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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 22:41 

Beiträge: 46
http://www.youtube.com/watch?v=S9KvhANy2Wk

Sowas ist... krass!


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 22:42 
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Das ist eine Aneinanderreiung von Bildern, von denen niemand weiß, woher die meisten stammen, gespickt mit nicht nachprüfbaren Behauptungen von Falun Gon[1] und völlig einseitig[2] polarisierenden Bildern vom Tiananmen-Platze.

[1] Das OLG Dresden (14 U 265/05) entschied am 2. Mai 2005, dass es nicht zu beanstanden ist, Falun Gong als Psychosekte zu bezeichnen. Die Sektenartigkeit dieser Vereinigung sieht man auch, wenn man ihre Postkarten anschaut, die zur Zeit im Rahmen einer Ausstellung im sächsischen Landtag gezeigt werden. Abgesehen davon ist FG in China auch politisch-konterrevolutionär tätig.

[2] Kaum jemand weiß heute, das damals auch viele Soldaten von Zivilisten gelyncht wurden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 22:42 
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Beiträge: 688
Die ersten Bilder mit dem Mädchen finde ich sehr zweifelhaft, Wohlkaum würde man derartiges frei fotographieren lassen, und wie heimlich fotographiert sah das nicht aus.

Mich würde nicht wundern wenn 90% davon gefälscht ist aber auch nicht wenn 90% davon wahr wäre.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 22:43 

Beiträge: 462
Zitat:
Kaum jemand weiß heute, das damals auch viele Soldaten von Zivilisten gelyncht wurden.


Meinst du im Rahmen der Geschehnisse auf dem Tiananmen-Platz? Hast du da noch mehr Infos dazu?

Zitat:
Abgesehen davon ist FG in China auch politisch-konterrevolutionär tätig.


In der Diskussion dieses Fadens wurden ernsthafte Zweifel am sozialistischen Charakter der in China herrschenden Produktionsverhältnisse geleistet. Ist es dann logisch die Tätigkeit von FG in China als konterrevolutionär zu bezeichnen? Wenn man den Begriff konterrevolutionär im marxistischen Sinne gebraucht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 22:43 
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Beiträge: 4023
Zitat:
Zitat:
Kaum jemand weiß heute, das damals auch viele Soldaten von Zivilisten gelyncht wurden.


Meinst du im Rahmen der Geschehnisse auf dem Tiananmen-Platz? Hast du da noch mehr Infos dazu?


Wurde damals meiner Erinnerung mehrmals erwähnt.

Zitat:
Ist es dann logisch die Tätigkeit von FG in China als konterrevolutionär zu bezeichnen?


Warum nicht? Immerhin gibt sich China offiziell und nach außen hin als sozialistisch.

Ich selber möchte nicht abschließend bewerten, ob China sozialistisch ist oder nicht. Ich gehe auch davon aus, das so manche Information, die wir über China bekommen, nicht so richtig der Wahrheit entspricht. Siehe z.B. Falun Gon.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 22:43 

Beiträge: 20
Also,ich denke china ist ein sehr gutes Beispiel wohin der revisionismus führt.leider kenne ich ein haufen guter genossen die china verteidigen und nicht merken das es das selbe ist was polen und juguslawien gemacht hat und am ende auch die su nämlich die wiedereinführung des kapitalismus,sozialistische Marktwirtschaft genannt von der KPC.Die Dkp will das ja auch insofern ist ihr eintretten für China sicher konseqent.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Sa 7. Apr 2007, 22:43 
Literat

Beiträge: 2947
Die Frage ist nur, wo der Anfang des chinesischen Verhängnisses liegt. Und da muß jeder, der was davon versteht, zugeben, der liegt bei Mao. Ohne den wäre Deng - zumindest nicht in der Deutlichkeit - nicht möglich gewesen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Mo 30. Jul 2007, 15:07 

Beiträge: 11
Hallo,
Eure textlich umfangreichen Meinungen zur Entwicklung in China habe ich mit Interesse gelesen. Dabei kann ich mich des gedankens nicht erwehren, dass hier viel aus Unkenntnis heraus geschrieben wurde. Nun war ich auch noch nicht in China an Ort und Stelle. Aber auch ich habe mich mit diesem Stoff bereits beschäftigt. Nun bin ich immer geneigt, die Welt mirt den Augen eines Dialektikers zu sehen. Unter diesem Aspekt ist es nach meinem Eindruck notwendig, sich näher mit der materie China zu befassen, bevor wir oberflächliche Auffassungen einfach in das Forum stellen, vielleicht mit der maßgabe, die anderen werden es schon richten. Nun habe ich in den nächsten Wochen keine Gelegenheit, mich zu China selbst näher zu äußern. Aber eine Anregung halte ich für dringend geboten: Wir alle, die an Chinas Entwicklung interessiert sind, sollten sich die Mein ung eines Experten zu Gemüte führenl. Der ehemalige Botschafter der DDR in der VR China sollte es wohl am besten wissen und auch beurteilen können, Er schreibt regelmäßig im RotFuchs über Cuinas Entwicklung. Erst kürzlich hat RotFuchs im Juliheft 2007 von Rolf Berthold veröffentlicht "Nachdenken aus heutiger Sicht" (zur Theorie und praxis der KP Chinas auf dem sozialistischen Weg).
Ich meine, wir sollten uns bemühen, bei unserer Diskussion die im o. g. Artikel enthaltenen Fakten und Gedanken in unsere Meinungsbildung einbeziehen.
Soweit für heute zu diesem Thema. ich komme in einigen Wochen bestimmt darauf zurück.

stubbi
:redstar162: :redstar162: :redstar162:


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Mo 30. Jul 2007, 17:02 
Literat

Beiträge: 2947
Vielen Dank für den Hinweis. Derlei ist immer sehr wertvoll.

Was indes deine Vermutung angeht, einige hier schreiben ohne Kenntnisse, wirst du selbst am besten wissen, wen genau du meinst. Ich zumindest habe recht gute Kenntnisse nicht nur über das China von vor dreißig Jahren, sondern auch über das aktuelle China. Was ich geschrieben habe, harrt noch der Widerlegung, und solange das nicht passiert ist, gilt es.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Sa 11. Aug 2007, 10:00 

Beiträge: 132
Hallo stubbi, den Text im RotFuchs habe ich auch mit Interesse gelesen. Was die KP China dann aber als "Stalinisches Modell" gemeint, das eine "ernsthafte Verletzung der sozialistischen Prinzipien", "eine linke Abweichung" (S. II) sei, würde mich ja mal näher interessieren.
Neben richtigen Aussagen kommen auch sehr krasse Aussagen die Rolf Berthold als Positionen der der KP Chinas beschreibt. Wie z.B. „Es wurde die Position überwunden, Planwirtschaft und Marktwirtschaft seinen sich ausschließende Gegensätze“ (S. IV). Das bedeutet das Zulassen von Kapitalismus. Interessant ist,. Das sie selbst zugeben das in in China noch Ausbeutung gibt, dass sie selbst zugeben das sie nicht Sozialistisch sind („Wir haben noch keinen Sozialismus, aber was wir machen ist Sozialismus , kein Kapitalismus“, „Obwohl wir jetzt davon sprechen, dass wir den Sozialismus schaffen, haben wir in Wirklichkeit noch keine Berechtigung dazu“, letztes Zitat ist von Deng Xiaoping selbst), dass sie selbst zugebenm, dass sie keine Diktatur des Proletariats, sondern eine „demokratische Diktatur des Volkes“ haben, was auch immer das sein soll. (alle Aussagen vgl. S. III).
China sozialistisch? Sie sagen nun selbst Nein.
Progress


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Sa 25. Aug 2007, 01:13 
Möchtegernputschist
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Beiträge: 1624
Zitat:
Zitat:
Abgesehen davon ist FG in China auch politisch-konterrevolutionär tätig.


In der Diskussion dieses Fadens wurden ernsthafte Zweifel am sozialistischen Charakter der in China herrschenden Produktionsverhältnisse geleistet. Ist es dann logisch die Tätigkeit von FG in China als konterrevolutionär zu bezeichnen? Wenn man den Begriff konterrevolutionär im marxistischen Sinne gebraucht.


egal wie man zu China steht, die Falun Gon ist eindeutig konterrevolutionär und darf keinesfalls von linken Kräften nur annähernd unterstützt werden! http://www.secarts.org/journal/index.ph ... 2c&lang=de
dieser Artikel beweist es!

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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Do 1. Nov 2007, 19:02 

Beiträge: 22
Ich finde das ein Staat, wie China, der den Privatbesitz von Grund und Boden verbietet, sich konsequent für den Umeltschutz einsetzt, Korruption aktiv und hart bekämpft und in dem die Arbeiter herrschen eindeutigt als sozialistisch zu bezeichnen ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Do 1. Nov 2007, 21:15 
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Beiträge: 688
Ist es denn auch sozialistisch das sich die einfache Landbevölkerung keine ärztliche Behandlung leisten kann?
Ist es sozialistisch das es in China eine Anzahl von Millionären gibt und gleichzeitig Millionen von Verelendeten?
Ist es denn sozialistisch das China konsequent sein Volk von dem internationalen Kapital ausbeuten lässt und weiterhin alles an staatlichen Betrieben privatisiert?

Außerdem bin ich so oder so konsequent gegen die Todesstrafe und jemanden der Korruption wegen zu erschießen und die Leichen dann auch noch an diverse Präperatoren zu verkaufen finde ich unter allem Niveau.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Do 1. Nov 2007, 22:09 
Literat

Beiträge: 2947
DF2K2 und Markus, in euer beider Beiträge findet eine Vermischung von wesentlichen und nebensächlichen Merkmalen statt. Das ist nicht gut. Wenn man die Frage stellt, ob China sozialistisch ist, wird man wohl die Frage stellen müssen, was sozialistisch ist. Das ist die Frage nach der Definition von Sozialismus und ein sehr kompliziertes Thema. Wir haben dazu verschiedentlich diskutiert, zuletzt hier.

Aber der Beitrag DF2K2 hat wenigstens den Vorteil, daß er ein wenig mit der Wirklichkeit zu tun hat, was man von Markus' Beitrag nicht leicht behaupten kann. Darin steht, daß China:

- "Privatbesitz von Grund und Boden verbietet" - Abgesehen davon, daß diese Behauptung impliziert, es reiche für eine sozialistische Gesellschaft schon aus, daß Grund und Boden dem Kapital entzogen und daß es also gleich ist, ob die Industrie dem Staat oder einer Bourgeosie gehört, ist die Behauptung, daß China "Privatbesitz von Grund und Boden verbietet", wenn sie zwar korrekt ist, so ausgedrückt, daß sich der wahre Sachverhalt in ihr verzerrt. Richtig ausgedrückt muß es heißen: Grund und Boden ist der letzte gesellschaftliche Bereich Chinas, in dem Privatbesitz noch nicht erlaubt ist. In der Industrie ist Privatbesitz nicht nur erlaubt, sondern auch unter den gleichen Schutz gestellt wie das staatliche Eigentum. Die Entwicklung geht genau in die andere Richtung: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Grund und Boden im großen Stil an Privatbesitzer veräußert wird.

- "sich konsequent für den Umeltschutz einsetzt" - Auch wenn China im Zuge der olympischen Spiele sich ein etwas ökologischeres Antlitz gibt, als noch vor vier, fünf Jahren, bleibt es doch immer noch der zweitgrößte Umweltverschmutzer dieser Erde - nach den USA. Bereits die Behauptung, China setze sich für den Umweltschutz ein, stellt die Wirklichkeit auf den Kopf. Aber dem auch noch das Wort "konsequent" beizusetzen, spottet nun wirklich jeder Beschreibung. Jeder, der die Meinung vertritt, in China existiere auch nur im Ansatz eine Art Bewußtsein für ökologische Problematik, sollte sich einmal den Spaß machen, die Pekinger Luft zu atmen.

- "Korruption aktiv und hart bekämpft" - Auch das kann man falscher kaum ausdrücken. Korruption ist in China nicht nur in einem ungeheurem Maße verbreitet, sondern gehört auch zur Tradition. Die Beamten haben die Befugnis zu Entscheidungen, und wenn man Interessen hat, erreicht man sie durch Schenkungen bei Beamten. In der Führung der kommunistischen Partei Chinas gibt es mehrere Milliardäre, und die stellen nur die Spitze dar. Wer Macht hat, hat in der Regel Geld, und das Geld hat er in der Regel dadurch, daß er sich bestechen ließ.

- ein Land ist, "in dem die Arbeiter herrschen" - In einem Land, in dem das ausländische Kapital seine Billiglohnableger aufstellt, in dem eine innländische Bourgeoisie erhebliche Teile der Industrieproduktion und des Dienstleistungssektors bestimmt, in dessen kommunistischer Partei neben den Bauern und den Arbeitern seit einer Weile auch das Kapital seine in Programm und Statut festgeschriebene Interessensvertretung besitzt, in einem solchen Land sollen die Arbeiter herrschen?

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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Fr 2. Nov 2007, 16:35 

Beiträge: 2008
Das Thema "China und Sozialismus?" ist nicht neu, aber derzeit wieder in heftiger Diskussion. Für einen Kommunisten wäre es sicher schön, wenn ein Riesenland wie China mit mehr als einem Sechstel der Weltbevölkerung weiterhin als sozialistisch eingestuft werden könnte. Die Realität ist komplexer und leider wohl auch nicht so erfreulich, wie wir es uns wünschen möchten.

@Markus: Kennst Du die Zeitschrift offen-siv?
Die einzelnen Ausgaben kann man sich als PDF von http://www.offen-siv.com herunterladen. Für einen kleinen Unkostenbeitrag sind die Macher bei offen-siv dankbar. Oder gleich Abonnent werden?

In den Juli-August und September-Oktober finden sich Beiträge zu unserem Thema.

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»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Fr 2. Nov 2007, 19:43 

Beiträge: 22
Um meine vorherigen Beitrag zu verteidigen möcht ich nochmals auf die von mir genannten Argumente eingehen (denn schließlich wurden diese sehr, sehr scharf kritisiert) und noch Argumente ergänzen.
Verbot des Privatbesitzes von Grund und Boden: Für einen sozialistischen Staat ist das Verbot des Privateigentums von Grund und Boden leider nicht etwa selbstverständlich. In Belarus und Bolivien z.B. ist der Privatbesitz von Grund und Boden zulässig. Doch in der VR China ist dieser Besitz unzulässig und nicht nur der Besitz von Grund und Boden. Zwar wurde in der VR China laut Verfassung das legale Privateigentum geschützt, was als taktischer Schritt zurück verstanden werden kann, aber in der VR China sind zwei Drittel der Unternehmen Staatseigentum.
Konsequenter Umweltschutz: Die VR China hat das Kyoto-Protokoll am 30. August 2002 unterzeichnet. Außerdem wird im aktuellen Fünfjahresplan die Reduzierung der CO2-Emission bis 2010 um ein Zehntel. Die CO2-Pro-Kopf-Emission entspricht nicht einmal 25 dem was die USA verbrauchen. In China werden wie in keinem anderen Land Wasserstoffautos hergestellt und es wird geplant den höchsten Wasserstaudamm der Welt zu errichten mit einer Leistung von 3600 Watt.
Bekämpfung der Korruption: In keinem imperialistischen Staat werden Korruptionen so bekämpft wie in China, wobei ich als Gegner der Todesstrafe dieses vorgehen als etwas fraglich einstufen würde da das potentielle ökonomische Nutzen der Korruptionisten durch die Ware Arbeitskraft so leider nicht möglich ist, weil Tote sich nur selten dazu anregen zu lassen Arbeit zu verrichten ;) Eine bessere Bestrafung wäre es sicherlich die Korruptionisten zu einer mehrer Jahrzehnte andauernden Zwangsarbeit zu verurteilen was zweifelsfrei ökonomisch und menschlich die beste Lösung wäre.
Herrschaft der Arbeiter, Diktatur des Proletariats: Eine Diktatur des Proletariats erfolgt immer durch den vorangegangenen gewaltsamen Umsturz der imperialistischen Verhältnisse, der Klassen, was soviel heist wie, das vor dem Umsturz die Bourgeoisie über das Proletariat herrscht und nach dem Umsturz das Proletariat über die Bourgeoisie, wodurch sich die Klassengegensätze aufzuheben zu beginnen. Im Fall Chinas erfolgte der Umsturz unter Mao womit die Herrschaft des Kapitals beendet wurde und die Arbeiter, welche durch die Partei der Arbeiter, die Kommunistische Partei Chinas, zu herrschen begannen. Durch die Politik der sozialistischen Marktwirtschaft wurde die Herrschaft der Arbeiter nicht aufgehoben sondern dem nationalen Interesse halber etwas zurückgestellt, was für die Arbeiter ein kurz andauernden Nachteil bedeutet doch die Möglichkeit einer kommunistischen Gesellschaftsordnung vorbereitet.
Die VR China ist darüber hinaus Staat der den internationalen Frieden fördert, sozialistische Staaten wie Kuba, Venezuela, Bolivien, KDVR und ide Sozialistische Republik Vietnam im Aufbau des Sozialismus unterstützt und auf dem Wege ist zukünftig den Weltmarkt zu beherrschen.
China ist sozialistisch!!! :redstar164: :redstar160:


Zuletzt geändert von Markus am So 4. Nov 2007, 15:18, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Fr 2. Nov 2007, 23:26 
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Beiträge: 688
Schau dir doch schlicht einmal die Entwicklung Chinas an, wenn man Mao mal als Kommunisten sieht und seine Politik als sozialistisch bezeichnen möchte gibt es doch einen Bruch innerhalb der politischen und ökonomischen Entwicklung ab den späten 70ern.

Soziale Errungenschaften wurden zugunsten wirtschaftlicher Erfolge auf Kosten der Arbeiter abgebaut, allein der Umstand das es in diesem Land (nach Schätzungen) 20 Millionen Zwangsarbeiter gibt ist schlimm genug. 150 Millionen Menschen sind Wanderarbeiter, und die Verhältnisse in den Produktionsanlagen erinnern weder an SU oder DDR Standards, sondern an US Amerikanische überspitzt gesagt, wie es oft in den Medien gemacht wird, an Manchester Kapitalismus.

Die Lebenserwartung wird durch den Staat China selbst ja bereits zwischen Land und Stadt und "Reich" und "Arm" geteilt, auch die pluralistische Politik der Provinzen ist nicht sozialistisch, was eben zu den großen Unterschieden zwischen sog. Armen und Reichen Provinzen führt und somit zwischen allgemeiner verarmter Land Bevölkerung und teilweiser reicher Stadtbevölkerung, wobei es hier auch Massen an Armen Menschen gibt die sich zu sechst wintzige Wohnbaracken teilen müssen.

Du meinst die Herrschaft der Arbeiter sei gewährleistet nur weil diese 1949 die Macht in China erkämpft hatten, in der Zeit kann sich gewaltig was verändert haben, das sieht man auch am Beispiel der SU.
Die Quelle ist Wikipedia:
Zitat:
Wirtschaftlich erfolgreich sind meist Unternehmer mit guten Beziehungen zu den Mächtigen, aus deren Reihen sie auch oft hervorgehen: „Von den 3220 Chinesen mit einem Privatvermögen von mindestens 100 Millionen Yuan sind 2932 Kinder der höheren Parteikader. In den fünf Wirtschaftszweigen Finanzen, Außenhandel, Landerschließung, Großkonstruktionen und Wertpapiere halten Kinder der höheren Kader 85 Prozent bis 90 Prozent der Schlüsselpositionen.“[17]


Erinnert das nicht auch wieder an kapitalistische Verhältnisse? Oder sind die Kinder der Armen zu dumm und ungebildet für derartige Positionen?

Zitat:
Durch die Politik der sozialistischen Marktwirtschaft wurde die Herrschaft der Arbeiter nicht aufgehoben sondern dem nationalen Interesse halber etwas zurückgestellt, was für die Arbeiter ein kurz andauernden Nachteil bedeutet doch die Möglichkeit einer kommunistischen Gesellschaftsordnung vorbereitet.


Sollte unser Primat als Kommunistische Partei nicht sein die Verhältnisse der Arbeiter zu verbessern, die sozialistische Marktwirtschaft und jener chinesischer Traum des Kommunismus sind wie das Opium der Religion, die Massen sollen unerträgliche Zustände ertragen lernen alles zum Zwecke des Kommunismus? Was ist wenn morgen die Sklaverei ein geeignetes Mittel wird dem großen Ziel noch schneller näher zu rücken? Mag sein das es zu Teilen fortteilhaft für das sozialistische Land ist eine schwierige Zeit so zu überwinden aber das sollte nicht zur Normalität werden. Vorallem ist es sinnlos wenn sich die gesamt Entwicklung nicht hin sondern ausschlieslich weg vom Sozialismus bewegt.

Auch die Religion wird selten zugunsten der Aufklärung bekämpft, im Gegenteil lässt sich anmerken das man inzwischen sogar er an diese appelliert und die Rechtmäßigkeit seiner Herrschaft daraus ableiten will, zuweilen mit Erfolg.
Der Marxismus wich zugunsten von Studien nach dem Motto "wie werde ich ein guter Unternehmer", und das Konkurrenzdenken vorallem an den Schulen ist allgegenwärtig, da hilft auch das rote Halstuch nichts mehr.

2004 würde sich dafür entschlossen die Abschaffung des Privateigentums komplett zu "überwinden" also statt der Verankerung des Sozialismus in der Verfassung geniest das Privateigentum nun sogar auch absoluten Schutz. Was ist, wenn die KP Chinas nun merkt das es der Volkswirtschaft noch besser gehen würde, wenn sie den Boden und das Land wieder verprivatisiert... dieses Verbot was du hoch hälst ist doch genauso leicht abzuschaffen wie das Privateigentum vorher.

Der Umweltschutz soll konsequent sein?, allein die Krankheitsraten, sowie Krebsfälle sprechen eine eindeutige Sprache, die Unterzeichnung von Verträgen und allerlei anderen Prestige Projekten helfen da auch nichts der Umwelt einen Gefallen zu tun wenn gleichzeitig Tag für Tag neue Kohlekraftwerke entstehen.

Angesichts der großen Wirtschaftlichen Weiterentwicklung und dem angehäuften Reichtum der Chinesischen Volkswirtschaft sollte man von einem sozialistischen Land erwarten das die erwähnten Missstände längst überwunden seien, wenn nicht, wenn also der Reichtum der Wirtschaft immer nur auf dem Buckel der Arbeiter erwirtschaftet wird und diese weiter verarmen erinnert es wohl er an Kapitalismus als an sozialistische Verhältnisse

Zwar sind dies alles auch nur wieder Indizien aber dennoch erwähnenswert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Sa 3. Nov 2007, 18:00 
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Beiträge: 4023
Markus hat geschrieben:
China ist sozialistisch!!! :redstar164: :redstar160:


Immer nur ganz feste dran glauben, dann wird das auch so sein.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Sa 3. Nov 2007, 21:08 
Literat

Beiträge: 2947
Zitat:
Für einen sozialistischen Staat ist der Verbot von Grund und Boden nicht etwa selbstverständlich.


Es will doch niemand Grund und Boden verbieten. Wo sollte das denn enden? Als nächstes käme das Wasser dran, dann die Luft? Nein, nein! - ich sage: Ein Sozialismus ohne Boden ist wie ein Faß ohne Sowjetmacht ...

Doch im Ernst: Die Abschaffung von Privatbesitz an Grund und Boden beudeutet, daß der agrarwirtschaftliche Sektor durch staatliches oder kollektivwirtschaftliches Eigentum geregelt ist, und das ist ein unabdingbares Element der sozialitischen Gesellschaft. Selbst wenn am Beginn der meisten sozialistischen Gesellschaften die privatschaftlicher Landbau überwog, war das Ziel und auch das, was dann tatsächliche folgte, immer die Überführung der Landwirtschaft in kollektivwirtschaftliche Verhältnisse bzw. in Staatseigentum.

Zitat:
In Belarus und Bolivien z.B. ist der Privatbesitz von Grund und Boden zulässig.


Weißrußland und Bolivien sind auch keine sozialistischen Staaten. Ein Staat wird erst dadurch sozialistisch, daß er die Merkmale des Sozialismus aufweist. Tut er es nicht, ist er es nicht. Du drehst dieses Verhältnis um: Du erklärst irgendwelche Staaten, die keine sozialistischen sind und denen somit erstaunlicherweise auch die Merkmale einer sozialistischen Gesellschaft fehlen, für sozialistische, um dann festzustellen, daß diese diesen Ländern fehlenden Merkmale gar keine dem Sozialismus wesentlichen sind. Als ich klein war, hatte ich einen Wellensittich, aber meine große Schwester redete mir ein, er sei ein Dackel. Im Biologie-Unterricht versuchte ich dann zu beweisen, daß Dackel keine Säugetiere sind, denn nicht alle Dackel trügen Fell, hätten vier Beine und säugten. Mein Wellensittich nämlich nicht. Ich war schon damals ein brillanter Schriftsteller, die Beweisführung war stichhaltig. Aber ich fiel durch und mußte deswegen das ganze Jahr wiederholen. Seitdem weiß ich: Sei nie schlauer als die Natur. Und dir würde ich raten: Sei nie schlauer als die Weltgeschichte.

Zitat:
Doch in der VR China ist dieser Besitz unzulässig und nicht nur der Besitz von Grund und Boden. Zwar wurde in der VR China laut Verfassung das legale Privateigentum geschützt, was als taktischer Schritt zurück verstanden werden kann, aber in der VR China sind zwei Drittel der Unternehmen Staatseigentum.


Halten wir fest: Ein Drittel der chinesischen Wirtschaft befindet sich in den Händen innländischen oder ausländischen Kapitals. Tendenz, nebenbei gesagt, deutlich steigend. Aber das, versicherst du, sei kein Grund zur Sorge. Denn das neue Gesetz zum gleichberechtigten Schutz des Privateigentums, das die Regierung Chinas jetzt umsetzt, sei nur ein taktischer Schritt. Es fragt sich, welche Notlage - das Bestreben, China in ein imperialistisches Land zu überführen, einmal ausgenommen - die Partei dazu gezwungen hat, dieses Gesetz zu verabschieden.

Was garantiert dieses Gesetz? Es garantiert, daß die Partei nicht mehr die Möglichkeit hat, die an die Bourgeoisie veräußerten Produktionsmittel derselben wieder wegzunehmen, ohne die Gesetze des Landes zu brechen. Gerade dieses Gesetz beweist also, daß es sich nicht um einen taktischen Zwischenschritt handeln kann, sondern um die Absicherung und Untermauerung der gegenwärtigen Entwicklung Chinas. Es ist illusorisch zu glauben, man könne eine Wirtschaft kontrollieren, die zu einem so hohen Prozentsatz kapitalistisch ist. Das Kapital läßt sich nicht beherrschen, es herrscht. Und es wird - sofern das nicht jetzt schon der Fall ist - zu all jenen Erscheinungen kommen, die für die kapitalistischen Produktionsverhältnisse typisch sind (zyklische Krisen, Staatsverschuldung, Zinschaos, Inflation, Arbeitslosigkeit usw.). Und die chinesische Regierung hat keine größere Sorge, als sich selbst den Ausweg aus diesem kommenden und unvermeidlichen Chaos durch ein solches Gesetz zu verbauen.

Wie naiv muß man eigentlich sein, um derlei für Taktik zu halten?

Zitat:
Konsequenter Umweltschutz: Die VR China hat das Kyoto-Protokoll am 30. August 2002 unterzeichnet.


Wie 170 andere Staaten auch. China ist bereits jetzt ein gigantische Dreckschleuder. Wenn man in Peking ein Fensterbrett gründlich säubert, ist es zwei Tage darauf wieder mit einer schwarzen Schicht überzogen. Niemand behauptet, daß keiner in China etwas gegen die Umweltverschmutzung tut. Es ist unmöglich, daß in einem so großen Land nicht dieser oder jener auf die Idee kommt, etwas zugunsten der Umwelt zu tun. Aber es ist noch viel zu wenig. Es geht um die große Masse der Wirtschaft. Und notabene: Die Wirtschaft Chinas wächst noch, und mit ihr wächst die Umweltbelastung. Daran ändert ein leeres Versprechen in einem Fünfjahrplan, der ohnehin nur noch als Empfehlung und eben nicht mehr Plan fungiert, auch nichts.

Zitat:
Bekämpfung der Korruption: In keinem imperialistischen Staat werden Korruptionen so bekämpft wie in China

Und nirgendwo ist sie so hoch. Dort, wo sie im besonderen Maße hoch ist, muß sie auch im besonderen Maße bekämpft werden. Das hauptsächliche Problem ist, daß die Beamten die Möglichkeit haben, sich aufgrund ihrer Machtstellung zu bereichern. Das ist ein Phänomen, das es auch in sozialistischen Gesellschaften gibt, aber verglichen mit China ist es dort quasi nicht vorhanden. China ist Sozialismus minus sozialistische Gesellschaftsverhältnisse. Das heißt: kapitalistische Verhältnisse + sozialistisches Parteien- und Staatsystem. Jedes System hat seine Widersprüche, seine Übel; und die Kombination von kapitalistischer Wirtschaft und sozialistischem Überbau verstärkt die Übel des letzteren um ein Vielfaches. Bezogen auf die Korruption: Die ohnehin vorhandene Versuchung, seine Macht in bare Münze zu verwandeln, steigert sich in dem Maße, in dem sich die Möglichkeit zur Erlangung dieser baren Münze steigert. Hohe Parteikader und regionale Kadergrößen sind versucht, tief in den Topf zu greifen und tun es. Genau das geschieht jetzt in China.

Zitat:
wobei ich als Gegner der Todesstrafe dieses vorgehen als etwas fraglich einstufen würde da das potentielle ökonomische Nutzen der Korruptionisten durch die Ware Arbeitskraft so leider nicht möglich ist, weil Tote sich nur selten dazu anregen zu lassen Arbeit zu verrichten


Also ich bin da wohl etwas altmodisch, aber mich stört an der Todesstrafe in erster Linie, daß sie tötet.

Zitat:
Eine bessere Bestrafung wäre es sicherlich die Korruptionisten zu einer mehrer Jahrzehnte andauernden Zwangsarbeit zu verurteilen was zweifelsfrei ökonomisch und menschlich die beste Lösung wäre.


Warum nicht gleich mehrere Jahrhunderte?

Zitat:
Herrschaft der Arbeiter, Diktatur des Proletariats: Eine Diktatur des Proletariats erfolgt immer durch den vorangegangenen gewaltsamen Umsturz der imperialistischen Verhältnisse, der Klassen, was soviel heist wie, das vor dem Umsturz die Bourgeoisie über das Proletariat herrscht und nach dem Umsturz das Proletariat über die Bourgeoisie, wodurch sich die Klassengegensätze aufzuheben zu beginnen.


Jenun, das Problem hat sich in der Praxis als etwas komplizierter herausgestellt, als diese Darstellung glauben macht, aber ganz unabhängig davon, ob man den Begriff "Diktatur des Proletariats" für glücklich hält oder nicht, ob man sich darunter eine simple Herrschaft der Arbeiterklasse über die Bourgeosie vorstellt oder - realistischer - das durch die Staatsmacht vermittelte Gleichgewicht zwischen kollektivwirtschaftlichen und staatseigenen Produktionssystemen, man wird in keinem dieser Fälle behaupten können, daß in China gegenwärtig die Arbeiter die Macht hätten.

Du hast aber genau das getan. Und jetzt nimmst du es zurück. Welchem der beiden Markusse sollen wir nun glauben?

Zitat:
Durch die Politik der sozialistischen Marktwirtschaft wurde die Herrschaft der Arbeiter nicht aufgehoben sondern dem nationalen Interesse halber etwas zurückgestellt, was für die Arbeiter ein kurz andauernden Nachteil bedeutet doch die Möglichkeit einer kommunistischen Gesellschaftsordnung vorbereitet.


Ja natürlich. Es sieht doch ein Blinder, daß in China der Kommunismus just die Klinke in die Hand nimmt. Wir müssen nur noch ein klein wenig Geduld haben (und wenn die uns mal abhanden kommt, schreiben wir so lange "China ist sozialistisch!!!", bis wir wieder daran glauben).

Das Problem am Kapital ist, daß man es nicht beherrschen kann. Und das gilt noch um vieles mehr für ausländisches Kapital. Lenin hat im Zuge der NEP ausländisches Kapital ins Land geholt, aber als dieses Programm zu laufen begonnen hatte, nahm man die Kontrolle der Wirtsachaft wieder vollständig an sich, und das galt ebenso ebenso für den Umgang mit dem inländischen Kapital, das man enteignete. Die NEP war unumgänglich. Aber China ist heute in ganz einer anderen Lage. Es ist ein industrialisiertes, in vieler Hinsicht modernes Land. Wenn es Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitsproduktivität wollte, gäbe es Möglichkeiten, dem nachzugehen, ohne den Sozialismus abzuschaffen. Es gibt Beispiele aus der Geschichte: Selbst Deng ist - bei aller Problematik - so eines. Aber warum sich beim Halbrichtigen aufhalten. Schauen wir auf die DDR der sechziger Jahre: Walter Ulbricht hat, als er das NÖS installierte, kein ausländisches Kapital ins Land geholt (anders als die Prager 1968), und ebensowenig hat er bereits staatlich oder kollektivwirtschaftlich angeeignete Produktionsmittel in privaten Besitz veräußert. Was er tat, das war lediglich, die Geschwindigkeit der Verstaatlichung zu drosseln, weil es ihm sinnvoll schien, die Stärken der unterschiedlichen Produktionssysteme zu nutzen. Er hat ein gutes Beispiel von "sozialistischer Marktwirtschaft" gegeben. Die Zügel waren nur zum Schein locker. Der Plan blieb in seiner Funktion bestehen, seine Weisung war also bindend. Jeder Betrieb des nichtstaatlichen Sektors konnte sofort verstaatlicht werden, wenn man das für geboten hielt. Die nichtstaatlichen Produzenten waren an Planvorgaben gebunden, sie konnten nicht einfach Urlaub machen, wenn ihnen danach war usw.

Ich will nicht weitschweifig werden. Es kommt mir hier nur auf eins an: Das, was China gerade tut, ist mitnichten das Notwendige, was man eben tun muß, um die Gesellschaft zu erhalten, sondern es geht weit darüber hinaus. China nutzt nicht einfach Kapital als Anreiz, um die Wirtschaft anzukurbeln, sondern schreibt zugleich auch gesetzlich fest, daß ein Weg zurück nicht von dieser Privatisierung nicht statthaft ist. Und ebensowenig begnügt sich China damit, die Existenz der Bourgeoisie zuzulassen, sondern schafft dieser sogleich auch eine gleichberechtigte Interessensvertretung in der Partei. Man könnte wie gesagt in Versuchung geraten, Chinas gegenwärtige Bemühungen mit Lenins NEP oder Ulbrichts NÖS zu vergleichen, aber Lenin ist seinerzeit einen Schritt zurückgegangen, um zwei nach vorn zu gehen, und Ulbricht verzichtete auf einen Schritt nach vorn, um dann einen Sprung nach vorn zu machen. China geht einen Schritt nach vorn, um zwei zurück zu machen, und das ist der wesentliche Unterschied.

Das ist leider die reale Lage, vor der man nicht die Augen verschließen kann. Alles, was du, Markus, uns anbietest, sind Hoffnungen. Die Vorstellung, daß da noch dieses Milliarden-Menschen-Land existiert, das den Sozialismus erhält, ist sicher angenehm. Aber irgendwann kommt einmal der Punkt, an dem man Wunschbild und Weltbild gegeneinanderhalten sollte und sich fragen, ob es sinnvoll ist, die Existenz einer Sache anzunehmen, nur weil sie äußerst wünschenswert ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: So 4. Nov 2007, 18:53 
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NumaPompilius hat geschrieben:

Zitat:
Eine bessere Bestrafung wäre es sicherlich die Korruptionisten zu einer mehrer Jahrzehnte andauernden Zwangsarbeit zu verurteilen was zweifelsfrei ökonomisch und menschlich die beste Lösung wäre.


Warum nicht gleich mehrere Jahrhunderte?


Ab mit ihnen in die Sozialisierungszone!

Zitat:
Alles, was du, Markus, uns anbietest, sind Hoffnungen.


Und Glauben. Das ist ungefähr das, was Michael Opperskalski u.a. an der Konferenz "Marxismus des 21. Jh." kritisierte. Die Leute dort waren auch der Ansicht, man müsse nur ganz fest dran glauben, dann wird das alles.

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“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Mo 5. Nov 2007, 19:24 

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... und wie wir alle wissen, kann Glaube Berge versetzen. Ja, ja ... wo war das doch gleich das letzte mal geschehen? :zwecklos:

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»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Di 6. Nov 2007, 17:40 

Beiträge: 22
Ich habe die Aussage "China ist sozialistisch" nicht deswegen, weil ich das glauben würde, sondern, weil ich das weis. Ich habe ja schon anhand von objektiven Tatsachen erläutert, warum das so ist. Natürlich habe ich auch erwähnt das es in China die Marktwirtschaft gibt. Doch es sollte schon ein Unterschied zwischen "Sozialistischer Marktwirtschaft" und "Sozialer Marktwirtschaft gemacht werden, den die "Soziale Marktwirtschaft" ist eine Wirtschaft mit freiem Markt welche sognannte soziale Absicherungen gewährleistet was andere "freie Marktwirtschaften" auch von sich behaupten. Aber die "Sozialistische Marktwirtschaft" bezeichnet einen Markt der staatlich kontrolliert wird, womit es im Verhältnis gesehen weniger Arbeitlose als in kapitalistischen Staaten und eine bessere wirtschaftliche Leistung entsteht als in allen kapitalistischen Staaten. Das es mit Privatisierung in der VR China in nächsten Jahren mal ein Ende haben wird davon sind immer mehr Mitglieder des Politbüros der KPCh überzeugt und es waren auch einige gegen den Schutz des Privateigentums. Der Sozialismus in China hat Zukunft.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Di 6. Nov 2007, 18:23 
Literat

Beiträge: 2947
Zitat:
Ich habe die Aussage "China ist sozialistisch" nicht deswegen, weil ich das glauben würde, sondern, weil ich das weis. Ich habe ja schon anhand von objektiven Tatsachen erläutert, warum das so ist.


Und deswegen ist es natürlich auch nicht nötig, auf unsere Gegenreden einzugehen, in denen wir aufgezeigt haben, daß deine objektiven Tatsachen teils falsch, teils sehr selektiv ausgewählt sind. Wenn man eine Sache verstanden zu haben beansprucht, dann muß man sie aber von allen möglichen Seiten durchschaut, d.h. sie als ganze begriffen haben; und vor allem muß man Aussagen machen, die man, wenn sie nicht sogleich gegen Widerspruch erhaben sind, sich gegen Widerspruch verteidigen lassen. Ich glaube dir gern, daß dich all diese Einwände, die du hier vernommen und nicht beantwortet hast, nicht erschüttern, aber du wiederum solltest mir glauben, daß, wenn du jemanden hier von deiner Ansicht überzeugen willst, schon etwas mehr kommen muß. Bislang war das nämlich recht dürftig.

Zitat:
Aber die "Sozialistische Marktwirtschaft" bezeichnet einen Markt der staatlich kontrolliert wird, womit es im Verhältnis gesehen weniger Arbeitlose als in kapitalistischen Staaten und eine bessere wirtschaftliche Leistung entsteht als in allen kapitalistischen Staaten.


Es geht nicht um sozialistische Marktwirtschaft - denn alle bisherige sozialistische Wirtschaft war Marktwirtschaft -, sondern um die Eigenheit des sozialistischen Produktionsverhältnisses. Hierzu gehört die umfassende, zentrale Planung, die die Politik in die Lage setzt, die Wirtschafrt gezielt zu entwickeln, so daß Akkumulation und Konsumtion in ein geeignetes Gleichgewicht gebracht werden können usw. usf. Das schließt die Existent von nichtstaatlichen Eigentumsverhältnissen nicht aus. Auch in der DDR gab es Kollektiveigentum und sogar (wenn auch wenig) Privateigentum an Produktionsmitteln, aber all das war Teil eines umfassenden Verhältnisses: des Plans. Und genau das gilt für China nicht. Deswegen ist China ist kein sozialistisches Land mit einem Sektor, in dem nicht originär sozialistische Produktionsverhältnisse herrschen, sondern ein Land mit kapitalistischen Produktionsverhältnissen und einem (zumindest) unverhältnismäßig großen Sektor staatseigener Wirtschaft.

Es behauptet niemand, daß China ein Land ist, daß ein vollständig oder typisch kapitalistisches Land ist. Aber damit ist es noch lange kein sozialistisches Land. Sein Zustand ließe sich mit eventuell mit der aus Lateinamerika bekannten Vorstufe zu sozialistischen Gesellschaft vergleichen, in der wichtige Teile der Wirtschaft nationalisiert werden und ein gleitender Übergang in ein zozialistisches Produktionsverhältnis bewerkstelligt werden soll. Aber auch das ist nicht möglich, denn in Lateiamerika diente dieser Zustand dazu vom Kapitalismus zum Sozialismus überzuleiten, in China ist es umgekehrt. Wenn einer von Athen nach Sparta geht, ein anderer von Sparta nach Athen und sie treffen sich auf der Mitte des Wegs, dann haben sie deswegen noch lange nicht denselben Weg.

Zitat:
Das es mit Privatisierung in der VR China in nächsten Jahren mal ein Ende haben wird davon sind immer mehr Mitglieder des Politbüros der KPCh überzeugt


Diese Aussage zeigt vor allem eines: Daß du keine nähere Kenntnis der chinesischen Verhältnisse hast. Hättest du Kentnisse, hättest du nicht behauptet, daß "immer mehr" Parteiführer der chinesischen KP die Überzeugung gewinnen, daß es mit der Privatisierung irgendwann ein Ende haben muß, denn diese Überzeugung kund zu tun, war von Anfang an Pflicht. Die Frage ist eine ganz andere: Wie ernst kann man diese Lippenbekenntnisse nehmen? - Der Führer der sozialistischen Staaten haben bis fünf Minuten vor Schluß immer wieder verkündet, daß sie an den Sozialismus glauben, daß sie ihn fördern und erhalten wollen. Und obschon sie nicht müde wurden, diese Versicherungen in die Welt zu pusten, haben sie den Sozialismus zugrundegerichtet. Die Führer der chinesischen KP unterscheiden sich von Leuten wie Honecker, Jaruselski etc. dadurch, daß sie dieses aus Täuschung und Selbsttäuschung gemischte Spiel sogar über das Ende des Sozialismus hinaus betreiben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Mi 28. Nov 2007, 09:20 

Beiträge: 134
Ich denke China ist sozialistisch, nur in einer modernen Form (der Weltwirtschaft angepasst), was Gorbatschow mit seiner Perestroika, und uns verborgen blieb. Die sozialen Strukturen sind sozialistisch, die Wirtschaft eher Kapitalistisch.
Ihr rabiater Fortschritt auf ökonomischem Gebiet hatte eine neue Bedeutung: Wirtschafts-Sonderzone. Und das bedeutet nichts anderes als Kapitalismus mitten im Sozialismus. Eine dieser Zonen entstand in Xiamen (Amory). Hier wurden im Eiltempo Fabriken aus dem Boden gestampft, in denen die Chinesen zusammen mit amerikanischen und japanischen Unternehmen, Computer und Fernsehapparate bauen. Hier lässt sich dann auch gut verdienen. So bekommt der Chefkoch in einem Luxushotel, monatlich sechsmal so viel wie ein Angestellter, Arbeiter oder Lehrer anderswo.
Die größte dieser Zonen ist Shenzhen, 50km nördlich von Hongkong. Sie hatte zwei Funktionen: eine politische und eine Wirtschaftliche.
Die politische, sich an das Niveau anzupassen, das Hongkong am ähnlichsten kommt, dadurch konnte Hongkong 1997 problemlos integriert werden.
Die wirtschaftliche, ausländische Unternehmen dazu bewegen, in China hochwertige Exportwaren herzustellen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn China sozialistisch ist...
BeitragVerfasst: Mi 28. Nov 2007, 09:36 
Literat

Beiträge: 2947
Zitat:
Ich denke China ist sozialistisch, nur in einer modernen Form (der Weltwirtschaft angepasst), was Gorbatschow mit seiner Perestroika, und uns verborgen blieb. Die sozialen Strukturen sind sozialistisch, die Wirtschaft eher Kapitalistisch.


Das habe ich weiter oben auch schon gesagt. China hat eine kapitalistische Wirtschaftsstruktur, aber politische Struktur, die typisch für sozialistische Verhältnisse ist.

Die Frage ist nur, welche Strukturen tragen sind für eine Gesellschaft wesentlicher, die politischen oder ökonomischen? Auch wenn die ökonomischen Strukturen nicht allein für die Bestimmung einer Gesellschaft entscheidend sind, kann man wohl kaum eine Bestimmung einer Gesellschaft vornehmen, die deren ökonomischen Charakter zuwiderläuft. Das heißt: Wenn Chinas Wirtschaftsstruktur nicht sozialistisch ist, kann China nicht sozialistisch sein. Ob es damit gleich ein Imperialistischer Staat ist, ist eine andere Frage.

Abgesehen davon: Bei Beibehaltung der gegenwärtigen wirtschaftlichen Entwicklung wird es China unmöglich sein, diese politschen und sozialen Strukturen aufrecht zu erhalten. Sie wurden zum Teil ja schon abgebaut.

Zitat:
Ihr rabiater Fortschritt auf ökonomischem Gebiet hatte eine neue Bedeutung: Wirtschafts-Sonderzone. Und das bedeutet nichts anderes als Kapitalismus mitten im Sozialismus.


Das Problem ist nur, daß diese Sonderwirtschaftszonen nicht mehr existieren, weil nämlich inzwischen ganz China eine Sonderwirtschaftszone ist. Es gibt keine "Kapitalismus im Sozialismus" mehr, er hat sich auf das ganze Land ausgeweitet. Ich zitierte aus einem Bericht der chinesischen Botschaft von 2004:

"Im Jahr 2003 machte von der gesamten Wertschöpfung aller staatseigenen Industrieunternehmen und jener nichtstaatlichen Industrieunternehmen, die einen Jahresumsatz von mindestens 5 Millionen Yuan erzielten, die der staatseigenen und derjenigen Unternehmen, an denen der Staat die Mehrheitsanteile hielt, 47,3% aus. Kollektiveigene Unternehmen erzielten 6,8%. Alles übrige wurde von nichtstaatlichen Unternehmen, also Unternehmen mit ausländischer Kapitalbeteiligung, Unternehmen mit Investitionen aus Hong Kong, Macao und Taiwan sowie selbstständigen und privaten Unternehmen, erwirtschaftet."

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