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Kuba - NEP oder China II?
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Seite 1 von 1

Autor:  Ralph [ Mi 20. Apr 2011, 15:44 ]
Betreff des Beitrags:  Kuba - NEP oder China II?

Vor einigen Tagen fand in Kuba ein Parteitag statt, auf dem weitreichende ökonomische Reformen verabschiedet wurden:

http://www.stern.de/politik/ausland/meh ... 76454.html (Bürgerliche Presse, klar - aber ich denke, im Grunde doch objektiv in diesem Fall.)

Was haltet ihr von alledem? Sicher hat Kuba ökonomische Probleme, doch sehe ich iwie nicht, inwiefern eine Privatisierungswelle da helfen sollte ...

Autor:  Seska [ Mi 20. Apr 2011, 17:01 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kuba - NEP oder China II?

Hallo Ralph,
so ganz "objektiv" ist der Bericht nicht.
Zitat:
Präsident Raul Casto (79), der nun auch als Parteichef Nachfolger seines älteren Bruders Fidel geworden ist, hat die weitreichenden Wirtschaftsreformen von langer Hand, ohne große Transparenz und in kleinen Schritten vorbereiten und einführen lassen

Dass diese Wirtschaftsreformen "ohne große Transparenz" eingeführt wurden ist schlicht und ergreifend falsch bzw. eine Lüge.
Das Gegenteil ist der Fall. In den einschlägigen Medien (UZ,jW,kommunisten-online etc.) wurde übereinstimmend darüber berichtet, dass ein breiter, volksnaher Diskurs stattfand; sogar eine ganze Menge Änderungsanträge berücksichtigt wurden. Soetwas wäre in unserer "Demokratie" undenkbar.

Ob die kubanischen Reformen notwendig sind oder nicht kann und wird nur die Zeit zeigen.
Die neuen Entwicklungen lassen sich nat. unter der Parole "Entwicklung der Produktivkräfte" vorzüglich pro-sozialistisch vermarkten.
Blöderweise machen das Chinesen und Vietnamesen ebenso. Es ist also genau zu beobachten, ob die kubanischen "Reformen" nichts anderes sind als ein trojanisches Pferd sozialdemokratischer "Erneuerer" oder die notwendige Antwort auf eine ja nicht zu leugnende wirtschaftl. Stagnation.
Ich bin allerdings recht guter Dinge, was nicht zuletzt an der geografischen Lage Kubas liegt.
Die Zusammenarbeit mit pro-sozialistischen/sozialistischen Ländern hat ja bisher ganz gut geklappt, da seh ich einiges an Potential in Sachen wirtschaftl. und sozialer Kooperation und damit einhergehend nat. eine gewisse Eigenständigkeit gegenüber der imperialistischen Aggression vor der Tür.
Sorgen macht mir die kubanische Jugend, die zunehmend pro-westlich orientiert ist.

Autor:  Ralph [ Mi 20. Apr 2011, 18:24 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kuba - NEP oder China II?

Naja, einen wirklich vollständig objektiven Artikel kann man dann ja doch nicht erwarten von dieser Presse.^^ Ich meinte auch eher, dass die grundsätzlichen Behauptungen wohl die Wahrheit sein dürften.

Was mir halt generell nicht ganz einleuchtet, ist halt, wozu man Privatisierungen durchführen muss (denn Entlassungen von Staatsangestellten und deren planmäßige Überführung in die Selbständigkeit läuft ja letztlich genau darauf raus), um die Produktivkräfte zu entwickeln. Sollte das nicht unter sozialistischen Bedingungen eigentlich viel besser gehen?

Klar, Kuba hat große Probleme und muss sparen. Da bietet es sich an, diese Menschen über die Selbständigkeit von der Gehaltsliste zu bekommen, sie aber weiterhin produktiv arbeiten zu lassen. Korea hat(te) nach dem Krieg, der teils bis heute wirkt, und (hier lässt sich ein Muster erkennen^^) auf Grund des US-Embargos auch Probleme, aber dort hält man am Sozialismus ohne Einschränkungen fest, und das Land entwickelt sich gut. Daher verstehe ich nicht, wozu ein sozialistischer Staat auf die "Marktwirtschaft" - und seien es nur Elemente - ausweichen muss.

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