Forum.stalinwerke.de - stalinforum.de

Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
Aktuelle Zeit: Mo 1. Mai 2017, 02:24

Alle Zeiten sind UTC




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 13 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Spanischer Bürgerkrieg 1936-1939
BeitragVerfasst: Fr 6. Apr 2007, 14:40 

Beiträge: 176
Der folgende Beitrag ist eine Fortsetzung der Diskussion zum Thema "70. Jahrestag Bildung der Internationalen Brigaden" (in Gedenk-, Geburts- und Todestage)

Zum Thema „Verrat aus den eigenen Reihen“ im Spanischen Bürgerkrieg las ich zum ersten Mal etwas bei Kurt Gossweiler http://www.kurt-gossweiler.de/ in „Revisionismus- Totengräber des Sozialismus. Darin heißt es, daß 5. Kolonnen von Quislingen und Verrätern im Hinterland den Faschisten zu Hilfe kamen. Und in „Die Ursprünge des modernen Revisionismus oder: Wie der Browderismus nach Europa verpflanzt wurde - Gedanken beim Lesen der Tagebücher Georgi Dimitroffs“ ( im Kapitel „Erfahrungen der revolutionären Arbeiterbewegung in der Emigration und im Spanischen Krieg") schreibt Gossweiler: „Die Organe der sowjetischen militärischen Abwehr mussten sehr bald die gleiche Feststellung machen, die auch Ludwig Renn als Stabschef der 11. Internationalen Brigade gemacht und in seinem Buch "Der spanische Krieg" ausführlich geschildert hat, nämlich, dass unter den Truppen der spanischen republikanischen Armee trotzkistische Kräfte, die ihrerseits mit ausländischen Geheimdiensten in Verbindung standen, eine rege Tätigkeit entfalteten. Der Höhepunkt ihrer feindlichen, Franco direkt in die Hände spielenden Aktivitäten war die Entfesselung eines Aufstandes in Barcelona im Mai 1937.“ Dort fand ein 5 Tage währender bewaffneter Aufstand der Anarchisten/Trotzkisten gegen die Volksfront-Regierung statt.
Gossweiler erläutert das wie immer sehr gründlich und ausführlich und weist auch auf das Buch von Fritz Teppich „Der Fall Maurin“ (über die Verbindung POUM –Franco-Partei), GNN Verlag 1999 hin. Fritz Teppich schrieb das Buch in Folge der Diskussionen um den Film von Ken Loach „Land and Freedom“. Diesen Film habt Ihr vielleicht gesehen, das ist ein trotzkistisches Machwerk, vollgespickt mit Lügen und Verleumdungen. Grundaussage, wen wundert’s: Die Bösen sind die Stalinisten, die Guten und gleichzeitig unschuldigen Opfer sind die POUM-Leute.
Das Buch von Fritz Teppich kann ich Euch wärmstens empfehlen!
Der Führer der POUM Andres Nin war übrigens Trotzkis Privatsekretär gewesen. Und der einzige Abgeordnete der POUM in der Volksfront, Joaquin Maurin, wurde nicht nur von Francos Leuten unterstützt, sondern 1947 auch unter dem Kommunisten-Verfolger McCarthy in den USA aufgenommen.

Was nun die letzten Wochen der Spanischen Republik betrifft, also die konterrevolutionäre Verschwörung um den Rechtssozialisten Don Julian Beteiro und den Militärkommandanten von Madrid Oberst Casado und seine Leute, bin ich gerade dabei, nochmal nachzulesen und Genaueres zu erfahren – dazu später.

Abschließend: Bedenkt bitte auch, es gab nur 17 kommunistische Abgeordnete in der Volksfront-Regierung. Die Kräfteverhältnisse dort widerspiegelten die Situation im spanischen Volk, in der vor allem kleinbürgerliche Schichten ausschlaggebend waren, und die waren weder Kommunisten noch Anarchisten.
Besonders widerwärtig ist auch deshalb die antikommunistische Propaganda, die das Scheitern der Volksfront den „Stalinisten“ zuschreibt, während in Wirklichkeit allein die stalinsche Sowjetunion mit Waffen und Lebensmitteln half!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Spanischer Bürgerkrieg 1936-1939
BeitragVerfasst: Fr 6. Apr 2007, 14:40 
Salonbolschewist
Benutzeravatar

Beiträge: 1077
Zitat:
Besonders widerwärtig ist auch deshalb die antikommunistische Propaganda, die das Scheitern der Volksfront den „Stalinisten“ zuschreibt, während in Wirklichkeit allein die stalinsche Sowjetunion mit Waffen und Lebensmitteln half!


Wer dieses Geblubber mal im Orginal nachlesen will, von einem waschechten Trotzi fabriziert, hier mal der schlechteste Artikel den ich in der jW bisher gelesen habe:

"Die Sowjetunion stellte politische Bedingungen zur Unterstützung des republikanischen Spanien, die sie mit Hilfe des Geheimdienstes NKWD auch gewaltsam durchsetzte."

http://www.jungewelt.de/2006/08-21/028.php

_________________
Brian: You have to be different!
The crowd: Yes, we are all different!
Small, lonely voice: I'm not!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Spanischer Bürgerkrieg 1936-1939
BeitragVerfasst: Fr 6. Apr 2007, 14:41 
Träger des Agitprop-Stalinorden
Benutzeravatar

Beiträge: 628
Was die konkreten trotzkistischen Behauptungen betrifft gehe ich mal davon aus dass die größtenteils falsch sind ohne es genau zu wissen. Unabhängig davon wer jetzt "angefangen" hat stellt sich mir jedoch die Frage wie man drauf sein muss um lange vor dem Münchner Abkommen direkt zwischen England und Frankreich Revolution zu spielen....

_________________
Die Andersdenkenden haben Rosa Luxemburg umgebracht - D.W.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Spanischer Bürgerkrieg 1936-1939
BeitragVerfasst: Fr 6. Apr 2007, 14:41 

Beiträge: 176
Am 15.1.01 schrieb Fritz Teppich in der jW zu den Konflikten in der Komintern: „Bereits seit Anfang April 1933 hatte die neue KPS-Führung auf eine antifaschistische, den wirklichen Bedingungen entsprechende Breite umgesteuert. Das widersprach der Linie der Komintern.“ Die Diskussionen gingen bis zur 7. Weltkonferenz der Komintern 1935. Dann zitiert Fritz Teppich das führende KPS-Mitglied Dolores Ibarruri, daß das ZK der KPS darauf bestand, weiter für die Einheit der Arbeiter und aller demokratischen Kräfte einzutreten angesichts der seit 1931 (Ausrufung der Republik) anwachsenden Gefahr durch die faschistische Falange.
Endlich stimmte die Komintern der KPS-Strategie zu, Georgi Dimitroff verkündete dies auf der Komintern-Weltkonferenz 1935.
2 Jahre Auseinandersetzungen um die richtige Strategie mögen uns viel vorkommen, aber interessant ist doch zu sehen, daß die KPS sich durchgesetzt hat, die die Lage genauer einschätzen konnte.
Wer weiß, wieviel ausländische Geheimdienste sich in den 30er Jahren in Spanien tummelten. Auch Franco hatte seinen, und die Volksfront konnte auf NKWD-Leute wohl kaum verzichten.

Zu Barcelona, „wer angefangen hat“: Die Telefongesellschaft wurde von Anarchisten verwaltet, die die Kommunikation der Landesregierung von Katalonien nach Belieben behinderte! (Die Anarchisten wollten, daß die Kommitees die Macht haben und nicht die Regierung.) Die Regierung unter dem Sozialisten Luis Comanys ließ sich das nicht gefallen und wollte verständlicherweise die Telefongesellschaft unter staatliche Kontrolle bringen, das löste dann die blutigen Auseinandersetzungen aus.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Spanischer Bürgerkrieg 1936-1939
BeitragVerfasst: Fr 6. Apr 2007, 14:41 
Ehrenmitglied des gewe-Fanclub
Benutzeravatar

Beiträge: 353
Zitat:
Wer dieses Geblubber mal im Orginal nachlesen will, von einem waschechten Trotzki fabriziert, hier mal der schlechteste Artikel den ich in der jW bisher gelesen habe:


Gleich auf Rang 2 liegt ein Artikel des gleichen Autors, in dem er der KPD vorwirft, schuld zu sein daran, dass in den 30ern keine Einheitsfront mit der SPD zustandekam. Das ist wieder voll trotzkistisch - in Spanien hintergehen sie die Einheitsfront, in Deutschland werfen sie zu Unrecht den "Stalinisten" vor, die Einheitsfront nicht gewollt zu haben. Sowas verleidet einem das Lesen der jungen Welt manchmal wirklich.

_________________
Eine gut geleitete Staatsregierung muß ein ebenso festgefügtes System haben wie ein philosophisches Lehrgebäude. Alle Maßnahmen müssen gut durchdacht sein, Finanzen, Politik und Heerwesen auf ein gemeinsames Ziel steuern.
Ein System kann aber nur aus einem Kopfe entspringen; also muß es aus dem des Herrschers hervorgehen.


Friedrich der Große


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Spanischer Bürgerkrieg 1936-1939
BeitragVerfasst: Fr 6. Apr 2007, 14:41 

Beiträge: 176
Ach, was muß man oft von bösen
Trotzis hören oder lesen...

Ja, die jW nervt schon hin und wieder mit trotzkistischen Beiträgen.
Deren Verfasser sind allesamt in ihre behauptete Unbeflecktheit und ihr Opfergebaren verliebt. Das ist ihr Lebenssinn, das ist ihre Erotik, das begeistert junge Herzen in der jungen Welt.

Herr Ober, ein Eis mit Pickel bitte.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Spanischer Bürgerkrieg 1936-1939
BeitragVerfasst: Fr 6. Apr 2007, 14:42 
Salonbolschewist
Benutzeravatar

Beiträge: 1077
Hier mal ein Link zu einer recht anschaulichen Dokumentation über den spanischen Bürgerkrieg: http://video.google.de/videoplay?docid= ... 6779500936

_________________
Brian: You have to be different!
The crowd: Yes, we are all different!
Small, lonely voice: I'm not!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Spanischer Bürgerkrieg 1936-1939
BeitragVerfasst: So 22. Apr 2007, 19:36 

Beiträge: 48
Opfer des Stalinismus?

Abel Paz: "Es fand zu einem Zeitpunkt statt, in dem in Spanien der Stalinismus hochkam und die Probleme zwischen Anarchisten und Stalinisten begannen.

Ich selber schließe mich der Theorie an, dass es der russische Geheimdienst war, der Durruti ermorden ließ. Es gibt Z.B. diesen sehr auffälligen Brief Durrutis vom 6.10. an die russischen Arbeiter, in dem er sie erinnerte, dass die Linke aus dem Westen ihnen bei der Revolution geholfen hatte und sie nun Spanien helfen müssten. Dieser Brief war unverfroren gegenüber den Stalinisten, da er Stalin nicht einmal erwähnte. Während international bekannte Schriftsteller Lobeshymnen auf Stalin verfassten, besaß dieser kleine mickrige Durruti die Unverfrorenheit, sich an die russischen Arbeiter direkt zu wenden und dabei den großen Stalin zu ignorieren. Durruti verkörperte auch für die Stalinisten den libertären Geist der Revolution, den sie bekämpften. Durruti starb zu einer Zeit, in der er am unbequemsten für die Stalinisten wurde. Es war im Stalinismus zu der Zeit nichts Ungewöhnliches, dass man sich ein politisch unbequemes Opfer ausguckte und umbrachte."


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Spanischer Bürgerkrieg 1936-1939
BeitragVerfasst: So 22. Apr 2007, 20:59 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
Also ich hab ja schon viele Gründe gehört, weshalb Stalin jemanden umbringen lassen haben soll. Aber das jemand über die Klinge sprang, weil er Stalin nicht erwähnte, ist mir neu.

Wikipedia schreibt:

Zitat:
Am 19. November 1936 wurde Durruti bei der Belagerung von Madrid von einer Kugel getroffen und erlag seinen Verletzungen am 20. November. Die Herkunft der Kugel ist ungeklärt. Einer Theorie zufolge löste sie sich aus seinem eigenen Gewehr, was nach Zeugenaussagen, nach denen kein Schuss zu hören war, aber unwahrscheinlich ist. Nach einer anderen Theorie soll sie aus einem weiter entfernten, von faschistischen Truppen besetzten Gebäude gekommen sein. Dagegen sprechen jedoch die Pulverspuren an Durrutis Hemd, die für einen Schuss aus unter 50 cm Entfernung sprechen.


Wem der Widerspruch auffällt, der kriegt einen Lolli.

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Spanischer Bürgerkrieg 1936-1939
BeitragVerfasst: Mo 23. Apr 2007, 20:26 

Beiträge: 2008
Ein Schuß aus 50cm Entfernung ist nicht hörbar? Also selbst mit Schalldämpfer, die sicher an der Spanischen Front nicht eingesetzt wurden, bekommt man das Schußgeräusch nicht auf 0 dB.

_________________
»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Spanischer Bürgerkrieg 1936-1939
BeitragVerfasst: Mo 23. Apr 2007, 20:29 
Literat

Beiträge: 2947
Gabs denn da schon Schalldämpfer?

_________________
Der Hunsch wars!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Spanischer Bürgerkrieg 1936-1939
BeitragVerfasst: Mo 23. Apr 2007, 20:52 
Administrator
Benutzeravatar

Beiträge: 4023
gewe kriegt nen Lolli!

_________________
Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Spanischer Bürgerkrieg 1936-1939
BeitragVerfasst: Di 24. Apr 2007, 19:57 

Beiträge: 2008
Woschod hat geschrieben:
gewe kriegt nen Lolli!


Danke, danke ... aber 'nen Bier wär mir lieber. Freibier!

_________________
»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 13 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen

Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group

Deutsche Übersetzung durch phpBB.de