tohu-Wa-Bohu (also known as Mto-Wa-Mbu/Moskitotown)


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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 20:36 

Beiträge: 2008
Geschrieben: 06.05.2006 21:15

Vielen Dank Sergej für Deine umfangreichen Informationen. Deren Inhalt stimmt mit meinem bisherigen (wenn auch mangelhaftem) Geschichtswissen überein und damit wäre für mich die "Welt wieder in Ordnung".

Bleibt noch die kleine Frage: Wer hat denn nun mit wem das Waffenstillstandsabkommen abgeschlossen?

Wenn ich lese "... Die Waffenstillstandsverhandlungen, die zwischen dem UN-Kommando (im Wesentlichen bestehend aus der US-Delegation) und den nordkoreanischen und chinesischen Vertretern ..."

würde ich vermuten, dass es ein Waffenstillstandsabkommen zwischen Nordkorea und China auf der einen Seite und zwischen dem UN-Kommando mit USA, Südkorea?, Großbritanien? etc. , also den jeweiligen Kriegsparteien, auf der anderen Seite war.
Wurde dieses Abkommen als Abkommen zwischen Nord- und Südkorea deklariert und alle anderen Teilnehmer verschwanden dadurch aus dem Dokument?

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Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 21:09 
Moderator

Beiträge: 876
Geschrieben: 06.05.2006 21:33

Hier gibt es den Waffenstillstandsvertrag im Original zu lesen:

http://news.findlaw.com/hdocs/docs/kore ... 72753.html


TEXT OF THE KOREAN WAR ARMISTICE AGREEMENT

July 27, 1953

Agreement between the Commander-in-Chief, United Nations Command, on the one hand, and the Supreme Commander of the Korean People's Army and the Commander of the Chinese People's volunteers, on the other hand, concerning a military armistice in Korea.

Preamble

The undersigned, the Commander-in-Chief, United Nations Command, on the one hand, and the Supreme Commander of the Korean People's Army and the Commander of the Chinese People's Volunteers, on the other hand, in the interest of stopping the Korean conflict, with its great toil of suffering and bloodshed on both sides, and with the objective of establishing an armistice which will insure a complete cessation of hostilities and of all acts of armed force in Korea until a final peaceful settlement is achieved, do individually, collectively, and mutually agree to accept and to be bound and governed by the conditions and terms of armistice set forth in the following articles and paragraphs, which said conditions and terms are intended to be purely military in character and to pertain solely to the belligerents in Korea.

(...)

Unterzeichnet ist der Vertag von Nam Il, General, Korea People's Army, Senior Delegate,
Delegation of the Korean People's Army and the Chinese People's Volunteers sowie William K. Harrison, jr. Lieutenant General, United States Army, Senior Delegate, United Nations Command Delegation


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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 21:10 
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Geschrieben: 06.05.2006 21:38

Neben den üblichen geschichten steht bei Wikipedia:

Nach weiteren verlustreichen Kämpfen und zähen Verhandlungen wurde am 27. Juli 1953 in Panmunjeom ein Waffenstillstandsabkommen zwischen der UNO und Nordkorea abgeschlossen. Es bestätigte im Wesentlichen den 38. Breitengrad als Grenze zwischen Nord- und Südkorea und legte eine vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone entlang der Grenze fest; außerdem wurde eine neutrale Repatriierungskommission zur Überwachung des Gefangenenaustausches eingesetzt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 21:12 

Beiträge: 51
Geschrieben: 06.05.2006 22:18

Man sollte auch mal erwähnen, das Nordkorea nie die Absicht hatte und hat, eine Atommacht zu werden, wie es in bürgerliche Presse verbreitet wird, daher habe ich auch mal eine Quelle herbeigezogen " Große internationale Aufmerksamkeit hat im Sommer 1986 der Vorschlag der KDVR- Regierung hervorgerufen, die gesmte Halbinsel in eine atomwaffenfreie Zone umzuwandeln. Die KDVR hat sich in diesen Zusammenhang bereit erklärt, einseitig auf Erprobung, Herstellung und Stationierung von Kernwaffen auf ihrem Terrritorium zu verzichten und auch den Transport solcher Waffensysteme durch ihr Gebiet nicht zuzulassen. Washington und Soul wurden aufgefordert,, die Einfuhr von Kernwaffen nach Südkorea zu stoppen und schrittweise die bereits stationierten abzubauen, um somit eine friedliche Entwicklung auf der Halbinsel zu fördern." Quelle: kleine LdEReihe, Verlag Die Wirtschaft Berlin 1988. UdSSR Stern mit Nelke

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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 21:13 

Beiträge: 2008
Geschrieben: 07.05.2006 11:29

Also Waffenstillstandsabkommen zwischen Nordkorea und China auf der einen Seite und der UNO auf der anderen Seite. Da der unterzeichnende UNO-General ein Amerikaner war und nirgends Südkorea genannt wurde, wäre die ursprüngliche Auffassung eines Vertrages zwischen Nordkorea (und jetzt noch China) und den Amerikanern (also nicht den USA) doch eher zutreffen, oder? Wink

Ich will nun keine weitere Haarspalterei betreiben. Das war ja auch nicht Anliegen der Diskussion. Diese zeigt aber, dass es doch recht schwierig sein kann, ein historisches Detail klar zu benennen.

Es bleibt weiterhin die Situation, dass Nordkorea im Kriegszustand ist - mit wem auch immer. Das wird sich bei einem imp. Angriff auf die KDVR evtl. zeigen, wer dann derjenige ist, der den Waffenstillstand für beendet erklärt. Südkorea allein dürfte nicht die Kraft für einen Krieg mit der KDVR haben und es sind meines Erachtens auch zu viele Südkoreaner, die auf der Seite der KDVR stehen. Also würde ein neuer Krieg - den es hoffentlich nie geben wird - nach bewährtem Strickmuste, dass die USA die UNO vor ihre Karre spannen und dann als großer Befreier losschlagen, ablaufen.

Wieweit dann die KDVR von China und Rußland Unterstützung bekommt, ist abzuwarten. Dieses mögliche Szenario zwingt die KDVR zu einer atomwaffenbasierenden Verteidigungsstrategie, auch wenn den Genossen in Nordkorea ein atomwaffenfreies Korea viel lieber wäre. Das bedingt aber Zusagen seitens der USA und diese möchte Busch nicht geben.

Eine Situation die in bestimmten Bereichen mit der Situation des Iran vergleichbar ist. Auch wenn im Iran keine Kommunisten den Ton angeben - der Iran wird von den USA erpresst. Nach dem Irakkrieg wird Iran nicht Saddams Fehler einer Abrüstung auf UNO-Anforderung hin wiederholen wollen. Selbstredend kann ich Bushs Zusagen an Merkel, dass das Thema auf diplomatischen Weg geklärt wird, nicht glauben. Die USA werden weiterhin einen Angriffskrieg gegen den Iran planen und wenn es Ihnen in den Kram paßt werden sie auch zuschlagen (mit israelischer Unterstützung?).

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Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 21:13 

Beiträge: 462
Geschrieben: 07.05.2006 21:12


Quote: Wieweit dann die KDVR von China und Rußland Unterstützung bekommt, ist abzuwarten.


Auf Russland kann sich die KDVR nicht mehr verlassen. Auf China aber voll und ganz. Schon aus nationalistischen Gründen hat China kein Interresse an einem militärischen Zusammenbruch. Die KP-Führung in der Volksrepublik nimmt gezielten Einfluß auf die KDVR ihre Grenzen für ausländische kapitalistische Investoren zu öffnen. Die primäre Gefahr für das gesellschaftliche Eigentum besteht weniger in einer militärischen Bedrohung als in einer sukzessiven Rückkehr kapitalistischer Produktionsverhältnisse über die Hintertür des Joint-Ventures. Richtig gehandhabt können diese für eine gewisse Zeit zu einer spürbaren Verbesserung der wirtschaftlichen Lage führen.

Quote: Dieses mögliche Szenario zwingt die KDVR zu einer atomwaffenbasierenden Verteidigungsstrategie, auch wenn den Genossen in Nordkorea ein atomwaffenfreies Korea viel lieber wäre.


Gänzlich falsch, ganz im Gegenteil. Die KDVR braucht keine Massenvernichtungswaffen, noch entsprechende Trägermittel.


bearbeitet von sven am 07.05.2006 21:15


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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 21:15 

Beiträge: 2008
Geschrieben: 07.05.2006 21:31

Zitat:
Zitat:
Dieses mögliche Szenario zwingt die KDVR zu einer atomwaffenbasierenden Verteidigungsstrategie, auch wenn den Genossen in Nordkorea ein atomwaffenfreies Korea viel lieber wäre. [/QUOTE]
Gänzlich falsch, ganz im Gegenteil. Die KDVR braucht keine Massenvernichtungswaffen, noch entsprechende Trägermittel.
[/QUOTE]


Nein, natürlich nicht mehr, wenn der Kapitalismus restauriert wird. Wenn die Öffnungspolitik auf Druck Chinas weitergeht und die dazu erforderlichen Leute an die politische und administrative Spitze lanciert werden.
Wie steht das Militär dazu? Ich vermute, da werden einige Privilegien verloren gehen und wie das aussieht können sich die KDVR-Militärs in Rußland ansehen. Aber vielleicht gründen sie auch eine eigene Mafia ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 21:16 
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Beiträge: 4023
Geschrieben: 07.05.2006 21:51

Quote:
Gänzlich falsch, ganz im Gegenteil. Die KDVR braucht keine Massenvernichtungswaffen, noch entsprechende Trägermittel.



Die DDR brauchte auch keine Mauer, insofern hatte Ulbricht Recht, als er sagte "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen."

Die Notwendigkeiten waren aber leider anders.

Und China ist wirtschaftlich inzwischen so sehr mit den USA verbunden, das es wohl eher die kleine KDVR fallen lassen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2007, 21:17 

Beiträge: 462
Geschrieben: 07.05.2006 22:08

Zitat:
Die DDR brauchte auch keine Mauer, insofern hatte Ulbricht Recht, als er sagte "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen." [/QUOTE]
Die Mauer war eine defensive Maßnahme und keine Angriffswaffe gegen andere Völker. In korea hat die ja ein anderer gebaut. Cool
Wenn es dir noch nicht aufgefallen ist: Bisher wurde der aufgebaute Sozialismus noch nie militärisch besiegt. Diese vermeintiche Sicherheit eines hochgerüsteten Sozialismus führte immer in den ökonomischen oder politischen Untergang.
Zitat:
Und China ist wirtschaftlich inzwischen so sehr mit den USA verbunden, das es wohl eher die kleine KDVR fallen lassen. [/QUOTE]

Auch wenns dir zuwiderläuft: Meine Einschätzung ist erheblich realitätsnäher als deine. Da helfen deine polemischen Vergleiche nich weiter.
Gewe hat ein sehr realitätsnahes Szenario vorgezeichnet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 18:46 
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Geschrieben: 07.05.2006 22:44

Zitat:
Die Mauer war eine defensive Maßnahme und keine Angriffswaffe gegen andere Völker. In korea hat die ja ein anderer gebaut. Cool
[/QUOTE]

Nordkoreas Atomwaffen sind auch als defensive Waffen konzipiert. Ihr Ziel ist Abschreckung.

Zitat:
Wenn es dir noch nicht aufgefallen ist: Bisher wurde der aufgebaute Sozialismus noch nie militärisch besiegt. Diese vermeintiche Sicherheit eines hochgerüsteten Sozialismus führte immer in den ökonomischen oder politischen Untergang.
[/QUOTE]

Und deshalb wird es so bleiben?

Zitat:
Auch wenns dir zuwiderläuft: Meine Einschätzung ist erheblich realitätsnäher als deine.
[/QUOTE]


*lol*

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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 18:47 

Beiträge: 462
Geschrieben: 07.05.2006 23:40

Zitat:

Nordkoreas Atomwaffen sind auch als defensive Waffen konzipiert. Ihr Ziel ist Abschreckung. [/QUOTE]
Wenn man sich nur genug Feinde einbildet sind die auch notwendig.
Zitat:
Und deshalb wird es so bleiben? [/QUOTE]

Man kann ja ruhig mal aus den Fehlern der Vergangenheit lernen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kim Il-sung * 15. April 1912 † 8. Juli 1994
BeitragVerfasst: Do 29. Mär 2007, 18:49 
Träger des Agitprop-Stalinorden
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Beiträge: 628
Geschrieben: 08.05.2006 00:07

Ich denke die USA sind kein eingebildeter Feind.
Natürlich soll man sich nicht aufs totrüsten einlassen - das ging schonmal nicht gut - aber irgendwas sollte man dann doch in der Hinterhand haben um den Irren von einem Krieg abzuhalten (Saddam wäre sicher auch noch im Amt wenn W.M.D.'s gehabt hätte)

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