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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 16:53 

Beiträge: 71
Hallo Leute!

Mich beschäftigt eine Frage ganz besonders: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
Geschlichtliche Ereignisse muss man ja immer in zeitlichen und räumlichen Zusammenhängen sehen, und gerade da fehlt es mir an Material.

Danke schonmal.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 16:53 
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die grenzsicherungsmaßnahmen der ddr waren dazu da, die terretoriale und wirtschaftliche integrität der ddr zu sichern.

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Otto Grotewohl, Ministerpräsident der DDR, zum 17. Juni 1953:
"Viele klassenbewußte Arbeiter, die Zeugen der Ereignisse des 17. Juni waren, erklärten: Wir haben manchen Streik erlebt, aber wo Arbeiterheime zerstört, volkseigene Geschäfte geplündert und rote Fahnen heruntergerissen und verbrannt werden, dort kann von einem Kampf um Arbeiterinteressen nicht mehr die Rede sein, dort ist der Klassenfeind am Werk."
("Otto Grotewohl - Im Kampf und die einige Deutsche Demokratische Republik - Reden und Aufsätze, Auswahl aus den Jahren 1945-1953", Dietz Verlag Berlin, 1954, Band III, S. 436/437)


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 16:54 
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Zitat:
Mich beschäftigt eine Frage ganz besonders: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?


Es existierten zwei(!) Staaten. Zwischen diesen Staaten existierte eine Grenze. Der eine Staat war der Ansicht, seine Grenze sichern zu müssen. Dieses Recht hat jeder Staat auf dieser Welt.

Westberlin zählte (wenn auch nur halb offiziell) zur BRD. Also existierte zwischen dem Berlin der DDR und dem Berlin der BRD eine Grenze. Diese Grenze wurde befestigt.

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“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 16:54 

Beiträge: 71
Soweit so gut. Aber musste man unbedingt Menschen abschießen, nur weil sie die Grenze passierten bzw. flüchteten?


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 16:54 
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an welcher grenze wird das heute nicht gemacht?

und jeder wusste, dass geschossen wird...

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Otto Grotewohl, Ministerpräsident der DDR, zum 17. Juni 1953:
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("Otto Grotewohl - Im Kampf und die einige Deutsche Demokratische Republik - Reden und Aufsätze, Auswahl aus den Jahren 1945-1953", Dietz Verlag Berlin, 1954, Band III, S. 436/437)


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 16:55 
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Zitat:
Soweit so gut. Aber musste man unbedingt Menschen abschießen, nur weil sie die Grenze passierten bzw. flüchteten?


Ich möchte Dir ein Bild zeigen:

Bild

Dieses Bild wurde vor kurzem in Freiberg aufgenommen, bei einer Ausstellung der Bundeswehr. Was denkst Du, passiert, wenn dort jemands Nachts rumwandert, dort eindringt und den Anruf durch den Wachsoldaten ignoriert? Meinst Du, man bewirft ihn dann mit Blumen? Nein. Man wird schießen. So wie es auch an jeder Grenze auf dieser Welt passieren würde.

Die Grenzer an der Grenze der DDR hatten folgende Anweisungen, um einen Grenzdurchbruch zu verhindern, und zwar in genau dieser Reihenfolge.

1. Anruf des Grenzverletzers.
2. Ein Warnschuß in die Luft.
und erst, wenn Punkt 1. und 2. nicht fruchteten:
3. Ein (1) gezielter Schuss, um den Grenzverletzer aufzuhalten.

Dabei sollte dabei geachtet werden, das der Grenzverletzer nicht tödlich getroffen wird. Wenn man aber auf ein bewegliches Ziel schießt, ist es nicht einfach, genau zu zielen, was zur Folge hat, das ein Schuss auch tödlich enden kann.

Letztendlich: Jeder Grenzverletzer wusste genau, welches Risiko er eingeht. Die Verletzung der Grenze war eine Straftat, und ist es heute auch noch in (fast) allen Ländern. Oder warum haben Zöllner, Grenzbeamte u.a. Schusswaffen dabei?

Übrigens, gibt es eigentlich eine Statistik, wieviele Grenzverletzungen erfolgreich verliefen und wie viele beschossen wurden, ohne getroffen zu werden?

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 16:55 
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Möglicher Zeitungsartikel zum 13. August 1961
von Alexander | 05. Januar 2004


15. August 1961

Grenzen gesichert

In der Nacht vom 12. zum 13. August 1961 nahmen Einheiten und Verbände der NVA ge-meinsam mit Kampfgruppen der Arbeiterklasse, der Grenzpolizei und der Volkspolizei, unterstützt von den in der DDR stationierten Truppen der Sowjetarmee, die bis dahin offene Staatsgrenze der DDR zu Westberlin unter Kontrolle und verstärkten den Schutz der Grenze zur BRD.1 Weitere Schritte zur Sicherung der Grenzlinie sollen in den nächsten Tagen folgen. Vorrausgegangen waren diesen wichtigen Maßnahmen verstärkte Aggressionsvorbereitungen des Westens gegen die DDR.2 Der sogenannte Forschungsbeirat der Regierung der BRD für „Fragen der Wiedervereinigung Deutschlands“, dem Mitarbeiter der Regierung, der Geheimdienste und hohe Offiziere der Bundeswehr, Vertreter von Großbanken, Monopolen und Unternehmerverbänden sowie rechte Führer der sozialdemokratischen Partei und der Gewerkschaften angehören, hat Pläne für einen „Tag X“ vorbereitet.3 Darin ist vorgesehen, die DDR zu annektieren, die volkseigenen Betriebe und Banken unter die Monopole der BRD aufzutei-len, die landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften aufzulösen und das Land den ehemaligen Junkern und Großgrundbesitzern zu übergeben.4
Die Sicherungsmaßnahmen des 13. Augusts trafen die herrschenden Kreise der USA, der BRD und anderer NATO-Staaten völlig überraschend.5 Sie bedeuten für den deutschen Imperialismus die schwerste Niederlage seit der Gründung der DDR.6
Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung der DDR steht geschlossen hinter den Sicherungsmaßnahmen, was zeigt, dass sie der konsequenten Politik der SED zustimmt, den Sozialismus und den Frieden zu sichern.7
Die bürgerliche Pariser Zeitung „Libération“ schrieb am gestrigen 14. August, dass die von der DDR getroffenen Maßnahmen Vorsichts- und Verteidigungsmaßnahmen sind. „Ist es nicht ganz normal“, fragt sie, „dass sich die DDR vor jeder Provokation (man weiß, dass die Bonner und Westberliner Politiker Meister auf diesem Gebiet sind) schützt? Jede Maßnahme, die verhindern kann, dass das Pulverfass in Brand gesteckt werden kann, ist nicht einzig und allein deshalb schlecht, weil sie vom Osten kommt.“8
Mit den verschärften Sicherungsmaßnahmen ist es der DDR gelungen sich gegen den imperialistischen Feind zu behaupten und seine Integrität, territorial wie auch wirtschaftlich zu sichern.



1 Geschichte der SED, Dietz Verlag, Berlin 1978, Seite 417
2 Ebd. S. 414
3 Ebd. S. 414
4 Ebd. S. 414 (Anmerkung: Darauf mussten diese Leute allerdings bis zum Jahre 1989 warten.)
5 Ebd. S. 417
6 Ebd. S. 418
7 Ebd. S. 418
8 Ebd. S. 418

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Otto Grotewohl, Ministerpräsident der DDR, zum 17. Juni 1953:
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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 16:55 

Beiträge: 71
Okay, übrzeugt. ABer ich habe noch eine Frage.
War es für ein DDR Bürger möglich jedes Land zu besuchen? Man hört ja immer, daß die eingesperrt wurden. Aber was ist nun wirklich dran?


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 16:55 

Beiträge: 181
So viel ich weiss durfte man von einem sozialistischen Staat zu einem anderen sozialistischen Staat reisen. Sonst allerdings nirgends anders hin.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 16:56 
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Zitat:
War es für ein DDR Bürger möglich jedes Land zu besuchen?


Pytro, trollst Du? Du kennst die Antwort auf diese Frage genau.

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 16:56 
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mit genehmigungen ging alles!

also, man hätte halt einfach nur mal den (beschwerlicheren) weg über die behörden nehmen müssen.

übrigens: rentner durften überall hinreisen.

noch was:

es ist KEIN menschenrecht zu reisen.

(entgegen den falschen ebhauptungen der westlichen hetzer)

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 16:56 

Beiträge: 181
Und wenn man in die Sonne reisen wollte, so konnte man ohne Komplikationen nach Cuba. Das genügt doch, oder? Wo will man denn sonst hin?


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 16:56 
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das ist mir neu...

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 16:56 

Beiträge: 181
Zitat:
das ist mir neu...


Ich weiss es auch nicht ganz genau. Ich nehme nur mal an, dass man in die sozialistischen Staaten ohne Papierkram einreisen konnte, wenn man von einem solchen kam.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 16:57 

Beiträge: 71
Zitat:
Pytro, trollst Du? Du kennst die Antwort auf diese Frage genau.

Ich habe nur mal einen Text von dir überflogen, wo du geschrieben hast, daß man überall hinreisen konnte. Bei sowas bin ich mir da nicht so sicher, ob auch alles so gemeint, ist wie geschrieben. Ürbigens weiß ich nichtmal, wie der Faden hieß. (Deswegen kann ich das geschriebene von dir auch nicht nochmal nachlesen...).
Deshalb wollte ich es jetzt genau wissen und dazu noch ein wenig mehr Stimmen sammeln.
Meine Absicht ist es, Sachen, die Bruchstückhaft in verschiedenen Medien angerissen werden, erstmal zu hinterfragen und es genau zu wissen. Also von "Trollen" kann da nicht die Rede sein.
Außerdem wollte ich jemanden einen gebundenen Faden verlinken, indem das alles drin steht und erläutert wird. Nicht das du jetzt denkst, ich wollte provozieren...


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 16:57 
Literat

Beiträge: 2947
Zitat:
die grenzsicherungsmaßnahmen der ddr waren dazu da, die terretoriale und wirtschaftliche integrität der ddr zu sichern.


Man sprach aus diesem Grund auch von "Störfreimachung". Daß die DDR in den Sechziger Jahren wirtschaftlich so erfolgreich sein konnte, verdankt sie maßgeblich dieser Grenzschließung.

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Der Hunsch wars!


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 16:57 
Administrator
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Beiträge: 4023
Zitat:
Ich habe nur mal einen Text von dir überflogen, wo du geschrieben hast, daß man überall hinreisen konnte


Da wir beide nicht wissen, um welchen Text es ging, brauchen wir über den Text auch nicht reden. ICh weiss nämlich nicht, in welchem Zusammenhang meine angebliche Aussage stand

Ansonsten: Nein, so einfach konnte man nicht überallhin reisen. Mit der entsprechenden Geduld und ein bisschen Glück war es aber unter Umständen möglich.

Das wissen wir aber bereits alle, das ist kein Geheimnis und das streitet auch niemand ab.

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 16:57 

Beiträge: 71
Gut, danke für die Antworten. Hat mir geholfen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 16:59 
Administrator
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Beiträge: 4023
Wie war eigentlich die Grenzsicherung der Su unter Stalin? in welche Länder konnten die Bürger damals reisen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 16:59 
Moderator

Beiträge: 384
Herbert hat es schön gesagt: Die Mauer war ein wirtschaftlicher Schutzwall. Was hingegen wenig Sinn macht sind diese Sätze hier:

Zitat:
Wenn ich heute Dokus sehe über die Zeit bis 45, wie sie alle voller Begeisterung ja geschrieen haben, kan ich nicht so recht daran glauben das es den Westdeutschen wie auch sehr vielen Ostdeutschen wirklich um Frieden ging. Da war wohl eher die Sucht nach Wohlstand der Grund für das Handeln bei vielen im Osten wie auch im Westen.


1. sagt uns der gemeine Menschenverstand, daß der Krieg nicht der Lieblingszustand des Menschen ist. Übrigens ist er auch nicht der Lieblingszustand irgendeiner politischen Richtung, Partei oder sonstwas auf dem Planeten. Es ist genauso Blödsinn, daß jemand es gerne sähe, die Erde würde mit Atombomben o.Ä. zerstört. An der Vernichtung der Erde haben nurmehr Zeichentrickbösewichte zu gewinnen. Der Sportpalast? Herbert, ich bitte dich.
2. Du hast recht, es ging bei der Mauer um Wohlstand. Und: Es ging bei der Mauer um Frieden. Man bedenke mal das Wechselverhältnis zwischen Frieden und Wohlstand, und man kommt schnell zu dem Schluß, daß das eine ohne das andere kaum zu haben ist. Ein Land kann nicht aufgebaut werden, wenn Krieg ist, und je schlechter es ihm geht, umso wahrscheinlicher ist wiederum ein Krieg. Vor der Mauer hatten alle Menschen mit Verstand, Ost wie West, Angst, und zu Recht.

Honecker zitiert in seiner Erklärung vor dem Berliner Landgericht vom 3. Dezember 1992, die übrigens sehr lesenswert ist, zu diesem Thema Franz Josef Strauß, und zwar in dieser Passage, die ich seitdem auch sehr gerne zitiere:

"Durch diese Politik entstand 1961 eine Spannungssituation in
Deutschland, die den Weltfrieden gefaehrdete. Die Menschheit stand
am Rande eines Atomkrieges. In dieser Situation also beschlossen
die Staaten des Warschauer Vertrages den Bau der Mauer. Niemand
fasste diesen Entschluss leichten Herzens. Er trennte nicht nur Fa-
milien, sondern er war auch das Zeichen einer politischen und
wirtschaftlichen Schwaeche des Warschauer Vertrages gegenueber der
NATO, die nur mit militaerischen Mitteln ausgeglichen werden
konnte.

Bedeutende Politiker ausserhalb Deutschlands, aber auch in der
BRD, erkannten nach 1961 an, dass der Bau der Mauer die Weltlage
entspannt hatte.
Franz Josef Strauss schrieb in seinen Erinnerungen: "Mit dem Bau
der Mauer war die Krise, wenn auch in einer fuer die Deutschen un-
erfreulichen Weise, nicht nur aufgehoben, sondern eigentlich auch
abgeschlossen." (Seite 390) Vorher hat er ueber den geplanten
Atombombenabwurf im Gebiet der DDR berichtet (Seite 388)."

Vorher hatten alle Angst. Hinterher atmeten alle auf und konnten sich besser den Problemen im eigenen Land widmen, statt sich permanent Sorgen über einen Krieg machen zu müssen. Wenn das nicht Friedens- UND Wohlstandssicherung ist, aber was denn dann?

EDIT: Ich stelle soeben fest, daß der Satz: "Vor der Mauer hatten alle Menschen mit Verstand, Ost wie West, Angst, und zu Recht." missverständlich ist. Mit "vor der Mauer" ist "bevor die Mauer gebaut wurde" gemeint.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 16:59 

Beiträge: 462
Es gibt schon einige kritische Punkte zur Transitpolitik der SED-Führung:
- um ins imperialistische Ausland (vorallem Westeuropa) zu reisen waren langwierige Behördengänge notwendig und es wurden Prüfungen durch irgendwelche staatlichen Behörden durchgeführt die ewig andauerten und am Ende häufig zu willkürlichen Entscheidungen führten. Inwieweit das notwendig war ist eine diskutable Frage die uns auf zahlreiche Defizite im Umgang der SED-Führung mit der wichtigen Frage der sozialistischen Demokratie führen.
- Für den Tatbestand der Grenzverletztung wurden teilweise hohe Haftstrafen ausgesprochen, die in keinem Verhältnis zur Schwere der begangenen Tat standen.
-Für meinen Geschmack durften zu viele dumme Wessis einreisen die auf dem Gebiet der den ganzen Tag nur rumhetzten etc. Schließlich war das doch ein antifaschistischer Schutzwall.
Trotzdem muss man sagen das die Grenzsicherung leider die richtige
Entscheidung war auch wenn sie große zu großen Problemen in vielen Familien führte.
Eine weitere interressante Frage ist die ob die SED-Führung nicht im Jahre 1970 eine langsame Liberalisierung bezüglich der Reisen ins imperialistische Ausland hätte durchführen können. Jene die sowieso abhauen wollten, wären dann endlich weg gewesen und hätten den sozialistischen Aufbau nicht mehr gestört.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 17:00 
Troll

Beiträge: 145
Die Mauer war absolut notwendig, es hat sich ja gezeit, daß es ohne sie rasend schnell bergab mit der DDR ging!! Wie sie abgesichert wurde, ist m.E. sekundär, wichtig war deren abschirmender Effekt und der war nun mal maßgebend.
Gleichzeitig wurde aber durch die Mauer ersichtlich, daß die Wirtschaftskraft der frühsozialistischen Staaten nicht gerade groß war., sprich stagnatives Wirtschaften. Wäre dem nicht so gewesen, die massenhafte Republikflucht hätte sich erübrigt. Der "Meinungsfreiheit" wegen sind die vielen Flüchtlinge wohl kaum abgehauen.
Die Mauer wurde also gebaut, weil ein, zumindest partielles Wirtschaftsgefälle zwischen den beiden Systemen zugunsten des Kapitalismus bestand.
Sie wurde aber auch gebaut, um einer ökonomischen und politischen Unterminierung der DDR einen Riegel vorzuschieben.
Wer von flüchtenden DDR-Bürgern durch DDR-Grenzerschüsse umkam, war dem kapitalistischen Westen ziemlich egal. Die Toten eigneten allerdings hervorragend für eine üble antikommunistische Hetze, deren Spuren in den Köpfen sehr vieler Menschen nach wie vor wiederzufinden sind. Fast jeder reduziert die Mauer auf die gefallenen Schüsse, deren Bedeutung sowie Konsequenz jedoch, wird sehr selten erkannt.
Wie so oft "triumphiert" die Erscheinung- über das Wesen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 17:00 

Beiträge: 2008
Zitat:
- um ins imperialistische Ausland (vorallem Westeuropa) zu reisen waren langwierige Behördengänge notwendig und es wurden Prüfungen ...

- Für den Tatbestand der Grenzverletztung wurden teilweise hohe Haftstrafen ausgesprochen, die in keinem Verhältnis zur Schwere der begangenen Tat standen....

Eine weitere interressante Frage ist die ob die SED-Führung nicht im Jahre 1970 eine langsame Liberalisierung bezüglich der Reisen ins imperialistische Ausland hätte durchführen können. Jene die sowieso abhauen wollten, wären dann endlich weg gewesen und hätten den sozialistischen Aufbau nicht mehr gestört.


Hast Du für die ersten beiden Behauptungen Faktenmaterial in der Art, dass Du es selbst erlebt hast oder jemanden kennst, der glaubhaft versichern kann, dass er es so erlebt hat?

Wenn ja, dann bitte hier veröffentlichen. Wenn nein ... naja, lassen wir die Polemik bei der BILD.

Welche Maßstäbe legst Du an, wenn Du die Strafen als zu hart ansiehst?

Was die Liberalisierung angeht. Hat der Sozialismus die "erste Runde" nicht gerade dadurch verloren, dass immer mehr Liberalismus praktiziert wurde, dass die Revisionisten gezielt dem Sozialismus den Hals zugedrückt haben?

"Last sie doch gehen, wenn sie wollen ..." War ein zu DDR-Zeiten oft diskutiertes Thema mit genau zwei unterschiedlichen Auffassungen. Eine davon gibst Du wieder und die zweite war: Sollte man nicht verhindern, die Menschen in ihr Unglück laufen zu lassen?

Wenn Du Kinder hast (oder mal haben solltest), die in sehr jungen Jahren den Wunsch kund tun, über die Straße laufen zu wollen und Du siehst, dass dies auf grund mehrerer Fahrzeuge sehr gefährlich für das Kind werden könnte - wie entscheidest Du Dich dann? Sagst Du dann auch, na lauf doch zu, dummes Kind, oder? ...

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»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 17:00 
Troll

Beiträge: 145
Wer umbedingt meint in den Kapitalismus hineinlaufen zu müssen, dem ist eh nicht mehr zu helfen, der sollte auch gehen und wenn es geht, recht fix.
(bei Einzug seiner Wertgegenstände, denn dieser Mensch hat schließlich recht "flott" die vorhandenen Bildungsmöglichkeiten mehr oder minder "abkassiert")
Die Führung Kubas war und ist da viel umsichtiger als z.B. die DDR. Von Zeit zu Zeit öffnet sie die Toren für Sozialismusfeinde und ist so den Ballast los!!
Feinde des Sozialismus im Land halten zu wollen, birgt eine ungeheure Sprengkraft. Mit deren miesmacherischer und kontraproduktiver Art wirken sie unweigerlich nicht nur zersetzend auf all Jene, die in ihrem politischen Bewußtsein nicht ausreichend gefestigt sind, sondern ramponieren jedweden sozialistischen Aufbau. Eine solche Gesellschaft (sozialistische) nährt durch sie eine "Natter an der Brust".
Zum Schluß hat Honnecker schließlich auch gesagt. "Reisende soll man nicht aufhalten". (die Einsicht kam zu spät)
Zum Argument, "Kinder die ins Verderben rennen, sollten bewahrt werden", ist nur so viel zu sagen: Renn meinetwegen in Dein Verderben, sofern Du scheiterst, vielleicht brauchst Du eine solche Erfahrung. Solltest Du keine antisozialistische Hetze (z.B. wie Biermann) betreiben, bleibt Dir der Rückweg offen.
Schon im Alten Testament ist von der Heimkehr des verlorenen Sohnes die Rede, andere wurden und werden ganz einfach verstoßen. Auch dies ist Teil vom Familienleben.
Es ist absurd "Alle und Jeden" zusammenzuhalten. (Freunde und Feinde gehören nun einmal nicht zusammen)
Ein Teil der Flüchtenden war wohl verblendet und hätte zurückgeholt werden können. Andere hingegen waren und sind Feinde des Sozialismus, die einfach ausgegrenzt gehören.
Dieses unbedingte Halten wollen von "Jedermann" zeigt aber auch, daß es an der Partizipation zum Wohle der Werktätigen arg haperte. Eine Volkspartizipation lebt nämlich vom Grundsatz: Arbeite mit-gestalte mit.
Wenn man aufbaut und gemeinsam gestaltet, wird man keineswegs Bremser und Feinde haben wollen - man "schustert" sie ab. (Ausreise)
Die übermäßigen Härten an der Grenze, so wie sie waren, erübrigen sich dann.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut?
BeitragVerfasst: Do 5. Apr 2007, 17:01 

Beiträge: 462
Zitat:
Hast Du für die ersten beiden Behauptungen Faktenmaterial in der Art, dass Du es selbst erlebt hast oder jemanden kennst, der glaubhaft versichern kann, dass er es so erlebt hat?


Natürlich nur aus dem persönlichen Erzählen: eine Lehrererin von mir wollte nur eine Urlaubsreise nach England machen und es bestand kein Grund zur Annahme sie würde nicht mehr zurückkommen. Der Ausreiseantrag wurde mit der begründung abgelehnt man könne in England für ihre Sicherheit nicht garantieren. Zweiter Fall: Eine verwandte wollte eine Besuchsreise nach Frankreich machen. Nach 3 jahren beständigem zum Amt rennen ist ohr dieser Antrag auch gewährt wurden. Wozu dieser bürokratische Wust notwendig war is mir nicht ganz klar.
Ich hätte mir eine weitere Liberalissierung bezüglich Besuchsreisen gewünscht. JedeAusreise war von einem bürokratischen Hürdenlauf geprägt welchen Eindruck das beim Bürger über den sozialistischen Staatsapparat hinterläßt is ja wohl klar.

Zitat:
Welche Maßstäbe legst Du an, wenn Du die Strafen als zu hart ansiehst?


In dem Fall kenne ich die Fälle nur aus der Bild Zeitung: es wurden Leute wegen Grenzverletzung zu Haftstrafen über mehrere Jahre verurteilt. Sowas steht in keinem Verhältnis zur begangenen Tat. Mir ist sowas auch von keinem zivilisierten land der Welt bekannt.

Zitat:
Was die Liberalisierung angeht. Hat der Sozialismus die "erste Runde" nicht gerade dadurch verloren, dass immer mehr Liberalismus praktiziert wurde, dass die Revisionisten gezielt dem Sozialismus den Hals zugedrückt haben?

Hier verwechselst du echt Apfel mit Birnen. Revissionismus ist das ideologische Abweichung der Parteiführungen in der SU ab 56 wie in der DDR ab 72 von den Grundsätzen einer sozialistischen Gesellschaft. z.B: vernachlässigung des Grundsatzes der sozialistischen Demokratie -> das festhalten inkompetenter Parteichefs an ihren Sesseln wie Chrustschow, Breschnew oder Honecker anstelle Platz zu machen für kompetentere Genossen, ideologische Fehler im Umgang mit dem Wertgesetz -> Schwaffeln von einer sozialistischen Ware, Hebung des Anteils des Konsummittelsektors und Sektors der militärischen Produktion zu ungunsten des Produktionsmittelsektors etc. Die Revissionisten haben eben im ideologischen und ökonomischen Bereich gewaltige Scheiße gebaut und stattdessen in dieser für eine entwickelte Industrienation wichtige Frage im wahrsten Sinne des Wortes gemauert. Deshalb hab ich ja den Zeitpunkt 1970 genannt, eben weil zu diesem zeitpunkt die Differenz in der Leistungsfähigkeit zwischen der sozialistischen Wirtschaft der DDR und der kapitalistischen Wirtschaft der BRD am geringsten wahr. Ulbricht hat während der Jahre seines Parteivorsitzes eine hervorragende Arbeit geleistet. Unter seiner Leitung hat die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der DDR quantitav wie qualitativ größten Leistungssprung unter allen sozialistischen Ländern erlebt. Und Erich Honecker hat das kurzgesagt wieder kaputt gemacht.


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