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Diskussionen über sozialistische Geschichte, Gegenwart und Zukunft
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 Betreff des Beitrags: Zehn Gebote der sozialistischen Moral
BeitragVerfasst: Sa 31. Mär 2007, 16:03 
Moderator

Beiträge: 876
Auf dem fünften Parteitag der SED im Juli 1958 verkündete Walter Ulbricht die Zehn Gebote der sozialistischen Moral , die die Grundsätze der sozialistischen Ethik und Moral verkörpern und die Richtschnur für das Handeln jedes DDR-Bürgers darstellen sollten. Später fanden sie Aufnahme in das Parteiprogramm der SED.

Die Gebote lauteten:

* Du sollst dich stets für die internationale Solidarität der Arbeiterklasse und aller Werktätigen sowie für die unverbrüchliche Verbundenheit aller sozialistischen Länder einsetzen.

* Du sollst Dein Vaterland lieben und stets bereit sein, Deine ganze Kraft und Fähigkeit für die Verteidigung der Arbeiter-und-Bauern-Macht einzusetzen.

* Du sollst helfen, die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen zu beseitigen.

* Du sollst gute Taten für den Sozialismus vollbringen, denn der Sozialismus führt zu einem besseren Leben für alle Werktätigen.

* Du sollst beim Aufbau des Sozialismus im Geiste der gegenseitigen Hilfe und der kameradschaftlichen Zusammenarbeit handeln, das Kollektiv achten und seine Kritik beherzigen.

* Du sollst das Volkseigentum schützen und mehren.

* Du sollst stets nach Verbesserung Deiner Leistungen streben, sparsam sein und die sozialistische Arbeitsdisziplin festigen.

* Du sollst Deine Kinder im Geiste des Friedens und Sozialismus zu allseitig gebildeten, charakterfesten und körperlich gestählten Menschen erziehen.

* Du sollst sauber und anständig leben und Deine Familie achten.

* Du sollst Solidarität mit den um ihre nationale Befreiung kämpfenden und den ihre nationale Unabhängigkeit verteidigenden Völkern üben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zehn Gebote der sozialistischen Moral
BeitragVerfasst: Di 26. Aug 2008, 07:44 

Beiträge: 462
Ich antworte hier auf eine Aussage von Neo in diesem Faden.
Neo hat geschrieben:
Wenn sich dann noch ein langjähriges Forumsmitglied dazu hinreissen lässt, die "Zehn Gebote der sozialistischen Moral", die auf dem fünften Parteitag der SED im Juli 1958 von Walter Ulbricht verkündet wurden und die später Bestandteil des Parteiprogramms der SED wurden, zum "Ergebnis eines durchaus entwickelten Humors, mehr nicht", zu erklären, könnten diese Provokateure das auch noch als Erfolg ansehen.

Die Erfolgskriterien solcher Menschen will ich hier nicht bewerten, sie werden sicher nicht allzu hoch sein.
Meine Bemerkung war durchaus ernst gemeint. Für mich stellen diese Gebote eine Analogie zu dem Klassiker Lied der Partei dar. Da ist das Augenzwinkern doch offensichtlich. Das Lied wie diese Gebote sind ein Produkt eines Selbstbewußtseins zu dem tatsächlich aller Grund bestand.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zehn Gebote der sozialistischen Moral
BeitragVerfasst: Di 26. Aug 2008, 09:00 
Moderator

Beiträge: 876
sven hat geschrieben:
Für mich stellen diese Gebote eine Analogie zu dem Klassiker Lied der Partei dar. Da ist das Augenzwinkern doch offensichtlich. Das Lied wie diese Gebote sind ein Produkt eines Selbstbewußtseins zu dem tatsächlich aller Grund bestand.

Meinst Du wirklich, daß Walter Ulbricht 1958 bei einem Dokument, das eine zentrale Bedeutung für die Entwicklung des Neuen Menschen in der sozialistischen Gesellschaft haben sollte, humoristische Elemente einfließen lassen wollte?

Die Formulierung "Du sollst..." mag heute, in einer Gesellschaft, in der auch die 10 Gebote der christlichen Religion im öffentlichen Bewusstsein nicht sehr präsent sind, etwas befremdlich klingen. Vor dem Hintergrund der damals vorherrschenden gesellschaftlichen Situation ist sie aber durchaus nachvollziehbar. Vielleicht war die Formulierung sogar tatsächlich gewählt worden, um zu provozieren oder auch etwas ironisch zu wirken. Aber die Inhalte waren bestimmt ernst gemeint.

In einem Artikel der "Südthüringer Zeitung" vom 1.3.2008 stehen einige ganz interessante Ausführungen zu den "Geboten" und ihrer Bedeutung in der DDR:

"Auf Ulbrichts atheistischen Katechismus folgte laut Parteitagsprotokoll „stürmischer lang anhaltender Beifall“. Erst danach konnte der Parteichef hinzufügen, dass diese „Gebote der neuen, sozialistischen Sittlichkeit“ ein „fester Bestandteil unserer Weltanschauung“ sind. Wenngleich sie bald wieder aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwanden, hinterließen diese Postulate der SED durchaus lange Spuren in der DDR. Unübersehbar sind sie im Bild von der „sozialistischen Menschengemeinschaft“, die Ulbricht im März 1969 verkündete. Diese Gesellschaft bedeute „nicht nur Hilfsbereitschaft, Güte, Brüderlichkeit, Liebe zu den Mitmenschen“, befand der SED-Chef und erläuterte: „Sie umfasst sowohl die Entwicklung der einzelnen zu sozialistischen Persönlichkeiten als auch der vielen zur sozialistischen Gemeinschaft im Prozess der gemeinsamen Arbeit, des Lernens, der Teilnahme an der Leitung und Planung der gesellschaftlichen Entwicklung, besonders auch in der Arbeit der Nationalen Front und an einem vielfältigen, inhaltsreichen und kulturvollen Leben.“

Ulbrichts Gesellschaftsmodell wurde jedoch von Nachfolger Erich Honecker bald aufgegeben. Nach 1971 setzte sich zusehends eine realistischere Sicht auf die sozialen Differenzierungen durch. Das Programm der SED von 1976 sprach denn auch von einer „Gesellschaft befreundeter Klassen und Schichten“ mit „engen und dauerhaften Beziehungen“ zwischen „der Arbeiterklasse, der Klasse der Genossenschaftsbauern, der Intelligenz und den anderen Werktätigen“. Gleichwohl vermittelte die „Volksbildung“ den jungen DDR-Bürgern als wichtigstes Ziel der Bildung und Erziehung bis zuletzt ein Bild von der sozialistischen Persönlichkeit, die sich auszeichnet durch vielseitiges Wissen und Können, durch sozialistisches Bewusstsein, durch sozialistisches moralisches Verhalten und durch eine optimistische Lebensauffassung."

http://www.stz-online.de/nachrichten/th ... 448,765512


Interessant finde ich die folgende Aussage:
Zitat:
Ulbrichts Gesellschaftsmodell wurde jedoch von Nachfolger Erich Honecker bald aufgegeben.

Ist das so zu verstehen, daß Ulbricht eine Gesellschaft anstrebte, in der frühere Klassengegensätze durch die Schaffung einer neuen Gesellschaft gänzlich überwunden werden, während Honecker "nur" ein konstruktives Zusammenwirken der unterschiedlichen Klassen im sozialistischen Staat anstrebte?

Könnte es sein, daß die Relativierung des von Ulbricht vorgestellten moralischen Leitbildes eine Ursache für die später aufgetretenen Probleme in der DDR war?


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 Betreff des Beitrags: Re: Zehn Gebote der sozialistischen Moral
BeitragVerfasst: Di 26. Aug 2008, 10:14 

Beiträge: 462
Man muss hier unterscheiden zwischen dem Titel und dem Inhalt. Der Titel ist als Analogie zu den ursprünglichen 10 Geboten durchaus ein humoristisches Element. Wenn der Inhalt tatsächlich ernstgemeint ist, dann weiß ich nicht was das bringen sollte. Menschen halten sich in der Regel nur an gesellschaftliche Regeln wenn sie entweder selbst einsehen das diese sinnvoll sind, oder wenn sie durch den Staat zum Einhalten gedrängt werden. Dieser Versuch die Moralalvorstellungen der vorhergehenden Gesellschaftsformation durch eigene zu ersetzten, indem als eine reine Analogie Gebote erlassen werden, ist ja nun offensichtlich nicht sehr erfolgreich gewesen. Hier wurde eine Methode angewendet die, wenn man ehrlich sein will, die letzten 5000 Jahre auch nicht funktioniert hat.
Ein anderer Aspekt ist umso bedenklicher: Ist es wirklich sinnvoll auf einen religiösen Begriff bzw. religiöse Methode zurückzugreifen? Wird hier noch zwischen wissenschaftlicher Theorie und Ideologie getrennt? Die Grenze zwischen Ideologie und der politischen Religion ist eng. Als Anhänger einer Wissenschaft bin ich kein Freund solcher Grenzüberschreitung.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zehn Gebote der sozialistischen Moral
BeitragVerfasst: Di 26. Aug 2008, 15:54 

Beiträge: 2008
Es ist nicht nur eine Frage, was die Menschen so einfach nach Gutdünken freiwillig tun oder nicht. Sie werden sich auch nicht von heute auf morgen anders verhalten, nur weil da 10 Gebote formuliert wurden.
Ein verändertes Verhalten der Menschen ist das Ergebnis eines jahrelangen Erziehungsprozesses auf der Basis einer gesellschaftlichen Grundlage, die es heute nicht mehr gibt. Die sozialistische Persönlichkeit ist ein Begriff und viele rümpfen darüber die Nase. Genauso wie über Begriffe wie sozialistische Moral, 10 Gebote usw. Doch man darf nicht nur die Begriffe sehen. Man sollte immer verstehen, was dahinter steckt und damit bewirkt wird.
Die Menschen in der DDR bis 1989 hatten vielfach ein anderes Verhalten als heute. Da war Solidarität angesagt, Hilfsbereitschaft und freundliches Miteinander. Nein, natürlich nicht immer. Das geht auch nicht.
Sicher hatten wir auch eine Kriminalität in der DDR und nicht alles gelangte an die Öffentlichkeit. Aber das schon fast reihenweise Frauen ihre Kinder "eintopfen", das man sich zum gegenseitigen Umbringen verabredet u.a. das gab es in diesem Ausmaß nicht. Die Mauer hielt sicher auch einige Idioten von uns fern - in jedem Fall Drogen und Aids.

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»Menschen, ich hatte Euch lieb. Seid wachsam!«
»Ein Mensch wird nicht kleiner, auch wenn man ihn um einen Kopf kürzer macht.«

Julius Fucik, ermordet von den Nazis am 08.September 1943


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 Betreff des Beitrags: Re: Zehn Gebote der sozialistischen Moral
BeitragVerfasst: Di 26. Aug 2008, 17:39 
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Beiträge: 146
gewe hat geschrieben:
Es ist nicht nur eine Frage, was die Menschen so einfach nach Gutdünken freiwillig tun oder nicht. Sie werden sich auch nicht von heute auf morgen anders verhalten, nur weil da 10 Gebote formuliert wurden.
Ein verändertes Verhalten der Menschen ist das Ergebnis eines jahrelangen Erziehungsprozesses auf der Basis einer gesellschaftlichen Grundlage, die es heute nicht mehr gibt. Die sozialistische Persönlichkeit ist ein Begriff und viele rümpfen darüber die Nase. Genauso wie über Begriffe wie sozialistische Moral, 10 Gebote usw. Doch man darf nicht nur die Begriffe sehen. Man sollte immer verstehen, was dahinter steckt und damit bewirkt wird.
Die Menschen in der DDR bis 1989 hatten vielfach ein anderes Verhalten als heute. Da war Solidarität angesagt, Hilfsbereitschaft und freundliches Miteinander. Nein, natürlich nicht immer. Das geht auch nicht.
Sicher hatten wir auch eine Kriminalität in der DDR und nicht alles gelangte an die Öffentlichkeit. Aber das schon fast reihenweise Frauen ihre Kinder "eintopfen", das man sich zum gegenseitigen Umbringen verabredet u.a. das gab es in diesem Ausmaß nicht. Die Mauer hielt sicher auch einige Idioten von uns fern - in jedem Fall Drogen und Aids.


Am meisten hasse ich es ja wenn DDR-Gegner meinen, dass die Solidarität untereinander nur eine "Notgemeinschaft" war.

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"Die Revisionisten korrigieren den Marxismus-Leninismus. Sie sagen, sie seien bessere Marxisten-Leninisten als Marx oder Lenin. Es gibt einzelne Länder mit solcher Tendenz.[...] Auch die Menschen großer Länder können Fehler begehen. Wir dürfen die Menschen großer Länder nicht unkritisch loben oder ihnen blindlings nachfolgen."
- Kim Il Sung im Jahre 1960


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 Betreff des Beitrags: Re: Zehn Gebote der sozialistischen Moral
BeitragVerfasst: Di 26. Aug 2008, 17:58 
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Beiträge: 4023
sven hat geschrieben:
Man muss hier unterscheiden zwischen dem Titel und dem Inhalt. Der Titel ist als Analogie zu den ursprünglichen 10 Geboten durchaus ein humoristisches Element. Wenn der Inhalt tatsächlich ernstgemeint ist, dann weiß ich nicht was das bringen sollte.


Geh mal ganz einfach davon aus, dass es Ernst gemeint war. Ob Du das verstehst, spielt dabei keine Rolle.

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“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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 Betreff des Beitrags: Re: Zehn Gebote der sozialistischen Moral
BeitragVerfasst: Sa 30. Aug 2008, 19:42 
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Ich bin mir sicher, dass die zehn Gebote ernst gemeint waren Hier erst mal eine etwas neuere Version der moralischen Forderungen; Gebote nannte man es da nicht mehr:

Zitat:
g) an der Ausprägung seiner Charaktereigenschaften im Sinne der kommunistischen Ideale zu arbeiten
und seinem Verhalten die für die entwickelte sozialistische Gesellschaft charakteristische Art
und Weise des gesellschaftlichen Lebens und der individuellen Beziehungen zu Grunde zu legen; in
den Beziehungen zwischen Jungen und Mädchen die Normen der sozialistischen Moral einzuhalten;
gegen alle Erscheinungen der bürgerlichen Ideologie und Moral zu kämpfen und gegen Egoismus,
unkameradschaftliches Verhalten und Rücksichtslosigkeit, gegen Rechtsverletzungen, Trunksucht und
Rowdytum aufzutreten; ehrlich und offen zu sein, für Ordnung, Disziplin und Sicherheit zu sorgen, Kritik
und Selbstkritik furchtlos und ohne Ansehen der Person anzuwenden, für die Aufdeckung und Beseitigung
von Mängeln und Schwierigkeiten zu kämpfen;

gefunden hier: http://www.ddr-schulrecht.de/Schulrechtssammlung%20-%20DDR-Dateien/pdf/Statut-FDJ.pdf Das stammt aus dem Statut der FDJ von 1976, den gesamten Text kann man unter der genannten URL nachlesen. Der zitierte Text ist Teil des Abschnitts "Pflichten des FDJ - Mitglieds".

Worum es wohl geht ist doch die Frage, ob man als Kommunist auch bestimmten moralischen Ansprüchen genügen muss. "Ja" hat Walter Ulbricht gesagt, als er die zehn Gebote verkündete. "Ja" sagt das zitierte Statut der FDJ, und "ja" hat natürlich auch das Statut der SED gesagt.

"Nein" sagt heute manch einer, der meint, für das Kommunist - sein würde es reichen, für den Kommunismus zu sein und möglichst viel Wissen über den Kommunismus zu erwerben; ansonsten könne man aber getrost alle Vorzüge des Kapitalismus auskosten und müsse auf nichts verzichten.

Ich denke schon, dass dies ein sehr wichtiges Thema ist. Etwas abgewandelte Zitate aus dem FDJ - Statut hat man mir erst kürzlich in einem anderen Thread als "moralinsauren Proletkult" angekreidet. Das Thema ist es ganz sicher nicht wert, einfach so abzusterben.

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"Das Wertvollste, was der Mensch besitzt, ist das Leben. Es wird ihm nur einmal gegeben, und er muss es so nutzen, dass ihn später sinnlos vertane Jahre nicht qualvoll gereuen, die Schande einer unwürdigen nichtigen Vergangenheit ihn nicht bedrückt und dass er sterbend sagen kann: Mein ganzes Leben, meine ganze Kraft habe ich dem Herrlichsten auf der Welt - dem Kampf für die Befreiung der Menschheit - geweiht."

Nikolai Ostrowski


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 Betreff des Beitrags: Re: Zehn Gebote der sozialistischen Moral
BeitragVerfasst: Sa 30. Aug 2008, 20:59 
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Ja Marc, wir haben alle verstanden, was Du uns sagen willst, auch ohne das Du es geschrieben hast.

Was ich am Schlimmsten finde, sind die Antikommunisten (Damit meine ich nichtmal Marc), die mir glauben vorschreiben zu meinen, wie ich gefälligst als Kommunist zu leben habe.

Du als Kommunist darfst doch dies nicht machen...
Du als Kommunist darfst doch jenes nicht machen...
Du als Kommunist musst diesen moralischen Ansprüchen genügen...

Und gleichzeitig tun sie alles das, was sie mir verbieten wollen. Sie dürfen das ja, sie sind keine Kommunisten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Zehn Gebote der sozialistischen Moral
BeitragVerfasst: Sa 30. Aug 2008, 21:43 
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@woschod, Ich wollte Euch nichts sagen, ich habe eine Frage gestellt, auf die ich die Antwort selbst nicht weiß.

Freut mich, wenn ihr trotzdem alle wisst was ich sagen wollte. Freut mich auch, dass du mit den Antikommunisten nicht unbedingt mich meinst.

Die Frage, und noch einmal ganz ausdrücklich: Es ist eine Frage! ist doch ganz einfach: Haben wir als Kommunisten moralische Grundregeln, gibt es eine Art Ehrenkodex, den wir anerkennen wenn wir uns Kommunist nennen? Ich hatte das Statut der SED erwähnt, das war eindeutig solch ein Ehrenkodex. Dass sich eigentlich keiner daran gehalten hat war wohl eine der wesentlichen Ursachen für den Untergang meines Vaterlandes.

Für meine "antikommunistische" Haltung und passend zum Thema mal ein Beispiel: Der Politstellvertreter meiner Staffel hat mich zu sich bestellt und mich kurz und knapp gefragt, ob ich nicht lieber aus der SED austreten wolle; ich wäre kein guter Kommunist. Hat mich getroffen wie ein Hammerschlag auf's Haupt. Er kam aber schnell auf den Grund seiner Frage: Ich hatte im Militärsport eine schlappe drei. Und damit, sagte er, bist du als Kommunist kein Vorbild, und ein Vorbild müsstest du schon sein.

Die Antikommunisten schreiben dir doch nicht vor, wass du tun und lassen darfst. Die nehmen einfach nur unsere Programme und Statute von früher und messen uns daran!

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Nikolai Ostrowski


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 Betreff des Beitrags: Re: Zehn Gebote der sozialistischen Moral
BeitragVerfasst: Sa 30. Aug 2008, 21:47 
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Der Hunsch wars!


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 Betreff des Beitrags: Re: Zehn Gebote der sozialistischen Moral
BeitragVerfasst: Sa 30. Aug 2008, 22:15 
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Ist das Ulbricht, der die Tafel vollgeschmiert hat?

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 Betreff des Beitrags: Re: Zehn Gebote der sozialistischen Moral
BeitragVerfasst: So 31. Aug 2008, 05:24 
Literat

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Der Unterschied zwischen Ulbricht und dir ist der, daß Ulbricht ein kalkulierender Stratege war. Seine "zehn Gebote" hat er ja kaum für sich selbst geschrieben, sondern für Leute, die sie brauchen, Leute wie dich also.

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Der Hunsch wars!


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