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 Betreff des Beitrags: Marx-Engels-Werke und der Stalinismus
BeitragVerfasst: Fr 6. Apr 2007, 14:21 
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Beiträge: 4023
In der aktuellen Junge Welt (http://www.jungewelt.de/2007/01-16/009.php) steht folgender Satz:

"Nach dem erzwungenen Abbruch der ersten Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA) durch den Einfluß des Stalinismus in den dreißiger Jahren und der unvollendet gebliebenen ersten russischen Marx-Engels-Werkausgabe konnte im Moskauer Marx-Engels-Lenin-Institut an die Realisierung einer zweiten Werkausgabe gegangen werden."

Ja jemand eine Ahnung, was der böse Stalinismus da gemacht ha

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 Betreff des Beitrags: Re: Marx-Engels-Werke und der Stalinismus
BeitragVerfasst: Fr 6. Apr 2007, 14:21 
Moderator

Beiträge: 876
Bei Wikipedia heißt es:

"Die Marx-Engels-Gesamtausgabe (kurz MEGA, mitunter MEGA²) ist eine historisch-kritische Ausgabe der gesammelten Werke von Karl Marx und Friedrich Engels.

Bereits von 1931 bis 1941 erschien in Moskau eine sich wissenschaftlichen Editionskriterien verpflichtete Marx-Engels-Gesamtausgabe, die aber nach der Verhaftung und Hinrichtung des Leiters des dortigen Marx-Engels-Institutes David Rjasanow 1938 und weiterer Mitarbeiter im Zuge der Stalinschen Säuberungen abgebrochen werden musste. Im Verlauf dieser Ausgabe wurden bisher nicht erschienene Texte, wie z.B. Die deutsche Ideologie, erstmalig veröffentlicht."

http://de.wikipedia.org/wiki/Marx-Engels-Gesamtausgabe


Es gibt ein Projekt der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, das an der Herausgabe der MEGA mitarbeitet. In deren Selbstdarstellung steht:

Die Marx-Engels-Gesamtausgabe wurde in den 1970er Jahren in Berlin und Moskau begonnen. Sie erwarb in Fachkreisen hohes Ansehen und ist in allen großen Bibliotheken der Welt präsent. Nach 1989 haben sich Wissenschaftler, Politiker und Verleger aus vielen europäischen Ländern, Japan und den USA nachdrücklich für die Fortführung der Ausgabe eingesetzt.

Auf Initiative des Internationalen Instituts für Sozialgeschichte, in dessen Besitz sich der größte Teil der Handschriften von Marx und Engels befindet, wurde 1990 in Amsterdam die Internationale Marx-Engels-Stiftung (IMES) gegründet, die seither die MEGA als akademische Edition in internationaler Forschungskooperation herausgibt. Die politisch unabhängige IMES ist ein internationales Netzwerk, dem neben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und dem Internationalen Institut für Sozialgeschichte in Amsterdam das Historische Forschungszentrum der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn und das Rußländische Staatliche Archiv für Sozial- und Politikgeschichte in Moskau angehören. Ziel der IMES ist es, die MEGA als historisch-kritische Edition sämtlicher Schriften von Marx und Engels zu Ende zu führen.

Der Umfang der MEGA wurde von 164 Bänden auf 114 Bände reduziert, von denen bereits 52 erschienen sind. Derzeit arbeiten Wissenschaftlerteams in Deutschland, Rußland, Frankreich, den Niederlanden, Dänemark, Italien, den USA und Japan an der MEGA, die damit das bedeutendste internationale Projekt dieser Art ist, das auch von der Europäischen Union gefördert wird.

Mit dem Wechsel vom Karl Dietz Verlag zum Akademie Verlag und der Veröffentlichung der ersten nach den revidierten Editionsrichtlinien bearbeiteten Bände ist die Reorganisation des Vorhabens abgeschlossen. In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, die die langjährigen Bemühungen um die Fortführung des Ausgabe kommentiert hat, erinnerte Ulrich Raulff an deren Voraussetzungen: „Entpolitisierung, Internationalisierung und Akademisierung lauteten die drei Wünsche, die sich mit dem Fortgang der Arbeit an der MEGA verbanden. Mit dem Weggang vom Dietz Verlag dürfte der erste erfüllt sein: Der Philologie wurde der letzte Giftzahn des Parteigängertums gezogen. Die Erfüllung des dritten garantiert die Unterbringung beim Akademie Verlag. Dort rangieren die blauen Bände nun zwischen den Groß­ausgaben von Aristoteles, Leibniz, Wieland, Forster und Aby Warburg – Klassiker unter sich.“ („Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 7. Oktober 1998.)

An der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften bearbeiten acht wissen­schaftliche Mitarbeiter gegenwärtig 17 Bände und besorgen Endredaktion und Satzvorbe­reitung aller in internationaler Forschungskooperation edierten Bände.

Die nach der Rekonstituierung seit 1998 im Akademie Verlag erschienenen zehn neuen Bände fanden über die Fachwelt hinaus in der deutschen und internationalen Öffentlichkeit außerordentliche Resonanz. So widmeten ihnen die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die große japanische Tageszeitung „Asashi Shimbun“, die Londoner „Times“ und das Washingtoner „Journal of Commerce“ ausführliche Kommentare. In diesem Zusammenhang bezeichnete „Die Zeit“ (25. Februar 1999) die Fortsetzung der Marx-Engels-Gesamtausgabe als einen überfälligen Akt historischer Gerechtigkeit: „Die MEGA ist im wahrsten Wortsinne ein Säkularunternehmen, und ihr Anfang, ihr Scheitern und ihr Wiederauferstehen spiegeln geradezu paradigmatisch die geschichtlichen Tragödien des 20. Jahrhunderts wider. Wenn sie, wie der Editionsfahrplan vorsieht, um das Jahr 2025 abgeschlossen sein wird, werden es ziemlich exakt hundert Jahre gewesen sein, die nötig waren, um das Werk von Marx und Engels der lesenden Öffentlichkeit originalgetreu, das heißt unzensiert, zu erschließen.“

(...)

Das Projekt einer historisch-kritischen Marx-Engels-Gesamtausgabe geht auf David Borisovič Rjazanov (1870–1938) zurück. Der russische Gelehrte begann in den 1920er Jahren in Moskau mit der Edition einer 42bändigen Marx-Engels-Ausgabe, die in Frankfurt am Main und Berlin verlegt wurde und von der zwischen 1927 und 1941 zwölf Bände erschienen sind. Die Machtergreifung Hitlers und der in den 1930er Jahren eskalierende stalinistische Terror, dem neben Rjazanov mehrere russische und deutsche Editoren zum Opfer fielen, setzten dieser Edition, in der erstmals Marx’ „Ökonomisch-philosophische Manuskripte“ aus dem Jahre 1844 und die „Deutsche Ideologie“ veröffentlicht wurden, ein Ende.


http://www.bbaw.de/bbaw/Forschung/Forsc ... Startseite
http://www.bbaw.de/bbaw/Forschung/Forsc ... Ueberblick



Bei allem Respekt vor der Arbeit der an diesem Projekt beteiligten Wissenschaftler stellt sich doch die Frage, ob es möglich - und vor allem erwünscht - ist, unter den beschriebenen Rahmenbedingungen eine Ausgabe zu veröffentlichen, die den Intentionen der Verfasser entspricht.

Die "wissenschaftliche" Aufarbeitung, bzw. Bearbeitung der DDR-Geschichte zeigt ja, was bei solchen Projekten herauskommen kann.

Die Einreihung von Marx und Engels zwischen Aristoteles, Leibniz, Wieland, Forster und Aby Warburg wäre doch ein Sieg für diejenigen, gegen die Marx und Engels immer geschrieben haben. Welche Bedeutung haben denn Aristoteles, Leibniz, Wieland, Forster und Aby Warburg für das gegenwärtige gesellschaftliche und politische Leben? Wer kennt sie denn überhaupt? Ist es vielleicht das Ziel der Herausgeber, die MEW der totalen Vergessenheit zuzuführen und sie dabei auch noch inhaltlich den Zielen der Herausgeber entsprechend zu modifizieren?

Ich will den beiteiligten Wissenschaftlern wirklich nichts unterstellen, aber die o.g. Fragen sind meiner Meinung nach sehr berechtigt.

Sicherlich war es nicht die Zielsetzung von Marx und Engels, daß ihre Werke in 114 Bänden irgendwann in Bibliotheken verstauben.


"Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt darauf an, sie zu verändern." K. Marx, Thesen über Feuerbach, MEW 3, 7.


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 Betreff des Beitrags: Re: Marx-Engels-Werke und der Stalinismus
BeitragVerfasst: Fr 6. Apr 2007, 14:22 
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Beiträge: 4023
Zitat:
Bei Wikipedia heißt es:

"...Bereits von 1931 bis 1941 erschien in Moskau eine sich wissenschaftlichen Editionskriterien verpflichtete Marx-Engels-Gesamtausgabe, die aber nach der Verhaftung und Hinrichtung des Leiters des dortigen Marx-Engels-Institutes David Rjasanow 1938 und weiterer Mitarbeiter im Zuge der Stalinschen Säuberungen abgebrochen werden musste...."


Ist etwas über die Gründe der Verhaftung bekannt?

Zitat:
Die "wissenschaftliche" Aufarbeitung, bzw. Bearbeitung der DDR-Geschichte zeigt ja, was bei solchen Projekten herauskommen kann.


Was kam denn dabei in der DDR raus?

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 Betreff des Beitrags: Re: Marx-Engels-Werke und der Stalinismus
BeitragVerfasst: Fr 6. Apr 2007, 14:23 

Beiträge: 164
mal 2 andere Fragen, weiß jemand wo man MEGA Bände herkriegt? (außer schweineteuer antiquarisch) Herrausgegeben werden sie ja noch und ich suche nach 2 Bänden...

dann muß es bei den MEW noch einen Band 44 geben, weiß jemand was über diesen ominösen Band?


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 Betreff des Beitrags: Re: Marx-Engels-Werke und der Stalinismus
BeitragVerfasst: Fr 6. Apr 2007, 14:23 

Beiträge: 176
Meine Stalin-Werke hab ich bei www.helle-panke.de gekauft, zu einem annehmbaren Preis. Die kriegen oft Bücher alter Genossen als Spende. Da gibt's u.a. auch sehr viel MEGA-Bände.
Oder www.booklooker.de (ist ja nicht so bekannt wie antbo oder zvab), da verkaufen Antiquariate und Privathändler.


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 Betreff des Beitrags: Re: Marx-Engels-Werke und der Stalinismus
BeitragVerfasst: Fr 6. Apr 2007, 14:24 

Beiträge: 164
Zitat:
Oder http://www.booklooker.de (ist ja nicht so bekannt wie antbo oder zvab), da verkaufen Antiquariate und Privathändler.


spitze.... also das war ein sehr guter tip!! (sieht zumindest nach ersten stöbern so aus...)

die helle panke leute hab ich am wochenende dannach gefragt, hatten nicht das gesuchte...


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 Betreff des Beitrags: Re: Marx-Engels-Werke und der Stalinismus
BeitragVerfasst: Fr 6. Apr 2007, 14:24 
Administrator
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Beiträge: 4023
Zitat:
Was kam denn dabei in der DDR raus?


Da habe ich mich wohl mißverständlich ausgedrückt. Ich meinte, daß bei der "wissenschaftlichen Aufarbeitung der DDR-Geschichte" von heute so etwas herauskommt:

http://www.stiftung-aufarbeitung.de/

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