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 Betreff des Beitrags: Belgische Exportfirmen ermordeten 10 Millionen Kongolesen
BeitragVerfasst: Di 13. Mai 2008, 22:30 
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Beiträge: 131
Zitat:
Belgische Exportfirmen, vor allem die Socíété générale de Belgique, beuteten zur Kautschukgewinnung
systematisch zwischen 1888 und 1908 mittels Terror, Sklaverei und Zwangsarbeit den Kongo aus. Ungefähr 10 Millionen
Kongolesen fanden dabei den Tod.


Bei dem Versuch, maximale Gewinne zu erzielen, machten sich die belgischen Firmen schwerer Übergriffe auf die
kongolesische Bevölkerung schuldig.

Jedem Dorf wurden Quoten nach Liefermenge und -frist auferlegt. Als Gewähr wurden die Frauen als Geiseln genommen.
Kamen die Männer zu spät oder lieferten nicht genügend Kautschuk ab, wurden die Frauen umgebracht.

Die geforderte Kautschukmenge war so hoch, dass sie eigentlich nur durch unablässige Arbeit bei Tag und Nacht gewonnen
werden konnte. Wer die geforderte Menge nicht erreichte, galt als faul und wurde hart bestraft.

Wiederholt kam es zu Aufständen und Rebellionen, sie wurden jedoch durch die Kolonialarmee, die Force Publique, brutal
niedergeschlagen.


http://de.wikipedia.org/wiki/Kongogr%C3%A4uel

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 Betreff des Beitrags: Re: Belgische Exportfirmen ermordeten 10 Millionen Kongolesen
BeitragVerfasst: Di 13. Mai 2008, 23:33 
Möchtegernputschist
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tja soll uns da mal einer noch mit dem Stalin-Terror kommen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Belgische Exportfirmen ermordeten 10 Millionen Kongolesen
BeitragVerfasst: Mi 14. Mai 2008, 06:01 
Literat

Beiträge: 2947
Sergej hat geschrieben:
tja soll uns da mal einer noch mit dem Stalin-Terror kommen.


Schlechtes Argument. 1. ist der Imperialismus kein Maßstab, und der Sozialismus muß sich an seinen eigenen Ansprüchen messen lassen. 2. Kommt es beim Stalin-Terror auf die Frage an, wodurch er bedingt, inwieweit er vermeidbar war, und bei der Beantwortung dieser Frage kann der Vergleich mit einer belgischen Firma wohl kaum weiterhelfen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Belgische Exportfirmen ermordeten 10 Millionen Kongolesen
BeitragVerfasst: Mi 14. Mai 2008, 10:41 
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Genau. Es ist einfach kein Argument, zu sagen: "Ja, ok, wir haben 5 Millionen umgebracht, aber bei den anderen waren es hunderttausend mehr!" Sind wir dann die besseren Mörder?

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 Betreff des Beitrags: Re: Belgische Exportfirmen ermordeten 10 Millionen Kongolesen
BeitragVerfasst: Mi 14. Mai 2008, 10:56 
Salonbolschewist
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Beiträge: 1077
Was die Vergleiche von Opferzahlen angeht, stimme ich dem hier gesagten zu. Aber ich glaube Sergej meinte es eher so, daß für Fehler im Sozialismus immer nur der Sozialismus an sich verantwortlich gemacht wird, für Fehler aber die im Imperialismus geschehen, meist letzendlich niemand, vor allem nicht der Imperialismus.
Allerdings wusste ich von diesen Kongogräuel nichts, bin also auf was neues gestoßen worden durch diesen Hinweis hier.

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 Betreff des Beitrags: Re: Belgische Exportfirmen ermordeten 10 Millionen Kongolesen
BeitragVerfasst: Mi 14. Mai 2008, 17:02 
Möchtegernputschist
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so meinte ich es auch

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 Betreff des Beitrags: Re: Belgische Exportfirmen ermordeten 10 Millionen Kongolesen
BeitragVerfasst: Mi 3. Jun 2009, 15:12 
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Beiträge: 131
Weitere Opfer des Kapitalismus:

1876–1878 gab es eine große Hungersnot in Indien mit 5.000.000 Toten.

Zitat:
In seinem Buch Late Victorian Holocausts (Spätvictorianische Holocauste) von 2001 erzählt Mike Davis die Geschichte von Hungersnöten, die zwischen 12 und 29 Millionen Inder umbrachten . Diese Menschen wurden, wie er zeigt, durch staatliche Maßnahmen Großbritanniens ermordet.

Als 1876 eine El Niño-Trockenheit die Bauern der Dekhan-Platte (Südindien) in Elend stürzte, gab es einen Überschuss an Reis und Getreide in Indien. Aber der Vizekönig, Lord Lytton, bestand darauf, dass nichts seinem Export nach England im Wege stehen sollte. 1877 und 1878, zur Zeit der schlimmsten Hungersnot, exportierten Getreidehändler die Rekordmenge von 390 Mio. kg Getreide. Als die Bauern zu verhungern begannen, wurde den Regierungsbeamten empfohlen, "Hilfsleistungen in jeder nur möglichen Weise zu unterbinden" . Das "Gesetz gegen wohltätige Spenden" von 1877 verbot bei Gefängnisstrafe private Spenden gegen das Notleiden, die möglicherweise Einfluss auf die Marktfixierung des Getreidepreises ausüben könnten. Die einzige Linderung, die in den meisten Distrikten erlaubt war, war schwere körperliche Arbeit, zu der niemand in einem fortgeschrittenen Zustand des Verhungerns zugelassen wurde. In den Arbeitslagern bekamen die Arbeiter weniger Nahrung als die Insassen von Buchenwald. 1877 entsprach die monatliche Sterblichkeit einer jährlichen Sterberate von 94%.

Während Millionen starben, startete die imperiale Regierung eine militärisch gestützte Kampagne zur Eintreibung der sich während der Dürre angesammelt habenden Steuerrückstände. Das Geld, [dessen Entzug] die zugrunde richtete, die die Hungersnot sonst vielleicht hätten überleben können, verwendete Lytton, um seinen Krieg in Afghanistan zu finanzieren. Sogar an Orten, wo ein Getreideüberschuss produziert worden war, schafften die Exportmaßnahmen der Regierung, so wie die von Stalin in der Ukraine, künstlich Hunger. In den nordwestlichen Provinzen, in Oud und in Punjab, die in den vorangegangenen drei Jahren Rekordernten eingefahren hatten, starben wenigstens 1.25 Millionen.

Mike Davis, 2001. Late Victorian Holocausts: El Nino Famines and the Making of the Third World. Verso, London
(Der Titel der Übersetzung ins Deutsche ist "Die Geburt der dritten Welt")



http://zmag.de/artikel/Wie-Grossbritann ... te-leugnet

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 Betreff des Beitrags: Re: Belgische Exportfirmen ermordeten 10 Millionen Kongolesen
BeitragVerfasst: Mi 3. Jun 2009, 17:47 
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Beiträge: 4023
Danke für den Hinweis, habs gleich mal weiterverarbeitet.

http://www.woschod.de/2009/06/03/opfer- ... alismus-1/

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