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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: Ho Chi Minh - Revisionist?
BeitragVerfasst: Fr 3. Dez 2010, 19:30 

Beiträge: 132
Bis jetzt hielt ich Ho Chi Minh und die Demokratische Republik Vietnam immer für Kämpfer gegen den Revisionismus. Gerade eben habe ich jedoch einen Text von Ho Chi Minh gelesen, der mir doch zu denken gibt, weil er im Grunde ebenso von Chruschtschov, Mikojan oder sonstigen sowjetischen Revisionisten sein könnte:

DIE IDEOLOGISCHE EINHEIT DER MARXISTISCH-LENINISTISCHEN PARTEI MUSS GEFESTIGT UND ENTWICKELT WERDEN

In der Demokratischen Republik Vietnam begrüßte man, wie auch in allen anderen Ländern, den XX. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion als ein Ereignis von großer historischer Bedeutung. Die neuen Schritte, die nach dem Parteitag auf dem Gebiet der Außen- wie der Innenpolitik der UdSSR unternommen wurden, die Belebung der revolutionären Energie der Massen, die der Parteitag hervorgerufen hat, legen Zeugnis davon ab, daß man die Bedeutung dieser großen Zusammenkunft der Erbauer des Kommunismus gar nicht hoch genug einschätzen kann. Es besteht nicht der geringste Zweifel, daß das in den Direktiven des sechsten Fünfjahrplanes enthaltene Programm des Aufbaus, die beachtliche Stärkung aller politischen, ökonomischen und sozialen Kräfte des Landes, die der Parteitag vorgezeichnet hat, die Überwindung des Personenkults und seiner Folgen ein glänzender Erfolg der Sowjetunion sind und die Hoffnung auf neue große Errungenschaften in der nächsten Zukunft rechtfertigen.

Die auf dem XX. Parteitag der KPdSU formulierten wichtigen theoretischen Leitsätze über die friedliche Koexistenz von Staaten mit verschiedenen sozialen Systemen, über die Möglichkeit, den Krieg in der gegenwärtigen Epoche zu verhindern, über Reichtum und Vielfalt der Formen beim Übergang zum Sozialismus in den verschiedenen Ländern haben die Kräfte des Friedens, der Demokratie und des Sozialismus in der ganzen Welt gestärkt.

Gleichzeitig hat der Parteitag der Arbeiterklasse, die für den Sozialismus kämpft, und den Völkern, die ihre nationale Unabhängigkeit verteidigen, neue Möglichkeiten und Perspektiven eröffnet.

Der erfolgreiche Kampf gegen den Personenkult, der vom XX. Parteitag der KPdSU eingeleitet wurde, hat sehr große Bedeutung für die ganze kommunistische Bewegung. Der Beschluss des Zentralkomitees der KPdSU vom 30 Juni 1956 hilft, sich in der Frage des Personenkults und der Überwindung seiner Folgen noch besser zurechtzufinden.

Als Lenin seinerzeit über die Voraussetzungen für die Aufnahme einer Partei in die Kommunistische Internationale sprach, sagte er: "In der gegenwärtigen Epoche des verschärften Bürgerkrieges wird die kommunistische Partei nur dann ihre Pflicht erfüllen können, wenn sie möglichst zentralistisch organisiert ist, wenn in ihr eine eiserne Disziplin herrscht, die an militärische Disziplin grenzt, und wenn ihr Parteizentrum ein starkes, autoritatives Organ mit weitgehenden Vollmachten ist, das das allgemeine Vertrauen der Parteimitgliedschaft genießt."

Es ist klar, daß Lenin hier gerade die Periode des verschärften Bürgerkrieges im Auge hatte und daß die Einschränkungen der Demokratie, die das Volk auf sich genommen hatte, vorübergehend waren und im Laufe der Festigung der neuen Ordnung aufgehoben werden mußten.

Aber unsere Feinde, die ihre Hoffnung auf die Unterhöhlung des sozialistischen Lagers von innen heraus setzen, haben sich gewaltig verrechnet, wenn sie – der Wunsch ist der Vater des Gedankens – annahmen, daß die Entwicklung der sozialistischen Demokratie einem Schlendrian und einer Schwächung der Organisation und der Disziplin innerhalb der marxistisch-leninistischen Parteien gleichkommt.

Es ist klar, daß der siegreiche Sozialismus den Personenkult oder seine verderblichen Folgen nicht mehr dulden konnte. Die energischen Maßnahmen des ZK der KPdSU zur Bekämpfung des Personenkults und seiner Folgen sind ein in der Geschichte bisher einmaliges Beispiel politischen Mutes. Die konsequente Durchführung dieser Maßnahmen führt durchaus nicht zur Schwächung, sondern zur Festigung des ideologischen Zusammenschlusses der Erbauer des Kommunismus um den leitenden Leninschen Kern. Die unerschütterliche Autorität der Kommunistischen Partei der Sowjetunion wächst und erstarkt noch mehr. Dadurch, daß es den Leninschen Standpunkt in den Fragen der Kritik und Selbstkritik eingenommen hat, zeigt das ZK der KPdSU, daß es sich weit weniger darum sorgt, was die Reaktionäre "sagen werden", als vielmehr um die Notwendigkeit, die Fehler zu korrigieren und die Partei der Arbeiterklasse und der Volksmassen zu erziehen. In solch einem Vorgehen sah Lenin das Kriterium für den Ernst der Partei, die sich ihrer Verantwortung bewußt ist und die Priorität der zukünftigen Interessen der Bewegung erkannt hat.
Zweifellos erhöht diese Politik Autorität und Prestige der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und wird sie noch mehr erhöhen, sowohl im sozialistischen Lager als auch unter den Werktätigen der kapitalistischen und abhängigen Länder.

Das Geschrei, das unsere Feinde im Zusammenhang mit den Maßnahmen der KPdSU zur Liquidierung der Folgen des Personenkults erhoben haben, spricht für ihre politische Blindheit; die Geschichte wird dies binnen kurzem bestätigen. Die Kommunistische Partei der Sowjetunion hat ein übriges Mal gezeigt, daß die wichtigste Seite der Selbstkritik in der praktischen und wirksamen Beseitigung der Fehler besteht. Die wissenschaftliche Analyse der Voraussetzungen für die Entstehung von Fehlern beugt ihrer Wiederholung vor. Alle brüderlichen Parteien können wertvolle Lehren aus den Materialien des XX. Parteitags ziehen, der einen neuen Höhepunkt in der Entwicklung des Marxismus-Leninismus bedeutet. Es besteht kein Zweifel, daß die Beschlüsse des XX. Parteitags den brüderlichen Parteien bei der Wiedergutmachung ihrer Fehler und bei der Verbesserung ihrer Arbeit helfen werden.
In ihrem Kampf für die Schaffung eines friedliebenden, geeinten, unabhängigen, demokratischen und blühenden Vietnams behält die Partei der Werktätigen Vietnams stets die Gemeinsamkeit der Interessen im Kampf für die Befreiung der Völker vom imperialistischen Joch und für die Befreiung der Werktätigen von der kapitalistischen Ausbeutung im Auge. Das ermöglicht ihr, das Fundament für eine dauerhafte Freundschaft zum Beispiel zwischen dem vietnamesischen Volk und den Völkern von Kampuchea, Laos und Frankreich zu legen. Ferner hat sich die Partei der Werktätigen Vietnams niemals von den anderen Bruderparteien isoliert, sondern durch ihre ganze praktische Arbeit gezeigt, daß ein konsequenter Patriotismus vom proletarischen Internationalismus nicht zu trennen und das brüderliche Bündnis aller derer, die für die gemeinsame Sache – die Befreiung der Menschheit, den Aufbau der klassenlosen Gesellschaft, die friedliche Koexistenz und einen dauerhaften Frieden – kämpfen, unerschütterlich ist.

In dem Augenblick, da die Imperialisten die Zahl ihrer Organisationen vermehren und internationale aggressive Gruppierungen schaffen wie die SEATO, die NATO und den Bagdad-Pakt, ist die Partei der Werktätigen Vietnams durchaus nicht gewillt, auch nur im geringsten ihrer Politik der Festigung der Beziehungen zu den Bruderparteien zu entsagen.
Die Partei der Werktätigen Vietnams sieht sehr wohl, welche ausgedehnten Manöver die internationale Reaktion, besonders in Südvietnam und im gesamten pazifischen Raum (Taiwan, Südkorea usw.), veranstaltet. Sie ist sich auch nicht im Zweifel darüber, daß diese Manöver mit ihrer Spitze gegen die nationale Befreiungsbewegung, gegen die Arbeiterklasse und die werktätige Bauernschaft Asiens gerichtet und die Imperialisten bestrebt sind, durch diese Manöver die ideologische Einheit und brüderliche Solidarität der marxistisch-leninistischen Parteien der Arbeiterklasse in den verschiedenen Ländern zu schwächen.
In der gegenwärtigen internationalen Lage werden die nationalen Besonderheiten und spezifischen Bedingungen in den einzelnen Ländern zu einem immer wichtigeren Faktor bei der Festlegung der Politik einer jeden kommunistischen und Arbeiterpartei. Gleichzeitig bleibt der Marxismus-Leninismus die unerschütterliche Grundlage des gemeinsamen Kampfes aller dieser Parteien, der Erfahrungsaustausch in diesem Kampf behält seine volle Bedeutung, und die Probleme, vor die sich die eine oder andere Partei gestellt sieht, sind keineswegs ihre "Privatsache", denn sie finden lebhaftes Interesse beim ganzen internationalen Proletariat.

Obwohl es vollkommen einleuchtend ist, daß zum Beispiel das vietnamesische Volk seine eigenen Methoden und Wege im Kampf gegen die Versuche der amerikanischen Imperialisten und der südvietnamesischen Machtorgane, die Spaltung unseres Landes zu verewigen, und im Kampfe für den allmählichen Übergang zum Sozialismus finden muß, so weiß unsere Partei doch, daß es unmöglich ist, ihre gegenwärtige oder zukünftige Arbeit durch nationale Schranken einzuengen, daß sie vielmehr mit tausenderlei Fäden mit dem gemeinsamen Kampf der fortschrittlichen Menschheit verbunden ist, daß die aktive Solidarität im sozialistischen Lager und bei den friedliebenden Völkern der ganzen Welt heute nicht weniger Not tut als gestern, während des vaterländischen Krieges des vietnamesischen Volkes.
Das 9. Plenum des Zentralkomitees unserer Partei vom 19. bis 24. April 1956 war vollständig dem eingehenden Studium der Dokumente des XX. Parteitags der KPdSU gewidmet. An der Arbeit des Plenums beteiligten sich alle Mitglieder des Zentralkomitees sowie die Sekretäre der Zonen-, Provinz- und wichtigsten städtischen Organisationen und die verantwortlichen Funktionäre der Zentralorgane.

Die Partei der Werktätigen hat schon große Erfolge bei der schöpferischen Anwendung des Marxismus-Leninismus auf die Bedingungen in Vietnam erzielt. Unser Volk hat große Siege im Kriege und nach dem Kriege in der politischen, ökonomischen und sozialen Festigung des Nordens errungen, der jetzt vollständig befreit ist. Außerdem ist es der Partei gelungen, in der Vaterländischen Front die Einheit aller Patrioten, die für die Unabhängigkeit und friedliche Vereinigung des Landes kämpfen, herzustellen.

Die vom 9. (erweiterten) Plenum des Zentralkomitees der Partei der Werktätigen Vietnams angenommene Resolution beleuchtet auch die große Bedeutung des Prinzips der kollektiven Leitung, dessen Wichtigkeit auf dem XX. Parteitag der KPdSU betont wurde, für den Aufbau und die Festigung unserer Partei. Im Großen und Ganzen befolgt unsere Partei das Prinzip der kollektiven Leitung. Doch deckte eine gründliche Analyse eine Reihe von Mängeln auf.

Wir müssen auch zugeben, daß der Personenkult in Vietnam ebenfalls bis zu einem gewissen Grade innerhalb und außerhalb unserer Partei bestand. Obwohl er nicht zu ernsten Fehlern führte, hat er doch die Initiative und den Kampfgeist der Funktionäre und des Volkes gehemmt. Wir haben ihn sowohl in der zentralen Leitung als auch in den örtlichen Organisationen feststellen können und beschlossen, zur Beseitigung dieses Mangels die Erziehungsarbeit in der Partei und unter der Bevölkerung zu verbessern. In der letzten Sitzung des Ministerrats der Demokratischen Republik Vietnam konnten große Erfolge bei der Bodenreform, der Wiederherstellung der Wirtschaft, der teilweisen Hebung des Lebensstandards des Volkes und der politischen Festigung unseres volksdemokratischen Staates festgestellt werden. Gleichzeitig stellte sich auch eine Reihe von Mängeln und Fehlern bei der praktischen Anwendung der Politik des antifeudalen Bündnisses im Dorfe, den Methoden des Kampfes gegen den Klassenfeind, in der Finanzpolitik, bei der Volkszählung und vor allem beim Umbau der Grundorganisationen von Partei und Volksmacht heraus – einem Umbau, der nichtsdestoweniger – und das ist die Hauptsache – zur Verstärkung der Hegemonie der Arbeiterklasse und in der Praxis zur Übergabe der Macht an die Werktätigen führte.

In der Presse und in Parteiversammlungen fordern wir ständig die Parteimitglieder auf, ihre Verbindung zu den Massen zu verstärken und bei der Ausarbeitung und der Durchführung der Politik die Lage im Süden des Landes mehr zu berücksichtigen. Unser Kampf ist noch lange nicht beendet. Wir werden noch viele Schwierigkeiten zu überwinden haben, besonders Schwierigkeiten, die aus der Spaltung des Landes und der mangelhaften Befolgung der richtigen politischen Direktiven herrühren. Wir sind überzeugt, daß diese Schwierigkeiten überwunden und daß wir siegen werden, denn unsere Partei genießt das Vertrauen des Volkes, die Unterstützung der sozialistischen Länder und die Sympathien aller fortschrittlichen Kräfte in der ganzen Welt.

Der XX. Parteitag der KPdSU hat uns, da er die Fehler J.W. Stalins streng kritisierte und einen entschlossenen Kampf gegen den Personenkult begann, ein glänzendes Beispiel von Mut und festem Glauben an das Volk gegeben. Die Partei der Werktätigen Vietnams betrachtet die Kritik des Personenkults als einen großartigen Beweis für die Kraft der KPdSU, als einen großen Sieg der KPdSU und der internationalen revolutionären Bewegung.

Unsere Feinde versuchen, sich die Kritik am Personenkult zunutze zu machen, um die gewaltigen Erfolge zu diskreditieren, die die Sowjetunion zu verzeichnen hat, um die revolutionäre Bewegung, die unaufhaltsam neue Erfolge erzielt, zu verunglimpfen. Sie versuchen, die kommunistischen und Arbeiterparteien zu entzweien und die Reihen der Werktätigen zu spalten. Aber all das sind vergebliche Bemühungen.

Die Partei der Werktätigen Vietnams – wie auch die anderen brüderlichen Parteien – sieht deutlich, daß der Kampf der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und ihre brüderliche Hilfe die denkbar größte Bedeutung für die Befreiung der Völker haben. Alle Versuche der Feinde des Kommunismus, die Sowjetunion und ihre Kommunistische Partei in den Augen der Völker zu diskreditieren, sind zum Scheitern verurteilt.
Wir begreifen sehr wohl, daß unsere gemeinsamen Feinde deshalb solchen Lärm schlagen, weil sie unsere neuen Kräfte und unsere neuen Erfolge fürchten. Angesichts der verstärkten Provokationstätigkeit der imperialistischen Reaktion muß man mehr denn je die ideologische Einheit der kommunistischen und Arbeiterparteien und ihre Solidarität stärken und entwickeln, unausgesetzt für die Reinheit unseres gemeinsamen Kleinods – des Marxismus-Leninismus – kämpfen und lernen, seine Lehre unter den konkreten Bedingungen eines jeden Landes anzuwenden. Wir sind überzeugt, daß wir unter dem Banner des Marxismus-Leninismus siegen werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ho Chi Minh - Revisionist?
BeitragVerfasst: Di 14. Dez 2010, 09:59 

Beiträge: 132
Nachtrag: Ich muss mich insofern korrigieren, dass selbst solche Positionen Ho Chi Minh noch nicht automatisch zum Revisionisten machen. Ich denke, es ist relativ unbestreitbar, dass er in Vietnam konsequent den Sozialismus aufgebaut hat.

Doch scheint er in dieser Frage auf der Seite der Revisionisten zu stehen. Ich habe schon recherchiert, aber ich finde nichts zu seinen Positionen bzw. seinem Verhältnis zu den Sowjetrevisionisten. Weiss da vielleicht jemand Näheres?


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 Betreff des Beitrags: Re: Ho Chi Minh - Revisionist?
BeitragVerfasst: Sa 1. Jan 2011, 19:29 

Beiträge: 132
Mal ganz abgesehen davon, dass mir iwie gerade auffällt, dass ich dieses Thema kaum unpassender hätte platzieren können, muss ich sagen, dass das Thema in meinen Augen inzwischen zu Gunsten von Ho Chi Minh entschieden ist.


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