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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 17:01 
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Beiträge: 145
Einer Lehrerin eine Urlaubsreise nach GB zu verwehren, ist schon mehr als kleinlich.Hinzu kommt eine verlogene Begründung, sprich bloße Ideologie. Hier zeigt sich klar, daß die Führung kein Vertrauen in ihr eigenes Volk hatte,
mal davon abgesehen, daß die Bevölkerung fadenscheinige Begründungen mit Hohn und Verachtung quittiert. Dies ist der Anfang vom Ende. Wenn der kapitalistische Staat sowie das Kapital mißtrauisch und verschleiernd gegenüber dem Proletariat sind, so entspricht das dem Wesen einer Klassengesellschaft. Eine sozialistische Gesellschaft muß zwangsläufig scheitern, wenn zwischen Führung und Proletariat kein Vertrauen besteht


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 17:01 
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Beiträge: 4023
Ich sag ma so: Vor den Interessen der Gesellschaft müssen individuelle Interessen zurückstehen. Und die interessen waren eben nicht als Erstes, ins Ausland zu fahren sondern das eigene Land zu schützen. Leider wurde das nicht im ausreichenden Maße vermittelt.

Sicherlich war es für die Lehrerin sehr ärgerlich, aber wir können hier die wahren Gründe der entsprechenden Behörden nicht nachvollziehen.

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Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 17:02 
Troll

Beiträge: 145
Ja, richtig, sehr wichtig war es natürlich nicht, ob "die Lehrerin nach England reisen konnte oder nicht. Schließlich wäre die Reise in Feindesland gegangen.
Ziemlich unangenehm ist vielmehr der Umstand, warum die Reise nicht möglich war. "Die Sicherheit der L. kann dort nicht gewährleistet werden".
Eine solche Heuchelei kommt bei den Wenigsten gut an.
Um einiges besser ist es doch wohl, zu sagen:"Wir möchten keinen Kontakt zum kapitalistischen Ausland".
Eine solche Botschaft ist zwar für Manche unangenehm, aber ehrlich und offen.
Gerade eine sozialistische Gesellschaft hat Ehrlichkeit bitter nötig.
Das Lügen sollte man getrost dem Kapitalismus überlassen, der so etwas für seine ausbeuterische Politik dringend braucht!


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 17:02 

Beiträge: 2008
Zitat:
Einer Lehrerin eine Urlaubsreise nach GB zu verwehren, ist schon mehr als kleinlich.Hinzu kommt eine verlogene Begründung, sprich bloße Ideologie. Hier zeigt sich klar, daß die Führung kein Vertrauen in ihr eigenes Volk hatte,
mal davon abgesehen, daß die Bevölkerung fadenscheinige Begründungen mit Hohn und Verachtung quittiert. Dies ist der Anfang vom Ende. Wenn der kapitalistische Staat sowie das Kapital mißtrauisch und verschleiernd gegenüber dem Proletariat sind, so entspricht das dem Wesen einer Klassengesellschaft. Eine sozialistische Gesellschaft muß zwangsläufig scheitern, wenn zwischen Führung und Proletariat kein Vertrauen besteht.


Tja, siehste ... und da haben wir ab 9.Oktober 1989 alles anders gemacht. Haben die Menschen reisen lassen, waren ehrlicher als vorher und zeigten Vertrauen ins eigene Volk. Jeder konnte selbst entscheiden.

Womit wurde es gedankt? Das "Volk" ging auf die Straße und brüllte den Kapitalismus zurück. Heute heulen viele, dass sie es sooooo nicht gewollt und gedacht hätten. Ja, Pech. Vorher Marx, Engels, Lenin und Stalin lesen.

Bestand eigentlich Vertrauen zwischen der polit. Führung um STalin und dem sowjetischen Volk? Muss es ja wohl - zumindest bis 1953 ...

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»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 17:02 
Troll

Beiträge: 145
Der falsche Zeitpunkt und völlig unkontrolliert. Castro, wie schon gesagt, weiß offensichtlich ziemlich gut, wann er die Schleusen zu öffnen hat und die ganzen Spinner, Kapitalistenträumer, Kriminelle sowie sonstige unverbesserliche Sozialismusfeinde nach Florida absegeln läßt. Die ganze Mischpoke sowie Verblendete ist er so mit einem "Schlag" jedenfalls los.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 17:03 

Beiträge: 462
Zitat:
Ich sag ma so: Vor den Interessen der Gesellschaft müssen individuelle Interessen zurückstehen. Und die interessen waren eben nicht als Erstes, ins Ausland zu fahren sondern das eigene Land zu schützen. Leider wurde das nicht im ausreichenden Maße vermittelt.


Die verweigerte Ausfahrgenehmigung hatte mit der Sicherheit der DDR überhaupt nix zu tun. Die entscheidnde Frage ist doch welche Interressen der Bürger dürfen im sozialistischen Staat beeinträchtigt werden und welche nicht.

Zitat:
Sicherlich war es für die Lehrerin sehr ärgerlich, aber wir können hier die wahren Gründe der entsprechenden Behörden nicht nachvollziehen.


Ich bezweifele das es dafür irgendwelche vernünftigen gründe gegeben hat. Eben weil es keine vernünftige Entscheidung war.

Zitat:
Sollte man nicht verhindern, die Menschen in ihr Unglück laufen zu lassen?

Wenn Du Kinder hast (oder mal haben solltest), die in sehr jungen Jahren den Wunsch kund tun, über die Straße laufen zu wollen und Du siehst, dass dies auf grund mehrerer Fahrzeuge sehr gefährlich für das Kind werden könnte - wie entscheidest Du Dich dann? Sagst Du dann auch, na lauf doch zu, dummes Kind, oder? ...


Wir reden hier nicht über Kinder sondern über erwachsene Menschen denen man durchaus ihr Recht auf freie Entscheidung zugestehen sollte. Man muss Menschen auch ihr recht auf Fehler zugestehen solange diese Fehler keine schlimmen Folgen haben.

Zitat:
Um einiges besser ist es doch wohl, zu sagen:"Wir möchten keinen Kontakt zum kapitalistischen Ausland".
Eine solche Botschaft ist zwar für Manche unangenehm, aber ehrlich und offen.
Gerade eine sozialistische Gesellschaft hat Ehrlichkeit bitter nötig.
Das Lügen sollte man getrost dem Kapitalismus überlassen, der so etwas für seine ausbeuterische Politik dringend braucht!


Da muss ich dir zustimmen. Was ich hier kritisieren will ist der mangelhafte Umgang der SED-Führung mit der sozialistischen Demokratie. Grade für eine entwickelte sozialistische gesellschaft ist doch eine transparenter Aufbau der unbedingt notwendigen Staatsbürokratie genauso wichtig wie das richtige Verständnis der Grundlagen des ML.

Zitat:
Tja, siehste ... und da haben wir ab 9.Oktober 1989 alles anders gemacht. Haben die Menschen reisen lassen, waren ehrlicher als vorher und zeigten Vertrauen ins eigene Volk. Jeder konnte selbst entscheiden.

Womit wurde es gedankt? Das "Volk" ging auf die Straße und brüllte den Kapitalismus zurück. Heute heulen viele, dass sie es sooooo nicht gewollt und gedacht hätten. Ja, Pech. Vorher Marx, Engels, Lenin und Stalin lesen.

@gewe: Du hast irgendwie den Hang dazu gewisse Dinge völlig aus dem Zusammenhang zu reißen um sie so umzumodeln, dass sie in dein Argumentationschema passen. Im Jahre 1989 war die SED derartig von ihren einstigen proletarischen und klassenkämpferischen Grundlagen entfernt das die kapitalistische Konterrevolution leichtes Spiel hatte unsere sozialistische Gesellschaft zu zerstören. Mein Ideal ist hier nicht reisefreiheit nach mallorca und Drecksimperialismus, sondern liberalere Ausreisebedingungen und eine erfolgreiche entwickelte sozialistische Gesellschaft auf den Grundlagen des ML.
Mir geht es hier nicht darum die DDR schlechtzureden sondern politische und damit ideologische Fehler unserer sozialistischen Partei aufzuzeigen um sie in Zukunft zu vermeiden. Das Problem des fehlenden Verständnis des Umgenages mit der sozialistischen Demokratie war z.B. in der Spaltung der KPD und KPD(B) zu beobachten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 17:03 

Beiträge: 2008
Tja, lieber Sven. Ich habe von erwachsenen Menschen gesprochen. Dennoch ist mein Vergleich zutreffend. Du mußt das keinesfalls akzeptieren, doch bei diesem Vergleich (mag scheinen, dass es vordergründig um Kinder geht) ist gemeint, dass Menschen (gleich welchen Alters) immer die Chance haben, in Gefahr zu geraten, wenn das erforderliche Wissen fehlt. Ich denke, hier haben wir alle mehr oder weniger in den letzten 15 Jahren unser Lehrgeld bezahlt und werden weiter bezahlen.

Deine Argumentation stößt mir nicht auf, weil ich in Dir einen DDR-Feind o.ä. sehe, nein, sie stößt mir auf, weil ich Deine Einstellung und Deinen Standpunkt eben kenne und dann genau von Dir hier (aber auch von dem einen oder anderen) Dinge höre, die ich hinsichtlich Recht auf freie Entscheidung und soll doch jeder mal seine eigenen Erfahrungen machen usw. usw. ende der 80-ziger Jahre von Leuten gehört habe, wo ich genau wußte, die haben nur ein Ziel - den Sozialismus abzuwürgen.

Kohl hat ende 1990 alle Noch-DDR-Bürger eingeladen, sich die BRD anzuschauen und sich selbst ein Urteil zu bilden (der wollte auch nicht die DDR erhalten). Die Noch-DDR-Bürger, vor allen die, die nur mit dem Bauch denken können, waren ganz gewiß nicht in der Lage, sich ein objektives Urteil zu bilden. Sie haben die bunte, schillernde Fassade kennen gelernt. Einblick in Arbeitsprozesse, soziale Probleme etc. hat in den wenigen Wochen wohl kaum einer bekommen. Wohl auch deshalb mußte der Prozeß der "Weidervereinigung" so schnell über die Bühne gehen.

Diese Menschen hat es auf Grund ihres Unwissens (ich sage bewußt nicht Dummheit) nach 1989 häufig besonders hart getroffen (Beispiele in der Verwandtschaft sprechen da Bände).

Wenn dann derartige Mitmenschen schimpfen, dass es ihnen schlecht geht und den ehemaligen Genossen würde es gut gehen, kann ich nur sagen:

Vielleicht hat den "ehemaligen" Genossen ihr Wissen über das Wesen des Kapitalismus geholfen, sich auf die reale Situation und die veränderten Anforderungen besser einzustellen, als das so mancher unwissende Mitmensch konnte. Ein Kind, was die Gefahren des Straßenverkehrs kennt, wird sich darauf einstellen und überleben. Nun klarer?

Was das "aus dem Zusammenhang reisen" betrifft, hast Du sicher nicht ganz Unrecht. Manchmal ist es der effektivste Weg, etwas provokatorisch und unvollständig (sprich: nicht bis ins letzte Detail ausgeleuchtet) in die Diskussion zu werfen. Andererseits, wenn man länger und tiefer nachdenkt, wird man vielleicht auch feststellen, dass hier bewußt eine Situation überspitzt dargestellt wurde, um sie in verschärfter Form deutlicher zu machen.

Du darfst davon ausgehen, dass ich mir bei diesen Anmerkungen zur "Freiheit" ab Oktober 1989 etwas gedacht habe und mir auch im klaren war, dass hier bereits nichts mehr am weiteren geschichtlichen Verlauf zu ändern war. Die Weichen zu dieser Konterrevolution wurden seit Anfang der 50-ziger Jahre gestellt. Vollendet von Gorbatschow & Co. und aufrechterhalten auch von einer revisionistischen Führung einer PDS (Führung - keinesfalls die meisten Mitglieder!).

Die Diskussion um demokratischen Sozialismus habe ich seit ende der 60-ziger Jahre selbst miterlebt. Das kam mit der PDS 1989 für mich nicht als neues Thema. Allerdings als neues "Fragezeichen".

Die praktische Umsetzung dieser Ideologie mit den Ereignissen 1968 in der CSSR hat mich persönlich derart tangiert, dass ich im August 1968 (keine 40km von der Grenze entfernt wohnend) nachts stundenlang Panzer und anderes Militärgerät rollen hörte - nur einige Meter entfernt. Ich kann Dir versichern, dass ist keine ruhige Nacht gewesen, sowas vergißt man nicht. Genauso wenig, wie wir als heranwachsende Schulkinder 1961 große Ängste ausstanden, als die Gefahr eines 3. Weltkrieges mit Atomwaffen in Folge der Kubakrise bestand.

In diesen Tagen waren Themen wie Reisefreiheit und mehr Demokratie im Sozialismus weit in den Hintergrund geraten. Da bewegten die meisten meiner Mitmenschen ganz andere Sorgen. Da gab es auch viel Zustimmung zum Mauerbau, vor allen als in den folgenden Jahren klar wurde, dass hier an einem der kritischsten Punkte des kalten Krieges erst mal Ruhe einzog.

Damit wir uns nicht wieder falsch verstehen, ich gehöre keinesfalls zu den Genossen, die der Meinung waren oder sind, mit der erreichten Entwicklung der soz. Gesellschaft in der DDR hatten wir bereits das Beste vom Besten erreicht. Ich habe auch meine Liste der Dinge, mit denen ich nicht zufrieden war und wo ich gehofft und dafür gearbeitet habe, dass diese Probleme gelöst werden können.

Ich war mir aber auch jederzeit darüber im klaren, was ich an Gutem an dieser DDR hatte. Das möchte ich nicht mit Nostalgien verwechselt wissen. Nein, ich kann da viele bekannte Fakten nennen und aus eigenem Erleben bestätigen. Für eine bessere DDR war ich immer zu haben, aber niemals für die Beseitigung des Sozialismus. Dafür habe ich gern auf das eine oder andere westliche "Schaufensterangebot" verzichtem können. Für mich waren andere Dinge weitaus lebenswichtiger und nicht die zu erwartenden Konsequenzen eines Lebens im Kapitalismus.

Ich habe aber auch gelernt und lerne es immer wieder, das es verdamt wichtig ist, das scheinbare, vorgründig Offensichtliche vom Wesen einer Sache zu unterscheiden. Das scheinbar Bessere waren das Superangebot in den Schaufenstern einer BRD, waren die Reisemöglichkeiten für die Bundesbürger usw. usw. usw. Das Wesen der auf Profit ausgerichteten Gesellschaft besteht aber nicht darin, die Menschen glücklich und zufrieden zu machen.

Das dies bis vor etlichen Jahren so aussah, hatte auch etwas mit dem Wettbewerb der Systeme zu tun. Dieser Wettbewerb ist nunmehr für eine gewisse Zeit abgestellt. Die Folgen sind Sozialabbau, hohe Arbeitslosigkeit, Reallohnverlust usw. usw. usw. Das kann ich aber nur verstehen, wenn ich das Wesen der kap. Gesellschaft verstanden habe und es als Tatsache akzeptiere, dass der Kapitalismus sich nunmehr uneingeschränkt in seinen reaktionärsten Formen entwickeln kann.

Es hilft uns allen nichts, aber auch gar nichts, wenn wir hier Illusionen aufsitzen, die uns gewisse Steigbügelhalter und Kapitalismusverbesserer der Neuzeit gern auftischen.

Für mich ist es nur eine Frage der Zeit, bis SPD und PDS.DieLinke einen "Vereinigungsparteitag" abhalten. Dann werden Herr Gysi & CO. auch dafür die entsprechende "sozialistische" Rechtfertigung finden (was für einen Anwalt nun wahrlich kein rethorisches Problem sein sollte).

Diesen Tag wollten offenbar einige ehemalige Genossen der KPD nicht mehr in dieser Partei erleben. Eine Partei, die begonnen hat, Tür und Tor den Kräften der PDS zu öffnen, die auch gern die Kommunisten einer KPD für ihre revisionistischen Ziele mißbrauchen wollen.

Das Wesen der Spaltung von KPD in KPD und KPD(B) ist nicht das fehlende Verständnis des Umganges mit der sozialistischen Demokratie, sondern die Ablehnung der bürgerlichen Demokratie und der Wille zur Fortsetzung einer konsequent marxistischen und kommunistischen Politik. Basierend auf dem Wissen und der Erfahrung, dass jeglicher Revisionismus zum Untergang einer kommunistischen Partei führt.


Wenn wir schon beim Thema Gedächtnis und persönliche Erfahrungen sind, gestatte mir einige Anmerkungen zu der hier neuerdings wieder (zu recht) aufkommenden Diskussion, ob eine nur friedliche Raumfahrt heute denkbar ist.

Ich habe als Schulkind bereits den Start von Sputnik 1 am 4.Oktober 1957 (am Radio und in der Zeitung) miterlebt wie auch den ersten Raumflug von Gagarin am 12.April 1961. Bei nahezu allen anderen Daten der Raumfahrt müßte ich jetzt nachschlagen - den 26.08. 1978 mal ausgenommen. Ich habe die gesamt Entwicklung über die letzten 45 Jahre interessiert verfolgt und nicht wenige Diskussionen zu Sinn und friedlichen Absichten der Raumfahrt erlebt. Ich bin ein starker Befürworter der Raumfahrt, wie aller moderner Technologien. Doch ich habe immer wieder erleben und erkennen müssen, alles was sich die Menschen an unwahrscheinlichen tollen Dingen einfallen lassen, kann für oder gegen bestimmte Interessen eingesetzt werden.

Wofür letztendlich - das ist immer eine Frage der bestimmenden Zielrichtung einer Gesellschaft. Anders gesagt, es wird unter kapitalistischen Bedingungen keine wirklich friedlichen Raumfahrtprogramme geben. Vieles mag erst einmal mit friedlichen Absichten beginnen und auch eine bestimmte Zeit so geführt werden. Irgendwann wird es immer jemanden geben, der darin ein Möglichkeit sieht, Teile oder eine gesamte Lösung für seine reaktionären Absichten einzusetzen.

Ich will Dich damit keinesfalls auffordern, Dein Studium zu schmeißen oder Deinen zukünftigen Beruf an den Nagel zu hängen, bevor Du ihn begonnen hast. Du wirst in jedem anderen Beruf früher oder später und mehr oder weniger wieder vor dem gleichen Problem stehen.

Im Kapitalismus werden wir zwecks Erwerb des Lebensunterhaltes - so wir denn dürfen - in kapitalistischen Unternehmen oder Organisationen unsere Arbeitskraft verkaufen müssen. Sich dem einfach nur zu verweigern und die "sozialen Segnungen" dieser Gesellschaft in Anspruch zu nehmen, betrachte ich nicht als den erstrebenswerten Lebensweg für einen Kommunisten.

Sich der Situation bewußt zu sein und die Realität klar vor Augen zu haben und dann im Sinne seiner Ziele tätig zu werden, dass bringt die Sache wohl eher voran. Letztendlich brauchen wir eines Tages für den Sozialismus auch wieder Raumfahrtexperten.

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»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 17:04 

Beiträge: 462
Boaahhh!! Ich will dir erst mal danken für deine lange Antwort in der du viele richtige und kluge Aussagen getroffen hast die ich ohne Probleme unterschreiben kann. Um es kurz zu halten:
1. selbstverständlich war (und ist) objektiv, und inzwischen bei vielen Menschen sogar subjektiv die DDR das Beste was uns allen passieren konnte. Diese Frage steht außer Zweifel bei allen positiven wie negativen Seiten.
2. Meine Grundfrage ist eben wie lassen sich revisionistische Strömungen in einer Kommunistischen Partei nicht nur verhindern sondern wenn sie auftauchten wieder entfernen.
Ein von mir indirekt vorgeschlagener Ansatz ist ein mehr an innerparteilicher Demokratie zuzulassen. Ziel des Vorschlages ist das Vertrauen, die Kollegialität usw. in der Parteibasis sowie zwischen der Parteibasis und der Führung zu verbessern. Inwieweit das in der SED notwendig war kannst du sicherlich besser beurteilen als ich. In der KPD hat es meiner Erfahrung nach daran mächtig gehabert weshalb es sie wohl auch nich mehr lang geben wird. Ein mehr an innerparteilicher Demokratie in der SED hätte in der DDR notwendigerweise zu einem mehr an sozialistischer Demokratie geführt. D.h.:
- transparentere bürokratische Strukturen,
-mehr Bürgernähe in kurzfristigen wie langfristigen ökonomischen Entscheidungen,
- mehr Liberalität im Umgang mit oppositionellen Gruppierungen die ja nicht nur sozialismusfeindliche Überzeugungen vertraten sondern auch den Finger auf kritikwürdige Punkte legten. Das bedeutet aufnehmen dieser richtigen Kritiken um ihnen zu entsprechen. z.B. Umweltproplematik
-mehr Ehrlichkeit und Vertrauen in der Propaganda
Die entscheidende notwendige Bedingung bei der Umsetzung aller genannten Punkten ist aber das die unter sauberer marxistisch leninistischer Führung stehende Arbeiterpartei alle Fäden in der Hand hält,um die Entwicklung steuern und kontrollieren zu können.
Es gibt noch mehr solche diskutable Fragen. Dies hört sich vielleicht für dich genauso an wie das Gewäsch der Revissionisten in den 50er bis 80er Jahren. Doch ist dies ernst gemeint und nicht sozialismusfeindlich. Um aber nicht bei einer hätte, würde, könnte Diskussion stehen zu bleiben: genau diese Probleme mit dem Umgang mit der innerparteilichen Demokratie führte zum Abstieg der KPD. Dies kann dir so mancher Genosse bestätigen. Natürlich war dieses Problem nicht das einzige. Die ideologischen Unterschiede zwischen KPD und KPDB sind nicht sehr groß und beide halten sich für die größten Nicht-Revissionisten. Torsten hat immer wieder völlig richtig betont das praktisch politisch wie ökonomische Probleme immer aus ideologischen Problemen resultieren. Dies gilt für den sozialistischen Staat genauso wie für eine kommunistische Partei.
Zu dem Thema Raumfahrt werd ich mal im VIP-Forum antworten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 17:04 

Beiträge: 2008
Zitat:
Und das macht es besser das BürgerInnen der SU/DDR nicht reisen durften?


Und was macht es besser, das BürgerInnen der SU/DDR heute reisen dürfen?
... wenn sie es denn finanziell sich leisten können?

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Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 17:04 
Troll

Beiträge: 145
@Berkmann: wenigstens 5 maßgebliche Gründe führten zum Bau der Mauer
1. wirtschaftl. Gründe
konkret: die Produktivkräfte, mithin Wirtschaftskraft, waren von der BRD größer als von der DDR! Warum?a) Die BRD erhielt etwa 1948 den sogenannten Marshalplan (Wirtschaftshilfe) in Milliardenhöhe -die DDR kein entsprechendes Pendant, b) die BRD zahlte so gut wie keine Reparationen, anders hingegen ihr kleinerer Nachbar, c) die BRD beutete ihre Lohnabhängigen z.B. in Form von Arbeitshetze aus-in der DDR konnte man langsamer arbeiten; die sogenannte 3. Welt, besser gesagt Trikontstaaten standen der BRD für Ausbeutungszwecke zur Verfügung-ein sozialistischer Staat kann unmöglich auf diese "Ressourcen" zurückgreifen
d) BRD im Besitz von Steinkohle (war mal wichtig) - DDR nur die minderwertige Braunkohle
e) in den Achtzigern wurde die DDR von der SU übervorteilt, Stichwort Gaspipeline
In all diesen Zusammenhängen hatte die BRD einen höheren Lebensstandard, was den Individualkonsum anbelangt, hinzu kommt, daß es bis ca. 1980 nur wenig Arbeitslosigkeit gab.
Durch den Systemwettbewerb war sowohl das Kapital sowie BRD-Staat gezwungen, Zugeständnisse an die Bevölkerung einzuräumen. Bei jeder Tarifverhandlung saß die DDR uinsichtbar am Verhandlungstisch mit.
Die sozialenLeistungen der alten BRD waren bei Weitem nicht so erbärmlich wie jetzt.
2. Die Mauer war auch ein Schutz der DDR vor Schädigungen durch die BRD!
Diese waren: Einschleusen von Agenten, Provokateuren, Leerkaufen der DDR-Geschäfte,
Einschleppen von Geld (Verhältnis 1:4) sowie sonstige Gelder, Einschleppen von Propagandamaterial etc.
3. ideologische Gründe: wer will schon mit seinen größten Feinden Kontakte herstellen
die BRD war von Anfang an auf die Vernichtung der DDR aus. Dazu gehörte z.B. eine Strafverfolgungsstelle in Salzgitter, Kriegspläne von Adenauer usw.; überhaupt es herrschte Kalter Krieg!!!
4. fehlende Anerkennung der DDR als eigener Staat. Jeder DDR konnte beim Aufenthalt in der BRD sofort deren Bürger werden.
Nun frage ich Dich, glaubst Du im Ernst die USA z.B. würden Menschen als Touristen in ihr Land lassen, wenn dieses sie nicht als Staat anerkennen würde, bzw. umgekehrt, d.h. die BRD würde eine Reise in ein solches Land verbieten. Man denke gleichfalls an die USA, die ihren Bürgern eine Reise nach Kuba oder z.B. Nordkorea verbietet.
Bei kleineren Staaten ist das bereits eine Kriegserklärung!
5. die DDR setzte die Planwirtschaft nur begrenzt effizient ein, nutzte sie nicht optimal für ihre Wirtschaft.
Last but not least, lies Dir mal den ganzen Thread durch, alles Weitere wird durch ihm komplettiert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 17:05 
Troll

Beiträge: 145
@Bergmann: Auf Grund meiner Darlegungen hättest Du eigentlich entnehmen können, daß nicht alle DDR-Bürger gefestigte Sozialisten/innen waren, noch sein konnten!
Mir ist unklar, warum Du das nicht verstehst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 17:05 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
weil er es vielleicht nicht verstehen will???
Solch einen Eindruck habe ich nämlich!

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Pole Pole Mzungu. Welcome to Tanzania, the land where dead cows are lying and dogs are flying. But be careful of the ju-wai-biems. Now let's search for some Schtonetools and after that let's go to Tohu-Wa-Bohu (also known as Mto-Wa-Mbu/Moskitotown)


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 17:05 
Troll

Beiträge: 145
Dann ist es ihm entweder nicht wichtig, oder es fehlt ihm an Ernsthaftigkeit.
Verfestigt sich dieser Eindruck, dann ist es sinnlos auf ihn einzugehen.
Vielleicht trollt er auch nur.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 12:22 
Literat

Beiträge: 2947
siehe auch:
viewtopic.php?f=21&t=1070

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Der Hunsch wars!


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