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 Betreff des Beitrags: Re: Die militärische Notwendigkeit der Zerstörung Dresdens
BeitragVerfasst: Do 17. Apr 2008, 17:37 
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KleinAlex hat geschrieben:
ob auschwitz zu dem zeitpunkt schon befreit war, weiß ich nicht. laut einigen aussagen war dies ja schon ende januar '45 der fall.


Alex, Alex... 27. Januar! Ist sogar bundesdeutscher Gedenktag.

Zitat:
das allerdings sollte nicht mittelpunkt der debatte sein, egal ob nach auschwitz oder anderswohin (in ein anderes kz oder lager) - die deportation wurde verhindert und somit 200 juden in dresden das leben gerettet.


Aber damit meinst Du sicher nicht die Juden, die in der Gefangenenanstalt Mathildenstraße umkamen, zusammen mit den 400 deutschen und tschecheslowakischen Antifaschisten.

:redstar173:

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“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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 Betreff des Beitrags: Re: Die militärische Notwendigkeit der Zerstörung Dresdens
BeitragVerfasst: Do 17. Apr 2008, 18:02 
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:oops: entschuldigung, natürlich! der 27. januar! jetz isses mir wieder klar. weiß ich ja eigentlich :oops:


dass mehr als 400 gefangene der faschisten umkamen ist sehr tragisch, aber letztendlich kann man dies den alliierten nicht vorwerfen. eine frage, über die man da nachdenken sollte, ist doch: waren diese gefangenen nicht schon dem tod geweiht? sie erlitten tagtäglich die qualen durch die deutschen faschisten, sei es durch zwangsarbeit oder menschenunwürdigster behandlung. das macht den tod dieser über 400 menschen in keinem falle besser. aber die frage der schuld lässt sich eindeutig klären: die deutschen faschisten haben diese menschen eingesperrt, die deutschen faschisten haben gefängnisse, arbeits- und vernichtungslager gebaut und millionen menschen ermordet. die deutschen faschisten, und alle, die mitgemacht haben, auch hier in dresden, und im kontext der februarbombardements, gerade hier in dresden, haben eine unendliche schuld auf sich geladen.

die bombardements waren resultat des faschistischen angriffskrieges, ausgehend. die konzentrationslager, die industrielle ermordung und verwertung von menschen waren doch den alliierten bekannt (und nicht nur denen! auch den deutschen!). um das alles, um deutschland zu stoppen, um diesen krieg und das morden zu beenden, deswegen war es richtig dresden in den februartagen zu bombardieren.

dresden war keine zivile stadt! in dresden wurde (wie heute) rüstungsprdouktion betrieben (in welcher stadt gegen ende des krieges auch nicht mehr). in dresden wurden genauso juden verfolgt - und keiner derjenigen, die sich jahr für jahr am 13. februar vor der frauenkirche ausheulen - hat damals was dagegen gemacht! und wer damals nichts dagegen tun konnte (sei es durch alter oder weil sie da noch nicht gelebt haben), der stellt sich heute nicht zu dem verlogenen "gedenken". wer richtig trauern will, also persönlich um seine eigenen angehörigen, der kann das im privaten tun und braucht nicht diese geschichtsverdrehende veranstaltung der stadt dresden.

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Otto Grotewohl, Ministerpräsident der DDR, zum 17. Juni 1953:
"Viele klassenbewußte Arbeiter, die Zeugen der Ereignisse des 17. Juni waren, erklärten: Wir haben manchen Streik erlebt, aber wo Arbeiterheime zerstört, volkseigene Geschäfte geplündert und rote Fahnen heruntergerissen und verbrannt werden, dort kann von einem Kampf um Arbeiterinteressen nicht mehr die Rede sein, dort ist der Klassenfeind am Werk."
("Otto Grotewohl - Im Kampf und die einige Deutsche Demokratische Republik - Reden und Aufsätze, Auswahl aus den Jahren 1945-1953", Dietz Verlag Berlin, 1954, Band III, S. 436/437)


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 Betreff des Beitrags: Re: Die militärische Notwendigkeit der Zerstörung Dresdens
BeitragVerfasst: Do 17. Apr 2008, 18:15 
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Alex, da erzählst Du mir nichts Neues. auch wenn ich nicht ganz verstehe, warum man einen der wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte des deutschen Reichs, eine der größten Städte und die ganze viele wichtige Industrie erst bombardiert hat, als der Krieg schon fast vorbei war. Nun ja, und warum man die Industriegebiete im Norden oder Osten ausgelassen hat, wird sicher immer ein rätsel bleiben. (Frag Gerd Hommel mal bei Gelegenheit.)

Natürlich war der Krieg von Deutschland ausgegangen und ich bin der letzte, der um Deutschland eine Träne weint. Aber ich habe so meine Probleme mit Schwarzweißmalerei. Du kennst mich.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die militärische Notwendigkeit der Zerstörung Dresdens
BeitragVerfasst: Do 17. Apr 2008, 20:59 
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Beiträge: 131
Ich denke es ging nicht so sehr darum den Sowjets eine zerstörte Stadt zu hinterlassen, sondern um die Demonstration militärischer Stärke (eine unzerstörte Stadt mit einem einzigen Bombenangriff total zu zerstören) für den Kalten Krieg.

Ursprünglich wollte die Allierten einen 10.000-Bomber Angriff auf Berlin fliegen, dazu kam es aber nicht, so wurde Dresden ausgewählt.

Dieser Angriff war daher ganz klar eines der größten Kriegsverbrechen des Krieges.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die militärische Notwendigkeit der Zerstörung Dresdens
BeitragVerfasst: Fr 18. Apr 2008, 16:51 
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achso. und wenn berlin getroffen wäre, wäre es auch ein kriegsverbrechen gewesen? so ein quark.

die bombardements gingen außerdem über mehrere tage.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die militärische Notwendigkeit der Zerstörung Dresdens
BeitragVerfasst: Fr 18. Apr 2008, 16:51 

Beiträge: 2008
Auch wenn Dresden nicht die Unschuld im 3.Reich hatte, wie sie uns heute einige suggerieren wollen.
Der angloamerikanische Angriff war genauso wenig kriegsentscheidend wie die Atombombenabwürfe auf Japan. Beides waren imperialistische Verbrechen eines imp. Landes gegen ein anderes.
Natürlich wollte man seine militärische Vernichtungskraft demonstrieren, aber man wollte auch den Russen möglichst wenig Brauchbares hinterlassen.
Oder warum hat die Rote Armee nicht Dresden oder Köln bombardiert?

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Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Die militärische Notwendigkeit der Zerstörung Dresdens
BeitragVerfasst: Fr 18. Apr 2008, 17:10 
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KleinAlex hat geschrieben:
achso. und wenn berlin getroffen wäre, wäre es auch ein kriegsverbrechen gewesen? so ein quark.


Das Wort "Kriegsverbrechen" habe ich bewusst nicht verwendet!

Zitat:
die bombardements gingen außerdem über mehrere tage.


Die hauptsächliche Zerstörung Dresdens und der damit einhergehende Feuersturm erfolgte in einer Nacht.

Ich möchte in dem Zusammenhang mal anmerken, dass es die Bürger der DDR waren, die Dresden wieder aufgebaut haben. Umsomehr macht es mich wütend, das diese 1989/90 alles freiwillig sich haben nehmen lassen. Das war mal UNSERE Stadt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die militärische Notwendigkeit der Zerstörung Dresdens
BeitragVerfasst: Fr 18. Apr 2008, 17:12 
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Beiträge: 286
@gewe


das ist sicherlich eine mögliche deutung. (nebenbemerkung: die sowjetunion bestand aus mehr als "den russen".) genauso gab es aber das prinzip der demotivation, auch wenn es in dresden, wie auch in anderen städten, nicht wirklich gefruchtet hat.

die frage, warum die rote armee nicht köln oder andere städte bombardiert hat, lässt sich einfach beantworten: die rote armee hatte auf dem gebiet, was sie befreite, genügend andere probleme als mal schnell über die feindlichen linien nach köln zu fliegen und dort alles platt zu machen. desweiteren kamen die westlichen alliierten bis nach torgau, wo sie sich mit soldaten der roten armee an der elbe die hand reichten. dresden ist runde 70 km entfernt, liegt dementsprechen auch in dem gebiet, in dem eben die westlichen alliierten gekämpft haben.

und ob kriegsentscheidend oder nicht, ist denke ich hier nicht zu klären. dann müsste man sich gerechterweise alle möglichen kriegsoperationen anschauen, und diese beurteilen. doch genau da trifft man sich dann plötzlich mit leuten, mit denen man eigentlich gar nichts zu tun haben möchte. dies ist dann nämlich die abwendung von den ursachen des krieges und die ausblendung der tatsache, dass das faschistische deutschland den krieg begonnen hat. irgendwann kommt dann "die stehen sich ja in beiden nichts nach - deutschland, wie die alliierten haben ja beide verbrechen begannen"


@woschod


war auf jens bezogen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die militärische Notwendigkeit der Zerstörung Dresdens
BeitragVerfasst: Fr 18. Apr 2008, 17:18 
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Beiträge: 4023
gewe hat geschrieben:
...aber man wollte auch den Russen möglichst wenig Brauchbares hinterlassen.
Oder warum hat die Rote Armee nicht Dresden oder Köln bombardiert?


Warum hat man dann in den letzten Kriegswochen noch westdeutsche Städte in Schutt und Asche gelegt, als schon klar war, dass die nicht zur SBZ gehören werden?

KleinAlex hat geschrieben:
und ob kriegsentscheidend oder nicht, ist denke ich hier nicht zu klären.


Das Ding war Anfang 1945 für die Deutschen gelaufen, daran kann es keinen Zweifel geben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die militärische Notwendigkeit der Zerstörung Dresdens
BeitragVerfasst: Fr 18. Apr 2008, 17:40 

Beiträge: 2008
Lieber Alex, mit dem Thema Dresden und Angriff beschäftige ich mich seit 1962. Ich habe über die Jahre vieles dazu gelesen und mit vielen Menschen gesprochen. Das Bild, was ich über die Jahre erhalten habe, ist genau das, was ich soeben geschrieben habe - nichts anderes.
Es gab keinen militärischen Grund, die kulturhistorisch wertvolle Dresdner Innenstadt zu zerstören.
Das man die Industriegebiete im Norden und Westen nahezu unberührt gelassen hat, war kein Zufall. Hier hätte es weitaus mehr militärische Gründe gegeben - wenn auch nicht mehr kriegsentscheidende Gründe.
Es war kein Friedenswerk der Amerikaner und Engländer, als sie zigtausende Menschen - ja auch die, die sich als Hitlermitläufer und aktive Nazis schuldig gemacht hatten - mit den Angriffen umbrachten. Das war politischer Terrorismus und ein imperialistisches Verbrechen. Dieses Verbrechen hat auch jüdischen Menschen das Leben gekostet.
Es war genauso wenig ein Friedenswerk wie die Kriege in Jugoslawien, im Irak und in Afghanistan. Damit spreche ich weder reaktionäre Taliban noch einen Sadam noch einen andere Despoten unschuldig. Ich spreche aber allen imperialistischen Staaten das Recht ab, dies als Vorwand für ihre eigenen Hegemoniebestrebungen und Bereicherungen zu gebrauchen.

Den Begriff Russen habe ich als Synonym für den Jargon der westlichen Kriegsteilnehmer verwendet. Ich habe noch nicht vergessen, wieviele Nationen die Sowjetunion beheimatet hat.

Die Rote Armee hatte gewiß eine Menge andere Probleme auf ihren befreiten Gebieten gehabt. Doch die hatten die Engländer und Amerikaner auch. Wäre es Stalins Wille gewesen, den Verbündeten mit gleicher Münze heimzuzahlen, dann hätten die Flugzeuge der Roten Armee auch Städte im Westen Deutschlands - die die Amerikaner und Engländer noch nicht zerbombt hatten - erreicht und zerstört. Es muß andere Gründe gegeben haben, dass dies die Rote Armee nicht getan hatte. Ich denke, die Gründe kennst Du.

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