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 Betreff des Beitrags: Heute vor 47 Jahren wurde die Berliner Mauer gebaut...
BeitragVerfasst: Mi 13. Aug 2008, 09:49 
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Beiträge: 68
Heute vor 47 Jahren wurde die Berliner Mauer gebaut :redstar161:
Ich habe darüber in den Kalenderblättern vom "Roter Brandenburger", Zeitung der DKP-Brandenburg, einen interessanten Artikel gefunden:

>> 13. August 1961 <<
Ein Kampfgruppenkommandeur berichtet
über die Grenzsicherung in Berlin -
Kalter Krieg bei offener Grenze

Wir hatten schon lange darauf gewartet, dass von unserer Seite etwas passieren musste. So konnte es nicht weitergehen. Mitten auf dem Territorium der DDR existierte „unbegrenzt“ Westberlin als politisch selbständiges Gebilde, das von den imperialistischen Westmächten und der BRD unter Adenauer als „Pfahl im Fleische der DDR“ für Sabotage, Diversion, Terror und wirtschaftliche Ausplünderung aggressiv missbraucht wurde.
Was geschah damals nicht alles! Es wurden Brandanschläge gegen die Humboldt-Universität und den VEB Großberliner Vieh- und Schlachtwerke als eine Form der Wirtschaftssabotage verübt. Große Firmen zahlten Kopfprämien für jeden abgeworbenen DDR-Bürger. Bevorzugt waren Ärzte, technische Spezialisten und Bauern. Es wurden auch Personalausweise für 50 DM pro Stück aufgekauft, weil man sie für Fälschungen brauchte. Es gab Störungen auf dem Berliner Weihnachtsmarkt. Es fand eine massive Werbung von „Grenzgängern“ zur Arbeit in Westberlin statt. Tausende verirrte, geldhungrige Erwachsene aus allen Bezirken der DDR arbeiteten dort bereits zum Kurs zwischen 1: 3 bis 1: 5. Einige taten das nur wenige Tage in der Woche, weil das eingewechselte Geld bei uns zum Leben ausreichte. Der Schwindelkurs wurde auch von Bürgern Westberlins und kapitalistischer Länder zum Nachteil unserer Versorgung genutzt. Sie kostete ein Stück Butter nur 50 Pfennig, ein Drei-Pfund-Brot 21 Pfennig und eine Damenfrisur (Dauerwelle) 2, 50 M. Offiziell musste beim Einkauf der Personalausweis vorgezeigt werden, doch nicht alle Verkäuferinnen achteten darauf.
Dieser systematische Wirtschaftskrieg gegen die DDR führte nach Angaben des Kieler Wirtschaftsinstituts zu Verlusten von etwa 150 Milliarden Mark.
Das Wirken von über 80 Spionagezentralen der westlichen Besatzungs-mächte, des BND und des SPD-Ostbüros war besonders aktiv. Im Mittelpunkt standen Werbung von Agenten, der Einsatz dieser Kräfte in der DDR und den anderen sozialistischen Staaten; Hetze und feindliche Propaganda – vor allem Flugblattaktionen – gegen den Sozialismus, Verbreitung von Antikommunismus und Antisowjetismus, besonders in den Medien.
Die imperialistische Strategie zielte darauf ab, eine Situation allgemeiner Unsicherheit und Panik zu erzeugen, um die militärische Aggression gegen die DDR vor der Weltöffentlichkeit als „Befreiung“ ausgeben zu können. Aus dem kalten drohte ein heißer Krieg zu werden. Der damalige BRD-Verteidigungsminister Strauß verkündete im Juli 1961, der Zweite Weltkrieg „ sei noch nicht zu Ende“. Ein gewisser Paul Carrell (mit Klarnamen Paul - Karl

Schmidt, Nazi seit 1931, Träger des „Winkels für alte Kämpfer“, Ribbentrop-Propagandist, hielt wehrpolitische Vorträge vor Generalen und leitenden Bundeswehroffizieren zum Thema: „Der Ernstfall Krieg“. Er forderte, „Hass in die Herzen der Soldaten zu senken“. Man wolle „lieber tot als rot“ sein.
Ex-General Heusinger, damals Chefinspekteur der Bundeswehr, meldete die Kampffähigkeit von sieben Divisionen. In Berlin stationierte Besatzer waren zu einem großangelegten Manöver an unserer Staatsgrenze nach Westdeutschland unterwegs. Im Bundestag wurde die Verlängerung des Militärdienstes beschlossen. Am 1. August 1961 versetzte die NATO ihre Verbände in Marschbereitschaft.
Mit dieser bedrohlichen Entwicklung befassten sich die Regierungen der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages. Am 12, 8. 1961 gaben sie eine Erklärung ab. Darin wurde festgestellt:
Die sozialistischen Staaten strebten seit mehreren Jahren nach einer Friedensregelung mit Deutschland. Diese sei längst spruchreif und dulde keinen Aufschub.
Die UdSSR habe wiederholt vorgeschlagen, mit beiden deutschen Staaten einen Friedensvertrag abzuschließen. Westberlin solle den Status einer „entmilitarisierten neutralen Freien Stadt“ erhalten. Die Regierungen der Westmächte seien zu Lösungen nicht bereit. Im Gegenteil, sie verstärkten die Kriegsvorbereitungen, drohten mit militärischer Gewalt. Es existierten Pläne für eine Invasion in die DDR.
Westberlin spiele im Kampf gegen die DDR eine besondere Rolle. Da sich die Wühltätigkeit in letzter Zeit verstärkt habe, sähen sich die Warschauer Vertragsstaaten vor die Notwendigkeit gestellt, entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Ihre Regierungen wandten sich an die Volkskammer und die Regierung der DDR mit dem Vorschlag, eine entsprechende Ordnung an der Staatsgrenze einzuführen. Sie verstünden, dass das für die Bevölkerung der DDR Unbequemlichkeiten schaffe, die aber angesichts der Lage nicht zu vermeiden seien.
Daraufhin beschloss der Ministerrat: „Zur Unterbindung der feindlichen Tätigkeit der revanchistischen und militaristischen Kreise Westdeutschlands und Westberlins wird eine solche Kontrolle an den Grenzen der DDR einschließlich der Grenze zu den Westsektoren von Groß-Berlin eingeführt, wie sie an der Grenze jedes souveränen Staates üblich ist. Es ist an den Westberliner Grenzen eine verlässliche Bewachung und eine wirksame Kontrolle zu gewährleisten, um der Wühltätigkeit den Weg zu verlegen.“
In der Nacht vom 12. zum 13. August 1961 begann die Grenzsicherung. Um Mitternacht befahl der Minister für Verkehrswesen, Erwin Kramer, den S-Bahnverkehr zwischen den Westsektoren und der DDR zu unterbrechen. Zu den rechtzeitig Alarmierten gehörten die Kampfgruppen der Arbeiterklasse.
Während NVA und VP die vielen Straßen und Bahnübergänge unter Kontrolle nahmen, waren sie für den Sicherheitsdienst verantwortlich. Im Laufe des Tages wurden sie für das Räumen und Sperren eingesetzt. Neugierige, aber auch organisierte Provokateure und Rowdys mussten von der Grenze

ferngehalten werden.
Große Aufmerksamkeit maß man dem Erkunden und Schließen von Schlupflöchern und Schleusen zu, beispielsweise auf Friedhöfen, in Ruinen und Hausdurchfahrten. Die Grenze verlief ja nicht gerade übersichtlich. Bisweilen gehörte die Straße zum Demokratischen Sektor, der Bürgersteig zu Westberlin oder umgekehrt. Türen und Fenster mussten zugemauert werden.
Die Kämpfer wurden von Westberliner Gegnern der DDR belästigt und provoziert. Als Sicherungsposten standen sie auch auf der werdenden Mauer und wuchsen mit ihr hoch. Kennzeichnend für alle eingesetzten Kräfte waren die strikte Einhaltung der Befehle und Weisungen, Konsequenz, Besonnenheit und Höflichkeit.
Viele Künstler, Wissenschaftler und Kulturgruppen gingen täglich in die Unterkünfte und Bereitstellungsräume der Einsatzkräfte. Es bestanden enge Kontakte mit den Arbeitskollektiven und den staatlichen Leitern. Nach über einer Woche gab es auch ein Wiedersehen mit den eigenen Familienangehörigen. Zehn Tage dauerte es, dann war eine zuverlässige Sicherung der Grenze gewährleistet. Das Leben in der Hauptstadt verlief normal. Ein Teil der Kräfte konnte in die Produktion entlassen werden. Herzlich wurden sie am 23. August in der Karl-Marx-Allee von der Partei, der Regierung und der Bevölkerung verabschiedet. Es war die erste Parade der Kampfgruppen, auf der auch Granatwerder, Panzerabwehrkanonen und andere mittelschwere Waffen mitgeführt wurden.
Viele Menschen können sich heute überhaupt nicht vorstellen, was für Zustände vor dem 13. August 1961 in Berlin herrschten. Der kalte Krieg spielte sich bei offener Grenze ab. Die DDR war ein Vorposten, deshalb wurde sie vom ganzen sozialistischen Lager geschützt.
Dr. Hans Spyra
Gruppenführer, später Kommandeur der Kampfgruppen-Hundertschaft
„Ernst Schneller“ der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften
(Übernommen aus dem Oktober-Heft 2005 des „Rotfuchs“)

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 Betreff des Beitrags: Re: Heute vor 47 Jahren wurde die Berliner Mauer gebaut...
BeitragVerfasst: Di 19. Aug 2008, 09:24 
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Beiträge: 82
Kevin hat geschrieben:
[size=150][b]... Sie kostete ein Stück Butter nur 50 Pfennig, ein Drei-Pfund-Brot 21 Pfennig und eine Damenfrisur (Dauerwelle) 2, 50 M. Offiziell musste beim Einkauf der Personalausweis vorgezeigt werden, doch nicht alle Verkäuferinnen achteten darauf. ...


Diese Preise kann ich nicht bestätigen. Da muss man schon noch eine 2 als Dezimale davorschreiben. Bei den Preisen dürfte die DDR keine 10 Jahre alt geworden sein. Hast du Quellen oder Belege?

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"Was wäre die Folge, wenn es dem Kapital gelänge, die Republik der Sowjets zu zerschlagen? Eine Epoche der schwärzesten Reaktion würde über alle kapitalistischen und kolonialen Länder hereinbrechen, man würde die Arbeiterklasse und die unterdrückten Völker vollends knebeln, die Positionen des internationalen Kommunismus würden liquidiert." -Stalin, Werke Band 9, S. 29,


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 Betreff des Beitrags: Re: Heute vor 47 Jahren wurde die Berliner Mauer gebaut...
BeitragVerfasst: Di 19. Aug 2008, 15:48 

Beiträge: 2008
Da ist ist sicher nicht der Preis in DDR-Mark gemeint, sondern der DM-Preis. Für eine Wetmark erhielt Mensch z.B. 5 DDR-Mark. Ein Stück Butter für 2,50 DDR-Mark kostete ihn dann 0,50 Westmark.
Aber recht hast Du dennoch damit, dass dies viel früher zum Untergang der DDR geführt hätte, wenn das nicht unterbunden worden wäre.

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 Betreff des Beitrags: Re: Heute vor 47 Jahren wurde die Berliner Mauer gebaut...
BeitragVerfasst: Di 19. Aug 2008, 18:14 
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Beiträge: 68
oszi hat geschrieben:
Hast du Quellen oder Belege?

Nein, habe ich nicht. Ich habe diesen Text so aus der Zeitung der DKP-Brandenburg übernommen. Unverändert!
http://www.dkpbrandenburg.de

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Zuletzt geändert von Kevin am Do 21. Aug 2008, 06:45, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Heute vor 47 Jahren wurde die Berliner Mauer gebaut...
BeitragVerfasst: Di 19. Aug 2008, 18:59 
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Beiträge: 82
Ich wollte meinen ersten Beitrag nicht zum Meckern nutzen. Ich bin seit geraumer Zeit aufmerksamer Leser dieses Forums. Wenn die Umrechnung DDR Mark zu Westmark1 : 5 gemeint ist, stimmt es ja wieder.
Noch in den 80iger Jahren kamen viele BRD Bürgerinnen und ließen sich in DDR Friseurgeschäften für ihren Zwangsumtausch frisieren. Aber für 2,50? Da hätte es tatsächlich Mauer und Stacheldraht bedurft, damit es nicht zu viele werden. ;)
Und es ist ein zeitgenössischer Bericht einer Westpartei (DKP), da wird schon die D-Mark gemeint sein. Aber dann sollte dennoch eine Wirkung auf die BRD Bürger gegangen sein, ob des sozialen Fortschritts.
und trotzdem: Was soll dann der Hinweis, die Verkäufer würden nicht auf Personalausweise achten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Heute vor 47 Jahren wurde die Berliner Mauer gebaut...
BeitragVerfasst: Di 19. Aug 2008, 20:16 
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Beiträge: 4023
Brot kostete in der Kaufhalle 94 Pfennige und beim Bäcker 1,40 (Alu)mark.

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Der Marxismus ist allmächtig – weil er wahr ist. (E.C.)

“Die Stellung zum Vermächtnis Willi Dickhuts ist der Prüfstein für den Kampf zwischen proletarischer und kleinbürgerlicher Denkweise!” (RF/MLPD)


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 Betreff des Beitrags: Friedensvertrag mit der DDR?
BeitragVerfasst: Fr 21. Nov 2008, 09:17 

Beiträge: 105
Wenn man die Preisdiskussion einfach mal beiseite schiebt, bleibt für mich eine Frage offen: Gab es einen Friedensvertrag zwischen der UdSSR und der DDR?
Beim Lesen des heutigen Artikels von german-foreign-policy erfährt man, daß es zwischen den Siegermächten und der heutigen BRD keinen Friedensvertrag gab und gibt. Rechtswissenschaftlicher nehmen das zum Anlaß und wettern gegen Entschädigungen von Opfern von Kriegsverbrechen, weil diese den Reparationen zuzurechnen seien und Reparationen erst nach Abschluß eines Friedensvertrages zu zahlen seien. Deswegen wäre wohl auch in den 2+4 Vertrag eine Klausel drin, die besagt, daß es sich bei diesem Vertrag um keinen Friedensvertrag handelt.

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Es gibt noch einen kommunistischen Verlag und Versand, den zu besuchen sich lohnt.


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